Deutsche Christen verpilgern Juden

(Nachtrag: Mittlerweile wurde der Text auf der Evangelischen geändert.)

Auf der Seite evangelische.de wird frohlockt: „Pilgerreise von EKD und Bischofskonferenz am See Genezareth begonnen.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen bei der Tour eine beeindruckende ökumenische Erfahrung machen.

„An der Fahrt zur Vorbereitung des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 nehmen je neun Vertreter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz teil“, heißt es auf der Evangelischen. Was ist besser, als 500 Jahre nach Martin Luther den Ort zu bereisen, wo jene Menschen leben, über die Martin Luther einst so sprach:

„Wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht daran, dass du nächst dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“

„Sie sind eitel Diebe und Räuber (…) Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich (…) Zum zweiten: dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre.“

Mit so einem Mann als Jubilar im Nacken muss ein echter Christenmensch einfach gen Israel reisen, um dort, wie der frühere Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in einer Predigt unterstrich, „den Boden für ein gemeinsames Christusfest im kommenden Jahr zu bereiten.“ Auch der Erzbischof von Freiburg ist ein Freund der Rückbesinnung: „Das Mühen um die Einheit aller, die an Jesus Christus glauben, ist uns vom Herrn nachdrücklich aufgetragen.“ Was eint schon mehr, als ein gemeinsamer Feind.

Deshalb verwundert es auch nicht, dass folgende Punkte auf dem Programm der Pilgerreise stehen:

„Weitere Stationen des bis Samstag andauernden Programms sind unter anderem Bethlehem und Jerusalem mit der Grabeskirche, dem muslimischen Tempelberg, der jüdischen Klagemauer und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. An der Spitze der Delegation stehen der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Bischofskonferenz.“

Bethlehem ist eine Stadt, wo einst der Jude Jesus geboren wurde und viele Juden lebten. Auch der jüdische König David wurde dort geboren. Er war vor ungefähr 3000 Jahren König von Juda und Israel. Heute leben in Bethlehem Muslime und Christen zusammen im Wissen, dass dort Dank der palästinensischen Autonomiebehörde und der Unterstützung vieler christlicher Nichtregierungsorganisationen Juden verfolgt werden. Die Stadt ist so gut wie „judenrein“, um mal ein Wort zu nutzen, das einst von Deutschen genutzt wurde, die sich sicher waren, im Sinne Martin Luthers zu handeln. Israel gilt als Besatzer!

Die Grabeskirche in Jerusalem ist ein Ort, den Christen nur deshalb so sicher besuchen können, weil Israel diesen Ort schützt und für alle Menschen zugänglich macht. Israel bekommt dafür aber kein Lob von diesen Christen, weil das Land ja, Pfui, jüdisch ist. Dafür erklären diese Christen den Tempelberg zu einem „muslimischen Tempelberg“. Der Tempelberg steht auch auf dem Programm.

Der Tempel, nach dem der Berg benannt wurde, war jedoch ein jüdischer Tempel. Es waren die Römer, die den Tempel mit Feuer ansteckten und, was nicht verbrennen wollte, mit Erde überhäuften und beschütteten, so dass heute kein Mensch kaum noch einen Stein oder Schlacke sieht, bis auf den kläglischen Rest des Tempels, der heute als Klagemauer bekannt ist. Die Klagemauer können heute auch nur deshalb alle Menschen besuchen, weil Israel den Ort schützt.

Den „muslimischen Tempelberg“ kontrolliert heute die sogenannte Fromme Stiftung des Islams (Waqf). Sie sorgt dafür, dass im Jahr 2016 an einigen Tagen im Monat für den Tempelberg gilt, was im Jahr 1942 für Parks in Deutschland galt: „Nicht für Juden!“ Der Zugang zum Tempelberg ist über elf Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Allerdings ist der Zutritt dort nur Muslimen erlaubt. Sollten Zweifel bestehen, müssen ausländische Muslime ihre Zugehörigkeit zum Islam belegen. Andersgläubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag über das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist dort nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich. Juden werden, wenn überhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen. Der Felsendom darf nur von Muslimen betreten werden! Verboten sind zudem das Mitbringen von Büchern und Kultgegenständen und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Auch Christen können auf dem Tempelberg Probleme kriegen.

Man stelle sich mal vor, der Vatikan würde jeden christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern oder Juden und Muslime dürften am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten. Auf dem „muslimischen Tempelberg“ ist das jedoch möglich und die Evangelische findet nicht nur nichts dabei, sie spricht sogar vom „muslimischen Tempelberg“. Dabei geht dieser exklusive muslimische Anspruch auf den Tempelberg auf eine Schlacht vor 1400 Jahren zurück, wo der Anspruch mit brutaler Waffengewalt erstritten wurde und seither durch Intoleranz gegenüber anderen Religionen aufrechterhalten wird. Martin Luther war kein Moslem, aber hier stimmte er mit den islamischen Eroberern überein. Wenn es um Juden ging, erklärte Luther: „Man möge sie, wie gesagt, zum Lande austreiben.“

Luther würde auch mit Bewunderung auf den Gazastreifen schauen, denn er ist „judenrein“. Zudem wurden von dort in den letzten Jahren über 7500 Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert, alle in der erklärten Absicht der Charta der Hamas, das jüdische Volk zu vernichten. Die Fatah und die Hamas ehren Judenmörder als Märtyrer und unterstützen die Familien von Judenmördern finanziell. Das ist versuchter Völkermord und ethnische Säuberung, wie von Martin Luther gefordert. Luther sagt:

„Sie sind uns eine schwere Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in unserm Lande.“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sagt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Wie sehr sich doch der Christ Luther und der Moslem Jarbu ähneln. Das ist gelebte christlich-muslimische Zusammenarbeit. Daher geht die Pilgerreise auch noch zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Dort kann die Gemeinde dann mit vollem Sündenstolz und „Mea Culpa“ um tote Juden trauern. Denn tote Juden sind gute Juden.

Gute Reise und viel Spaß beim Verpilgern von Juden.

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6 Antworten zu Deutsche Christen verpilgern Juden

  1. Nur als Erläuterung: das arabische Wort ‚waqf‘ bedeutet „religiöse Stiftung“ und ist nicht der Name der Stiftung. Das Plural is ‚awgaaf‘. (Arabisch kennt keine Großbuchstaben.) Überall wo der Islam einst den Fuß ans Land setzte oder setzt, entstehen awqaaf. Die gehören zu Gott (allah) und kein Mensch kann darüber entscheiden.

  2. caruso schreibt:

    Man hört, liest immer wieder darüber, wie wichtig die Versöhnung zwischen Christentum und Judentum wäre, wie weit man dabei gekommen wäre, man kommt zusammen und redet miteinander, zeigt von christlicher – vor allem katholischer – Seite viel Verständnis usw.,usf., aber
    wie es scheint, gibt es Dinge die noch viel wichtiger sind, für die ich keinen Namen habe, die ich
    nur spüre. Dabei (und nicht nur dabei) vergißt man gern (manche vielleicht auch ungern), daß es ohne Judentum kein Christentum gäbe (gebe?). Das gilt nicht nur für die Zeit seiner Entstehung sondern auch für die heutige Zeit.
    lg
    caruso

  3. anti3anti schreibt:

    Hat dies auf Numeri 24:9 rebloggt.

  4. abusheitan schreibt:

    Bethlehem gilt Juden als Geburtsort des König David. Das war auch der Grund, warum die Geburt des Jesus aus Nazareth dorthin verlegt wurde. Man wollte ihn im Zuge der Gründung des Christentums postmortal mit der Königswürde ausstatten.
    Auf der Homepage Bethlehems wird durch die palästinensische Autonomiebehörde zwar auf die Geburt Jesu hingewiesen, aber die des islamischen Propheten Dawud wurde wohl vergessen. 🙂

  5. Hessenhenker schreibt:

    Der lutherisch judenreine Gazastreifen ist für viele aber ok.
    Schlimm wird es erst, wenn abartige Irre verlangen, umgekehrt Judenstreifen als Gegenstück zum Gazastreifen in den arabischen Vertreiberstaaten anzulegen.

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