Merkel hat Bock

„Deutschland hat von den USA viel Hilfe bekommen. Jetzt ist Deutschland in der Lage, die Ordnung der Welt aufrecht zu erhalten.“

Dieser Post von ZDF heute liest sich so, als habe Angela Merkel Bock auf Weltbundeskanzlerin. Eine ziemlich gewagte Absicht für eine Kanzlerin, die schon Probleme hat, die Ordnung in ihrer eigenen Föderation aufrechtzuerhalten. Zum Glück hat Angela Merkel das nie so gesagt, wie das ZDF hier verkündet. Im Original ist ihre Aussage etwas bescheidener:

„Deutschland hat nach der Zeit des Nationalismus gerade auch von den Vereinigten Staaten von Amerika unglaublich viel Hilfe bekommen. Die Tatsache, dass die deutsche Einheit hat stattfinden können, ist unter anderem und ganz besonders auch den Vereinigten Staaten von Amerika zu verdanken. Deutschland ist jetzt, seitdem es diese Einheit gibt, noch stärker in der Lage, seinen Beitrag zu leisten, um die Ordnung, die wir lieben, für die sich auch die Menschen gerade in der DDR eingesetzt haben, weltweit aufrechtzuerhalten oder zumindest in unseren Ländern aufrechtzuerhalten.“

Möge die Bescheidenheit nie mehr dem Größenwahn weichen.
Und möge das ZDF in Zukunft Nachrichten nicht mehr so verkürzen, dass ich fast einen Herzinfarkt bekomme.

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50 Antworten zu Merkel hat Bock

  1. Eitan Einoch schreibt:

    Deutschland (…) nach der Zeit des Nationalismus

    Häh?! Hab ich was verpasst? Nach meiner Kenntnis ist Deutschland immer noch ein Nationalstaat, also durchaus in der „Zeit des Nationalismus“. Und ich finde, das sollte auch so bleiben. Bislang jedenfalls kennen wir aus der Geschichte keine stabileren Staaten als Nationalstaaten.

    • A.mOr schreibt:

      Siehste, man braucht garnicht das ZDF um mitten in Merkels Bescheidenheit Riesenschritte auszumachen.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Mal Hand aufs Herz, ist irgendwer überrascht, dass Merkel wieder antritt? Wer daran je Zweifel hatte, ist ein naiver Träumer. Bis auf wenige historische Ausnahmen lassen Politiker, die einmal an der Macht sind, nie wieder freiwillig von ihr ab. Merkel wird niemals freiwillig den Platz räumen – schon gar nicht, solange alle Anzeichen auf eine erneute Wiederwahl hindeuten. Verstehe einer die Deutschen! Wie man Merkel immer noch ernsthaft unterstützen und gleichzeitig auf die Amerikaner schimpfen kann, weil sie Trump ins Weiße Haus gewählt haben, wird sich mir nie erschließen. Das ist einfach irre!

        • A.mOr schreibt:

          Stimmt schon, die Überraschung ist das nicht. „Alternativlos“. Oder?

          • Eitan Einoch schreibt:

            Anscheinend. Dass es aber innerhalb eines 80-Millionen-Volkes keine bessere Alternative zu Hohlphrasendreschern wie Merkel und Steinmeier geben soll halte ich für die größte Propagandalüge, die von den hiesigen Medien verbreitet wird. Was sich hierzlande „Elite“ nennt, ist in Wahrheit der Bodensatz des Parteien-Arschkriechertums.

          • besucher schreibt:

            na Allah sei Dank ist damit in den USA Schluss und Trump räumt auf!

  2. Pingback: Merkel hat Bock – Im Erziehungswunderland.

  3. American Viewer schreibt:

    Herr Buurmann, Sie sollten bei der Wahl 2017 unbedingt Merkel unterstützen. Ganz viele hymnenartige Artikel auf Merkel wären toll – so wie bei Hillary. Küren Sie Merkel zu ihrer neuen Hillary. Das war bei der letzten Wahl ein gutes Omen.

    • ceterum censeo schreibt:

      Ich hoffe aber, er vergleicht sie nicht wie Clinton mit Israel. Nicht daß ich ihm auch noch Antisemitismus unterstellen muß!

    • besucher schreibt:

      Also ich wär für Rot-Rot-Grün. Ohne Merkel.

      • A.mOr schreibt:

        Wieso ohne Merkel?
        Wer ist ein besseres Vorbild für grün und rot als Merkel?

      • Eitan Einoch schreibt:

        Hast Recht! Dem deutschen Volk geht es noch nicht schlecht genug. Eine Koalition der Roten und Grünen wäre die perfekte Abhilfe. Das passende Wahlkampfmotto hätte ich schon: „Deutschland verrecke!“ Fürs Kanzleramt schlage ich Claudia Roth vor.

        • besucher schreibt:

          „dem deutschen Volk geht es schlecht“

          Stimmt, und besonders Dir anscheinend.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Mir geht es spitze! Und damit das auch so bleibt trage ich meinen bescheidenen Teil dazu bei, dass Merkel NICHT noch einmal Kanzlerin wird. Leider wird es nichts bringen. Die meisten Wähler hierzulande sind masochistisch.

          • besucher schreibt:

            Mit einer Kanzlerin Petry wirst Du dann Deinen Wohlstand mit Zähnen und Klauen verteidigen können: Vielleicht erlaubt sie Dir ja eine Privatarmee.

      • American Viewer schreibt:

        @besucher
        Dass du für Rot-Rot-Grün bist, brauchst du nicht extra zu sagen, das ist offensichtlich. Ich bin nicht für diese Konstellationen (auch nicht für RG), andererseits muss ich sagen: Schlimmer als unter Merkel kann es nicht werden. Im Gegenteil, ich glaube, RRG würde extrem lustig werden. Das gibt der BRD den letzten Kick.

        Was die meisten Leute allerdings nicht wissen: Rot-Rot-Grün hat im Bundestag seit Jahren eine Mehrheit – nach der Wahl 2017 werden sie die Mehrheit hingegen nicht mehr haben, allein schon weil die AfD und vielleicht auch wieder die FDP in den Bundestag einziehen werden.

        Siggi Pop oder der Alki aus Würselen könnten sich aufgrund der aktuellen (!) Mehrheitsverhältnisse morgen früh zum Kanzler wählen lassen, wenn Rot-Rot-Grün wirklich wollen würde. Aber diese verlogenen Typen wollen gar nicht, das ist einer der Hauptgründe, warum DL überhaupt nun schon seit über 10 Jahren den Hosenanzug ertragen muss.

        • besucher schreibt:

          weil sie halt keinen Arsch in der Hose haben. ist nun mal leider so.
          Apropos Alki: Dubbya war auch ein Trockener… also Deine ad personam Argumentation verfängt hier nicht. Jedenfalls nicht bei mir.

          • American Viewer schreibt:

            Bin kein Fan von Dubbya. Alki war aktuell auch nicht als Argument gedacht, nur als Namensbezeichnung. Aber wenn man es als Argument nehmen würde, ist es nicht sicher, warum es nicht als echtes Argument zählen sollte, wenn sich jemand im Leben extrem viele Gehirnzellen zerstört hat, die nie wieder regeneriert werden. Man merkte und merkt beiden an, dass ihr Gehirn Schaden genommen hat.

  4. ceterum censeo schreibt:

    Am meisten entsetzt mich, daß diese angebliche Doktorin Nationalismus mit Nationalsozialismus verwechselt. Bisher hielt ich immer abgrundtiefe clintuöse Bösartigkeit für die treibende Kraft, die im Innern dieser Frau wühlt. Nun werde ich mit einer viel viel simpleren Erklärung konfrontiert.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Der Witz an der Sache ist: Hitler und die Nationalsozialisten waren gar keine Nationalisten. Ihnen ging es nicht um die Vorherrschaft des deutschen Volkes sondern um das der „arischen Rasse“. Weniger „Deutschland den Deutschen“ als vielmehr „Arier aller Länder, vereinigt euch!“ hätte ihr Motto sein können. In gewisser Weise war das NS-Reich also ein Vorläufer der heutigen EU.

      • besucher schreibt:

        hat Dich eine Kopfgrippe heimgesucht?

        • Eitan Einoch schreibt:

          Man könnte auch sagen, Hitlers „Nationalismus“ ist ebenso ein Etikettenschwindel wie sein „Sozialismus“. Aber hast Recht, den schulisch indoktrinierten Opfern des deutschen Schulsystems ist das zu hoch. Ich verkneife mir daher weitere Hinweise. Denn Denken gefährdet die Dummheit.

          • besucher schreibt:

            Deine Geschichtsklitterung ist unglaublich dämlich und soll auch noch irgendwie intellektuell rüberkommen. Hitler war also kein Nationalist und auch kein Sozialist, interessant. Wahrscheinlich war er Moslem und wollte einen Schariastaat einführen mit Germania-Mekka als Welthauptstadt.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Hitler war jedenfalls kein typischer Nationalist. Er war Rassist. Für ihn spielte die jeweilige Nation keine wesentliche Rolle, sie war austauschbar. Er hat sich (als Österreicher!) die Deutschen ausgesucht, weil sie in seinen Augen die besten Aussichten für den ihm vorschwebenden Rassenkampf hatten – z.B. im Gegensatz zum „verjudeten“ Österreich. Sowohl sein „Nationalismus“ als auch sein „Sozialismus“ waren die Etiketten, mit denen er auf Stimmfang ging und Stimmung machte. Der deutsche Nationalismus war für ihn immer nur das Sprungbrett zu etwas viel Größerem – ein Europa unter Vorherrschaft der „arischen Rasse“ über die versklavten „Untermenschen“.
            Und dass der Nationalsozialismus sich selbst (nicht zu Unrecht) als geistig verwandt mit dem Islam verstand, es sogar muslimische SS-Einheiten gab und der Mohammed Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem, Hitlers Verbündeter und Förderer der Shoa war, das ist nun wirklich ein alter Hut – ebenso dass „Mein Kampf“ bis heute ein Bestseller in islamischen Ländern ist. Willst du das leugnen?

          • besucher schreibt:

            als Gegenbeispiel müsstest Du mir mal einen Nationalismus zeigen der möglichst frei von Rassismen agiert. Merke: ich rede nicht von Patriotismus, sondern von autoritären nationalistischen Systemen. Ansonsten wird Deine These hinfällig.

            Nebenbei, Dein Hitler-Argument mit dem verjudeten Österreich ist auch ziemlich schwach, Deutschland war nicht weniger “verjudet“. (Hiermit meinte er allerdings hauptsächlich Kommunisten und Sozialdemokraten). Als Rechtsaußen dachte er natürlich deutschnational, Österreich als Nation existierte in seinem Weltbild gar nicht.

          • Eitan Einoch schreibt:

            ich rede nicht von Patriotismus

            Patriotismus ist auch eine Art von (inklusivem) Nationalismus. Das Streben nach einem Nationalstaat, dessen Staatsgrenzen in etwa die historisch gewachsenen Ansiedlungsgebiete eines Volkes widerspiegeln, ist nichts prinzipiell rassistisches oder chauvinistisches. Nationalgefühl kann durchaus integrative Wirkung auf Bevölkerungsminderheiten entfalten, sofern ihnen der Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe gewährt wird. In jedem Fall ist das eine Form des Nationalismus, die auch mir sehr sympathisch ist. Jedenfalls möchte ich nicht in einem Vielvölkerstaat wie Jugoslawien leben. Und deswegen ist mir auch die EU und die von Eurokraten geschürte antinationalistische Propaganda äußerst suspekt.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Als Rechtsaußen dachte er natürlich deutschnational

            Dass Hitler gar nicht so weit rechtsaußen war, wie oft angenommen wird, haben zahlreiche Soziologen (u.a. Lipset) schon ab Mitte des 20. Jh. festgestellt – und den Begriff „Extremismus der Mitte“ geprägt. Auch der Publizist Sebastian Haffner hat in seinen berühmten „Anmerkungen zu Hitler“ geäußert, dass Hitler aus Sicht der deutschnationalen Rechten der Weimarer Republik eher links stand und sein Nationalsozialismus mehr Parallelen zum Stalinismus als zu Mussolinis Faschismus hatte. Die Welt ist eben ein bisschen komplexer als das simplizistische Links-Rechts-Schuldenken.

  5. Kanalratte schreibt:

    Warum machen die Deutschen immer die Welt kaputt?

  6. zweitesselbst schreibt:

    Vieles wiederholt sich ja auch nur

    Ja, ich frag mich auch immer wieder : Wer pin ich??

    , joa, schönes Wochenende auch.

  7. A.S. schreibt:

    Seit längerem geistert die Vermutung rum, dass die ganzen Weltretter nur die aktuelle Version deutscher Großmannssucht sind. So einem Weltretter, die ich im öffentliche Regierungsfunk massenhaft vermute, ist wohl der Gaul durchgegangen, jetzt wo Obama durch Trump ersetzt wird.

    • Paul schreibt:

      Merkel hat nur das wiederholt, was Trittin schon vor Jahren gesagt hat. In der Erneuerbaren Energiepolitik sei Deutschland weltweit Vorreiter. Die ganze Welt werde sich an Deutschland ein Beispiel nehmen.

      Er hatte einen noch berühmteren Vorgänger, der hat es direkter und kürzer gesagt. Ich meine das mit dem deutschen Wesen.

      Merkel lässt nur noch einen kleinen Schimmer von dieser deutschen Großmannssucht durchschimmern.

      Ist uns Deutschen das eigentlich in die Wiege gelegt? Heute würde man moderner Fragen, haben wir das in den Genen?

      Herzlich, Paul

      • A.S. schreibt:

        Die Grünen sind doch der stärkste Ausdruck altdeutscher Großmannssucht. Viel mehr Überlegenheitsglaube geht nicht. Die Weltherrschaftsphantasien sind zwar in ein zeitgeistgemäßes Gewand verpackt, aber letztlich geht es mal wieder darum, von deutschem Boden aus die ganz Welt zu beglücken.
        Diese Mentalität lässt unsere Nachbar niemals in Ruhe.

      • besucher schreibt:

        Unrentable Kohleminen in West Virginia und Ohio wiederzueröffnen ist auch nicht gerade innovativ, oder?

        • Paul schreibt:

          Hallo, werter besucher,
          Trump mag ein Großmaul sein, aber er ist kein Idiot.
          Meinen Sie wirklich, er kann irgend einen Unternehmer verpflichten unrentable Kohleminen zu betreiben.
          Bin gerne bereit meine Meinung zu überprüfen, wenn Sie mir nachweisen können, dass er den Betrieb der Kohleminen subvetioniert, z.B. so wie Merkel die EEG.

          Herzlich, Paul

  8. anti3anti schreibt:

    Leider kein Borderline, sondern normal gaga.

  9. Sophist X schreibt:

    Mit liegt der wahre Originaltext vor:

    Deutschland ist jetzt, seitdem es diese Einheit gibt, noch stärker in der Lage, seinen Beitrag zu leisten, um diese Ordnung, die wir lieben, für die sich auch die Menschen gerade in der DDR eingesetzt haben, weltweit aufrechtzuerhalten oder zumindest in unseren Ländern aufrechtzuerhalten, oder zumindest müssen wir, gerade wegen unserer Vergangenheit, mit allen Mitteln alle gemeinsam versuchen, diese Ordnung und diese Einheit, wenn schon nicht heute in Deutschland, dann morgen die ganze Welt, oder wenigsten mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Städten und Gemeinden alle gemeinsam.“

    • Paul schreibt:

      Danke für den Originaltext.
      Er macht deutlich was es ist:
      Politikergeschwafel.
      Ein Satz ohne Ende.

      Herzlich, Paul

    • Hermann Willaredt schreibt:

      Wie dieses Statement lesen sich auch andere Merkel-Sätze so, als wisse sie nicht genau, wovon sie redet. Sie – die Sätze – behalten immer auch eine gewollte Unschärfe. Ich denke, sie weiss aber, was sie daher redet und kommt damit durch und das ist das Gefährlichere an ihr. Politische Gegner werden abgeschoben, weggelobt oder versenkt. Das muss ihr erst einmal jemand nachmachen. Der Steinmeier-Coup sieht aus wie eine Niederlage, schwächt aber die SPD.

  10. sandra schreibt:

    Zumal sowohl die USA als auch Russland in ihren jeweiligen Einflussgebieten sehr wohl auch Weltpolizei spielen wollen (und teilweise tun) und zu hause nicht alles gebacken kriegen. Insofern ist alles im altbekannten Muster… 🙂

  11. Heimchen am Herd schreibt:

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