Donald Trump ist kein Populist!

Ein nicht zu unterschätzender Teil des Problems Donald Trump sind seine Gegnerinnen und Gegner, denn im Protest gegen den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gehen sie zur Zeit Bündnisse ein, die sie später noch schwer bereuen werden.

Gehen wir zurück in das Jahr 1979. Mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan im Dezember 1979 begann ein zehnjähriger Stellvertreterkrieg zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht in Afhanistan und den islamischen Guerillas (Mudschaheddin), die von den Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützt wurden. Im Kampf gegen die Sowjetunion verharmlosten die USA den Islam. Der Krieg endete im Jahr 1989 mit dem Abzug der sowjetischen Truppen. Die sowjetisch gestützte Regierung unter Präsident Mohammed Nadschibullāh konnte sich zwar noch ein paar Jahre halten, aber im Jahr 1992 nahmen die Mudschahedin Kabul ein und gründeten im April den Islamischen Staat Afghanistan. Der Rest ist bittere Geschichte aus Frauenhass, Terror und Unterdrückung.

Im Protest gegen Donald Trump geschieht diese Verharmlosung wieder.

Man kann zu Religionen stehen, wie man will. Jeder Mensch kann seinen eigenen unsichbaren Freund haben. Ich verstehe jedoch nicht, wie sich eine Frau ein Kopftuch umbinden kann und glaubt, damit für Frauenrechte zu protestieren. Denken jene Frauen wenigstens einen kurzen Augenblick an all jene Geschlechtsgenossinnen, die sich aus Protest gegen die islamischen Terrorregime dieser Welt, ihre Schleier vom Leibe reißen und damit nicht selten ihr Leben riskieren? Vermutlich nicht, denn sonst könnten sie das Kopftuch so wenig tragen, wie ein Jude eine Hakenkreuzarmbinde.

Ich habe nicht prinzipiell etwas gegen das Kopftuch. Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf drauf ist, sondern was in dem Kopf drin ist. Wer die Kopfbedeckung jedoch mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem Feldherrn vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anziehen sollen, hat meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Platz im Kopf frei. Warum tragen wohl keine Männer Niqab? Aus dem gleichen Grund, aus dem sie sich keine unbequemen Schuhe anziehen. Weil wir nicht bescheuert sind! Es ist unbequem und schränkt die Bewegungfreiheit ein.

Ich verstehe einfach nicht, wie eine Frau den Islam verharmlosen kann. Kein Mensch kann ernsthaft „Nein“ zu Frauendiskriminierung sagen und dabei den Koran nicht kritisieren.

Ich verstehe sehr gut, was eine Frau gegen Donald Trump haben kann, aber ich verstehe absolut nicht, wie Frauen und Männer weltweit in Massen gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Straße gehen können, ein Land, wo Frauen und Männer gleichberechtigt sind und homosexuelle Menschen heiraten können, aber jahrelang in Massen zu Hause geblieben sind, während in islamischen Ländern, Frauen unter Schleiern gezwängt, gesteinigt und massenhaft in Stadien erschossen wurden. Sämtliche Länder, in denen Homosexuelle hingerichtet werden, sind islamisch. Ein vergleichbarer Protest wie gegen Donald Trump bleibt jedoch gegen diesen Hass aus. Nicht mal Meryl Streep hält eine Rede und auch Madonna spielt nicht mit dem Gedanken, die Kaaba in Mekka in die Luft zu sprengen.

Ich bin Barack Obama von Herzen dankbar, dass unter seiner Präsidentschaft Homosexuelle das Recht bekommen haben, heiraten zu dürfen. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich das Weiße Haus in den Farben der LGBT Commuity sah. Ich mochte Obama und habe für Hillary Clinton Wahlkampf gemacht. I was with her. Ich liebe die Freiheitsstatue, die mit ihrer Fakel der Aufklärung, die die Welt erleuchtet, Migranten einlädt, in den USA nach Glück zu streben. Ich bin für ein Freihandelsabkommen mit den USA. Ich bin Feminist, liberal und stehe fest an der Seite Israels. Somit sorgt ein großer Teil meiner Überzeugungen dafür, dass ich Donald Trump mit einem gehörigen Maß an Unbehagen begegne. Aber viel mehr Unbehagen bereitet mir ein Teil seiner Gegner. Und damit meine ich nicht so sehr jene Chaoten, die durch Straßen marodieren, Autos anzünden und Geschäfte verwüsten, obwohl das wirklich der widerlichste Teil der Protestbewegung darstellt, ich meine jene Menschen, die bedenkliche Allianzen mit Ideologen eingehen, die im Zweifel ihre Ideologien und Religionen über Menschenleben stellen.

Es braucht diese Allianzen nicht. Der Gegner meines Feindes ist nicht unbedingt mein Freund!

Der Islam ist nicht gerade die beste Waffe gegen Donald Trump. Im Gegenteil, ein Buch, das von einem mäßig gebildeten Mann handelt, der sich zu Höherem berufen fühlt und eine gewalttätige Bewegung im vermeintlichen Namen des Volkes lostritt, taugt nicht wirklich dazu, Donald Trump zu kritisieren. Dafür sind sich der Donald und der Mohammed einfach zu ähnlich in ihren Minderwertigkeitskomplexen.

Der Protest gegen Donald Trump braucht keine religiösen Symbole!

Der Protest gegen Donald Trump braucht vielmehr die Macht der Gewissheit, dass die Mehrheit in Amerika und Europa für Menschenrechte ist und selbst ein Präsident der USA das nicht so einfach ändern kann! Eine Mehrheit spricht sich dafür aus, dass Homosexuelle selbstverständlich heiraten dürfen. Die Mehrheit ist ganz klar gegen Diskrimierungen von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechts. Zudem gibt es genug Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika, die den zweiten Verfassungszusatz verteidigen, der jedem Bürger und jeder Bürgerin das Recht zugesteht, eine Waffe zu besitzen, egal welche Hautfarbe er hat und mit welchem Geschlecht sie ins Bett geht. Jeder Mensch, der versucht, einer bewaffneten Amerikanerin, ihre Bürgerrechte zu nehmen, wird Bekanntschaft mit ihrer Waffe machen und auch bewaffnete Homosexuelle werden sich heute gewiss nicht mehr von einer amerikanischen Regierung ficken lassen.

In der Geschichte der USA gab es viele Diskrimierungen. Bis zum 3. Februar 1870 durften schwarze Männer nicht wählen und erst am 18. August 1920 wurde beschlossen, dass auch Frauen wählen dürfen. Bis heute hat sich das nicht geändert. Auch Donald Trump wird das nicht ändern, denn Rechte, die erst mal von der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika garantiert wurden, bleiben! Wer versucht, verfassungsgesetzte Rechte der Bürgerinnen und Bürger einzuschränken, riskiert einen Bürgerkrieg.

Donald Trump wird immer als Populist bezeichnet, aber er ist kein Populist, allein schon deshalb nicht, weil die populäre Mehrheit (popular vote) für Hillary Clinton gestimmt hat. Sie hat sogar einen Vorsprung von knapp 3 Millionen Stimmen und liegt dadurch 2,1 Prozent von Donald Trump.

Donald Trump ist kein Populist und niemand sollte ihm glauben machen, er sei populär!

Populisten berufen sich gerne auf den „gesunden Menschenverstand“ oder auf die „Stimme des Volkes“. Nicht selten in der Geschichte hatte manch ein Populist tatsächlich eine erschreckende Mehrheit von unaufgeklärten Vollhonks im Rücken, aber heute ist das in den USA nicht mehr so. Die Welt ist unzweifelhaft voller Arschlöcher, aber in Amerika sowohl wie in Europa ist die Zahl der Stimmen im Volk, deren gesunder Menschenverstand sich gegen Diskriminierung ausspricht und keine Angst vor dem Zweifel hat, in der Mehrheit. Heute sind Menschenrechte populär. In der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika heißt es:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden sind, darunten sind: Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.“

Menschenrechte brauchen keine Mehrheit! Es braucht keine Mehrheit, die sagt Frauen haben die selben Rechte wie Männer. Es braucht nur eine Frau, die das sagt und sie hat recht! Es ist aber schön, wenn Menschenrechte populär sind und in den USA sind sie das. Das ist die Stimme des amerikanischen Volkes! Sie soll, sie darf, sie muss sich ständig gegen die Regierung oder den Präsidenten erheben, wenn sie gegen diese populäre Überzeugung verstoßen. Der aktuelle Protest gegen den Präsidenten ist somit ein patriotischer Akt. Ziviler Ungehormsam ist in den USA Bürgerpflicht. Dennoch gilt: Augen auf bei der Wahl der Bündnisspartner!

Unter Barack Obama ist die staatliche Diskrimierung von Homosexuellen gefallen. Jeder Amerikaner und jede Amerikanerin genießt heute die gleichen Rechte, unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe, der religiösen Überzeugungen und sexuellen Präferenzen. Es brauchte die Macht der Verfassung, den Willen des Volkes und die Bereitschaft der Regierung, diese Freiheit zu erstreiten. Sie zu verteidigen, wird die Aufgabe der Zukunft sein und wenn wir dabei mal nicht auf den Präsidenten oder die Regierung zählen können, so gibt es immer noch die Verfassung und den Willen des Volkes.

Bei der Verteidigung der Werte der USA wird es Gefahren von innen und von außen geben, aber eins sollte nie vergessen werden, die Gefahr von außen wird immer versuchen, das Gleichgewicht im Inneren der USA zu stören. Niemals ist die USA verletzlicher, als in Zeiten der Spaltung. Und deshalb:

Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.

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