„Das Krisenzentrum von Belgien“

Eine Farce in einem Anruf.

Das folgende Gespräch fand zwischen einer jüdischen Organisation und einem Mitarbeiter des Krisenzentrums statt, das sich um Angehörige der Terroranschläge vom 22. März 2016 in Brüssel kümmert. Tapfer im Nirgendwo hat das Gespräch übersetzt.

Anrufer: Guten Tag. Ich bin freiwilliger Mitarbeiter des jüdischen Koordinierungsausschusses von Antwerpen. Wir wurden von Betroffenen kontaktiert und haben hier eigentlich zwei Personen der jüdischen Gemeinde, die bei den Anschlägen auf dem Flughafen verletzt wurden.

Krisenzentrum: Ja.

Anrufer: Sie machen sich bereit, zurück nach Israel gebracht zu werden. Unsere Mitarbeiter sind mit der Angelegenheit beschäftigt und kümmern sich um alles. Uns wurde jedoch von dem Krankenhaus mitgeteilt, dass wir besondere Papiere von der Polizei brauchen, damit sie entlassen werden können. Ist das richtig? Und an wen können wir uns wenden? Können Sie mir mehr darüber sagen?

Krisenzentrum: Das ist, ich schau mal. Also, sie wollen zurück nach Palästina.

Anrufer: Nicht Palästina. Israel!

Krisenzentrum: Ja, aber das war früher Palästina, natürlich. Okay.

Anrufer: Könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen? Wie heißt der Ort?

Krisenzentrum: Palästina.

Anrufer: Kann ich Ihren Namen haben, bitte?

Krisenzentrum: Natürlich. Zakharia.

Anrufer: Und Sie kennen nur Palästina? Kein Israel?

Krisenzentrum: Wie bitte?

Anrufer: Von Israel haben Sie noch nie was gehört? Nur Palästina?

Krisenzentrum: Ich weiß, dass die Juden dort hingegangen sind, dass Palästina sie aufgefangen hat und dass es einen Krieg zwischen Palästina und Israel, natürlich. Und die Besatzung, das ist, was in den Nachrichten ist, natürlich.

Anrufer: Können Sie mir mit der Frage helfen, die ich habe, oder nicht?

Krisenzentrum: Natürlich, natürlich. Also, sie wollen zurück nach Palästina und bitten darum, eine Bescheinigung dafür zu bekommen. (Der Mann tippt auf seinem Computer.) Ist notiert!

Anrufer: Kann ich Ihren Namen nochmal haben. Ich hab ihn nicht richtig verstanden.

Krisenzentrum: Der ist Zakharia.

Anrufer: Zakharia?

Krisenzentrum: Das klappt.

Anrufer: Zakharia und weiter? Wie ist Ihr Nachname?

Krisenzentrum: Ich bin nicht verpflichtet, ihn zu nennen.

Anrufer: Okay. Vielen Dank.

Krisenzentrum: Gern geschehen. Tschüss.

Der Vorhang fällt!

***

Auf Nachfrage erklärt der Sprecher des Krisenzentrums, Peter Mertens:

„Wir bedauern diesen Vorfall sehr und distanzieren uns ausdrücklich von den Aussagen. Sie stehen im Gegensatz zu unseren Werten. Wir haben das Krisenzentrum aufgefordert, Schritte gegen den Mitarbeiter zu unternehmen. So etwas soll nicht noch einmal passieren. Es ist traurig, dass es überhaupt geschehen konnte, und es ist völlig inakzeptabel, aber es ist ein Einzelfall.“

***

Das Krisenzentrum hat jetzt bekannt gegeben, dass der Mitarbeiter entlassen wurde und erklärt:

„Wir entschuldigen uns bei all jenen Menschen, die sich durch das Verhalten unseres Ex-Kollegen beleidigt gefühlt haben.“

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18 Antworten zu „Das Krisenzentrum von Belgien“

  1. Chaya schreibt:

    Es hiess doch einst, „Juden raus nach Palästina“, da haben wir’s. Gutes altes Belgien. Haben die Deutschen dort gut die Erde gedüngert, und die nahöstlichen Samen sind auf fruchtbaren Boden gefallen.

  2. DuDu schreibt:

    Nach den Anschlägen von Brüssel – Belgische Polizei beklagt zu laxe Sicherheitsvorkehrungen – http://www.deutschlandfunk.de/nach-den-anschlaegen-von-bruessel-belgische-polizei-beklagt.1783.de.html?dram:article_id=349907
    „(Polizei) Gewerkschaftschef Vincent Gilles bemängelt aber noch ein ganz anderes Sicherheitsproblem und schildert das anhand eines Beispiels: „Uns wurde bezeugt, dass nach den Attentaten von Paris im November von 40 Gepäckarbeitern mindestens 30 applaudierten als sie die Medienberichte sahen. Sie applaudierten! Zwei oder drei Polizisten haben es gesehen.“

    „Zakaria“s wohin man schaut…

  3. DuDu schreibt:

    keine angst haben, hoecker fragen, der erklärt den um israel besorgten bürgern…. wie viele arbeiten da am helpdesk, etwa 120…jetzt sollen mal zwei von denen aufstehen…das sind also zwei von 120 die israel das existensrecht absprechen…merkt ihr was…wo ist das problem…gerade mal zwei von 120… davor muss man keine angst haben….

  4. A.S. schreibt:

    Gut so wenn der/die/das weg ist. Ein Kriesenzentrumsmitarbeiter, dem seine Ressentiments wichtiger sind als zu helfen, das geht einfach nicht.

  5. Hein schreibt:

    Das ganze Palästina sollte Israel sein. Wahrscheinlich wollte das Zakaria sagen. Dann dachte er an die Gefahren, denen er sich bei seiner Community mit diesem Statement aussetzt und hat noch die Mainstream-Arab-Legenden nachgeschoben.

  6. anti3anti schreibt:

    Zakaria wurde bereits entlassenen.

  7. Dave schreibt:

    Naja, wenn man bedenkt, dass über 25% der Brüsseler Bevölkerung Muslime sind und Muslime eine Judenallergie haben, kann man davon ausgehen, dass so ein Gespräch stattgefunden hat und es kein Aprilscherz ist.

  8. Dave schreibt:

    Das ist ja hoffentlich kein Aprilscherz, oder?

  9. A.S. schreibt:

    Eigentlich gehört der Kriesenzentrumsmitarbeiter wegen mangelhafter Arbeitsauffassung entlassen. Auch unabhängig von der antisemitischen Richtung hat man in der Dienstausübung eigene Weltanschauungen strikt auszuklammern.

  10. ceterum censeo schreibt:

    Tja Belgien ist bunt. Multikulti (eigentlich ja Islamokulti) ist ohne Antisemitismus nun mal nicht zu haben.

  11. HM schreibt:

    Was diesen hier beschriebenen Dialog angeht würde ich die Haltung Buurmann in einem anderen Sachverhalt empfehlen:

    Zitat G.B.
    „Wenn Du aufgrund Deiner Haltung über meinen Humor nicht lachen kannst, dann fordere ich Dich nicht auf, Deine Haltung zu ändern!
    Warum also können so viele Menschen mit Haltung nicht den jeweiligen Humor des Anderen sein lassen, wie er ist?

  12. riepichiep schreibt:

    Ich musste erstmal das Datum checken, das wirkte mir im ersten Moment tatsächlich zu überzogen. Doch da das Youtube-Video ja schon älter ist, ist es wohl wirklich so passiert. Was extrem peinlich ist ..

  13. Phillip K schreibt:

    Das ist sicher ein Aprilscherz. 🙂

  14. unbesorgt schreibt:

    Palästina fing Juden auf, die dorthin „gegangen“ sind?
    Was rauchen die in Belgien, das die Holländer nicht haben?
    Und wie um alles in der Welt kommt Gerd Buurmann immer an so krankes Zeug?

  15. Spiessbratenbrötchen schreibt:

    Interessant, dass Beligen in den erlauchten Kreise jener Nationen wie z.B. Iran, Pakistan oder Saudi-Arabien emporgestiegen ist, die Israel nicht (aner-)kennen. Vielleicht sollte Deutschland zügig in ein Raketenabwehrsystem investieren.

  16. Kanalratte schreibt:

    Würde mich nicht sehr wundern, wenn der Mann des Islamz äh Krisenzentrums aus einem Kulturkreis entstammt, mit dem die ganze Welt tagtäglich Probleme hat.

Seid gut zueinander!

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