Offener Brief von Gerd Buurmann an DRadio Wissen

Sehr geehrte Redaktion,

in einem Bericht der Jüdischen Allgemeinen wird der Vorwurf erhoben, DRadio Wissen habe eine Reportage von Pola Sarah Nathusius über zwei junge Jüdinnen verhindert, die aus Russland und der Ukraine nach Israel kamen, um dort ihren Militärdienst abzuleisten.

Als Begründung soll Ihre Redaktion angegeben haben, das Beitragsmanuskript sei zu wenig kritisch gegenüber Israel. Um Israel schlechter aussehen zu lassen, soll Ihre Redaktion sogar einzelne Worte in die aus dem Hebräischen übersetzten Äußerungen der beiden Frauen hineingeschrieben haben, ohne deren O-Töne jemals gehört zu haben. Ganze vier Redakteure sollen das Manuskript zu Ungunsten Israels umgeschrieben haben. Die jungen Soldatinnen sollen von Ihrer Redaktion sogar mit terroristischen Dschihadistinnen verglichen worden sein. Schließlich soll sich Ihre Sendungsverantwortliche, Grit Kienzlen, eingeschalten haben, um zu entscheiden, dass der Beitrag nicht gesendet werden dürfe. Pola Sarah Nathusius erklärt dazu:

„Sie wollte mir Formulierungen in den Mund legen, die antiisraelisch, antizionistisch und antisemitisch sind. Nebenbei glänzte sie mit Unwissen und Unverständnis der jüdischen Kultur und Geschichte.“

Die Vorwürfe gegen DRadio Wissen lauten somit: Antisemitismus und Zensur!

Was ist Ihre Stellungnahme zu diesen Vorwürfen? Gibt es bei DRradio Wissen einen Auftrag, dass über Israel nur kritisch berichtet werden darf? Werden positive Berichte über Israel umgeschrieben, um den Bericht negativ werden zu lassen? Werden dazu sogar Interviews verfälscht?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

***

Von Ressentiments besessene Personen erklären einen Menschen erst zum Verbrecher und dann suchen sie nach dem Verbrechen!

Sollten sich die Vorwürfe gegen DRadio Wissen bestätigen, haben wir es mit einem beispiellosen Skandal in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu tun, denn dann werden deutsche Bürgerinnen und Bürger gezwungen, Antisemitismus mit Rundfunkgebühren zu finanzieren.

Juden leben schon seit Jahrhunderten mit Fake News, die über sie verbreitet werden. Juden wurde vergeworfen, Christenkinder zu schlachten und Brunnen zu vergiften. Die Mutter aller Fake News ist das judenfeindliche Lügenmachwerk: „Die Protokolle der Weisen von Zion“. An vielen Universitäten der arabischen Welt wird dieses Feuerwerk an Fake News nach wie vor gelehrt. Dr. Hassan Hanizadeh erklärte zum Beispiel am 20. Dezember 2005 im Iran:

„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen.“

Am 31. März 2012 führte Dr. Sallah Sultan als Präsident des Zentrums für Islamforschung in Gaza aus:

„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren!“

Ein großer Teil der Fake News gegen Juden wird heute durch das Internet verbreitet. Thomas Oppermann von der SPD erklärt daher:

„Facebook muss verpflichtet werden, erwiesene Falschmeldungen schnell zu löschen beziehungsweise mit gleicher Reichweite richtigzustellen.“

Ich kann Thomas Oppermanns Sorge verstehen, aber was ist mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Wenn es um Israel geht, hat der öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereits einige Fake News verbreitet. Anfang Juli 2016 zum Beispiel behauptete das Magazin ZDF heute+, jüdische Kinder in Israel würden dazu erzogen, Palästinenser zu töten. Auf Nachfrage erbrachte das Magazin keinen einzigen Fakt für diese Behauptung und löschte den Vorwurf daher einfach, nachdem die Fake News tagelang die Welt vergiftet hatte. Nachdem Tapfer im Nirgendwo über diesen Vorfall berichtet hatte, der ohne Zweifel eine der größten öffentlich-rechtlich finanzierten Verleumdungen von Juden in der neueren deutschen Geschichte darstellt, berichtete auch die BILD von der Angelegenheit.

Die Fake News, die das Magazin ZDF heute+ verbreitete, las sich wie folgt:

„Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten – und zu töten.“

In dem ganzen Bericht wurde jedoch nicht ein einziger Fakt gezeigt, wo israelische Schüler dazu erzogen werden, Menschen zu hassen und zu töten. Kein Wunder, es gibt diese Form der staatlich geförderten Hasspropaganda in Israel nämlich nicht. In der arabischen Nachbarschaft hingegen schon. Daher sah man in dem Bericht auch nur ausschließlich arabische Kinder, die mit Messern in den Händen rufen, Juden abstechen zu wollen und in der Schule beigebracht bekommen, warum man Juden hassen muss und wie man sie am besten ermordet. Das Schlimmste, was Israel in diesem Bericht vorgeworfen wurde, war ein Schulbuch, in dem eine Zeichnung zu sehen ist, die einen Araber zeigt, der auf einem Kamel reitet.

In dem Bericht sah man somit eine Menge arabischer Kinder, die auf brutalste Weise zum Hass verhetzt werden und auf israelischer Seite ein Buch, das kaum ein Deutscher lesen kann, wo es jedoch um Beduinen geht, die heute noch ganz genau so aussehen, wie auf der inkriminierten Zeichnung. Das ZDF verlor in dem ganzen Bericht kein Wort darüber, dass in israelischen Schulen arabische Kinder zusammen mit israelischen Kindern lernen und spielen. Zwanzig Prozent aller Israelis sind Araber. 77 Prozent davon wollen nur in Israel unter israelischer Regierung leben, weil es die einzige Demokratie und das einzige Land weit und breit ist, wo Palästinenser alle Rechte haben und eben nicht zum Hass erzogen werden! Gaza jedoch ist „judenrein“ und auch die Fatah wünscht sich ein Land ohne Juden. Da gibt es kein Zusammen wie in Israel, sondern nur Hass. Das ZDF aber erklärte ganz postfaktisch: „Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten – und zu töten.“

Am 14. August 2016 zeigte die ARD sowohl in der Tagesschau als auch in den Tagesthemen einen Bericht über die Wasserversorgung in den palästinensischen Autonomiegebieten, in dem behauptet wurde, Israel sei verantwortlich für den Wassermangel in diesen Gebieten. Die Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier (SPD) kritisiert diesen Bericht via Facebook mit scharfen Worten:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Tatsächlich strotzte der Bericht nur so von Halbwahrheiten und Lügen. So behauptete der Bericht zum Beispiel, „dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen.“ In dem Bericht wurde jedoch verschwiegen, dass Israel überall dort, wo es die Macht hat, diese Genehmigungen zu erzwingen, dies nur tut, um Trinkwasser zu retten. Als sich nämlich im Jahr 2005 Israel komplett aus dem Gazastreifen zurückzog, fielen dort auch die Kontrollen weg, was dazu führte, dass jeder nach Wasser bohrte und so das Grundwasser in Gaza schnell sank. Dadurch floss dann Salzwasser aus dem Mittelmeer nach, was dazu führte, dass heute 95% des Süßwassers im Gazastreifen ungenießbar ist. Damit die Bürger im Gazastreifen nicht verdursten, pumpt Isrsal jetzt Trinkwasser in den Gazastreifen, obwohl Israel das nicht müsste, da die Regierung von Gaza Krieg führt gegen Israel und erklärt, alle Juden weltweit vernichten zu wollen und keinen einzigen Juden im Gazastreifen erlaubt. Welches Land der Welt pumpt auf eigene Kosten Trinkwasser in das Land seiner Feinde?

In dem Bericht gab es mehrere klare Lügen. In den sogenannten A und B Gebieten ist nämlich die palästinensische Autonomie verantwortlich für die Wasserversorgung und nicht Israel, wie die Fake News der ARD behauptete. Nur in dem sogenannten C Gebiet ist Israel verantwortlich und natürlich versorgen die Israelis zunächst ihre eigenen Leute. Da die palästinensische Autonomiebehörde nicht demokratisch konstituiert ist, verteilt sie das Wasser willkürlich und nicht selten zu Gunsten der herrschenden Kreise, wie diese Bilder beweisen. Darum gibt es in Ramallah mehr Wasser als in den kleinen Dörfern im C Gebiet. Die Wasserknappheit hat somit fast nichts mit der israelischen Regierung zu tun, aber dafür sehr viel mit der palästinensischen Autonomie.

Die israelische Regierung hat eine Infrastruktur gebaut, während die palästinensische Regierung nichts gemacht hat, um seine Leute mit Wasser zu versorgen. Richtig tief in die Kiste der Fake News griff die ARD Tagesschau jedoch mit dem Berucht über die Ortschaft Salfit. Der Ort Salfit gilt als grüne Oase der Region, weil Israel es mit Wasser versorgt. Vor einigen Wochen jedoch kam es zu einen Rohrbruch bei einer Hauptleitung. Daraufhin war in dem Ort einige Tage lang das Wasser knapp. In dieser Zeit drehte die ARD den Bericht, ließ eine Familie über die Wassernot lamentieren und behauptete, Israel sei Schuld an dem Rohrbruch. Das war ein Fake News-Feuerwerk!

Einem Judenhasser kann nicht bewiesen werden, dass Juden keine Brunnen vergiften und kein Christenblut zur Herstellung ihres Mazzebrots verwenden. Einem Judenhasser kann auch nicht bewiesen werden, dass Israel kein schlimmerer Teufel ist als jedes andere Land. Für folgende Fakten sind sie nicht empfänglich:

Im arabischen Nahen Osten werden Homosexuelle verfolgt und hingerichtet, in Israel können sie Premierminister werden. Menschen mit anderen religiösen Auffassung wie dem Islam werden im arabischen Nahen Osten verfolgt, in Israel können sie höchste Richterinnen und Richter werden. Regierungskritiker werden im arabischen Nahen Osten eingekerkert und misshandelt werden, in Israel können sie durch freie Wahlen von der Oposition zur Regierung werden. Frauen und Männer sind arabischen Raum des Nahen Ostens nicht gleichbehandelt, in Israel sehr wohl. In großen Teilen des arabischen Nahen Ostens ist es Juden verboten zu leben, aber zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Bei Israelhassern schlägt die gefühlte Realität die Fakten. Sie holen dann geifernd eine Kiste israelischer Verfehlungen heraus, die sie fein säuberlich gesammelt haben, um zu zeigen, was sie immer schon wussten, nämlich dass Israel eine Hexe ist!

Dämonisieren, Delegitimieren und doppelte Standards anlegen, dass sind die drei postkatischen Ds, die wir von Judenhassern seit Ewigkeiten kennen. Die öffentlich-rechtlichen Medien mischen bei diesem postfaktischen Hass heftig mit und sind sich nicht mal zu schade, Fake News zu erstellen. Wäre ich Jude, ich täte schreiben:

„Sehr geehrte Damen und Herren der Rundfunkbeitragzentrale,

hiermit setze ich Sie darüber in Kenntnis, dass ich keine Rundfunkbeiträge mehr zahlen werde. Meine Begründung: Ich bin Jude und die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender ist im höchsten Maße tendenziös gegen Israel gerichtet. Ich weigere mich, in Deutschland von einer Nichtregierungsorganisation dazu gezwungen zu werden, mit meinem Geld ein Medienunternehmen zu finanzieren, das gegen mich und mein Volk tendenziös berichtet und nicht selten Fakten zu Ungunsten Israels verdreht. Die Zeiten, wo Juden in Deutschland gezwungen wurden, Kritik am jüdischen Volk zu finanzieren, sollten der Vergangenheit angehören. Dies ist ein freies Land. Sie dürfen berichten wie Sie wollen, aber ich darf auch entscheiden, ob ich diese Nachricht kaufe! So halte ich es mit jeder Zeitung, mit jedem Buch, mit jedem Verlag, mit jedem Bezahlsender und so ab heute auch mit Ihnen!“

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9 Antworten zu Offener Brief von Gerd Buurmann an DRadio Wissen

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  3. skl schreibt:

    „Wäre ich Jude, ich tät schreiben…“

    Ich finde das ist keine notwendige Voraussetzung. Den Brief würde ich auch als Atheist (ehemals Lutheraner) so gerechtfertigt sehen. Man muss nicht zur betroffenen Personengruppe gehören, um sich daran zu stören.

    • Aristobulus schreibt:

      Leider falsch, weil es nicht um’s bloße sich Stören geht, sondern um etwas Konkreteres. Dafür muss man freilich wissen, wie es sich real verhält: Als Nichtjude kann keiner für oder wegen bedrohter Juden in einer Behörde etwas bewirken. Man wird abgewimmelt.
      Es heißt zwar, dass Individualrecht bestehe, jedoch es wird durchaus NICHT so gehandhabt. Es wird so gehandhabt, als wenn Korporationsrecht bestände.

      • caruso schreibt:

        @Ari! Wozu Gesetzte, wenn man nicht danach handelt? Sind Gesetze nur für
        die Untertane und nicht auch für die „Obertane“? Oder? Oder?
        lg
        caruso

      • skl schreibt:

        Ich finde die Einstellung generell falsch, nur dann gegen etwas vorgehen zu dürfen, wenn man betroffen ist. Sich für andere einzusetzen sehe ich als nicht konkreter als sich für sich selbst einzusetzen. Im Gegenteil ist es doch so, dass es mehr moralisches Gewicht hat, wenn man sich für Unterdrückte einsetzt, zu denen man nicht gehört, weil es nicht im Eigeninteresse steht.

    • Bruno Becker schreibt:

      @skl: Das ist richtig. Darum habe ich den Brief schon vor geraumer Zeit geschrieben (wg. „Erzogen zum Hass“). Aber jetzt habe ich den Gerichtsvollzieher im Haus.

      So geht das in dieser Bananenrepublik!

  4. David schreibt:

    Ja, wundert Sie denn das? Abseits des offiziellen „Gedenkens“, bei dem es nur um tote Juden geht, ist alles, was mit Israel, dem Zionismus und den heute lebenden Juden zu tun hat, Gegenstand der Kritik und des Versuches, all das zu bekämpfen, mit Steuermitteln natürlich auch. Diese Agenda führt dann konsequenterweise zum allseits beliebten Hätscheln der Hamas und anderer Terrororganisationen, zur Unterstützung der Antifa durch die öffentlichen Haushalte – und vor Ort konkret etwa zur unberechtigten Erstürmung einer Wohnung durch die Polizei, um eine kleine Israelfahne, die von der Straße aus sichtbar war, zwangsweise zu entfernen – die dort demonstrierenden Palis wären sonst vielleicht ungnädig geworden.

    Wieviel Geld erhält die PLO, damit sie ihre „erfolgreichen“ Terroristen alimentieren kann? Das haben Sie schon öfter hier thematisiert.

    Früher sprach man von den gepackten Koffern, auf denen viele Deutsche sitzen. Ich schätze, daß bei vielen diese Koffer wieder bereitstehen. In Frankreich sind sie schon gepackt – und in großer Zahl unterwegs nach Tel Aviv.

    • Philipp schreibt:

      Israel sollte sofort jegliche Zusammenarbeit mit Deutschland (und dem Rest der EU) in der Terrorprävention einstellen. Anders wird es Europa nicht lernen. Und solange die EU ohnehin das Terror-Prämien-System der PA mitfinanziert, wäre dies nur recht und billig.

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