Danke Broder!

Auf jene, die heute Henryk Broder dissen, werden zukünftige Generationen mit so viel Unverständnis blicken wie auf jene, die einst Heinrich Heine dissten.

Heute wissen wir, wo der Hauptgrund für das Heine-Bashing lag. Heine war stets klar und direkt mit seinen Worten. Oft lüftete er das Mieder der deutschen Sprache. Er kritisierte Religionen und Majestäten auf das Schärfste. Seine Kritik traf auch und massiv das Spektrum links. Und er war Jude. Daher schaue ich etwas mitleidig auf jene, die jetzt brüllen, Broder sei ein rechter Hetzer, weil ich weiß, dass sie tot sein werden, wenn die Geschichte das Urteil über die „Broder-Kritiker“ sprechen wird.

Broder ist wie Heine, ein Charakter, der sich keinen Maulkorb gibt, aus Angst, die Falschen könnten ihn zitieren. Er weiß, dass er aus Liebe und Lust zum Leben schreibt. Er muss sich nicht rerchtfertigen. Seine Haltung ist so klar wie Heines.

Henryk ist ein guter Mensch und ein Freund. Deutschland wäre ärmer ohne ihn. Deutschland ist sein zu Hause und zu Hause macht man die Buchse auf!

Lieber Henryk,

bitte schreibe weiter über Deutschland, die Linken wie die Rechten, über die Hybris der Deutschen, im Luftreich des Traums die Herrschaft so unbestritten zu behaupten, dass sie auf ihren Wegen gar manches Sternlein ausputzen mit ihren Flügelschlägen. Lass Dir nicht einreden, deutliche Worte über Majestäten und Religionen seien Beleidigungen.

Schreibe weiter über Dein persönliches Wintermärchen.

Danke!

PS: Der Vergleich mit Heine ist übrigens weit, weit weniger hochgegriffen als die Vergleiche mancher Kritiker mit rechten Hetzern tiefgegriffen sind!

(Bildnachweis: Wikipedia – Bernd Schwabe in Hannover • CC BY-SA 3.0

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24 Antworten zu Danke Broder!

  1. A.S. schreibt:

    Broders stärke ist, einfach die Sachen so beschreiben wie sie sind. Mit all ihren Widersprüchen und kleinen Verlogenheiten, die gerne wegdiskutiert werden.
    Er ist ein blitzgescheiter Kerl der seine Intelligenz nutzt um mit vermeintlicher kindlicher Naivität einfach „der Kaiser ist nackt“ zu rufen.

  2. Kwezi schreibt:

    Broder for president!

  3. Heimchen am Herd schreibt:

    Ich liebe diesen kleinen, streitbaren, liebenswerten, intelligenten, jüdischen Löwen!
    Er hat mich, das Heimchen am Herd, sogar mal erwähnt, weiß gar nicht mehr, wann
    das war und warum?

    Jedenfalls, ich liebe ihn und könnte ihn knuddeln! 🙂
    Er ist gerade 70 Jahre alt geworden und er ist kein bisschen leise!
    Alles Gute, lieber Henryk und bleib wie Du bist!

  4. bevanite schreibt:

    bitte schreibe weiter über Deutschland, die Linken wie die Rechten, über die Hybris der Deutschen

    Wann hat denn Broder in den letzten 15 Jahren mal was Kritisches über „die Rechten“ geschrieben? Neo-Nazis hat er meistens als ein paar Dorfdeppen aus der sächsischen Schweiz verniedlicht. Es wäre schön, wenn er da mal genau so bissig wäre wie gegenüber Linken, Grünen oder Feministinnen (gerade in diesen Zeiten, in denen er auf innerhalb der Neuen Rechten immer beliebter wird).

    • unbesorgt schreibt:

      Gegen Nazis zu sein sollte doch wohl logisch und selbstverständlich sein. Ich bin zum Beispiel auch gegen Pest und Kolera, schreibe aber nicht jeden Tag einen Text darüber.

      • Wendy Steinsheimer schreibt:

        Gegen den ausufernden aktuellen Linksfaschismus sollte allerdings genau so selbstverständlich sein, denn der ist schlimmer als Pest und Cholera zusammen!

        • bevanite schreibt:

          Sehen Sie etwa eine neue RAF im Anmarsch? Mal ein kleiner Reality Check: eine nationalkonservative Partei mit rechtsoffenen Auslegern sitzt derzeit in sieben Landtagen und könnte in Meck-Pomm die stärkste Partei werden. Das ist noch krasser als mit den Republikanern Anfang der Neunziger. Das sollte weitaus mehr Besorgnis erregen als ein paar versprengte Autonome.

          • Bruno Becker schreibt:

            Sehen Sie etwa ein neues 4. Reich im Anmarsch?
            Kleiner Reality-Check: im Bundestag sitzen fast nur Verfassungsfeinde, gegen die die AfD ein Verein von Chorknaben ist. Und was Sie „eine nationalkonservative Partei mit rechtsoffenen Auslegern“ nennen, nannte man vor 25 Jahren noch „CDU/CSU“.

          • A.S. schreibt:

            RAF nicht direkt. Aber wir erleben seit Jahren linke Straßenschlägertrupps, ohne dass die Politik reagiert. Wir sehen seit Jahren strukturelle Integrationsmisserfolge und eine Politik, die lediglich diejenigen beschimpft, die darauf hinweisen. Wir erbrüten und exportieren inzwischen islamistischen Fundamentalismus und eine Politik, die alles daran setzt die Problemwahrnehmung zu verschleppen. Europa wandelt sich langsam in ein Terrorland und die Politik reagiert mit „Willkommenskulturrufen“ darauf. Jahrelang hat man zu intellektuellen Begleitmusik die Polizei abgebaut, um jetzt nicht mehr genug Kapazitäten zu haben.
            Und seit neustem erleben wir Politiker, die sich einerseits unglaublich Aufregen wenn Sarah Wagenknecht eine Torte ins Gesicht bekommt, aber schweigen wenn Lucke, Junge oder Meuthen schlimmer attackiert werden. Oder noch schlimmer, als Kultusminister missliebigen Konkurrenten mit dem Rausschmiss aus dem Lehrerberuf drohen und damit die private Existenz bedrohen.

            Ich sehe zwar keine neue RAF, aber die Grundfesten der Demokratie sehe ich durchaus bedroht durch eine angebliche Elite, die Grundwerte nur noch selektiv zu verteidigen bereit ist.

          • ceterum censeo schreibt:

            RAF sehe ich weniger, wenn ich mich einmal einmischen darf. Eher agieren in weiten Teilen des Landes, insbesondere den Großstädten, die Roten Khmer.
            Ich bin übrigens gespannt, ob sich jene demnächst mit den dazugekommenen Raufbolden bekriegen oder verbünden werden. Das wird lustig. So mancher gestählte Antifabubi, welcher bisher gefahrlos Krieg in deutschen Städten spielen durfte, ohne von Polizei oder etwa den bösen Nazis Unbill erwarten zu müssen, wird weinend zu Mami rennen.
            Wenigstens wird die Zukunft nicht langweilig. Auch ohne RAF oder die unmittelbar drohende Machtergreifung der rechten Unholde.

    • Bruno Becker schreibt:

      Das liegt einfach daran, dass die paar Dorfdeppen aus der sächsischen Schweiz einfach im Moment nicht das Problem sind. Das Pendel ist zur Zeit nun mal zur anderen Seite ausgeschlagen und droht oben rum nach ultra-rechts über zu schwingen. Siehe z.B. „Israelkritiker“. Und die „neue Rechte“ kann man getrost auch unter „alte Konservative“ abhalten, das passt besser.

  5. caruso schreibt:

    Jedes Wort kann ich nur unterschreiben. D sollte froh und glücklich sein, daß Broder da wirkt. Einen besseren Patrioten kann man sich kaum vorstellen. (Weil ich das Wort „Patriot“ schrieb – nein, ich gehöre nicht in die rechte Ecke gestellt. Rechts zu stehen fällt mir nicht ein, bin doch nicht blöd – hoffentlich!). Kritisch zu sein dem eigenen Land gegenüber ist eines der wichtigsten Kennzeichen eines guten Patrioten. Ich sage auch, machen Sie weiter so, lieber Herr Broder und noch lange, seeeehr lange.
    Gerde danke ich für seine schönen, richtigen Worte.
    lg
    caruso

    • unbesorgt schreibt:

      Genau so isses.

    • HM schreibt:

      caruso schreibt:
      September 2, 2016 um 1:15 pm

      „Jedes Wort kann ich nur unterschreiben. D sollte froh und glücklich sein, daß Broder da wirkt.“

      Da stimme ich Ihnen zu.
      Aber auch B kann froh sein, dass B´s Eltern, D als neue Heimat für die Familie B gewählt haben.

    • ceterum censeo schreibt:

      Das hast Du sehr gut gesagt. Broder ist Klasse.
      Und Gerd meistens auch.

  6. unbesorgt schreibt:

    Es gab in den letzten Tagen einige verbale Angriffe auf Broders Blog „Achse des Guten“, unter anderem durch die TAZ. Da man Broder durch solche Attacken nicht klein bekommen kann, versucht man die Plattform anzugreifen, auf der auch andere Autoren schreiben, die sich sämtlich zu Broders Freunden zählen. Es sind Autoren dabei, die anderswo ihr täglich Brot verdienen müssen und wenn man sozusagen „hintenrum“ die Achse in die rechtsextreme Ecke zu stellen versucht, schwärzt man die Autoren bei deren Arbeitgebern an. Kurz: man versucht es mit Rufmord und Denunziation.

    Ich weiß nicht, ob Gerd das gemeint hat, aber es passiert gerade. Aber auch wenn sie kübelweise den Dreck über Broder und der Achse auskippen, werden die Autoren bei der Stange bleiben. Ich jedenfalls werde das.

    • bevanite schreibt:

      Es gab in den letzten Tagen einige verbale Angriffe auf Broders Blog „Achse des Guten“, unter anderem durch die TAZ.

      Soll ich mal all die Artikel raussuchen, in denen „Achse“-Autoren die TAZ angegriffen haben? Das waren nicht nur „einige“…

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      „Aber auch wenn sie kübelweise den Dreck über Broder und der Achse auskippen, werden die Autoren bei der Stange bleiben. Ich jedenfalls werde das.“
      Nur blöd, dass die meisten Autoren eher bei der Stange als bei der Sprache bleiben. Da schreibt zum Beispiel ein Roger Letsch am 3.9.16 folgendes: „Das Stigma Hartz4 ist heute wie ein Brandzeichen und um im gesellschaftlichen Schuldzuweisungsspiel nicht stets die Arschkarte zu ziehen, ist diese Gruppe fast verstummt.“ Ein solches Metapherngeschwurbel hätte ihm wohl kein ernstzunehmender Lektor durchgehen lassen, aber die Achse ist da großzügig, wenn nur die Gesinnung (im vorliegenden Fall der übliche Ausdruck von Ressentiments gegen Flüchtlinge) stimmt.
      Und so machen sie dann eben alle weiter und liefern täglich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, das immergleiche Dumpfe, und am selben Tag, an dem Letsch sein Gestammel hinterließ, verbreitete eine Dame, die in praktisch allen deutschen Parteien gewesen ist und in keiner einen stärkeren Eindruck hinterlassen haben kann als das Gefühl der Erleichterung, wenn sie denn wieder weg war, diesen Aufruf zur unterlassenen Hilfeleistung: „Merkels Forderung läuft auf nichts anderes hinaus, als dass Frontex sich noch effektiver als Fluchthelfer betätigt, indem es dafür sorgt, dass alle Schlepperboote ihr Ziel auch erreichen.“
      Zweifellos im Geiste Heines geschrieben.

  7. Predo schreibt:

    Hm? Was ist passiert?

    • Antje Aging schreibt:

      …man muss nicht immer den Todestag eines guten Menschen abwarten, um ihm zu danken!
      Danke Buurmann ;-)!

    • Sophist X schreibt:

      Nachträgliche Glückwünsche zum 70. vielleicht. Ansonsten egal, besinnungslose Lobeshymne nach meinem Geschmack.

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