Die Zionisten sind schuld! Auch an der Holocaustleugnung.

Martin Lejeune bereut. Er bereut sogar so sehr, dass er zum Holocaustmahnmal gegangen ist, um dort ein Video zu drehen, das er am Nachmittag des 1. Dezember 2016 auf Facebook stellte. In dem Video sagt er:

„Ich entschuldige mich von ganzem Herzen für meine unbedachten Äußerungen zu den Waldbränden in Palästina. Ich freue mich, dass das Feuer mittlerweile wieder unter Kontrolle ist. Gott Sei Dank haben die Waldbrände kein einziges Menschenleben gekostet. Ich bin auch der türkischen Feuerwehr sehr dankbar, daß sie geholfen hat, die Waldbrände zu löschen. Ich entschuldige mich auch von ganzem Herzen für meine Rede, in der ich das Leid bezweifelte, das unseren jüdischen Mitmenschen in der Nazizeit angetan wurde. Man kann und sollte so etwas Schreckliches wie den Völkermord an den Juden nicht bezweifeln.“

Da scheint wohl jemand dem Martin Lejeue erklärt zu haben, dass er richtig großen Mist gebaut hat und Probleme mit der deutschen Justiz bekommen wird, da er im November 2016 folgende Videobotschaft online gestellt hatte, nachdem Israel von verheerenden Bränden heimgesucht worden war, die über 75.000 Menschen zur Flucht gezwungen hatten:

„Jetzt mal ein Punkt. Wir hatten ja diesen Holocaust. Da sollen ja sechs Millionen Menschen, sechs Millionen Juden umgebracht worden sein, auf schrecklichste Art und Weise. Jetzt frage ich mich aber, warum sind die Juden und die Israelis jetzt so unmenschlich mit den Palästinensern, die sie, wie ich es alles gerade aufgeführt habe, in die Gefängnisse stecken, denen sie das Wasser wegnehmen, denen sie die Häuser wegnehmen, ihr Land? Wenn wirklich sechs Millionen Juden umgekommen sein sollen, dann darf ich doch annehmen, dass die, die das Leid erfahren haben sollen, doch etwas menschlicher umgehen mit den Palästinensern. Das sehe ich aber leider nicht. Und wenn es so ist, wie es leider gerade geschieht, dass die Juden so unmenschlich sind zu den Palästinensern, dann müssen bei mir zumindest leider Zweifel entstehen, ob die Juden wirklich so ein Unglück erlebt haben, weil sonst müssten sie sich wirklich mehr einfühlen und mehr Empathie zeigen für die Palästinenser. Und daher auch meine Hoffnung, dass das große Feuer in Israel die Palästinenser, also die Christen und die Muslimen, verschont. Und ich kann mir leider im Augenblick nicht wünschen, dass die Juden von diesem Feuer verschont werden, weil sie so unmenschlich umgehen mit den Palästinensern.“

Ein wahrlich wirrer Monolog, der von Holocaustleugnung bis zum Judenhass alles dabei hat. Martin Lejeune erklärte die Brände in Israel sogar zu einer „Strafe Gottes“! Feuer gehörte schon immer zu den Lieblingswaffen der Nazis. Im November 2016 feierte Martin Lejeune das Feuer in Israel so, wie Nazis einst die Brände im November 1938 feierten und Facebook erklärte, das alles verstoße nicht gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook. Da ich aber wissen möchte, ob das alles gegen die Gemeinschaftsstandards von Deutschland verstößt, also gegen das Strafgesetzbuch, habe ich Anzeige gegen Martin Lejeune erstattet. Von dieser Anzeige scheint er jetzt erfahren zu haben, denn er fährt im reumütigen Ton und mit großen Augen vor dem Holocaustmahnmal stehend fort:

„Ich bin ein Mensch mit Gefühlen und ich habe mich in meiner Rede von dem Leid gegen die Palästinenser, ausgeübt durch die Zionisten, überwältigen lassen.“

Die Zionisten sind also schuld, dass Martin Lejeune dazu überwältigt wurde, den Holocaust zu leugnen. Darauf muss man erst mal kommen! Martin Lejeune konkretisiert:

„Unterschwellig hat bei mir die Behauptung Israels, dass Zionismus mit dem Judentum gleichzusetzen wäre, gewirkt. Aber: Nicht alle Juden sind für den Zionismus. Es gibt Juden, die gegen den Zionismus sind. Es gibt zum Beispiel die Juden für den gerechten Frieden im Nahen Osten. Das sind Menschen jüdischen Glaubens, die gegen den Zionismus sind. Ich möchte allen Bürgern jüdischen Glaubens meine Hand reichen und gemeinsam mit ihnen arbeiten gegen Judenhass, gegen Antisemitismus und gegen Zionismus.“

Wie großzügig von Martin Lejeune. Er reicht Juden die Hand, wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, den er mal ganz nebenbei mit Judenhass gleichsetzt. Zionismus ist die Bewahrung des jüdischen Nationalstaats und somit nichts weiter als israelischer Patriotismus. Einem Juden zu sagen, man sei nur für Juden, wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, ist wie einem Deutschen sagen, man sei nur für Deutsche, wenn sie gegen Deutschland arbeiten. Eleganter wurde Israel und zionistischen Juden selten das Existenzrecht abgesprochen. Martin Lejeune fährt fort:

„Das Judentum hat – wie das Christentum und der Islam – fruchtbare Botschaften der Nächstenliebe. Ich mag das Gebot der Nächstenliebe. Das Gebot der Nächstenliebe stammt sogar aus der Tora des Judentums. (Lev 19,18 EU): „An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin JHWH.“ Im Koran steht: Vers 32 aus der Sure 5: „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit, und wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Menschheit.“

Mensch Martin, da greifst Du jetzt aber ganz tief in die Trickkiste der Verarsche. Die fünfte Sure wird gerne zitiert, wenn die angebliche Friedfertigkeit des Korans bewiesen werden soll, aber es zeugt schon von einer ungeheuerlichen Chuzpe, ausgerechnet diese fünfte Sure als Zeugnis des Friedens im Koran anzuführen. Der von Martin Lejeune zitierte Vers steht nämlich in einem Zusammenhang, der alles andere als friedlich ist:

„Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einen Menschen das Leben hält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach beginnen viele von ihnen Ausschreitungen im Lande. Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Ich übersetze mal:

„Wir haben den Juden verordnet, wer tötet, tötet eine ganze Welt. Für Euch aber gilt, wenn jemand ein Unheil im Lande anrichtet, dann hackt ihnen die Hände und Füße ab.“

„Unheil im Lande“, na das ist ja mal etwas, wie soll ich sagen, vage, um nicht zu sagen, durchaus interpretationsfähig und auslegungsbedürftig. Weniger vage, ja geradezu konkret wird der Koran, wenn es darum geht, was mit jenen Leuten geschehen soll, die „Unheil im Lande“ anrichten: Vertreibung, Kreuzigung oder wechselweise Hände und Füße ab, je nach Stimmungslage und ortsüblicher Tradition. Ich sag mal so, wenn ich beweisen müsste, dass der Koran ein Buch des Friedens ist, ich würde ganz sicher nicht diese Stelle zitieren, denn sie ist alles andere als friedlich, ja, geradezu barbarisch brutal. Aber Martin Lejeune nimmt halt alles, war er finden kann und er bittet um Verzeihung:

„Ich bin ein Mensch, der Fehler gemacht hat und im Sinne der Nächstenliebe um Verzeihung bittet. Ich treffe und interviewe regelmäßige Juden, und ich habe Juden als Freunde. Ich bitte alle diese Menschen, deren Gefühle ich verletzt habe, um Verzeihung.“

Martin Lejeune hat eigentlich nur die Gefühle von Zionisten verletzt. Sie sind die einzigen Juden, die er beleidigt hat und denen er den Tod gewünscht hat. Diese Juden nimmt er aber ausdrücklich aus seiner Entschuldigung heraus, die daher nichts weiter ist als leeres Geschwätz, so wie diese Aussage:

„Ich möchte Rassismus und Diskriminierung auf meinen Sozialen Medien-Seiten keine Plattform bieten und daher bitte ich nochmals ausdrücklich auf meinen Seiten keine rassistischen oder diskriminierenden Inhalte zu posten.“

Wer sagt, er arbeite gegen Zionismus, arbeitet gegen einen ganzen Staat, nämlich Israel. Wer jedoch gegen einen ganzen Staat arbeitet, der diskrimiert diesen Staat! Martin Lejeue hat eine Entschuldigung verfasst, die keine ist. Meine Anzeige bleibt daher bestehen!

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13 Antworten zu Die Zionisten sind schuld! Auch an der Holocaustleugnung.

  1. Ralf Weber schreibt:

    Ich war am 29.11.2016 auf einer ergreifenden Veranstaltung, auf der authentisch über die realen Erlebnisse beim deutschen Holocaust berichtet wurde. Schlimm neben den schrecklichen Untaten ist, dass viele Deutsche es entweder gewollt, akzeptiert oder einfach weggesehen haben und es immer wieder Versuche gibt, diese klar dokumentierten Verbrechen zu leugnen. Ausgeprägt leider auch in den islamisch-arabischen Ländern, oder aber auch hier, wo viele wieder auch wieder Gründe für ihren Antisemitismus finden oder einfach wieder wegsehen.

    Der Antisemitismus kommt heutzutage gerne in Gestalt einer grundlegenden Feindschaft gegen das einzige jüdische Land Israel, der einzigen realen Demokratie im Nahen Osten. Es wurde auch von den bedrückenden und hautnahen Erfahrungen mit den in der Regel durch Brandstiftung entfachten Bränden in Haifa berichtet.

    „ICEJ-ABEND MIT DER HOLOCAUSTÜBERLEBENDEN JUDITH ROSENZWEIG AM 29. NOVEMBER 2016“
    Um 19.00 Uhr bei der ICEJ in 70188 Stuttgart

    https://de.icej.org/civicrm/event/info?reset=1&id=2084

    Für uns ist es wichtig, dass unser Beistand auch den noch lebende Opfern des Holocausts, ihren Verwandten und Nachfahren gilt. Unsere düstere Geschichte darf sich hier auf keinen Fall wiederholen. Hierzu auch treffend:
    https://tapferimnirgendwo.com/2016/11/16/nur-ein-toter-jude-ist-ein-guter-jude/

  2. A.Bundy schreibt:

    Bravo Gerd, für die großartige Demontage eines erbärmlichen Judenhassers.
    Und im Gegensatz zu Böhmermanns letztem Medienstreich, ist sie ganz sicher nicht gefakt.

  3. Daniela Hardt schreibt:

    Einen solchen Quark ungestraft verbreiten zu dürfen, DAS nennt man Demokratie! Wenn du ein wenig Hirn hast Lejeune, dann lese mal, ich kann Dir eine Bücherliste schicken, oder falls das mit dem Lesen nicht klappt. Es gibt da Film, gedreht von der SS über die Ermordung der Menschen in Konzentrationslagern!

  4. bm98600 schreibt:

    Hier noch Interessantes über den Mann:
    http://meedia.de/2014/09/02/die-kriegsreporter-figur-martin-lejeune-und-das-problem-mit-der-naehe/
    Ersucht Aufmerksamkkeit und bekommt sie offenbar. Man sollte ihn beschweigen und wenn nötig, anzeigen, diesen Wichtigtuer. Wenn er arbeiten will, soll er mal einen Pickel in die Hand nehmen , das wäre was Sinnvollles.

  5. klartext schreibt:

    Die ebenso wirre wie perfide Pseudo-Entschuldigung richtet sich selbst. Der Typ ist offenkundig unheilbar.

  6. bastimaxi schreibt:

    Ja dann müssen sie mich aber auch anzeigen:

    Schliesslich werfe ich den Juden brutale Ritualmorde an deutschen Kindern vor…in unserer Zeit:

    http://www.arbeitskreis-Tristan.de.tl

    Mein Name und Adresse ist dort offen zu finden.

    Viel Spass

    Ich habe keine Angst vor dem Juden Lakaien aka Richter…

    Juden raus aus Deutschland

  7. Praecox schreibt:

    Der arme, kleine Martin entschuldigt sich? Um Entschuldigung bittet man.
    Wofür entschuldigt er sich? Für freie Meinungsäußerung? Wenn er meint, dass freie Meinungsäußerung entschuldigungswürdig sei, dann verrät er damit eigentlich alles über seine intrinsischen Beweggründe. Der kleine Martin hat jetzt Angst vor einer Strafe und er entschuldigt sich, wie es unreife Narzisse vor dem Jugendrichter tun: „Ich habe mich doch entschuldigt.“ Falls er jetzt noch bestraft wird, kann er wieder auf ungerecht behandeltes Opfer machen, denn er hat sich ja entschuldigt.

    • Hans Wurst schreibt:

      Er kann gar nicht „sich entschuldigen“. Er kann jemanden um „Entschuldigung bitten“. Aber es obliegt dem Opfer/Angegriffenen der Unschuldigung stattzugeben.

  8. caruso schreibt:

    Prima, prima, primissima, lieber Gerd! Dem Idioten wird’s aber auch das nicht helfen. –

    Kannst Du mir etwas Übles und/oder Böses sagen, woran nicht die Juden schuld sind? In den letzten Jahrzehnten kommen die „Zionisten“ genannten Juden verstärkt dazu. Sie vor allem sind
    an allem schuld. Diese erbliche Geisteskrankheit der europäischen Kultur bringt immer neue Formen hervor, ohne die alten aufzugeben. Was oder wie wird die nächste?
    lg
    caruso

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