Wer ist dieses Schwein Milo Yiannopoulos?

Milo Yiannopoulos sagt, Feminismus sei Krebs und Verhütung mache Frauen unattraktiv und verrückt. Wer ist dieses Schwein? Tapfer im Nirgendwo hat einige seiner Aussagen übersetzt:

„Ich ermutige Euch, bekämpft identitäre Bewegungen nicht mit einer eigenen identitären Politik. Erobert stattdessen wieder die Vernunft, die Logik und den Common Sense, um zu zeigen wie aberwitzig die ganze identitäre Bewegung ist. Denn hier ist das Ding: Wenn ihr alle zwingt, das Spiel der identitären Politik mitzumachen, wenn ihr darauf besteht, Weiße gegen Schwarze auszuspielen, Männer gegen Frauen, Heteros gegen Schwule, dann werdet ihr damit erfolgreich sein, aber das ist nicht der richtige Weg. Der Weg, den Ihr gehen solltet, ist folgender: Erinnert Eure Gegner und Euch daran, dass es besser ist, sich für Werte und Ideen zu begeistern. Ihr solltet Euch darauf konzentrieren, was Menschen vereint, statt was sie trennt. Und ihr solltet einen Scheiß auf die Hautfarbe, sexuelle Orientierung und Geschlecht geben und tief mißtrauisch sein gegenüber allen Menschen, die was darauf geben.“

So kann nur ein Rassist sprechen!

Milo Yiannopoulos weiß, wovon er redet. Würde er sich im Sinne einer identitären Bewegung definieren, wäre eine schizophrene Identitätskrise vorprogrammiert. Er ist ein britischer, homosexueller, praktizierender Katholik mit einem griechischen Vater und einer jüdischen Mutter, der in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt. Wenn er sich selbst identifizieren muss, sagt er einfach: „Ich bin Amerikas gefährlichste Schwuchtel.“

Das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel nennt ihn einen „umstrittenen rechtspopulistischen Blogger und Trump-Anhänger“ und der Tagesspiegel nennt ihn „ultrarechts“. Wir alle haben unsere Schubladen. Es gibt sogar Menschen, die nennen ihn einen weißen Rassisten, aber für diese Menschen hat Milo diese treffende Antwort parat:

„Bei der Menge von schwarzen Schwänzen, die in meinem Mund waren, muss ich wirklich der größte selbsthassende weiße Rassist in der Welt sein! Weiße Rassisten und Antisemiten hassen mich!“

Milo Yiannopoulos ist ein Provokateur. Ich habe schon oft über und mit ihm gelacht und ich habe mich schon oft über und mit ihm geärgert. Sehr oft bin ich anderer Meinung als er. Ich schätze jedoch an ihm, dass er niemals zur Gewalt greift und nichts davon hält, Menschen nach ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung zu bewerten. Ja, seine Kritik ist hart, oft ungerecht, aber er stellt sich jeder Debatte und zeigt dabei stets Humor.

Legendär ist sein Streitgespräch mit der feministischen Autorin Julie Bindel, bei der beide Seite derart brillierten, dass es sich lohnt, die ganzen knappen zwei Stunden zu schauen.

Wer sich dieses Gespräch angeschaut hat, wird ein Fan von Julie Bindel werden. Sie ist eine brillante Wissenschaftlerin. Deshalb hat sie keine Angst vor Milo.

Für mich ist Milo Yiannopoulos ein Test, um zu schauen, wieviele Menschen sich aus Angst und Unsicherheit dem Hass, der Lüge und der Gewalt zuwenden. Es ist erschreckend, wieviele es sind. Vor ein paar Tagen war ein Auftritt von Milo an der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien geplant. Aufgrund gewaltsamer Studentenproteste konnte der Auftritt jedoch nicht stattfinden. Der Hass gutmeinender Studentinnen und Studenten auf Milo Yiannopoulos war so groß, dass sie ihm durch gewaltsame Proteste das vom ersten Verfassungszusatz garantierten Recht auf freie Meinung raubten. Es ist erschreckend zu welcher Gewalt sie griffen. Es wurden Augen mit Pfefferspray verätzt und auf Menschen eingeprügelt. Es wurden Brandsätze geworfen und Feuer gelegt. Es floss Blut. Milo Yiannopoulos musste evakuiert werden. Später erklärte er:

„Sie lassen keine gegenteilige Meinung mehr zu, nicht mal mehr so einen albernen, harmlosen, schwulen Redner wie mich. Sie wollen nicht, dass Studenten andere Meinungen hören. Sie sind total versteinert, wenn ihnen jemand widerspricht und mit Argumenten, Fakten und Vernunft einen alternativen Blick auf die Welt präsentiert. Ich musste heute von der Universität Berkeley evakuiert werden. Diese Universität war einst die Speerspitze der freien Meinung, was die ganze Angelegenheit besonders traurig macht. Dieser Campus steht nicht länger für freie Meinung. Ich komme aus dem Vereinigten Königreich, wo es keinen ersten Verfassungszusatz gibt. Ich habe gehofft, hier in den Vereinigten Staaten einen Ort zu finden, wo ich meine Meinung artikulieren, ein paar gute Gags absetzen und Menschen zum Lachen und zum Nachdenken bringen kann, ohne Angst vor Gewalt haben zu müssen. Ich dachte, Amerika sei der Ort, wo das möglich ist. Natürlich bin ich kein Rassist oder Sexist, wie sie behaupten. Sie behaupten es nur, um so die Gewalt gegen mich zu rechtfertigen. Und selbst wenn alles, was sie über mich sagen, wahr wäre, wäre das immer noch keine angemessene Reaktion auf Ideen! Indem sie behaupten, ich würde mit meinen Worten Gewalt ausüben, rechtfertigen sie ihre tatsächlich physische Gewalt gegen mich, weil sie glaubhaft gemacht haben, ich sei eine physische Gefahr für die Sicherheit der Studenten.“

Solche Ausschreitungen, wie wir sie zur Zeit in Amerika erleben, habe ich 2009 bei der Amtseinführung Obamas vom Klu Klux Klan erwartet, nicht aber 2017 an der Universität Berkeley nach der Amtseinführung Donald Trumps. Für Milo werden sogar Grenzen geschlossen. Australien hat erst jüngst ein Einreiseverbot gegen Milo Yiannopoulos ausgesprochen. Soviel zum Thema offene Grenzen.

Mit Gewalt wurde an einer amerikanischen Universität ein Diskurs verhindert, ausgerechnet dort, wo der freie Diskurs gelebt werden sollte wie sonst nirgendwo, wo die Elite der Bildung lebt, die in der Lage sein sollte, die Freiheit der Gedanken zu leben, wo kluge Geister streiten, forschen und um Erkenntnis ringen, wo Akademiker und Akademikerinnen begabt genug sein sollten, das Falsche analytisch zu erkennen, so dass es keinen Grund gibt, Gedanken zu verbannen, weil dort aufgeklärte Menschen den Mut besitzen, sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen. Werden an der Universität Berkeley auch bald die Schriften von Martin Luther und der Koran verbannt? Was dort steht, ist nämlich schlimmer als alles, als alles was Milo jemals zum Besten gegeben hat.

Woher weiß ich, dass jene Menschen, die heute Milo das Recht nehmen, sich am Diskurs zu beteiligen, nicht auch morgen mich aus dem Diskurs entfernen, weil sie glauben, ich sei eine Gefahr? Ich weiß es nicht!

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