Offener Brief von Gerd Buurmann an Volker Beck

(Nachtrag: Nach einem wunderbaren Gespräch mit Volker Beck (ohne Kölsch, leider) kann ich nur sagen, der Mann kann Debatte und vor allem (un)berechtigte Kritik vertragen. Also, wenn er mal auf Eurem Wahlzettel auftauchen sollte, dann (kein billiger Wortwitz) wärmste Empfehlung! Und neben allen kleineren Differenzen, er ist einer der größten Freunde Israels im aktuellen Bundestag!)

Lieber Volker,

Du bist einer der besten Freunde Israels im aktuellen Deutschen Bundestag. Ich schätze Dich sehr und freue mich jedes Mal, wenn wir Zeit finden für ein gemeinsames Kölsch. Viele Dinge hast Du mir erklärt, aber eine Sache vestehe ich einfach nicht. In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk, das zu besten Kommentaren gehört, die ein deutscher Politiker zu der unseligen UN-Resolution 2334 gegeben hat, hast Du auch gesagt, die Kritik an der israelischen Siedlungspolitik sei verständlich: „Die aktuelle Regierung muss wahrnehmen, dass sie sich auch bei ihren Freunden mit der Fortsetzung dieser Politik immer weiter isoliert.“

Kurz vor Weihnachten 2016, in einer Zeit, in der in Syrien Häuser zerstört und Menschen vernichtet wurden, verurteilten die Vereinten Nationen in einer Resolution Juden, weil sie Häuser bauen. Am 23. Dezember 2016 verurteilten die Vereinten Nationen das Siedeln von Juden in Judäa. Ebensogut hätten sie das Siedeln von Chinesen in China verurteilen können. Unser Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu:

„Der Sicherheitsrat hat heute noch einmal bestätigt, was schon lange die Position der Bundesregierung ist: Siedlungsbau in den besetzten Gebieten behindern die Möglichkeit eines Friedensprozesses und gefährden die Grundlagen der Zwei-Staaten-Lösung.“

Wir beide wissen, dass er damit Unrecht hat! Du hast dem Deutschlandfunk selbst erklärt, „was nach dem Abzug die Siedler aus dem Gaza-Streifen passiert ist.“ Ich erinnere mich nur zu gut. Es war das Jahr 2005. In diesem Jahr ließ sich Israel auf einen Versuch ein. Immer wieder waren die jüdischen Siedlungen als größtes Friedenshindernis bezeichnet worden, so dass Israel beschloss, alle jüdischen Siedlungen im Gazastreifen zu räumen, um das vermeintliche Friedenshindernis zu beseitigen. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug der Juden wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Heute ist der Gazastreifen „judenrein“.

Trotzdem hat der Gazastreifen keinen Frieden mit Israel geschlossen. Im Gegenteil, abertausend Raketen und Granten wurden seither auf Israel abgefeuert. Die Siedlungen waren somit niemals das Friedenshindernis! Nach dem Abzug aller Juden wurde im Gazastreifen die Hamas gewählt. Sie fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta die Vernichtung des jüdischen Volkes weltweit. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Lieber Volker,

dieser Hass ist das Friedenshindernis, nicht die jüdischen Siedlungen!

Wer fest davon überzeugt ist, dass die jüdischen Siedlungen das größte Friedenshindernis im Nahen Osten ist, sollte einfach mal das Wort „jüdisch“ streichen und durch „muslimisch“, „christlich“ oder „arabisch“ ersetzen, um sich dann zu fragen, warum unter all den Siedlern in Judäa und Samaria nur die jüdischen Siedler das Problem sein sollen. Als illegal und Friedenshindernis wird nicht der massive Bau ganzer Viertel mit Hochhäusern bezeichnet, den Palästinenser in vielen Teilen Judäas, Samarias und Jerusalems ohne Genehmigung, adäquate Planung oder Sicherheitsbelange vorantreiben, ohne dabei die geringsten Standards von Ingenieuren und Architekten zu erfüllen. Die Palästinenser geben an, in den vergangenen Jahren schätzungsweise 15.000 illegale Wohneinheiten rund um Jerusalem gebaut zu haben. Diese Siedlungen verurteilten die Vereinten Nationen nicht!

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die die Existenz von Juden nicht ertragen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem, sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sollten niemals ein Problem sein. Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

Die arabischen Regierungen im Nahen Osten sollten ebenfalls Juden als Bürger des Landes mit allen Rechten und Pflichten achten, die Häuser und Siedlungen bauen dürfen, wie jeder andere Bürger auch, oder sie werden niemals Frieden mit Juden schließen können.

Sowohl die Fatah, als auch die Hamas erklären jedoch, Frieden werde nicht kommen, „solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“ Sie meinen es ernst. Der Gazastreifen zum Beispiel, wo die Hamas herrscht, ist „judenrein“. Gaza hat verwirklich, woran Hitler gescheitert ist.

Dennoch stellt die Hamas Forderungen an den Erzfeind Israel. Israel soll Wasser spendieren, Medikamente liefern und Essen bereitstellen und das Wahnsinnge ist, Israel macht das auch noch. Statt aber, dass die Welt Israel bewundert und lobt ob soviel Menschlichkeit, wird Israel kritisiert, weil das Land angeblich nicht genug Wasser spendieren soll? Ich frage aber: Welches Land hat je seine Feinde genährt? Die israelische Regierung stellt da eine Ausnahme dar! Sie glaubt noch an die Menschen in Gaza und schaut nicht tatenlos zu, während die Hamas das arabische Volk als Geisel nimmt. Wäre die Fatah oder die Hamas so menschlich wie die konservativste israelische Regierung, es gäbe morgen Frieden im Nahen Osten.

Das israelische Volk fühlt für seine arabischen Nachbarn, egal wie brutal die Regierungen auch immer sein mögen, denn Araber und Muslime sind Teil des israelischen Volkes! Es leben über 8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Israel. 1,6 Millionen von ihnen sind muslimische Araber und laut einer aktuellen Studie wollen 77 Prozent dieser Araber nirgendwo lieber leben als in Israel! Israel ist für sie das beste Land, sogar besser als Deutschland.

Lieber Volker,

das weißt Du alles. Du warst wie ich schon in Israel und weißt daher, dass es Muslimen und Arabern in Israel besser geht als in Deutschland. Wenn irgendwo in Deutschland eine Moschee erbaut werden soll, dann gehen direkt tausende Deutsche auf die Straße und demonstrieren dagegen. In Deutschland leben viele Muslime in Vierteln, die alles andere als lebenswert bezeichnet werden können. Muslime sind in Deutschland ständiger Diskriminierung ausgesetzt. Regelmäßig finden in deutschen Städten wie Dresden und Leipzig Demonstrationen gegen Muslime statt, bei denen mehrere zehntausend Deutsche anwesend sind und gegen Muslime hetzen. Im deutschen Parlament sind Muslime gnadenlos unterrepräsentiert. In Israel jedoch machen Muslime 20 Prozent der Bevölkerung aus. Die Muezzine singen wie selbstverständlich von den Minaretten. Moscheen stehen an jeder Ecke. Es gibt reiche, belebte, lebenswerte muslimische Viertel. Muslime sind wie selbstverständlich im israelischen Parlament vertreten. Sogar im höchsten Gericht Israels finden sich Muslime. Ich halte jede Wette, nach einem Jahr Deutschland und einem Jahr Israel würde sich die deutliche Mehrheit aller Muslime für Israel entscheiden. Die Mehrheit der jüdischen Siedler hegen mit Sicherheit bessere Gedanken für Muslime als die Mehrheit der Deutschen! Warum also kritisieren Sie Israel, wenn die Bürgerinnen und Bürger Ihres Landes Muslime schlechter behandeln als Israel?

Die israelischen Araber sind die einzigen Araber des Nahen Ostens, die einen Regierungschef haben, der innerhalb einer Demokratie legitim gewählt wurde. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. In Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. In Syrien herrscht Krieg. Im Januar 2014 kesselt die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und lies sie dort verhungern. In Gaza herrscht die Hamas. Sie wurde zwar gewählt, aber nach der Wahl tauschte sie Demokratie sofort gegen Staatsterror aus. Seit dem herrscht die Hamas in Gaza ohne Legitimation. In kaum einem Gebiet der Erde werden Palästinenser brutaler unterdrückt als in Gaza.

In Israel sind die Menschen frei. Wenn es einen Regierungschef gibt, der von sich beanspruchen kann, in freien Wahlen von einem palästinensischen Volk gewählt worden zu sein, so ist es der Premierminister von Israel!

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. In Israel sind alle Religionen gleichberechtigt. Genau das stört die Regierungen vom Schlage der Hamas. Daher erklären sie, dass Palästinenser keine Juden sein dürfen. Sie wollen Palästina von den Juden „befreien“, wie die Nazis einst das deutsche Volk „befreien“ wollten. Nicht zufällig ist der Gruß der Hisbollah und der Hamas der Hitlergruß.

Die Unabhängigkeitserklärung Israels schägt ganz andere Töne an. Dort steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Diese Botschaft des Friedens wird immer wieder attakiert. Die Vereinten Nationen verurteilten kurz vor Weihnachten 2016 nicht etwa die Täter, sondern die Opfer und Sie stimmten in diesem Chor mit ein! Kann sich die ganze Welt irren? Ja, sie kann! Wenn es um Juden geht, hat sich die ganze Welt schon einmal geirrt!

Lieber Volker,

bitte erkläre mir, was ist an den israelischen Siedlungen so verdammenswert ist. In jeder israelischen Siedlung gilt das israelische Gesetz. Somit ist jede israelische Siedlung im Nahen Osten ein Ort, wo wir als (teilzeit)-homosexuelle Menschen nicht verfolgt werden, jeder Religion angehören dürfen und frei unsere Meinung sagen können.

Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt einzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter und jeder Quadratmeter, der an die Hamas oder die Fatah fällt, ist ein verlorener Quadratmeter! Warum soll ich ausgerechnet jene Siedlungen kritisieren, die mich leben lassen, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin?

Lieber Volker,

warum setzen sich so viele Leute in der Politik dafür ein, dass es mehr Gebiete auf der Welt geben soll, wo ich verfolgt werde? In den israelischen Siedlungen leben wir! Jenseits der Grenzen der israelischen Siedlungen, die allesamt an Orten sind, wo Juden 2000 Jahre länger siedeln als Christen und 1500 Jahre länger als Muslime, werden wir verfolgt. Was also ist ausgerechnet an den israelischen Siedlungen so verkehrt? Niemand kritisiert die anderen Siedlungen. Warum?

Alles Liebe,
Gerd

***

Lieber Gerd,

warum schreibst Du das ausgerechnet mir? Hast Du Dich nicht im Adressaten vertan? Ich habe dazu folgendes geschrieben:

„Es ist richtig: Auch ein Siedlungsstopp brächte nicht den Frieden, nicht einmal Verhandlungen. Dennoch: Die aktuelle Regierung muss wahrnehmen, dass sie sich auch bei ihren Freunden mit der Fortsetzung dieser Politik immer weiter isoliert. Es ist ja richtig – die Siedlungen sind nicht das Haupthindernis zum Frieden. Sie bringen die Zweistaatenlösung aber auch – gelinde gesagt – nicht näher. Der Siedlungsbau ist falsch und völkerrechtlich mehr als fragwürdig.“

„Auch ein Siedlungsstopp brächte nicht den Frieden, nicht einmal Verhandlungen. Zudem enthielten alle Vereinbarungsentwürfe zwischen der israelischen und palästinensischen Seite Lösungsvorschläge für die Siedlungen: Gebietsaustausch und Aufgabe. Israel hat beim vollständigen Abzug aus dem Sinai in den 80er Jahren sowie beim einseitigen Rückzug aus Gaza 2005 längst gezeigt, dass es bereit ist, für eine Friedensperspektive Siedlungen aufzugeben. Es dürfte in einer Friedensregelung nicht undenkbar sein, dass auch einige jüdische Israelis unter palästinensischer Staatsgewalt leben. Aber die Siedlungsfrage lenkt immer wieder von den Kernfragen einer Friedenslösung ab.“

„Man muss die Sicherheitsfrage beantworten, will man sich nicht im Status quo der ewigen Rechthaberei verheddern: Wie garantiert man tatsächlich und nicht nur auf dem Papier, dass ein palästinensischer Staat dauerhaft entmilitarisiert ist und bleibt und sich der Raketenbeschuss, den Israel für den Abzug aus dem Gazastreifen erntete, nicht wiederholt? Diese Frage müssen nicht nur die Verhandlungsparteien beantworten, sondern auch die Beteiligten am Nahost-Quartett. Das ist meines Erachtens der Schlüssel. Ein weiteres Kardinalproblem ist die palästinensische Führung: Wer hat den Willen und die Kraft, eine Friedensregelung auszuverhandeln, die Ergebnisse dann durchzusetzen und das Ganze politisch zu überleben?“

Das besetzte Gebiet ist nicht israelisches Staatsgebiet, völkerrechtlich wird daher überwiegend vertreten, dass Landkäufe und Ansiedlungen von Staatsbürgern der Besatzungsmacht unzulässig sind.

Etwas ratlos über Dein Schreiben mit lieben Grüßen,
Volker

***

Lieber Volker,

ich schreibe Dir, weil man mit Dir reden kann. Ich verstehe nich, warum die israelischen Siedlungen überhaupt ein Problem sind und vor allem, warum nur die israelischen Siedlungen ein Problem sein sollen, nicht aber all die anderen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten Judäa und Samaria, die zur Zeit zu keiner nationalen Einheit gehören und daher entweder von allen Menschen, die dort leben, widerrechtlich besiedelt werden oder eben von niemanden. Wenn Judäa und Samaria tatsächlich von israelischen Siedlungen besetzt werden, wen besetzt Israel dann genau? Und warum sind nicht auch alle anderen arabischen Siedlungen Besatzer?

Du sagst, der Siedlungsbau sei falsch und völkerrechtlich mehr als fragwürdig. Ich frage warum? In jeder israelischen Siedlung gilt das israelische Gesetz. In den israelischen Siedlungen sind Frauen und Männer gleichberechtigt und Homosexualität staatlich anerkannt. In den israelischen Siedlungen sind Meinung, Kunst und Wissenschaft frei. Laut israelischen Gesetzt, das in den israelischen Siedlungen gilt, dürfen keinen Menschen aufgrund ihrer Religion oder sexuellen Präferenz diskriminiert werden.

Warum soll ich ausgerechnet jene Siedlungen kritisieren, die mich leben lassen, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin? Warum ist es völkerrechtswidrig, dass es mehr Gebiete auf der Welt geben soll, wo ich leben darf? Jenseits der Grenzen der israelischen Siedlungen, die allesamt an Orten sind, wo Juden 2000 Jahre länger siedeln als Christen und 1500 Jahre länger als Muslime, werden ich verfolgt. Was also ist ausgerechnet an den israelischen Siedlungen so völkerrechtswidrig? Gilt Völkerrecht über Menschenrecht? Dürfen Völker mich als Menschen diskriminieren? Niemand kritisiert die anderen Siedlungen. Warum?

Alles Liebe,
Gerd

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53 Antworten zu Offener Brief von Gerd Buurmann an Volker Beck

  1. Ralf Weber schreibt:

    BREAKING: Overwhelming bipartisan majority of the US House of Representatives just stood with Israel and condemned the UN’s anti-Israel resolution 342 to 80.
    Thank you to the Democrats and Republicans who stood with Israel!

    Good decision. Israeli settlement construction is certainly not the cause for the conflict there, but revises only previous injustice. Current and exemplary examples of the situation in this region in this German article:

    http://bvdad.de/index.php/pressemitteilungen/249-pressemitteilung-tuerkei-aramaeerin-februniye-akyol-einzige-christliche-oberbuergermeisterindesamt-employed

  2. Dante schreibt:

    @echsenwut, 201700151613

    Was mir Ihre Ausführungen sagen wllen, erschließt sich mir nicht.

    Das finde ich schade, denn es ist offensichtlich: Wenn Sie Vorschläge machen wollen, die irgendwie akzeptabel sein sollen, dann doch bitte solche, die nicht zu einem neuen Babyn Yar und auch nicht zu einem dann wieder weltweiten Helotenstatus der Juden führen würden.

    Sie versuchen einen rhetorischen Zirkelschluss hinzukriegen,…

    Ich betreibe keine Rhetorik. Der unten behauptete Zirkelschluss wird konstruiert mit Hilfe einiger historisch fehlerhafter Aussagen und einem unsäglichen Vergleich Israels mit Hitlerdeutschland, an dem schlicht gar nichts stimmt, und das sieht viel eher nach Rhetorik aus.

    Israel wurde auf fremdem Territorium gegründet, über welches zu diesem Zeitpunkt Eigentumsrechte anderer existierten. Folgerichtig wurden die Eigentümer zwangsweise enteignet.

    Das Territorium war erst einmal, nämlich zu Herzls Zeiten, omanisch regiert, relativ dünn besiedelt, und zwar von einer arabischen Mehrheit und einer jüdischen Minderheit, die es auch damals schon gab. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es ein britisches Mandat über Palästina, es kam zu noch mehr Einwanderung, und zwar nicht nur von Juden, sondern auch von Arabern. Damals gab es von jüdischer Seite weder Landraub noch Vertreibung, sondern nur Landkauf, und manches von den frühen Zionisten besiedelte Land war zuvor noch gar nicht bestellt worden.
    Dabei haben die Briten die jüdische Einwanderung behindert und die arabische forciert. Zugleich haben sie mit dem Bruch des Versprechens eines eigenen unabhängigen Staates, das Lawrence den Arabern gegeben hatte, das Faisal-Weizmann-Abkommen von 1919 zur Makulatur gemacht, das eine friedliche Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates hätte ermöglichen sollen.
    Außerdem setzten sie einen Mann als Mufti ein, der sich als Scharfmacher entpuppte und Aufstände und Pogrome anzettelte, 1920, 1929 und 1936, und der alles, was auf ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern hätte hinauslaufen, nachhaltig torpedierte. Selbst das weitestgehende Angebot der Briten, das ausdrücklich keinen eigenen jüdischen Staat vorsah. Der Mufti wollte alles, ein Arabisch-Palästina ohne Juden oder mit Juden allenfalls als Heloten, und deshalb bekam er nichts.

    Das war nunmal ein Verbrechen – dabei ist vollkommen egal, ob die Usurpatoren Juden…oder…Muslime…waren.

    …wie zum Beispiel bei der massenhaften Enteignung und Verfolgung von Juden in arabischen Ländern. Wohl denen, die fliehen konnten und wo Zuflucht fanden? Richtig, in Israel.

    Den Gründervätern Israels war dies vollkommen klar, weshalb sie sich auch nach der Empfehlung von Theodor Herzl gerichtet hatten, der die Entfernung der arabischen Bevölkerung in der Lautlosigkeit der Nacht nahegelegt hatte (vgl. sein Tagebuch).

    Vgl. sein Tagebuch, wo? Stammt ein solcher Rat wirklich von Herzl, oder ist das vielleicht ein „Protokoll“?
    Dass die jüdischen Palästinenser, die späteren Israelis, keine Engel waren, ist praktisch zwangsläufig. Anderenfalls hätten sie ja auch keine Chance gehabt. Die Verbrechen an Juden, und zwar durch Araber, nicht durch Teutonen, werden aber immer gern ausgeblendet, wenn man über den Palästinensischen Bürgerkieg und die Gründung Israels spricht, dafür werden die der Juden stets aufgeblasen.

    Das macht den Zugriff auf das Land vergleichbar mit dem deutschen Angriff auf Polen und die Ansiedlung von Deutschen.

    Mitnichten. Die Unterschiede fangen schon damit an, dass die Deutschen schon vorher ein eigenes Land hatten und sich zu Unrecht als „Volk ohne Raum“ betrachteten, während die Juden tatsächlich ein Volk ohne eigenes Land waren.
    Außerdem sahen sich die Deutschen von Todfeinden umzingelt, ebenfalls zu Unrecht, während die Juden es tatsächlich mit Todfeinden zu tun haben.
    Desweiteren hatten die Polen auch nur Polen, die Araber hätten jedoch selbst dann schon 78% (um den Dreh) des ehemaligen britischen Mandatsgebietes gehabt, wenn Israel noch größer ausgefallen wäre – Jordanien nämlich. Außerdem sollten die Araber nicht verklavt werden, sondern man wollte neben ihnen existieren, ohne sich jedoch unter ihrer Herrschaft zu befinden. Nachvollziehbar, wie ich finde. Mit der Versklavung der Polen und der Verwandlung ihres Landes in ein Massengrab ermordeter Juden hat das nichts gemein.
    Die Deutschen konnten sich eine totale Niederlage leisten, ohne vernichtet zu werden. Sie können mit ihren Nachbarn in Frieden und Freundschaft leben und werden auch nicht als Heloten gehalten, und es geht ihnen sogar richtig gut, besser als so manchem Sieger des 2. Weltkrieges. Das kann man von den Juden nicht behaupten. Sie wissen aus jahrhundertelanger Erfahrung, dass Wehrlosigkeit Juden nicht gut tut und sie von ihren Feinden nur Grausamkeit zu erwarten haben.

    Das Beharren auf den m.E. schwachsinnigen Status als „jüdischer“ Staat hilft keinem einzigen Juden beim Überleben.

    Juden wollen – wie die meisten Menschen – leben, nicht bloß überleben, was man auch als Helot irgendwie kann und was den Juden ja auch unter jahrhundertelanger Unterdrückung irgendwie gelungen ist. Wie gesagt, Freiheit und Selbstbestimmung und die Möglichkeit, sich zu verteidigen, das gehört dazu. Es geht nicht darum, einen rein jüdischen Staat zu schaffen oder einen, in dem man nur als Jude mehr als ein Helot sein könnte, und dies ist in Bezug auf Israel ja auch nicht der Fall, es geht darum, selbst in wenigstens einem Land die Mehrheitsgesellschaft zu bilden und den Anderen Freiheit zu garantieren, statt sich als Minderheit von Anderen herumkommandieren lassen zu müssen.

    Worin das Problem liegen soll, hierauf zu verzichten, verstehe ich nicht.

    Das wiederum verstehe ich nicht. Geben Sie sich keine Mühe, mir das erklären zu wollen, es käme dem Versuch gleich, jemandem zu erklären zu wollen, warum er nicht versteht, dass beispielsweise Frauen nicht auf Gleichberechtigung und gesetzlichen Schutz gegen sexuelle Gewalt verzichten.

    Diese Ausrichtung samt all ihrer Konsequenzen blanken Rassismus‘, Hysterie und Zerstörungswahn ist längst nicht mehr mit der Geschichte des Judentums, sondern nur mit Faschismus zu erklären.

    Blanker Rassismus ist genau das, was Juden entgegenschlägt, es sei denn, man braucht sie für eine antiisraelische Kampagne, wie die Nazis einst die so genannten Judenräte zur unauffälligen Umsetzung ihrer Poliitk benutzten. Mit dem Unterschied, dass die heutigen jüdischen BDSler nicht unter diesem Druck stehen und also anders könnten. Zerstörungswahn sehe ich ebenfalls mehr auf der Seite der Feinde Israels. Es gibt in Israel auch „Faschisten“, wie in fast jedem Land, aber die Regierung wird in Sachen Faschismus locker von einem beliebigen arabischen Staat oder Iran in die Tasche gesteckt. Der Türkei neuerdings auch.

    Glaubt hier tatsächlich angesichts der Entwicklung noch irgendjemand, dass Israel seinen Kurs ungestört weitersteuern kann?

    Israel hat noch niemals ungestört irgendeinen Kurs fahren können. Ein Kurs, der als „faschistisch“ beschrieen wird, ist wenigstens regionaltypisch und daher halbwegs erfolgversprechend.

    Die Wut in der Welt, die sich womöglich in nicht allzuferner Zukunft in Kriegen entladen könnte, wächst kontinuierlich.

    Das mag sein, aber das ist vollkommen unabhängig davon, ob in Israel ein „faschistischer“ Falke oder eine Friedenstaube an der Macht ist. Den Juden unter den Staaten hasst sich einfach am besten, weil er nicht so schnell jede Kritik mundtot macht wie es z.B. die türkische Regierung z.Z. sogar in Deutschland tut. Auf Leute, die wirklich Macht haben, traut man sich nicht richtig wütend zu sein, egal wie viele Verbrechen sie begehen. Ebentuell löst das noch Faszination aus. Früher bewunderten Intellektuelle Stalin, später Mao, alles Massenmörder.
    Die Welt bewundert Schlächter, das konnte man schon in Rwanda sehen. Schon deshalb ist die „Wut der Welt“ ausgerechnet auf Israel ein Zeichen dafür, dass es nicht so schlimm sein kann wie es dargestellt wird.

    Israel kann sich seine Atomwaffen an den Hut stecken; würde es auch nur eine einzige davon benutzen, würde es von allen Seiten pulverisiert.

    Atomwaffen dienen seit 1945 nicht mehr dazu, benutzt zu werden, sondern dazu, nicht überrannt zu werden. Sie beruhen darauf, dass der Feind kein selbstmörderische veranlagter Vollidiot ist. Nun, bei religiös beseelten Regimen könnte das schiefgehen…

    Die Zeit der aggressiven und faschistischen Durchhalteparolen für Israel ist vorbei und wird von Tag zu Tag gefährlicher…

    Schon wieder dieser unsägliche Vergleich, der nach Deutschland 1945 klingt. Sie scheinen ein totales Zerrbild von Israel zu haben. Vielleicht sollten Sie die Nachrichten nicht ausschließlich aus parallelisierender Propaganda beziehen. Wenn das Dritte Reich wie Israel gewesen wäre, hätten Juden im Reichstag gesessen, wären Richter gewesen (was schon 1933 verboten wurde) und hätten deutsche Menschenrechtsorganisationen massiv Front gegen die Politik des Deutschen Reiches gemacht, die freilich anders ausgefallen wäre als sie es tatsächlich war, und das, obwohl die deutsche Bevölkerung massiven Terrorangriffen von ethnischen Minderheiten und aus dem Ausland ausgesetzt gewesen wäre.
    Außerdem suggerieren Ihre Worte, es stünde Israel die Möglichkeit einer Kapitulation nach deutschem Vorbild als Option zur Verfügung. Sie wissen genau, dass das nicht stimmt. Wehrlosigkeit führte die Juden letztlich nur nach Babyn Yar.

    …was da auf alle wartet, wünsche ich keinem Juden, keinem Israeli, keinem Palästinenser, keinem Muslimen.

    Das glaube ich Ihnen sogar. Allerdings wären die Folgen des Hissens einer weißen Fahne auch nicht erfreulicher. Wie gesagt, man könnte überleben, aber wozu eigentlich? Sterben müssen wir alle, Folter und Vergewaltigung erdulden nicht unbedingt, und das sollte man vermeiden. Es gibt Leute, denen man nicht lebend in die Hände fallen sollte, und in der Region sind das sehr Viele.

    Sollte so etwas jemals gelingen, ein Hebron ’29 im Monsterformat bzw. ein Rwanda ’94 mit den Juden als Tutsi, unter dem Beifall der „Weltöffentlichkeit“, und ausgerechnet dann käme die Nachricht herein, ein Meteorit von 10km Durchmesser komme auf die Erde zu und sei nicht aufzuhalten, wäre das wenigstens nicht mehr sehr traurig. Liebe Menschheit, Ihr hattet die Chance, menschlich zu sein, ihr habt sie nicht genutzt, jetzt ist Eure Zeit um.

    • bevanite schreibt:

      Die religiöse Argumentation („Es gibt soundsoviele islamische Länder, da brauchen wir nicht noch einen“) habe ich ja noch nie verstanden. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Debatte bezüglich der Unabhängigkeit des Kosovo ebenfalls aufkam. Was ist, wenn sich Irak und Syrien demnächst in mehrere Staaten aufteilen, ein nicht ganz unrealistisches Szenario? Dann gibt es plötzlich auch zwei oder drei islamische Länder mehr. Auch frage ich mich, ob der Autor 1991 gegen die Unabhängigkeit Litauens, Estlands, Lettlands, Kroatiens und Sloweniens war, denn nach seiner Logik gab es damals weltweit schon genug „christliche Staaten“. Aber wer die Autoren der Ha’aretz als „Feinde Israels“ bezeichnet, gehört wohl selbst eher zu denjenigen „who are smoking something“…

  3. ceterum censeo schreibt:

    Leute, habt Ihr sie eigentlich noch alle? Ihr wißt schon, daß auch Eure Lebenszeit begrenzt und deshalb vielleicht wertvoll sein könnte? Ob irgendwelche Eidechsen Israel hassen oder lieben, ist Euch wirklich wichtig? Respekt vor soviel Opferwillen!

    • ceterum censeo schreibt:

      Natürlich meinte ich nicht den beliebten Politiker Volker Beck, sondern den komischen Echsenheini, der sich hier zu Wort gemeldet hat. Nichts läge mir ferner, als Eure Gefühle zu verletzen.

    • A.S. schreibt:

      Du hast Recht. Also auf ins real Life.
      Das ist die Zeit, die man afk ist.

  4. Kanalratte schreibt:

    Ich bin gegen Gewalt und Hass, aber es wird langsam Zeit, dass man Muslimen genau die Verachtung entgegenbringt, die sie Andersgläubigen und Andersartigen entgegenbringen. Mir geht es gegen den Strich, wenn unter dem Deckmantel der Political Correctness tatenlos zugesehen wird wie Islamisten und Islamische Organisationen die Welt in Schutt und Asche legen und Andersgläubige verfolgen und am Ende wieder Muslime als die Opfer dargestellt werden. Es verwundert mich nicht mehr, dass die heimlichen Atheisten in der islamischen Welt oder Angehörige der christlichen Minderheit immer wieder mit Forderungen ankommen, die uns in Europa als zu Radikal erscheinen. Wir sind die Heuchler, wir gehen gegen Scientology vor, bezeichnen sie als Sekte, schauen aber regungslos zu wie Imame in unseren Ländern Hass predigen und Islamisten von der Weltherrschaft des Islam fabulieren. Natürlich sind nicht alle Muslime böse, wie auch nicht alle Scientologen oder Grünen. Man gelangt an den Punkt, wo man begreift, dass auch der Nahostkonflikt ein politischer Religionskonflikt ist, wie ihn insbesondere der (sunnitische-arabische) Islam überall auf der Welt führt, gegen Hindus, gegen Buddhisten, gegen Han-Chinesen, gegen Juden, gegen Christen, ja sogar gegen schiitische Glaubensbrüder.

  5. Ralf Weber schreibt:

    Das was den Juden in unserem Land vor über 70 Jahren angetan wurde, das wurde unserem liebevollen Gott selber angetan. Er war dort selbst im größten Leid gegenwärtig. Für uns ist das, was in unserem Land geschah klarer Antrieb den Überlebenden und deren Verwandten und Nachkommen eindeutig beizustehen, auch gerade in ihrem Land

    Unser Gott hat uns Menschen diese Erde anvertraut hat und wir dafür verantwortlich sind, was hier geschieht. Eines Tages fordert er dazu Rechenschaft Angesicht zu Angesicht von jedem und bietet uns jetzt die Wiederversöhnung an. Das Böse kam daher in diese Welt, da sich die Menschen von ihm im Mißtrauen von ihm abwandten und sich stattdessen dem Bösen zuwandten. Zur gewährten Freiheit gehören auch die Folgen der Freiheit.

    Wir aber haben die Gewissheit, dass unser gemeinsamer Gott sich denen zeigt, die sich ehrlich suchend an ihn wenden. Und wir warten gemeinsam darauf, dass er eine neue Welt ohne Leid schaffen wird.

    Der Sinn unserer Existenz als Menschen ist ein erlöstes, wiederversöhntes (siehe Lukasevangelium 15) und liebevolles Gegenüber unseres Gottes zu sein und neu gestaltet an ihm selber teilzuhaben. Und nicht durch menschengemachte Religion in die Irre leiten zu lassen. Nur so können wir diese Welt gut gestalten.

    Wichtig bei der Überwindung dieser oft destruktiven Welt ist, dass die Entscheidung zur Zugehörigkeit zu unserem uns liebevoll zugewandten Gott, zur Nachfolge von Jesus (hebräisch Jeschua) und die Bereitschaft zur liebevollen Lebensgestaltung durch ihn aus dem eigenen Herzen kommt und nicht aus einer bestimmenden Kultur oder einem religiös motivierten, aber letztendlich doch weltlichen Herrschaftssystem.

    Unsere gemeinsame Basis ist die heilige Schrift, dem Liebesbrief unseres gemeinsamen Gottes an uns und unsere eindeutige Grundlage:

    Jesus (hebräisch Jeschua) war ein Jude sowie auch Abraham, Isaak, Jakob, Moses und die biblischen Propheten. Dazu seine Jünger, Apostel und auch die erste Gemeinde. Die komplette Bibel wurde von Juden geschrieben (abgesehen vom Lukas). Jesus selbst ist in Person der in der Schrift vorhergesagte jüdische Messias aus dem Stamme Davids. Die biblischen Schriften weisen aufging hin inkl. seinem stellvertretendem Sühneopfer, durch welches wir vor unserem Gott von der Macht der Sünde erlöst sind. Wer dem von Herzen vertraut und zu ihm gehört, der ist vor unserem liebevollen Gott gerechtfertigt. Auch Jesus erstes Gebot ist, dass wir unseren gemeinsamen Gott von ganzen Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft lieben sollen. Und dann uns selber und unseren Nächsten.

    Die Juden sind das in alle Ewigkeit von unserem Gott erwählte Volk seines Eigentums, das Volk seines von ihm geschlossenen ewigen und ersten Bundes.
    Dazu Johannesevangelium 4:22: (hebräisch Jochanan):
    Jesus: Denn das Heil kommt von den Juden.“ Sehr zu lesen empfehle ich hierzu auch den Römerbrief Kapitel 9-11. Mit der persönlichen Annahme ihres Jesus (hebräisch „Jeschua“) kommt auch der Heilsplan unseres Gottes zum Abschluss (griechisch „Telos“).

    Jesus starb wegen der Schuld aller Menschen durch eine römische Hinrichtung. Ja, die bestimmende jüdische Führung wollte auch wie die anderen Nationen sein mit einem im weltlichen Sinn starken Herrscher. Aber diesen Weg hat die römisch geleitete christliche Kirche auch gewählt, als sie sich mit dem römischen Reich „vermählte“, für das in der Offenbarung des Johannes der Begriff „Babylon“ verwendet wird. Mit allen schrecklichen Konsequenzen.

    Es ist doch ehrlich gesagt eine Beleidigung für die Juden, wenn man angesichts dieser Geschichte versucht, sie irgendwie in diese Institution Kirche zu befördern. Man denke nur an den Zornesausbruch Martin Luthers angesichts der berechtigen Bedenken sich seiner Kirche anzuschließen. Diese Diffamierungen wurden auch noch im Dritten Reich zitiert.

    Statt „Mission“ ist hier besser eine klare Entschuldigung für das von den christlichen Kirchen begangene Unrecht angebracht. Gott hat durch sein Wort schon von Anfang immer zu ihnen geredet. Wenn sie diesem Wort Gottes vertrauen rechnet Gott Ihnen dieses Vertrauen in ihn selbst auch als Zugehörigkeit an.

    Zu Jesus (hebräisch „Jeschua“) als Wort Gottes steht im Johannesevangelium 1:1 – 5 und 1:14 – 18:
    „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“

    „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft:Dieser war es, von dem ich gesagt habe:Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus (hebräisch „Jeschua Hamaschiach“) geworden.“.

    Guter und aktueller Artikel hierzu:

    https://www.linkedin.com/pulse/sola-gratia-oder-juden-und-christen-verbindet-johannes-gerloff

  6. Ralf Weber schreibt:

    Ich war am 29.11.2016 auf einer ergreifenden Veranstaltung, auf der authentisch über die realen Erlebnisse beim deutschen Holocaust berichtet wurde. Schlimm neben den schrecklichen Untaten ist, dass viele Deutsche es entweder gewollt, akzeptiert oder einfach weggesehen haben und es immer wieder Versuche gibt, diese klar dokumentierten Verbrechen zu leugnen. Ausgeprägt leider auch in den islamisch-arabischen Ländern, oder aber auch hier, wo viele wieder auch wieder Gründe für ihren Antisemitismus finden oder einfach wieder wegsehen.

    Der Antisemitismus kommt heutzutage gerne in Gestalt einer grundlegenden Feindschaft gegen das einzige jüdische Land Israel, der einzigen realen Demokratie im Nahen Osten. Es wurde auch von den bedrückenden und hautnahen Erfahrungen mit den in der Regel durch Brandstiftung entfachten Bränden in Haifa berichtet.

    „ICEJ-ABEND MIT DER HOLOCAUSTÜBERLEBENDEN JUDITH ROSENZWEIG AM 29. NOVEMBER 2016“
    Um 19.00 Uhr bei der ICEJ in 70188 Stuttgart

    https://de.icej.org/civicrm/event/info?reset=1&id=2084

    Für uns ist es wichtig, dass unser Beistand auch den noch lebenden Opfern des Holocausts, ihren Verwandten und Nachfahren gilt. Unsere düstere Geschichte darf sich hier auf keinen Fall wiederholen. Hierzu auch treffend zu den aktuellen Unwägbarkeiten:

    http://juedischerundschau.de/das-mutierende-virus-antisemitismus-verstehen-135910621/

    https://tapferimnirgendwo.com/2016/11/16/nur-ein-toter-jude-ist-ein-guter-jude/

    https://tapferimnirgendwo.com/2016/12/04/offener-brief-von-gerd-buurmann-an-den-pfarrer-von-bethlehem/

    Hier im in Sachen UN von jemanden, der wirklich Erfahrung damit hat:

    http://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/ban-kritisiert-voreingenommenheit-gegenueber-israel/

    Und hier gibt es auch konkrete Hoffnungen auf Entwicklungen im guten Sinne:

    http://juedischerundschau.de/mike-pence-katholikal-und-ein-grosser-freund-israels-135910653/

  7. echsenwut schreibt:

    Das Geheule hier gerät doch etwas arg extremistisch und folgt deshalb auch sehr brav den eigenen Gesetzen von Extremismus: das eigene „Leid“ wird ausgewalzt und beweint bis weit jenseits der Schmerzgrenze; andere, eigene Verbrechen, Verstöße, Versagen werden ganz einfach ausgeblendet. Knips. Weg. Aus. Das nennt man dann wohl hasbara.
    Es ist wirklich rührend, wieviele Israel-„Freunde“ sich unter diesem Banner versammeln; pages mit gleichem, aber muslimischem Inhalt bleiben hinter soviel Realitätsausblendung tatsächlich zurück. Aus diesem Phänomen entstammen dann solche Sätze:
    „Ich verstehe nich, warum die israelischen Siedlungen überhaupt ein Problem sind…“

    Nein. Israel-„Freunde“ KÖNNEN das auch gar nicht verstehen. Israelfreunde hingegen schon. Deutsche konnten damals auch überhaupt nich verstehen, weshalb sich die paar Pappnasen im Osten gegen die deutschen Segnungen gewehrt und die Absicht abgelehnt haben, zur „Kornkammer des Reiches“ oder zum „Lebensraum für Deutsche“ erklärt zu werden. Dabei hätte die Präsenz des deutschen Heeres auf fremdem Gebiet langfristig zu großer Ruhe geführt. Friedhofsruhe. Wie im Westjordanland auch, wenn Israel ganz ungehindert dort siedeln könnte, wäre Sicherheit und Frieden im Osten eingekehrt (nachdem alle Gräber geschlossen worden wären). Es gibt da eine Menge Seelenverwandtschaft zwischen den extremistischen Siedlern und Nazis – immerhin haben Israelis von der JDL auch schon „Gas the Arabs!“ auf palästinensische Hauswände geschmiert.
    Bei soviel Segnung und Sendungsbewusstsein müssen doch einfach einmal so unwesentliche Kleinigkeiten wie „Eigentumsrecht“, „Menschenrecht“, „UN-Resolutionen“ beiseitegelassen werden, nicht wahr? Sich um diese Dinge zu kümmern ist schlicht Korinthenkackerei, vernachlässigenswert. Zum Segen eines arischen Großdeutsch …… tschuldigung …. rein jüdischen Großisraels muss man schon mal über solche Petitessen und die paar hunderttausend rechtmäßigen Eigentümer des Landes hinwegsehen.
    Ob dem auch so wäre, wenn Palästina auf israelischem Staatsgebiet Siedlungen errichten wollte? Ach, das geht nicht? Aber warum denn bloß nicht? Entschuldigung – da habe ich wohl ein paar israelische Gesetze vergessen, die zwischen israelischen und israelischen Staatsbürgern unterscheiden.

    Vermutlich wäre Palästinensern auch heftig davon abzuraten, in Israel siedeln zu wollen. Da ist derart viel Rassismus unterwegs, dass sie sich allein aufgrund ihrer Hautfarbe untereinander so tödlich hassen, dass sie sich gegenseitig auf offener Straße niederprügeln und umbringen.

    • Sophist X schreibt:

      Vermutlich wäre Palästinensern auch heftig davon abzuraten, in Israel siedeln zu wollen.

      Wenn Sie die Palästinenser davon überzeugen könnten, nicht in Israel siedeln zu wollen, wären alle Probleme gelöst.

      • echsenwut schreibt:

        An diese Arbeit würde ich mich sofort begeben, wenn Israel im Gegenzug dazu:
        1. alle Siedlungen außerhalb seines Staatsgebiets auflöst,
        2. alle Checkpoints im Westjordanland und Gaza auflöst,
        3. alle Hoheit über Geldfüsse von dort oder dorthin aufgibt,
        4. allen israelischen Staatsbürgern gleiche Rechte gewährt
        5. alle Eigentumsrechte von Palästinensern anerkennt und schützt.
        6. Rückzug von Mekorot aus dem Westjordanland
        7. alle Gesetze zurückzieht, die Unterschiede zwischen Israelis machen
        8. mit sofortiger Wirkung die Blockade von Gaza aufhebt.

        Sonst gäbe es noch die Alternative:
        1. jeder kann überall siedeln, Palästinenser in Israel und umgekehrt
        2. eine gemeinsame, umfassende Staatsgrenze
        3. Auflösung aller rassistischen (Apartheid-) Gesetze
        4. eine gemeinsame, demokratische Regierung
        5. ein gemeinsames, unterschiedsloses Heer
        6. Auflösung aller Checkpoints
        7. Aufgabe des (sowieso unsinnigen) Status eines „jüdischen“ Staats

        Ich lege noch eins drauf:
        1. Ganz Palästina würde zumindest für 10 Jahre unter Aufsicht demilitarisiert
        2. Die UN übernimmt für 5 Jahre die Checkpoints und
        3. die Polizeigewalt in Kooperation mit der PA
        4. Verhaftung des Hamas-Führungskaders
        5. Regelung des Außenwirtschaftsverkehrs Palästinas durch UN
        6. Verfolgung der Qassam-Brigaden nebst
        7. ihrer internationalen Charakterisierung als „Terrororganisation“

        • Kanalratte schreibt:

          Genauso wie sich Polen verteidigen darf, darf sich auch Israel verteidigen. Polen ist Christlich, Israel ist Jüdisch. Es gibt keinen einzigen muslimischen Staat der sich nicht zumindest zum Teil als Muslimisch bezeichnet. Der geplante Lebensraum für Araber in Palästina soll langfristig ein rein islamischer Staat werden, in dem Christen allenfalls als Dhimmis geduldet werden würden. Juden dürften dort überhaupt nicht wohnen. Soviel zu Apartheid, die in islamischen Staaten eher die Regel als die Ausnahme ist. (Bewachte Christenviertel in Pakistan usw.)

          Schaut man sich die Welt an, dann finde ich, wir müssen dem arabisch-sunnitischen Islamfaschismus ein Ende bereiten!

          • echsenwut schreibt:

            Israel IST kein „jüdischer Staat“ und hat deshalb (nach Völker- und Menschenrecht) kein Recht, sich gegen Nichtjuden zu verteidigen. Jeder fünfte Israeli ist kein Jude. Würde Israel diesen völlig verrückten Status durchsetzen wollen, müsste es zwangsläufig Nichtjuden deklassieren. Okay, das tut es ja auch.
            Die Forderung, Palästina judenfrei auszugestalten, wäre ganz genauso falsch.
            Bis es dahin kommt, sich überhaupt fundamental einen Aufbau eines noch lange nicht existierenden Palästinas Gedanken machen zu müssen, muss jetzt erst einmal die extremistische und faschistische Politik Israel korrigiert werden. Da Israel dies erkennbar aus eigener Kraft nicht schafft, sondern sich im Gegenteil auf einem ebenso hysterischen wie rassistischen Kurs befindet, bedarf es einer internationalen Allianz von israelfreundlichen Kräften. Nicht nur durch BDS schmiedet sich diese Allianz bereits, was Hoffnung auf ein akzeptables Israel wachsen lässt. Immer mehr Regierungen verschließen sich israelischen Einblasungen und an vielen Stellen auf der Welt wird die Einfuhr israelischer Güter bereits vollständig unterbunden. Es liegt in den Händen der israelischen Wähler, ob Krieg, Zerstörung, Isolatiion und Missgunst weiterbestehen und an Grausamkeit und Gemetzeln zunehmen oder nicht. Wenn Israel nicht einlenkt, wird es Not, Gewalt und Zerstörungen in steigendem Ausmaß erleben müssen.
            Ich wünsche Israel und Palästina ein anderes Schicksal.

        • bevanite schreibt:

          Ganz Palästina würde zumindest für 10 Jahre unter Aufsicht demilitarisiert

          Echt jetzt? Gibt es auf der Liste der Regionen, die demilitarisiert gehören, nicht gerade dringendere Prioritäten? Syrien, Irak, Libyen, Jemen, Afghanistan, Sudan oder Mali, z.B.? Oder vielleicht erstmal direkt vor unserer Haustür die Krim und den Donbass, wo paramilitärische Truppen mit russischer Rückendeckung ihr Unwesen treiben?

          Und darf der Libanon eigentlich seine „rassistischen (Apartheid-) Gesetze“ erhalten?

          • echsenwut schreibt:

            Sie haben in weiten Teilen Recht. Ich würde mir auch wünschen, dass man ALLEN radikalen und verrückten Kämpfern die Waffen fortnähme – möglichst auf der ganzen Welt. Aber erstens muss man ja mal irgendwo anfangen, und dafür wäre schon aufgrund der irrwitzigen Dauer des Konflikts Palästina/Israel kein schlecht gewählter Anfang und zweitens schlösse das ja nun nicht aus, dass man sich parallel dazu um die Entwaffnung anderer Länder bemühen könnte.
            Es sei denn, man betrauert als Industrieller im Rüstunsgeschäft die nachlassenden Profite…..

        • A.S. schreibt:

          „Sonst gäbe es noch die Alternative:
          1. jeder kann überall siedeln, Palästinenser in Israel und umgekehrt
          2. eine gemeinsame, umfassende Staatsgrenze
          3. Auflösung aller rassistischen (Apartheid-) Gesetze
          4. eine gemeinsame, demokratische Regierung
          5. ein gemeinsames, unterschiedsloses Heer“
          Und was machst du wenn die dort lebenden Menschen dazu einfach nein sagen? Werden die überhaupt gefragt oder hat sich die Welt deinen Vorstellungen zu unterwerfen und Querulanten kommen ins Umerziehungslager?

          Oder anders gesagt: Wenn es so einfach wäre hätte die Bevölkerung von GAZA die gesamte Hamas längst zu ihrem Schöpfer hinabbefördert und mit Israel zusammen eine friedliche Koexistenz aufgebaut. Statt dessen dulden die Palästinenser eine Regierung, deren einziges Ziels die Ausrottung Israels ist.
          Traumtänzer ….

        • Dante schreibt:

          Ich kenne Ihre Augenfarbe nicht, aber ich darf vielleicht einen Tipp abgeben: Blau. Jedes Zugeständnis und jeder Rückzug Israels hat die Situation für die Israelis verschlechtert, und damit natürlich auch die Lage der Palästinenser verschärft, weil keine israelische Regierung überhaupt das Recht hat, seine Bürger einem verstärkten Terror auszusetzen und daher im Gegenzug wieder mehr Gegenmaßnahmen wie der Bau einer Mauer, mehr Checkpoints etc. erforderlich waren. Logisch.
          Wenn man einen Feind hat, der Entgegenkommen nicht im Sinne des Feilschens mit dem Ziel einer Einigung irgendwo in der Mitte versteht, sondern als Etappensieg, der Mut macht, fester draufzuhauen, kann mit Zugeständnissen nichts erreichen, schon mal gar nicht mit dem Abbau von Sicherheitsmaßnahmen. Das wäre schlichtweg staatliche Beihilfe zum Mord an Juden, weil sie Juden sind, und das auch noch seitens des Staates der Juden.
          Man kann behaupten, Israel sei gar nicht der Staat der Juden, weil es viele Bürger gibt, die keine sind, aber natürlich ist das Argument nicht stichhaltig. Das osmanische Reich war ein islamisches Großreich, dessen Untertanen aber zeitweise – vor der Eroberung des arabischen Raums – sogar mehrheitlich Christen waren.
          So ist Israel sehr wohl ein jüdischer Staat , und zwar der einzige. Und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen.
          Sie wollen, dass Israel seinen Status als jüdischen Staat aufgibt und sich bzw. seine jüdischen Bürger quasi wehrlos macht. Ich will man unterstellen, dass bei Ihnen nicht einmnal der böswillige Hintergedanke dahinter steckt, die Juden wieder – wie früher so oft – drangsalieren und „bei Bedarf“ ein Pogrom anzetteln zu können.
          Das aber würde passieren!
          Sie gehen von der Voraussetzung aus, dass niemand grundsätzlich was gegen die Juden habe, nur der Palästina-Konflikt zu Judenhass führe und mit dessen Ende wie weggeblasen wäre.
          Das ist jedoch kontrafaktisch.
          Sie müssten es besser wissen, wie jeder, der sich ein klein wenig mit der Geschichte der Juden beschäftigt hat. Wehrlosigkeit ist den Juden niemals gut bekommen, jedenfalls nicht dauerhaft. Natürlich führen nicht alle Wege der Wehrlosigkeit gleich nach Hebron (1929) oder Babyn Yar, aber in einen Zustand, der jederzeit derart umschlagen kann. In Deutschland hat es vom Status gleichberechtigter Bürger zu Vogelfreien, die ausgebplündert und straflos misshandelt werden durften, nur wenige Jahre gedauert, in Österreich war der Umschlag praktisch über Nacht, und Hebron, das waren ‚Palästinenser‘ unter der Führung des Mufti und Nationalsozialisten Mohammed Amin al-Husseini, der es in Deutschland immerhin zum SS-Gruppenführer (^= Generalleutnant) gebracht hat, für einen Semiten schon beachtlich.
          Und nun? Anschläge gegen Juden, weil sie Juden sind. häufen sich. Sogar Gerichte betreiten, dass dies „antisemitisch“ sei, es sei nur wegen des Palästinakonflikts. Verdammt noch mal! Was zur Hölle hat eine Synagogengemeinde irgendjemandem Böses getan? Gilt ab sofort das Abfackeln einer Moschee nicht mehr als fremdenfeindlich, wenn man sich auf die (unbestreitbaren) Untaten „islamischer“ Regime oder des IS beruft? Nein?
          Sehen Sie, das ist schon strukturelle Judenfeindlichkeit. Dass man Juden für angebliche Untaten Israels in Kollektivhaft nimmt, was man bei Muslimen niemals tun würde, wenn man kein ausgewiesener „Rechter“ ist, und was man bei Christen shcon gar nicht täte.
          Judenfeindliche Taten sind immer Judenhass, der ist primär und sucht sich – übrigens seit Jahrhunderten – nur einen willkommenen Anlass, mit dem Judenhasser das Ausleben ihrer niedrigsten Instinkte rechtfertigen. Juden haben eine Sonderstellung, und Israel ist sozusagen „der Jude unter den Staaten“, der für Dinge scharf verurteilt wird, die bei anderen kaum Kritik auslösen.
          Die UN, der Sie hier die Kontrolle unterstellen wollen, ist von genau diesem judenfeindlichen Bias beseelt. Man könnte sich noch schlimmere Verwalter vorstellen, die arabische Liga zum Beispiel, aber schon die UN ist längst nicht mehr dafür qualifiziert. Sie hatte ihre Sternstunde Ende der Vierziger Jahre, als die allgemeine Erklärung der Menschenrechte herauskam, die man wenig später nicht mehr hätte durchbringen können. Heute zetert sie nur über „Apartheid“, wenn sie Israel angeblich betreibt, während sie echte Apartheit in muslimischen Staaten nicht einmal leise kritisiert.
          A propos „Apartheid“: Arabische Bürger Israels haben weitaus mehr Rechte als sie selbst in arabischen Staaten hätten, von Juden mal ganz zu schweigen. Sie haben das Wahlrecht, können Richter und Parlamentarier werden usw.. Die einzige Ungleichberechtigung, die ich je bestätigt bekommen habe, ist die, dass sie nicht zur Armee eingezogen werden. Sollte Ihnen da mehr bekannt sein, können Sie es gern vortragen, aber bitte keinen pauschalen Schmus wie „Apartheidsgesetze“ und dergleichen mehr.
          In den Palästinensergebieten herrscht tatsächlich Apartheid, da wird ein Araber, der einem Juden ein Haus verkauft – freiwillig, wohl bemerkt, als Schwerverbrecher behandelt. Einen großen Fürsprecher der Palästinenser, der sich selbst als „100% Palästinenser und 100% Jude“ bezeichnete, haben Palästinenser umgebracht.
          So viel dazu.
          Hassbekundungen, die bei den jüdischen Israelis der äußerste rechte Rand sind (den wir hier ja auch haben), gehören bei den Arabern zur Mitte der Gesellschaft. Das ist der Unterschied, und deshalb wird man dann, wenn man mehr Druck auf die Israelis als auf die Araber ausübt, niemals Frieden im positiven Sinne erreichen, sondern bestenfalls eine Fortdauer des Krieges, schlimmstenfalls Grabesruhe wie 1929 in Hebron.
          Und dies kann man wissen, und die Unschuld der Unwissenheit gilt heute noch weniger als sie einst gegolten hat.

          • echsenwut schreibt:

            Was mir Ihre Ausführungen sagen wllen, erschließt sich mir nicht.
            Sie versuchen einen rhetorischen Zirkelschluss hinzukriegen, das gelingt jedoch nicht:
            1.) Israel wurde auf fremdem Territorium gegründet, über welches zu diesem Zeitpunkt Eigentumsrechte anderer existierten. Folgerichtig wurden die Eigentümer zwangsweise enteignet. Das war nunmal ein Verbrechen – dabei ist vollkommen egal, ob die Usurpatoren Juden, Kaffeetrinker, Marsianer oder blond waren und ob die Enteigneten Spaghettiesser, Muslime, Demokraten oder Vegetarier waren.
            2.) Den Gründervätern Israels war dies vollkommen klar, weshalb sie sich auch nach der Empfehlung von Theodor Herzl gerichtet hatten, der die Entfernung der arabischen Bevölkerung in der Lautlosigkeit der Nacht nahegelegt hatte (vgl. sein Tagebuch).
            3.) Das macht den Zugriff auf das Land vergleichbar mit dem deutschen Angriff auf Polen und die Ansiedlung von Deutschen. Israel soll genauso „judaisiert“ werden wie Polen damals „arisiert“. In Verbindung mit „Light Rail“ verfasste Tel Aviv seinerzeit ein Dokument, welches von der Absicht sprach, das betreffende Gebiet zu „judaisieren“
            Selbstverständlich hat dieser Landraub die dort ansässige Bevölkerung in den Status des „Angegriffenen“, des „Vertriebenen“ gebracht und dagegen gibt es in jeder einzelnen Kultur der Welt das Recht auf Selbstverteidigung.

            Das Unrecht Englands heute zur durchstechenden Beglaubigung des Landraubs erklären zu wollen, stellt eben den unzulässigen Zirkelschluss dar: es hat nach der deutschen Kapitulation wohl NIEMANDEN gegeben, der das Fortjagen der deutschen Siedler aus Polen und die Beendigung der „Arisierung“ kritisiert hätte. Die Inbesitznahme Polens durch das siegreiche Deutschland WAR Unrecht – die Inbesitznahme des Gebiets durch künftige Israelis natürlich auch.
            Israel mit seiner faschistischen Regierung und dem hochgepeitschten Volk wird es nicht gelingen, den Hass der Fortgejagten gewaltfrei verebben zu lassen, hier ist genau die Welt gefragt, die geholfen hat, das Unrecht dorthin anwachsen zu lassen, wo es sich heute befindet.
            Tut mir leid – das Beharren auf den m.E. schwachsinnigen Status als „jüdischer“ Staat hilft keinem einzigen Juden beim Überleben. Worin das Problem liegen soll, hierauf zu verzichten, verstehe ich nicht. Diese Ausrichtung samt all ihrer Konsequenzen blanken Rassismus‘, Hysterie und Zerstörungswahn ist längst nicht mehr mit der Geschichte des Judentums, sondern nur mit Faschismus zu erklären.
            Glaubt hier tatsächlich angesichts der Entwicklung noch irgendjemand, dass Israel seinen Kurs ungestört weitersteuern kann? Die Wut in der Welt, die sich womöglich in nicht allzuferner Zukunft in Kriegen entladen könnte, wächst kontinuierlich. Israel kann sich seine Atomwaffen an den Hut stecken; würde es auch nur eine einzige davon benutzen, würde es von allen Seiten pulverisiert. Es hat den Iran-Konflikt nicht beherrschen können, weil es allein gegen diesen Gegner bereits militärisch hoffnungslos unterlegen ist und mit einem Angriff seine eigene, gesamte Existenz aufs Spiel setzen würde. Es kann seinen ganzen „iron dome““ vergessen, denn mit Hamas, Hizbollah hat die ganze Welt miterlebt, wie hilflos diese Einrichtung ist: sobald ein veritabler Schwarm nennenswerter Raketen im Anflug ist, kämen die meisten davon durch.
            Die Zeit der aggressiven und faschistischen Durchhalteparolen für Israel ist vorbei und wird von Tag zu Tag gefährlicher – was da auf alle wartet, wünsche ich keinem Juden, keinem Israeli, keinem Palästinenser, keinem Muslimen.

    • A.S. schreibt:

      „Ob dem auch so wäre, wenn Palästina auf israelischem Staatsgebiet Siedlungen errichten wollte?“
      Das will die Hamas doch. Die will gleich ganz Israel als judenreines Palästina haben. Schon mal deren Charta gelesen, du …[zensiert]…?

      • echsenwut schreibt:

        Wir sind aber jetzt echt oberschlau, wie? 😀
        Palästinenser würden ja nie in Israel „siedeln“ – sie erhielten ganz einfach nur auf Basis des geregelten Rückkehrrechts ihr Eigentum (!) zurück und würden letztlich nur nach Hause gehen.
        Kennen Sie den extremistisch-jüdischen Wahn, nach welchem jeder fußbreit Gebiet, auf den ein Jude seinen Fuß setzt, sofort jüdisches Eigentum werden soll? Nein? Verstehen Sie vielleicht jetzt, weshalb soviele Israelis „auf Deibel komm raus!“ wenigstens ein kleines Zelt auf fremdem Gebiet errichten will? Weil nach ihrem Verständnis dann weit jenseits aller modernen Verträge und Dokumente dies Gebiet Eigentum Israels sein soll. Nach einer Auffassung, die seit mehr als tausend Jahren tot ist und demzufolge ungefähr soviel Gültigkeit besitzt wie die päpstliche Aufteilung des Globus, die immerhin einige hundert Jahre später beschlossen worden war. Ist dann Japan jetzt noch Eigentum Portugals? Möchten Sie das mit dem japanischen Kaiser mal diskutieren?
        Und wieviel Israelis wollen ganz Palästina zu einem rein jüdischen Israel machen? Na? Schon mal deren Charta, die „Tora der Könige“ gelesen, Sie …… [zensiert] ….? :-))

        • A.S. schreibt:

          „sie erhielten ganz einfach nur auf Basis des geregelten Rückkehrrechts ihr Eigentum (!) zurück und würden letztlich nur nach Hause gehen.“

          Dieser Satz klärt deinen Standpunkt deutlicher als du es vermutlich beabsichtigt hast.

          • echsenwut schreibt:

            Nun machen Sie sich endlich vollständig lächerlich und nennen mich schon einen „Antisemiten!“ – nun trauen Sie sich doch endlich, Sie wollen es doch so gern.
            Meine Güte, muss ich Sie denn überall hin tragen? :-))
            (Bevor Sie das tun, zitieren Sie aber bitte meine „antisemitischen“ Textstellen, ja? Danke.)

          • A.S. schreibt:

            Der Begriff hab ich nicht genannt und auch nicht gemeint. Der entspringt deiner Phantasie.

          • echsenwut schreibt:

            OK. Dann haben Sie also an ein herkömmliches Schimpfwort gedacht. Dieser Umstand charakterisiert aber nun Sie recht deutlich, finden Sie nicht?
            Leute wie Sie Duzen halt gern (reichts bei Ihnen nicht ganz zum Beherrschen der zweiten Anredeform? Oft zu beobachten; geht dem normalen Rechtsradikalen generell so) und greifen noch lieber sehr schnell in die Beschimpfungskiste.
            Kennt man.

          • A.S. schreibt:

            Wenn jemand die ganze Enstehungsgeschichte Israels derart umdreht, dass die Urenkel derjenigen, die eine von der UN beschlossene Friedenslösung für dieses umstrittene Land abgelehnt haben, angeblich „nach Hause zurückkehren“ würden, dann hat derjenige eine etwas „unterkomplexe“ Sicht auf die Dinge.
            Vorsichtig formuliert.

          • echsenwut schreibt:

            Dann verraten Sie uns doch bitte allen, mein Bester, wo denn die Leute einmal gewohnt hatten, bevor sie als Vertriebene in „refugee“-camps gebracht wurden. Auf dem Mond?

          • A.S. schreibt:

            Die während des Unabhängigkeitskrieges vertriebenen Juden (ca. 750.000) lebten vorher über das ganze Land verteilt. Vmtl. zusammen mit den ca. 750.000 vertriebenen Palästinensern. Aus irgendwelchen Gründen scheinst du der Meinung zu sein, nur die einen hätten ein vererbbares Rückkehrrecht, die anderen dagegen nicht.
            Und die Frage, warum es gut 70 Jahre später noch palästinensische Flüchtlinge gibt, obwohl die 750000 betroffenen Menschen größtenteils die Welt bereits verlassen haben dürften, aber keine jüdischen Flüchtlinge mehr, dass scheint dich auch ned zu interessieren.
            Bist du eigentlich konsequent, und daher der Meinung, die nach dem 2.Weltkrieg vertriebenen Deutschen (also deren Enkel) hätten ein Rückkehrrecht nach Polen?
            Oder bist du ein Freund der beliebten Doppelmoral, die nur den Palästinensern vererbbares Heimatrecht zugesteht, und dabei (oft unausgesprochen) in Israel geborenen und aufgewachsenen Menschen das Recht auf Heimat im eigenen Geburtsland abspricht?

          • echsenwut schreibt:

            Na …. das ist ja mal witzig!
            Sie fragen mich allen Ernstes (meinen Sie das wirklich so?), weshalb es noch Flüchtlinge geben kann, wenn doch die Eigentümer des Landes längst in weiten Teilen tot sind? Echt?
            Dann verraten Sie mir doch bitte, wenn Sie persönlich eine Immobilie und Kinder haben, Ihre Adresse. Ich betäube Sie dann, schleppe Sie samt Kindern aus dem Haus und trage Sorge dafür, dass Sie entweder zügig sterben oder von dort, wo Sie sich aufhalten, keinen Zugriff mehr auf Ihr Haus haben. Wenn Sie dann tot sind, dann bin ich rechtmäßiger Eiogentümer Ihres Hauses?! Geil.
            Wenn ich jetzt noch Rassist und Faschist bin, dann transportiere ich Sie über die Landesgrenze. Sind Sie EINMAL

          • A.S. schreibt:

            Du hast die Frage nicht beantwortet. Sollen die Enkel und Urenkel der nach dem 2.WK vertriebenen Deutschen nach Polen gehen dürfen und dort Eigentumsrechte gegenüber den Enkeln und Urenkeln der heute dort Lebenden Polen geltend machen, ja oder nein.

          • echsenwut schreibt:

            (sorry, falsche Taste erwischt) ….. im anderen Land angekommen, dann haben Sie SOFORT Ihre Nationalität verloren, wie praktisch! Nehmen wir an, ich verschleppe Sie von Deutschland nach Frankreich und interniere Sie dort in ein „Flüchtlings“-Camp, was ja tatsächlich ein Konzentrationslager ist, weil ich viele wie Sie dorthin schleppe.
            Wenn Sie sich dagegen zur Wehr setzen wollen, beschieße ich Sie und fordere die übrigen Länder Europas aggressiv dazu auf, sich der neuen Realität gefälligst zu stellen und die Fortgejagten auf ihre Kosten zu integrieren und zu versorgen. Die Idee ist wirklich gut – aber nur für völlig Bescheuerte.
            Und nun kümmern wir uns um die Israelis, die quer durch den Verlauf der zurückliegenden Jahrhunderte keine Wurzeln im Land gehabt haben und nun ein Eigentumsrecht auf das von den tatsächlichen Eigentümern geraubten Landes reklamieren: wodurch begründet sich das? Leben im Land nicht Hunderttausende, die niemals irgendeine Verbindung zum Land gehabt haben? Wiegt deren Recht auf das (fremde, ihnen definitiv nicht zugehörige= Land schwerer als das Recht derer, die bis zu ihrem Fortschleppen dort jahrhundertelang gelebt hatten?
            Hatten Sie nicht vorher mit Polen argumentiert? Nun: u.a. auch Polen jagte alle Deutschen nach der Kapitulation wieder fort, die sich im Krieg dort breitgemacht und das Land zu ihrem Eigentum erklärt hatten. Das war selbstverständlich eine notwendige Korrektur himmelschreienden Unrechts, oder?

          • A.S. schreibt:

            Dein Beispiel halte ich für unpassend aus mehreren Gründen. Zum einen reden wir von etwas, das 70 Jahre zurückliegt, das wesentlich komplexer als das Beispiel abgelaufen ist und dessen Änderung jede Menge neuer Flüchtlinge produzieren würde. Die Israelis, die nur Israel als Heimat haben ignorierst du ja weiterhin, bzw. sprichst ihnen das Recht auf ihre Heimat schlicht ab.
            Zweitens stimmt es einfach nicht, dass nur die Palis ein historisches Heimatrecht auf das Land haben, auch Juden und Christen siedeln dort seit Jahrtausenden. Ein Palästina hat es nie gegeben. Warum sollte gerade die muslimische Eroberung dieses Landes quasi den „Urzustand“ schaffen?
            Drittens hat die UN damals umstrittenes Land unter den Bewohnern aufgeteilt (wobei die Christen übergangen wurden) und nicht einfach „geraubt“, wie du es darzustellen versuchst.
            Viertens:
            die quer durch den Verlauf der zurückliegenden Jahrhunderte keine Wurzeln im Land gehabt haben und nun ein Eigentumsrecht auf das von den tatsächlichen Eigentümern geraubten Landes reklamieren: wodurch begründet sich das? Leben im Land nicht Hunderttausende, die niemals irgendeine Verbindung zum Land gehabt haben?
            Heimatrecht hat jeder, der in einem Land geboren und aufgewachsen ist. Diese Ahnenpassdefinition von dir mit „zurückliegenden Jahrhunderten“ finde ich ziemlich daneben.
            Es ist eine komplexe Sachlage, und es kann eigentlich nur darum gegen jetzt eine Zukunft zu finden. Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Irgendwann muss man die Vergangenheit akzeptieren, sonst landet man im ewigen Konflikt.

            Ich wiederhole die Frage:
            „Sollen die Enkel und Urenkel der nach dem 2.WK vertriebenen Deutschen nach Polen gehen dürfen und dort Eigentumsrechte gegenüber den Enkeln und Urenkeln der heute dort Lebenden Polen geltend machen, ja oder nein.“

        • Kanalratte schreibt:

          Juden wurden aus dem Westjordanland vertrieben. Ich erinnere an Hebron und die Massaker gegen alteingesessene Juden. Ich erinnere an die Behandlung der Juden in allen muslimischen Ländern, nachdem Israel gegründet wurde. Im Zuge der zunehmenden Misshandlung von Christen und Atheisten durch Muslime, auch in Europa, dürfte sich die Meinung bezüglich der islamischen Opferhaltung bald ändern und das ist auch notwendig.

    • bevanite schreibt:

      Vermutlich wäre Palästinensern auch heftig davon abzuraten, in Israel siedeln zu wollen.

      Sie sind doch schon längst da, haben auch eigene Parteien in der Knesset (aktuell sind das Balad, Hadash, Ta’al und die „United Arab List“). Und nun stellen Sie sich mal den Aufschrei vor, wenn hier eine sorbische Partei, die für einen unabhängigen Staat „Łužica“ kämpft, über 5 Prozent hätte. Da bekämen Leute wie Roland Koch, der sich seinerzeit schon bei den Koalitionsverhandlungen mit der dänischsprachigen Wählergemeinschaft Süd-Schleswig in die Hosen machte, Schnappatmung. Vom ollen Schönbohm ganz zu schweigen…

    • Dante schreibt:

      Das Geheule hier gerät doch etwas arg extremistisch und folgt deshalb auch sehr brav den eigenen Gesetzen von Extremismus: das eigene „Leid“ wird ausgewalzt und beweint bis weit jenseits der Schmerzgrenze; andere, eigene Verbrechen, Verstöße, Versagen werden ganz einfach ausgeblendet. Knips. Weg. Aus..

      Sie beschreiben exakt das Verhalten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Sie hofiert sogenannte „Helden“, deren „Heldentat“ darin bestanden hat, Juden zu ermorden, weil sie Juden oder auch, weil sie Israelis und nicht selbst ihrem Staat feindlich gesinnt sind (unterwürfige Juden sind wohl eher wohlgelitten), baut von vorn bis hinten nur Mist und vera****t die eigene Bevölkerung, paktiert mit HaSSmas und jault dann herum, dass sie keinen Staat bekommen.
      Der Vergleich Israels mit dem Dritten Reich pinselt natürlich den Bauch eines jeden Teutonen, der irgendwie noch immer einen Persilschein zu brauchen glaubt: „Die sind ja nicht besser als wir.“ Dass alle Gleichsetzungen dieser Art postfaktischer Müll sind, stört da nicht. Ich bin mir sicher, dass es eine Menge Tuvia Grossmans gibt, Opfer ar(ab)ischer Schläger, die als „palästinensische“ Opfer israelischer Sicherheitskräfte ausgegeben werden.
      Judenhasser sprechen nur bei zwei Dingen die Wahrheit: Drohungen und prahlerische Geständnisse. Fallen Sie nicht auf diesen Müll herein!

  8. Mike schreibt:

    Eine Junta, die die Auslöschung des Judenstaates Israel offen in ihrer Agenda hat, zu einem Verhandlungspartner aufzuwerten, ist ein Verbrechen. Die völkerrechtliche Anerkennung ein Zeichen moralischer Verkommenheit.
    Jeder, der nicht zuallererst im Sinne der Grundlagen zivilisierter Völker die Abkehr von barbarischen Massenmordphantasien genozidaler Dimension als eine Grundbedingung VOR die Erlaubnis setzt, überhaupt als Dialogpartner anerkannt zu werden, erweist sich selbst als jemand, der barbarisches Gedankengut in sich trägt oder Zivilisation nicht logisch denken kann.
    Beides ist gefährlich. Ein Gemisch aus Zivilisation und Barbarei führte seinerzeit die Apo aus der berechtigten Wut über halbherzige Distanz zur Nazi Barbarei und Diktatorenbarbarei direkt in die eigene Indifferenz zur RAF Barbarei. Das Trauma der Apo, im eigenen Land mit Dachlatten von einem fremden Geheimdienst verprügelt zu werden, ohne dass die Polizei eingreift, besteht meiner Meinung nach immer noch fort.
    Das Misstrauen gegen die Polizei ist immer noch da, wie Simone Peters und Renate Künast mit sehr schnellen Tweets aus der Hüfte beweisen.
    Und die Liebe zu den Palästinensern als ehemaligen brothers in arms ist auch in weiten Teielen der Linken und Grünen immer noch unterschwellig da. Sie war immer da, die Halstücher verrieten Generationen von Trägern. Die Wandmalereien an besetzten Häusern auch. Der Antisemitismus gegen Israel war auch dort überall mit Händen zu greifen. Denn keinen der Protagonisten in den ganzen Jahrzehnten halte ich für so doof, wieder nicht gewusst haben zu wollen, dass es den Palästinensern nicht um Israelkritik i.S. der Siedlungspolitik ging, sondern letztlich um die Ausrottung Israels komplett. Denn die Palästinenser haben diese Endlösung immer offen vertreten, ihre Lankarten bilden dieses Ziel ab, indem dort Israel gar nicht verzeichnet ist und dass dieses Ziel mit Gewalt erreicht werden soll, stand auch nie außer Frage.
    Sie wissen es alle und haben es immer gewusst, die Linken und die Grünen.
    Und dennoch haben sie nichts gesagt und ihre Stimme gegen die Juden erhoben.
    Sie haben es gemacht wie ihre Mütter und Väter, die sie einst so kritisiert haben. Genau so. Wider besseres Wissen.
    Daher ziehe ich meinen Hut vor jedem Linken und Grünen, der pro Israel ist und kontra Palästinenser, solange diese den Israel Genozid in den eigenen Reihen nicht aktiv bekämpfen.
    Aber solche Linken und Grünen kannst du mit der Lupe suchen.

  9. ceterum censeo schreibt:

    Was sagen eigentlich Herr Edathiparambil und Armin Meiwes zu dieser leidigen Angelegenheit? Zumindest Letzterer sollte als Grüner klar Stellung beziehen.

  10. Heimchen am Herd schreibt:

    Ist Kardinal Woelki eigentlich auch ein großer Freund Israels?

  11. Hein schreibt:

    So vieles Richtige von Volker Beck. In die Nachrichten geschafft hat es aber nur die Behauptung, dass der Siedlungsbau falsch und völkerrechtlich fragwürdig sei. Das haben wir doch zu Genüge auf allen Kanälen seit Jahrzehnten gehört.
    Dazu merkt Leo Sucharewicz an: „Der Völkerbund und spätere Artikel 80 der UNO-Charta legte fest, dass jüdische Siedler sich in ganz Palästina niederlassen dürfen. Punkt. Das oft zitierte Oslo-Abkommen spricht mit keinem Wort von einem Siedlungsstopp. Punkt. Weit über 70% Palästinas übergab Großbritannien eigenmächtig der Hashemitendynastie aus Saudi-Arabien. Punkt. Daraus wurde zuerst das Emirat Transjordanien, später das Königreich Jordanien, dessen König 1948 die Westbank und den Ostteil Jerusalems besetzte – nicht zuletzt mit Hilfe britischer Offiziere. Punkt. Die Kräfte des jungen Staates Israel mit gerade 600.000 Einwohnern reichten im Vier-Fronten-Krieg schlicht nicht aus, dies zu verhindern – nicht zuletzt wegen des umfassenden Waffenembargos der Briten während der Mandatszeit.“
    (Ich habe den Artikel nachgeschlagen – als Nichtjurist brauche ich eine Anleitung, ihn zu verstehen. „(1) Soweit in einzelnen, auf Grund der Artikel 77, 79 und 81 geschlossenen Treuhandabkommen zur Einbeziehung eines Treuhandgebiets in das Treuhandsystem nichts anderes vereinbart wird und solange derartige Abkommen noch nicht geschlossen sind, ist dieses Kapitel nicht so auszulegen, als ändere es unmittelbar oder mittelbar die Rechte von Staaten oder Völkern oder in Kraft befindliche internationale Übereinkünfte, deren Vertragsparteien Mitglieder der Vereinten Nationen sind.“)

  12. Matthias Mala schreibt:

    Gut, dass sie immer wieder an die Uneinsichtigkeit und Unfriedlichkeit der Palästinenser erinnern. Unter der Beschallung der arabischen Propaganda und ihrer Epigonen vergisst man zu leicht, wer den Frieden in Nahost beständig hintertreibt. Leider fallen dadurch viele gute Menschen weltweit fortwährend auf die inszenierte Opferhaltung der Palästinenser herein. Es ist in der Tat ein postfaktischer Teufelskreis, der da in Bewegung gehalten wird.

  13. Robert Hagen schreibt:

    Von einzelnen Formulierungen vielleicht abgesehen war der Artikel von Volker Beck zur UN-SR Abstimmung m.E. der mit Abstand beste Kommentar, den deutsche Politiker zu dieser unseligen Resolution von sich gegeben haben. Insofern verstehe auch ich die harte Kritik nicht.

  14. Volker Beck schreibt:

    Lieber Gerd,
    Warum schreibst Du das ausgerechnet mir? Hast Du Dich nicht im Adressaten vertan?
    Ich habe dazu folgendes geschrieben:
    „Es ist richtig: Auch ein Siedlungsstopp brächte nicht den Frieden, nicht einmal Verhandlungen. Dennoch: Die aktuelle Regierung muss wahrnehmen, dass sie sich auch bei ihren Freunden mit der Fortsetzung dieser Politik immer weiter isoliert. Es ist ja richtig – die Siedlungen sind nicht das Haupthindernis zum Frieden. Sie bringen die Zweistaatenlösung aber auch – gelinde gesagt – nicht näher. Der Siedlungsbau ist falsch und völkerrechtlich mehr als fragwürdig.“
    http://www.tagesspiegel.de/politik/un-resolution-zum-siedlungsbau-die-empoerung-in-israel-ist-gut-zu-verstehen/19188362.html
    „Auch ein Siedlungsstopp brächte nicht den Frieden, nicht einmal Verhandlungen. Zudem enthielten alle Vereinbarungsentwürfe zwischen der israelischen und palästinensischen Seite Lösungsvorschläge für die Siedlungen: Gebietsaustausch und Aufgabe. Israel hat beim vollständigen Abzug aus dem Sinai in den 80er Jahren sowie beim einseitigen Rückzug aus Gaza 2005 längst gezeigt, dass es bereit ist, für eine Friedensperspektive Siedlungen aufzugeben. Es dürfte in einer Friedensregelung nicht undenkbar sein, dass auch einige jüdische Israelis unter palästinensischer Staatsgewalt leben. Aber die Siedlungsfrage lenkt immer wieder von den Kernfragen einer Friedenslösung ab.“
    „Man muss die Sicherheitsfrage beantworten, will man sich nicht im Status quo der ewigen Rechthaberei verheddern: Wie garantiert man tatsächlich und nicht nur auf dem Papier, dass ein palästinensischer Staat dauerhaft entmilitarisiert ist und bleibt und sich der Raketenbeschuss, den Israel für den Abzug aus dem Gazastreifen erntete, nicht wiederholt? Diese Frage müssen nicht nur die Verhandlungsparteien beantworten, sondern auch die Beteiligten am Nahost-Quartett. Das ist meines Erachtens der Schlüssel. Ein weiteres Kardinalproblem ist die palästinensische Führung: Wer hat den Willen und die Kraft, eine Friedensregelung auszuverhandeln, die Ergebnisse dann durchzusetzen und das Ganze politisch zu überleben?“
    Etwas ratlos über Dein Schreiben mit lieben Grüßen

    Volker

    • nachgeforscht cwem schreibt:

      Das es keinen Frieden gibt liegt nicht sn den jüdischen Siedlungen oder an Israel sondern an der unwilligkeit der arabisch palästinensischen Pseudoregierung echten Frieden zu schließen.
      Wenn Israel immer wieder Frieden angeboten hat, auf die Forderungen der Weltgemeinschaft eingegangen ist und auf die „Land für Feieden“ Zusagen vertraut hat, davon aber bitter enttäuscht und betrogen worden ist, ist es für mich klar, das die Israelis ketzt genug von diesem Schauspiel haben und da nicht mehr känger mitmachen können!

      Die israelischen Siedlungen sind nach dem internationalen Völkerrecht auch nicht illegal, denn Israel hat diese Gebiete in einem Verteidigungskrieg befreit, Israel hat niemanden aus diesen Gebieten gewaltsam vertrieben und Israel hat niemanden gewaltsam in diese Gebiete umgesiedelt!

      Die jüdischen Siedler sind freiwillig in diese unbewohnten Gebiete gezogen weil sie wussten das dies ihre Heimat ist. Und wir in einem Kommentar oben erwähnt sogar im Einklang mit dem Völkerrecht (Leo Sucharewicz).

      Warum erkennen dies selbst deutsche Politiker nicht an, welche sich als Freunde Israels bezeichnen? Warum fallen sebst deutsche Politiker, die sich als Freunde Israels bezeichnen, auf die falsche Propaganda der Palästinenser herein und unterstützen deren antisemitischen Forderungen ohne deren Charta, sowohl der Gamas als auch der PLO/Fatah zu beachten, in beiden wird von der Vernichtung des „zionistischen Gebildes“ gesprochen, womit nichts anderes als der jüdische Staat Israel gemeint ist!?

      Cwemosch

    • luminescent schreibt:

      Diese Frage müssen nicht nur die Verhandlungsparteien beantworten, sondern auch die Beteiligten am Nahost-Quartett.

      Das Nahost-Quartett ist Teil des Problems und nach UNSC-Resolution 2334 „verbrannt“. Zum Rest: Zustimmung!

    • Dante schreibt:

      Israel hat beim vollständigen Abzug aus dem Sinai in den 80er Jahren sowie beim einseitigen Rückzug aus Gaza 2005 längst gezeigt, dass es bereit ist, für eine Friedensperspektive Siedlungen aufzugeben.

      Was ihm freilich schlecht bekommen ist. Israels Feinde, namentlich auf arabischpalästinensischer Seite, sind leider keine Staatsmänner (bzw. -frauen, soweit es welche gibt), die ein Entgegenkommen mit eigenem Entgegenkommen honorieren, sondern ähneln in ihrem Politikverständnis eher den Nationalsozialisten mit ihrer quasi-sozialdarwinistischen Auffassung, der Entgegenkommen als Schwäche und Draufhauen und Nachsetzen als Gebot der Stunde gilt. So war es in Gaza, und so wäre es nach einem Rückzug aus dem Westjordanland. Ein arabischpalästinensischer Staat jetzt wäre aus der Sicht von Leuten wie Mach-Mut-zum-Judentöten Abbas und noch schlimmeren Zeitgenossen nur ein Sprungbrett für den Weg zum „Endsieg“. Und wie der aussieht, kann man sich ausmalen…

Seid gut zueinander!

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