Tapfer im Nirgendwo ist …

Liebe Leserinnen und Leser von Tapfer im Nirgendwo,

ich brauche Eure Hilfe. Ich möchte einen kleinen Test starten und Ihr könnt mir helfen. Marisa Kurz schrieb einst auf der Achse des Guten:

„Im öffentlichen Diskurs in Deutschland hat sich die Unsitte eingeschlichen, Inhalte nicht mehr zu rezipieren und kritisch zu bewerten, sondern anhand des Mediums zu entscheiden, ob man sie überhaupt zur Kenntnis nimmt.“

Recht hat sie. Es gibt unzählige Menschen, die einen Blog, eine Zeitung oder ein Magazin nicht lesen, weil sie glauben, das Medium sei zu „rechts“ oder zu „links“, zu „populistisch“ oder zu „anarchisch“, um gelesen werden zu dürfen. Sie sind sich sicher, allein schon vom Hörensagen genug zu wissen, um dieses Medium be- und vor allem verurteilen zu können. Marisa Kurz fährt fort:

„Dass ihre dabei verwendete Taktik, jede Äußerung, die ihnen nicht passt bzw. von der sie nur vermuten, dass sie nicht in ihr Weltbild passen könnte, als faschistisch zu diskreditieren, direkt aus dem Stalinismus kommt, spielt für diese geschichtsvergessenen Möchtegernmoralisten keine Rolle. Dass solche Menschen, die sich für eine moralische Elite halten, de facto festlegen können, was gut und schlecht ist – genau DAS ist das Problem, das wir gerade in Deutschland haben. Sie unterteilen Medien in solche, die man lesen darf, und solche, von denen man sich distanzieren muss, ohne sie je rezipiert zu haben. Differenzierte Analysen kann man sich sparen, wenn man die Anderen zu Populisten erklärt. Inhalte spielen so gut wie keine Rolle.“

Ich möchte jetzt wissen, wer alles genau weiß, was Tapfer im Nirgendwo für ein Medium ist und warum man es auf keinen Fall lesen sollte. Darum tut mir den Gefallen, teil irgendeinen Artikel von Tapfer auf Nirgendwo, (nicht diesen hier natürlich), auf einer Seite, von der ihr vermutet, dass dieser Blog da einen mehr als zweifelhaften Ruf genießt und schickt mir dann Screenshots oder Zitate von Menschen, die erklären, warum man dieses Medium auf gar keinen Fall lesen darf und was der Autor für ein rechter, linker, schwuler, jüdischer, feministischer, frauenfeindlicher, männerfeindlicher, liberaler, islamophober oder was auch immer für ein Drecksack ist. Ich kann es kaum erwarten.

Ergebnisse bitte an: gerdbuurmann@hotmail.de

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10 Antworten zu Tapfer im Nirgendwo ist …

  1. luminescent schreibt:

    Ich möchte jetzt wissen, wer alles genau weiß, was Tapfer im Nirgendwo für ein Medium ist und warum man es auf keinen Fall lesen sollte.

    Die Frage könnte auch lauten: Welche Farbe haben Chamaeleonidae?

  2. Bruno Becker schreibt:

    …ein rechter, linker, schwuler, jüdischer, feministischer, frauenfeindlicher, männerfeindlicher, liberaler, islamophober … Drecksack

    Wenn man so bezeichnet wird, genau in der Zusammenstellung, dann hat man es geschafft, dann hat man alles richtig gemacht!

    Leider weiss auch ich nicht so recht, wie man Artikel teilt. Auf PI wurden jedenfalls schon öfter Artikel von TiN verlinkt, habe ich mal gesehen.

    Mal bei der grünen Jugend versuchen? Indymedia? NPD? Welche Foren haben denn die?

  3. Matthias Mala schreibt:

    Lieber Herr Buurmann,
    Sie gehen mir mit Ihrem Blog manchmal gewaltig auf den Keks, vor allem dann, wenn Sie ihre Ansichten gewissermaßen aus dem Bauch heraus begründen, und ein andermal finde ich Ihre Argumentation durchdacht und freue mich über die Perle, die sie hier liegen ließen. So ist das halt auf der Welt, wenn ich nicht nur in Bullerbü hausen möchte.
    Servus M. M.

  4. Bernd Ebert schreibt:

    Ich lese seit Jahren hier immer mal mit, obwohl in der Regel und was das Agieren Israels betrifft ganz anderer Meinung bin, eher der von Peter Beinart (The Crisis of Zionism)..

    Anfangs habe ich hier auch mal kommentiert, mich dann aber schnell zurückgezogen; mir das umgehende entlarvt werden als Antisemit im Diskurs einfach zu flach ist.

    Aktuell ist das für mich als alten Zyniker nun durchaus wieder spannend, insbesondere was die Causa Trump betrifft. Habe dahingehend gerade auf der Website -wo ich neben Augsteins Freitag gern schreibe- einen Kommentar eingestellt,

    http://www.termiten.net/comment/4601#comment-4601

    der komplette dortige Blogtext zu „Breitbart“ ebenfalls von mir stammt.

    Gruß und weiter so in jedweder Differenz!

    Nochmal abgeschickt, weil keine Meldung kam, ob das Teil nun in einer Warteschlange steht. Kann hier der zweite Versuch ggf. gelöscht werden.

  5. Bernd Ebert schreibt:

    Ich lese seit Jahren hier immer mal mit, obwohl in der Regel und was das Agieren Israels betrifft ganz anderer Meinung bin, eher der von Peter Beinart (The Crisis of Zionism)..

    Anfangs habe ich hier auch mal kommentiert, mich dann aber schnell zurückgezogen; mir das umgehende entlarvt werden als Antisemit im Diskurs einfach zu flach ist.

    Aktuell ist das für mich als alten Zyniker nun durchaus wieder spannend, insbesondere was die Causa Trump betrifft. Habe dahingehend gerade auf der Website -wo ich neben Augsteins Freitag gern schreibe- einen Kommentar eingestellt,

    http://www.termiten.net/comment/4601#comment-4601

    der komplette dortige Blogtext zu „Breitbart“ ebenfalls von mir stammt.

    Gruß und weiter so in jedweder Differenz!

  6. limbischessystem schreibt:

    Wie teilt man denn einen Artikel? Längs? Quer? Wie wird so ein Artikel und womit geteilt? Wie stelle ich fest, aus welchen Teilen ein Artikel besteht?
    Übrigens mache ich das ganz genauso. Mein bevorzugtes Medium sind Papyri und Kodices, die in Buchform zu habens sind. Keine Schrift, die nicht älter als zweitausend Jahre alt ist, lohnt die Rezeption im Grunde nicht. Man könnte die Frage erweitern, udn anch den Gattungen und Genres Fragen. Ich finde zum Bleistift Krimis ganz schön populistisch?

  7. sandra schreibt:

    Warum? Dass der Befund stimmt ist klar, dass diese Herangehensweise – in weiten Teilen auch seine Berechtigung hat, auch: denn die Chefredaktionen der jeweiligen Blätter tragen Sorge, dass zB in die Junge Welt kein Israelfreundlicher Beitrag kommt, oder in RTDeutsch kein Putinfeindlicher. Dass ich dann auch keine Beiträge über, zum Beispiel, Mozart in einem so tendenziösen Medium lesen muss, hat daher eher damit zu tun, dass ich derlei Publikationen einfach per se keine Aufmerksamkeit zukommen lassen möchte. Und warum willst du wissen, was Du ohnehin schon weisst? Kostet Zeit, kostet Nerven, ändert nix.

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