Die Kritik wird heftiger: „Tagesschau eskaliert, lügt und betreibt Propaganda!“

Die Kritik auf einen Bericht der ARD Tagesschau, der von Tapfer im Nirgendwo scharf kritisiert wurde, wird immer schärfer. Die BILD wirft der ARD vor, Fakten zu verschweigen, die Israel positiv aussehen lassen. Die ARD wird somit unter den Verdacht gestellt, Israel bewusst zu dämonisieren.

Schon sehr früh warf die Bundestagsabeordnete Michaela Engelmeier (SPD) der ARD vor, mit ihrem Bericht zu lügen:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist (CDU) spricht sogar davon, die ARD verbreite Propaganda:

„Meine Kollegin Engelmeier hat recht – ein so einseitiger Bericht ist eben keiner, sondern kritiklose Übernahme von Propaganda. Leider ist die ARD in den letzten Jahren immer wieder mit solchen einseitigen Darstellungen in Erscheinung getreten.“

Die Reaktion der ARD auf diese Kritik ist so peinlich, dass sich die Kritik jetzt verschärft.

Elio Adler erklärt, die ARD eskaliere mit ihrer Art der Berichterstattung den Konflikt im Nahen Osten. Er erklärt somit, die Tagesschau habe den Status des Beobachters verlassen und sei nun Akteur im Nahostkonflikt geworden:

„Sehr erhellend ist der ausführliche O-Ton, den der Journalist, Herr Rosch, vor 3 Tagen auf Twitter gepostet hat. Er fragt wieder und wieder ähnliche, tendenziöse Fragen und muss sogar bei seiner Bemerkung, dass die Israelis sogar ein Geschäft mit der Wasserknappheit der Palästinenser machen würden von seinem Gesprächspartner gebremst werden.
Die trotzig anmutende Stellungnahme zu dem Beitrag vermag nicht zu überzeugen.

a) Der Hydrologe Clemens Messerschmid ist politisch engagiert. Er ist Anhänger der Intifada – wenn auch nur der elektronischen.

b) Die lapidare Entschuldigung, der anderen Seite wegen eines jüdischen Feiertags kein Gehör verschafft zu haben, läuft ins Leere. Der pro-palästinensische Aktivtist Messerschmidt wurde wahrscheinlich am 11.8. interviewt. Da hätte es genug Zeit gegeben, andere Stimmen zu hören.

c) Zur fachlichen Frage der Wasserverteilung kann ich wenig sagen, außer, dass in den palästinensisch kontrollierten Bereich, in sich auch das laut Hydrologen wasserreicher als London seiende Ramallah befindet, der Brunnenbau keinen israelischen Beschränkungen unterliegt. Die negativ geschilderten israelischen Landwirte verwenden wiederaufbereitetes Wasser (Israel hat die weltweit höchste Wasser-Recyclingquote) und eben kein Trinkwasser.

d) Subtiler wird es, wenn man sich den Bericht hinsichtlich seiner emotionalisierenden Machart ansieht: Vom süßen, blitzsauberen Mädchen (kann nach dem Feriencamp nicht duschen), bis zum vertraut wirkendenden, deutschen Fachmann ist alles ein perfekter pro-Palli-Clip.

Das Antwortschreiben ist ebenfalls emotionalisierend strukturiert: Pseudo-Dank fürs Feedback und dann ein Argument nach dem anderen abschütteln, bis schließlich zur Drohung, dass man auch Swimmingpool-Bilder von Siedlern zeigen könne. Stimmt! Hätte man.

e) Michaela Engelmeier, MdB hat mit Ihrer pointierten Meinungsäußerung Recht und ich hoffe, dass ihr noch andere folgen werden.

f) Ich hatte mir von der Stellungnahme (vielleicht naiverweise) etwas in dieser Richtung erhofft:

‚Da ein ein „Experte“, von dem wir nicht wussten, dass er Politaktivist ist, uns eine so eindeutig wirkende Story präsentierte und wir den Fehler gemacht haben, uns emotional zu sehr mitreißen zu lassen, haben wir versäumt, etwas genauer hinzusehen.‘

Aber Pustekuchen, statt dessen Nebelkerzen! Schade letztlich auch, dass ein so polarisierender Bericht keinen konstruktiven Beitrag zur Annäherung beider Konfliktparteien bringt. Es gibt ein Wasserproblem, dessen Linderung ein gemeinsames Ziel von Israelis und Palästinensern sein sollte. Ein solcher Bericht eskaliert aber! Er füttert das Narrativ der einen Seite und vergrätzt in seiner Einseitigkeit die auf der anderen Seite, die zuhören wollen.“

Ulrich W. Sahm, der als einer der ersten Autoren den Bericht der ARD faktenreich kritisierte, kommentiert die Stellungnahme der ARD wie folgt:

„Trotz aller Mühen, ihre Arbeit zu verteidigen, gelingt es Susanne Glass und Markus Rosch nicht, mit ihren Worten zu überzeugen. Wenn sie etwa darauf beharren, der Ruf ihres »Experten« Clemens Messerschmid sei tadellos, offenbaren sie eine Blindheit, die ihresgleichen sucht. Der Deutsche bezichtigt Israel des Wasserdiebstahls und versucht, den Begriff »Wasser-Apartheid« zu etablieren.

Dass sie trotz unübersehbar politisch gefärbter Ansichten Clemens Messerschmids auf eine Darstellung anderer Positionen verzichteten, begründen Susanne Glass und Markus Rosch damit, »dass wir wegen eines« – völlig überraschend angesetzten? – »hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben«.

Dennoch habe man aber »in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben«. Doch genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für »Schnelligkeit«. »Palästinensische« Medien sehen in diesen Tagen keinen Anlaß, aus Salfit zu berichten – aber deutsche Journalisten haben es so eilig, daß sie nicht noch zwei Tage auf israelische Stellungnahmen warten konnten?

Liegt ob dieser Umstände nicht der Verdacht nahe, daß der »hohe jüdische Feiertag« Susanne Glass und Markus Rosch tatsächlich sehr willkommen war, weil sie genau die verleumderischen Beiträge senden wollten, die schließlich am Sonntag auch ausgestrahlt wurden? Immerhin jedenfalls ist es ihnen damit gelungen, vorzuführen, was bei tagesschau und -themen als »voll vertretbar« gilt.“

Propaganda, lügen, verleumden, verschweigen, eskalieren.

Das sind die Worte, die Bundestagsabgeordnete und Journalisten für einen Bericht der ARD Tagesschau bereit halten. Das Urteil kann kaum schlimmer ausfallen!

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