Hitler beim Düsseldorfer Karneval 

Meinungsfreiheit ist einfach großartig. Nur wenn man Menschen wirklich alles sagen lässt, sagen sie auch, was sie wirklich denken. Der Düsseldorfer Rosenmontagszug hat jetzt gezeigt, wie es in den Herzen der deutschen Narren denkt. Möglich wurde dieser Blick in die deutsche Seele nur, weil einst Franzosen, Amerikaner, Briten, Russen, Ukrainer und viele andere Nicht-Deutsche im Zweiten Weltkrieg dafür gestorben sind, dass heute der Rolf aus Düsseldorf sein Maul in Freiheit aufreißen kann. Es sei ihm nicht nur gegönnt, ich werde sein Recht stets verteidigen!

Im Jahr 2017 zeigte der Düsseldorfer Rosenmontagszug unter der Regie von Jacques Tilly den amerikanischen Präsidenten, eine französische Präsidentschaftskandidatin und einen niederländischen Ministerpräsidentskandidaten als Nazis in einer Reihe mit Adolf Hitler. Die englische Premierministerin wurde als Selbstmörderin dargestellt, die polnische Regierung als Hund und der amerikanische Präsident als Vergewaltiger, der am Ende von der Freiheitsstatue geköpft wird, die seinen Kopf stolz in ihren Händen hält als sei sie eine islamische Staatsterroristin.

Im Jahr 2017 waren also die Alliierten, die Deutschland einst befreit haben, für die Düsseldorfer Narren endlich auch Nazis, so wie die Deutschen einst! Das muss der Endsieg sein, auf den so viele Deutsche so lange gewartet haben. Endlich ist die Schmach vergessen, dass der kaugummikauende und banjospielende Ami die deutschen Dichter und Denker aus der selbstverschuldeten Barbarei befreit hat.

Am Rosenmontag zeigte sich in Düsseldorf der Gewaldedeu in seiner ganzen Pracht! Was ist ein Gewaldedeu, fragen Sie? Nun, ein Gewaldedeu ist ein Gerade-wir-als-Deutsche-Deutscher. Gewaldedeus sind selten stolz auf ihr Land, außer wenn sie kritisieren können. Dann blühen sie auf und holen dabei voller Stolz ihren Hitler hervor. Der Gewaldedeu sagt, die deutsche Geschichte sei einzigartig, so einzigartig, dass auch er nun einzigartig ist.

Der Gewaldedeu setzt sich mit seiner deutschen Vergangenheit auseinander. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Heute sitzt er so weit auseinander von der deutschen Vergangenheit, dass er stolz darauf ist, nicht stolz darauf zu sein, Deutscher zu sein. Er denkt, „Ach, wären doch nur alle so wie ich“. Moralisch sieht sich der Gewaldedeu an der Spitze der Nationen. Wer ihm wiederspricht, ist ein Nazi. Besonders gerne bezeichnet der Gewaldedeu Menschen als Nazis, die aus Ländern kommen, die Deutschland einst von den Nazis befreit haben. Der amerikanische Präsident zum Beispiel steht für den gemeinen Gewaldedeu stets unter Naziverdacht. Zudem tendiert der Gewaldedeu dazu, unliebsame Eigenschaften am Gegenüber als „typisch deutsch“ zu bezeichnen.

Der Gewaldedeu hat in seiner Schulzeit jeden 9. November mit seinem Schulchor vor dem Gedenkstein in seiner Heimat gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Er verlegt liebend gerne Stolpersteine für ermordete Juden und trampelt irgendwann darauf herum. Er organsiert Ausflüge nach Dachau und Theresienstadt und hat den Soundtrack von “Schindlers Liste” im Schrank stehen. Der Gerwaldedeu liebt Klezmer!

Für einen Gewaldedeu sind Juden nichts weiter als Geister der Vergangenheit. Sie tauchen bei ihm fast ausschließlich in Gedenkstunden auf. In seiner Schulzeit hat er das Judentum überwiegend im Geschichtsunterricht kennengelernt, nicht so sehr in den Unterrichtsfächern Philosophie, Ethik, Religion und Gesellschaftskunde.

In den USA steht jüdisches Theater für spritzige, humorvolle Dialoge im Stil von Woddy Alan und Neil Simon. Wenn aber ein Gewaldedeu sagt, „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann macht er dabei ein ernstes Gesicht und denkt an Anne Frank, Auschwitz und den Holocaust. Juden sind für einen Gewaldedeu die Toten von damals, nicht die Lebenden von heute.

Der Gewaldedeu fühlt sich persönlich schuldig für den Holocaust, ganz so, als habe er die Verbrechen mit eigener Hand begangen. Wenn er einen Juden trifft, dann schwingt stets auch ein schlechtes Gewissen mit. Der Gewaldedeu sieht sich als Schuldner. Ein Schuldner braucht jedoch einen Gläubiger und für den Gewaldedeu ist das natürlich der Jude. Juden lösen somit bei einem Gewaldedeu unweigerlich ein schlechtes Gewissen aus und tief in seinem Inneren wird ein Gewaldedeu Juden Auschwitz niemals verzeihen.

Dafür geraten Gewaldedeus ganz aus dem Häuschen, wenn sie zeigen können, dass ihre Gläubiger auch nicht besser sind als sie. Gewaldedeus lieben es, Juden zu kritisieren, besonders wenn sie in Israel leben. Der Gewaldedeu hat schließlich aus der Vergangenheit gelernt, nämlich dass die Juden in Israel die Nazis von heute sind, was der Gewaldedeu nun wirklich überhaupt nicht verstehen kann, denn eigentlich müssten es die Juden doch besser wissen, schließlich hatten sie den gleichen Lehrmeister wie sie, nämlich die deutsche Geschichte. Nichts sagt ein Gewaldedeu lieber als: „Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen!“

Das größte Denkmal des Gewaldedeus ist das Holocaust Mahnmal in Berlin. Altkanzler Gerhard Schröder sagte einst dazu, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Zwei Gewaldedeus, die stolz sind auf ihre Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Sie haben etwas aus dem Holocaust gelernt.

Es gibt jedoch nichts aus dem Holocaust zu lernen! Was soll es denn schon aus dem Holocaust zu lernen geben? Dass Menschen zu grausamen Ungeheuerlichkeiten in der Lage sind? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All das kann man auch ohne Holocaust wissen! Der Holocaust ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt!

Die Gewaldedeus aber machen den Holocaust zu einem moralischen Anschauungsunterricht. Zu irgendetwas muss Auschwitz ja gut gewesen sein. Und die Gewaldedeus haben was gelernt. Sie haben gelernt, die Regierungen anderer Länder als Nazis zu kritisieren und zwar mit letzter Tinte. Sie haben zudem gelernt, sämtliche Opfer von heute mit den Juden von damals zu vergleichen.

Hartz IV ist die Fortsetzung der Menschenvernichtung des III. Reiches.”

Wir Blankenfelder leben wie im KZ. Werden von zwei Seiten vergast + verlärmt, dank Platzek & Co.”

Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“

Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“

In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“

Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager“

Es war falsch, Juden zu töten. Genauso FALSCH ist es, dass jedes Jahr (allein in Deutschland) über 1.000.000.000 Tiere für die Fleischindustrie getötet werden.”

Kein Jude in diesem Land musste jemals solche seelischen Qualen erleiden wie ich.”

Der letzte Satz stammt übrigens von der Gewaldedeuin Sedika Weingärtner. Sie meinte damit das schlechte Betriebsklima in ihrem Büro! Für Gewaldedeus ist Leid ein sehr subjektiver Begriff und nicht wenige von ihnen erleben einen ganzen privaten Holocaust! Der Trend geht mittlerweile sogar schon zum Zweitholocaust. Für Gewaldedeus sind Muslime, Hartz-IV-Empfänger und Tiere die Juden von heute, niemals aber sind Juden für sie die Juden von heute. Wenn schon, dann sind Juden die Nazis von heute und auf diese Erkenntnis ist ein echter Gewaldedeu stolz.

Ja, selten ist der Gedwaldedeu stolzer als wenn er qua seiner Erfahrung den neuen Hitler ausmachen kann. SS-Standartenführer Hans Landa war spezialisiert darin, Juden ausfindig zu machen. Die Gewaldedeus wiederum sind darin spezialisiert, Hitlers zu erspüren. Trump, Le Pen, Netanjahu, Wilders, Erdogan, Putin, für einen Gewaldedeu, der was auf sich hält, sind sie alle die neuen Hitlers. Vermutlich konnte Hitler nur so weit kommen, weil ihn damals kein Gewaldedeu mit Hitler verglichen hatte.

Darauf ein dreifach donnerndes Düsseldorf HELAU!

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47 Antworten zu Hitler beim Düsseldorfer Karneval 

  1. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Sie sind ein Masochist, Gerd Buurmann! Statt Ihren verdienten Urlaub zu genießen, veröffentlichen Sie einen tollen Artikel und halten sogar die Kommentarfunktion offen.
    Selber schuld, wenn Ihr Rotwein schal wird.

  2. Hudson schreibt:

    Je schriller deren halluziniertes ‚gegen Rechts‘ daherkommt, um so klarer wird, was das Geschrei und die Denunzierungen bezwecken sollen.Nämlich vom eigenen, menschenverachtenden Faschismus abzulenken, indem dieser vorsorglich denen angeheftet wird, die dagegen aufstehen und der Machtergreifung der angebrochenen dritten Despotie, mit ihren bereits heute furchtbaren Konsequenzen, eine Absage erteilen.

  3. Michael schreibt:

    Für den Gewaldedeu gilt nach wie vor: Nur ein toter Jude ist ein guter Jude! Weil er sich gegen die moralischen Zudringlichkeiten des Gewaldedeu nicht mehr wehren kann. Deshalb unterstützt der Gewaldedeu in der Tiefe seines Herzens, das einer Mördergrube gleicht, alle, die auch heute noch aus dem lebenden Juden einen toten machen wollen.

  4. Ronald M. Hahn schreibt:

    Jungejunge!

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @Ronald M. Hahn

      Ihr Kommentar ist überaus eindrucksvoll! Sobald meine Zeit es zulässt, lese ich ihn zu Ende.

  5. Kai Dorra schreibt:

    Einspruch. „Im Jahr 2017 waren also die Alliierten, die Deutschland einst befreit haben, für die Düsseldorfer Narren endlich auch Nazis, so wie die Deutschen einst!“ Eben nicht. Das sind nicht die Alliierten von damals, das sind jene Ewiggestrigen, die jene Zustände wieder herbeiführen wollen, vor denen ihre Vorfahren uns einst befreit haben.

    • A.S. schreibt:

      Wer konkret will was konkret einführen?

      • Frase0815 schreibt:

        Na, die Frau Kepetry zum Beispiel! Die will doch Flüchtlinge an der Grenze erschießen lassen. Habe ich bei den Qualitätsmedien gelesen!

        • A.S. schreibt:

          Oh ja. Die Schüsse an der Grenze zwischen Syrien und Türkei vergessen wir dabei mal schnell…..

    • Eivor Svensson schreibt:

      Die Ewiggestrigen sind die, welche genau wie vor 80 Jahren, der Propaganda aufsitzen!
      Die, welche nicht merken, dass sie sich auch diesmal wieder vom „Mainstream“ lenken lassen.

  6. Citoyenne schreibt:

    Heute wieder 100%ige Zustimmung, Herr Buurmann. Die mit den Mainstream-Wölfen heulen sind also übrig geblieben vom Land der Dichter und Denker. Das kommt wohl davon, wenn man die geistige Elite umbringt.

  7. Sissy Fuß schreibt:

    Natürlich fällt es Gerd Buurmann im Traum nicht ein, neben „Franzosen, Amerikaner, Briten“ auch noch die Bürger des Landes zu nennen, die besonders zahlreich dafür gestorben sind, dass der Gerd aus Haren heute frei drauflos faseln kann.

    „Im Jahr 2017 waren also die Alliierten, die Deutschland einst befreit haben, für die Düsseldorfer Narren endlich auch Nazis, so wie die Deutschen einst!“ – Wenn eine Hitlerkarikatur auf Trump die US-Amerikaner zu Nazis macht, dann ist dem Urlauber wohl der normannische Wein nicht bekommen. Und Wilders und le Pen stehen doch in einer Tradition – allerdings nicht der Befreier, sondern der Kollaborateure, der Papons und Musserts. Da muss erst der Tapfere kommen, um aus le Pen eine verhinderte Résistance-Kämpferin und aus Wilders den verheimlichten Enkel von Anne Frank zu machen.

    Immerhin bekommt er die Kommentare, die er verdient – Europas Rassisten als verfolgte Minderheit und so weiter. Im Opfer Sein sind die Herrschaften nämlich unschlagbar.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Oh Boy, sissy, eine Pille, eine Pille, ein Königreich für eine Pille!

      • Aristobulus schreibt:

        … manchmal wär’s besser, wenn nur Hethiter beim Düsseldorfer Karneval aufträten, weil dem Herrn Sissy darauf gleich watt gegen die Juden einfiele. Denn das kannte man ja schon.
        Noch nicht kannte man jedoch diese widerliche Art, Geert Wilders als Kollaborateur zu bezeichnen. Wilders bekommt seit Jahren Todesdrohungen von Akbaristen, er kann sich nicht frei bewegen, allerlei Wanderimame prozessieren gegen ihn und wollen ihn Teils einsperren, Teils köpfen. Der Herr Sissy findet das gut. Er hält sich für einen Antirassisten 😀 und ist doch bloß ein Neonazz‘.

    • A.S. schreibt:

      Wilders muss seit Jahren unter Polizeischutz leben, Brandanschläge gegen AfD-Leute gab es auch schon. Die werden verfolgt. Zum Glück nicht von der Polizei, auch wenn maasartige Menschen davon träumen.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Schon vor neun Jahren schrieb Ibn Warraq über Geert Wilders:

      „Wilders sollte als mutiges Individuum gefeiert werden – ein Held unserer Zeit – der es wagte, gegen den Islamofaschismus aufzustehen.“

      Quelle:
      https://www.spiegel.de/politik/ausland/gastbeitrag-geert-wilders-ist-ein-held-unserer-zeit-a-544465-amp.html

      Seine Aussage ist für mich viel gewichtiger als das Gebrabbel der linksgrünen Appeaser.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, wer liest Wilders Reden: Kein Mensch liest die!, denn dafür muss man Holländisch können. Also glaubt jeder die schlecht übersetzten Ausrisse und die wilden Behauptungen.
        Sagt mal, Leute, war das auch früher schon so-? Also diese furchtbar bereitwillige Fahrlässigkeit, zu GLAUBEN, was irgend Fälscherbrillen einem vorsetzen wollen?!

        Ich kann ganz gut Holländisch lesen, habe immer mal wieder einige von Geert Wilders Reden gelesen: Die sind richtig gut. Streckenweise sogar verdammt gut. „Rassist, Rechter, usw. usf.“: Alles reine Dämonisierung, die nichts mit dem zu tun hat, was er selber schreibt und äußert, und in erschreckendem Maße erstunken und erlogen.

        • Frase0815 schreibt:

          Ich habe bisher auch noch nichts von Wilders gehört, dass die Dämonisierung auch nur ansatzweise rechtfertigen würde. Man höre sich nur das Interview für das Europamagazin an. Selbstredend kann man in jedem Punkt anderer Meinung sein – insbesondere, wenn man ein linksgrünversiffter Trottel 😉 ist.
          Aber Nazi?

  8. Eitan Einoch schreibt:

    Aha, Hitler mal wieder… gäääääähn!
    Wann lassen sich die linksgrünen Neostalinistem endlich ein paar neue Diffamierungen einfallen?!

    • Aristobulus schreibt:

      Kunststück!, es gibt ja nur die alten.
      Ach, neue Diffamierungen zu erfinden ist viel zu schwäär für stalingrüne Linksneobraunrote.

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      „linksgrünen Neostalinistem“ (Schreibweise wie im Original) darf man schreiben, Hitler dagegen: „mal wieder… gäääääähn!“? Mal abgesehen davon, dass „Hitler“ weniger „gäääääähn“ wäre, hätten nicht Millionen von old-school-Stalinisten ihr Leben dafür eingesetzt, die deutsche Barbarei zu beenden, und abgesehen auch davon, dass Grüne mit Stalinismus soviel am Hut haben wie besorgte Bürger mit gender studies, fielen mir doch „ein paar neue Diffamierungen“ für WildersLePenTrump et al. ein: Sie werden, z.B., im Netz von „eitan einoch“ verteidigt. Das sitzt, oder?

      P.S.: „Linksgrüne Neostalinisten“ … Was für ein Unfug! Man stelle sich nur vor, jemand schriebe, dies zu toppen, „stalingrüne Linksneobraunrote“. Der müsste ja vor Scham schier vergehen.

      • Aristobulus schreibt:

        In der Tat 🙂 (Aber den Eitan Einoch und auch mich freut die Vokabelei nun mal irgendwie, so in der Nacht.)

        Es geht aber nicht um damals, Thomas. À propos, damals haben Stalinisten und Hitleristen einander gnadenlos umgebracht, wie das nun mal unter Totalitären üblich ist, so lange, bis Franz von Papen 1932 die Gunst der Stunde ergriff und mit dem sog. Preußenschlag die Republik abschaffte. Also wurde das Land nicht stalinistisch, sondern alsbald hitleristisch. Nu!, Nuance?

        Aber darum geht’s nicht. Es geht um nein es geht hier gegen heutige Diffuslinke, die sich so gern grünstalinistisch-grautotalitär gerieren. Denken Sie etwa an die Göring-Eckart, der nach dem Allahu-Akbar-Axtmord im Zug bei Würzburg nichts Anderes einfiel, als dass der Täter ja auch Rechte gehabt habe, und dass es schade um ihn sei.

        • Hessenhenker schreibt:

          Seitdem hat se den Spittznamen Kün axt.
          Was ganz schlimmes Hatespeech ist. Schlimm schlimm!

          • Aristobulus schreibt:

            …zumalse ja eher gar nicht kühn ist. Und Axt ist sie auch nicht, denn dafür muss man a) kühn sein, und zwar, um die b) erstmal überhaupt zu halten..

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari

            Meine Ansprüche sind diesbezüglich deutlich geringer. Mir würde es genügen, wenn sie statt der Axt wenigstens das Maul halten könnte.

          • Aristobulus schreibt:

            🙂 lol
            Sie versucht’s höchstwahrscheinlich schon mit äußerster Kraft. Gngngnnn. Aber manchmal kannse einfach nicht mehr und muss wieder sie-selbst sein.

      • A.S. schreibt:

        linksgrüne Neostalinisten ist immerhin neuer als Hitler.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Du hast Recht. Linksgrüne Neostalinisten haben mit Stalinismus nicht viel mehr am Hut. Deren neuer Hit heißt Islam bzw. „Islamismus“.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Der Stalinismus-Apologet vergisst, dass Stalin und Hitler zwischen 1939 und 1941 beste Freunde waren und sich Osteuropa untereinander aufgeteilt haben, wie es unter Gleichgesinnten so üblich ist. Ohne Hitler-Stalin-Pakt keine Weltkrieg! Das zu seinen „Millionen von old-school-Stalinisten ihr Leben dafür eingesetzt, die deutsche Barbarei zu beenden“. Nützliche Idioten gab es schon damals mehr als genug – so wie heute.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Das ist schon erstaunlich, wie schnell man zum „Stalinismus-Apologeten“ wird, wenn man darauf hinweist, dass auch die Rote Armee ihren Beitrag dazu geleistet hat, Europa von der deutschen Barbarei zu befreien. Hier wäre zu fragen, ob man es nicht mit einem „Hitler-Apologeten“ zu tun hat, wenn einer folgendes schreibt (Grammatik wie im Original): „Ohne Hitler-Stalin-Pakt keine Weltkrieg!“
          Es lohnt sich, bei einem deutschen Autor, der über jeden Verdacht der „Stalinismus-Apologie“ erhaben ist, nachzulesen: „Daß Deutschland Polen angreifen würde, war der eine feste Faktor, mit dem man rechnen mußte; (…) er (Hitler, T.S.) würde Polen angreifen, Polen überrollen, durch Polen auf Rußland zurollen. Das war die Ausgangslage, mit der Stalin rechnen mußte. Wenn er das Westbündnis wählte, würde Rußland dann also kämpfen müssen – unfertig, unvorbereitet kämpfen, auf seinem eigenen Boden (…) und praktisch allein. (…) Das also boten die Westmächte Stalin an: einen einsamen, kaum schon durchzustehenden Krieg im eigenen Lande – mit ihrer moralischen Unterstützung und ihren besten Wünschen und weiter nichts. Was dagegen boten die Deutschen? Erst einmal, und als allerwichtigstes: Verschonung vom Krieg – zumindest fürs erste. Rußland würde nicht zu kämpfen brauchen, jedenfalls nicht gleich. (…) Aber der entscheidende Grund (…) war doch einfach der, daß Rußland mit der deutschen Option ein paar Friedensjahre gewann, die es immer noch bitter nötig hatte, während die Westoption fast sicher den sofortigen Krieg bedeutete.“ (Sebastian Haffner: Der Teufelspakt. Zürich 1989, S.142ff.)
          Dass man sich als „nützlichen Idioten“ beschimpfen lassen muss, wenn man darauf hinweist – geschenkt. Es gibt auch, und das ist weitaus trauriger, Idioten, die zu gar nichts nütze sind.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber Sie hatten darauf nicht hingewiesen, Thomas. Sie hatten dazu bloß geschrieben, „…hätten nicht Millionen von old-school-Stalinisten ihr Leben dafür eingesetzt, die deutsche Barbarei zu beenden…“

            Übrigens sieht Haffner (danke für das Zitat, Haffner ist immer gut) es ja durchaus nicht so. Er sieht, dass Stalin wegen des Kriegs nur die (Skylla und Charybdis)-Wahl hatte, ob früher oder später, nicht?

            Und die Millionen sowjetischer Sodaten waren ja keine Stalinisten… davon möge doch bitte keine Rede sein.
            Die sowjetischen Soldaten wurden furchtbar verheizt, vierfach: Erst von der Sowjetpartei selbst (auf die rücksichtsloseste Weise), dann von deutschen Granaten, dann als Gefangene in deutschen Lagern (auf bestialische Weise), und schließlich, als Stalin alle West-Rückkehrer im Gulag verrotten ließ (der widerlichste Empfang, der jemals zurückkehrenden Soldaten zuteil geworden ist).

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha: „…, hätten nicht Millionen von old-school-Stalinisten ihr Leben dafür eingesetzt, die deutsche Barbarei zu beenden, …“

        Woher glauben Sie zu wissen, dass es „Millionen von old-school-Stalinisten“ waren, die die deutsche Barbarei beendeten? Vielleicht waren es einfach nur Menschen, die Ihre Heimat verteidigten, während sie Stalin insgeheim zum Teufel wünschten.

        • Eitan Einoch schreibt:

          Man sollte hierbei auch die Wlassow-Armee nicht vergessen!

          • Aristobulus schreibt:

            … übrigens sind alle sowjetischen Soldaten, die während des zweiten Weltkriegs je außerhalb des späteren Ostblocks gewesen waren und heil in die Sowjetunion zurückkamen!, in den Gulag gesperrt worden und dort zugrundegegangen.

            So weit zu denen, die erst ihr Leben halb verheizen ließen – und die dann von Stalin ermordet worden sind. Ehre ihrem Andenken.

  9. Pingback: Der Karneval zeigt, was Deutsche wirklich denken | Konter&Revolution

  10. A.S. schreibt:

    Le Pen, Wilders (und in Europa auch Trump) repräsentieren Minderheiten. Das Hetzen gegen Minderheiten wird jetzt auch im Karneval salonfähig.
    Lustig dabei ist, dass diejenigen, die aus dem Mainstream heraus hetzen, sich i.d.R. als Minderheitenverteidiger sehen.

    • Aristobulus schreibt:

      … ebenso wie übrigens im dritten Reich, Andreas. Da hat man deutscherseits die Deutschen als von allen Seiten bedrohte Minderheit dargestellt, und ringsum drohten die gierigen Polen, die verdorbenen Franzosen, die perfiden Engländer, die materialistischen Amerikaner – und die Ungeziefer-Übermacht-Juden.

      Wenn hierzulande die Massen entfesselt sind, setzen sie sofort irgendwelche Minderheiten mit dem Satan (heut mit Hitlern) gleich, indem sie sich selber so leidtun (ach der allerbedrohteste Stamm jemals seit den Apatschen).

  11. Hessenhenker schreibt:

    Sind das alles Nazis in Düsseldorf?
    Weil ausgerechnet bei Hitler auf der Stirn nicht drau steht, wer es sein soll.
    Scheinbar kennen den dort alle.

    • Aristobulus schreibt:

      Das ist nicht der Adolf, das ist doch Stefan Zweig. Eindeutig-deutlich.
      Na grad nochmal gutgegangen. Ist doch fein und ncht grad das Unnobelste, Trump und Wilders mit Stefan Zweig gleichzusetzen.

  12. bm98600 schreibt:

    Einfach nur schrecklich, mehr fällt mir dazu nicht ein.

  13. American Viewer schreibt:

    Sehr treffender Beitrag.

    P.S. Ich hoffe ihr Urlaub war schön.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Bin noch in der Normandie. Aber dafür habe ich mich kurz ans iPad begeben.

      • Aristobulus schreibt:

        … immerhin sind Rollo (Herzog der Normandie so um 910) und Richard Cœur de Lion (so um 1200) noch nie so düsselgedorfterweise mit dem Geadolften gleichgesetzt worden. Der Normann‘ trinkt lieber Cidre, is(s)t vernünftig und denkt an den D-Day 🙂

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