Ein paar Fragen an die Karl Rahner Akademie

Nachdem der Artikel „Ohne Juden geht es besser“ auf Tapfer im Nirgendwo erschienen war, schrieb Chajm Guski folgende Mail an info@karl-rahner-akademie.de:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 12. Oktober 2016 planen Sie die Durchführung einer Podiumsdiskussion zu der sogenannten »Klagemauer« in Köln. Es wird unvermeidbar sein, bei diesem Thema auch über Antisemitismus zu sprechen. Das kündigen Sie ja auch in der Überschrift an.

Die Fragen, die sich bei Betrachtung der Referenten aufdrängt, lauten:

Warum sind keine jüdischen Referenten eingeladen?

Warum wird »über« Juden gesprochen, aber nicht mit?

Hatten Sie vor der Planung der Veranstaltung Kenntnis davon, dass der Veranstaltungstag Jom Kippur sein würde und somit kein Jude im Publikum würde sitzen können, der sich irgendwie für seine Religion interessiert?

Haben Sie sich nach bekannt werden dieser Tatsache um eine Lösung dieses Widerspruchs bemüht?

Ist Ihnen bewusst, dass man dies durchaus als Desinteresse an der jüdischen Haltung auslegen könnte?

Mit besten Grüßen,
Chajm Guski

***

Auch ich habe der Karl Rahner Akademie geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren der Karl Rahner Akademie,

Es ist einfach nur eine Farce. Jahrelang trieb ein Mann vor dem Kölner Dom mit einer antisemitischen Installation sein Unwesen. Er verharmloste dort täglich den Aufruf zur Vernichtung des jüdischen Volkes als „Volks-Widerstand“, präsentierte die Karikatur eines kinderfressenden und bluttrinkenden Juden und relativierte sogar den Holocaust.

Für diese Installation musste der Betreiber nie eine Platzgebühr entrichten, obwohl es bis zu einer Stunde dauerte, bis der Stand auf- und abgebaut war und er nichts weiter machte als Werbung in eigener politischer Sache. Im Dezember 2010 erklärte der damalige Oberbürgermeister Kölns, Jürgen Roters, gemeinsam mit einer deutliche Mehrheit des Kölner Rats, die Installation vermittele „keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses.“

Anfang 2016 starb der Betreiber des Hasses. Das heißt aber nicht, dass sein Hass mit ihm gestorben ist. Der Betreiber hat die Installation und die dazugehörenden Papptafeln testamentarisch dem Kölnischen Stadtmuseum und dem Historischen Archiv der Stadt Köln vermacht.

Sie sollten das „Geschenk“ ausschlagen!

Wenn die Taten des Betreibers der „Botschaft des Hasses“ vor dem Kölner Dom unbedingt dokumentiert werden müssen, dann reicht es völlig aus, eine Auswahl der Parolen, die auf Papptafeln gekritzelt wurden, zu fotografieren und diese Fotodaten auf einen kleinen Datenstick zu speichern. Dieser Stick kann dann irgendwo in einer Schublade des Stadtarchivs verstaut werden für alle, die in Zukunft diese Daten brauchen. Die Papptafeln und der Stand selber können dann entsorgt werden. Es gibt keinen Grund, diese Schändlichkeit irgendwie anders zu bewahren, denn als Kopie.

Die Botschaften vor dem Kölner Dom waren genauso wie all die vielen Hasskommentare auf Facebook. Sie sind es nicht wert, aufbewahrt zu werden!

Ich fordere die Stadt Köln auf, an den Betreiber nicht stärker zu erinnern als an alle, die er beleidigt hat!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

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6 Antworten zu Ein paar Fragen an die Karl Rahner Akademie

  1. tapferimnirgendwo schreibt:

    Hat dies auf Tapfer im Nirgendwo rebloggt und kommentierte:

    Da die Karl-Rahner-Akademie auf stumm schaltet und nicht antwortet, wird wohl etwas Nachdruck nötig sein. Ich freue mich über viele Leserinnen und Leser, die die Akademie um eine Stellungnahme bitten. Vielleicht antwortet sie Euch.

  2. Ronald Hörstmann schreibt:

    Es ist am 12.10. nicht nur Jom Kippur, sondern auch der katholische Gedenktag an Edith Stein. Geschmackloser geht es nun wirklich nicht. Wie kann man so einem Vorhaben ein Podium bieten? Geht’s noch? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Wer kam denn in Köln auf die Idee, diese Sache so hochzuspielen statt in den Müll zu werfen? Was sagt den Kardinal Woelki dazu? Würde mich mal interessieren.

  3. Reni Puber schreibt:

    deutschlands größte schande ist nicht irgendeine afd, pegida oder eine handvoll ostglatzen.

    deutschlands schande sind die feinen kölner die so etwas nicht nur zulassen, sondern auch noch planen, was hier abgeht.

    anstatt diesen hasszerfressenen antisemiten verschämt in der hintersten ecke zu verscharren, feiert sein irrsinn fröhliche urstände.

    man sollte ihm gleich einen feiertag widmen 😦

  4. Ulf Renner schreibt:

    Die Akademie liegt voll im Trend und sie wahrt die Tradition:

    Befallen vom rassistischen Virus: „Europa könnte demnächst ‚judenrein‘ sein“
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26638

    The Church has contributed to antisemitism, Archbishop of Canterbury says
    http://www.jpost.com/Christian-News/The-Church-has-contributed-to-antisemitism-Archbishop-of-Canterbury-says-468900

  5. caruso schreibt:

    Bin neugierig, ob und was für eine Antwort Ihr bekommt.
    lg
    caruso

Seid gut zueinander!

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