Es ist überall

Antisemitismus ist neben Sexismus eine der ältesten geistigen Krankheiten der Welt. Antisemitismus taucht überall auf, in jeder Gruppe, selbst dort, wo es keine Juden gibt. Es gibt sogar antisemitische Juden, so sicher, wie es sexistische Frauen gibt. Wenn ich jede Gruppe verlassen würde, in der Antisemitimus oder Sexismus vorkommen, könnte ich in keiner Gruppe der Welt mehr sein. Ich müsste allein in meinem Zimmer hocken und selbst da wäre ich nicht sicher, denn es ist auch in mir. Es ist in uns allen. Daher, wenn ich irgendwo Antisemisitmus oder Sexismus vermute, dann ist das keine Beleidigung, nicht mal ein Vorwurf, sondern nur ein Hinweis auf einen von mir so wahrgenommen getrübten Blick. Ein Vorwurf wird daraus erst, wenn sich die Vermutung in Taten bewahrheitet, aber nicht nur nichts gegen diese Krankheit unternommen wird, sondern die Viren in voller Absicht in die Welt gehustet werden.

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5 Antworten zu Es ist überall

  1. Pingback: Es ist überall — Tapfer im Nirgendwo | psychosputnik

  2. Kanalratte schreibt:

    Was ist denn Sexismus?

  3. sandra schreibt:

    Sexismus und Antisemitismus sind nur zwei Seiten der gleichen Medaille, sie haben mit Inferioritätsgefühlen, Unsicherheit und Neid zu tun. Das ist normal. Es sollte aber der Firnis der Zivilisation sein, dass man lernt, damit umzugehen und diese Gefühle in Gedanken umzusetzen. So wie man auch keine Angst mehr haben sollte, wenn man in einer Stadt ist, und draussen blitzt es. Die Zivilisation lehrt einen, dass es Quatsch ist, sich vor Donner zu fürchten, oder dass man mit Rauch keine bösen Geister vertreiben kann. Wer sich nicht vor Neandertalitäten wie der Angst vor dem Andern befreien kann, der hat schlicht die eine oder andere Entwicklungsstufe übersprungen. Die Meisten haben irrationale Ängste grossteils hinter sich gelassen, diese beiden aber scheinen hartnäckig zu sein, auch durch Bestätigung. Das Vorurteil ist ein gefrässig Ding, es nimmt alles, egal was, und kann es in Nahrung umbauen.

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