Offener Brief von Gerd Buurmann an den Pfarrer von Bethlehem

Im aktuellen Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde in Jerusalem vom Dezember 2016 (siehe unten) findet sich ein Artikel des evangelischen Pfarrers in Bethlemen, Mitri Raheb, unter der Überschrift: „Eine Gemeinde im Wandel der Zeiten – Zur Geschichte der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem“. Dort steht:

Die Gemeinde zwischen der Nakba (1948) und der Naksah (1967)
Die Zeit Pastors Schehadeh

Der arabisch-israelische Krieg in 1948 war eine Katastrophe für die Bevölkerung Palästinas. Unter den etwa 900.000 vertrieben Palästinensern waren mehr als 55.000 Christen. Infolge dieser Vertreibung durch Israel wurden die christliche Städte in ihrer Demographie umgewalzt: Die größten an der Küste liegenden Städte, die über einen beträchtlichen christlichen Bevölkerungsanteil verfügten, fielen 1948 in zionistische Hände.“

Lieber Pfarrer Raheb,

es gehört zu der Tradition der christlichen Kirche, in der Adventszeit postfaktisch Lügen über Juden zu verbreiten. Diesmal nehmen Sie sich dieser Aufgabe an. Ich möchte Sie korrigieren.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus, Sie sagen 900.000 Flüchtlingen, andere sprechen von 500.000 Flüchtlingen. Der andere Flüchtlingsstrom, den Sie nicht erwähnen, bestand aus 850.000 Flüchtlingen. Beginnen wir also mit den Flüchtlingen, die Sie erwähnen.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen 500.000 bis 900.000 Menschen ihre Heimat; und das obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot den Arabern sogar an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen dieses Angebot an. Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis. Es kann somit ohne Probleme gesagt werden, dass viele arabische Flüchtlinge in Wirklichkeit Auswanderer waren, was zeigt, dass das Wort „Flüchtling“ eher ein Kampfbegriff ist als eine neutrale Vokabel.

Schauen wir uns nun die von Ihnen unterschlagenen 850.000 Flüchtlinge an: Im Zuge des bis heute anhaltenden Vernichtungskrieges gegen Israel wurden 850.000 Juden aus ihrer arabischen Heimat vertrieben. Ihnen wurden ihr Besitz und ihre Staatsbürgerschaften genommen. Mittlerweile gibt es sogar arabische Nationen, die ihre Vertreibungspolitik derart perfektioniert haben, dass im Jahre 2001 dort kein einziger Jude mehr lebte, zum Beispiel Libyen und Algerien. Während somit in Israel heute 190% so viele Araber leben wie 1948, und zwar als vollwertige Bürger eines demokratischen Landes, leben in den arabischen Ländern heute nur 0,9% so viele Juden wie 1948. In dieser Zeit fanden viele schreckliche Pogrome gegen Juden statt, u.a. die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden.

Es ist doch interessant, dass in diesem Zusammenhang sehr oft von Vertreibung und Völkermord die Rede ist, damit allerdings nicht die Reduzierung der jüdischen Bevölkerung in den arabischen Ländern auf 0,9% gemeint ist, sondern die beinah Verdoppelung der arabischen Bevölkerung in Israel. Spätestens hier wird deutlich, dass die Begriffe „Flüchtling“ und „Nakba“ politische Kampfvokabeln sind. Sie, Pfarrer Rahem, benutzen sie stolz.

Was geschah mit den 850.000 jüdischen Flüchtlingen? Viele von ihnen wanderten nach Israel aus, andere fanden in anderen Ländern ein neues Zuhause, und jene, die Hilfe benötigten im Umgang mit ihrer neuen Flüchtlingssituation, fanden spätestens 1951 bei den Vereinten Nationen Unterstützung. Im Jahr 1951 nahm nämlich die UNHCR-Behörde ihre Tätigkeit auf. Das Hochkommissariat ist mit dem Schutz von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen weltweit beauftragt und ist auch im Bereich der humanitären Hilfe tätig. Die Behörde ist Nachfolgeorganisation des Flüchtlingskommissariats des Völkerbundes. 1954 sowie auch 1981 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis und 1986 mit dem Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern ausgezeichnet, da sie erfolgreich dafür sorgt, aus Flüchtlingen wieder Bürger zu machen. Der UNHCR ist somit offensichtlich eine gut funktionierende Behörde. Warum also versagt sie im Umgang mit den arabischen Flüchtlingen?

Während die 850.000 jüdischen Flüchtlinge und Vertriebenen wieder Bürger eines Landes wurden, sind aus den 500.000 bisn 900.000 Flüchtlingen und Auswanderern mittlerweile über 4,7 Millionen Flüchtlinge geworden, die in arabischen Ländern bis zum heutigen Tage in Lagern gepfercht leben. Die einzigen Palästinenser, die heute Bürgerrechte besitzen, sind die 1,25 Millionen israelischen Palästinenser. Warum also versagt der UNHCR in diesem Fall? Die Antwort ist so einfach wie verwunderlich: weil er für die Palästinenser nicht zuständig ist. Die palästinensischen Flüchtlinge sind die einzige Gruppe, für die sich die Vereinten Nationen eine eigene Behörde leistet: UNRWA. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten ist ein temporäres Hilfsprogramm der Vereinten Nationen, das seit seiner Gründung 1949 regelmäßig um drei Jahre verlängert wird. Der Hauptsitz des Hilfswerkes war zunächst Beirut, wurde 1978 aufgrund der Unruhen im Libanon nach Wien und 1996 weiter nach Gaza verlegt.

Obwohl die UNRWA nur eine temporäre Behörde ist und jederzeit im UNHCR aufgehen könnte, bleibt die UNRWA bestehen. Warum? Was unterscheidet den palästinensischen Flüchtling von allen anderen Flüchtlingen dieser Welt? Warum ist dieser Flüchtling anders als alle anderen Flüchtlinge? Die Antwort ist im Selbstverständnis der beiden Flüchtlingsbehörden zu finden. Während es die Aufgabe des UNHCR ist, Flüchtlinge wieder zu Bürgern zu machen, hält die UNRWA Palästinenser in ihrem Flüchtlingsstatus, indem sie besondere Kriterien anlegt:

Während Flüchtlinge des UNHCR ihren Flüchtlingsstatus in dem Moment verlieren, da sie Bürger eines von den Vereinten Nationen anerkannten Landes werden, behalten die palästinensischen UNRWA-Flüchtlinge selbst in diesem Fall ihren Flüchtlingsstatus.

Während beim UNHCR der Flüchtlingsstatus nicht von Generation zu Generation vererbt werden kann, können palästinensische Flüchtlinge laut UNRWA Flüchtlinge gebären.

Während der UNHCR eine Einbürgerung der Flüchtlinge in ihrem Gastland befördert und unterstützt, vermeidet die UNRWA die Einbürgerung palästinensischer Flüchtlinge in ihrem Gastland.

Während also der UNHCR erträgliche Lösungen für zig Millionen Flüchtlinge gefunden hat, konnte die UNRWA bisher keinem einzigen palästinensischen Flüchtling zu einer Staatsbürgerschaft verhelfen. Im Grunde gibt es bisher nur ein einziges Gebilde, das dafür sorgt, dass Palästinenser Menschen mit Bürgerrechten werden: Israel!

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das die Menschenrechte der Palästinenser garantiert.

1,25 Millionen arabische Israelis gibt es bisher. Was aber ist aus den 500.000 Arabern geworden, die Israel verlassen haben? Sie leben in den Nachbarstaaten von Israel unter unmenschlichen Bedingungen. Ihnen werden nicht selten Bildung und Medizin verwehrt, sie dürfen keine Häuser bauen und keine Arbeitsplätze annehmen. Zudem ist es ihnen in all diesen Ländern bis auf Jordanien verboten, die Staatsbürgerschaft zu erwerben.

Unter diesen unmenschlichen Bedingungen sind mittlerweile 4,7 Millionen ewige Flüchtlinge erwachsen. 4,7 Millionen Menschen, denen unter Mittäterschaft der Vereinten Nationen jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft als freie Bürger verwehrt wird. 4,7 Millionen ewige Flüchtlinge, die nicht das Glück haben, zu den 1,25 Millionen Palästinensern zu gehören, die in einem Land leben, das mit ihrem Wunsch auf Freiheit verbündet ist: Israel!

Bis auf Israel scheint sich niemand wirklich um das Wohl der Palästinenser zu sorgen. Warum? Welches Interesse können die arabischen Länder haben, Palästinenser zu ewigen Flüchtlingen zu verdammen? Eine Antwort hat der Präsident Ägyptens schon am 1. September 1960 gegeben: “Wenn die Flüchtlinge nach Israel zurückkehren, wird Israel aufhören zu existieren.”

Stellen wir uns einmal vor, den 850.000 jüdischen Flüchtlingen wäre genau das selbe Recht zugekommen, wie es nicht wenige den arabischen Flüchtlingen selbstverständlich zusprechen: Noch heute müssten sich die Vereinten Nationen für eine Rückkehr der Juden nach Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen und all die anderen arabischen Länder stark machen, und nicht nur das, die arabischen Länder müssten sogar dazu genötigt werden, mit unzähligen Resolutionen, Land an Juden abzugeben, da sie ja die ehemalige Heimat von diesen Juden besetzt halten. Es müsste somit die Aufgabe der UN sein, auf die Schaffung unabhängiger Israelstreifen in allen arabischen Ländern hinzuwirken, damit die arabischen Regime die besetzten jüdischen Gebiete räumen.

Wem diese Forderung zu radikal ist, der muss eingestehen, dass sie ebenso radikal ist, wenn es um palästinensische Flüchtlinge geht. Die ständige Rede von palästinensischen Flüchtlingen ist nichts als pure Einseitigkeit, die jedoch leider zum Mainstream geworden ist.

Der ewige palästinensische Flüchtling nutzt nur einer Gruppe: den Feinden Israels.

Am 25. Mai 1953 sagte Pfarrer Karl Baehr:

„Im April 1952 sagte Sir Alexander Galloway, damals Chef von UNRWA für Jordanien, zu unserer Studiengruppe, und das ist wirklich ein direktes Zitat von ihm: ‚Es ist vollkommen klar, dass die arabischen Nationen das arabische Flüchtlingsproblem nicht lösen wollen. Sie wollen es als eine offene Wunde behalten, als ein Affront gegen die Vereinten Nationen und als eine Waffe gegen Israel.‘ Dann sagte er mit Betonung: ‚Die arabischen Führer geben einen Dreck darauf, ob die Flüchtlinge leben oder sterben.'“

Den arabischen Führern und nicht wenigen Nahostexperten ist das Wohl der Palästinenser egal. Israel nicht! Was Israel den Palästinensern bisher angeboten hat, hat noch keine arabische Nation jemals den Palästinensern geboten. Die meisten Bürgerinnen und Bürger Israels wissen halt aus eigener Erfahrung, wie gefährlich es ist, wenn die Umwelt einen zum ewigen Flüchtling abstempelt.

Lieber Herr Pfarrer Raheb,

was sagen Sie eigentlich dazu, dass in Bethlehem und an anderen Orten der palästinensischen Autonomie diese Phrasen gedroschen werden:

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“

„Der größte Feind eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Ich frage, weil Sie ein evangelisch-lutherischer Pfarrer sind und Ihr Religionsstifter Martin Luther ähnlich zärtlich über Juden geschrieben hat:

„Wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht daran, dass du nächst dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“

„Sie sind eitel Diebe und Räuber (…) Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich (…) Zum zweiten: dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre.“

Martin Luther ist auf einer Linie mit der Hamas, die die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes fordert. So jedenfalls steht es geschrieben in Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas. Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sagt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Auch die Fatah ist kein Freund von Juden und somit auf einer Linie mit Martin Luther. Bethlehem ist zwar eine Stadt, in der einst die beiden Juden Jesus und David geboren wurden, aber das ist lange her. David war vor ungefähr 3000 Jahren sogar König von Juda und Israel. Ja, Israel und Juda. Diese Länder gab es schon vor dreitausend Jahren. Soviel zum Thema israelische Besatzer. Heute leben in Ihrer Stadt Bethlehem Muslime und Christen im Wissen, dass dort Dank der palästinensischen Autonomiebehörde und der Unterstützung vieler christlicher Nichtregierungsorganisationen Juden verfolgt werden. Die Stadt ist so gut wie „judenrein“, um mal ein Wort zu nutzen, das einst von Deutschen genutzt wurde, die sich sicher waren, ebenfalls im Sinne Martin Luthers zu handeln.

Kämen die Juden Maria und Josef heute nach Bethlehem, sie wären für viele Israelkritiker nichts weiter als illegale jüdische Siedler, die dort nichts zu suchen hätten und Jesus wäre ein illegaler Siedlerjunge und könnte von Ihnen sicherlich keine Sympathien erwarten. Die Vereinten Nationen würden vermutlich sogar Resolutionen gegen Maria und Josef verhängen und deutsche Dichter würden Jesus kritisieren, weil man das ja wohl noch mal sagen darf!

Lieber Pfarrer,

mir fällt auf, dass in Ihrer langen Geschichte der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem die Zeit von 1933 bis 1945 erstaunlich wenig beschrieben wird. Darf ich fragen, was die Christen in Bethlehem gemacht haben, als sich die Muslimbruderschaft mit Hitler verbündete?

Der Großmufti von Jerusalem und der Führer von Nazideutschland trafen sich im Jahr 1941 in Berlin. Dort wurde al-Husseini prächtig untergebracht und er erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine hohe Geldsumme. Die Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Lieber Pfarrer,

was machte die evangelisch-lutherische Weihnachtskirche in Bethlehem als die Juden in Bethlehem verfolgt wurden? Stand die Gemeinde auf der Seite der verfolgten Juden oder auf der Seite der Täter? Das wäre doch mal ein Thema für das Gemeindeblatt im Januar 2017, meinen Sie nicht?

Gesegnete Adventszeit,
Gerd Buurmann

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24 Antworten zu Offener Brief von Gerd Buurmann an den Pfarrer von Bethlehem

  1. Kanalratte schreibt:

    Die Kirche sind ja diejenigen die immer mit solchen Begriffen wie „Menschlichkeit“ und „Nächstenliebe“ kommen. „Wir müssen…bla bla“

    Der Vatikanstaat hat noch keinen einzigen, ich wiederhole noch keinen einzigen Flüchtling aufgenommen.

    • ceterum censeo schreibt:

      Doch doch! Der Papst hat doch eine Handvoll moslemische „Flüchtlinge“ im Vatikan aufgenommen. Christen waren nicht vorgesehen. Die sollen weiter verrecken. Umgebracht eben von Moslems.

  2. Ralf Weber schreibt:

    Unsere gemeinsame Basis ist die heilige Schrift, dem gemeinsamen Liebesbrief unseres Gottes an uns und unsere gemeinsame Grundlage:

    Jesus (hebräisch Jeschua) war ein Jude sowie auch Abraham, Isaak, Jakob, Moses und die biblischen Propheten. Dazu seine Jünger, Apostel und auch die erste Gemeinde. Die komplette Bibel wurde von Juden geschrieben (abgesehen vom Lukas). Jesus selbst ist in Person der in der Schrift vorhergesagte jüdische Messias aus dem Stamme Davids. Die biblischen Schriften weisen aufging hin inkl. seinem stellvertretendem Sühneopfer, durch welches wir vor unserem Gott von der Macht der Sünde erlöst sind. Wer dem von Herzen vertraut und zu ihm gehört, der ist vor unserem liebevollen Gott gerechtfertigt. Auch Jesus erstes Gebot ist, dass wir unseren gemeinsamen Gott von ganzen Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft lieben sollen. Und dann uns selber und unseren Nächsten.

    Die Juden sind das in alle Ewigkeit von unserem Gott erwählte Volk seines Eigentums, das Volk seines von ihm geschlossenen ewigen und ersten Bundes.
    Dazu Johannesevangelium 4:22: „Jesus: Denn das Heil kommt von den Juden.“ Sehr zu lesen empfehle ich hierzu auch den Römerbrief Kapitel 9-11. Mit der persönlichen Annahme ihres Jesus (hebräisch „Jeschua“) kommt auch der Heilsplan unseres Gottes zum Abschluss (griechisch „Telos“).

    Jesus starb wegen der Schuld aller Menschen durch eine römische Hinrichtung. Ja, die bestimmende jüdische Führung wollte auch wie die anderen Nationen sein mit einem im weltlichen Sinn starken Herrscher. Aber diesen Weg hat die römisch geleitete christliche Kirche auch gewählt, als sie sich mit dem römischen Reich „vermählte“, für das in der Offenbarung des Johannes der Begriff „Babylon“ verwendet wird. Mit allen schrecklichen Konsequenzen.

    Es ist doch ehrlich gesagt eine Beleidigung für die Juden, wenn man angesichts dieser Geschichte versucht, sie irgendwie in diese Institution Kirche zu befördern. Man denke nur an den Zornesausbruch Martin Luthers angesichts der berechtigen Bedenken sich seiner Kirche anzuschließen. Diese Diffamierungen wurden auch noch im Dritten Reich zitiert.

    Statt „Mission“ ist hier besser eine klare Entschuldigung für das von den christlichen Kirchen begangene Unrecht angebracht. Gott hat durch sein Wort schon von Anfang immer zu ihnen geredet. Wenn sie diesem Wort Gottes vertrauen rechnet Gott Ihnen dieses Vertrauen in ihn selbst auch als Zugehörigkeit an.

    Zu Jesus (hebräisch „Jeschua“) als Wort Gottes steht im Johannesevangelium 1:1 – 5 und 1:14 – 18
    „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“

    „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft:Dieser war es, von dem ich gesagt habe:Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus (hebräisch „Jeschua Hamaschiach“) geworden.“

  3. twitter@vienna360 schreibt:

    Die Wiedergabe der Ereignisse durch Hr. Buurmann passen mit Tom Segev, Benni Morris, Shlomo Sand, .. nicht zusammen!
    Jedenfalls kamen zionistische Einwanderer (Ashkenazi) aus Europa in das ihnen fremde Land Palästina und vertrieben, enteigneten die Einheimischen, denen sie bis heute das Rückkehrrecht illegalerweise verweigern.
    Tom Segev, .. haben das seriöser beschrieben als der Blogger hier.

    • Kanalratte schreibt:

      Große Teile der Juden die nach Israel kamen waren Flüchtlinge, die entweder vor/nach dem Holocaust dorthin flohen oder aus arabischen Staaten nach der Gründung Israels vertrieben wurden.

      Die weitern Ausführungen stimmen auch nicht, denn z.B. in Jerusalem gab es immer eine jüdische Mehrheitsbevölkerung. Es stimmt zwar daß die Region damals mehrheitlich von Arabern bewohnt wurde, aber verschwiegen wird, daß diese wüstenübersäte Land nur sehr sehr dünn besiedelt war und kaum Infrastruktur besaß. Die Al-Aksa Moschee war vor der Staatsgründung Israels für Muslime kein so bedeutender Ort. Die meisten palästinensischen Araber sind erst NACH der Staatsgründung Israels in das Land gekommen oder dort durch das Geburtenwachstum im Land geboren worden. Schauen Sie sich mal die Region Palästina in Google Maps von oben an, dann werden Sie feststellen, daß es dort wo heute Israel liegt einen großen fruchtbaren Grünstreifen gibt. Dieser Grünstreifen entstand erst als die Juden das Land Anfang des 20 Jhds. begrünten.

      Außerdem kann man niemandem ein Land wegnehmen, wo es noch nie zuvor einen Staat gegeben hat. Die Europäer haben in Amerika zwar durchaus eine indianische Urbevölkerung vertrieben, aber dennoch waren sie die ersten die dort Staaten gründeten. Und dieser Vergleich hinkt doch ein wenig, da die Indianer im Gegensatz zu den Arabern in Palästina (die sich erst seit Anfang der 80er als Palästinenser verstehen) zum Teil staatenähnliche Stammesgebiete hatten, während die Araber in Palästina NIE ein eigener Stamm/Volk waren.

      ps: Selbst der Name „Palästina“ stammt aus dem Hebräischen.

  4. Kanalratte schreibt:

    Während alle Staaten im Nahen- und Mittleren Osten außerhalb Israels die Christen und andere Minderheiten mehr oder weniger verfolgen oder schikanieren und damit in naher Zukunft viele dieser Staaten „Christenfrei“ sein werden, haben christliche Pfaffen nichts anderes zu tun, als den einzigen Staat der religiöse Minderheiten konsequent schützt, anzugreifen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Aber gut, in Deutschland ist das ja ähnlich. Da plädieren die Kirchen, wie immer ganz linientreu (war ja im 3.Reich schon so), den Zuzug von Muslimen, und schaufeln somit ihr eigenes Grab. Wobei der Untergang der Kirchen in Deutschland, die durch Steuergelder finanziert in Saus und Braus leben, ja längst überflüssig ist.

  5. Kanalratte schreibt:

    Das sind ja im Grunde genommen alles präfaktische Argumente. Der Pfaffe sollte sich zuallererst einmal fragen warum die Zahl der Nicht-Muslimischen Minderheiten im Nahen Osten stetig abnimmt. Die krasse Mehrheit der in die USA ausgewanderten Araber sind Christen oder Angehörige anderer Minderheiten, obwohl diese nur einen Bruchteil der arabischen Bevölkerung ausmachen. Im Iran leben noch etwa 5000 Juden, einst waren es 150000. In Syrien ist die Zahl der Christen in den letzten 10 Jahren von über 2 Millionen auf unter 500000 geschrumpft. In Gaza leben unter mehr als 1,8 Millionen Menschen nur noch knapp 2000 Christen, weil diese über die Jahre zur Konversion oder zur Auswanderung gezwungen wurden. In Bethlehem, das zur palästinensichen Verwaltung gehört, waren 1947, 85% aller Einwohner Christen. Heute sind es geschätzt noch 15%. Die Zahl der Christen in fällt in arabischen Teil von Palästina stetig und beträgt heute nur noch ein paar 10Tsd.

    Die Zahl der Christen in Israel beträgt mehr als 160.000 und ist seit der Staatsgründung Israels immer leicht angestiegen.

  6. Doris Behr schreibt:

    Mitri Raheb lernte ich Anfang der 90-er Jahre bei einer Gruppenreise in Israel in den Räumen seiner eigenen Gemeinde kennen. Ich hatte damals den Eindruck, das einzige von dem, was er sagt, das auch richtig ist, ist sein Name. Aus dem Stand konnte ich – ohne besonders beschlagen zu sein – mehrere seiner Behauptungen sofort widerlegen. Als er nicht mehr weiter wusste, rannte er wütend schreiend aus seinem eigenen Gemeinderaum heraus und knallte die Tür zu. Und wir blieben allein zurück und mussten zusehen, wie wir den Besuch beendeten. Auch ich habe vor Jahren versucht, die Preisverleihung an ihn zu verhindern, aber der Bundespräsident a.D. hatte für uns Protestierer kein Ohr. So wie es heute wenige Ohren gibt, die genau zuhören, wenn dieser Mann spricht und das Gesagte mit der Realität vergleichen

  7. Ulrich Sahm schreibt:

    Mitri Raheb saß in den Siebziger Jahren mal in meinem Auto und sagte mir in Bethlehem damals wörtlich: „1968 hatten die Israelis ihren schwersten Fehler gemacht, dass sie nicht alle Araber aus dem Westjordanland vertrieben hatten. Dann wäre alle Probleme gelöst gewesen.“
    Ulrich Sahm

    • ZetaOri schreibt:

      @Ulrich Sahm Dezember 5, 2016 um 12:30 pm

      „Mitri Raheb saß in den Siebziger Jahren mal in meinem Auto …“

      Da muss er aber noch verdammt jung gewesen sein. Das Mensch ist Jahrgang 62!

  8. Ivano schreibt:

    Was mache ich als evangelisch-lutherisch aufgewachsener Christ nun, der erkennt dass die evangelische Kirche nicht sein zuhause sein kann?

    • Doris Behr schreibt:

      Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
      Sie sind doch hoffentlich bisher nicht Christ wegen Mitri Raheb gewesen, sondern wegen eines anderen Mannes, der übrigens auch aus Bethlehem kam. Wenn Sie mit dessen Forderungen nicht klar kommen sollten, dann wäre es eine Möglichkeit, die Kirche zu verlassen, getauft auf den bleiben Sie aber dennoch

      • Ivano schreibt:

        Hr. Raheb kannte ich bis zu diesem Post nicht. Er reiht sich bei mir allerdings in eine stetig wachsende Liste von Ereignissen ein. Bedford-Strohm, Käßmann (beten mit den Taliban), das Bejubeln der merkelschen Flüchtlingspolitik,… Ich fühle einfach einen inneren Widerstand, der immer weiter wächst mich mit „dieser“ Kirche zu identifizieren. Meine Frage zielte deshalb darauf hin, welche Alternativen es dann gibt. Christ werde ich natürlich trotzdem bleiben, nur gehört zum Glauben auch die Gemeinschaft und da frage ich mich welche das in D sein kann.

        • Doris Behr schreibt:

          Ich kann natürlich nur für mich antworten. Ich bin in der Kirche (ganz egal in welcher), weil ich getauft bin. Bei welcher Kirche ich Kirchensteuer bezahle, ist recht belanglos. Sie unterscheiden sich in den menschlichen Schwächen nicht.
          Aber wenn Sie abhängig davon sind, ob Sie sich mit den Menschen in dieser Kirche identifizieren können, dann denken Sie an die vielen großartigen Menschen, die auch dieser Kirche angehören, früher und heute. Es ist eine „Gemeinschaft der Heiligen“, wenn auch nicht immer offensichtlich.
          Bedford Strohm und Marx haben sich sehr unüberlegt verhalten, ich bin sicher, sie waren sich der katastrophalen Folgen nicht bewusst, sonst hätten beide vermutlich nicht die Kreuze abgenommen. Das will ich ihnen zugute halten. (Auch Petrus hat den Herrn verleugnet). Aber natürlich haben Sie Recht. „Die da oben“ sollten eben überlegt handeln. Das erwarten wir von ihnen. Nur sie tun es eben nicht. Jedenfalls nicht immer.
          Und nun denken Sie mal für jeden Versager an drei andere großartige Männer der Kirchengeschichte.
          Die geben Grund genug zu bleiben.
          Und vor allem gibt uns diesen Grund der Mann aus Bethlehem (nicht Mitri Raheb!).
          Dass letzterer und ich zusammen in der Kirche sind, ist mir auch bedauerlich, aber nicht zu ändern.
          ICH GEHE JEDENFALLS WEGEN SOLCHER LEUTE NICHT!

    • madeleine schreibt:

      Back to the roots, mache ich auch. Lieber Gruss

  9. Sophist X schreibt:

    Einfach nur ein besch… kleiner Judenhasser.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mitri_Raheb

  10. skl schreibt:

    Ihr versteht das alles falsch. Er hat überhaupt nichts gegen Juden. Sie müssen nur staatenlos sein, wie es sich gehört…

  11. Rika schreibt:

    Lieber Gerd Buurmann,
    ich habe Deinen Text bei mir verlinkt. Könntest Du bitte noch die Quelle zu dem schrecklichen Schreiben des Pfarrers aus Bethlehem angeben?

  12. Pingback: Ich hätte das nicht tun sollen…. | himmel und erde

  13. Albrecht Lohrbächer schreibt:

    Lieber Gert Buurman, Danke für diese Replik; sie ist eine wichtige Informationshilfe hoffentlich für viele verirrte Christen. Einen kleine Korrektur: Der Name des Pfarrers ist*Mitri Raheb. * Er wurde ja vor wenigen Jahren mit dem deutschen Medienpreis ausgezeichnet: Damals hatte ich massiv dagegen gekämpft. Aber Antisemiten aus Israel sind bei uns unschlagbar. herzlich Albrecht Lohrbächer

  14. Heimchen am Herd schreibt:

    „was machte die evangelisch-lutherische Weihanchtskirche in Bethlehem als die Juden in Bethlehem verfolgt wurden? Stand die Gemeinde auf der Seite der verfolgten Juden oder auf der Seite der Täter? “

    Die Kirchenfürsten stehen ja noch nicht einmal auf der Seite der Christen, diese Verräter!

  15. klartext77 schreibt:

    Ein christlicher Märchenonkel in der Tradition der Pfaffen!

Seid gut zueinander!

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