Martin Lejeune schreibt mir

Martin Lejeune hat mir geschrieben, obwohl er mir eigentlich nicht mehr schreiben wollte. Er schreibt:

„Doch Ihr unausgewogener Artikel auf https://tapferimnirgendwo.com/2017/01/17/martin-lejeune-kaempft-gegen-schwulen-propaganda-und-seine-fans-wollen-schwule-ins-kz-schicken/ läßt mir keine andere Wahl. Bitte fügen Sie hinzu, daß ich mich entschuldigt habe für die Äußerungen zum Waldbrand und meinen Zweifeln am Leid der Juden wegen ihrer Ungerechtigkeit, die sie den Palästinensern antun. Dies zu erwähnen, dürfen Sie nicht versäumen auf
https://tapferimnirgendwo.com/2017/01/17/martin-lejeune-kaempft-gegen-schwulen-propaganda-und-seine-fans-wollen-schwule-ins-kz-schicken/

Mit freundlichen Grüßen
Martin Lejeune
Journalist“

Lieber Martin Lejeune,

zunächst einmal möchte ich meiner Vermutung Ausdruck verleihen, dass Sie so sehr ein Journalist sind wie schwul.

Herr Aktivist,

man kann nur um Verzeihung bitten! Sie können sich nicht selbst entschuldigen, geschweigedenn vergeben. Vergeben können Ihnen nur die Opfer. Ihre Einlassung war alles andere als eine Bitte. Sie schreiben:

„Ich bin ein Mensch mit Gefühlen und ich habe mich in meiner Rede von dem Leid gegen die Palästinenser, ausgeübt durch die Zionisten, überwältigen lassen.“

Die Zionisten sind also schuld, dass Sie dazu überwältigt wurden, die Existenz des Holocaust in Zweifel zu ziehen? Nein, Herr Lejeune, Sie haben diese Widerlichkeit gesagt, weil Sie sie sagen wollten. Niemand hat Sie dazu verleitet. Es war Ihre Entscheidung! Sie nennen sich doch selbst Journalist. Worte sollten somit Ihr Beruf sein! Hören Sie auf, nach einem Sündenbock zu suchen. Die Nazis haben auch gesagt, die Juden hätten sie mit ihrer Art dazu gezwungen, sie so zu behandeln, wie sie sie behandelt haben. Sie schreiben weiter:

„Ich möchte allen Bürgern jüdischen Glaubens meine Hand reichen und gemeinsam mit ihnen arbeiten gegen Judenhass, gegen Antisemitismus und gegen Zionismus.“

Wie großzügig von Ihnen. Sie reichen Juden also die Hand, aber nur wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, den Sie mal ganz nebenbei mit Judenhass gleichsetzen. Zionismus ist die Bewahrung des jüdischen Nationalstaats und somit nichts weiter als israelischer Patriotismus. Einem Juden zu sagen, man sei nur für Juden, wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, ist wie einem Deutschen sagen, man sei nur für Deutsche, wenn sie gegen Deutschland arbeiten. Eleganter wurde Israel und zionistischen Juden selten das Existenzrecht abgesprochen.

Herr Lejeune,

wenn Sie es mit Ihrer Bitte um Verzeihung ernst meinen, dann bitten Sie jene Menschen um Verzeihung, die Sie beleidigt und verletzt haben. Sie haben die Gefühle von Zionisten verletzt. Wer sagt, er arbeite gegen Zionismus, arbeitet gegen einen ganzen Staat, nämlich Israel. Wer jedoch gegen einen ganzen Staat arbeitet, der diskrimiert diesen Staat! Sie, Herr Lejeune, beleidigen jeden Menschen, der sich für Israel einsetzt.

Sie können von Israel halten, was Sie wollen, aber wenn Sie dem Land Israel grundlegende Regeln des Anstands und des Umgangs miteinander verweigern, wenn Ihr Hass Sie soweit treibt, dass Sie Dinge über Menschen sagen, die man über keinen Menschen sagen sollte, egal was sie getan haben, dann kann ich in Ihnen nichts anderes erkennen, als einen Mann, der so sehr hasst, dass er seine Menschlichkeit verliert.

Wenn Sie es mit Ihrer Bitte ernst meinen, dann bitten Sie bei jenen Menschen um Verzeihung, denen Sie den Feuertod gewünscht haben und zwar ohne wenn und ohne aber, ohne Einschränkung und ohne Hintertürchen. Die Bitte um Entschuldigung muss lauten:

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger Israels und auch alle Zionisten um Verzeihung.“

Bevor Sie das nicht getan haben, hat für mich keine Bitte um Verzeihung Ihrerseits stattgefunden.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

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15 Antworten zu Martin Lejeune schreibt mir

  1. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @echsenwurst: „Ich halte ihn, wie einen Henryk M. Broder auf der „anderen Seite vom Zaun“ auch, für einen nur vorgeblichen Gläubigen seiner Religion, der sein Geld mit üblen Schreiereien und Hetzereien verdient.“

    Haben Sie konkrete Beispiele für die „üblen Schreiereien und Hetzereien“?

    @echsenwurst: „Ein Lejeune muss einiges der gegen ihn gerichteten Vorwürfe ebenso akzeptieren wie Broder daran arbeiten sollte, von einem verrückten Massenmörder wie Anders Breivik gefeiert und zitiert zu werden.“

    Hat Broder jemals Morde gebilligt oder gar dazu angestiftet? Inwiefern ist er also dafür verantwortlich, dass ein verrückter Massenmörder ihn zitiert?
    Sie stört es doch offenbar auch nicht, dass Ihre „Israelkritik“ von gewissen Bräunlingen geteilt wird.

    @echsenwurst: „An seiner Stelle wäre mir DAS nicht nur peinlich – an seiner Stelle würde ich mich SOFORT aus JEDER Öffentlichkeit zurückziehen.“

    Leider sind Sie nicht an seiner Stelle. Ihr Rückzug wäre ein Segen!

  2. echsenwut schreibt:

    Für die hier von H. Buurmann dargelegte Position in Bezug auf Lejeune hege ich einige Sympathien. In Teilen sehe ich Lejeune so wie er auch.
    In meinen Augen verhält sich Lejeune nicht, wie sich ein guter Muslim verhalten sollte und seine Gedanken scheinen mir nicht mit hohen Disziplinen im Islam vereinbar. Ich halte ihn, wie einen Henryk M. Broder auf der „anderen Seite vom Zaun“ auch, für einen nur vorgeblichen Gläubigen seiner Religion, der sein Geld mit üblen Schreiereien und Hetzereien verdient. Ein Lejeune muss einiges der gegen ihn gerichteten Vorwürfe ebenso akzeptieren wie Broder daran arbeiten sollte, von einem verrückten Massenmörder wie Anders Breivik gefeiert und zitiert zu werden. An seiner Stelle wäre mir DAS nicht nur peinlich – an seiner Stelle würde ich mich SOFORT aus JEDER Öffentlichkeit zurückziehen.

    „Einem Juden zu sagen, man sei nur für Juden, wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, ist wie einem Deutschen sagen, man sei nur für Deutsche, wenn sie gegen Deutschland arbeiten. “

    Aber das ist nun auch wieder Unsinn.
    Den Versuch unternehmen zu wollen, eine Formel wie „Judentum = Zionismus“ zu installieren, geht nur für das uninformierte Volk gut. Wer sich ein wenig mit Historie auskennt weiß, dass das natürlich Unsinn ist. Ich kenne Juden persönlich, die KEINE Zionisten sind. Und was nun? Sind das dann „Abweichler“, „Häretiker“ oder „Ketzer“?. Wir wissen alle, dass der Zionismus unterschiedlichen Definitionen unterliegt und dass es hier seit vielen Jahrzehnten eine ungeführte Diskussion darüber gibt.
    Herr Buurmann begibt sich mit solchen Sätzen in eine sehr, sehr gefährliche Nähe zum durchgeknallten, lächerlichen und kranken „Kalifen“ des „Islamischen Staats“ – denn der äußert ganz ähnliche Ideen. Für ihn gelten nur Shiitenfeinde, Selbstmörder, Kranke, Verblendete und sonstige Monstren als „Muslime“, wenn sie sich in vollendeter Ignoranz des Islam selbst zerfetzen oder andere Menschen zu Tode quälen.

    Ich rate zur Vorsicht und zur absoluten Sparsamkeit mit solchen und ähnlichen Begriffen. Vielleicht sollte Herr Buurmann seiner Idee des Zionismus‘ einen umfangreicheren Beitrag widmen – ich habe den Eindruck (hier einmal als laienhafter Beobachter von außen), dass hier Diskussionsbedarf im Judentum existiert.

    • A.Bundy schreibt:

      Verpiss dich und kriech zurück unter den Stein, du schleimiger Judenhasser!

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Ich erkläre es Ihnen mal, auch wenn es entsetzlich einfach ist und jeder selbst drauf kommen sollte. Natürlich gibt es Juden, die keine Zionisten sind. Und es ist nicht judenfeindlich, kein Zionist zu sein. Kein Zionist zu sein, bedeutet aber nicht, Antizionist zu sein. Deshalb für Dumme:

      Ein Mensch, der kein Zionist ist, ist ein Mensch, der kein Zionist ist.
      Ein Mensch, der Zionisten ausrotten möchte oder den Staat Israel vernichten will, weil er Antizionist ist, ist ein Judenhasser.

      Eigentlich ganz leicht zu verstehen.

    • Dante schreibt:

      Ich halte ihn, wie einen Henryk M. Broder auf der „anderen Seite vom Zaun“ auch, für einen nur vorgeblichen Gläubigen seiner Religion, der sein Geld mit üblen Schreiereien und Hetzereien verdient.

      Dass Broder den Muslimen oder einem anderen Volk den Feuertod gewünscht oder dies als eine Art gerechte Strafe Gottes bezeichnet hat, muss ich wohl irgendwie verschlafen haben.

    • Dante schreibt:

      „Einem Juden zu sagen, man sei nur für Juden, wenn sie gegen den Zionismus arbeiten, ist wie einem Deutschen sagen, man sei nur für Deutsche, wenn sie gegen Deutschland arbeiten. “

      Aber das ist nun auch wieder Unsinn.
      Den Versuch unternehmen zu wollen, eine Formel wie „Judentum = Zionismus“ zu installieren, geht nur für das uninformierte Volk gut.

      Das ist Unsinn. Oder vielmehr, es ist Rabulistik, weil Sie Gerd unterstellen, er habe diese Gleichung aufgestellt, was er nicht tut.

      Um das zu erläutern, will ich ein anderes Beispiel anführen. Dafür begeben wir uns in eine Region mit einigen mehrheitlich nichtmuslimischen Staaten mit einer sich auch als ethnische Gruppe verstehenden muslimischen Minderheit, die in ihren Ländern marginalisiert werden. Etliche von ihnen wollen nur gleiche Rechte wie jeder Mensch in ihrem jeweiligen Land, andere wollen einen eigenen Staat, weil sie nach langer Erfahrung mit Diskriminierung, Pogromen und Vergewaltigungen der Mehrheit nicht trauen.
      Das Szenario ist nicht unrealistisch, sahen wir dies doch im Bosnienkrieg und später im indischen Bundesstaat Gujarat.

      Nennen wir die nach Unabhängigkeit strebenden Muslime einfach mal „Separatisten“ und stellen uns vor, dass sie tatsächlich einen eigenen Staat gegründet haben, der jedoch stark bedrängt wird und entsprechend reagiert.

      Nun mache ich doch nicht die Gleichung „Muslim = Separatist“ auf, wenn ich mich dagegen wehre, dass jemand einen Muslim erst dann als einen Menschen akzeptiert, wenn er nicht nur selbst kein Separatist ist, sondern sich sogar explizit gegen die Separatisten wendet und den neuen Staat wieder abschaffen will, ungeachtet der manchmal latenten, manchmal offenen Pogromstimmung gegen Muslime im Rest der Region.

      Das entspricht dem.

  3. caruso schreibt:

    Martin Lejeune… ob er Journalist ist, schwul ist, keine Ahnung, es interessiert mich auch nicht. Aber
    was ich von seinem Schreibe sehe, ist, daß er eine Mischung aus D***kerl und Idiot ist. Als ob
    eines von beiden nicht genügte!
    lg
    caruso

    • A.Bundy schreibt:

      Immer wieder erstaunlich, wie scheinheilig und vergesslich die Vertreter des politisch-medialen Komplexes sind. Es war im Jahr 1998, da veröffentlichte Höckes geistiges Vorbild, Rudolf Augstein, einen Text im „Sturmgeschütz der Demokratie“, dessen zentrale Aussagen eine verblüffende Ähnlichkeit mit Höckes Rede aufweisen. Hagalil-Autor Tobias Jaecker schrieb damals einen Text zur Walser-Bubis-Debatte und beschrieb Augsteins Einlassungen so:

      „Noch offener sprach dies später „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein aus. Augstein präzisierte Walsers Vorwurf des Missbrauchs von Auschwitz: Ein solcher sei z.B. klar erkennbar im Zusammenhang mit den hohen Entschädigungsforderungen ehemaliger jüdischer NS-Zwangsarbeiter an die deutsche Industrie. Außerdem dürfe sich Deutschland nicht länger von außen, d.h. von den Juden, vorschreiben lassen, wie es zu gedenken habe. Entsprechend lehnte Augstein auch das geplante Holocaust-Mahnmal ab: Dieses „Schandmal“ sei „gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland“ gerichtet. Augstein: „Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität“.

      Neben diesen kaum verhüllten antisemitischen Stereotypen von der Macht der „jüdischen Ostküste“ gab Augstein den Juden auch noch die Schuld für den Antisemitismus in Deutschland: Werde das Mahnmal gebaut, „so schaffen wir Antisemiten, die vielleicht sonst keine wären, und beziehen Prügel in der Weltpresse jedes Jahr und lebenslang, und das bis ins siebte Glied“. Und zur Krönung brachte er zustimmend ein Adenauer-Zitat: „Das Weltjudentum ist eine große Macht“.

      Augsteins Beitrag ist in der Tat „eines der übelsten antisemitischen Pamphlete“, die nach 1945 je erschienen sind (Joachim Rohloff). Dennoch wurde es kaum kritisiert. Die Frage nach Handlungskonsequenzen aus der NS-Vergangenheit waren für Augstein offenbar gänzlich irrelevant, denn er verband das Erinnern ausschließlich mit Handlungsbeschränkungen, die für die Berliner Republik endgültig beiseite geschafft werden sollten.“
      http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/walser-1.htm

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Immer wieder erstaunlich, wer zu halbwegs vernünftigen Gedanken (bzw. zumindest dazu, diese zu zitieren) doch noch in der Lage zu sein scheint. Aber was er „politisch-medialen Komplex“ nennt, ist das deutsche Bürgertum, das sich, Bubis ausgenommen, von den Sitzen erhob, um 1998 Walser zu applaudieren, der, ähnlich wie Höcke, in der Paulskirche von der „Dauerpräsentation unserer Schande“ schwallte, und Rudolf Augstein war alles andere als ein Linksaußen, sondern saß für die FDP im Bundestag.

        • A.Bundy schreibt:

          Immer wieder erheiternd, wie linksdrehende Denunzianten jede noch so kleine Gelegenheit nutzen, um ihrem tief verwurzelten Hass auf „das deutsche Bürgertum“ zu frönen.
          Denn weder schrieb ich etwas über die Zusammensetzung der damaligen Zuhörerschaft in der Paulskirche, noch über die politische Ausrichtung Augsteins des Älteren.
          Nice try, Genosse und danke fürs anschlagen. 😀

          • bevanite schreibt:

            Hass auf das deutsche Bürgertum? Den pflegt doch hier eher die Abendländler-Fraktion mit ihrem heiligen Furor gegen die bösen Gutmenschen.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Immer wieder peinlich, wenn einer, der außer copy and paste keine andere Kulturtechnik zu beherrschen scheint, den einen klugen Gedanken, den er hier hinterlassen hat (und der selbstverständlich nicht von ihm selbst stammt), dadurch wieder relativiert, dass er in das bekannte Gestammel über „linksdrehende Denunzianten“ zurückfällt. Aber wir linksdrehenden Denunzianten sind ja geduldige Menschen und rechnen immer noch damit, dass die rechtsdrehenden Schizophasiker irgendwann zur Vernunft kommen.

  4. Hessenhenker schreibt:

    „Lieber Martin Lejeune,
    zunächst einmal möchte ich meiner Vermutung Ausdruck verleihen, dass Sie so sehr ein Journalist sind wie schwul.“

    Wenn jetzt mal nicht die Journalistifada ausbricht!

Seid gut zueinander!

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