Die FDP kommt zurück!

„Es rettet Dich kein höheres Wesen,
Kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun,
Dich aus dem Elend zu erlösen,
Kannst Du nur selber tun!“

Am 22. September 2013 flog die FDP im hohen Bogen aus dem Bundestag raus. Zu Recht! In 2014 flog die FDP zudem aus vielen Landesparlamenten. Ebenfalls zu Recht! Die FDP hatte sich zu sehr von ihren Grundsätzen entfernt:

„Der Liberalismus ist eine Philosophie der Freiheit, die dem einzelnen Bürger, seiner menschlichen Würde und seinen Menschenrechten der Freiheit und Gleichheit Vorrang vor der Macht des Staates einräumt. Liberalismus will die größtmögliche Freiheit des Einzelnen. Die Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenze an der Freiheit der anderen. Deshalb sind individuelle Freiheit und Verantwortung für sich selbst untrennbar. Individuelle Freiheit erfordert ebenso die Bereitschaft, Mitverantwortung für andere zu übernehmen. Liberalismus will Freiheit zur Verantwortung anstatt Freiheit von Verantwortung. Freiheit ist nicht Egoismus. Freiheit ist Verantwortung.“

Jetzt aber kommt die FDP langsam zurück. Sie besinnt sich eben wieder auf ihre Grundsätze:

„Für Liberale verläuft die politische Grenze nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen freiheitlich und autoritär.“

„Die liberale Bürgergesellschaft denkt kosmopolitisch, handelt europäisch, wurzelt in nationaler und regionaler Identität. Freiheit bedeutet nicht gesellschaftliche Vereinzelung, Egoismus und Bindungslosigkeit. Liberale treten dafür ein, daß Bindungen freiwillig und selbst bestimmt eingegangen werden. Für Liberale sind alle Lebensgemeinschaften wertvoll, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Verantwortungsgemeinschaften dürfen nicht diskriminiert werden; rechtliche Benachteiligungen für neue Verantwortungsgemeinschaften müssen abgeschafft werden.“

„Liberale treten für mehr Freiheit für mehr Menschen ein und wissen, dass sie damit mehr Verantwortungsbereitschaft verlangen. Liberalismus vertraut auf den Willen und die Fähigkeit des Menschen, in eigener Verantwortung zu entscheiden und zu handeln. Für jeden Einzelnen gibt es Situationen, in denen er auf Hilfe angewiesen ist. Die Hilfe zur Selbsthilfe greift in die eigene Freiheit und Verantwortung am wenigsten ein. Sie ist daher die menschlichste und menschenwürdigste Form der Hilfe. Liberale setzen auf den mündigen Bürger, nicht auf den Vormundschaftsstaat mit Rundumbetreuung. Liberale muten den Bürgern mehr zu, weil sie ihnen mehr zutrauen.“

„In Deutschland hat sich die Politik immer mehr daran orientiert, was bei den Betroffenen gut ankommt, was gefällt. Sie hat sich zur Gefälligkeitspolitik entwickelt, bei der es nicht mehr darauf ankommt, ob eine Entscheidung gut oder schlecht ist, sondern nur noch darauf, ob sie ankommt oder nicht. Die Gefälligkeitspolitik, die allen alles verspricht, ist unfinanzierbar und kann daher nicht halten, was sie verspricht. Der Bürokratiestaat bevormundet den Bürger. Liberalismus will Menschlichkeit durch Vielfalt. Freiheit ist Vielfalt. Vielfalt in der Marktwirtschaft heißt Wettbewerb. Vielfalt in der Gesellschaft heißt Toleranz. Die Dynamik der Freiheit entfaltet sich gleichermaßen auf dem Markt der Ideen, Entwürfe und Lösungen, wie auf dem Markt der Interessen und Güter. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit sind unteilbar. Liberale treten dem Vorurteil entgegen, das wirtschaftliche Freiheit für rechts hält und gesellschaftliche Freiheit für links.“

„Die FDP trägt Verantwortung für das, was war, was ist und das, was wird! Mittlerweile hat sich in Deutschland die Illusion verbreitet, der Einzelne besitze die persönliche Freiheit, und der Staat trage die Verantwortung und könne Freiheit und Sicherheit in allen Lebenslagen garantieren, ohne dass die Menschen dafür selbst Verantwortung übernehmen müssen. Verantwortung wurde verstaatlicht. Solidarität ist zur staatlichen Dienstleistung verkommen.“

„Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger gewähren dem Staat Einschränkungen ihrer Freiheit.“

„Marktwirtschaft braucht eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft. Eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft braucht Marktwirtschaft. Liberale wollen Markt und Wettbewerb in der Wirtschaft ebenso wie den Markt der Meinungen, den Wettbewerb der Ideen und die Vielfalt der Lebensformen in der Gesellschaft. Denn Freiheit ist Vielfalt.“

„Jeder Mensch hat das Recht, seine Lebensziele zu bestimmen, nach seinem Glück zu streben, seine Chancen zu suchen, um seine Neigungen und Begabungen zu entwickeln – alleine oder in frei gewählten Gemeinschaften. Jeder hat ebenso das Recht, auf die Frage nach dem Sinn und den Werten des Lebens seine eigenen Antworten zu suchen. Er kann sie in den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsgemeinschaften finden. Grundlage der offenen Bürgergesellschaft ist darum die Freiheit des Gewissens, des Bekenntnisses und der Religion.“

Da das alles bestimmende Thema in Deutschland gerade die Flüchtlingspolitik ist, hier die klare Antwort der FDP:

„In der liberalen Bürgergesellschaft ist es nicht die Aufgabe des Staates, die Bürger ihrer Probleme zu “enteignen”. Die Bürger regeln ihre Angelegenheiten in Freiheit und Verantwortung selbst. Wo der Bürger staatliche Entscheidungen braucht, müssen diese so nah am Bürger wie möglich getroffen werden: Vorrang hat die Gemeinde, erst dann folgen das Land, der Bund und die Europäische Union. Die jeweils höhere Entscheidungsebene darf nur regeln, was die untere Ebene nicht besser regeln kann. Subsidiarität heißt für Liberale: Vorrang für die kleinere Einheit.“

Das wäre doch mal ein Schritt. Alle Kommunen werden gefragt, wieviele Flüchtlinge sie aufnehmen möchten und können. So hätte Deutschland wenigstens schon mal eine Obergrenze der Bereitwilligkeit. Denn nur so läuft freiheitliche Verantwortung: Mit der Bereitschaft der Individuen!

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44 Antworten zu Die FDP kommt zurück!

  1. Eitan Einoch schreibt:

    Was bitteschön hat sich denn seit der Ära Westerwelle geändert? Ich sehe keinerlei Unterschied abgesehen von den Gesichtern. Abgesehen davon, dass mir der Liberalismus hierzulande zu zahm, zu wenig wahrhaft rüberkommt. Sorry, nein! Große Reden halten kann jeder, konnte die FDP schon vor ihrem wohlverdienten Rausflug aus dem Bundestag.

  2. Hein schreibt:

    Christian Lindner hat allen Funktionsträgern der FDP verboten, mit der AfD öffentlich zu diskutieren. Sieht so eine liberale Partei aus? Da hatte Dahrendorf seinerseits mehr Mut. Er diskutierte auch mit Rudi Dutschke.

  3. ceterum censeo schreibt:

    „In der Sitzung der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vom 15. September 2016 haben in namentlicher Abstimmung alle Stadtverordneten von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken einen Antrag der AfD-Fraktion abgelehnt, Pädophile in der Paulskirche nicht sprechen zu lassen. In dem Antrag wurde der Name Cohn-Bendit bewusst nicht erwähnt. Folglich haben die Vertreter der genannten Parteien kein Problem damit, dass an diesem traditionsreichen Ort der deutschen Demokratie auch Pädophile ans Rednerpult treten können. Angenommen wurde der Antrag von den sieben anwesenden AfD-Stadtverordneten sowie den drei Stadtverordneten der BFF (Bürger Für Frankfurt).
    Quelle: pi-news.net

    Wer Blogparteien und deren Kandidaten der Nationalen Front, einschließlich o.g. sogenannter FDP wählt oder ihnen sein oder ihr Vertrauen schenkt, verrät seine Mitmenschen und eventuell vorhandene Kinder und Enkelkinder. Selbige werden, sofern sie die Folgen dieses Verrates in der Zukunft überleben, wahrscheinlich auf das Grab des Verräters urinieren werden.
    Wer tausendmal lügt, dem darf man nicht mehr glauben.
    Gute Nacht.

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Nicht nur die kreative Rechtschreibung („Blogparteien“) und die nicht ganz biodeutsche Syntax („Selbige werden (…) wahrscheinlich auf das Grab des Verräters urinieren werden.“) lassen vermuten, dass der Verfasser den Einzug seiner Lieblingspartei ins Abgeordnetenhaus mit einigen Gläschen zu viel gefeiert hat.
      Ansonsten beweist er ein geradezu kindliches Vertrauen, das mit Enttäuschungen nicht zurechtkommt: Politiker lügen? Nein, ehrlich? Warum hat ihm das zuvor keiner gesagt?
      Da muss man ja förmlich die AfD wählen, anders würde man ja zum Verräter an „seinen Mitmenschen“ ( es muss „Verräter am Volk“ heißen, das muss auch bei 1,5 Promille sitzen) resp. zum Verräter an Kindern und Enkelkindern. Es ist diese Haltung der Ausschließlichkeit, die zeigt, wie nah sich Jihadisten und Islamophobe im Denken sind.
      Und was wird er machen, wenn die AfD, was sich wohl kaum vermeiden lassen wird, als Regierungspartei in einer Koalition Kompromisse eingehen wird, die ihm nicht behagen?

    • besucher schreibt:

      die AfD hat ihren Mitgliedern das bloggen verboten. Daher ist sie keine Blogpartei.

      • ceterum censeo schreibt:

        Tschuldigung, der geht auf mich. 🙂
        Aber zu feiern gibt es nichts mehr. Schön zwar, daß ein paar Menschen inzwischen den Hasardeuren (nennen wir sie eben so, da die Bezeichnung Verräter wohl auch Nazi ist) ihre Stimme entziehen, aber der Zug ist wohl abgefahren. Das Land ist ruiniert. Wahlen können daran nichts mehr ändern.

        • besucher schreibt:

          Wenn CETA und TTIP kommen dann kann es sein dass das Land durch Klagewellen ruiniert wird. Ansonsten: Müssten sie Privatinsolvenz anmelden?

          • A.S. schreibt:

            Privatinsolvent bin ich nicht. Aber ich werde vmtl. auch nicht aufgund von TTIP und CETA verklagt werden. Damit kann ich nach deiner Logik nicht mehr glaubwürdig gegen TTIP und CETA sein?

  4. Sophist X schreibt:

    Das wäre doch mal ein Schritt. Alle Kommunen werden gefragt, wieviele Flüchtlinge sie aufnehmen möchten und können.

    Möchtenkönnen: Vielleicht null. Und dann?

  5. ceterum censeo schreibt:

    Düsseldorf – 17 Jahre war er Landtagsabgeordneter, sieben davon Fraktionsvorsitzender der Liberalen und zuletzt fünf Jahre Vizepräsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Dr. Gerhard Papke, liberales Urgestein aus dem Rhein-Sieg-Kreis, wird bei der Landtagswahl am 14. Mai kommenden Jahres nicht mehr antreten. Das teilte er gestern Abend den Gremien seiner Partei mit. Doch Papke wäre nicht Papke, wenn er nicht mit einem Paukenschlag ginge: „Ich bin vom aktuellen FDP-Kurs nicht hinreichend überzeugt, um meine Partei auch bei den nächsten Wahlen exponiert zu vertreten.“

    Die FDP sei immer eine Partei der Weltoffenheit und Toleranz gewesen, gleichermaßen aber mit fester Verankerung in einer „gewachsenen bürgerlichen Werteordnung“. Beschlüsse wie für die generelle Einführung von Mehrfachstaatsbürgerschaften oder die Freigabe von Rauschgift widersprechen meiner persönlichen Überzeugung und rücken die FDP innenpolitisch nach links. Damit werde der Weg für Ampelkoalitionen mit SPD und Grünen erleichtert, wie zuletzt in Rheinland-Pfalz. Papke: „Das halte ich auch strategisch für einen Fehler. Starke Kräfte in der FDP bewerten diese Frage anders.“

    Gerade weil die CDU bei vielen Themen von der SPD kaum mehr zu unterscheiden ist, wäre es nach Papkes Auffassung Aufgabe der Freien Demokraten, enttäuschten bürgerlichen Wählern eine neue Heimat zu bieten. Aber dazu gehörte eine wirklich klare Haltung gegen die ungesteuerte Massenzuwanderung nach Deutschland und die Bereitschaft zur nationalen Sicherung unserer Grenzen. Der FDP-Politiker weiter: „Wir müssen endlich wieder wissen, wer zu uns kommen will, und wir müssen entscheiden können, wen wir ins Land lassen. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz vor Terroristen: „Der Zustrom Hunderttausender junger Männer aus rückständigen, islamisch geprägten Gesellschaften, denen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern völlig fremd ist, gefährdet unsere offene Gesellschaft.“

    Gefunden bei Quotenqueen

  6. Nordland schreibt:

    Interessant, Herr Buurmann, wie sie sich an die FDP klammern. Das erlebt man in Variationen öfter heutzutage, und es klingt in meinen Ohren fast wie einer Rechtfertigung. Das Unionsmitglied, das Merkels schlimme Fehlentscheidung von letztem Jahr krampfhaft damit erklärt, sie habe keine andere Wahl gehabt, der Grünen-Anhänger, der natürlich weiß, dass das mit den Flüchtlingen schwierig sei, aber die Menschen nun mal da seien und man sie nicht abweisen könne, der Liberale, der dank fehlender Präsenz seiner Partei in den letzten Jahren so tut, als habe die FDP irgendwelche Konzepte, die sie von den anderen Einheitsparteien unterscheide, der Protestwähler, der meint, seine Linken könnten doch TTIP verhindern und dann ginge es aller Welt gut und der Flüchtlingsstrom versiege von alleine usw.

    Aller rechtfertigen sie sich. Und zwar dafür, eine der Blockparteien zu wählen. Dieser Begriff mag überzogen klingen, jedoch gibt es aktuell nur eine demokratische Partei, die bei dem systematischen Wahnsinn (offene Grenzen, Islamisierung Europas, billionenschwere Eurorettung, Übernahme nationaler Kompetenzen durch Brüssel usw.) nicht mitmacht und offen für einen Politikwechsel eintritt. Und das ist die AfD.

    Und wir alle werden später gefragt werden, was wir damals getan haben. Und keiner wird behaupten können, er habe von nichts gewusst.

    • Ebse schreibt:

      Nicht zu vergessen und ganz wichtig, die systematische Wahnsinnstheorie des menschengemachten Klimawandels.

  7. Nordland schreibt:

    Ich hörte heute Abend eine Analyse, wie die FDP einen so hohen Wert erreichen konnte. Es gab so viele Protestwähler und die Leute dachten, die FDP sei eine neue Partei.

    • besucher schreibt:

      wahrscheinlich waren das betrunkene AfD-Wähler die sich verkreuzelt haben. Sonst wäre die nochg viel stärker geworden.

  8. ceterum censeo schreibt:

    Düsseldorf – 17 Jahre war er Landtagsabgeordneter, sieben davon Fraktionsvorsitzender der Liberalen und zuletzt fünf Jahre Vizepräsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Dr. Gerhard Papke, liberales Urgestein aus dem Rhein-Sieg-Kreis, wird bei der Landtagswahl am 14. Mai kommenden Jahres nicht mehr antreten. Das teilte er gestern Abend den Gremien seiner Partei mit. Doch Papke wäre nicht Papke, wenn er nicht mit einem Paukenschlag ginge: „Ich bin vom aktuellen FDP-Kurs nicht hinreichend überzeugt, um meine Partei auch bei den nächsten Wahlen exponiert zu vertreten.“

    Die FDP sei immer eine Partei der Weltoffenheit und Toleranz gewesen, gleichermaßen aber mit fester Verankerung in einer „gewachsenen bürgerlichen Werteordnung“. Beschlüsse wie für die generelle Einführung von Mehrfachstaatsbürgerschaften oder die Freigabe von Rauschgift widersprechen meiner persönlichen Überzeugung und rücken die FDP innenpolitisch nach links. Damit werde der Weg für Ampelkoalitionen mit SPD und Grünen erleichtert, wie zuletzt in Rheinland-Pfalz. Papke: „Das halte ich auch strategisch für einen Fehler. Starke Kräfte in der FDP bewerten diese Frage anders.“

    Gerade weil die CDU bei vielen Themen von der SPD kaum mehr zu unterscheiden ist, wäre es nach Papkes Auffassung Aufgabe der Freien Demokraten, enttäuschten bürgerlichen Wählern eine neue Heimat zu bieten. Aber dazu gehörte eine wirklich klare Haltung gegen die ungesteuerte Massenzuwanderung nach Deutschland und die Bereitschaft zur nationalen Sicherung unserer Grenzen. Der FDP-Politiker weiter: „Wir müssen endlich wieder wissen, wer zu uns kommen will, und wir müssen entscheiden können, wen wir ins Land lassen. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz vor Terroristen: „Der Zustrom Hunderttausender junger Männer aus rückständigen, islamisch geprägten Gesellschaften, denen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern völlig fremd ist, gefährdet unsere offene Gesellschaft.“

    gefunden bei NRW Jetzt

  9. unbesorgt schreibt:

    Ich habe derzeit leider den Verdacht, dass die FDP nur zu gern beim Merkelschen Meinungssozialismus mitmischen würde, wenn man sie nur fragen täte. Tut nur keiner. Für eine Partei – so klein sie mittlerweile auch sei – die eigentlich schon per Satzung zur Verteidigung der Marktwirtschaft aufgerufen ist, kommt sie mir doch immer noch viel zu zaghaft rüber. Ich stimme Dir zu, was das Come-Back angeht, Gerd. Weniger optimistisch bin ich aber in der Frage, ob sich die FDP am Ende nicht doch wieder korrumpieren lässt, um bei der „Nationalen Front“ die „Reihen fest geschlossen“ zu halten.

  10. Forbes schreibt:

    Gerd, träum schön weiter.
    Aber nach dem Aufwachen Dein Hirn wieder anschalten. Funktioniert doch sonst eigentlich ganz gut.

  11. A.S. schreibt:

    „Das wäre doch mal ein Schritt. Alle Kommunen werden gefragt, wieviele Flüchtlinge sie aufnehmen möchten und können. So hätte Deutschland wenigstens schon mal eine Obergrenze der Bereitwilligkeit. Denn nur so läuft freiheitliche Verantwortung: Mit der Bereitschaft der Individuen!“

    Wenn die FDP das übernimmt hat sie meine Stimme. Und die Antifa am Hals. Und wird von Maas, Roth und Künast als ganz stark Nazi tituliert, Lindners Auto wird brennen und er früher oder später Torten ins Gesicht bekommen oder gleich die Faust.

    Wetter das trauen die sich nicht?

    • Anonymous schreibt:

      Also mich trifft der oben zitierte Absatz von Buurmann wie ein Hammer vor den Kopf. Wenn ich das mit seinen Beiträgen zur Massenmigration vor einem dreiviertel oder halben Jahr vergleiche … Respekt! Nur leider zu spät. Es wird fast niemand abgeschoben. Weitere Millionen sind auf dem Weg hierher, denn „es kann nicht sein, dass irgendwo etwas geschlossen wird“ (A. Merkel) und „Grenzen sind die schlimmste Erfindung der Politiker überhaupt“ (J.C. Juncker, zwischen dem 15. und 16. Glas Moselwein).

      Der heutige lange Tagebucheintrag von Michael Klonovsky in seinen acta diurna verdeutlicht noch einmal die Größenordnung des Verhängnisses.

      Ich muss immer an das Zitat einer Einwohnerin von Beslan denken, nach dem Massaker islamischer Terroristen an Hunderten von Schülerinnen und Schülern: „Wir waren glücklich und wussten es doch nicht.“

      Unsere alte Bundesrepublik ist vor einem Jahr untergegangen. Wir haben uns gekabbelt, waren meistens unzufrieden, und lebten doch im Paradies, wie uns erst jetzt in der Rückschau klar wird.

      Wie Wiley E. Coyote, der nach der Klippe noch ein Weilchen waagerecht — auf Luft — weiterläuft, glauben die Leute im Land mehrheitlich immer noch, „es wird schon nicht so schlimm kommen.“ Pustekuchen! Deutschland gehört nun zum Nahen Osten, wie uns eine Edelfeder der Zeitung Die Welt triumphierend unter die Nase reibt.

      Immerhin, ein passendes Goethe-Zitat lässt sich finden: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Tja, jetzt hat es olle Klonovsky zum Lieblingsautoren all derjenigen geschafft, die den „Untergang“ herbeireden, weil sie ihn klammheimlich herbeisehnen: „Wir schaffen das‘ ist die Neuauflage von ‚Die Partei, die Partei, die hat immer recht!‘ Die Invadierung deutschen Staatsgebietes durch Menschen, denen unsere sogenannten Werte egal und abschaffenswert sind, wird kurioserweise mit der Universalität dieser Werte begründet.“ Unter einer Invasion machen sie es nicht und Deutschland „gehört nun zum Nahen Osten“, weil von den 1,1 Millionen Asylsuchenden 2015 ungefähr 60% aus Syrien, Irak und Afghanistan kommen.
        Aber weiter: eine „selbstauslöschungsaffine Dynamik“ (was ein fundamentaler Käse!) werde, so Klonovsky, unweigerlich in den „Zusammenbruch“ führen, nach welchem „nicht mehr genügend junge Deutsche für den Neuanfang existieren“ werden.
        Hier will einer das Sprachrohr der Kleinbürger sein, die sich klein machen, weil sie sich nichts zutrauen und alle ihre Energie im Kampf gegen die verbrauchen sollen, die ihnen als Feinde angeboten werden. Und die Kleinbürger merken nicht einmal, dass es auch gegen sie und ihre bescheidenen Absicherungen geht, wenn Klonovsky einen angeblichen „Kommunalpolitiker einer großen Ruhrgebietsstadt“ zitiert, der von der „Alimentation der mehrheitlich Faulen durch den einlullenden und lähmenden Sozialstaat“ schwadroniert.

  12. Tourix schreibt:

    Mehr Menschen gehen wählen – sie haben eine Partei gefunden, die nicht denselben Einheitsbrei der etablierten Parteien verspricht und daher als Protestpartei ernt genommen werden kann.
    Die FDP dürfte den Status einer gemäßigten Protestpartei innehaben.

    • k.knerzje schreibt:

      Die FDP als gemäßigte Protestpartei! Ich lach mich tot. Bei der erstbesten Gelegenheit zum mitregieren und wenn Posten und Pöstchen verteilt werden, werfen sie alle Grundsätze über Bord.Deutschland ist nicht das Land klassischer Liberaler

      • Kwezi schreibt:

        Falsch. Sie hat vor einigen Jahren in Hessen und neulich in Baden-Württemberg auf Regierungsbeteiligung verzichtet.

        • Tiefseetaucher schreibt:

          Sie wurde in B.-W. nicht benötigt, da Grüne und CDU eine Mehrheit hatten. In Rheinland-Pfalz ist die FDP sofort bereit gewesen, sich ein Stück vom Regierungskuchen einzuverleiben.

          • Kwezi schreibt:

            Auch falsch. Die CDU hat in BW versucht, eine CDU/SPD/FDP-Regierung zu installieren. Mit den Grünen hat sie erst verhandelt, als die FDP sich verweigert hat.

  13. Ralf Weber schreibt:

    Wir brauchen in unserem Land wieder die gewissenhafte, vernünftige und ehrliche Mitte. Die Politik rutscht leider immer mehr an die Ränder.

    Erst jetzt las ich dieses Zitat von Charlotte Knobloch:
    „Sorgenvoll beobachte ich generell die Verrohung und Enthemmung hinsichtlich radikaler politischer Positionen, die sich insbesondere im Internet zeigen. Die digitalen Exzesse sind Menetekel für die fortschreitende Radikalisierung in der analogen Realität“

    • bevanite schreibt:

      Der frühere britische Premierminister Benjamin Disraeli sprach Ende des 19. Jahrhunderts mal von „two nations in one“. Das bezog er nicht auf den irischen Nationalismus, sondern auf die Spaltung zwischen Armen und Reichen. Ich habe das Gefühl, dass wir heuer eine ähnliche Spaltung haben (nicht nur in Deutschland), die allerdings mit den früheren politischen Konflikten nicht viel zu tun hat. Ich selbst und viele Leute, mit denen ich zu tun habe, stehen etwa für das komplette Gegenteil des AfD-Programms (die mir bekannten AfD-Wähler sind tatsächlich reine Protestwähler, die nicht so genau aufs Programm schauen). Und zwar nicht nur in Fragen der Zuwanderung, sondern in quasi allen Gebieten von Wirtschafts- und Sozialpolitik über Bildung bis hin zu eher detaillierten Themen wie Energiewende, Wehrpflicht, Gender Mainstreaming oder Verkehrspolitik. Aber scheinbar gibt es auch einige Leute, die durch die AfD in all diesen Punkten angesprochen werden. Anders als bei früheren Konflikten (Liberale gegen Konservative, Linke gegen Rechte, Hayekianer gegen Keynesianer etc.) scheint hier auch kein Konsens möglich zu sein. Der „Wir müssen jetzt aber mal mit denen reden“-Ansatz würde im Endeffekt zu keinen Kompromissen führen, denn beide Seiten haben in zu vielen Themen völlig konträre Standpunkte – eben two nations in one.

      • Anonymous schreibt:

        two nations in one

        Hätte nicht gedacht, dass ich einmal bevanite zustimmen würde. Aber so ist es.

        nicht nur in Fragen der Zuwanderung

        die hier ja fast täglich diskutiert werden, Argumente sattsam bekannt

        sondern in quasi allen Gebieten von Wirtschafts- und Sozialpolitik über Bildung bis hin zu eher detaillierten Themen wie Energiewende, Wehrpflicht, Gender Mainstreaming oder Verkehrspolitik.

        Auch das kann ich unterschreiben. Der eine Teil der Gesellschaft meint, einen Euro könne man nur einmal ausgeben, der andere, Geld wachse an Bäumen und Wohlstand müsse nur „gerecht“ verteilt werden, gerne auch an die, die von außen dazukommen und „teilhaben“ wollen, was ihnen nur Herzlose verwehren könnten.

        Energiewende: die einen meinen, Atom böse, Sonne und Wind gut, die anderen monieren, dass die sogenannten erneuerbaren Energieträger auf lange Zukunft nicht die Grundlast des Energiebedarfs übernehmen können und dass die Zwangssubventionen Abermilliarden kosten. Auch hier kein Kompromiss in Sicht.

        Wehrpflicht ist vielleicht die Ausnahme, für eine Freiwilligenarmee lassen sich Argumente finden, die auch manche Konservative akzeptieren.

        Gender Mainstreaming: Empfehle die Lektüre des Blogs von Hadmut Danisch. Kurz-Resümee: von allen Geschwätz-Wissenschaften die hohlste, es ist viel schlimmer, als man vermuten würde.

        Noch wird viel Konfliktpotential durch Geldzahlungen des hochverschuldeten Staates zugekleistert. Die Schuldenuhr sagt uns, dass dies nicht ewig so weitergehen kann, wird aber von den freigiebigen Umverteilern ignoriert.

        Tja, wie das Sprichwort sagt: der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Inzwischen habe ich den Verdacht, dass die Absahner und Umverteiler insgeheim auch wissen, dass der Zusammenbruch kommen wird. Gerade deswegen legen sie jede Zurückhaltung ab und stopfen sich mit Steuergeld die Taschen voll, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Nach uns die Sintflut. Und mit Absahnern meine ich zuletzt die Hartz IV-Empfänger, von denen viele gerne produktiv wären, sondern diejenigen, die in der Wohlfahrts-, Willkommens- und Bildungs-Industrie, in den öffentlich-rechtlichen Medien und als sonstige Subventionsempfänger sich Pfründe auf- und ausbauen.

      • A.S. schreibt:

        „Der „Wir müssen jetzt aber mal mit denen reden“-Ansatz würde im Endeffekt zu keinen Kompromissen führen, denn beide Seiten haben in zu vielen Themen völlig konträre Standpunkte“
        Zu Kompromissen nicht, aber die AfD würde eine ihrer Werbepunkte als Opferpartei verlieren. Zudem würde die Bereitschaft zum Protestwählen sicher sinken, wenn Politiker der „etablierten Parteien“ sich die von AfD Vertretern geäußerten Probleme einfach anhören würden anstatt automatisch in eine Konterposition zu gehen.

  14. Heimchen am Herd schreibt:

    Trend: Mehr Menschen gehen wählen

    18.09.2016 21:05 Uhr

    Bei der Wahl in Berlin haben deutlich mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als 2011. Damit bestätigt sich ein Trend, der sich bereits bei vergangenen Landtagswahlen in diesem Jahr abgezeichnet hat. In Berlin lag die Wahlbeteiligung am Abend bei 66,7 Prozent. 2011 waren es noch 60,2 Prozent gewesen. Zuletzt war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr bereits bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg (+4,1 Prozent), Rheinland-Pfalz (+8,6), Sachsen-Anhalt (+9,9) sowie in Mecklenburg-Vorpommern (+10,1) gestiegen.

    Und diesen Trend haben wir eindeutig der AfD zu verdanken!

    AfD-Kandidat holt Direktmandat in Lichtenberg

    18.09.2016 21:24 Uhr

    Die AfD gewinnt im Bezirk Lichtenberg im Berliner Osten ihr erstes Direktmandat. Kandidat Kay Nerstheimer kommt im Wahlkreis Lichtenberg 1 nach Angaben der Landeswahlleiterin bei den Erststimmen der Abgeordnetenhauswahl auf 26,0 Prozent. Er liegt damit einen Prozentpunkt vor der Linke-Kandidatin Ines Schmidt.

    Die AfD könnte auch noch in anderen Wahlkreisen in zwei weiteren östlichen Berliner Bezirken Direktmandate gewinnen – in Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf.

    http://www.tagesschau.de/inland/wahl-berlin-liveblog-101.html

    Also, darauf stoße ich nochmal an! Prost!

    • bevanite schreibt:

      In Polen war es immer so, dass die Rechten zulegten, wenn weniger Leute zur Wahl gingen. In Deutschland ist es scheinbar umgekehrt. Seltsame Tendenz. Dass die AfD sogar in Berlin zweistellig wird, beunruhigt mich. Wenn das so weitergeht, wird man ums Auswandern möglicherweise nicht rumkommen…

      • Heimchen am Herd schreibt:

        “ Dass die AfD sogar in Berlin zweistellig wird, beunruhigt mich.“

        Bei mir ist es das genaue Gegenteil, mich beruhigt es!
        Die Leute werden endlich wieder vernünftig!

        • bevanite schreibt:

          Wenn Leute wie Beatrix von Storch, Björn Höcke oder Marcus Pretzell neuerdings die „Vernunft“ verkörpern, bin ich gerne unvernünftig und stolz darauf.

          • Heimchen am Herd schreibt:

            „Wenn Leute wie Beatrix von Storch, Björn Höcke oder Marcus Pretzell neuerdings die „Vernunft“ verkörpern, bin ich gerne unvernünftig und stolz darauf.“

            Eben wolltest Du noch auswandern! 😉

          • Hessenhenker schreibt:

            Frank Walter Steinmeier und sein immer gegen Israel stimmender MdB Bartol verkörpern die Vernunft.
            Und die Vernünftigen geben meinem Schatz kein Besuchsvisum, sonst könnte ja jeder kommen.

      • ceterum censeo schreibt:

        Tschüssi.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Wenn das so weitergeht, wird man ums Auswandern möglicherweise nicht rumkommen…

        Reisende soll man nicht aufhalten… Kleine Empfehlung, Nordkorea soll gar nicht so übel sein. Guten Flug noch!

        • bevanite schreibt:

          Wäre das nicht eher Deine Ecke? Dort geht’s immerhin stramm autoritär zu, also genau das Richtige für harte Kerle wie Dich!

          • Eitan Einoch schreibt:

            Wieder mal gilt für dich die Feststellung: Nix verstanden. Aber von einem totalitären Kopf habe ich auch nichts anderes erwartet.

      • A.S. schreibt:

        „In Polen war es immer so, dass die Rechten zulegten, wenn weniger Leute zur Wahl gingen. In Deutschland ist es scheinbar umgekehrt.“
        Man könnte auch auf den Gedanken kommen, dass es sich um ein anderes Phänomen als in Polen handelt.

    • besucher schreibt:

      dann kann der Nerstheimer ja jetzt seine Miliz losschicken.

  15. ceterum censeo schreibt:

    Pffft.
    Trotzdem noch einen schönen Sonntag!

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