Gerd Buurmann zum Lutherjahr

Das Jahr 2017 ist Lutherjahr. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) feiert in diesem Jahr den 500. Jahrestag der Reformation. Im Jahr 2017 wird deshalb der 31. Oktober ein bundesweiter Feiertag sein! Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher ein paar Artikel von mir, die ohne Martin Luther nie geschrieben worden wären.

Am 25. August 2016 schrieb ich eine Abhandlung über eine Geschichte der Verharmlosung, in der Martin Luther eine entscheidene spielt. Diese Abhandlung erschien ebenfalls in der Jüdischen Rundschau:

Bevor das Wort Antisemitismus auftauchte, sprach man von Antijudaismus. Der Hass auf Juden wurde in Europa lange von Christen geprägt. Sie nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Einer der bekanntestes Einpeitscher des Antijudaismus‘ war Martin Luther. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“ Hier weiterlesen.

Am 4. Dezember 2016 schrieb ich einen Essay zu dem Begriff „postfaktisch“ und kam dabei auch auf Martin Luther zu sprechen:

Die Reformation von Martin Luther war eine Buchdruck-Revolution, so wie die Aufstände im arabischen Raum vor einigen Jahren eine Facebook– und Twitter-Revolution waren. So wie der Buchdruck zur Reformation führte, was die Spaltung der Kirche zur Folge hatte und im Dreißigjährigen Krieg einen brutalen Höhepunkt erreichte, so sorgt heute das Internet dafür, dass sich im arabischen Raum die Gläubigen spalten. Heute haben alle Muslime den gleichen Zugang zum Internet, mögen sie nun Reformmuslime sein oder Angehörige des Islamischen Staates, und so wie damals sind die Reformatoren ebenso jundenfeindlich wie die Konservativen, teilweise sogar noch judenfeindlicher! Es war ein Reformator, der den Judenhass in den Mainstream schrieb. Sein Name war Martin Luther. Hier weiterlesen.

Am 6. Oktober 2016 berichtete ich über eine Aktion des Hasses gegen Israel, die durch eine evangelische Gemeinde in Deutschland gefördert wurde:

Martin Breidert ist evangelischer Pfarrer und ein glühender Unterstützer der BDS-Kampagne. Ziel der BDS-Kampagne ist es, den Nahostkonflikt nicht durch Dialog, Verständigung und Aussöhnung zu lösen, sondern durch den radikalen Boykott der israelischen Seite. Egal wieviele Raketen die palästinensische Seite wirft und wie sehr dort Menschen verfolgt und ermordet werden, die BDS-Kampagne schlägt sich kompromisslos und ausnahmslos auf die Seite der Gegner Israels und erklärt damit, nicht an einem Frieden mit Israel interessiert zu sein.

Frieden kann man nur im Dialog und im Gespräch schließen, nicht aber mit jenen, die man boykottiert. BDS verweigert den Dialog mit Israel und fordert stattdessen den Boykott. Dabei ist ein Dialog möglich, wie Millionen Muslime beweisen.

Es gibt knapp 1,694,000 Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben. Sie sind die Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordneten, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr von Juden. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander, nicht nur weil sie miteinander leben wollen, sondern weil sie miteinander leben müssen. Sie teilen sich die selbe Heimat. Sie sind in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. 1,694,000 Muslime sagen Ja zu Juden und reichen die Hand zum Frieden. Sie boykottieren nicht!

All diese 1,694,000 Muslime werden allerdings von einer weltweit agierenden Kampagne des Hasses diskriminiert: BDS! Hier weiterlesen.

Am 28. Juni 2016 schrieb ich über einen Lehrer, der wegen seiner Meinung zu Martin Luther verurteilt wurde:

Es gibt einige Beispiele dafür, dass Menschen wegen ihrer Meinung verurteilt wurden. Der pensionierte Mathelehrer Albert Voß zum Beispiel wurde verurteilt, weil er diese Sprüche auf die Heckscheibe seines Autos geklebt hatte:

„Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil!“ Hier weiterlesen.

Am 26. Januar 2016 schrieb ich einen Artikel über den Deutschlandfunk über die christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland:

Martin Luther hat Texte verfasst, die es locker mit „Mein Kampf“ aufnehmen können. Es ist daher fast lächerlich, von einer christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Europa zu sprechen. Die christlich-jüdische Zusammenarbeit in Europa bestand zum größten Teil aus einer Verfolgung von Juden durch Christen. Hier weiterlesen.

Am 27. Oktober 2015 schrieb ich einen Artikel über Ann Coutler und da erwähnte ich auch Martin Luther:

Das Christentum ist eine Gemeinschaft, die aus dem Judentum entstanden ist. Die frühen Christen verstanden ihre Lehre zuerst noch als Fortführung des Judentums und waren eine unter vielen jüdischen Sekten. Im Verlaufe der Zeit wurden die jüdischen Wurzeln allerdings immer mehr abgestreift und eine Annährung an das Römische Reich vollzogen. Im Zuge dieser Trennung wurde aus einer subjektiven Fortentwicklung des jüdischen Glaubens eine Trennung und dadurch eine subjektive „Perfektionierung“ des jüdischen Glaubens. Das Christentum war geboren.

Dass sich Christen als „perfektionierte Juden“ verstehen, kann man auch an der mittlerweile zweitausendjährige Geschichte des Christentums erkennen. Der Umgang vieler Christen, also der „perfektionierten Juden“ mit jenen Juden, die sich einer Perfektionierung verweigerten, wurde immer brutaler. Einen traurigen Höhepunkt fand diese Brutalität in dem Reformator Martin Luther. Hier weiterlesen.

Am 30. Oktober 2016 schrieb ich einen Brief an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland:

Sehr geehrter Heinrich Bedford-Strohm,

da möchte ich ihnen vehement widersprechen. Gerade auf dem Tempelberg war es besonders falsch, das Kreuz abzunehmen, denn es gab da mal jemanden, der sagte, genau dieser Ort, „soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein.“ Wissen Sie, wer das gesagt hat? Jesus! Kennen Sie den? Wenn nicht, schlagen Sie mal bei Markus 11, 17 nach.

Wissen Sie auch, was dieser Jesus mit Leuten gemacht hat, die den Ort, an dem Sie Ihr Kreuz abgenommen haben, nicht als einen Ort des Gebets für alle behandelt haben. Schlagen Sie mal bei Johannes 2, 15 nach. Jesus wurde erstaunlich ungemütlich:

„Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus.“

Ich gebe zu, Jesus war an dem Tag etwas hart drauf. Sonst war er nicht so gewalttätigt. Eins aber war Jesus recht konsequent: Er stand zu seinen Überzeugungen und er leugnete seinen Glauben nie. Er ließ sich weder in der Wüste noch vom Hohen Rat von seinem Glauben abbringen. Aber hey, wer war schon dieser Jesus, nicht wahr, Herr Bedford-Strohm. Jesus war ein Jude und was man von Juden zu halten hat, sagte ja schon Ihr Religionsstifter Martin Luther. Hier weiterlesen.

Am 18. Oktober 2016 schrieb ich einen Bericht über einen Israelbesuch der Evangelischen Kirche in Deutschland:

Man stelle sich mal vor, der Vatikan würde jeden christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern oder Juden und Muslime dürften am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten. Auf dem „muslimischen Tempelberg“ ist das jedoch möglich und die Evangelische findet nicht nur nichts dabei, sie spricht sogar vom „muslimischen Tempelberg“. Dabei geht dieser exklusive muslimische Anspruch auf den Tempelberg auf eine Schlacht vor 1400 Jahren zurück, wo der Anspruch mit brutaler Waffengewalt erstritten wurde und seither durch Intoleranz gegenüber anderen Religionen aufrechterhalten wird. Martin Luther war kein Moslem, aber hier stimmte er mit den islamischen Eroberern überein. Wenn es um Juden ging, erklärte Luther: „Man möge sie, wie gesagt, zum Lande austreiben.“ Hier weiterlesen.

Am Ende bleibt die Frage, wie verbringe ich den 31. Oktober 2017? Als Halloween oder als Reformationstag? An Halloween treiben Menschen albernen Schabernack und Kinder bekommen Süßigkeiten. Der Reformationstag ehrt Martin Luther, der forderte, man möge Synagogen niederbrennen, Toras schänden und Juden verfolgen. Puh. Lass mich nachdenken …

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4 Antworten zu Gerd Buurmann zum Lutherjahr

  1. Worum geht es im Lutherjahr. oder besser gefragt: Worum ging es Martin Luther?
    Hierzu möchte ich folgendes in Erinnerung rufen:
    Es ist ein heißer Samstag Morgen, jener sechste Juli des Jahres 1415. Im Konstanzer Münster wird den Gaffern ein abscheuliches Schauspiel dargeboten: In mitten seiner Ankläger steht der Prager Reformer und Rektor der Karls-Universität, Jan Hus. Nach dem Urteilsspruch, einem weiteren der ach so zahllosen Justizmorde Roms an den treuen Zeugen Christi, zerschneiden sie grob seine priesterliche Haartracht, tauschen sein Priestergewand gegen das Langhemd des Todeskandidaten und setzen ihm eine mit kleinen Teufeln bemalte Ketzermütze auf. Danach machen sich alle auf den langen Weg durch enge Gassen bis vor die Tore der Stadt. Auf dem Scheiterhaufen schließlich, kurz bevor die lodernden Flammen seinen gemarteten Leib verzehren können, verkündet er seinen Mördern die Worte, welche Gott ihm in der Nacht zuvor in seiner einsamen Kerkerzelle prophezeit hat: „Sie werden die Gans braten. Doch in 100 Jahren werde ich aus deiner Asche einen Schwan erstehen lassen, den niemand mehr zum Schweigen bringen kann!“
    Einhundert Jahre später ziehen Ablasshändler der Kirche durch die Lande, die Geld mit der Höllenangst der Menschen machen, um den neuesten Prachtbau zu finanzieren, den Petersdom in Rom. Das Evangelium jedoch haben sie vor dem Volk weg geschlossen, indem sie sich widerrechtlich inthronisierten als „Alleinvermittler von Gottes Gnade“.
    Im Jahre 1515 jedoch macht die Katholische Kirche den größten Fehler in ihrer Geschichte: Sie lässt ein deutsches Mönchlein mit der Bibel allein. Die Folgen sehen wir am Samstag, dem 31. Oktober des Jahres 1517. Dort, so sagt es die Überlieferung, schlägt jener Augustinermönch 95 Thesen an das Tor der Kirche zu Wittenberg, sein Name Martin Luther – der von Jan Hus angekündigte Schwan hat begonnen mit den Flügeln zu schlagen! Denn wo die Schergen des Katholizismus noch den Prager Magister auf dem Scheiterhaufen hatten verbrennen können, da werden sie das seit John Wycliff zunehmend lauter werdende Freiheitslied der Reformation nun nicht mehr zum schweigen bringen. Die von Rom gnadenlos verfolgte Heilsbotschaft des Vertrauens auf Gottes rettendes Wort als alleinige Autorität ist nach so langer Zeit wieder für alle Menschen erfahrbar, in der verständlichen Sprache des Volkes und ohne Verfälschung durch die allein der Machtsicherung der Kirche dienenden Irrlehren. Dieser Martin Luther entdeckt die Wahrheit der unmittelbaren Gemeinschaft mit Christus, und er bricht durch – Der Himmel steht wieder offen! Seither haben Millionen von Menschen das Ewige Heil in der persönlichen Begegnung mit Christus selbst empfangen.
    Soweit zur Geschichte der Reformation. Aber sind die obigen Schilderungen aus den Leben der beiden großen Gottesmänner auf das Jetzt und Heute übertragbar? Im Europa des 21ten Jahrhundert müsste ein Magister Jan aus Hussinec (zu Deutsch Gänsestadt) gewiss nicht brennen, sollte er von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen und den Zustand seiner Kirche öffentlich anprangern, und ein Dr. Martinus Luder, der sich später Martin Luther nannte, könnte auf Twitter und Co. posten soviel er wolllte, um seine Streitschriften unters Volk zu bringen, ohne unter seinen Followern solche zu finden, die ihn umbringen wollten. In Zeiten des investigativen Journalismus, der selbst vor Kloster- und Internatsmauern nicht halt macht, ist ein derartiges Vorgehen ja schließlich gang und gäbe.
    Doch was veranlasste Jan Hus oder Martin Luther, sich mit allen ihnen damals zur Verfügung stehenden Mitteln Gehör zu verschaffen? Jan Hus ließ z.B. in seiner Bethlehemskapelle in Prag das Fehlverhalten des Papstes und des Klerus in Bildern an die Wände malen, eine Art Vorläufer der heutigen Zeitungskarikaturen, wenn du so willst. Martin Luther trieb es gar auf die Spitze mit Wörtern, die selbst heute noch manche Eltern schamrot anlaufen lassen, wenn ihre Jüngsten sie im Verwandtenkreis von sich geben. So soll er über den Zöllibat gesagt haben, dieser sei „wider die Natur. Genauso gut hätte die Kurie den Priestern das Scheißen verbieten können!“
    Was trieb sie zum Äußersten, was veranlasste sie, ihr Leben aufs Spiel zu setzen? War es Rechthaberei oder Geltungssucht, ein Märtyrerkomplex gar? Nein, mit Sicherheit nicht!

    Auf Facebook las ich vor kurzem einen Post, in welchem stand: „Wir brauchen wieder Prediger, die verkünden, dass die Hölle immer noch heiß, der Himmel immer noch real, die Sünde immer noch falsch, die Bibel Gottes Wort und Jesus der einzige Weg zur Erlösung ist.“
    Genau das war es, was Jan Hus und Martin Luther auf die Barrikaden brachte: Auf der einen Seite die Realität von Sünde, Schuld und Gericht, auf der anderen jedoch eine Kirche, die nicht daran interessiert, ja im Grunde gar nicht in der Lage war, den Menschen den Weg zum Heil zu zeigen.
    Ich denke, über all den scheußlichen Äußerungen Luthers über das Judentum dürfen wir im „Lutherjahr“ diese Gesichtspunkte nicht vergessen, ja im Grunde sollten doch gerade sie im Mittelpunkt stehen. Luther war es, der nicht nur die Kirche sondern die gesamte Gesellschaft bis in unsere Zeit hinein unwiderruflich verändert hat wie kein anderer zuvor. Auf ihn geht nicht nur die Lutherische Kirche zurück, sondern die gesamte protestantische Kirche weltweit. Sein Beharren auf Gerechtigkeit allein aus Glauben und die vollkommene Erlösung allein aus Gnaden ist die Grundlage für alle anderen Glaubensrichtungen der Evangelischen Kirche und der freikirchlichen Gemeinschaften.
    Wir sollten uns einmal vor dem Hintergrund der Kirchengeschichte fragen, was geschehen wäre, ja wie der gesamte Erdball heute aussehen würde, wenn z.B. der Apostel Paulus sich auch nur ansatzweise so verhalten hätte, wie es die interreligiösen Zeitgenossen von bekennenden Christen heute fordern? Wo wären wir, hätte niemand uns die Botschaft der Erlösung aus Gnaden gebracht, sodass wir das Ewige Leben ergreifen konnten?
    Darum müssen wir uns über eines im klaren sein: Jemandem aus falscher Rücksicht auf dessen eigenen nichtchristlichen Glauben nichts von der Errettung durch Jesus zu erzählen, ist aus Gottes Sicht unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge für Zeit und Ewigkeit! Oder waren die Apostel, waren all die Christlichen Märtyrer, waren Wycliff, Tyndale, Hus und Luther nur extreme religiöse Fanatiker? Ist denn Jesu Tod am Kreuz überflüssig geworden? Gibt es gar einen zweiten Himmel z.B. für „Gott gläubige Muslime“, was den zeitgeistlichen liberaltheologischen Überzeugungen so manches Pfarrers sehr entgegen käme?
    Doch weder ist das Mindesthaltbarkeitsdatum des Evangeliums abgelaufen, noch wurde der Missionsbefehl Jesu mit der Einführung des Euro für ungültig erklärt. Das Zeitalter der Gemeinde und somit der Auftrag der Kirche als Botschafter an Christi statt enden erst mit der Entrückung der Gemeinde als Braut Christi, nicht vorher. Auch im 21. Jahrhundert gehen Menschen ohne Jesus verloren, auch heute noch rennen Moslems, Hindus und all die Anhänger anderer Religionen ohne Jesus geradewegs in die ewige Verdammnis.
    Ich finde es darum erschreckend, dass viele kirchliche Amts- und Würdenträger nicht mehr wissen, was die Heilige Schrift über Erlösung und Wiedergeburt gemäß dem Johannesevangelium in Kapitel 3 und 2. Korintherbrief Kapitel 5 lehrt. Mir persönlich sind mehr als einer dieser Totengräber des Evangeliums begegnet, die schon so manche Kirche in unserem Land leer gepredigt haben.
    Sie alle sollten sich (wie im Übrigen Luther selbst es tat!) ein Beispiel an Jan Hus nehmen, der als Mahnmal des allein der biblischen Wahrheit verpflichteten Gewissens am Altstädter Ring in Prag sein Denkmal hat. Statt dessen fällt es heute vielen Berufschristen leichter, auf Kirchentagen über Ökowolle und Fair Trade zu fachsimpeln, als eindeutig zu ihrem Glauben zu stehen!
    Luthers Gedanken und seine Verlautbahrungen über das Judentum sind schändlich, und dennoch haben wir ihm mehr zu verdanken, als unsere deutsche Sprache. Er hätte auch auf dem Scheiterhaufen enden können wie Jan Hus, und er war bereit dazu. Darum muss das Lutherjahr nicht nur ausführlich das brisante Thema „Luther und die Juden“ aufgreifen, sonder das wieder in den Fokus rücken, worum es ihm ging: Dass jeder Mensch durch den Glauben unmittelbar Christus begegnen und errettet werden kann. Was Luther und die Juden betrifft, so sind schon sehr deutliche Ansätze zu sehen, bei letzterem hingegen beugen sich immer mehr Kirchenführer dem Moralischen Pluralismus und der Diktatur des Interreligiösen Dialoges – Der Ausverkauf des Evangeliums wird, so bleibt zu befürchten, selbst im Lutherjahr weiter voran schreiten!

  2. Ralf Weber schreibt:

    Wichtig ist, dass sich unser Vertrauen auf unseren lebendigen Gott selber bezieht und ursächlich auf ihm selber und seiner eigenen und persönlichen Offenbarung zu uns begründet ist und nicht auf einem menschengemachten Abbild. Klar, eine Fälschung verweist auch auf eine gutes Original, aber ein Abbild ist letztendlich doch ein „Götze“. Wir haben nach der Wiederversöhnung, mit unserem liebevollen Gehorsam, durch den in uns wirkenden heiligen Geist, durch die biblische Verheißung als Kinder unseres Gottes und durch unsere Wiedergeburt aus „Wasser und Geist“ den direkten, persönlichen Zugang zu unserem liebevollen Gott. Wichtig sind immer die zu erkennenden „Früchte“ in unserem Leben und unserem Umfeld.

    Mir ist klar, dass es in der Geschichte der christlichen Kirche entsprechendes zum Islams gab und auch noch gibt. Dieses erfordert auch die deutlich kritischere Betrachtung der kirchlichen Landschaft.

    Dazu möchte ich hier noch folgendes aus der Kirchengeschichte weitergeben, aktuell zum Lutherjahr 2017. Anfänglich war die Erkenntnis der Rechtfertigung aufgrund unserer Vertrauens in unseren liebevollen Gott und durch Jesus vergebenden Gott („Turmerlebnis“) ein durch den heiligen Geist geleiteter Volltreffer Martin Luthers, sowie auch seine trotz widriger Umstände erreichten Bibelübersetzung in einem markanten Deutsch, welche aber keine allzu hohe Präzision bei der wörtlichen Übertragung zum Ursprungstext hat. Bloß später hat er den neuen Wein leider wieder in die alten Schläuche gefüllt, d.h. es ist trotz der von vielen zu dieser Zeit angestrebten grundlegenden und eindeutig an der Bibel orientierten Neugestaltung bei der Kirchenform und inhaltlichen Ausrichtung im Grund sehr viel beim bisherigen geblieben, inklusive der brutalen Verfolgung derer, die diesem aufgrund ihrer bleibenden Verankerung in der eigenen, innigen Verbundenheit mit unserem Gott nicht zustimmten. Sehr fatal war auch die Verknüpfung mit politischen Machtinteressen. Heute freuen wir uns um so mehr über unsere aktuelle Freiheit.

    Hier im Gesamtkontext ein nachdenkenswerter Artikel über das Wirken von Luther und dem nachfolgenden Agieren der Ev. Kirche bis in die Gegenwart:

    https://jenswaetjen.wordpress.com/2015/06/01/luthers-ungeliebte-kinder/#more-524

  3. ceterum censeo schreibt:

    Irgendwie paßt der verkommene alte Fettwanst doch zur evangelischen Kirche wie der Arsch auf’n Eimer, oder?

  4. Hessenhenker schreibt:

    Geh doch an Halloween als Horrorluther!

Seid gut zueinander!

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