Was feiern die Katholiken heute eigentlich genau?

Heute ist der 8. Dezember: Mariä Empfängnis.

In Österreich, Liechtenstein und den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, sowie in Argentinien, Spanien, Chile, Nicaragua, Portugal, Kolumbien, Italien und Malta ist Mariä Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag!

Kaum ein katholisches Dogma wird so weitläufig missverstanden wie das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias. Machen Sie mal den Test und fragen Sie in einem ruhigen Moment in die Runde, was das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias besagt und sie werden mit Sicherheit überwiegend folgende Antwort hören:

„Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias besagt, dass Maria Jesus als Jungfrau empfangen hat.“

FALSCH! Genau darum geht es in diesem Dogma nicht!

Würde es darum gehen, müsste es heißen: „Die unbefleckte Empfängnis Jesu“, da Jesus ja empfangen wurde. Hier aber geht es um die unbefleckte Empfängnis Marias! Außerdem wird Jesus nicht mal drei Wochen später geboren. Das wäre dann entweder eine erstaunlich kurze (17 Tage) oder aber eine wahnsinnig lange (54 Wochen) Schwangerschaft gewesen. Die vollständige Bezeichnung des Festes lässt keinen Zweifel über. Sie lautet:

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.

Das Dogma der unbefleckten Empfängnis (lat. immaculata conceptio) besagt, dass Maria von ihren Eltern Anna und Joachim zwar auf natürlich Weise gezeugt, dieser Akt jedoch von jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde. Da für Katholiken Maria die Mutter Gottes ist, muss Maria einfach vom ersten Augenblick ihres Lebens an vor der Sünde bewahrt sein, da Gott ja sonst aus der Sünde geboren worden wäre. Geht aber nicht, sagt die Katholische Kirche und was nicht passt, wird passend gemacht! Die Protestanten sehen das nicht so eng und sagen sich, wenn Gott schon unbedingt Mensch werden wollte, dann bitte auch mit allen Konsequenzen!

Anna und Joachim sind somit laut katholischem Glaubensbekenntnis die einzigen Menschen in der gesamten Geschichte seit Adam und Eva, die gevögelt und dabei unbefleckt gezeugt haben. Nicht mal Maria kann das für sich beanspruchen, denn sie hat mit dem Heiligen Geist ja nie Sex im menschlichen Sinne gehabt. Maria blieb Jungfrau und empfing Jesus so unbefleckt. Anna aber hat sich der körperlichen Liebe hingegeben und empfing Maria dennoch unbefleckt. Masel tov Anna!

„Mariä Empfängnis“ wird am 8. Dezember gefeiert und liegt übrigens verständlicherweise neun Monate vor dem Fest „Mariä Geburt“!

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36 Antworten zu Was feiern die Katholiken heute eigentlich genau?

  1. davboe schreibt:

    Hach, schön, dass wenigstens einer etwas für die Allgemeinbildung in der Welt der Bloggerei tut.
    Dank‘ dafür.
    Von mir.

  2. Heimchen am Herd schreibt:

    Geht Ihnen eigentlich einer dabei ab, wenn Sie sich über die katholische Kirche
    und den Gläubigen lustig machen, Herr Buurmann?

    Ich bin da nicht so empfindlich, aber Sie tun vielen Menschen weh, was Ihnen
    anscheinend großen Spaß bereitet. Das lässt tief blicken!

    • besucher schreibt:

      Wer an die katholische Kirche glaubt anstatt an Gott ist jedenfalls bei kreuz.net besser versorgt als bei Herrn Buurmann.

      • Heimchen am Herd schreibt:

        Ich gehöre KEINER Kirche an! Es geht ums Prinzip!
        Und es ist schon seltsam, dass ausgerechnet Du von Gott sprichst,
        obwohl Du nicht an ihn glaubst!

        • luminescent schreibt:

          Wenn jemand meint der ER hätte einen Sohn, den man anbeten soll, muss man sich darüber lustig machen. Besonders über die Sekte des „Bischofs“ von Rom und deren Trabanten, die diesen Sohn anbeten oder die, welche ihn als Propheten bezeichnen.

          • Heimchen am Herd schreibt:

            „Wenn jemand meint der ER hätte einen Sohn, den man anbeten soll, muss man sich darüber lustig machen.“

            Und wenn jemand meint, der ER hat keinen Sohn, soll man sich darüber auch
            lustig machen? 😉

            Auf jeden Fall gibt es IHN und das ist auch gut so!

          • luminescent schreibt:

            Es steht jeder frei, sich zu Und wenn jemand meint, der ER hat keinen Sohn, soll man sich darüber auch lustig machen? zu bekennen oder zu spotten. Wie auch zu diesem fiktiven Sohn, seiner niemals „befleckten“ Mutter oder anderen Geschichten nieder zu sinken oder einfach darüber zu laufen. Am Ende aller Tage wird sich zeigen, wer den rechten Weg lief. 😉

          • Heimchen am Herd schreibt:

            „Am Ende aller Tage wird sich zeigen, wer den rechten Weg lief.“

            So ist es! 😉

        • besucher schreibt:

          Ich glaube schon aber es ist kein ER. Aber den Überlieferungen von den Taten dieser Entität glaube ich eher nicht.

      • American Viewer schreibt:

        „Wer an die katholische Kirche glaubt anstatt an Gott“

        Wo ist da nochmal der Unterschied? Ist das nicht gleich albern?

        Wobei: Die katholische Kirche existiert immerhin…

    • Dante schreibt:

      …wenn Sie sich über die katholische Kirche und den Gläubigen lustig machen,…

      Inwiefern tut er das hier in diesem Artikel?

    • Paul schreibt:

      Ach liebes Heimchen, nimm es nicht so ernst.
      Den Artikel von Gerd habe ich mir als Katholik sehr aufmerksam durchgelesen. Na gut, stellenweise pflegt er eine etwas burschikose Ausdrucksweise, aber die Fakten hat er zutreffend dargestellt.

      Auch mir ist erst in reiferem Alter der Inhalt und Anlass dieses Festes bewusst geworden. Gut, habe mir dazu früher keine Gedanken gemacht. Die Missdeutungsgefahr, auf die Gerd hingewiesen hat, ist natürlich sehr groß.
      Nebenbei bemerkt, auch die Tatsache, dass Jesus ein jüdischer Rabbi war, ist, wenn überhaupt, den meisten Katholiken erst in jüngster Zeit bewusst geworden. Auch die Rolle des Judas wurde und wird auch heute noch vielfach fehlinterpretiert.

      Das ist eben so, für mich aber kein Grund zur Aufregung.

      Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass es natürlich einen Unterschied zwischen Glauben und Wissen gibt. Wobei diejenigen die vorgeben nicht zu glauben, die sich Atheisten nennen, natürlich auch an etwas glauben. Nämlich daran, dass sie glauben, dass es keinen Gott gibt. Wissen, wissen sie das nicht. So wie es keinen Gottesbeweis gibt, gibt es das auch Gegenteil nicht.

      Ich finde es gut, dass Du dies hier mal angesprochen hast.Aber ich glaube, dass Gerd eigentlich sehr zurückhaltend formuliert hat.
      Habe gerade noch einmal den Artikel durchgelesen, aber nichts gefunden, was mich kränken würde. (Ich bin das, was man landläufig einen Gläubigen nennt, also ein praktizierender Katholik mit festem Gemeindeanschluss.)
      Da gab es andere Anlässe hier im Forum, wo ich auch sehr „kräftig“ wurde. Diese Anlässe kamen aber nicht von Gerd.

      Herzlich, Paul

      • Heimchen am Herd schreibt:

        Ich bin froh, lieber Paul, dass Du es so gelassen siehst und nicht gekränkt
        bist! Gestört hat mich nicht die Kritik, sondern die Ausdrucksweise und
        das Lustigmachen. Das ist kränkend in meinen Augen. Das kann man
        auch anders machen.

        Aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben.
        Und Herrn Buurmann bin ich auch nicht mehr böse, man muss ihn halt
        so nehmen wie er ist. 😉

        • besucher schreibt:

          Lustig machen darf man sich doch nur über diesen seltsamen Wüstenkult samt Propheten und Unfehlbaren im Schlepptau wenn es nach dem Heimchen geht.

    • A.S. schreibt:

      Damit muss man leben.
      Eine Institution, die Öffentlichkeit sucht, muss es aushalten dass Zeitgenossen ihre Inhalte kritisch prüfen und sich über echte oder vermeintliche Fehler lustig machen.
      Auch Spott ist Kritik und religiöse Gefühle können kein Grund sein Kritik zu verbieten.

      • Heimchen am Herd schreibt:

        „Auch Spott ist Kritik und religiöse Gefühle können kein Grund sein Kritik zu verbieten.“

        Stimmt, aber versuche mal einem Moslem mit Spott über seine Religion
        zu kommen, das kann schon mal tödlich enden! 😉

        • A.S. schreibt:

          Das ist für mich auch der wichtigste Grund (neben der Geschichte) warum ich dem Islam nicht die gleichen Rechte einräumen möchte wie anderen Religionen.

        • besucher schreibt:

          Stimmt, so wie bei John Lennon damals, wo in der Presse verkürzt wiedergegeben wurde: We are bigger than Jesus now.
          Daran hat sich Jahre später ein Rechtgläubiger erinnert der den großen Propheten Isa (s.a.w.) beleidigt sah und den John dann kalt gemacht. Schlimm diese humorlosen Moslems!

    • skl schreibt:

      Verbal teilt die Katholische Kirche dermaßen aus, dass es wie ein schlechter Witz anmutet, dass sie gerade diejenigen kritisieren, die sich über dieses milliardenschwere Wirtschaftsunternehmen lustig machen, dessen Angestellte von meinem regulären Steuern (nein, nicht die Kirchensteuer) bezahlt werden, ob ich es will oder nicht.

      Ich glaube nicht, dass Sie nicht so empfindlich sind, wie Sie schreiben. Sie sind im Gegenteil genau das. Das konnten sie in Ihrem Text nicht verbergen. Und ich glaube nicht einmal, dass Sie sich sonderlich bemüht haben, es überhaupt zu versuchen. Es hat Sie ziemlich getroffen, und ich finde das sogar ein wenig amüsant.

      • Heimchen am Herd schreibt:

        „Es hat Sie ziemlich getroffen, und ich finde das sogar ein wenig amüsant.“

        Ja, ich gebe zu, ich bin ein Sensibelchen, bin zu nah am Wasser gebaut
        und es hat mich getroffen, obwohl es mich überhaupt nicht betrifft.
        Sehr amüsant, nicht wahr?

        • skl schreibt:

          „…und es hat mich getroffen, obwohl es mich überhaupt nicht betrifft.“

          Kommt ein Mann zum Arzt und fragt nach einem Mittel gegen Erektionsstörungen. Er selbst sei aber nicht betroffen, es ginge um einen guten Freund. Und die Kondome im Supermarkt, die kauft er auch nicht für sich, sondern für diesen Freund, der sich nur schämt. Das sagt er an der Kasse ganz vehement.

  3. Michael schreibt:

    Muss einfach mal wieder zitiert werden:

    „Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.“

    (Heine)

  4. anti3anti schreibt:

    Eine Lüge zieht die nächste nach sich. Talmud

  5. Hein schreibt:

    Dass Sex etwas Sündiges sei, wusste ich nicht. Man lernt nie aus.

    • michael schreibt:

      Aber die Erbschuld oder Erbsuende hat doch gar nichts mit Sex zu tun, sondern bezieht sich auf die Abwendung von Adam und Eva von Gott.

    • besucher schreibt:

      Alles was Spaß macht ist Sünde: Damit die Menschen immer ein schlechtes Gewissen haben und nicht wie freie Bürger Machtverhältnisse in Frage stellen.

      • Dante schreibt:

        Dass alles, was Spaß macht, Sünde sei, war niemals Bestandteil der Lehre Jesu. Jesus beklagte sich einmal, dass ihn viele seiner Zeitgenossen einen Fresser und Weinsäufer nannten, weil er nicht so asketisch lebte wie sein Vetter Johannes.

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