Ein Artikel für Sylvia Bretschneider

Ein Vater und sein Sohn haben einen schrecklichen Unfall auf einer Autobahn. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn jedoch wird lebensgefährlich verletzt in eine nahe gelegene Ambulanz gebracht, wo ein Team von Ärzten sich dem schwer verletzten Jungen annehmen möchte, als plötzlich jemand von den Ärzten ruft: „Ich kann ihn nicht operieren. Er ist mein Sohn!“

Wie ist das möglich?

Nun, die Antwort ist vollkommen simpel und doch gibt es viele Menschen, die nicht darauf kommen. Probieren Sie es selber einmal aus. Die Antwort lautet: Der Arzt ist die Mutter des Sohnes! Mit dem Begriff „Team von Ärzten“ wurde schließlich nichts über das Geschlecht der Ärzte ausgesagt. Dennoch stellt sich in den Köpfen der meisten Menschen, die diesen Begriff hören, nicht die Möglichkeit ein, die Ärzte könnten weiblich sein. Hätte ich von einem Team von Ärztinnen und Ärzten gesprochen, so hätte sich dieses Problem nicht ergeben.

Am 7. Dezember 2016 entzog die Parlamentssprecherin Sylvia Bretschneider dem Abgeordneten Ralph Weber (AfD) das Wort, weil er die Parlamentssprecherin Sylvia Bretschneider wiederholt mit „Frau Präsident“ statt mit „Präsidentin“ angesprochen hatte.

Ich muss gestehen, als überzeugter Feminist löst es in mir eine selbstverständlich zu kritisierende Genugtuung aus, dass Frauen mittlerweile genug Macht besitzen, um sie unter Umständen auch grenzwertig zur Missbräulichkeit zu gebrauchen. Ich wurde geboren in einem Deutschland, in dem es das Bürgerliche Gesetzbuch einem Mann noch gestatte, seiner Frau das Arbeiten zu verbieten (§1358). Im Jahr 2016 fegt eine Frau einen Mann vom Podium, weil er die einfache Regel des Hohen Hauses nicht verstanden hat: „Don’t fuck with the Parlamentsspräsidentin!“ Schon vorher war Weber als Chauvinist in Erscheinung getreten:

Ralph Weber ist niemand, mit dem ich ein Eis essen würde. Im Oktober 2014 nahm er zum Beispiel Maik Bunzel als Doktoranden an. Bunzel ist Sänger der offen nationalsozialistischen und judenfeindlichen Band Hassgesang. In den Liedern heißt es: „Adolf Hitler, Sieg Heil tönt es zu dir empor“ und „Heilig sei allen Völkern Befehl, Atomraketen auf Israel“. Die Verleihung des Doktorgrades an Bunzel konnte die Universität nicht mehr verhindern. Weber gab an, die Texte zwar „ekelerregend“ zu finden, mit der wissenschaftlichen Qualifikation Bunzels habe dies aber nichts zu tun.

Ich sag mal so, gäbe es eine grammatikalisches Silbe, das für „Arschloch“ steht, ich täte ernsthaft darüber nachdenken, es dem Namen Ralph Weber anzuhängen. Dennoch halte ich die Reaktion von Sylvia Bretschneider für nicht sehr souverän. Weber hat die Tür zum Kindergarten weit geöffnet und Bretschneider ist direkt ins Bällchenbad gesprungen. Ich wäre vermutlich auch reingesprungen und hätte zudem noch die Puppenecke verwüstet, aber ich bin auch keine Landtagspräsidentin. Ich würde mich allerdings ekeln, wenn Weber darauf bestehen würde, mich als Frau anzureden, denn er würde gewiss das Wort Frau nach seiner Definition von Weiblichkeit benutzen und das wäre recht beleidigend für mich.

Ich verstehe jedoch, warum Sylvia Bretschneider auf die Silbe -in besteht. Sie ist stolze Feministin und kann es auch sein. Der Feminismus hat wie der Humanismus viele Menschen aus ihren Kerkern befreit. Ich finde es gut, dass Bretschneider die Eierstöcke hat, sich auf einen Konflikt mit Weber einzulassen. Ich mag die Silbe -in jedoch nicht sonderlich. Für mich setzt diese kleine Silbe das Geschlecht einer Person in einem Umfeld fest, wo es nichts zu suchen hat. Ich muss nicht wissen, welches Geschlecht ein Bäcker hat, um herauszufinden, ob sie gute Brötchen backt. Wenn sie gute Brötchen backt, dann ist sie meine Bäcker! So einfach ist das.

Ein Bäcker ist eine Person, die Brötchen backt. Eine Bäckerin jedoch ist eine Person, die Brötchen backt und zudem weiblich ist. Während es somit für einen Bäcker irrelavant ist, dass er ein Mann ist, wird die Weiblichkeit für die Bäckerin konstitutiv. Das Geschlecht wird für die Frau in einem Umfeld identitätsstiftend, wo es egal sein sollte. Für den Mann spielt im selben Umfeld sein Geschlecht erstmal keine Rolle. Der Mann ist Mensch, die Frau ist ein weiblicher Mensch. Simone de Beauvoir hat es in ihrem Meisterwerk „Das Andere Geschlecht“ so treffend analysiert. Der Mann ist Mensch (homme) die Frau ist Frau (femme). Mit der Silbe -in wird genau dieses Dilemma verstärkt. Ein gutes Beispiel dafür ist folgender Dialog:

A: „Hast Du gehört? Alice Schwarzer ist Journalistin des Jahres geworden!“

B: „Echt? Und wer ist Journalist des Jahres geworden?“

Hätte man gesagt, Alice Schwarzer ist „Journalist des Jahres“ geworden, hätte es dieses Problem nicht gegeben. Wenn man aber sagt, „morgen findet ein Treffen der Journalisten des Jahres statt“, dann denken wieder weniger an Frauen. Es ist Dilemma, für das es keine einfache Lösung gibt. Auf der einen Seite kann die konsequente Weigerung der Nutzung der Silbe -in dazu führen, dass Frauen ausgespart und verschwiegen werden, so dass sich jede Frau ständig fragen muss, ob sie auch gemeint ist, auf der anderer Seite kann die konsequente Nutzung der Silbe dazu führen, dass Frauen in einer Art über ihr Geschlecht definiert werden, wie es bei Männer nicht der Fall ist.

Eins aber ist sicher. Ich als Mann kenne dieses Problem nicht und kann nicht nachempfinden, was es bedeutet, in einer Sprache zu denken, die mich ständig vor Identitätskrisen stellt. Die Sprache lässt sich aber nicht per Dekret ändern, obwohl ich nicht sicher bin, ob eine Donaldine Trump nicht sogar das versuchen würde. Sprache ändert sich durch Gebrauch und vor allem über Jahrhunderte. Unsere Sprache ist älter als wir alle. Sie wird uns überleben und sich dabei ständig ändern. Aber für einen kurzen Moment können wir abwechselnd mit ihr ficken und uns von ihr ficken lassen. Das ist unsere Chance und unser Glück.

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105 Antworten zu Ein Artikel für Sylvia Bretschneider

  1. Pingback: Tyrannosaurus regina de jure uxoris sine qua non | kleines Südlicht

  2. Couponschneider schreibt:

    Ich finde, die Frau hat nicht mehr Latten am Zaun. „Frau Präsident“ ist eine genauso korrekte Bezeichnung wie „Frau Präsidentin“. Zudem läuft sie in genauo die Falle, die der AfD-Heini ihr gestellt hat: Nun haben sie eine hysterische Weibsperson auf Youtube, auf die man jederzeit verlinken kann.

    Ich verstehe die Relationen nicht. Wenn Islamisten bei uns Anschläge verüben, heißt es, wir sollten auf keinen Fall die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, denn das spiele den Islamisten möglicherweise in die Hände. Im Falle von Trump der gleiche Schwachsinn: „Der 90-tägige Einreisestopp spielt den Islamisten in die Hände.“ – BULLSHIT! Angesichts bei Menschenleben taktische Erwägungen zu ziehen, wie wir nur reagieren, ist äußerst zynisch und leider spielt das den Islamisten wirklich in die Hände. Die stellen fest, dass die Deutschen sich nicht wehren, also könne man das mit denen so machen.

    Um noch mal zu der Bretschneider zurückzukommen: Mehr Souveränität bitte! Wegen so eines Quatsches Ordnungsrufe zu erteilen, ist bescheuert. Wenn ein Schiedsrichter im Fußball beim ersten zaghaften Lamentieren in der 3. Minute sofort die gelbe Karte zückt, dann wären sich alle einig: Das ist nicht souverän.

    • aurorula a. schreibt:

      Der Film ist hier weiter als das echte Leben, hier speziell einer der Fluch der Karibik-Filme: in dem wird Elisabeth zum König (des Hohen Rats der Bruderschaft) gekrönt, nicht zur Königin. Genauso auf englisch: she is the king. Auch hier, king und brother~ statt queen und sister~. Niemand zuckt angesichts des Titels mit der Wimper, genausowenig als ginge es um den Unterschied zwischen den Anreden „ihre Majestät“ und „seine Majestät“.

    • Aristobulus schreibt:

      Aber ja, Couponschneider. Die hatten dorten im Landtag einfach nichts zu tun, als über eine komische Nachsilbe eines komischen Substantivs daherzumuffeln resp. dem Muffler geschliffene OberlehrerInnenlehren zu erteilen, während die ev. lebensrettende Sicherheitsdebatte wegen einem bisschen Terrorismus lieber vertagt wurde.
      Untergeher, alle beide. Die eine spitz, der andere stumpf.

      • aurorula a. schreibt:

        A propos souverän und Damen mit männlich klingenden Titeln:

        Königin Elisabeth die Zweite ist Herzog der Kanalinseln und der Normandie (Duke und nicht Duchess), und Lord of Man (nicht Lady). Weil es historische Titel sind, die immer gleich lauten, egal wer sie trägt. Im Gegensatz zu ihrer Amtsvor(vorvor…)gängerin nennt sie sich zwar „Elisabeth Regina“, nicht wie Elisabeth die Erste „Elisabeth Rex„, was herausstellen sollte daß letztere queen regnant und nicht queen consort war, also den Titel in ihrem eigenen Recht trug. Genauso waren Mary, die ältere Schwester Elisabeths I., und später Elisabeth II. eine zeitlang de facto Prince und eben nicht Princess of Wales. Princess of Wales ist ausschließlich die Frau des männlichen Thronfolgers, die Damen die selbst Thronerben waren trugen nicht diesen Titel, um es unmißverständlich zu machen. Bei manchen Titeln ist was nach der weiblichen Form klingt eben schon für etwas anderes „besetzt“, und heißt deshalb etwas anderes. Bevor jemand deswegen auf die Barrikaden geht: ein Mann, der den Titel seiner Frau teilte (als das noch ging), führte den Zusatz „jure uxoris“ – also auch mit einer anderen Bezeichnung als in seinem eigenen Recht.

        Hatshepsut und Kleopatra waren jeweils Pharao (Sohn Ras), nicht Königin, und ließen sich mit etwas anreden das „seine Majestät“ entsprach.

        Jadwiga von Anjou und Anna Jagiellon waren Könige von Polen, keine Königinnen, weil das polnische Recht zwar keine regierende Königin vorsieht, aber nicht vorschreibt, daß der König männlich sein muß – in weniger Worten: der Titel ist „König“, egal wer ihn trägt.

        Undsoweiter.

        Mich würde interessieren, ob Sylvia Bretschneider das alles weiß, und ob sie auch dann protestieren würde, wenn sie es wüßte.

        Die meisten „-innen“-Gleichstellungs(un)beauftragten sind meiner Erfahrung nach diesem Argument paradoxerweise nicht zugänglich, obwohl es de facto die Frauen viel gleicher macht als die Doppelanrede es könnte. Ich habe mal versucht, es drei Tacken tiefer in einem Sportverein einzubringen, die Doppelanrede „X-innen und X-en“ in Rundschreiben etcetera doch in „X-en“ zu ändern, da ich mich bei einer eigenen Anrede immer latent nicht ganz zugehörig und angeredet vorkam – und hier waren es die Männer, die das nicht eingesehen haben. Make of that what you will.

        • Aristobulus schreibt:

          Hui. Nicht schlecht, Aurorula, das klärt die Sache ja völlig und am Völligsten. Daran ist nicht zu rütteln: Es handelt sich um Funktionen, nicht um Frau-Mann-Elefant. Also liegt die Bretgeschneiderte einfach falsch.
          – Wie wäre es überhaupt, wenn ein Mann bei einer Miss-Wahl mitmachte? Dann müsste er Miss Mississippi werden dürfen, nein müssen, und jeden, der ihn dümmlich mit Mister anredet, darf er mit vollem Recht abkanzeln.

          • aurorula a. schreibt:

            🙂 grinst über das imaginierte Abkanzeln der Journalisten bei besagter Misswahl

            Wer mehr Bespiele will: http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/SheIsTheKing hat einige Tabs „Real Life“, unter den jemand vielevieleviele historische und aktuelle Titel und wie sie geführt werden gesammelt hat. Da stehen auch an sich geschlechtsneutrale wie „Tenno“; aber daß die Niederländer 122 Jahre lang zwar immer einen König, aber keinen männlichen König hatten und den Titel trotzdem nciht geändert haben zeigt ziemlich deutlich daß manche Bezeichnungen eben im Nachhinein geschlechtsneutral geworden sind.

          • Aristobulus schreibt:

            … also Zombie auch. Es sei denn, Leni Riefenstahl (die neulich jemand vorbeischlurfen gesehen hat, las ich jüngst) bestände auf die Anrede Zombina. Was aber höchstwahrscheins‘ nicht so sehr im Sinne des Erfinders wäre.

  3. Kanalratte schreibt:

    Ich bin kein Sprachwissenschaftler aber inwiefern ist es überhaupt sprachlich zulässig einen Titel wie „Präsident“ in eine Geschlechtsform zu verwandeln? (Presidentesse?? Geht nichtmal in Französisch^^) Wenn der FFC Frankfurt die Meisterschaft gewinnt ist der Club dann „Deutsche Meisterin“? Ist dann eine Spielerin des Clubs „Deutsche Meisterin“ obwohl die Fußballliga kein Geschlecht hat? Eine Frau die mit einem Team die Meisterschaft holt, müsste im strengen Sinne eigentlich „Meister“ sein, was natürlich erstmal komisch klingt. Ein männlicher Spieler kann strenggenommen übrigens auch nicht mit „der Meister“ bezeichnet werden, da ja der Club den Titel geholt hat. Habe als Kind schon nicht verstanden, wenn bspw. Lothar Matthäus mit „der Weltmeister von…“ bezeichnet wurde.

    Er wurde Deutscher Meister, Sie wurde Deutscher Meister mit dem FC Hintertupfingen

  4. Kanalratte schreibt:

    Mal ehrlich, wer denkt denn bei „Ärzten“ nur an männliche Ärzte? Ich denke das hat einfach mit den Erfahrungen zu tun, die man selbst macht. Ein großer Teil der Ärzteschaft besteht ja mittlerweile aus Frauen. Ich sage ja auch nicht: „Ich muss zur Ärztin“ wenn ich zu einem weiblichen Arzt gehe.

    Natürlich denkt man bei Soldaten, Bauarbeiter nur an Männer. Das hat aber nichts mit der Sprache zu tun, sondern damit dass diese Berufe von einem Geschlecht dominiert werden. HebammEN (vgl. SoldatEN) sind in unserem Kopf ja auch alle weiblich. Geschlechtsspezifische Begriffe wie „Arzthelferin“ haben sich eingebürgert, um einem frauendominierten Beruf Arzthelfer sprachlich gerecht zu werden. Daher würde man bei „Arzthelfer“ auch von einem Mann ausgehen. Im Englischen könnte „teacher“ genauso mit männlichen Lehrern impliziert werden, da die Sprache aber nicht differenziert, denkt man automatisch an beiderlei Geschlechter. Würde man im deutschen nur noch „Lehrer“ oder „die Lehrer“ hören, würde sich das auch hier so einstellen. Es wird also immer so getan als sei es die Sprache, obwohl das Problem in Wirklichkeit in der Wahrnehmung und der Benutzung der Sprache liegt.

    Ein „Frau Lehrer“, „Frau Professor“ würde bei gewöhnlichen Nutzung für deutsche Ohren nicht fremder klingen als „Frau Doktor“. In Österreich sagt man ja auch „Fußgeher“ und wird nicht blöd angeschaut, anders als in Deutschland.

    Begriffe wie:
    „Wähler und Wählerinnen“, „Schüler und Schülerinnen“ werden diesen sprachlichen Prozess nur noch weiter verstärken. Vor 15-20 Jahren war es noch vollkommen unüblich Schüler und Wähler sprachlich zu dividieren.

  5. lh schreibt:

    jemand von den Ärzten ruft: „Ich kann ihn nicht operieren. Er ist mein Sohn!“

    Die Geschichte ist zugegebener Maßen ein beeindruckender Trick, um das angebliche Problem „zu beweisen“. Aber was, wenn die Suggestion, auf die der Leser reagiert, gar nicht im Wort „Ärzte“ steckt?
    Kennt irgendjemand eine Frau, die in einer solchen emotionalen Extremsituation offenbar nüchtern und sachlich sagen würde „Ich kann ihn nicht operieren. Er ist mein Sohn.“? Ich nicht. Und ich war 7 Jahre mit einer Chirurgin zusammen.
    Es würde mich übrigens auch wundern, wenn ein männlicher Chirurg das so sagen würde. Von dem würde ich eher erwarten „Ich operiere ihn. Er ist mein Sohn.“ Und in dem Fall wäre die Nüchternheit der Aussprache ein typisch männliches Mittel um mit dem emotionalen Extrem umgehen zu können.

    Ich will damit übrigens keineswegs ein Urteil darüber treffen, welcher Umgang mit dem Problem „besser“ wäre. Keine Ahnung. Aber es gibt eben doch geschlechtertypische Reaktionen und die da oben ist eher männlich.

  6. Brathering schreibt:

    Sylvia Bretschneiderin

  7. ceterum censeo schreibt:

    Der Mann zeigt, in welchem Irrsinn die Reise endet, auf die uns Wohlmeinende, wie Herr Buurmann, mit zweifelsohne besten Absichten schicken wollen. Wie man nebenbei bemerken kann , reagiert der Präsident in diesem Falle nicht kindisch oder zickig. Wenn es nach der verkniffenen Schreckschraube rechts im Bild ginge, würde man den Redner wohl rauszerren und füsilieren. Das absolute Kuriosum ist es immer noch für mich, daß genau diese Art von Weibern die Flutung mit Frauenhassern und -Verächtern aus dem Morgenland forcieren. Kann mir das jemand erklären?

    • ceterum censeo schreibt:

      PS.: Vielleicht tue ich der Dame auch Unrecht. Lieber wär’s mir.

    • Aristobulus schreibt:

      Das ist einfach die genialste Ansprache seit der Erfindung der Ansprache 😀

      (Weiß nicht, ob die mit der weißen Jacke bloß sachlich oder aber ideologisch durchtränkt ist. Wer ist das?)

    • A.S. schreibt:

      „Das absolute Kuriosum ist es immer noch für mich, daß genau diese Art von Weibern die Flutung mit Frauenhassern und -Verächtern aus dem Morgenland forcieren.“
      Gender könnte man auch als Ergebnis von Identitätsstörungen sehen. Nicht umsonst findet man oft Leute wie Judith Butler darunter, aber selten Frauen, die gerne Frau sind.
      Wohin diese Störungen führen können sieht man einerseits an der Menge an Irrsinn, der aus der Genderecke kommt, andererseits an dem schizophrenen Verhalten.
      P.S. Die Frau im großartigen Video meine ich explizit nicht!!

    • aurorula a. schreibt:

      Das absolute Kuriosum ist es immer noch für mich, daß genau diese Art von Weibern die Flutung mit Frauenhassern und -Verächtern aus dem Morgenland forcieren. Kann mir das jemand erklären?

      Erklären nicht, aber durchaus nicht nur in dem Fall beobachten:

      .

      • Aristobulus schreibt:

        … die dürfen das nicht nur, die müssen das!, und wir haben die völkerrechtliche Pflicht, sie dazu zu ermutigen. Es ist ihre Kultur, ihre Lebensweise!, denn sie sind aus dem Mutterboden der Erde gewachsen. Die Kreuzzügler und der schändliche Westen haben sie kolonisiert, ausgebeutet, mit Krieg überzogen, sie haben sie entehrt und zum Trinken von Coca Cola und zur Benutzung von Mobiltelefonen gezwungen. Die Burka und die Zwangs- neiiin Traditionsheirat, der heldenhafte Widerstand gegen den zionistisch-imperialistischen Aggressor, das Gedemütigtsein in Marokko wegen Mohammedkarikaturen in Dänemark und die Beleidigung aller Musliiime durch die widernatürliche, künstliche, männergemachte Freiheit der Frauen in ungläubigen Ländern gebietet es!, dass wir FeministInnen die Muslimas global und grenzenlos als Schwestern im Kampf gegen das Patriarchat annehmen. Wer da nicht sorrforrt mittut, ist eine SexistIn, RassistIn und MenschenverächterIn, und gehört nicht zu UNS.
        [sarc/off]

        • aurorula a. schreibt:

          Sexistin, Rassistin und Menschenverächterin
          Auch immer gerne genommen: Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen und Soldatinnen sind Mörderinnen.
          Komischerweise beschwert sich nie jemand, wenn da die Nachsilben einmal fehlen… außer mir, jetzt gerade. Wenn schon, dann wenigstens konsequent: wie oft war in einem Film der wahnsinnige Wissenschaftler eine wahnsinnige Wissenschaftlerin? Wenn doch, ist sie höchstens mal die rechte Hand des eigentlichen Bond-Bösewichts; weibliche Bösewichte (gut, daß das mehrere sind, oder weiß jemand zufällig wie die Kollegin eines Bösewichts heißt?) sind typischerweise Hexen, Feen, Dunkelelfen oder sonstige Fantasy-Wesen. Wissenschaft und Technik sind männlich, Magie und Märchen weiblich. Das grenzt ja an Stereotype, und kein -innen der Welt wird daran etwas ändern. Höchstens wenn es an den Verbrecherinnen, Mörderinnen und Schurkinnen genauso selbstverständlich gefordert wird wie an den Heldinnen – aber das werden die üblichen Verdächtigen nicht tun, weil sie damit doch nur ausdrücken wollen daß Frauen irgendwie inhärent besser seien als Männer. Das ist sexistisch, weil misandrisch.

          • Aristobulus schreibt:

            😦 So wie Hillary Clinton, die ein paar Delegierte ihrer eigenen Partei von einer Veranstaltung ausschließen ließ, weil es Männer waren. Komisch, darüber wurde nur in rächtten Blogs berichtet.
            Als Trump jedoch bei einer Veranstaltung eine rüde Zwischenruferin nein nicht ausgeschlossen!, sondern bloß rüde beschimpft hat, stand in allen üblich-verdächtigen Zeitungen, er sei ein krankhafter Frauenfeind.
            Ah, da steht noch Schlimmeres, jeden Tag steht’s da.

        • ceterum censeo schreibt:

          Klasse erkannt, lieber Ari! Ja, man hat ihnen so oft Unrecht getan. Die Antarktis hast Du sträflicherweise vergessen. Oder wußtest Du tatsächlich nicht, daß osmanische Seefahrer diesen Erdteil vor allen anderen entdeckten? Daß er dem muslimischen türkischen Volke von Rechts wegen gehörte, ihm von den Ungläubigen jedoch entrissen ward? Und daß nun endlich eine türkische Delegation dorthin reisen und und eine Forschungsstation errichten wird? Und nein: es handelt sich nicht um eine Fake -Neuigkeit.
          Für mich bleibt nur zu hoffen, daß Neuschwabenland nicht auch noch islamisiert wird.

          • Aristobulus schreibt:

            … Erdogan wird befehlen, dass die türkische Delegation im Neuen Schwabenland die Haunebus entdecke, denn er will sie mit Halbmonden anmalen lassen und mit ihnen alles ersticken, was wagt, altschwäbisch sein zu möchten.
            Aber das Wetter in Neu-Schwabenland ist leider äußerst untürkisch, und die Qualität von Börek und Lokum lässt da auch zu wünschen übrig, weswegen die neuschwäbischen Delegationstürken dorten nur Schischa rauchen und merkwürdige Odaliskenfilme glotzen werden.
            Wolle’mer hoffen, dass Erdogan, von Merkels Bauchtanz abgelenkt, es nicht rauskriegt.

            Dir a gutte Nacht, Ceterum.

      • A.S. schreibt:

        Behaupte einfach, das Einreiseverbot nach Mekka sei eine Reaktion auf Trump, dann protestieren unsere Gutmenschen schon.
        Bei denen kommt es immer nur auf das richtige Feindbild an.

        • Aristobulus schreibt:

          Lol.
          So wie der Dschihad bekanntlich erst als Reaktion auf ähm völkerrechtswidrige jüdische Sieder ausgerufen worden ist.
          Ah schade, so funktioniert’s aber nicht in Deinem Vorschlags-Schema. Einer müsste glaubhaft versichern, dass Trump ein Dschihadist sei? Neiiin, dann wird wieder bloß gegen den Getrumpten demonstriert, mit Linda Sarsour, Ashley Judd, Donna Hylton, Senta Trömel-Plötz und Anjem Choudary in der ersten Reihe.

    • ceterum censeo schreibt:

      Schön, daß es Euch gefällt. Dachte, Ihr kennt es. Gut zu sehen, daß nicht jeder jede Idiotie mitmacht. Erinnert Ihr Euch noch: Es gab mal eine Zeit, das sagte man, liebe Schüler, liebe Bürger, liebe Zuschauer, und jeder, ob groß oder klein, wußte daß damit selbstverständlich Männer und Frauen und Schwule und sonstwer gemeint waren. Es ist noch nicht so lange her, da verweigerten sich noch Menschen des öffentlichen Lebens der politisch korrekten Sprachvernichtung. Heute labert jeder Kassenwart vom Karnickelzüchterverein und jeder Kuhkaffbürgermeister die Bürgerinnen und Bürger mit diesem Müll voll. Schön, daß es noch ab und an jemanden gibt, der sagt: Bis hierhin und nicht weiter!

      • Aristobulus schreibt:

        … zumal das so antisprachlich ist, dazu antigedanklich, nicht? Schuldzuweisend und verdammend ideologisch-alogisch auch: Jemand, der in Behörden das Binnen-I nicht verwendet, läuft Gefahr, sofort einen Rüffel vom Chef zu kriegen, weil er einer herrschenden Diffusideologie widerspricht. In Universitäten geht es noch verbitterter zu.

        Tja. So um 1970 oder 1990 sind Frauen in der Anrede „liebe Bürger“ vielleicht nicht gleich mit gemeint gewesen. Das lag aber nicht an der Ausdrucksweise!, sondern an sozialen Gepflogenheiten. Heute, anno 2017, macht Gerd Buurmann einen Witz zur Probe, ob man bei „Ärzte“ nicht instinktiv denke, da seien ja keine Ärztinnen gemeint. Nö, man denkt das nicht!, weil man mittlerweile wahrscheinlich mehr Ärztinnen als Ärzte kennt: Die Wirklichkeit korrigiert zum Glück die Denkgewohnheiten.
        Aber wenn man den Damen Künast, Roth, Göring-Eckard, Wagenknecht, Nahles usw. usf. zuhört, wird man zur Befürchtung gezwungen, dass irgendwer die Frauen morgen früh zu Kindern-Kirche-Küche schicke, weil man nicht genug gendert und gleichstellt und herumideologisiert, und weil Präsident Trump („Sexist, Rassist, Menschenverächter!“), weil er nicht herumgendert, morgen früh die Mexikaner versklaven, die absolute Monarchie einführen, die Atombombe zünden und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen will.

  8. k.knerzje schreibt:

    Korinthenkacker, beide!

  9. klartext77 schreibt:

    In der Sache hat Sylvia Bretschneider recht: Es gilt die Geschäftsordnung des Landtags, auf die sich auch die AfD verpflichtet hat. Also sollte sich die Fraktion auch daran halten. Tut sie es nicht, kann und muss das Präsidium des Parlaments handeln. Im übrigen klingt „Frau Präsident“ ziemlich bescheuert und der lächerlich-kleinkarierte Auftritt des Herrn Weber richtet sich selbst.

    • Aristobulus schreibt:

      Also, Präsident ist eine Funktion, nicht? Jemand (in Jemand steckt nur zum Schein „Mann“ drin, es kommt von „Eine/Einer/Eines“, so wiee das französische „on“) ist Präsident. Das Amt heißt: the president, le président, der Präsident, el presidente.
      Ob der Präsident eine Frau oder ein Mann sei, kratzt die Präsidentenfunktion ja nicht an, weder so noch so.

      Problem: Die dauernde, naive Vermischung des sprachlichen und des menschlichen Geschlechts. Passiert übrigens nur im Deutschen; ist also ein recht provinzielles Problem.
      Im Englischen ist es anders. Wenngleich auch dort die Feministen dauernd meinen, dass Frauen sprachlich benachteiligt würden 😉 .
      Nu!, wenn man nur intensiv genug was sucht, dann wird man was finden.

      • Frase0815 schreibt:

        Im Englischen wird seit einiger Zeit von den ganz Progressiven das „he“ (im Sinne von „man“ im Deutschen) gerne durch „she“ ersetzt. Da sitzt dann DER Hipster und sagt etwas wie „How would the common programmer face this problem? Well, first she would …“

        • Aristobulus schreibt:

          Lol, Frase.
          Oder das Wort chair seit ein paar Jahren. „The chair agreed and said she will sit there until the morning.“
          Chair… und in Iasons Argonautenschiff redete ein Brett.
          Die Funktion ist chairman, egal, ob der Vorsitzende nu Frau, Mann oder Elefant sei

        • bevanite schreibt:

          Im Englischen stellt sich dieses Problem nicht, da man dort einfach „you“ oder „people“ für das deutsche „man“ sagt…

          • Aristobulus schreibt:

            … das deutsche „man“ ist von je her nur ein Problem für Verwechsler: Weil es noch nie Mann bedeutet hat, sondern Unus/Una/Unum, einer/eine/eines. So wie französisch „on fait, on dit, on ne veut pas“. Da ist das lat. Unum noch deutlicher.

          • Aristobulus schreibt:

            Und der Artikel, Aurorula, den Du gefunden hast, der ist ganz prima wütend 😀

        • aurorula a. schreibt:

          🙂 Well, first she would…
          etwas nüchternere Zeitgenossen verwenden, wenn sie eben nicht extra auf Gleichstellung hinweisen wollen, sondern ehrlich nicht wissen ob „er“ oder „sie“ angebracht ist (in Internetchats, etwa), seit etwa fünfzehn Jahren recht pragmatisch das Pluralpronomen „they“, als ob es Singular wäre. A la „I agree with blue42 on that issue, I especially think they had a point with what they said yesterday about…“
          (blue42 kann dann selbst sagen, sie möchte lieber „she“ als Pronomen, das muß sie aber nicht)
          Gleichsteller freilich hatten aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit das Pronomen „se“ geschaffen; das nimmt nur niemand.
          Es würde auch niemandem ein „well, first they would…“ weiter auffallen.

          • Aristobulus schreibt:

            Ah so, das bedeutet dieses they da so von manchen an manche?, danke, das hatte ich nicht gewusst.
            Erstaunlich… warum wird Wert darauf gelegt, blue42 nicht mit he anzusprechen? They sind viele. Blue42 hatte wahrscheinlich im pluralis majestatis geschrieben, und das wird nu ironisiert 🙂

      • Kanalratte schreibt:

        Im Englischen kann „the teacher“ auch eine Frau sein. Das Wort „teach“ ist mit dem Deutschen „zeigen“ verwandt. Den englischen Artikel „the“ kann man mit „de(r)“ übersetzen. Der Suffix „-er“ (in beiden Sprachen gleich) steht für eine Personenbezeichnung.

        The teacher = De(r) Zeiger

    • Kanalratte schreibt:

      In Englisch, Französisch, Spanisch usw. klappt es doch auch. „Frau Präsident“ ist wie „Herr Präsident“ korrekt.

  10. A.S. schreibt:

    Frau Bretschneider ist da Konsequent. Gegenüber der NPD hat sie auch auf einen korrekten formalen Beginn der Rede geachtet und manche [..Zensiert..] der NPD haben den bewusst verweigert. Die Aufnahmen davon haben einen hohen Unterhaltungswert.
    Was dieser Zausel von der AfD da bezweckt leuchtet mir überhaupt nicht ein. Dessen Verhalten ist nur dumm.

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, es ist so, comment dirais-je?, so ledern, intransigent, irgendwie komisch gestrig, verbissen und sowas.

      • A.S. schreibt:

        Jeder hat halt seine Marotten. Sich anzupassen ist in diesem Fall nicht zu viel verlangt. Frau Bretschneider ist das Korrekte -in wichtig (ich gehe davon aus, dass sie in anderen Fällen auch so reagiert), dem AfDler irgendwas, das meine Phantasie übersteigt.

        Es hat was vom Sturm im Wasserglas.

        • Aristobulus schreibt:

          … die Bretschneiderische wirkt auf mich wie eine Parodie. Loriot hätte sie so dargestellt!
          Auch das Walross wirkt wie eine Parodie. Loroit hätte den aber nur seeehr gekürzt dargestellt, im Bellen und Muffeln war er nicht ganz so gut.

    • besucher schreibt:

      Sehr geehrter Herr Professor Doktor Waldschrat.

  11. Matthias Mala schreibt:

    Das Arbeitsverbot von Frauen, dass Sie ansprechen ist so nicht richtig, sondern wirkte nur ausnahmsweise, und erst dann, wenn der Mann ausreichend Geld nach Hause schaffte. Siehe hier den alten Paragraphen: http://lexetius.com/BGB/1358,2 In der Praxis war er irrelevant weil kaum in einem Verfahren eingeklagt worden. Ihn als Beleg für ein „Patriarch“ anzuführen ist einfältig und feministische Redundanz.
    Zur Landtagspräsidentin ist zu sagen, dass sie ihrerseits die Würde des hohen Hauses verletzt, indem sie den Abgeordneten wie einen Schulbuben abkanzelt. Zu DDR-Zeiten war die Frau noch praktizierende Lehrerin. Außerdem ist die richtige Anrede Frau Landtagspräsident. Ebenso wie Frau Minister oder sonstwas. Alles andere ist doppelt gemobbelt. Oder man lässt die Frau weg; dann passt es auch. Aber der Posten heißt nun mal Präsident, wie sie ja selbst erklärend anführt und dann leicht verhaspelnd fabulierend korrigiert.

    • ceterum censeo schreibt:

      Genau so ist es. Den Kindergarten zelebrieren nur die Kinder. Die, welche diese Sprachvergewaltigungen erfunden haben, wußten verdammt genau, was sie damit bezwecken.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, Ceterum. Oder die haben keine Ahnung, wie Sprache oder Gesellschaft funktionieren. Oder beides.
        Hmnein!, es ist was Drittes: Gekünstelte Besserwisserei gepaart mit Ablenkungsmüh‘?, denn während in westlichen Ländern die Empörung groß ist, wenn jemand „Wrau Bräßident“ nuschelt, werden in islamischen Ländern unbotmäßige Frauen gesteinigt, Mädchen gewöhnlich zwangsverheiratet, und Vergewaltigung gilt da als Ehrverlust für die Frauen.

    • Aristobulus schreibt:

      Es kann gar keine Rede davon sein, dass die Nennung dieses Paragraphen „einfältig und feministische Redundanz“ sei.
      Dass er im BGB drinstand, genügte!, dass ein paar Generationen von Frauen abgeschreckt wurrden, so etwas wie ein eigenes Berufleben in Beetracht zu ziehen.
      Man kann nicht behaupten, dass er irrelevant gewesen, weil man ihn kaum angewendet habe. Das ist ein Winkeladvokaten-Scheinargument, pardon.

      • Richard Theurer schreibt:

        Man sollte dann aber auch erwähnen, dass für den Mann die Verpflichtung bestand die Familie zu ernähren.

        Es wurden also beide Geschlechter zu etwas gezwungen.
        Und wieso das der Beweis für das Patriarchat ist, wenn die Unterhaltspflicht des Mannes gegenüber der Frau per Gesetz geregelt wird müssen Sie mit noch erklären.

      • Matthias Mala schreibt:

        Zum §1358 BGB gehört zwingend auch der §1357 ( http://lexetius.com/BGB/1357 ), der die beidseitige Erwerbsverpflichtung regelt. Zugleich wird hier die Beschränkung § 1358 erheblich relativiert. Ihr Argument, es ginge um eine Abschreckung von Erwerbsarbeit der Frau, ist freie Fabulation und durch nichts begründet. Sehen Sie sich die Erwerbsarbeit der Frauen an, so war sie schon immer gegeben und selbstverständlich. Zudem bin ich weder Advokat noch Winkel.

  12. Frase0815 schreibt:

    Seltsam nur, dass man bei der Ansprache von z.B. einer Ärztin „Guten Tag, Frau Doktor“ sagt. wiewohl sie doch Doktorin ist.
    „Sehr geehrte Frau Doktorin Müller-Lüdenscheid“ käme sicherlich den meisten seltsam vor.

    • anti3anti schreibt:

      Doctor (lat.) ist geschlechtsneutral.

      • Aristobulus schreibt:

        Nein, Doktor ist mittlerweile genauso eingedeutscht wie Präsident.
        Der Unterschied: Frauen als Doktor gibt es schon hundert Jahre – weswegen man Frau Doktor sagt. Frauen als Präsidenten gibt es aber erst seir 30 Jahren oder so, weswegen man da postmodernistischerweise vergessen will, dass Doktor, Präsident usf. einfach Ämter sind und keine Geschlechter.

      • aurorula a. schreibt:

        Auf deutsch ja. Im Lateinischen überraschenderweise nicht, das kennt eine eigene weibliche Form. Als eine Freundin promoviert hat (Dr. rer. nat.) habe ich interessehalber nachgesehen: ja, das gibt es, und es hieße Doctorix. Weil sich das aber anhört wie aus einem Comic entliehen habe ich mich bei den Glückwünschen zur Promotion doch an die übliche Form gehalten.
        Zum Stichwort „rer. nat.“: Naturwissenschaftlern ist sprachliche Exaktheit nach dem was ich mitbekommen habe meistens nicht so wichtig wie Geisteswissenschaftlern oder speziell Soziologen, denen geht es eher um de facto Gleichheit als um Gleichstellung.
        Ein großer Vorteil englischer Berufsbezeichnungen und Titel ist die Umgehung ebendieses Problems. Vielleicht werden sie deswegen immer beliebter; das allerdings ist auch der Grund warum die Eröffnunng des Artikels oben auf Englisch gut funktionieren würde – und auf deutsch eben nicht. „Jemand von den Ärzten“, ganz klar, eine Ärztin. Ein Arzt wäre im Gegensatz dazu „einer von den Ärzten“; eine Ärztin normalerweise und ohne Hintergedanken auch „eine von den Ärzten“ – außer es soll durch die scheinneutrale Form extra und gesondert auf ihr Geschlecht hingewiesen werden. Vielleicht ist das eine tragische Spracheigenschaft daß die bemüht neutrale Form gerade ganz besonders nicht neutral ist; aber gerade die scheinbare Vermeidung des sie/er-Fettnapfs weist besonders ebendarauf hin.

        Zurück zur Geschlechtsneutralität englischer Titel: Ja, es gibt auch da mehrere Ausnahmen; und eine finde ich besonders bemerkenswert: es gibt im britischen Titelsystem einen Titel „knight bachelor“, zu dem es keine weibliche Entsprechung gibt. Verdienstvollen Damen wird stattdessen ein ranghöherer Titel verliehen („dame“, was auf einer Stufe mit „knight“ steht). Das heißt, wurde bis vor kurzem. Um die Herren nicht länger zu diskriminieren indem sie für denselben Verdienst weniger geehrt werden als wenn sie Damen wären, wird der „knight bachelor“ de facto nicht mehr verliehen. Auch dort wird nun gleich der höhere Titel vergeben.
        Ist doch was.

        • Aristobulus schreibt:

          Doctorix, lol! Der Vokativ (Anrufungsfall, also wenn man wegen eines Hinfalls beim Arzt anruft) wäre also „o doctorice, malum habeo.“ Ist ähnlich graziös wie it. „dottoressa, baciame!“.

          Also, das lat. Wort Doctorix wird jemand erst vor Kurzem erfunden haben. Cicero oder Augustinus oder Flavius Josephus haben es nicht gekannt.
          Warum: Weil das Substantiv doctor eine Verbform ist (die erst zum Substantiv wurde, als der Doctor als Amtsträger eingeführt wurde), doctor kommt von docere, lehren, und doctor heißt: Ich bin gelehrt worden.
          Das Wort lässt sich also nicht feminisieren.

          Selbst Thomas ex Gotha wird hier zustimmen 🙂

          • Aristobulus schreibt:

            Doctrix ist eine reine Fantasiebezeichnung, die nix mit Latein zu tun hat: Weil doctor nun mal die Substantivierung einer Verbform ist. Leider steht dann irgendwo, dass auf Lateinisch dies & jenes so und so heiße (so wie Sie irgendwo irgendwelche Konjunktivismen gefunden haben wollen). Steht aber nicht im Kleinen Stowasser. Die Stowassers sind Realisten.

          • Aristobulus schreibt:

            Vierzehntes Jahrhundert? LOL. Habe nichts gegen den Megenberg (sein Tierbuch ist schön, es steht hier), aber seine Sprache ist romanisch, so wie Jacobus de Voragine romanisch, also spätestlateinisch und nicht lateinisch schreibt.

            Lassen Sie’s mal gut sein.

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