Lachen statt verbieten

Die ganzen Debatten darüber, ob man Formen des Kopftuchs oder der Hate Speech verbieten soll, sind völlig überflüssig. Es gibt ein ganz einfaches Mittel im Umgang damit: Lachen!

Es gibt die verschiedensten Gründe, eine Kopfbedeckung anzuziehen, aber die Mode damit zu begründen, dass Gott einen Feldherrn ganz besonders lieb gehabt haben soll und man diese göttliche Zuneigung mit einer besonderen Kopfbedeckung zeigen möchte, ist schon besonders kurios. Stellen Sie sich einfach mal folgenden Dialog vor:

A: Warum ziehst Du dich so komisch an?

B: Komisch?

A: Na, die Kopfbedeckung.

B: Die ist nicht komisch. Das beleidigt mich.

A: Tut mir leid.

B: Schon gut.

A: Und?

B: Und was?

A: Warum trägst Du die Kopfbedeckung?

B: Weil ich Napoleon verehre.

A: Den Feldherrn?

B: Ja!

A: Ist heute irgend ein Gedenktag bezüglich Napoleon?

B: Nein. Ich gehe jeden Tag so aus dem Haus.

A: Jeden Tag?

B: Ja!

A: Warum?

B: Weil ich zeigen will, dass ich Napoleon verehre.

A: Okay. Aber warum unter all den Feldherrn gerade ihn?

B: Weil Gott es so will.

A: Gott?

B: Ja!

Egal ob der Feldheer Napoleon oder Mohamed heißt, es ist albern, die Mode nach diesen Kerlen zu richten, um damit einen unsichtbaren Freund zu huldigen. Welcher Feldherr darf es denn heute sein? Cäsar? Hitler? Ja, in Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte (Artikel 2). Auch die Männer dürfen Kopftuch und Burka tragen (Artikel 3). Sie dürfen damit jedem Gott huldigen (Artikel 4). Aber, über all das darf jeder auch lauthals lachen (Artikel 5)!

Es ist respektlos, das Lachen verbieten zu wollen!

Das Problem bei der ganzen Debatte ist somit nicht das Kopftuch oder der Niqab. Es ist egal, was sich Frauen über ihre Köpfe und Körper ziehen. Viel wichtiger ist, was in den Köpfen drin ist! Das Problem sind die vielen Menschen, die glauben, es sei in irgendeiner Form respektvoll, sich nicht über das Kopftuchtuch lustig zu machen.

Mich erinnern Frauen, die Kopftuch tragen an unbeschnittene Penisse. Das Kopftuch ist wie eine Vorhaut, die sich über das Gesicht legt. Sie zieht sich nur zurück beim Waschen und beim Sex. Ob sich darunter auch Smegma sammelt? Metaphorisch gesprochen! Man fragt sich ja schon, was darunter ist.

Bei einer Burka bin ich völlig ahnungslos. Darunter könnte eine Frau sein, aber auch ein Mann, vielleicht sogar ein Spanner, jemand, der unbemerkt auf die Frauentoilette oder in die Damenumkleidekabine gelangen möchte. Ich glaube, in den meisten Fälle steckt darunter Günter Wallraff, der gerade an sein neues Buch arbeitet: „Ganz drunter“

Ein Vorteil aber hat das Kopftuch: Selten war Travestie leichter. Kopftuch drüber, fertig. Die Schwulenparade kann kommen. Nicht mal ein leichter Bart stört bei einem Kopftuch die Authentizität.

Auf diesem Bild trage ich das Kopftuch übrigens, um damit die Kriegerin Penthesilea zu ehren. Die Göttin Athena hat mir zugeflüstert, das zu tun!

Was machden wir eigentlich, wenn Nazis sagen würden, Gott hätte ihnen zugeflüstert, ihre Frauen müssten Hakenkreuze auf ihren Köpfen tragen? Genössen sie auch dann den Schutz nach Artikel 4? Kämen sie sogar mit dem Judenhass davon wie heute manch ein Islamist? Was, wenn die Nazis einfach erklären, in der Bibel und im Koran stünden auch schlimme Sachen und darum dürfe man „Mein Kampf“ nicht anders behandeln? Man müsse einfach alles im Kontext lesen, weil „Heil Hitler“ bedeute Frieden und überhaupt, wer kein Deutsch kann, könne „Mein Kampf“ eh nie richtig verstehen.

Und da sind wir schon beim nächsten Thema. Hate Speech müsste auch nicht verboten werden, wenn wir alle mehr lachen würden. Wer Hate Speech verbietet, verbietet damit nämlich nicht Hate Thoughts! Nur weil ich jemandem verbiete, etwas zu sagen, hört er nicht auf, dieses Etwas auch zu denken. Sein Hass wird durch ein Verbot von Hate Speech nicht gemindert.

Ein Verbot von Hate Speech führt jedoch dazu, dass der Hass erst sichtbar wird, wenn es zu einer Handlung gekommen ist. So offenbart erst der Hate Act den Hass. Dann aber ist es oft zu spät!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Kneipe und da sitzt ein Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten ist. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen, er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hate Speech fällt, Sie würden erst ein wenig small talken, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben und alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und ein Verbot von Hate Speech Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist, nämlich ein gottverfluchter Nazi. Ich weiß lieber, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet.

Ein Verbot von Hate Speech beraubt mich um einen wichtigen präventiven Schutzmechanismus, nämlich das Innere eines Menschen zu erkennen, in dem ich ihn einfach nur beobachte, ihn mir anschaue. Ein Verbot von Hate Speech geht somit zu Lasten der Gehassten, weil sie so den Hater nicht rechtzeitig erkennen und sich vor ihm schützen können. Hate Speech ist Meinungsfreiheit, die dem Gehassten mehr nutzt als dem Hassenden.

Ein Verbot von Hate Speech macht uns blind für das, was wirklich in der Gesellschaft vor sich geht. Wer alles ausklammert, was ihm nicht gefällt, wer Menschen ausschließt, weil sie vermeintliche oder tatsächliche Hate Speech begehen, wird eines Abends gegen 18 Uhr bei der ersten Wahlprognose aus dem Sessel fallen, weil in der geheimen Wahlkabine die Menschen ihre Hate Thoughts in ein defintives Kreuz verwandelt haben. Man hat all diese Menschen nicht kommen sehen, man konnte sich nicht mit ihnen auseinandersetzen, konnte ihnen nicht entgegentreten, ihnen nicht widersprechen, alles nur, weil sich diese Menschen nicht zu erkennen geben durften. Sie vermehrten sich im Verbotenen, im Verborgenen, im Geheimen.

Hate Speech zu verbieten ist so effektiv, wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und dann glaubt, die Gefahr sei verschwunden. Dabei wäre es so einfach zu lachen!

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6 Antworten zu Lachen statt verbieten

  1. D.M.Ackermann schreibt:

    hallo , ich versuche mir mal hier Rat zu holen. Mein Fall ist entspringt nicht der Virtuallität des Internets, sondern wird gerade vor den Arbeitsgericht Frankfurt verhandelt. Also weniger Kulturkritik als ein Stück Alltag. Ich habe mir als Busfahrer DB im April die Provokation erlaubt, eine Vollverschleierte stehen zu lassen. Der link dazu:
    http://salafismusdeutschebahn.blogspot.de/?view=classic&m=1
    Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich das verlinke. Meine Vorgesetzten sind aktive Salafisten. Steht alles dort. Interessiert allerdings niemanden. Ich bin einigermaßen ratlos.

  2. Tourix schreibt:

    Eine Burka ist wirklich praktisch. Man kann eine Bank überfallen, ohne erkannt zu werden.

  3. Forbes schreibt:

    Wer ist denn diese Frau da auf dem Bild – kann sie das Gesicht nicht ganz bedecken? Sieht ja schrecklich aus so.

  4. Eitan Einoch schreibt:

    Es gibt genügend Länder, wo Frau problemlos Burka und Nikab tragen kann. Wer sich gern freiwillig versklaven lassen möchte, soll es gefälligst dort tun. Europa sollte burka- und nikabfreie Zone sein!

Seid gut zueinander!

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