Nachfaktisch ist vorfaktisch!

Triggerwarnung: tl;dr!

„Postfaktisch“ hat das Zeug dazu, das Wort des Jahres 2016 zu werden. Beim postfaktischen Handeln stehen nicht mehr Fakten im Mittelpunkt sondern die Gefühle der angesprochenen Klientel, damit statt einer Erkenntnis ein erwünschter Effekt erzielt wird. In einem postfaktischen Diskurs sind Lügen, Ablenkungen und Verwässerungen keine Seltenheit. Oft wird eine Lüge so oft wiederholt, bis sie zur gefühlten Gewissheit wird. Ein typisches Beispiel dafür ist dieses Interview auf CNN:

Die Diskusionsteilnehmerinnen wissen gefühlt, dass Millionen Menschen in Kalifornien illegal gewählt haben und dass die Regierung des Staates diesen Wahlbetrug im direkten Auftrag des Präsidenten Barack Obamas exekutiert hat. Auf die Frage, woher sie diese Informationen hätten, sagten sie: „aus den Medien“, „von CNN glaube ich“ und „suchen sie auf Google, da steht es“. Wie sich hinterher herausstellte, stand dahinter nichts weiter, als eine Falschmeldung, die jedoch millionfach auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken geteilt wurde. Sogar der designierte Präsident, Donald Trump, der einen postfaktischen Wahlkampf wahrlich meisterlich führte und den Ruf von Hillary Clinton mit nachweislich erlogenen und verwässerten Vorwürfen derart ramponierte, dass viele Menschen in ihr nur noch Pest oder Cholera erkennen konnten, verbreitete die falsche Nachricht:

In dieser Twitternachricht, erklärt Donald Trump, er habe nicht nur die Mehrheit im Kollegium der Wahlfrauen und Wahlmänner erhalten, sondern auch die Mehrheit des Wahlvolkes, wenn man nur all die Millionen illegal abgegeber Stimmen abziehen würde.

In der postfaktischen Strategie Donald Trumps ist dies ein verständlicher Zug, denn die Fakten sind erdrückend klar:

Fakt ist, über 2,5 Millionen mehr Männer und Frauen haben Hillary Clinton gewählt. Dieser Fakt wird für Donald Trump immer eine Hürde darstellen, es sei denn, er schafft es, von dieser Hürde abzulenken oder sie zu verwässern. Er behauptet daher einfach, bar jeder Faktenlage, Hillary Clinton hätte die Mehrheit gar nicht wirklich und siehe da, es funktioniert. Es gilt nämlich nicht mehr, was wahr ist, sondern was sich wahr anfühlt. Emotionen übertrumpfen (trump) Fakten!

In dieser neuen Realität wurde auch der Begriff „Lügenpresse“ wieder populär. Im Jahr 2014 wurde „Lügenpresse“ sogar zum Unwort des Jahres gewählt. Wenn die oft faktisch falschen aber gefühlt richtigen Meldungen im Internet nicht mehr übereinstimmen mit den Berichten in den Zeitungen und Nachrichtenmagazinen, dann wird die Glaubwürdigkeit der Medienberichterstattung angezweifelt. Es kann schließlich nicht sein, dass das eigene Gefühl sich irrt. Also wendet man sich von den großen Verlagen und Medien ab und begibt sich auf eigene Faust ins Internet, wo man schnell Gleichgesinnte trifft. Algorithmen in den Netzwerken sorgen zudem dafür, dass man nur noch mit Nachrichten versorgt wird, die die eigenen Gefühlswelt bedienen. So entstehen sogenannte Filterblasen, wo Gleichgesinnte nur noch mit Gleichgesinnten interagieren und gemeinsam Echokammern errichten, wo die eigene Wahrnehmung der Welt nicht mehr hinterfragt wird.

Auf Facebook ist es mittlerweile typisch geworden, dass Menschen aufgrund ihrer Parteienpräferenz blockiert werden oder, weil sie sich für Meinungen innerhalb politischer Bewegungen interessiert haben, die zum Feindbild erklärt wurden. Diese Feindbilder sorgen dafür, dass sich die Gruppen untereinander immer stärker abgrenzen. Die Parole dieses hordenhaften Verhaltens lautet: „Wer die nicht ausgrenzt, ist gegen uns!“

Ich kennen Leute, die durchstöbern Facebook dananch, wer die AfD wählt oder mit Pegida-Leuten diskutiert, nur um sie dann zu blockieren, ganz so, als hätten sie dadurch einen heroischen Akt des Widerstands geleistet, der sie auf eine Stufe mit der Weißen Rose stellt. Sogar völlig unpolitische und popkulturelle Phänomene werden zu Feindbildern hochstilisiert, um an ihnen die Grenze der eigenen Toleranz zu manifestieren, die erstaunlich eng liegen. Als Beispiele sind da zu nennen: Helene Fischer, Til Schweiger, Mario Barth und Sophia Thomalla. Darüber sind unzählige Facebook-„Freundschaften“ zerbrochen.

Seit einiger Zeit versuche ich bewusst, diese Filterblasen zu vermeiden und erhalte daher vermehrt Privatnachrichten wie diese: „Du hast aber komische Freunde“, „Was für Spinner sind denn mit Dir befreundet?“, „Was ist das denn für einer?“ Meine Antwort lautet stets:

„Es sind Menschen mit einer anderen Meinung. Manche finde ich falsch, manche richtig. Aber ich entfreunde Leute nicht, nur weil sie Trump mögen oder eine Partei liken, die mir nicht gefällt. Ich will nämlich in keiner Blase und unter keiner Käseglocke leben und erschrecken, wenn eine Wahl mir plötzlich zeigt, dass ich den größten Teil meines Landes gar nicht mehr kenne!“

Es hilft nicht, seinen politischen Gegner als „Pack“ oder „deplorables“ zu bezeichnen und ihnen den Stinkefinger zu zeigen. Im politischen Diskurs müssen wir mit ihnen reden! Wenn es Leuten schlecht geht, flüchten sie. Manche flüchten in andere Länder, andere flüchten in Ideologien. Einige Länder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer sich das Äußern einer Meinung verbittet, sorgt lediglich dafür, dass die Meinung nur noch gedacht wird! Nur weil ich jemanden nicht mehr höre, hört er nicht auf zu denken und die Meinung wird erst sichtbar, wenn es zu einer Handlung gekommen ist. Dann aber ist es oft zu spät!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Kneipe und da sitzt ein Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten ist. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen, er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hate Speech fällt, Sie würden erst ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben und alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist. Ich weiß lieber, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet. Außerdem möchte ich mit einem Nazi nicht plaudern. Mit einem Nazi möchte ich ausnahmslos Klartext reden!

Ich gebe den naiven Glauben nicht auf, dass Reden, Zuhören und Streiten helfen, sich zu verstehen und den Hass zu mindern! Außerdem ist Zuhören ein präventiver Schutzmechanismus, nur so lerne ich das Innere eines Menschen und kann rechtzeitig erkennen, ob ich mich vor ihm schützen söllte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wer alles ausklammert und entfreundet, was ihm nicht gefällt, wird blind für das, was wirklich in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt aus dem Sessel fallen, wenn bei einer Wahl die Menschen in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein defintives Kreuz verwandelt haben. Dann fallen sie aus allem Wolken und sagen, sie hätten all das nicht kommen sehen. Natürlich haben sie es nicht kommen sehen! Sie haben ja auch all die Menschen entfreundet, ihnen den Stinkefinger gezeigt, sie als „Pack“ bezeichnet. Sie haben es sich in ihrer Blase gemütlich gemacht. Sie konnten sich nicht mit diesen Menschen auseinandersetzen, ihnen nicht entgegentreten und ihnen nicht widersprechen. Alles nur, weil sie diese Menschen nicht kannten. Sie vermehrten sich im Verborgenen, Geheimen, Verbotenem. Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Darum gibt es nur eins:

Nachfaktisch ist vorfaktisch!

Es hilft nichts, darüber zu jammern, dass alte Strukturen kollabieren und neue entstehen. Ja, der Einfluss alter Medieninstanzen bröckelt und das ist dem Internet geschuldet. Das Internet wurde nunmal erfunden und es wird so wenig verschwinden wie der Buchdruck. Jammern hilft nichts.

Was wurde gejammert als der Buchdruck erfunden wurde. Pessimisten sahen das Ende der Welt nah und beklagten sich über einen Verlust des guten Anstands. Der Buchdruck, so raunten die Kritiker, würde das Gewöhnliche, Ordinäre und Schundhafte fördern und so war es auch gossenhafte und pornografische Literatur erlebte einen Aufschwung durch den Buchdruck wie durch das spätere Internet.

Der Buchdruck machte zudem den Beruf des Kopisten überflüssig. Kopisten vervielfältigten Schriften in Handarbeit. Sie waren überwiegend Mönche. Mit der Erfindung des Buchrucks verlor die Kirche einen großen Herrschaftsanspruch über die Verbreitung von Wissen. Die Kirche wehrte sich und unkte, mit dem Buchdruck verschwimme die Grenze zwischen relevatem und unnützen Wissen. So wie die kirchlichen Kopisten damals bei dem Buchdruck, so gerieren sich heute große Medienkonzerne oder staatlich geförderte Fernsehsender bei dem Internet als die Bewahrer des sittlichen, guten, anständigen Journalismus. Sie haben dabei oft nichts als Verachtung für die Schmuddelkinder im Internet übrig. Sie malen Horrobilder an die Wand und behaupten, wenn sie gingen, würde alles viel schlechter werden. Ein typisches Beispiel dafür ist Jörg Schönenborns Verteidigungsrede der Rundfunkgebühren:

„Der Rundfunkbeitrag passt gut in dieses Land. Er ist genau genommen eine “Demokratie-Abgabe”. Ein Beitrag für die Funktionsfähigkeit unseres Staatswesens und unserer Gesellschaft. Demokratie fußt auf der Urteils- und Entscheidungsfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Und die ist in einem 80-Millionen-Land nur mittelbar herzustellen, “medial”, durch Medien eben. Trotz der vielen guten Zeitungen und Zeitschriften und trotz des Internets geben die Deutschen immer noch zwei Drittel ihres täglichen Medien-Zeitbudgets für Radio und Fernsehen aus. Und weil man schwerlich ein kommerzielles Vollprogramm findet, das auch nur eine halbe Stunde pro Tag über Politik berichtet, behaupte ich: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sichert das Funktionieren unserer Demokratie.“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk rettet für Schönenborn das Funktionieren der Demokratie. Darunter macht er es nicht! Bisher dachte ich immer, freie Wahlen, Gewaltenteilung und Bürgerrechte sichern die Demokratie, aber ich habe wohl den immensen aufklärerischen Einfluss der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland unterschätzt.

Nein, wer sich heute politisch bilden möchte, macht nicht die Glotze an, hat noch nie die Glotze angemacht, sondern geht ganz modern ins Internet oder liest ganz altmodisch Zeitungen und Bücher. Wenn es eine mediale Stütze der Demokratie gibt, dann sind es die Zeitungen, Bücher und das Internet, und, oh Wunder, sie kommen ganz ohne staatliche Zwangsabgabe aus. Dennoch, stellen wir uns nur einmal vor, diese Medien hätten das selbe Recht wie die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Stellen wir uns mal vor, jede Person, die ein Buch besitzt, müsste dadurch schon Geld an einen öffentlich-rechtlichen Verlag bezahlen. Stellen wir uns vor, eine Person, die eine Zeitung auch nur abonniert hat, wäre dadurch schon zu Gebühren an eine öffentlich-rechtliche Zeitungsanstalt verpflichtet. Es wäre ein Zwang, ein Eingriff in die Pressefreiheit! Der Zwang, gewisse Pay-TV-Sender wie ARD und ZDF kaufen zu müssen, ist blanke, pure Zensur, denn durch das Fördern gewisser Sender, werden alle freien Sender in ihrer Ausübung benachteiligt und behindert.

Außerdem war die Tagesschau nie objektiv. Niemand ist objektiv. Es gibt keine Neutralität in der Berichterstattung. Das hat uns das Internet gezeigt. Jeder hat eine Agenda. Auch deshalb hat das Wort „Lügenpresse“ Hochkonjunktur. So wie der Buchdruck einst offenbarte, dass die Kirche eine Agenda hat, so erfahren wir heute, dass auch Magazine, Zeitungen und öffentlich-rechtliche Anstalten ihre Agenda haben. Jedes Buch, jeder Verlag, jeder Blog und jeder Sender wird von Interessen geleitet. Auch die Tagesschau! Sie ist subjektiv, weil sie von Menschen gemacht wird. Menschen haben Meinungen, Einstellungen und Interessen. Die taz hat eine Linie und die BILD, die FAZ und die SZ. Die eigene Subjektivität zu dementieren, ist die brutalste Form der Subjektivität, da sie selbstgerecht und leugnerisch ist.

Dank des Internets prallen jetzt deutlich mehr Subjekte unkontrolliert aufeinander. Das können wir beklagen, aber es wird sich nicht ändern. Als der Mensch das Feuer für sich entdeckte, ging dadurch auch viel in Flammen auf und Schaden wurde angerichtet, aber dennoch emanzipierte das Feuer den Menschen und daher lernte er, mit der Gefahr unzugehen. Wir müssen jetzt lernen, dass uns niemand mehr sagt, wo es lang geht, sondern dass wir uns in mühseliger Arbeit selbst eine Meinung in dem Meer der Meinungen, Lügen und Wahrheiten des Internets bilden müssen. Das ist nämlich Aufklärung im besten Sinne:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit! Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen gerne zeitlebens unmündig bleibt; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.

Und das sage nicht ich, das hat Immanuel Kant gesagt!

Erinnern Sie sich noch an jene Lehrerinnen und Lehrer, die damals ab und an mit dem Fernsehschrank ins Klassenzimmer kamen und dann die Hälfte der Stunde damit verbrachten, die Geräte anzuschließen? Sie waren studierte Männer und Frauen, die Elite der Bildungsgesellschaft, dennoch waren sie zu bescheuert, einen einfachen Videorekorder zu bedienen. Am Ende waren sie auf die Hilfe ihrer Schüler angewiesen. Sie waren klug und gebildet, aber leider hatten sie den Fortschritt verpennt. So geht es momentan den Kritikern des Internets. Sie haben den Fortschritt verschlafen und machen nun genau das, was viele Privilegierte machen, wenn sie merken, dass ihre Privilegien schwinden, sie klagen: „Damals war alles besser!“

Wir müssen lernen uns zu emanzipieren. So wie der Buchdruck die Menschen aufforderte nicht mehr blind der Kirche und dem Kaiser zu vertrauen, so müssen wir heute lernen, nicht mehr blind der Tagesschau, CNN, dem Spiegel und der Welt zu vertrauen. In der Zeit vor dem Internet waren die Menschen nicht besser informiert. Es gab einfach nur viel mehr Menschen die über die selbe Sache informiert waren. Was das Tagesthema war, entschied vor dreißig Jahren in Deutschland noch die Tagesschau und die BILD. Heute gibt es aber nicht mehr diesen großen öffentlich-rechtlichen Kontinent von Menschen, wo alle über das Selbe reden und gute Fürsten den Staatsauftrag erfüllen. Immer mehr Inseln mit immer unterschiedlicheren Vegetationen und Kulturen entstehen.

Ja, es wird unübersichtlicher werden. Es wird mehr gestritten und beleidigt werden. Der Ton wird sich verschärfen und unser Begriff von Anstand und Sitte wird sich deutlich verändern, weil jeder eine eigene Insel hat, die er nicht mehr verlassen muss, um seine Meinung kundzutun. Wer früher eine Meinung hatte und wollte, dass sie gehört wird, musste eine Hose anziehen, einen Brief schreiben, rausgehen und darauf hoffen, eine Plattform zu finden. Heute können wir in Unterhose im Bett an unserem iPad sitzen und unsere Gedanken in die Welt gießen, so wie ich gerade.

Ja, wir werden uns fremder werden, weil es kein großes Lagerfeuer am Samstag Abend mehr gibt, wo die ganze Nation nach der Tagesschau zusammenkommt, um zu erkennen, dass Gottschalk der große Einheitsspender ist, auf den sich alle irgendwie einigen können. Dafür aber wird die Welt bunter, individueller und abenteuerlicher. Ja, es wird mehr gelogen, gefühlt und verwässert, aber das passiert halt in der Demokratie. Die Macht verwässert. In einem Königreich muss man einen König schmieren, um was zu erreichen, aber in der Demokratie muss Du viele Bürgerinnen und Bürger auf Deine Seite ziehen, um an Dein Ziel zu kommen. Darum können Könige und Diktatoren auch atemberaubend schnell bauen, während in Demokratien Flughäfen und Bahnhöfe ewig dauern. Jeder redet halt mit und keiner hat die Macht allein in seinen Händen, auch nicht, wenn er Recht hat!

Natürlich birgt das Internet auch Gefahren, aber auch der Buchdruck brachte Katastrophen mit sich. Martin Luther konnte Dank des Buchdrucks nicht nur seine Thesen der Reformation vervielfaltigen, sondern auch seine judenfeindlichen Traktate. In seinem Werk „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Diesen Müll konnte Martin Luther veröffentlichen, weil der Buchdruck erfunden wurde, so wie es judenfeindliche Schriften heute massenhaft im Internet gibt. Dank des Buchdrucks und des Internets bekamen nicht nur viel mehr Menschen Zugang zu Bildung, es konnten auch mehr Menschen ihre Meinung veröffentlichen und zwar unabhängig vom Inhalt. Der Buchdruck presste den Judenhass in den Mainstream, wie heute das Internet.

Die Reformation von Martin Luther war eine Buchdruck-Revolution, so wie die Aufstände im arabischen Raum vor einigen Jahren eine Facebook– und Twitter-Revolution waren. So wie der Buchdruck zur Reformation führte, was die Spaltung der Kirche zur Folge hatte und im Dreißigjährigen Krieg einen brutalen Höhepunkt erreichte, so sorgt heute das Internet dafür, dass sich im arabischen Raum die Gläubigen spalten. Heute haben alle Muslime den gleichen Zugang zum Internet, mögen sie nun Reformmuslime sein oder Angehörige des Islamischen Staates, und so wie damals sind die Reformatoren ebenso jundenfeindlich wie die Konservativen, teilweise sogar noch judenfeindlicher! Es war ein Reformator, der den Judenhass in den Mainstream schrieb. Sein Name war Martin Luther.

Es war ein Reformator der einige Jahrhunderte später die Ideologie des Antisemitismus’ erfand. Sein Name war Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er war Journalist und gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an. Er war erklärter Atheist, links, demokratisch und er hasste Juden!

In Maars linker Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil sie sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben hätten. In Berlin erschien im Februar 1879 seine Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreiben. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Benutzung des Begriffs „Antisemitismus“. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte. Er legte 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und dabei brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Antisemiten ein ewiger Jude und dadurch nur noch durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Ich werde daher immer ganz skeptisch, wenn ich höre, jemand sei ein Reformator!

Es ist übrings meine Beschäftigung mit dem Judenhass, der mich so klar die Prinzipien des Postfaktischen erkennen lässt. Denn kaum irgendwo wird schon seit Jahrhunderten so postfaktisch argumentiert wie im Judenhass. Mit Fakten kann man Judenhassern nicht kommen. Sie fühlen ihre Fakten einfach. Judenhasser wissen gefühlt, das Juden Brunnen vergiften, unschuldigen Menschen ihr Wasser wegnehmen, Kinder töten, aus ihrem Blut Mazzebrot machen, Mauern erichten, weil sie böse sind und Land stehlen, weil sie es können, da sie die ganze Welt im Würgegriff haben.

Man kann diesen Typen sagen, dass es nur ganz wenige Juden auf der Welt gibt und wenn man ganz zufällig hundert Menschen aus der Weltbevölkerung herausziehen würde, man höchstwahrscheinlich 32 Christen, 23 Moslems, 15 Hindus, 7 Buddhisten und mit hoher Wahrscheinlich keinen einzigen Juden erwischen würde, weil es derer einfach viel zu wenige gibt, sind sie sich sicher, dass Juden einfach besonders kritisiert gehören.

Von Ressentiments besessene Personen erklären einen Menschen erst zum Verbrecher und dann suchen sie nach dem Verbrechen!

Genauso passiert es im Falle Israel, dem Juden und den Nationen. Unzählige sogenannte Nichtregierungsorganistationen, vermeintliche Friedensaktivisten und objektive Medienunternehmen geben Unsummen aus, um nach Israel zu reisen oder das Internet zu durchforsten, stets auf der Suche nach dem kriminellen Juden, den sie am Schlafittchen fassen können, um stolz deklamieren zu können: Seht her, so kriminell ist Israel! Ein Judenhasser ist jeder, der bei Juden kritisiert, was er bei allen anderen durchgehen lässt.

Das Ziel aller Reporte gegen Israel ist stets der selbe Versuch: Israel widerlich erscheinen zu lassen. Mit Fakten kommt man gegen solche Menschen nicht an.

Fakt ist, im arabischen Nahen Osten werden Homosexuelle verfolgt und hingerichtet, in Israel können sie Premierminister werden. Fakt ist, Menschen mit anderen religiösen Auffassung wie dem Islam werden im arabischen Nahen Osten verfolgt, in Israel können sie höchste Richterinnen und Richter werden. Fakt ist, Regierungskritiker werden im arabischen Nahen Osten eingekerkert und misshandelt werden, in Israel können sie durch freie Wahlen von der Oposition zur Regierung werden. Fakt ist, Frauen und Männer sind arabischen Raum des Nahen Ostens nicht gleichbehandelt, in Israel sehr wohl. In großen Teilen des arabischen Nahen Ostens ist es Juden verboten zu leben, aber zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Bei Israelhassern schlägt die gefühlte Realität die Fakten. Sie holen dann geifernd eine Kiste israelischer Verfehlungen heraus, die sie fein säuberlich gesammelt haben, um zu zeigen, was sie immer schon wussten, nämlich dass Israel eine Bitch ist! Dämonisieren, Delegitimieren und dopplete Standards anlegen, dass sind die drei postkatischen Ds, die wir von Judenhassern seit Ewigkeiten kennen und die alteingesessenen Medien haben bei diesem postfaktischen Hass heftig mitgemischt.

Im Mai 2016 präsentierte das Magazin ZDF heute+ einen Bericht über ein zwölfjähriges Mädchen, das losgezogen war, um Juden zu ermorden. Allerdings ging es in dem Bericht nicht darum, wie das Mädchen zu diesem Hass erzogen wurde, sondern das ZDF präsentierte einen tendenziösen und extrem unausgewogenen Bericht, der dazu schwieg, dass die Diktatur der Hamas und der Fatah Kinder zum Morden anstiftet und als Terroristen missbraucht, um die eigene Vernichtungsindustrie am Laufen zu halten, die in der Gründungscharta der Hamas unter Artikel 7 festgelegt ist. Dort steht, dass das gesamte jüdische Volk weltweit vernichtet werden muss.

Am Ende des Berichtes wurde gezeigt, wie das Mädchen gefeiert wurde. Spätestens hier hätte das ZDF erwähnen müssen, dass die Familien der Terroristen und Judenmörder von der Hamas und der Fatah fürstlich belohnt werden, nicht selten mit Geldern aus Deutschland, was bedeutet, dass eine arme Familie nur eine Tochter braucht, die Juden absticht, um der Armut zu entkommen! Das ZDF aber schwieg dazu! Ich fragte daher bei der Redaktion nach:

„Können Sie mal einen Beitrag darüber machen, warum das Mädchen morden wollte? Woher kommt der Hass auf Juden? Ich finde, ein Bericht über die HJ (Hamasjugend) ist mehr als überfällig! Nur dann versteht man auch die israelische Reaktion.“

Die Antwort kam prompt:

ZDF heute+ versprach mir, bei der nächsten Redaktionskonferenz über die Hamasjugend und den Judenhass, der in die Köpfe arabischer Kinder gehämmert wird, als mögliches Thema zu reden. Ich schickte der Redaktion daher ein paar Filme, in denen zum Hass auf Juden aufgerufen wird. Ich schickte einen Link zu einer Kindersendung mit dem Hamas-Hasen Assud, der Kinder zum Krieg gegen Ungläubige aufruft und es liebt, Juden zu essen, sowie einen Link zur Hamas Mickey Mouse, die Kinder Lieder Judenmorde singen lässt. Ich schickte der Redaktion ebenfalls ein paar Videos, in denen folgende Dinge in die Kamera gesagt wurden:

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“

„Der größte Feind eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das sind die Fakten. Aber Anfang Juli 2016 präsentierte ZDF heute+ einen postfaktischen Bericht unter der Überschrift: „Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten – und zu töten.“

In dem ganzen Bericht wurde nicht ein einziges Beispiel gezeigt, wo israelische Schüler dazu erzogen werden, Menschen zu hassen und zu töten. Kein Wunder, es gibt diese Form der staatlich geförderten Hasspropaganda in Israel nicht. Das ist Fakt! Der Bericht zeugte ausschließlich arabische Kinder, die mit Messern in den Händen rufen, Juden abstechen zu wollen und in der Schule beigebracht bekommen, warum man Juden hassen muss und wie man sie am besten ermordet. Das ist auch Fakt. Wie also kam das ZDF zu der postfaktischen Behauptung, in dem Bericht sähe man, wie israelische Kinder dazu gebracht werden, Menschen zu hassen und zu töten? Das ZDF präsentierte ein Schulbuch, in dem eine Zeichnung zu sehen ist, die einen Araber zeigt, der auf einem Kamel reitet!

Für Nurit Peled-Elhanan von der Hebräischen Universität in Jerusalem war das ein rassistisches Stereotyp! ZDF heute+ zeigte somit arabische Kinder, die mit Messern und Gewehren in den Händen rufen, Juden abstechen und erschießen zu wollen und ein israelisches Buch, in dem ein Araber auf einem Kamel gezeigt wird und titelte:

„Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten – und zu töten.“

So läuft postfaktische Berichterstattung. Die meisten lesen nur die Überschriften und wenn da steht, dass Israel Kinder zu Mord und Todschlag erzieht, selbst, wenn in dem Artikel selbst erkennbar wird, dass das nicht stimmt, wird die Überschrift dennoch massenhaft geteilt und zur gefühlten Wahrheit.

Das Internet hat gerade erst angefangen, die Welt zu reformieren. So gut wie jeder Mensch hat heute Zugang zum Wissen der Welt. Jeder kann sich und seine Gedanken veröffentlichen, es sei denn, man lebt in Nordkorea. Das Internet stellt uns vor ganz neue Herausforderungen. Die Erfindung ist jedoch da. Sie wird uns nicht mehr verlassen. Die Frage ist daher, wie gehen wir mir den neuen Gefahren um? Ein Verbot wird nichts bringen! Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen. Es ist ein symbolischer Akt, nicht mehr, ein fragwürdiger zudem. Wir können uns nur noch anschnallen. Das Flugzeug hat den Boden bereits verlassen.

So wie der Buchdruck einst das Christentum reformiert und gespalten hat, mit all den blutigen Nebenwirkungen des Dreißigjährigen Kriegs, so wird heute das Internet den Islam spalten und reformieren. Und die islamische Reformation wird nicht minder grausam ausfallen als die christliche Variante, vermutlich sogar noch brutaler in Anbetracht all der neuen Waffen.

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19 Antworten zu Nachfaktisch ist vorfaktisch!

  1. davboe schreibt:

    Hat dies auf Im Erziehungswunderland. rebloggt und kommentierte:

    Vorsicht! Ein laaanger Text, der viiiiele Themen anschneidet.
    Und Vorsicht: Er regt zur kritischen Urteilsbildung an.

  2. Matzel schreibt:

    Hallo Gerd,

    als „immer-mal-wieder-Leser“ deines Blogs, möchte ich diesen
    Artikel als Anlass nehmen, am allgemeinen Diskurs teilzunehmen.

    Erwähnen möchte ich vorab, dass auch wenn ich deinen Lifestyle und manche von dir
    vorgebrachten politischen Ansichten / Wertvorstellungen und Schlussfolgerungen nicht teile bzw. anders werte, erstmal die Gelegenheit nutzen möchte, sehr herzlichen Dank für die Einsicht in deine dir eigene Gedanken- und Erfahrungswelt zu sagen.

    Anmerken zu deinem Artikel möchte ich, dass wer es aufgrund der mittlerweile in Deutschland ad absurdum um sich greifenden PC zulässt, aus welchem ideologisch „edlem“ oder „niederträchtigen“ begründbaren Auftrag auch immer, freie Gedanken seiner Mitmenschen zu zensieren, dadurch im weiteren Verlauf dann zu denunzieren und zu kriminalisieren … schläft in einer Demokratie ein und wacht in einer Diktatur der politisch korrekten Meinung wieder auf. Heute noch mag es seine sein, morgen aber vielleicht nur meine 😉

    Freundliche Grüße
    Matzel

  3. max schreibt:

    Ich finde, das Dummgeschwätz mit dem „popular vote“ könnte man so langsam stecken lassen. Das ist ungefähr so schlau, wie wenn man beim Fussball auf der Anzahl Eckbälle herumreiten würde. Fakt ist: Die Regeln waren bekannt, im Vorfeld von niemandem bestritten, die Kandidaren führten im Wissen um eben diese Regeln ihren Wahlkampf und genau so wählten die Wähler. Punkt.

  4. Kanalratte schreibt:

    Außer in Maine und Nebraska spielt der Popular Vote (sprich ein landesweiter Stimmenanteil) bei US-Wahlen überhaupt keine Rolle. Ich glaube das haben viele Leute in Europa und vielleicht auch zum Teil in den USA immer noch nicht verstanden. Der Popular Vote ist außerhalb der zwei genannten Staaten bloß ein statistisches Hilfsmittel, um z.B. später eine Wahl analysieren zu können. Im Normalfall gewinnt natürlich der Kandidat mit den meisten Stimmen. Bei der aktuellen Wahl hat Donald Trump aber im Vergleich zu anderen Wahlen einige Staaten gewonnen die zuvor im Normalfall demokratisch abgestimmt haben. D.h. er hat nicht durch Staaten gewonnen die wie Utah, Georgia usw. sowieso schon erzrepublikanisch sind – und im Übrigen auch nicht durch Florida (wo es im Grunde immer sehr knapp ist) – sondern durch die von der Industrie lebenden Staaten im sog. Rust Belt, im Norden des Landes.

    De facto sagt aber der popular vote, in einem System in dem man als republikanischer Wähler z.B. im immer demokratischer werdenden Kalifornien gar nicht wählen muss und z.B. in Oklahoma umgekehrt nicht die Demokraten, da man sowieso keinen Einfluss auf einen Wechsel hätte, letztendlich gar nichts darüber aus wieviele (wahlwillige) Amerikaner auf einer Seite stehen. Das bedeutet das derjenige der jetzt diesen Wert als absolutes Faktum darstellt, auch nicht Recht hat, weil das US-Wahlsystem eine landesweite Stimmenmehrheit (anders z.B. als gestern in Österreich) gar nicht ermittelt.

  5. holger schreibt:

    „…Emotionen übertrumpfen (trump) Fakten!…“

    ja genau da passiert hier auch gerade.
    haste schonmal darüber nachgedacht das das wahlsystem in den usa, mit dem „Electoral College“ genau dagegen ausgelegt ist, was du beschreibst?
    mit einfacher mehrheit könnten die 5 grössten städte ländlichen gebieten immer vorschreiben wie sie zu leben haben. so wie es jetzt ist, können sich minderheiten wehren.
    sollte dir doch eigentlich gefallen oder sind das die falschen minderheiten?

    „…Fakt ist, über 2,5 Millionen mehr Männer und Frauen haben Hillary Clinton gewählt. Dieser Fakt wird für Donald Trump immer eine Hürde darstellen…“
    die spielregeln sind anders es geht um das „Electoral College“ nicht um die anzahl an gesamtstimmen. daruf ist die wahlkampfstrategie ausgerichtet gewesen…

    ein punkt noch zur möglichen manipulation der wahlen. team hillary hat gegen gesetze juristisch erfolgreich gekämpft, die die manipulationen erschwert hätten…..
    evtl wird sich zu einem spätern zeitpunkt näheres ergeben….

    • Kanalratte schreibt:

      Ich halte eine Wahlmanipulation des Trump-Lagers in den Rust-Belt Staaten für möglich, denn dort hat Trump in eigentlich demokratischen Staaten nicht nur besser, sondern außerordentlich gut abgeschnitten.

  6. ceterum censeo schreibt:

    „…den Ruf von Hillary Clinton mit nachweislich erlogenen und verwässerten Vorwürfen derart ramponierte, …“
    Warum verwässert der Mann sein nachweislich erlogenen Vorwürfe eigentlich?
    Und warum erlügt er überhaupt Vorwürfe gegen eine Person, die soviel tatsächlichen Dreck am Stecken hat, daß einem das Kotzen kommt?
    Ein Rätsel, der Mann. Aber Allah seid Dank werden die Wahlmänner auf Pink und andere Sternchen hören, und Frau Clinton wählen.

  7. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Vielen Dank, Gerd Buurmann, Ihr Artikel ist äußerst lesenswert.

  8. A.Bundy schreibt:

    Alles, was es zum Thema „postfaktisch“ zu sagen gibt, hat Bettina Röhl längst gesagt.
    Lesebefehl!
    http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/die-postfaktiker/

    • besucher schreibt:

      Auch für Frau Röhl gilt in Bezug auf die Linke:
      Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

      Ansonsten hat sie in vielen Dingen Recht.

  9. Heimchen am Herd schreibt:

    Warum immer ganze Romane schreiben?
    In der Kürze liegt die Würze!

    Das Internet ist ein Fluch und ein Segen!
    So geht das! 😉

  10. klartext77 schreibt:

    Guter Beitrag, nur leider etwas zu lang! Verlinkungen zu den früheren Artikeln wären ausreichend gewesen und hätten das, was neu ist, kompakter gemacht. Immer an die Leser denken! Die Leute wollen/müssen auch noch andere Medien verfolgen und zudem ihren Alltag bewältigen. Nicht einmal sonntags hat man endlos Zeit.

    • Kanalratte schreibt:

      Ich mag nicht so daß Buurmann in seine Artikel oft themenfremde Textbausteine aus alten Artikeln einbaut und damit verschiedene Themen miteinander verknüpft und alles somit viel zu kompliziert macht.

  11. Hessenhenker schreibt:

    „Und die islamische Reformation wird nicht minder grausam ausfallen als die christliche Variante, vermutlich sogar noch brutaler in Anbetracht all der neuen Waffen.“

    Und diese Reformation wird in Europa stattfinden, Dank der großen Reformatorin Angela Mutter.

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