Erhebt Eure Stimme, aber bitte nachhaltig!

US-Präsident Donald Trump hat verfügt, dass in den nächsten 90 Tagen keine Staatsbürger aus Syrien, Libyen, Somalia, dem Irak, den Jemen, den Sudan und Iran einreisen dürfen. Diese Diskriminierung kenne ich nur allzu gut.

16 Länder haben ein Einreiseverbot gegen Juden, aber auch gegen mich ausgesprochen! Algerien, Bangladesch, Brunei, Iran, Irak, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysien, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen hassen Israel so sehr, dass sie alles hassen, was mit Israel zu tun hat und sie daher weder Juden aus Israel ins Land lassen, noch Menschen, die Juden in Israel besucht haben, wie ich.

#JewBan gibt es schon seit geraumer Zeit.

Gegen das Einreiseverbot für Juden protestieren jedoch keine Massen. Die Mehrheit schweigt, wie sie schon bei den Juden von damals geschwiegen hat. Dafür werden die Muslime, die heute von dem Dekret des amerikanischen Präsidenten betroffen sind, mit den Juden von damals verglichen, obwohl sämtliche Länder, die unter den temporären Einreisestopp von Trump fallen, ein echtes Einreiseverbot gegen Juden ausgesprochen haben. Wer diese Muslime mit den Juden von damals vergleicht, hat nichts aus der Geschichte gelernt, denn damals schwieg die Masse, als es gegen Juden ging.

Heute brüllt die Masse, wenn es gegen Muslime geht – und das ist auch gut so. Die Mehrheit schweigt jedoch, heute wie damals, zu der deutlich schlimmere Ungerechtigkeit, die gegen Juden gerichtet ist.

Muslime sind nicht die Juden von heute. Das sind immer noch die Juden!

Ich gebe zu, das Einreiseverbot der 16. Länder trifft mich wenig. Meine Heimat ist sicher, ich muss nicht flüchten und selbst wenn, wäre die muslimische Welt nicht meine Wahl. Ich habe nicht den Drang, das Nachtleben in Libyen kennenzulernen und die Schwulen- und Lesbenszene im Sudan ist auch nicht gerade ganz oben auf meiner Reiseliste. Außerdem kann ich nicht mit Feministinnen im Auto um die Blocks von Saudi Arabien ziehen. Was soll ich dort? Ich werde dort verfolgt!

Mich stimmt es ebenfalls traurig und wütend, dass jetzt auch der Präsident meiner geliebten Vereinigten Staaten von Amerika zu der Politik jener Regime greift, die er vorgibt zu bekämpfen. Es freut mich jedoch zu sehen, wie stark der Widerstand dagegen ist. Ach, hätte es diesen Widerstand doch auch schon bei dem #JewBan gegeben.

Von der Politik Donald Trumps bin auch ich persönlich betroffen. Ich bin nämlich Moslem bin. Ja, ob Sie es glauben oder nicht, vor ein paar Jahren bin ich in einem Kiosk auf der Zülpicher Straße in Köln zum Islam konvertiert. Es war beeindruckend leicht. Ich musste nur in Anwesenheit von ein paar Muslimen diesen Satz sagen:

لَا إِلٰهَ إِلَّا الله مُحَمَّدٌ رَسُولُ الله.

Das habe ich gemacht. Seitdem bin ich Moslem! Der Islam hat mich nun am Arsch wie Pierre Vogel. Selber Schuld! Wenn der Islam so Deppen wie mich nicht haben will, soll er sich gefälligst bessere Türsteher besorgen!

Bisher konnte ich als Moslem immer problemlos in die USA einfliegen. Ich hoffe, dass das so bleibt. Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright hat mittlerweile erklärt, dass sie auch „bereit ist, sich als Muslim zu registrieren“, um so gegen die Politik von Donald Trump zu demonstrieren.

Ja, ich bin Moslem, aber ich werde dennoch weiterhin Alkohol trinken, mit Homosexuellen feiern, Israel verteidigen, Allah verarschen und den Islam kritisieren. Wer sich dadurch beleidigt fühlt, kann meinen islamischen Arsch küssen! Leute, die sich durch mich beleidigt fühlen, sind wie Leute, die sich beleidigt fühlen, weil irgendwo eine Moschee gebaut wird. Moscheen gehören ins Stadtbild einer offenen Gesellschaft wie Synagogen, Kirchen, Theater, Brauhäuser, Museen, Sexshops, Pommesbuden und Dönerläden. Der Islam ist Teil meines Landes wie die Ketzerei. Als Moslem habe ich eine Bitte:

Erhebt Eure Stimme, aber bitte nachhaltig!

Wenn der trumpsche Spuk in den USA vorbei ist, bitte ich all die Millionen, die jetzt lautstark gegen Donald Trump demonstrieren, ihre Stimme weiterhin zu erheben und zwar gegen all die Länder, die seit Jahrzehnten ein Einreiseverbot gegen Juden, Israelis und deren Freundinnen und Freunde verhängt haben! Protestiert weiter laut gegen all die Länder, übrigens allesamt islamisch geprägt, die Homosexuelle hinrichten! Veranstaltet Frauenmärsche gegen all die Regierungen, die Frauen diskriminieren und zwangsverschleiern! Vielleicht findet ja sogar Madonna etwas Zeit, um zu erklären, ersthaft darüber nachgedacht zu haben, die Kaaba in Mekka in die Luft zu sprengen, sich dann aber doch für die Liebe entschieden zu haben. Ich bitte auch alle Deutsche, weiterhin dafür zu demonstrieren, dass Deutschland ein Land wird, in dem Homosexuelle heiraten dürfen wie in den USA.

Donald Trump hat verfügt, dass die USA in den nächsten 120 Tagen keinen einzigen Flüchtling aufnehmen. In dieser Zeit sollen der Heimatschutzminister und der Nationale Geheimdienstdirektor sicherstellen, dass der Überprüfungsprozess für Flüchtlinge verschärft wird. Erst danach sollen wieder Flüchtlinge ins Land gelassen werden. Mit diesem Dekret hat Donald Trump der Freiheitsstatue persönlich unter den Talar gegriffen, denn dort steht ein Gedicht von Emma Lazarus:

„Gebt mir eure Müden, eure Armen,
Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren,
Die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten;
Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore!
Sende sie, die Heimatlosen, vom Sturm Gestoßenen zu mir. Hoch halte ich meine Fackel am goldenen Tor.“

Emma Lazarus war eine jüdische Schriftstellerin und lebte in New York von 1849 bis 1887. Der Spruch auf der Freiheitsstatue stammt aus dem 1883 erschienen Gedicht „The New Colossus“. 54 Jahre nach dem Verfassen des Gedichts verweigerte Präsident Franklin D. Roosevelt fast 1.000 Juden die Einreise. Das in Hamburg registrierte Passagierschiff St. Louis verließ am 13. Mai 1939 die Hansestadt mit 937 Passagieren, davon 930 Juden, die Nazideutschland verlassen wollten. Allesamt wurden zurückgeschickt nach Europa.

Wenigstens sorgten die Vereinigten Staaten von Amerika dafür, dass der Flüchtlingsgrund bekämpft wurde. Ich hoffe, dass auch im 21. Jahrhundert der Flüchtlingsgrund bekämpft wird. Er besteht in den abgrundtief menschenverachtenden Regimen nationalislamistischer Prägung, gegen die sich bisher kein so großer Protest formiert hat wie gegen Donald Trump und seine Clique. Die Demonstranten in Europa müssen sich klar machen, dass in den USA Millionen Menschen gegen Donald Trump demonstrieren, während in all den islamisch bewächterten Diktaturen dieser Welt die Opposition in Kerkern hockt und ermordet wird. Wenn jemand europäischen Protest bitter nötig hat, dann diese Länder, weil dort nicht Millionen Bügrerinnen und Bürger die nötige Arbeit der Opposition vollführen.

Deutsche, die gegen den amerikanischen Präsidenten protestieren, dürfen bei den nationislamistischen „Präsidenten“ nicht schweigen!

Solange die Flüchtlingsgründe nicht bekämpft werden, wird es Präsidenten geben, die Flüchtlinge nach Hause schicken. Zu protestieren, weil ein Präsident sich weigert, Flüchtlinge aufzunehmen, ist zwar menschlich verständlich und notwendig, aber nicht nachhaltig, wenn nichts gegen die Flüchtlingsgründe unternommen wurde.

So wie die Nazis damals die Feinde jedes aufgeklärten Deutschen waren, so sind die Naziis (Nationalislamisten) heute die Feinde jedes aufgeklärten Arabers. Ich bin Deutscher und ich hoffe, dass die Menschen im arabischen Raum einst so frei sein werden, wie es Deutschland heute Dank der Alliierten ist. So wie das Deutschland heute mit seinen ehemaligen Feinden USA, England und Frankreich verbündet ist, so kann auch einst die arabische Welt mit Israel verbündet sein. Es kann geschehen. Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist! Ein großer Teil der Deutschen hasste Juden damals so wie heute ein großer Teil der Araber Juden hasst. Damals stellten sich nur Wenige dem Hass der Nazis entgegen. Die Geschwister Scholl schrieben in ihrem dritten Flugblatt:

„Unser heutiger „Staat“ aber ist die Diktatur des Bösen. „Das wissen wir schon lange“, höre ich Dich einwenden, „und wir haben es nicht nötig, dass uns dies hier noch einmal vorgehalten wird.“ Aber, frage ich Dich, wenn Ihr das wisst, warum regt Ihr Euch nicht, warum duldet Ihr, dass diese Gewalthaber Schritt für Schritt offen und im verborgenen eine Domäne Eures Rechts nach der anderen rauben, bis eines Tages nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird als ein mechanisiertes Staatsgetriebe, kommandiert von Verbrechern und Säufern? Ist Euer Geist schon so sehr der Vergewaltigung unterlegen, dass Ihr vergesst, dass es nicht nur Euer Recht, sondern Eure sittliche Pflicht ist, dieses System zu beseitigen?

Wenn aber ein Mensch nicht mehr die Kraft aufbringt, sein Recht zu fordern, dann muss er mit absoluter Notwendigkeit untergehen. Wir würden es verdienen, in alle Welt verstreut zu werden wie der Staub vor dem Winde, wenn wir uns in dieser zwölften Stunde nicht aufrafften und endlich den Mut aufbrächten, der uns seither gefehlt hat. Verbergt nicht Eure Feigheit unter dem Mantel der Klugheit. Denn mit jedem Tag, da Ihr noch zögert, da Ihr dieser Ausgeburt der Hölle nicht widersteht, wächst Eure Schuld gleich einer parabolischen Kurve höher und immer höher.“

Die Geschwister Scholl waren klar in ihrer Ansage: Ein deutsches Volk, das sich nicht selbstständig von den Nazis befreien kann, verdient es, unterzugehen und wie Staub zerstreut zu werden. Es liegt somit heute ganz in den Händen des Volkes jener Länder, die heute von den Naziis geknechtet werden. Im ersten Flugblatt der Geschwister Scholl heißt es:

„Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!“

Es sind nicht die USA, die sich die Flugblätter der Geschwister Scholl genau durchlesen sollten. Es sind jene Länder, die dafür sorgen, dass Menschen überhaupt in Richtung USA fliehen müssen. Donald Trump ist daher ein Schmerz im Arsch, wie der Amerikaner sagen würde und ich protestierte dagegen, wie er Lady Liberty an die Pussy grabscht. Es gibt allerdings Probleme, für die es nicht minder dringlich ist, in Massen auf die Straße zu gehen. Im vierten Flugblatt der Geschwister Scholl steht:

„Obgleich wir wissen, dass die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muß, suchen wir eine Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her zu erreichen. Dieser Wiedergeburt muss aber die klare Erkenntnis aller Schuld, die das deutsche Volk auf sich geladen hat, und ein rücksichtsloser Kampf gegen Hitler und seine allzuvielen Helfershelfer, Parteimitglieder, usw. vorausgehen. Mit aller Brutalität muss die Kluft zwischen dem besseren Teil des Volkes und allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt, aufgerissen werden. Für Hitler und seine Anhänger gibt es auf dieser Erde keine Strafe, die ihren Taten gerecht wäre.

Aber aus Liebe zu kommenden Generationen muss nach Beendigung des Krieges ein Exempel statuiert werden, dass niemand auch nur die geringste Lust je verspüren sollte, Ähnliches aufs Neue zu versuchen. Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, auf dass keiner entkomme! Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre!

Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen; die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!

Bitte vervielfältigen und weitersenden!“

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