Sag ich mal so

In einer Gesellschaft, in der ich gezwungen werde, mein Geschlechtsteil in der Öffentlichkeit zu verbergen, kann ich erwarten, dass in der selben Öffentlichkeit wenigstens die Gesichter frei sichtbar sind.

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29 Antworten zu Sag ich mal so

  1. O.Paul schreibt:

    Herr Buurmann, dass ich es noch erleben darf: Sie sprechen mir aus dem Herzen!

  2. Melanie schreibt:

    Gestern erneut zwei Nikab-Trägerinnen in unserer Straße begegnet. Immer mal wieder. Gibt’s hier in einer kleinen Stadt im Rheinland eine wachsende Zahl von, wobei wir wirklich nicht in Marxloh oder Neukölln wohnen. Einige Medien wollen mir zwar immer wieder einreden, es wären derer so wenig an der Zahl und eine Debatte darüber daher nicht angesagt; aber es kann ja wohl nicht sein, dass es erst einer gewissen, absurden, willkürlich festzulegenden Anzahl bedarf, um darüber zu diskutieren … Mein Sohn, 9, kennt diesen Anblick, seitdem er in der KiTa war, und fragte mich, wie immer wieder völlig erstaunt: „Mama, wieso verkleiden die sich als Ninja? Spielen die Karneval?“ „Ninja“! 😉 Es ist ja noch nicht 11.11., und ab da ist man im Rheinland das Absurdeste auf den Straßen gewohnt. Ich hab erst gelacht, aber der Hintergrund ist ja Ernst. Selbst Kinder bemerken von ganz alleine intuitiv, dass da „was nicht stimmt“: „Warum verdeckt dort jemand sein Gesicht?“

    Und ich muss dann wieder versuchen zu erklären, warum jemand so rumläuft, welches Frauen- und Männerbild dahinter steckt, und Begriffe wie Gleichberechtigung, Grundgesetz und Fundamentalismus erklären. Nunja, vielleicht sollte ich das als politische Grundbildung für mein Kind sehen, uff. Und warum ich diesen Aufzug nicht gut heiße; sondern mich ganz im Gegenteil davon angewidert fühle und es mich wütend macht. Mein Sohn darauf „Mama, in der Schule sagen sie, dass alle Kulturen gut sind, und dass die Deutschen so arrogant sind!“ Der Herr gebe mir Geduld, aber zackig.

    • limbischessystem schreibt:

      Alle Kuluren schon; dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Kultur und Unkultur. Um kultuviert zu werden, bedarfs es schon einiger Anstrengung. Aber ehrlich gesagt, ich kann mir überhaupt nicht vorstlelen, wie es heutzutage in Kindergärten und Schulen zugeht, wenn dieser fundamentale Unterschied eingeebnet oder geleugnet wird. Oder wird den Kinder etwa beigebracht, daß Frauenverachtung zu einer Kultur, welcher auch immer, gehören kann? Dann ist es vorbei! Da kann man sich wirklich nicht mehr in Geduld fassen.

    • Praecox schreibt:

      „Selbst Kinder bemerken von ganz alleine intuitiv, dass da „was nicht stimmt“: „Warum verdeckt dort jemand sein Gesicht?“

      Quatsch. Wären alle Frauen verschleiert und eine nicht, würde das Kind ebenfalls denken, dass „da was nicht stimmt“. Kinder halten für normal, was Norm ist, nicht, was richtig ist. Der Rest ihrer Kommentare ist frei erfunden. Ob ihr Sohn (9) eines Tages bemerkt, dass etwas nicht stimmt, wenn ihm seine eigene Mutter Worte in den Mund legt, die er nie sprach?

      • Melanie schreibt:

        Nix erfunden. Original-Zitat meines Sohnes „…. warum als Ninja verkleidet?“ Und PS: Bei uns ist es eben nicht die Norm, sein Gesicht zu verdecken. Wir leben nicht in Saudi-Arabien, und da bin ich als Frau auch sehr froh drüber.

        • Praecox schreibt:

          „Nix erfunden. Original-Zitat meines Sohnes „…. warum als Ninja verkleidet?“

          Eben. Ihr Sohnemann sieht einen Ninja, das japanische Pendant zum muslimischen Assasinen/ Attentäter. Er empfände das im Karneval als normal und wundert sich über so einen Anblick außerhalb der fünften Jahreszeit. Was er nicht sieht, ist das, was Sie phantasiereich erfinden, nämlich Dikrininierung und Unterdrückung. Das sieht er nicht. Ihr Sohn sieht etwas aus seiner Welt. Die moralischen Implikationen haben Sie dazuerfunden um hier Ihren Wertvorstellungen den Anschein gottgegebener Natürlichkeit zu verleihen. Damit bewegen Sie sich argumentativ auf Glatteis. Klären Sie den Neunjährigen doch über das Wesen der Ninjas auf, das kann er verstehen. Die waren Mörder im Dienste eines feudalen Systems. Oder Sie verkleiden sich im nächsten Karneval als Djihadi John, das kommt ungefähr auf dasselbe raus.

          • Melanie schreibt:

            Karneval ist Karneval, findet statt in Schule/Verein/Halle, geplante und organisierte Veranststaltungen. Und JA: Ich finde es durchaus wichtig, meinen Kindern Moral- und Wertvorstellungen mit an die Hand zu geben! Ist quasi (m)ein Erziehungsauftrag. Und da gehört eben nicht dazu, dass jemand permanent sein Gesicht verdeckt/versteckt. (Ihr Gesicht, es ist ja das Gesicht der Frauen, das verdeckt werden muss; nicht etwa Seins, das Gesicht der Männer, nicht etwa fiftyfifty!) Man(n) läuft auch nicht nackig durch die Stadt. (Da wären wir wieder bei Buurman). Oder ginge topfrei in die Schule. Es gibt eben gewisse Punkte in unserer Gesellschaft, auf die man sich geeinigt hat. Punktum. Und darüber bin ich sehr froh.

          • Praecox schreibt:

            „Und JA: Ich finde es durchaus wichtig, meinen Kindern Moral- und Wertvorstellungen mit an die Hand zu geben! Ist quasi (m)ein Erziehungsauftrag.“

            Ihr gottgegebener Auftrag? Oder wer hat Sie beauftragt?

    • HM schreibt:

      Melanie schreibt:

      „Mein Sohn, 9,
      … ich muss dann wieder versuchen zu erklären, warum jemand so rumläuft, welches Frauen- und Männerbild dahinter steckt, und Begriffe wie Gleichberechtigung, Grundgesetz und Fundamentalismus erklären“

  3. Heimchen am Herd schreibt:

    „In einer Gesellschaft, in der ich gezwungen werde, mein Geschlechtsteil in der Öffentlichkeit zu verbergen, kann ich erwarten, dass in der selben Öffentlichkeit wenigstens die Gesichter frei sichtbar sind.“

    Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll?

    Mir ist leider überhaupt nicht zum Lachen zu Mute!

  4. anti3anti schreibt:

    Wieso Gesicht? Brust!

  5. limbischessystem schreibt:

    Aber es geht doch nicht um dei Gesichter, als vielmehr um die magischen Haare gewisser Geschlechter. Ich jedenfalls mag diese Stoffverhüllungen im Straßenbild nicht mehr missen, am schönsten finde ich die mit dem Stoffgitter vor den Augen. Ist doch schon zu evident zu haben, wie sehr die Frauen vom islamesischen Mann verachtet werden. Noch schöner, wie das vom Grün-Rot-Gemisch affimiert wird.

  6. Sophist X schreibt:

    In einer Gesellschaft, in der ich gezwungen werde, mein Geschlechtsteil in der Öffentlichkeit zu verbergen, kann ich erwarten, dass in der selben Öffentlichkeit wenigstens die Gesichter frei sichtbar sind.

    Das klingt irgendwie klug, ist aber Nonsens.

    • Kwezi schreibt:

      Nö. Es ist richtig. Es gibt nämlich durchaus Kulturen, hauptsächlich um den Äquator herum, in denen primäre und sekundäre Geschlechsmerkmale offen gezeigt werden. Papuas dürfen hier bei uns nicht mit ihrem Penisrohr rumlaufen, Melanesierinnen – sebst Inhaberinnen eines US-Passes aus Guam – nicht oben ohne. Zu Hause gehen sie – in den USA! – so in den Supermarkt oder zum Dinner.
      Wenn die Saudis Papuanern gestatten, in ihren traditionellen „Bekleidung“ durch ihre Malls zu streifen, ziehe ich meine Vorbehalte gegen Vogelscheuchen in unseren Fußgängerzonen zurück.

      • bevanite schreibt:

        Vermischen Sie hier nicht saudisches, deutsches und neuguinesisches Recht? Was kümmert es uns, wenn die Saudis irgendwas festlegen? Egal ob sie nun Neuguinesen erlauben, nackt durch Malls zu ziehen oder ob sie ihre Frauen zu einem Schleierzwang verurteilen – wir sollten uns nicht am politischen System Saudi-Arabiens orientieren. Die Logik „Erst wenn die das und das erlauben, dann machen wir es auch“ hat sich mir noch nie erschlossen.

        Papuas dürfen hier bei uns nicht mit ihrem Penisrohr rumlaufen…

        Ist das so? Ich meine in dem Sinn, dass es ein Gesetz dagegen gibt? Ich behaupte mal, dieser nackt rumlaufende Strohmann wäre bestenfalls eine Belustigung für die Smartphone-Zombies und ein YouTube-Hit, aber kein Fall für die Polizei. An Stränden gibt es eigene FKK-Bereiche, aber hätte jemand ernsthafte juristische Konsequenzen zu befürchten, wenn er nackt zur Arbeit geht? Ist nur eine hypothetische (und zu den momentanen Temperaturen passende) Frage, juristisch bin ich mir da nicht sicher.

      • Sophist X schreibt:

        Viel zu sehr en detail oder auch subtil, geschätze(r) Kwezi:
        Die Folgerungskette
        ‚weil ein Körperteil verhüllt ist, soll ein anderes sichtbar sein‘
        ist, ich nannte das Wort: Nonsens. Es gibt keine logische Bedingtheit.
        Man könnte eine Bedingtheit konstruieren, aber da landen wir in besagten, breit gefächerten Sitten und Traditionen.

        • Kwezi schreibt:

          Es gibt, da stimme ich zu, Sophist X, keine Formel und keinen zwingenden Schluss, der zu dem von Gerd – der Knabe hat übrigens eindeutig Migrationshintergrund, nämlich niederländischen oder westfriesischen! – formulierten Postulat führt. Man muss es im Kontext zu dem Beruf sehen, mit dem er seine Brötchen verdient: Zur Schauspielerei gehört zwingend ein Hang zum Exhibitionismus. Ich selbst hege nicht den Wunsch, mit wedelnder Banane durch die Stadt zu flanieren. Nonsens wäre mithin bezogen auf mich zutreffend, auf Gerd aber nicht.
          BTW, off topic
          Kwezi (andere Schreibweisen Kwasi, Kwesi, je nach früheren Kolonisierern und Kolonisiererinnen) ist ein in Schwarzafrika und der Karibik verbreiteter männlicher Vorname. Danke für das Interesse. Wie die Migrahus Barack Hussein Obama und Götz Haidar Aly führe ich zudem einen ziemlich kriegerischen germanischen Vornamen.

  7. Thomas schreibt:

    Richtig. Dann sollte Ihre Stimme wohl der CDU gehören. Frau Klöckner hat genau diesen Appell gestern bei „Hart aber fair“ mehrfach geäußert. Aber die Zeitnähe Ihrer Äußerung zu der von Frau Klöckner wird wohl ohnehin kein Zufall sein. Zumindest eine Referenz auf sie wäre wohl angebracht gewesen.

  8. mattie schreibt:

    Ob Burka/Nikab oder nicht, früher oder später kommt eh das allgemeine Vermummungsverbot, damit uns die ganzen Gesichtserkennungskameras jederzeit orten können. Dann ist diese Frage direkt miterledigt.

  9. Hessenhenker schreibt:

    Khola Maryam Hübsch in „hart aber fair“: die Burka ist der neue Punk.
    NIEMAND verbietet, Geschlechtsteile auf Burkas zu drucken.
    Auch Männer sollten Burka tragen, ist doch der neue Punk.

Seid gut zueinander!

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