Deutsches Leugnen bei den Olympischen Spielen

Thomas Bach ist ein deutscher Jurist, Sportfunktionär und seit 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Am 21. August 2016 sprach er diese Worte zum Abschluss der Olympischen Spiele :

„Vielen Dank an alle Olympia-Athleten! Sie haben die Welt mit Ihren unglaublichen Leistungen erstaunt.

Sie haben uns gezeigt, dass es die Macht des Sports ist, die Welt zu vereinen.

Indem Sie in Freundschaft und Respekt gegeneinander antreten und in Harmonie unter einem Dach im Olympischen Dorf leben, senden Sie eine starke Botschaft des Friedens in die ganze Welt. Gemeinsam können wir weiter gehen. Gemeinsam können wir höher zielen. In unserer Vielfalt geeint sind wir stärker.“

Im Original:

„Thank you to all the Olympic athletes! You have amazed the world with your incredible performances.

You have shown us all the power of sport to unite the world.

By competing in friendship and respect, by living in harmony under one roof in one Olympic Village, you are sending a powerful message of peace to the whole world. Together, we can go further. Together, we can aim higher. United in our diversity, we are stronger.“

Diese Worte sprach Thomas Bach nach den Olympischen Spielen in Rio, obwohl in der Zeit mehrmals Israelis und Juden unter dem Olympischen Dach massiv diskriminiert wurden.

Es begann bereits am ersten Tag. Der Trainer des israelischen Segelteams, Udi Gal, berichtet auf Facebook, dass sich im Umfeld der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Mitglieder der libanesischen Delegation geweigert hatten, mit einem Bus zu fahren, wenn sich darin Israelis befinden:

„Schande über die Olympischen Spiele 2016. Nach der Eröffnungszeremonie sollte die israelische Delegation einen Bus mit der libanesischen Delegation teilen. Als die libanesische Delegation dies bemerkte, verlangte sie von dem Fahrer, die Tür zum Bus geschlossen zu halten. Die Veranstalter versuchten daraufhin, uns auf verschiedene Busse zu zerstreuen. Ich bestand darauf, den Bus zu betreten und sagte, wenn die Libanesen nicht mit uns fahren möchten, sie selbstverständlich den Bus verlassen könnten. Als der Busfahrer daraufhin die Tür öffnete, um uns reinzulassen, versperrte uns ein Leiter des libanesischen Teams den Zutritt zum Bus.“

In Rio de Janeiro wurden Juden zerstreut, weil einige hasserfüllte Menschen nicht mit Israelis in einem Bus sitzen wollten. Das ist der gelebte olympische Gedanke, den Thomas Bach am 21. August lobte! Udi Gal jedoch schreibt:

„Wie kann es sein, dass so etwas am Abend der Olympischen Eröffnungsfeier geschieht? Spricht das nicht direkt gegen den Gedanken der Olympischen Spiele und gegen alles, wofür wir stehen? Ich kann nicht anfangen, meine Gefühle auszudrücken. Ich bin geschockt von diesem Vorfall.“

Udi Gal war geschockt. Thomas Bach ist nicht geschockt. Thomas Bach schweigt. Libanons Teamchef Salim al-Haj Nicolas schwieg nicht. Er ist stolz:

„Ich blockierte den Eingang des Busses mit meinem Körper, obwohl ich wusste, dass manche der israelischen Sportler sich vorbeidrängen wollten und auf Ärger aus waren.“

Dafür wurde er von den libanesischen Medien und in den sozialen Netzwerken des arabischen Landes als Held gefeiert, denn er handelte ganz im Sinne des ehemaligen libanesischen Ministers, Wiam Wahhab, der einst auf Al-Jadid/New TV erklärte:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Thomas Bach schweigt!

Ein weiterer Moment der Diskriminierung bei den Olympischen Spielen konnte nicht verschwiegen werden, da er live gesendet wurde: Ein ägyptischer Judoka verweigert seinem israelischen Gegner die Geste des Respekts. Die ausgestreckte Hand schlug der Ägypter brüsk aus und weigerte sich auch, sich nach dem Kampf zu verbeugen. Ein saudischer Judoka und ein syrischer Boxer traten gar nicht erst gegen einen Israeli an. War das wirklich Rio 2016 oder doch nur eine Wiederholung von Berlin 1936?

Thomas Bach erwähnte diese Diskriminierungen jedoch mit keinem Wort. Stattdessen verleugnete er sie, indem er davon faselt, die Athleten hätten in Harmonie unter dem olympischen Dach gelebt. Das Internationale Olympische Komitee entschied sich somit dazu, ausgerechnet einen Deutschen all die massiven Diskriminierungen gegen Israelis und Juden vor der ganzen Welt zu verleugnen.

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Bildnachweis: Wikipedia – Ralf Roletschek • CC BY 3.0

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10 Antworten zu Deutsches Leugnen bei den Olympischen Spielen

  1. Ralf Webet schreibt:

    Leider traurige Realität. Man kann das olitische Spektrum wie einen Kreis sehen, bei dem sich die rechten und linken Enden wieder treffen.

  2. Orion Saturn schreibt:

    Achtung, Korrektur nötig: Im letzten Satz muß es am Ende heißen; verleugnen zu lassen. Bitte im Interesse des guten Beitrags berichtigen. Hab‘ den Artikel getwittert und auf anderen Wegen verbeitet.

  3. caruso schreibt:

    Was wollt Ihr? Es geht doch nur um Juden! Hätte man das glaiche mit einem schwarzen Afrikaner gemacht, hätte die ganze Welt geschrieen. Denn die Welt ist gerecht.
    lg
    caruso, eine alte (85) Jidene

  4. brathering schreibt:

    Die Spiele gehen den Bach runter!

    Mangelhaftes Vorgehen gegen Doping, ein Internationaler Verband, der alle vier Jahre von Stadt zu Stadt zieht – zweiwöchige Spiele, die teurer neu erbaute Sportstätten hinterlassen, die danach nicht oder kaum noch benutzt werden. Die betroffenen Kommunen bleiben auf den Kosten sitzen, während der IOC traumhafte Gewinne realisiert. Und nicht zuletzt, das es geduldet wird, dass Athleten den Geist der Freundschaft und Völkerverständigung mit ihrem Antisemitismus mit Füßen treten.

    Das ist nicht Oylmpia, das ist der teuerste, aber auch der mieseste Zirkus der Welt!

  5. anti3anti schreibt:

    Was erwartet man von einem Lügner?

  6. Heimchen am Herd schreibt:

    „Sie haben uns gezeigt, dass es die Macht des Sports ist, die Welt zu vereinen.“

    Falsch! Sie haben gezeigt, dass der Sport die Macht hat, die Welt zu bescheißen!

    „Indem Sie in Freundschaft und Respekt gegeneinander antreten und in Harmonie unter einem Dach im Olympischen Dorf leben, senden Sie eine starke Botschaft des Friedens in die ganze Welt. Gemeinsam können wir weiter gehen. Gemeinsam können wir höher zielen. In unserer Vielfalt geeint sind wir stärker.“

    WAS zum Henker hat er geraucht um sowas zu behaupten?

  7. Ralf Weber schreibt:

    Bei den Feidseligkeiten gegen die Mannschaft aus Israel hat man sich fragen können, wir wir jetzt im Jahr 1936 oder 2016 sind. Zumindestens hätte man von 1972 lernen können.

  8. unbesorgt schreibt:

    Mal ganz abgesehen von den Ungeheuerlichkeiten, über die Gerd hier schreibt… eine russische Stabhochspringerin und überführte Doperin, ist nun frisch gebackenes und „vereidigtes“ Mitglied des IOC Exekutivkomitees.

    Erde, tu dich auf! Aber einige der Gestalten rund um Bach & co. würden selbst in der Hölle abgelehnt: Zu unseriös!

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