Die Landsleute vom Mattenhof

In der baden-württembergischen Ortschaft Zell am Harmersbach gibt es den Ferienort Mattenhof am Unterharmersbach. Über den Kundenservice Booking.com bekam ein israelischer Interessent für Ferien auf dem Mattenhof folgende Nachricht von der Leitung des Mattenhofs:

Hello,
We don’t Want have Guests from Israel,
because our apartments are Not for them.
Please cancel the Booking.
You can cancel without Money.
Please do it.
Thank you.
Greetings
Schmider

(Hallo,
Wir wollen keine Gäste aus Israel,
weil unsere Zimmer nicht für sie sind.
Bitte stornieren Sie Ihre Buchung.
Sie können ohne Geld stornieren.
Bitte tun Sie es.
Vielen Dank.
Grüße
Schmider)

Der Kundenservice Booking.com reagierte auf Nachfrage der Journalistin Monika Winter unverzüglich:

„Zunächst möchten wir uns für das Verhalten der Unterkunft entschuldigen. Booking.com toleriert in keinster Weise solch ein Verhalten von unserer Unterkunftspartnern. Die Firma arbeitet auf der ganzen Welt mit internationalen Teams und ist daher offen für jede Nationalität, Herkunft und religiöser Identität. Diskriminierungen wird von unserer Seite auf keinen Fall geduldet. Intern wurden bereits erste Schritte gegen die Unterkunft von unserer Firma eingeleitet. Die Unterkunft wurde von unserer Plattform bereits verbannt und eine Buchung über Booking.com ist nicht mehr möglich. Wir bedauern dass es zu so einem Zwischenfall gekommen ist und entschuldigen uns vielmals für das Benehmen der Unterkunft.“

Tapfer im Nirgendwo schrieb die Unterkunft selbst an und bekam diese Antwort:

„Das ist ein großes Missverständnis. Es ist ein Fehler unterlaufen. Wir waren überbucht und haben vergessen den Kalender zu sperren. Dafür entschuldigen wir uns. Alternativen haben wir in der Nachbarschaft angeboten. Weiterhin wollen wir die gute Partnerschaft mit Israel pflegen.“

Auf Nachfrage, was die gute Partnerschaft mit Israel bisher ausmache, erhielt Tapfer im Nirgendwo folgende Antwort:

„Die Leute sind Landsleute wie wir. Interessieren sich sehr für unsere Landwirtschaft. Die Gäste aus Israel kommen mehrmals. Sehr gastfreundliche Leute. Haben uns auch schon eingeladen.“

Alles sehr merkwürdig.

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24 Antworten zu Die Landsleute vom Mattenhof

  1. Konrad Poltermann schreibt:

    Hallo Leute,
    kommt mal wieder runter. Die Leute vom Mattenhof haben keine strafbare Handlung begangen. Bevor sich die SPD-Abgeordnete in NRW über die Zimmervermieter in Zell a. H. aufregt, soll sie in den eigenen Reihen aufräumen. Die Schmiders sind ehrenwerte Bürger vor denen ich als Nachbar jederzeit den Hut ziehe.

    2016

    Fred Feuerstein

  2. Faui schreibt:

    Habt ihr eigentlich nichts anderes zu tun, als auf diesen Leuten herumzuhacken, die letztlich ja wohl vermieten können an wen sie wollen. Jedenfalls würde ich mir diese Freiheit als Vermieter nehmen und mich nen Teufel um politische Korrektheit, Verständnis oder Unverständnis scheren.

  3. Grand-Hawk schreibt:

    Ich glaube nicht an das Missverständnis. Das war eher eine sehr undiplomatisch ausgedrückte Buchungsablehnung. Siehe auch https://www.netzwerk-suedbaden.de/israelis-als-schwarzwaldurlauber-nicht-ganz-unproblematisch/

  4. Praecox schreibt:

    Herr Buurmann! Jetzt nehmen Sie doch mal diese Beiträge über die armen Schwarzwälder raus. Samt Namen und Adresse! Es handelt sich offensichtlich um ein Missverständnis!

    • Praecox schreibt:

      „Der Mattenhof, der nach eigenen Angaben in diesem Sommer über 60 israelische Gäste hatte, will die vier Familien aus Isreal jetzt für eine Woche einladen.“

  5. abusheitan schreibt:

    Aus der Homepage des Mattenhofs:
    „Bei Spaziergängen und Wanderungen wird der Feriengast immer wieder an die Zeit erinnert, als das Tal noch einziges „Freies Reichstal im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“ war.“ 😉

  6. Markus Leuthel schreibt:

    Vor dem Lektorat sah die E-Mail so aus:

    „Helo,
    Ve don’t vant have gests from Izral,
    becurze our aryan abbartmends are not for dem Joos.
    Dem Joos alvayz vant to vorld conshpiracy maken,
    Dey ofden poizon our vellz,
    Dey maken leettle bread from bloot of leetle Krishtian and Plistinian babies,
    Dey are zo vile and uber shreklich,
    Dey immer pring de Pesht to Hengemattenhoff,
    Dey shteal oll de mony and, and, and…
    Becurze de Joos!
    Fenk you,
    Hatings, fear and inner pain vrom de Hengemattenhoff,
    Schmitler“

  7. Ulf Renner schreibt:

    Es gibt wohl nur 3 Möglichkeiten:
    1) Die versuchen jetzt, sich auf durchsichtige Weise herauszureden, um einen Image- und Umsatzverlust zu vermeiden;
    2) In dem Laden weiß die eine Hand nicht, was die andere tut;
    3) Sie sind völlig schizophren und/oder einfach nur total bescheuert.
    Denkbar ist natürlich auch eine Mischung einiger oder aller dieser Varianten.

    • Anonymous schreibt:

      4) Sie sind über ihr eigenes schlechtes Englisch gestolpert und hatten es tatsächlich nur so gemeint, wie in den beiden Mitteilungen an TiN behauptet.

    • Eliyah schreibt:

      Ich verstehe nicht, warum sie nicht einfach geschrieben haben: „War doof, sehr doof, tut uns ehrlich leid und der Israeli bekommt eine Woche Urlaub umsonst. Danke für die Aufmerksamkeit.“ Alles andere ist doch Unfug.

    • Risperdal schreibt:

      ich als schizophren Erkrankter möchte nicht mit solchen Menschen in einen Topf geworfen werden !!!!!! Bitte nicht den Begriff schizophren so leichtsinnig verwenden und vor allem nicht ohne zu Wissen was Schizophrenie überhaupt bedeutet . Ist das Gleiche als wenn man sagen würde Du bist ein Deutscher , also ein Nazi .

  8. Kwezi schreibt:

    Ein Missvertändnis, denke ich. Die Land(s)leute vom Mattenhof können, wie ihr Schreiben an Gerd belegt, nur rudimentär Deutsch; dass ein Satz mindestens aus Subjekt und Prädikat zu bestehen hat, ist Ihnen nicht geläufig. Es darf vermutet werden, dass ihre Engllischkenntnisse, um im landwirtschaftlichen Jargon zu bleiben, noch saumäßiger sind als ihre Deutschkenntnisse. Ein in diesen Tagen durch die Presse geschleiftes Feldforschungsergebnis zu den Fähigkeiten deutscher Schüler unterstreicht eindrucksvoll, dass B-W die Schulen betreffend auf dem absteigenden Ast ist, egal, ob die unbedarften Schüler aus Heidelberg, Tübingen oder Stuttgart kommen. Für die Hinterwäldler im Glottertal dürfte diese Entwicklung verstärkt gelten.
    Kein Skandal also, sondern Blödheit, es sei denn, die glottertalsche Blödheit an sich sei ein Skandal. Das aber hätte mit Antisemitismus nichts zu tun, sondern lediglich mit den Folgen einer verkorksten Bildungsreform nach der anderen.

    • Dov schreibt:

      Schmarrn. Wenn man schreibt „Ich nix wolle Leute aus Israel“ – ist es so gemeint wie es steht. Auch im schlechten Englisch

      • Kwezi schreibt:

        Na ja, inzwischen hegen STERN und BILD nach Recherchen Zweifel daran, dass die Absage so gemeint wie sie formuliert war. Dass die Verfasserin des Englischen nicht mächtig ist, trieft ja sowohl aus fast jedem ihrer Worte wie auch aus der Satzstellung.

    • Wolfgang schreibt:

      Die Aktion als solche ist, um im Bild zu bleiben, inakzeptabel und blöd. Da gibt es überhaupt keine Diskussion. Unerträglich! Manchem Kritiker allerdings würde ich raten, besser zu recherchieren, bevor er ganze Landstriche der Blödheit bezichtigt. Denn a) befindet sich besagter Hof nicht im Glottertal, sondern am Harmersbach (in einem Seitental des Kinzigtals). Und b) Menschen, in welcher Gegend auch immer, generell der Blödheit zu bezichtigen ist eine ebenso unerträgliche Beleidigung.

    • rise schreibt:

      Vielleicht ist die Unkenntnis nicht sprachlicher, sondern geographischer Art. Israel mit Nordkorea verwechselt oder so. Es soll ja Nichtbauern geben, die sogar das Glottertal mit dem Harmersbachtal verwechseln.

  9. anti3anti schreibt:

    Nicht „LandSleute“, sondern „Landleute“ = Bauern.
    Das Etablissement ist über Booking.com nicht erreichbar. Privat kann der Bauer/ Landmann jeden ohne Grund ablehnen, ob Jud‘, Goj oder Schlitzauge.
    Wegen der rassistisch-antisemitischen Absage kann der Abgewiese und nur er den Landmann anzeigen. Evt. wird dieser dann strafrechtlich verurteilt, wahrscheinlich ist es nicht. Geld gibt’s eh‘ nicht.

  10. Bernd L. Müller schreibt:

    Das ist doch alles sehr verwirrend.

    Welche Leute – mit dieser Intention – läßt man überhaupt Anfragen von potenziellen Gästen aus dem ausland oder Inland beantworten ?

    Blöd, gemein – perfide, Rassisten, Anti-Israel oder Juden, oder „nur“ dumm.

    Egal, Empfänger dieser Ablehnung hat mit Sicherheit schlucken müssen, wir auch.

    Es geht ihm hoffentlich besser, wir begrüßen ihn herzlich gerne in Deutschland und auch bei uns.

  11. querdenkerweb schreibt:

    Wie passt die Aussage „Wir pflegen eine gute Partnerschaft mit Israel“ zu der Aussage „Wir wollen keine Gäste aus Israel, weil unsere Zimmer nicht für sie sind.“?

Seid gut zueinander!

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