Rabbiner gesucht

In dem Gemeindeblatt „Jüdisches Berlin“ der Jüdischen Gemeinde zu Berlin vom September 2016 findet sich auf Seite 41 folgende Anzeige:

„Die Jüdische Gemeinde zu Berlin sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Rabbiner für die zentrale orthodoxe Synagoge in Berlin. Die Beherrschung der deutschen und hebräischen Sprache wird vorausgesetzt.“

Für mich klingt die Stellenanzeige ein wenig so:

„Englischlehrerin gesucht. Kenntnisse der englischen Sprache werden vorausgesetzt.“

Man darf mich korrigieren, ich bin kein Jude, aber ich bin mir relativ sicher, dass es zu den Aufgaben eines orthodoxen Rabbiners gehört, aus der Tora zu lesen und wenn sich da nicht etwas Grundlegendes in den letzten Jahren geändert hat, so ist die Tora meines Wissens nach auf hebräisch verfasst. Da kann die Gemeinde auch gleich folgende Stellenanzeige schalten:

„Die jüdische Gemeinde zu Berlin sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Rabbiner für die zentrale orthodoxe Synagoge in Berlin. Er sollte Jude sein.“

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14 Antworten zu Rabbiner gesucht

  1. S. B.-H. schreibt:

    Wann konvertiert er denn nun endlich, der Buurmann? 🙂
    Wird mal Zeit! Aber wehe er hält sich nicht an die 635 Mizwot, die er dann einhalten muss als Proselyt, dann gibt’s vom orthodoxen Rabbiner, von dem er seinen Gijur abnehmen lassen muss, ein paar auf die Finger. Ich bekomme jedesmal das Kotzen, wenn ich die englischsprachige Wikipedia lese, von „sog. Herkunftsjuden“, die mit ihrem Jundentum nichts, aber auch gar nichts am Hut haben, aber wo der Stammbaum aus Polen, Russland etc. bemüht wird. Ein super Beispiel dieser Heuchelei ist der aktuelle mediale „Ausfall“ eines gewissen Anthony Weiner, sog. Jude, der eine Muslimin, Huma Abedin, zur Frau hat(te).

    Gruß S. B.-H.

  2. mühlstein schreibt:

    Das ist aber heute so üblich, dass alles einzeln aufgelistet wird.

  3. ceterum censeo schreibt:

    Da hat’s der olle Imam etwas leichter. Muß nur seine Haßverse auswendig kennen. Braucht ansonsten nicht lesen, schreiben oder gar deutsch zu können. Teufelszeug, das.

  4. anti3anti schreibt:

    Wenn er Russisch spricht, darf er ein Goa sein.

  5. A.S. schreibt:

    Naja, wer weiß für Bewerbungen sonst kommen. In einer Privatschule, in der ich mal gearbeitet habe, wurde bei Ausschreibungen für Lehrerstellen auch immer extra auf das benötigte Studium hingewiesen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, die hätten auch schon Bewerbungen von Handwerkern auf Gymnasiallehrerstellen gehabt.

    • ceterum censeo schreibt:

      Wäre heute manchmal nicht verkehrt, lieber einen Handwerker zu nehmen. Die Qualität des Lehrkörpers
      ach lassen wir’s

      • A.S. schreibt:

        🙂
        Das ist eine andere Frage zu der ich einfach mal die Aussage verweigere. Vielleicht nur soviel: Wer zu den besten in seinem Fach gehört studiert i.d.R. nicht Lehramt. Und ich weiß wovon ich Rede, ich habe Lehramt studiert …..

  6. Bruno Becker schreibt:

    Herr Baumann, worauf warten Sie noch? Wenn Sie sich nicht beeilen, bin ich schneller! Masel tov!

  7. Eliyah schreibt:

    Nicht ganz: Der Rabbiner sollte folgende Sprachen SPRECHEN können: Deutsch, Neu-Hebräisch und möglichst Russisch. Denn das sind die Sprachen der Juden, die in Berlin leben. Dass er althebräische Texte lesen und verstehen kann, ist natürlich Voraussetzung für seine Smicha (Ordination).

  8. bruriah schreibt:

    Kleine Korrektur: Nein, ein Rabbiner MUSS nicht leinen (Thora lesen) können – er sollte es aber, zumindestens in Deutschland. Ursprünglich lasen die jeweils aufgerufenen ihren Abschnitt selber, heute gibt es dafür entweder einen ausgebildeten Ba´al Koreh (es geht ja nicht nur darum es zu lesen, jeder Abschnitt hat auch eine eigene Melodie) oder der jeweilige Chasan (Kantor) übernimmt den Part. Hin und wieder finden sich auch Gemeindemitglieder, die sich für den einen oder anderen Abschnitt schulen lassen.
    Dass ein Rabbiner hebräisch können sollte, versteht sich, ist aber heute leider auch nicht mehr sooo selbstverständlich. Ich habe da das eine oder andere Erlebnis in (Reform-)gemeinden schon gehabt. Und was sich so alles inzwischen „orthodox nennt …

    • caruso schreibt:

      Bei Reform-Gemeinden wundert es mich nicht. Aber bei den orthodoxen schon. Es sei,
      die orthodoxe Gemeinde war eine Mogelpakung. In Österreich, wo ich lebe, begegnete ich einer solchen noch nie. Traurig, wenn es in D solche (auch?) gibt. Sagt eine G’ttlose.
      lg
      caruso

      • bruriah schreibt:

        Das Problem in Deutschland ist, dass viele Gemeinden (ich weiß jetzt nicht, ob die meisten) nominell orthodox sind. Heißt im Klartext, der G´ttesdienst verläuft nach dem orthodoxen (meist Hirsch´schen) Ritus, Rabbiner und Kantor sind orthodox aber 90% der Gemeindemitglieder sind es eher nicht. Das führt natürlich bei jeder Neubesetzung (Rabbiner oder Kantor) zu diversen Querelen. Insbesondere bei der Kantorensuche gibt es jedes Mal ein Riesenbohei, weil viele lieber einen Opernsänger denn einen geschulten Chasan haben möchten. Direkte Mogelpackungen gibt es meines Wissens nach nicht, aber der Begriff „orthodox“ wird mitunter seeehr weit ausgelegt – meist aber eher von den Gemeindemitgliedern denn dem Rabbiner oder Chasan.

Seid gut zueinander!

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