DRadio Wissen antwortet

Der Programmchef von DRadio Wissen, Ralf Müller-Schmid, hat auf meinen Offenen Brief geantwortet:

Deutschlandradio weist den in einem Beitrag der Jüdischen Allgemeinen vom 2. März 2017 erhobenen Vorwurf nach Zensur eines Beitrags der Autorin Pola Sarah Nathusius entschieden zurück.

Anders als dort suggeriert, wurde der fragliche Beitrag nicht aus inhaltlichen, sondern aus handwerklichen Gründen von der Redaktion abgelehnt. Trotz eines intensiven Austauschs der betreuenden Redakteurin mit Frau Nathusius konnten die journalistischen Bedenken nicht ausgeräumt werden. Es ist weder korrekt, dass das Beitragsmanuskript als zu wenig kritisch gegenüber Israel bemängelt wurde, noch wurden von der Redaktion O-Töne korrigiert oder antisemitische, antiisraelische und antizionistische Formulierungen in den Mund gelegt. Insbesondere hat unsere Redakteurin die jungen Soldatinnen auch nicht mit Dschihadistinnen, die von Deutschland nach Syrien gehen, verglichen.

Gegen anderslautende Aussagen behält sich Deutschlandradio rechtliche Schritte vor.

Ich bedauere sehr, dass Frau Nathusius zu einem so vollständig verzerrten Eindruck von der Zusammenarbeit mit unserer Redaktion kommen konnte. Obwohl ich Verständnis für die Enttäuschung von Autorinnen und Autoren habe, deren Manuskripte wir und andere auf journalistische Qualität bedachte Redaktionen hin und wieder ablehnen müssen, möchte ich unmissverständlich klarstellen: Wir haben das Manuskript nach mehrfacher Prüfung nicht akzeptieren können, weil es die erforderliche journalistische Qualität nicht erreichte.

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30 Antworten zu DRadio Wissen antwortet

  1. Pingback: Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

  2. Markus Leuthel schreibt:

    „DRadio Wissen“ antwortet, aber „Wissen“ ist schon lange auf der Flucht vor DemRadio.
    O tempora o mores.

  3. Hoppie schreibt:

    „Wir haben das Manuskript nach mehrfacher Prüfung nicht akzeptieren können, weil es die erforderliche journalistische Qualität nicht erreichte.“

    War es nicht Dradio das diesen spassigen Beitrag mit dem „hardihar har, Antisemitismus heisst „gegen Semiten“ also können Araber keine Antisemiten sein“ gebracht hat? Ein Schelm usw.

    • Aristobulus schreibt:

      … Möllemann himself hat den Spruch auch gebracht, feist lächelnd stehend neben seinem Gschpusi Arafat. Was aber weder bedeutet, dass Möllemann jetzt beim DRadio ist, noch, dass DRadio seinem guten Beispiel des Fallschirmspringens nachfolgen wird.

      P.S.
      Also ich zum ersten und letzten Mal den Sender hörte, sagte ja jemand, „die Esskultur“. Es war schwer zu begreifen, dass er versucht hatte, den Namen des Senders „D.-S.-Kultur“ zu sagen.

  4. klartext77 schreibt:

    Nun, da der Beitrag vom DRadio abgelehnt wurde, könnte die Autorin ihn im Netz veröffentlichen. So könnte jeder Hörer bzw. Leser selbst beurteilen, ob sie gut oder schlecht gearbeitet hat. Glücklicherweise sind die Zeiten des redaktionellen Monopols auf Informationen dank des Internets vorbei. Also her mit dem Ding!

  5. HM schreibt:

    Paul schreibt:
    Ach so, in der DDR war es genau so.

    Sie, bester Paul, sind der Meinung, dass es beim DR Radio von der Partei geschulte und dort hin beorderte Redakteure gibt, die im Sinne der Partei und Staatsführung redigieren bzw.zensieren?

    • Aristobulus schreibt:

      Das ist eine sehr, sehr dumme Frage, denn sie ist ja keine: Weil sie eine Insinuation ist.
      Paul meint wohlwissend die leere Phrasendrescherei à la DDR. Die Ihnen, HM, freilich sehr, sehr nahe liegt.

      • HM schreibt:

        Ach Pinscherchen, ach Pinscherchen, gehn´s doch fort von meinem Schienenbein.

        • Markus Leuthel schreibt:

          HM: nennet er den werten Don Ari noch einmal so, oder so ähnlich, oder noch viel ähnlicher, dann beißet er – der Leuthelige – dir mindestens ein paar Serifen aus deinen Initialen. Harr, harr.

          Motto: „Ich bin gut zueinander“

        • Michael Lang schreibt:

          Gegen diese fundierte Argumentation hat Aristobolus keine Chance 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Yep, hab ich wirklich nich‘. Bei Dreckstücken hat man nur zweyerley Wahl, den Schtanck zu überhören, oder das Geschtyckte in einen Kanal zu stopfen. Bäh, dabei macht man sich aber die Hände schmutzig, und die braucht man ja noch sinnvoll zum Dichten, Nudelnkochen, Kopfkratzen und so.

  6. anti3anti schreibt:

    Philosemitismus ist gut, Antisemitismus ist besser!

    • Aristobulus schreibt:

      … zumal die Philo-Version schnell so anstrengend verheuchelt wird. Da bleibt man doch lieber beim guten Alten.

      • caruso schreibt:

        @Ari! So ist es. – Mein erster Gedanke, mein erstes Gegühl als ich die Antwort las, war:
        kann man denen glauben? Nein, eher nicht. – Nachdem Deutsch nicht meine Muttersprache
        ist, bin ich bei solchen Sachen immer unsicher. Die Bestätigung meiner Zweifel hier macht mich froh. — Eine Sch****gesellschaft! (Bin ich wohlerzogen genug?)
        lg und gute Nacht,
        caruso

  7. American Viewer schreibt:

    Wir haben das Manuskript nach mehrfacher Prüfung nicht akzeptieren können, weil es die erforderliche journalistische Qualität nicht erreichte.

    Das ist reichlich unglaubwürdig, wenn man bedenkt, was der GEZ-Funk sonst Tag für Tag für Schrott sendet. Die politische Ausrichtung steht bei diesen Leuten im Vordergrund und wenn die passt, dann ist die „journalistische Qualität“ diesen Leuten vollkommen hupe.

    • Aristobulus schreibt:

      Yep. Diese auffällig akribische, merkwürdig penible Radio-Antwort riecht wohl nicht nur nach einer schlecht gemachten, ziemlich billigen und übrigens ziemlich drohenden Ausrede; sie wird sogar eine sein.
      Wer hätte das vermutet 🙂

      • Markus Leuthel schreibt:

        Ari: welcome turück! Natürlich reden die sich heraus. Das ist so offensichtlich wie das „Tü-“ in „Tüte“, oder das „Tä-“ in Tätäterä.

        • Aristobulus schreibt:

          Hi lieber Markus-Römpöm 🙂
          – Da fehlt bloß noch „Tö-„, wozu es aber weniger freundlich lautmalende Assoziationen gibt. Hmmm. Wobei es dem DRadio im Grund und ganz nackich um’s Töten geht, nicht? Wer Lügen über Juden verbreitet resp. verhindert, dass etwas Wahres über Juden berichtet wird, na was will der? Der will ja kein nettes Tüpfel oder Täfelschokoläd‘ für die.

          • Markus Leuthel schreibt:

            Ari: so ist es! Nachlieferung: „Tö-“ wie in „Ölpel“. Grund: der peniblistische Radioaktivfritze ist doch nur peynlichst berührt, daß man ihm auf die Schlüche (in der Küche voller Flüche) kam. Soll er nun also „h“ wie in „Eulen“. Und wir? Freuen oder heulen? Oder doch lieber gleich „freulen“ (klingt effi-, weil -zienter)?

    • Paul schreibt:

      Genau, werter Viewer, das ist auch mein Eindruck.
      Besonders auch deswegen, weil aus der Antwort nicht hervor geht, welche Qualitätskriterien das sind, die nicht eingehalten wurden.

      War es falsches Deutsch? Stümperhafte Sätze? Unlogische Gedankengänge?

      Oder waren es Qualitätskriterien für den Inhalt? Also z.B. Israel wird zu positiv dargestellt. Dies deckt sich nicht mit der vom Sender vertretenen Grundlinie israelkritischer (Täter) palästinensichfreundlicher (Opfer) Berichterstattung.

      Darf ich vermuten, dass dies wohl zutreffender ist als Ersteres?

      Es kann noch nicht einmal festgestellt werden, dass der Mann in seiner Antwort gelogen hat. Der Beitrag hatte nicht die erforderliche (vom Deutschlandradio festgelegte) journalistische Qualität.

      Ob wir das, was gesendet wird, für Qualität halten, ist uns überlassen.

      Ja, Gerd, damit werden wir uns wohl abfinden müssen. Ach so, in der DDR war es genau so. das soll nicht trösten, sondern erklären.

      Herzlich, Paul

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Paul: „Besonders auch deswegen, weil aus der Antwort nicht hervor geht, welche Qualitätskriterien das sind, die nicht eingehalten wurden.“

        Dem kann ich nur zustimmen, Paul! Wo seriöse Berichterstattung angestrebt wird, verbieten sich solche Sätze:
        „Anders als dort suggeriert, wurde der fragliche Beitrag nicht aus inhaltlichen, sondern aus handwerklichen Gründen von der Redaktion abgelehnt.“
        Was transportiert ehrlicher Journalismus? Inhalte oder Handwerk?
        Sofern die zweite Option die Antwort enthält, sollte wohl ein ortsnaher Klempnerbetrieb die Chefredaktion von DRadio Wissen übernehmen, damit den dortigen Journatollahs wenigstens das Handwerk erhalten bleibt.

        • Paul schreibt:

          Treffer! Versenkt!

        • Aristobulus schreibt:

          … wobei, Gutartigster, grad Klempnern wohl am Ehesten eine faire und reale Berichterstattung über Israel zuzutrauen wäre, nicht?, denn ein Klempner versteht, wie z.B. die Israelis Wasser aufbereiten und wie sie es sogar nach Gaza leiten, damit da keiner verdurstet. Ein guter Klempner versteht auch problemlos, was israelische Soldatinnen tun (für die Sicherheit der Juden und auch der Araber zu sorgen!, damit nirgendwo der Kanal überläuft).

          Deswegen sind Ideologen immer so wahnsinnig schlechte Klempner, weil sie ja nicht erkennen können, was wo wie fließt. Die müssen dann zum DRadio und schwafeln. um nicht zu verhungern.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari: „Deswegen sind Ideologen immer so wahnsinnig schlechte Klempner, weil sie ja nicht erkennen können, was wo wie fließt.“

            Nun ja, wer ohnehin keinem sonst das Wasser reichen kann, muss ja auch wirklich nicht wissen, wo und wie es fließt.

    • HM schreibt:

      Wem man was glauben kann ist wirklich nicht klar, da nur gegenseitige Vorwürfe veröffentlicht werden.
      Warum hat die Jüd. Allg. den Vorwürfen Platz eingeräumt aber nicht den Text abgedruckt?

Seid gut zueinander!

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