Angry White Men

Der Begriff „angry white men“ (zornige weiße Männer) zeigt, wie sehr unsere Gesellschaft von Rassismus und Sexismus durchtränkt ist.

Ich bewerte Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht. Mir ist es egal, welchen Sonnenschutzfaktor ein Mensch benutzt oder welches Geschlechtteil er oder sie wo und wie reinlässt oder reinsteckt.

Glaubt wirklich jemand ernsthaft, die als „angry white men“ bezeichneten Menschen werden von ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht in ihren Handlungen und Entscheidungen bestimmt? Das zu glauben, ist Rassismus und Sexismus! Es sind ihre Überzeugungen und Ideologien, die ihren Handlungen zugrunde liegen!

Ich habe Respekt vor Menschen, nicht aber vor ihren Ideologien, Religionen und Überzeugungen. Respekt gebürt Menschen, nicht Ideen! Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich hart über den Koran, das Evangelium, ein Manifest, Marx, Mohammed oder Jesus spreche, so soll er sich beleidigt fühlen. Ich werde nie auf das Lachen, Zweifeln, Kritisieren und Verarschen von Ideen verzichten. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Wenn ein Mensch aufgrund seiner Herkunft kritisiert wird, nennt man das Rassismus. Wenn ein Mensch jedoch für seine Überzeugung kritisiert wird, nennt man das Aufklärung. Für die Herkunft kann niemand was, für seine Überzeugungen jedoch schon! Das Gegenteil von Herkunft ist nämlich Zukunft! Mit jedem Schritt, den ich gehe, entscheide ich die weitere Richtung. Religionen und Ideologien sind Überzeugungen. Sie dürfen jederzeit kritisiert und verarscht werden!

Die Tatsache, dass ein Großteil der Menschen, die als „angry white men“ bezeichnet werden, weiß und männlich sind, ist für ihr Verhalten so irrelevant wie die Tatsache, dass ein Großteil der Terroristen heuten arabischer Herkunft sind. Ihre Ideologien bestimmen ihr Handeln. Sie sollten daher Ziel der Kritik sein. Rassistische Nationalisten zünden Asylantenheime an! Sexistische Islamisten verüben Terroranschläge! Religionen und Ideologien gehören daher kritisiert! Nicht Geschlechter und Hautfarben.

Möchte irgendjemand behaupten, die Inquisition hätte nichts mit dem Christentum zu tun gehabt? Natürlich hat die Inquisition mit dem Christentum zu tun gehabt! Wenn Christen heute keine Scheiterhaufen bauende und Synagogen niederbrennende Barbaren mehr sind, dann ist das unter anderen dem Umstand geschuldet, dass sie nicht mehr alles blind schlucken, was in der Bibel so ausgebreitet wird. Christen wurden menschlich, als sie sich vom blinden Gehorsam distanzierten, die Bibel kritisierten, Verantwortung übernahmen und erkannten, dass der Horror der Inquisition selbstverständlich mit dem Christentum zu tun hat.

Interessanterweise sind jene, die den Islam heute vor Kritik bewahren wollen, nicht selten die gleichen Typen, die von „angry white men“ faseln. Wer nicht in die Tiefe des Problems möchte, bleibt eben an der Oberfläche und dort sieht man zunächst immer erst Hautfarbe und Geschlecht. Aber das ist und bleibt Sexismus und Rassismus!

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