Danke Jim!

„Wenn wir es zulassen oder gutheißen, dass Menschen mit Gewalt aus dem Diskurs entfernt werden, und möge ich ihre Aussagen noch so sehr verabscheuen, glaub‘ mir Gerd, dann sind wir Juden die Nächsten.“

Das sind die Worte meines Gastvaters Jim Davidson. Ich habe ihm einiges zu verdanken. Die Gespräche mit ihm haben mich geprägt. Er ist erfolgreicher Jurist in den Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Warnung hat sich in mein Hirn eingebrannt.

Bei einer geplanten Veranstaltung der AfD an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kam es am 12. Januar 2017 zu Tumulten. Laut MDR kam sogar zu einer tätlichen Auseinandersetzung und ein kleiner Feuerwerkskörper wurde geworfen, der neben einem Vortragenden explodierte. Die Veranstalter mussten daraufhin in einen kleinen Raum hinter dem Podium fliehen. Sie verließen die Universität später unter Polizeischutz.

Mit Gewalt wurde somit an einer deutschen Universität ein Diskurs verhindert. Ich finde das schockierend und beängstigend. Die AfD ist nicht verboten! Es ist daher schlimm, dass ausgerechnet an einer Universität, also an einem Ort, wo der freie Diskurs gelebt werden sollte wie sonst nirgendwo, wo die Elite der Bildung lebt, die in der Lage sein sollte, die Freiheit der Gedanken zu leben, wo kluge Geister streiten, forschen und um Erkenntnis ringen, wo Akademiker und Akademikerinnen begabt genug sein sollten, das Falsche analytisch zu erkennen, so dass es keinen Grund gibt, dort Gedanken zu verbannen, weil dort aufgeklärte Menschen den Mut besitzen, sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen, dass ausgerechnet an einer Hochschule die Menschen nicht in der Lage sind, sich mit der AfD und ihrer Gedankenwelt auseinanderzusetzen. Wo, wenn nicht dort?

Sollen jetzt etwa auch die Schriften von Martin Luther und der Koran verbannt werden? Was dort steht, ist deutlich schlimmer als alles, was bei der AfD zu finden ist.

Ich habe an der Universität zu Köln Gender Studies studiert, bin in der LGBT Community aktiv und mache gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen feministisches Kabarett. Wenn es jemanden gibt, der einiges an dem Vortrag der AfD an der Universität Magdeburg zum Thema „Geschechterforschung“ auszusetzen hat, dann ich. Das rechtfertigt aber keine Gewalt!

Woher weiß ich denn, dass jene Menschen, die jetzt der AfD das Recht nehmen, sich am Diskurs zu beteiligen, nicht auch irgendwann mich aus dem Diskurs entfernen, weil sie glauben, ich sei eine Gefahr? Ich weiß es nicht! Ich weiß aber, dass mein Gastvater Recht hat. Juden sind immer die Nächsten, wenn nicht sogar die Ersten. Am 27. Oktober 2016 wurden Juden aus einer Londoner Universität entfernt, da die Polizei nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren konnte. Als die Polizei den Tatort des Judenhasses erreichte, zeigte sich ihnen eine schreckliche Szene:

Die rund 25 Studentinnen und Studenten des angegriffenen Vortrags hatten sich gemeinsam mit ihrem Dozenten Hen Mazzig in einem kleinen Raum eingeschlossen, während sich draußen der gewalttätige Mob formierte. Eine Studentin beschreibt die Situation wie folgt:

„Es gab viel Geschrei und viele schlugen gegen die Türen. Wir alle hatten Angst, aber wir versuchten uns, auf den Vortrag zu konzentrieren. Es war wahnsinnig. Trotz der Schläge von draußen sprach Hen weiter von Frieden. Das war wirklich sehr schön, denn wir waren vereint und sangen das Lied der Hoffnung trotz des Lärms von draußen.“

Der Dozent Hen Mazzig, der als Beauftragter für humanitäre Angelegenheiten eingeladen war, erklärte später: „Ich bin überrascht, dass sie ausgerechnet meine Botschaft des Friedens und der Koexistenz anvisiert haben. Es war wirklich schwer, über den ganzen Lärm zu sprechen.“

Als es einigen Menschen im Mob gelang, ein Fenster gewaltsam zu öffnen, war der Polizei klar, dass die Gewalt explodierte. Da jedoch nur rund 20 Polizeibeamte anwesend waren und der judenhassende Mob zu groß war, konnte nicht gegen den Mob vorgegangen werden. Stattdessen wurden die Angegriffenen aus der Universität entfernt. Als Hen Mazzig mit den Studierenden die Universität verlassen musste, waren sie gezwungen durch eine lange Gasse von hasserfüllten Menschen zu gehen, die auf sie einbrüllten: „Schämt Euch!“

Ich kann mir gut vorstellen, warum ausgerechnet Hen Mazzig anvisiert wurde. Er ist Jude, Israeli und schwul. Das sind drei Eigenschaften, die sowohl von der Hamas als auch der Fatah verfolgt werden! Die Verantwortlichen der palästinensischen Bewegung machen keinen Hehl daraus, dass „Free, Free Palastine“ nichts anderes bedeutet als: Tötet die Juden, vernichtet Israel und richtet die Homosexuellen hin. Immer wieder bricht sich dieser Hass Bahn. Vor ein paar Jahren wurden Musiker in der Royal Albert Hall in London niedergebrüllt, weil sie Israelis waren:

Israelis werden aus Hörsälen vertrieben und niedergebrüllt:

Konzerte werden gestört, weil die Musiker Israelis sind:

Unter „Allahu Akbar“-Rufen werden Künstler wie Lars Vilks in Hörsälen attackiert:

Für Juden und Israelis sind Universitäten, Konzertsäle und Vortragsräume in Europa und Amerika mittlerweile zu Kriegszonen geworden. Sie werden sogar von der Polizei entfernt, weil die Sicherheitsorgane nicht mehr ihre Sicherheit garantieren können.

Ich kenne die Motivation der Störenfriede. Ich war selbst mal ein Student, der bei der Störung einer Vorlesung dabei war, weil ich glaubte, der Philosoph, der Thema des Proseminars war, sein Name ist Peter Singer, sei ein Faschist, dem man kein Podium bieten solle. Heute schäme ich mich dafür. Damals waren es Menschen wie meine Frau, Daniel Raboldt und Alice Schwarzer, die mich zur Seite nahmen und mit ihrer Kritik an meinem Verhalten dafür sorgten, dass mir die Worte meines Gastvaters wieder einfielen. Vielen Dank auch Euch.

Es waren Hochmut und Überheblichkeit, die mich dazu trieben, anderen vorzuschreiben, was sie hören dürfen. „Wehret den Anfängen“ brüllte ich damals. Heute weiß ich, die Anfänge, die ich meinte, waren nichts anderes als die Anfänge einer Zukunft, die ich konstruierte. Ich nahm andere Menschen als Geisel meiner Vermutung aus Angst. Genau dies ist jedoch die Wurzeln totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken ermöglicht.

All das macht mir deutlich mehr Angst als ein Seminar an der Universität von Magdeburg, wo gegen den sogenannten „Genderwahn“ polemisiert wird, denn es waren Studenten, die 1933 in Berlin und 1817 auf der Wartburg Bücher verbrannten. Sie fühlten sich moralisch im Recht!

Es ist doch bezeichnend, dass sämtliche Aggressoren, die heute Juden und Israelis niederbrüllen, erklären, diese Juden und Israelis seien die Nazis von heute! Für sie ist der Begriff Nazi lediglich eine Beleidigung, die sie immer dann brüllen, wenn ein Gegner mundtot gemacht werden soll. Dass sie dabei die wahren Nazis verharmlosen, Juden beleidigen und schlussendlich sogar den Holocaust relativieren, ist ihnen egal. Sie fühlen sich moralisch erhaben. Alles Nazis außer wir!

Es ist aber an Gerichten, darüber zu entscheiden, ob ein Mensch ein Nazi ist und somit ein Verfassungsfeind, der bestraft gehört. Dafür haben wir einen Rechtstaat. Er schützt die Minderheiten im Land und ihr Schutz fällt in dem Moment, wo die Spielregeln des Rechtstaats missachtet werden. Es ist nicht die Aufgabe eines aufgebrachten Mobs für Ordnung zu sorgen. Wer schreit, hat nicht unbedingt Recht. Brüllen ist Gewalt, wenigstens im akademischen Umfeld!

Selbst wenn man die Gedanken eines Menschen verabscheut, wo, wenn nicht an einer Universität, sollte man die Möglichkeit bekommen, seine Gegner kennenzulernen? Kenne Deinen Feind. Studiere ihn!

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43 Antworten zu Danke Jim!

  1. Lusru schreibt:

    @Gerd Buurmann
    Es ist wohl – neben einigen anderen schönen und lu(i)stigen Dingen – diese strikte Ablehnung aller Gewalt und Totalitarität gegen alles ANDERE, auch Andersdenkende, die uns gewissermassen trotz erheblicher Differenzen an anderen Baustellen, immer wieder virtuell zusammenführt.
    Das musste wohl auch mal gerade aus deinem Mund dringend so gesagt sein.
    Und
    @Dr. Rafael Korenzecher
    Fast bin ich geneigt in ähnlicher Weise zu zustimmen, wenn da nicht so ein leiser Hauch dessen in Ihren Worten erscheint, sich aufdrängt, das gerade hier von Gerd Buurman so deutlich ablehnend angesprochen wird.
    Es ist verständlich, dass bei derart Masse an Kritik zur Gegenwart, wie sie hier offenbar Sie bedrückt (und nicht nur Sie), schnell aus dem begehrenden Fabulieren auch der Ton verbaler Gwalt, verbaler (eigener) Totlitärchen vordrängelt und schliesslich, so man lange genug redet, auch dominiert.
    Daher ist mir die gezielt begrenzte Pointierung des Gerd Buurman, für die dieser Künstler bekannt ist, letztlich doch lieber, weil umfassender im Gesamtblick und wirkungsvoller bei denen, an die das zu richten ist: Sie sind nicht so effektiv wie möglich zu verprellen sondern mit der SAche effektiv zu konfrontieren.

    Es gibt halt auch so etwas wie verbale Totalität mit „Führungs- und Allseitsbesserwissereianspruch“.
    Die Gesamtheit Mensch und seine Gesellschaft, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit in Einheit, ist auf diese Unterschiedlichkeit als wichtiger Trieb angewiesen, hat das nicht nur aus zu halten, sondern ist daher als solche allseits zu praktizieren.
    Weder ist Hass herbei zu reden noch weg zu retuschieren oder zu billigen.
    Und wo er auftaucht und sich gar „materialisietrt“ nach entsprechend ausgiebiger Verbalisierung stellt sich bei Lichte stets heraus:
    Es sind immer mindestens ZWEI Seiten daran explizit ursächlich beteiligt, der Ruf und das Echo. Bleibt eines weg, verschwindet oft der Hass, trotz reichlich interessierter existenter Hasskonstrukteure …

  2. Tourix schreibt:

    Was für ein ekelhaftes Pack.

  3. Ralf Weber schreibt:

    Dieses hier gezeigte düstere Szenario folgt einem globalen Muster, welches einem auch an erschreckende Zeiten unserer Geschichte erinnert. Dazu habe ich gefunden:

    Verbrennen von Trump-Puppen , Vandalismus, Randalle und massive Gewalteruptionen —– die das demokratische Votum der Mehrheit in den USA nicht akzeptierende , enttäuschte und ach so friedliebende und beispielhaft demokratische Clinton-Klientel zeigt ihr wahres Gesicht.

    Wenn das das Gesicht des angeblich besseren toleranten liberalen Clinton – Amerika gewesen wäre , dann können wir alle froh sein , dass das amerikanische Volk mit seiner Wahl dafür gesorgt hat , dass dieser Kelch noch einmal an uns vorbeigegangen ist.

    Wahnsinn: So viel Hass von denen, die vorgeben gegen Hass zu sein !!!

    Die so schrecklich guten angeblichen Hassgegner und Bessermenschen befinden sich in ihrem Element —- in Los Angeles aber auch bei uns.

    Aufgestachelt und mit wohlwollendem Verständnis orchestriert von der kübelweise Hass auf Trump schüttenden , sich selbst zum Nabel der Welt erklärenden, dumm-linkslastigen Bevormundungspolitik und vermeintlich liberalen Mainstreampresse wird Gewalt , wenn sie von seiten der vermeintlichen Gutmenschszene kommt, nur allzu zu gern toleriert und milde , sehr milde bewert .

    Unvorstellbar wie gross vor allem der hiesige Aufschrei der Entrüstung und der einseitigen Schuldzuweisung seitens unserer politischen und medialen Hypokriten gewesen wäre, wenn Anhänger des neuen Sehr-Bald Präsidenten ähnliches auch nur angedeutet versucht hätten .

    Die hiesigen Merkels, Steinmeiers, Gabriels ,Stegners, Maasse und ihre nur schwer zu ertragende , selbstverliebte Sessel-klebende Polit-Entourage aus Islam-Appeasern , und Der-Klimawechsel-ist-unser-grösster-Feind Dummschwätzern, die den Kühen das Pupsen verbieten wollen aber die Grenzen unserer Republik unkontrolliert und angelweit für islamische Vergewaltiger und Gewalttäter, für Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus und islamische Demokratie-Verachtung geöffnet haben, die wie selbstverständlich Kinderehen tolerieren, statt der schwer erfochtenen Ko-Edukation wieder Frauen-Bade-Tage eingeführt haben , die kritiklos und devot jede blutverschmierte Hand eines widerwärtigen Diktators und Menschenrechts-Verletzers schütteln , die die iranischen Mullahs mit Atom ausrüsten , die dem Panislamisten und Judenhasser Erdo-Hitler über den Südeingang am liebsten bis zum Mandelansatz hineinkriechen möchten , ermahnen den demokratisch gewählten und legitimierten Nachfolger ihres Bruders im Geiste, des politischen Blindgängers B. Hussein Obama und verweigern, wie etwa Steinmeier dem gewählten Trump, die zu den üblichen diplomatischen Gepflogenheiten gehörenden Glückwünsche.

    Diese Wähler – Bevormunder und ihre stets bereitstehenden nahezu gleichgeschalteten öffentlich rechtlichen Zwangsgebühren-Medien sind in Wahrheit die Brandstifter und die wirklich geistigen Mitverantwortlichen für das Klima gegen Andersdenkende, das die unerhörten Gewaltexzesse gegenüber dem baldigen amerikanischen Präsidenten überhaupt erst möglich gemacht hat.

    Bezeichnender Weise sehen wir derartige kaum der Kritik unserer Medien und Politik unterworfenen Exzesse der hierzulande gern von den Medien bestärkten und hofierten Pseudo-Gutmenschszene nur noch, wenn es gegen Israel und die Juden geht.

    Im Falle Erdogan gab es statt Protesten gegen seine eigene manipulierte Gegner-Einschüchterungs-Wahl, sein Ermächtigungs-gesetz und seine Säuberungsatrozitäten, vielmehr durch unsere Politik gutgeheissene Demonstrationen nicht zuletzt auch der hiesigen türkischen Doppel-Staatsbürgerschafts-Population zu Gunsten des türkischen Despoten.

    Unser offensichtlich selbstherrlich am Wählerauftrag vorbeiagierende Aussenminister Steinmeier , genau der, der Trump die Glückwünsche zur Wahl verweigert hat, beeilte sich vielmehr in serviler Geste den Kalifen vom geraubten Bosporus zum Überstehen seiner längst überfälligen Absetzung in dem vor kurzem leider missglückten Putschversuch zu beglückwünschen.

    Da wir offensichtlich nicht in der Lage sind, wie die Amerikaner ein Wahl-Fanal gegen unsere fatale Selbstabschaffungs-Politik zu setzen , werden wir uns mit der Herrschaft der nur ihre Meinung duldenden und nur zu sich selbst guten Bessermenschen abfinden müssen bis uns der Islam , der bereits jetzt schon deutlich macht , dass er Trump respektiert, aber unsere europäischen Islam-Kriecher zutiefst verachtet, von dieser besonders bei uns gedeihenden Spezies , wenn auch um den Preis unserer Freiheit und unseres wundervollen Lifestyles, befreien wird.

    Dr. Rafael Korenzecher

    Dazu auch:

    • Heimchen am Herd schreibt:

      Was sind das nur für widerliche Primitivlinge da im Video!
      Trump ist gerade zur richtigen Zeit an die Macht gekommen!
      Er wird Amerika wieder groß machen und die Linken müssen sich ganz warm
      anziehen!

      • besucher schreibt:

        Es wird höchste Zeit dass mal wieder ein Führer kommt der aufräumt, dann kriegen die Heimchen dieser Welt feuchte Unterhöschen. Und wer weiß, wenn das Heimchen scharf aussieht, dann schaut der geile Donald auch mal persönlich vorbei.

        • Heimchen am Herd schreibt:

          Sind Dir die Frösche ausgegangen? 😉

        • Nordland schreibt:

          Bist grad schlecht drauf, was Besucher? Weil diejenigen, die sich selbst zu den moralisch Höherstehenden zählen und denen du mutmaßlich ebenfalls gerne naheständest, in Magdeburg nun ihr wahres, antidemokratisches und faschistoides Gesicht gezeigt haben.

          Weder Heimchen noch Ralf haben hier in irgendeiner Weise auf das rekurriert, was du hier vorgibst. Dein Gelaber über den angeblichen Wunsch nach einer Führungsfigur geht ins Leere. Und deine sexuellen Anspielungen beeindrucken hier niemanden – es ist eher traurig, zu sehen, was für eine Witzfigur sich hier im Kommentarbereich eines qualitativ hochwertigen Blogs herumtreibt.

          An solchen Menschen wie besucher, den Trump-Gegnern in den USA oder den Neofaschisten an den deutschen Hochschulen sieht man, dass der Kampf für die Demokratie und für den Erhalt der nationalen Identitäten in Europa nicht einfach sein wird. Es handelt sich um einen Kampf gegen tief verwurzelte Verbohrtheit und gegen Dummheit. Wir müssen diesen schwierigen Weg jedoch trotzdem gehen.

          • besucher schreibt:

            Leuten die sich auf einer Mission befinden ist immer mit Vorsicht zu begegnen. Ich weiß auf alle Fälle dass ihr alles tun würdet wenn ihr die Macht dazu hättet. Nationalistischer Reinlichkeitswahn wie man ihn kennt, Herr Nordland.

          • Nordland schreibt:

            „Nationalistischer Reinlichkeitswahn wie man ihn kennt, Herr Nordland.“

            Das ist falsch. Hat zum Beispiel eine Gruppe der AfD jemals versucht, einen Grünen-Parteitag zu verhindern und die Teilnehmer anzugreifen? Oder in der Fußgängerzone einen Infostand der SPD umzureißen?

            Ich toleriere auch diejenigen, die Multikulti toll finden und trotz aller Probleme an der Massenzuwanderung festhalten. Solange sie sich im Rahmen des Sachlichen und des rechtlich zulässigen Meinungsspektrums bewegen, ist es deren Recht, diese Ansicht zu verbreiten. Und wenn sie sich im Dienst neutral verhalten, dürfen sie auch Lehrer oder Professor sein. Und wenn sie Kommentar und Bericht trennen, dürfen sie auch Journalist sein. Und wenn sie demokratisch gewählt werden, was leider Gottes zum Beispiel grade in Berlin passiert ist, dann dürfen sie auch eine Regierung stellen.

            Unser Ansatz ist eher, die Allgemeinheit durch Sachargumente und Belege davon zu überzeugen, dass die vereinfachten und überkommenen Ansichten der WiIlkommenskultur-Vertreter falsch sind. Im Unterschied dazu versuchen viele Willkommenskultur-Vertreter und Funktionäre der etablierten Parteien es den kritischen Stimmen zu untersagen, überhaupt ihre Meinung zu äußern.

          • ceterum censeo schreibt:

            In den Videos sieht man die Besucher und Bevanites dieser Welt in Aktion. Und solche Gestalten werfen hier mit Anschuldigungen um sich! Da ist einem ja fast ein muselmanischer Mob sympathischer.
            Es ist wirklich langsam zum Gruseln in unserem Land.

      • bevanite schreibt:

        Drohung, oder was? Wie auch immer: Trump kann die Politik ändern, aber nicht die Gesellschaft. Und die ist in den USA in den letzten 30 Jahren zunehmend liberaler (also in Ihren Kategorien „linker“) geworden. Daran würden selbst acht Jahre Trump nichts ändern. Solche Prozesse kommen nämlich immer von unten, nicht von oben.

        • A.Bundy schreibt:

          Meine Fesse, was für ein unglaublich ahnungsloses Geschwätz.
          Ist allerdings typisch für linke „Gut“-Rassisten, die – analog zu ihren Pedants auf der rechten Seite – Menschen im allgemeinen sowie Einwanderer und Minioritäten im besonderen nur als graue Massen wahrnehmen, auf die sie dann ihre ideolgisch geprägten Vorurteile projizieren.

    • A.S. schreibt:

      Clinton Anhänger sind weniger tolerant als Trump Anhänger. Wenn man überlegt wer sich moralisch im Dauerrecht sieht, kann das nicht überraschen.
      http://www.pewresearch.org/fact-tank/2016/11/01/its-harder-for-clinton-supporters-to-respect-trump-backers-than-vice-versa/
      Für Deutschland kenne ich keine vergleichbare Untersuchung, würde aber fast ein Jahresgehalt verwetten, dass die „Deutschland ist bunt“-Fraktion die intoleranteste Gruppe ist.

    • besucher schreibt:

      Doktor Koranzecher.

  4. Ralf Weber schreibt:

    „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern.“
    Rosa Luxemburg

  5. rogerletsch schreibt:

    Im selben Magdeburg liefen die Demonstranten schon 1991 mit „No blood 4 Oil“ Plakaten von der OvG-Uni zum Hasselbachplatz, um den verbrecherischen G.H.Bush davon abzuhalten, den unschuldigen und kuscheligen Sadam Hussein aus Kuwait zu jagen. Ich war Zeuge!
    Wer so verwirrt bei fühlen von Unrecht ist, für den ist es nur logisch, auch das Recht nach Gefühl auszulegen – ein Gefühl, dass in Gruppen entsteht und in Wellen das Land terrorisiert.

    Die handelnden Personen waren selbstredend andere, aber der Ort ist derselbe: ein übermoralisiertes, unterindividualisiertes Deutschland, das sich stets von einer Gesinnungsdiktatur in die nächste schleppt. Willkommen im nächsten antidemokratischen Zeitalter!

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Der Autor ist entsetzt: Schon 1991 gab es Demonstrationen in Magdeburg! Und er war Zeuge, ja musste, was er sogar mit einem Ausrufezeichen betont, Zeuge werden eines Ereignisses, das ihn so nachhaltig verstörte, dass es ihm heute noch die Sprache verschlägt: „Wer so verwirrt bei fühlen von Unrecht ist“ stammelt er, und sieht, weil die AfD eine Veranstaltung nicht wie geplant durchführen konnte, bereits das nächste „antidemokratische Zeitalter“ heraufziehen (so ganz wehrlos sind die Faschisten übrigens nicht, was man aber nur erfährt, wenn man sich die Mühe macht, auch mal die andere Seite zu lesen: “ Der Personenschutz der AfD hat beim Betreten des Gebäudes Menschen auf dem Weg in den Hörsaal gewaltsam zur Seite gestoßen. (…) In
      den ersten Minuten der Veranstaltung wurden Menschen unterschiedlichsten Alters, mit einem Banner auf die Veranstaltenden friedlich zugehend, von Personenschützern und dem Landtagsabgeordneten der AfD Daniel Roi [dies müssen wir korrigieren, es handelte sich bei der Person um John Hoewer, Mitarbeiter der AfD im Landtag] zunächst weg gedrängt und schließlich unter Anwendung von Gewalt von ihrem friedlichen Protest abgehalten.“ (https://stura-md.de/wp-content/uploads/2017/01/PM-Vielfältige-Uni.pdf)).

      Aber geht es dem Autor nicht um das hehre Gut der Meinungsfreiheit? Ach was, wer von „Gesinnungsdiktatur“ faselt, nur weil ihm einmal andere Meinungen begegnen, der will immer nur veröffentlicht und repräsentiert sehen, was er selber denkt.
      Um ebendiese Meinungsfreiheit kann es aber so schlecht nicht bestellt sein, wenn auf dem viel gelesenen Blog „Die Achse des Guten“ unbedarfte Satzbrocken („Die reflexhaften Reaktionen von Frau Merkel zu Beginn der Flüchtlingskrise ist ein Paradebeispiel“) neben kruden Metaphern („als Schutzimpfung für das Gewissen werden Meinungen attackiert, indem man versucht, ihnen das finanzielle Wasser abzugraben“) und gänzlich paranoidem Geraune („Ähnlich wie die katholische Kirche im europäischen Mittelalter gibt die Chefetage der Linken und Grünen dabei heute nur den ideologischen Überbau vor“, genau) stehen. Autor all dieser Zitate ist übrigens ein gewisser Roger Letsch. Ehre sei seiner Meinungsfreiheit, auch wenn ich der bescheidenen Ansicht bin, dass er das Schreiben wie das Denken noch ein wenig üben sollte.

  6. anti3anti schreibt:

    Die Schriften von Martin Luther und der Koran können nicht mehr verbannt werden, dazu ist es schon zu spät.

  7. A.S. schreibt:

    Das ist der übliche Offenbarungseid linker Weltretter. Meinungs- und Redefreiheit gibt es bei denen nicht. Das Rederecht wollen die an die richtige Gesinnung koppeln.
    Daran ist nichts neu, das gibt es nicht erst seit es die AfD gibt.

  8. klartext schreibt:

    Was immer man von der AfD hält (ich sehe sie in mehrfacher Hinsicht sehr kritisch): Sie ist nicht verboten und hat daher das selbe Grundrecht auf Meinungs- und Redefreiheit wie alle anderen. Wer es zu unterdrücken sucht, wendet Nazimethoden an.

  9. bevanite schreibt:

    Vielleicht hat man in Magdeburg auch einfach Angst davor, dass sich dort ähnliche Strukturen herausbilden wie Anfang der Neunziger und ist daher ein wenig aufmerksamer bei derartigen Entwicklungen. Immerhin ist die sachsen-anhaltinische AfD personell sehr eng mit rechtsradikalen Kreisen aus der Ecke des „Instituts für Staatspolitik“ vernetzt. Die fischen dort schon gezielt am ganz rechten Rand.

    • Kanalratte schreibt:

      Da sprechen Sie was an mit Anfang der 90er. Warum war das denn so? Warum gab/gibt es denn im Osten so viele Glatzen und Kommunisten? Könnte das damit zu tun haben, dass Menschen im Ostteil Deutschlands 40 Jahre in einer sozialistisch-linken Diktatur gelebt haben, die die Nazizeit nur im Sinne der Kommunisten erwähnte? Ein Hitler wurde in der BRD verteufelt, nicht aber in der DDR. Judenmord? Sowas wurde ja fast gar nicht thematisiert dort. Und die ganzen Kommunisten und Sozialisten in der ehemaligen DDR sind kein Problem, schließlich haben diese Stalin-Erben doch diese Post-Nazi-Republik DDR mit ihren HJ- und Gestapo-Nachfolgeorganisationen und den Mauerschützen am Leben gehalten. Was bleibt ist eine Scheinheilige „Erklärung“ von ihnen warum Anhänger von SED-Nachfolgeparteien – denn das ist die Partei „Die Linke“ – ihre (anti)faschistischen DDR-Methoden in der BRD anwenden sollten. Sie geben hier einer Partei die 2013 gegründet wurde die Schuld an den Strukturen, die in der DDR geschaffen wurden.

      • Ben schreibt:

        Hitler wurde in der DDR nicht verteufelt? Da sind Sie sich wirklich sicher?

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Kanalratte: „…, schließlich haben diese Stalin-Erben doch diese Post-Nazi-Republik DDR mit ihren HJ- und Gestapo-Nachfolgeorganisationen und den Mauerschützen am Leben gehalten.“

        Sie waren nicht nur Stalin-Erben, sondern auch Hitler-Erben. Beispielsweise saßen noch bis weit in die 1960ger Jahre 53 ehemalige Nazis in der DDR-Volkskammer; abgesehen von anderen Altnazis, die in der DDR eindrucksvolle Karrieren machten.
        Zur gefälligen Beachtung:
        http://www.antifa-nazis-ddr.de/n/10019451.011.php

        http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-18178/sed-ex-nazis-an-fuehrenden-stellen_aid_505958.html

        http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ns-verbrecher-und-stasi-wer-nazi-war-bestimmen-wir-a-397473.html nicht ausschließen.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Gut beobachtet, gut recherchiert! Die „53 ehemalige(n) Nazis in der DDR-Volkskammer“ werden sicherlich ohne Neid auf die BRD geblickt haben, schließlich brachten ihre ehemaligen Pg es dort nur zum Kanzler, Präsidenten, Minister oder auch zum Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände — alles eher belanglose Posten und keinesfalls mit den „eindrucksvollen Karrieren“ in der DDR zu vergleichen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            Das hatte ich nicht bedacht, Herr ex Gotha. Judenmord relativiert sich natürlich im Verhältnis zur späteren Karriere.

          • Lusru schreibt:

            @Gutartiges Geschwulst schreibt: Januar 17, 2017 um 10:22 pm

            „Das hatte ich nicht bedacht, Herr ex Gotha. Judenmord relativiert sich natürlich im Verhältnis zur späteren Karriere.“
            Möchte mal sagen, dieser Kommentar ist in der Tat ein echtes „gutartiges Geschwulst“ und taugt zu nix – in diesem Kontext. Gutartig eben, aber nicht nützlich.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Lusru: „Gutartig eben, aber nicht nützlich.“

            Ähnliche Gedanken kommen mir angesichts Ihrer Existenz, verehrtes Lusru.

          • Lusru schreibt:

            No, zu @Gutartiges Geschwulst schreibt: Januar 18, 2017 um 8:28 pm

            @Lusru: „Gutartig eben, aber nicht nützlich.“
            Ähnliche Gedanken kommen mir angesichts Ihrer Existenz, verehrtes Lusru.<

            Aber nicht doch Frau Geschwulst, ich gab Ihnen doch nicht diesen aufschlussreichen Nicknamen, im Gegenteil: Ich nahm deutlich das „Gutartig“ noch ernst – was Ihnen da wohl entging, nicht so bekannt zu sein scheint.
            Warum Sie nun Kritik an Ihren Äusserungen nur mit Diffamierung und Diskriminierung der kritisierenden Person versuchen, erschliesst sich bestenfalls, wenn ich mich an die Firmen erinnere, die das „erfunden“ und qualifiziert und damit terrorisiert haben, weil sie mangels vernünftiger Argumente nur so glaubten, ihre Ziele zu erreichen: In der Herabwürdigung der Person, Frau Geschwulst, gutartige …
            Ist eigentlich Stil- und Erziehungsfrage, gelle?

      • bevanite schreibt:

        Man merkt, dass Sie den Osten Deutschlands scheinbar nur aus Büchern kennen. Richtig ist, dass „die Nazizeit nur im Sinne der Kommunisten“ erwähnt wurde und demzufolge der Holocaust nicht ins Narrativ passte. Dies beinhaltete allerdings tatsächlich eine „Verteufelung“ Hitlers, nämlich die Fixierung auf eine einzige Person als Täter. So gab es in der DDR etwa die groteske Wortschöpfung „Hitler-Faschismus“. Nach dieser Lesart gab es da nur den bösen Adolf und die mit ihm verbündete Industrie, die die unwissende deutsche Bevölkerung „verführten“. So wurden natürlich große Teile der Gesellschaft und der Wehrmacht entlastet (die man dann nach 1949 ja weiter brauchte). Wobei der Holocaust meines Wissens auch in der alten BRD erst nach der amerikanischen Fernsehserie „Holocaust“ in den Achtzigern zum Thema wurde und etwa Raul Hilbergs Standardwerk erst dann gelesen wurde.

        Völlig daneben liegen Sie aber im letzten Absatz. Erstmal waren unter den Protestierenden vermutlich nicht nur Anhänger der Linkspartei. Zweitens wendeten sie mitnichten DDR-Methoden an, sondern befanden sich durch das Demonstrationsrecht völlig im Einklang mit der der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der BRD. Ob es Ihnen passt oder nicht: Meinungsfreiheit bedeutet eben auch, dass die AfD kritisiert werden kann. Das geht auch durch unkonventionelle politische Beteiligung (=Proteste). Tough shit.

        Auch habe ich nicht der AfD die Schuld an den national-befreiten Zonen gegeben – die gab es schon lange vorher -, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass man im Osten ein Bewusstsein dafür entwickelt hat, in welche Richtung diese nationalistische Rhetorik führen kann. Damals lieferten die Republikaner (und teilweise die CDU) die parteipolitische Plattform für die Stimmung „auf der Straße“, heute versucht es die AfD. Sie leben wahrscheinlich in einer wirtschaftlich soliden Gegend in Westdeutschland, wo man Neo-Nazis nur aus dem Fernsehen kennt.

    • A.S. schreibt:

      Keine Quellenangabe? Mir ist das egal, aber wenn Praecox das liest ……

      • A.S. schreibt:

        Kein Praecox der nach Quellen verlangt? Hoffentlich ist der nicht krank. Falls ja, gute Besserung.
        Es kann schließlich kaum sein, dass sein Quellenbedürfnis nur bei hm nicht genehmen Kommentaren anspringt…..

        • Heimchen am Herd schreibt:

          Mir fehlt Praecox auch!

        • bevanite schreibt:

          Wozu möchtest Du konkret eine Quelle? Die Poggenburg-Kubitschek/Elsässer-Connection ist doch inzwischen weitgehend bekannt (Stichwort: „Ein Prozent“).

          • A.S. schreibt:

            Ich will die nicht. Hab doch geschrieben dass mir das egal ist. Aber Praecox müsste eigentlich fordern, der fordert dich immer Quellen ein.

          • A.S. schreibt:

            Außerdem hab ich mich dazu schon mal geäußert (falls mich meine Erinnerung nicht täuscht.)

Seid gut zueinander!

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