Warum ich so euphorisch für Hillary Clinton bin!

Da mich so viele Leute fragen, warum ich so euphorisch bin, wenn es Hillary Clinton geht, gebe ich mal eine ganz persönliche Antwort:

In den neunziger Jahren habe ich in den Vereinigten Staaten von Amerika gelebt. Es war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben und bestimmt auch in der Geschichte des Landes. Der kalte Krieg war beendete, der heiße Krieg der Terroristen hatte noch nicht begonnen, Bill Clinton war Präsident und im TV lief Seinfeld. Das Leben war so friedlich in dieser Dekade, das amerikanische Volk hatte nichts besseres zum Aufregen, als das Sexualleben des Präsidenten.

In dieser Zeit fing ich an, mich für Hillary Clinton zu interessieren. Mich beeindruckte ihr Werdegang, ihr klares Bekenntnis zum Feminismus und ihr Kampf für ein gerechtes Gesundheitssystem, das zwar unter der Präsidentschaft ihres Ehemanns nicht Realität werden konnte, aber später unter Barack Obama Realität wurde. Sie ist die Pionierin des aktuellen Gesundheitssystems in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Heute beeindruckt mich ihre Entwicklung hin zu einer kompromisslosen Verteidigerin für gleichen Rechte für Homosexuelle. Ich freue mich zudem, dass sie die pro-israelischste Kandidatin ist, die seit Jimmy Carter auf Seiten der Demokraten für das Präsidentschaftsamt kandidiert.

Bereits in den neunziger Jahren malte ich mir aus, wie es wohl wäre, wenn Hillary Clinton Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wäre. Damals, in einem Vorort von Chicago, schwor ich mir, den Wahlkampf für Hillary Clinton zu unterstützen, sollte sie jemals für das Amt der Präsidentin kandidieren.

Ich lebte sehr gerne in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ich mag besonders die Euphorie, mit der das amerikanische Volk die Demokratie lebt und vor allem feiert. Es begeistert mich, dass in dem Land Wahlen Ereignisse sind, die gefeiert werden wie Sportveranstaltungen oder religiöse Feste. Ich finde es schön, wenn Demokratie, Aufklärung und Meinungsfreiheit nicht nur im Kopf verankert sind, sondern auch im Herzen. Die USA ist in meinem Herzen!

Darum bin ich so euphorisch, wenn ich mich im amerikanischen Wahlkampf erstmal für ein Team entschieden habe. Für das Team Hillary entschied ich mich bereits in den neunziger Jahren, als ich in Amerika lebte, liebte, arbeitete und debattierte. Niemand muss deshalb für Hillary Clinton sein. Es gibt bestimmt viele Gründe, sie nicht zu mögen, aber meine Euphorie muss jetzt einfach jeder aushalten, der mit mir in Kontakt tritt.

Am meisten beeindruckt mich an Hillary Clinton ihr Durchhaltevermögen. Seit über drei Jahrzehnten hört sie sich jetzt schon die übelsten Beleidigungen und Anwürfe an. Sie wurde und wird in einer Form verbal niedergetreten und beleidigt, wie es sich kaum ein männlicher Kandidat jemals anhören musste. Sie hat sich jedoch niemals einschüchtern lassen. Jedes Mal ist sie wieder aufgestanden, hat sich den Dreck von der Hose geklopft und ist einfach weitergelaufen.

Jetzt hat Donald Trump sogar indirekt angedeutet, Hillary Clinton können erschossen werden, wenn einem ihre Politik nicht gefalle. Was für ein Wahlkampf! Mir gefällt das, denn dieser Wahlkampf gibt mir die Möglichkeit, mein Umfeld besser kennenzulernen.

Es gibt Leute, die auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken Menschen entfreunden, weil ihnen nicht gefällt, was sie schreiben und dagen. Zu diesen Leuten gehöre ich nicht! In den Vereinigten Staaten von Amerika habe ich gelernt, andere Meinungen auszuhalten, auch wenn sie schmerzen. Ich entfreunde Leute nicht, weil sie eine Partei liken. Wer das tut, findet sich sehr schnell in einer Blase wieder, die alles andere als die Welt repräsentiert und wundert sich dann über die Welt, wenn dort anders entschieden wird als in der Blase, die man selbst geschaffen hat.

Wer sich nach all den Verfehlungen von Donald Trump immer noch für ihn ausspricht, sagt damit einiges über sich aus und vor allem alles, was ich gerne wissen möchte. Ich werde deshalb aber niemanden entfreunden, im Gegenteil. Ich freue mich sogar, auf diesem Weg einen Facebook-Freund noch besser kennen gelernt zu haben.

Wer jetzt noch sagt, am 8. November 2016 fände eine Wahl zwischen Pest und Cholera statt, hat meiner bescheidenen Meinung nach den kleinen Zug nach Dummkopfhausen genommen. Das kann nur sagen, wer keinen Käse mehr auf seinem Cracker hat, wie George Carlin sagen würde.

Wenn Trump Pest ist, ist Clinton nicht Cholera und wenn Trump Cholera ist, ist Clinton höchstens ein Schnupfen, ein Schnupfen, den ich mir vor zwanzig Jahren eingefangen habe. Jetzt wird man wohl mit meinem Nießen leben müssen!

Aber hier mein Hauptgrund für Hillary Clinton:

(Bild: Wikipedia – Gage Skidmore • CC BY-SA 3.0)

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