Deutschland, wo bist Du?

Israel steht in Flammen. In Haifa, Jerusalem, im Süden Tel Avivs und an anderen Orten Israels fliehen die Menschen vor dem Feuer. Über 75.000 Menschen sind auf der Flucht. Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlicher Brandstiftung. Mehrere Menschen wurden bereits verhaftet. Ein neuer Begriff macht die Runde: Feuer-Intifada! Polizeichef Roni Alscheich erklärt:

„Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren.“

Laut dem Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sollen etwa die Hälfte der Brände von Brandstiftern oder aus antiisraelischen Motiven gelegt worden sein. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat angekündigt, jede Brandstiftung als „Akt des Terrors“ zu verfolgen.

Auf Facebook freut sich auf Seiten wie „Islam Fakten“ ein hasserfüllter Mob über die zerstörerischen Flammen. Sprüche wie „Scheiß Juden“, „Israel soll brennen“ und „Verbrennt Ihr Hurensöhne“ machen die Runde. Der deutsche Islamkonvertit Martin Lejeune erklärt in einem öffentlichen Statement die Brände zur „Strafe Gottes“.

Feuer gehörte schon immer zu den Lieblingswaffen der Nazis. Heute wird das Feuer im November 2016 in Israel von vielen Leuten so gefeiert, wie Nazis einst die Brände im November 1938 feierten.

In Israel findet gerade ein Pogrom statt. Die Angriffziele sind jedoch nicht Synagogen und jüdische Gemeindehäuser, das Ziel des Hasses ist der ganze Staat Israel.

Es ist geboten, daran zu erinnern, dass es die verfassungsmäßig erklärte Absicht der Hamas und vieler Staaten im Nahen Osten, sowie einem Großteil der Fatah ist, den ganzen Staat Israel, sowie das gesamte jüdische Volk zu vernichten. Malca Goldstein-Wolf schreibt:

„Seit Bestehen muss dieses tapfere, kleine Land, umgeben von kriegswütigen, judenhassenden Barbaren, um sein Überleben kämpfen. Der Terrorismus in Form von Brandstiftungen hat nun seinen Höhepunkt erreicht. Wieder sollen Juden in Rauch aufgehen. Wie soll man sich gegen Brandstiftung schützen? Warum, verdammt nochmal, höre ich gerade Nachrichten im Radio und Israels Ausnahmesituation wird mit keinem Wort erwähnt? Wo bleibt die deutsche Unterstützung in der Not?“

Ja, Deutschland, wo bist Du? Italien, Kroatien, Griechenland, Zypern, Aserbaidschan, die Ukraine, Türkei und andere Länder unterstützen die israelischen Behörden im Kampf gegen die Flammen. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin soll die sofortige Entsendung von zwei riesigen Löschflugzeugen beauftragt haben.

Am 24. November 2016, als über 75.000 Menschen in Israel auf der Flucht waren, schrieb das Auswärtige Amt:

„Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten, und damit auch in Ost-Jerusalem, verstößt gegen das Völkerrecht. Siedlungen behindern die Möglichkeit eines Friedensprozesses zusätzlich. Wir verfolgen diese Entwicklungen, die dazu beitragen, die Spannungen zwischen beiden Bevölkerungsgruppen zu erhöhen, und langfristig einen Frieden auf Grundlage ‎einer Zweistaatenlösung untergraben, mit großer Sorge.“

Erst ein Tag später kamen erste Worte der Unterstützung:

„Mit allergrößter Sorge sehen wir auf die vielen Feuer, die seit Tagen in Israel wüten. In tiefer Verbundenheit stehen wir fest an der Seite Israels. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Zehntausenden, die ihr Zuhause zurücklassen mussten, nicht wissend, wann eine Rückkehr möglich sein würde. Nun scheint es, als könnten die ersten Bewohner Haifas in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Wir wünschen uns, dass sich diese Hoffnung bestätigt, und den Rettungskräften weiter viel Stärke, die sie in diesen schwierigen Tagen so notwendig brauchen, um der Flammen Herr zu werden und die Menschen in Sicherheit zu bringen. Wir stehen bereit, Hilfe zu leisten, wo immer geboten und gewünscht. Die breite Hilfsbereitschaft, die viele internationale Partner Israel entgegenbringen, sendet ein wichtiges Signal.“

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19 Antworten zu Deutschland, wo bist Du?

  1. Pingback: Israel brennt - Hass und Schadenfreude in den sozialen Medien - Audiatur-Online

  2. Warum zögern manche noch, zuzugeben, dass arabische Terroristen Feuer gelegt haben? Nun wurde sogar ein Täter auf frischer Tat ertappt, was nicht verwundert, da nur der das Land in Brand setzt, dem es nicht gehört!
    Wie gut, dass Hilfe aus vielen Staaten Europas und selbst des Nahen Ostens kommt, doch wo ist Deutschland? Und während 75Tsd. Bürger Haifas vor den Flammen flüchten müssen, hat unser Außenminister nichts anderes zu tun, als eine extra Erklärung gegen Israel für den völlig legitimen Siedlungsbau heraus zu bringen – eine derartige Entgleisung ist nicht gerade das beste „Empfehlungsschreiben“ für seine Wahl als oberster Repräsentant unser Staates!

  3. Marcus Vorbrüggen schreibt:

    Unsere deutschen Politiker wie Frank-Walter Steinmeier (u.a.) sehen mit großer Sorge einem israelischen Wohnungsbau entgegen. Zudem ist da noch die EU-Etikettierung israelischer Waren. Wenn Israel vernichtet ist, werden sich unsere deutschen Politiker eben ein anderes Betätigungsfeld suchen. Vielleicht noch an den lebenden Juden.

    • P.M. schreibt:

      Wahrscheinlich würde in dem Fall, dass es Israel nicht mehr gäbe, das große Gedenken der deutschen Politiker losgehen. Im Nachhinein können sie das richtig gut 😉 Man denke nur an das Denkmal, um das „uns viele Länder beneiden“…
      Ich glaube nicht, so traurig es ist, dass sie bei all dem Zeit hätten, sich um lebende Juden zu kümmern.

  4. Ralf Weber schreibt:

    Leider wiederholt sich hierbei unsere düstere Geschichte immer wieder. Wenn den Juden und jetzt hier auch ihrem Land übles zugefügt wird, treten viele auf die Seite. Im schlimmen Fall wird es sogar toleriert bzw. Gründe dafür gefunden.

    Auch gerade bei denen, welche sonst in den höchsten Tönen über vermeidliche Ungerechtigkeiten und Mißstände klagen. Das ist doch sehr ernüchternd …

  5. Ralf Weber schreibt:

    Ein treffender Artikel. Gerade in der Nachrichtensendung „Heute“ im ZDF scheint das größte Problem bei diesen an vielen Stellen auf einmal aufflammende Bränden die möglicherweise zu harte Reaktion Israels zu sein und nicht der Hass der gewissenlosen Verursacher. Da kann man nur den Kopf schütteln.

    Hierzu auch:
    http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/31080/Default.aspx

    Wichtig ist für uns ist, regelmäßig für Israel zu beten. Es spielt laut Bibel bis zum Abschluss der Heilsgeschichte eine wichtige Rolle. In diesem Kontext ist auch die oft irrationale Feindseligkeit gegen Israel zu sehen.

    Auch noch wichtig:

    http://www.israelaktuell.de/content/gebetsmail/CSI-Gebetsbrief-2016-11-November.pdf

    • Atticus Finch schreibt:

      Eines Tages wird wohl auch der Letzte verstanden haben, dass in Deutschland eine antisemitische linksgrüne Elite an der Macht ist, welche die zumindest latent vorhandenen Präferenzen der gentrifizierten Stadtteil-Yuppies (lies: Medien u.a.) bedient.

      Es bricht der mediale Shitstorm dann los, wenn mal ein Zettel mit islamkritischen Sprüchen an einer Moschee klebt.

      Habe mich schon oft darüber ausgelassen, irgendwann wird’s ermütend (oder zumindest redundant). Und nein, Deutschland hat in der Tat keine geeigneten Löschflugzeuge, noch nicht mal Marinehubschrauber, welche über Wasser fliegen dürfen (ernsthaft).

      Beten bringt da auch nichts mehr, fürchte ich.

  6. caruso schreibt:

    Warum soll D Israel helfen, wo es doch ein soooo guter Freund ist? Ironie beiseite: Es gibt
    viele Möglichkeiten einem so heimgesuchten Land zu helfen. Auch wenn man selbst keine großen
    Löschflugzeuge hat. Man müßte nur fragen: Was braucht ihr? Womit können wir helfen? Ob
    das einem aus der politischen Kaste einfällt und wann… man wird’s sehen. Sehr viel Hoffnung habe ich nicht, aber wer weiß? Vielleicht geschehen manchmal auch in der heutigen Zeit Wunde
    lg
    caruso

    • A.S. schreibt:

      Es wäre schon viel erreicht, wenn man an prominenter Stelle das Problem deutlich zur Kenntnis nimmt. Nicht nur in einem Twitter-Bla-Bla.

  7. Joerg J. schreibt:

    Ich habe das gemacht, was Sie eigentlich hätten machen sollen, bevor Sie den Artikel geschrieben haben, ich habe recherchiert, Die grundsätzliche Bereitschaft Hilfe zu leisten wurde in einem Tweet des AA zum Ausdruck gebracht. Wenn es dort konkrete Anfragen von israelischer Seite gibt, wird zwischen den Regierungen auf Expertenebene geklärt, wie im besten im Sinne Israels geholfen werden.
    Zu suggerieren, die deutsche Bundesregierung stehe den Dingen gleichgültig gegenüber oder verweigere gar Hilfe, ist abwegig:
    https://twitter.com/AuswaertigesAmt/status/802191810307194880/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

    • k.knerzje schreibt:

      Sorry, aber wenn ein Freund in Not ist frage ich Ihn ob und wie ich ihm helfen kann und warte nicht bis er um Hilfe bittet

  8. Dante schreibt:

    Gibt’s ’n Spendenkonto?

  9. Andreas Moser schreibt:

    Hat Deutschland überhaupt „riesige Löschflugzeuge“?
    Ich glaube, wir haben nur so kleine Hüpfer, die nicht mal so weit fliegen könnten.

    • Dante schreibt:

      Warum sollte ausgerechnet Deutschland keine Löschflugzeuge haben? Wenn, wäre das oberpeinlich für ein so reiches Land.

      • Andreas Moser schreibt:

        Weil wir keine Waldbrände wie in Kalifornien oder in der Tundra haben.

        Die einzigen Löschflugzeuge, die ich jemals in Deutschland gesehen habe, sind klitzekleine Flugzeuge für 1000 oder 2000 Liter Wasser. Das sind die gleichen Flugzeuge, wie sie Landwirte zum Verprühen von Chemikalien auf ihre Felder nutzen.
        Die sind in Israel jetzt einfach weniger nützlich als eine russische Antonov oder Tupolev.

      • Andreas Moser schreibt:

        Zum Nachtrag ein paar Fotos deutscher Löschflugzeuge: http://www.dlfr.de/index.php?id=387 Der Vorteil von diesen kleinen Flugzeugen ist nur, dass sie auch auf Segelflugplätzen landen und starten können und daher die Basis nahe am Brandherd liegen kann. (Entfernung ist aber in Israel kein Problem, und der Norden ist zu hügelig, um auf Wiesen zu landen.) Der Nachteil ist wie gesagt die geringe Menge an Wasser, die solche Flugzeuge fassen. Selbst bei kleinen Waldbränden helfen solche Flugzeuge nur an unzugänglichen Stellen, wo man mit einem normalen Löschzug nicht hinkommt (ein weiterer Grund, warum sich das in Deutschland nicht lohnt, weil wir ja überall breite Waldwege haben, wo die Feuerwehr hinfahren kann). Ich habe diese kleinen Flugzeuge letztes Jahr bei der Waldbrandbekämpfung in Brasilien beobachtet. Es hilft schon ein wenig, aber man braucht etliche Flugzeuge, die alle 15 Minuten auftanken und wiederkommen, damit es für die Feuerwehrleute vor Ort eine spürbare Entlastung bringt. So ein Feuer ist nämlich eine verdammt hartnäckige Schlampe, wie meine brasilianischen Kollegen sagten.

        Was Israel benötigt, sind Amphibienflugzeuge, die im Tiefflug über dem nahen Meer auftanken und dann 10.000 Liter Wasser abwerfen. Soweit ich weiß, hat Deutschland so etwas nicht. Ich habe das zum ersten Mal im Einsatz gegen Waldbrände in Südfrankreich gesehen.

      • ceterum censeo schreibt:

        Nehmen Sie es nicht übel, lieber Dante, aber Sie gehen immer vom Guten, Normalen und Harmonischen aus. Alles wird gut, weil es das seit siebzig Jahren doch immer war. Sie würden sich wundern, was Deutschland alles nicht hat, in seiner Dummheit und Überheblichkeit. Selbst jetzt könnte uns wahrscheinlich das kleine Israel noch eher helfen, als wir ihm.
        Zumindest wissen wir beide jetzt, wem wir dieses Jahr etwas spenden können. Für ein Löschflugzeug wird mein Beitrag wohl nicht reichen, aber für ein paar Patronen, von denen vielleicht eine ihr Ziel in einem Brandstifter findet, ist es genug.

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