Erdogan ist Angela Merkels Gastarbeiter

Wie schmutzig muss die Arbeit sein, die die türkische Regierung für Deutschland macht, dass sich die deutsche Regierung derart vorführen lässt? Sehr schmutzig!

Jeder selbstverliebte Wolkenkuckucksprinz, der sich seinen weißen Hermelin nicht schmutzig machen möchte und dennoch sicher in seinem ökologisch artgerechten Garten lustwandeln möchte, bevor er abends bei Bio-Wein und lokalem Walnussbrot darüber philosophiert, was es bedeutet, ein gutes und gerechtes Leben zu führen, muss die schmutzige Arbeit zur Sicherung seines Ökosystems delegieren. In der Türkei hat Deutschland einen willigen Gastarbeiter für das schmutzige Staatsgeschäft der Grenzsicherung gefunden. Der deutsche Prinz sagt: „Es gibt keine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage“ und der türkische Gastarbeiter sorgt dafür, dass der deutsche Prinz das weiter glauben kann.

Natürlich gibt es eine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage! Alles hat eine Obergrenze! Kein Raum hat unendliche Kapazität. Die Obergrenze für Flüchtlinge liegt dort, wo ein Land nicht mehr in der Lage ist, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Wer sich weigert, eine Obergrenze zu definieren, weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Nur wer sagen kann, wieviel Hilfe er geben kann, kann auch helfen.

Als Ende 2015 am Münchener Hauptbahnhof eine ungewohnt hohe Zahl von Flüchtlingen ankam und sie von applaudierenden Deutschen empfangen wurden, da fielen überall die Sätze: „Jetzt zeigt Deutschland sein freundliches Gesicht“ und „Auf dieses Deutschland bin ich stolz!“

Mir waren die Deutschen, die das selbstergriffen patriotisch und tränengerührt stolz in die Kameras sagten, von Anfang an suspekt. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass es ihnen gar nicht um die Flüchtlinge ging, sondern nur um ihr eigenes Image! Sie benutzten die Flüchtlinge, um ihr eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Wäre es ihnen um die Flüchtlinge gegangen, sie hätten sich der Verantwortung stellen müssen, die mit der Hilfsbereitschaft einhergeht: Die Frage nach der Grenze der eigenen Kapazität.

Es herrschte in Deutschland von Anfang an eine grenzenlose Naivität im Umgang mit der Flüchtlingssituation. Die Flüchtlinge, die aus Syrien und anderen Kriegsgebieten kommen, sind größtenteils durch Krieg traumatisierte und brutalisierte Männer, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Männer brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Sie in überfüllte, enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln! Natürlich ticken diese Männer in solchen Umständen gehalten irgendwann aus!

In einer Gemeinde, in der hoch traumatisierte und brutalisierte Flüchtlinge in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht!

Es ist deutlich menschlicher, einzugestehen, dass man nicht mehr helfen kann, als Hilfe vorzutäuschen! Ein Idealist, dem es nur um sich selbst und die Pflege des eigenen Gewissens geht, der die Verantwortung nicht ertragen kann, in hilfesuchende Augen schauend eingestehen zu müssen, nicht helfen zu können, macht lieber die Tore anderer auf und applaudiert dann selbstergriffen den Flüchtlingen zu, während sie in überfüllte Auffanglager abgeschoben werden, wo sich dann die Tore wieder schließen. Diese Idealisten handeln nach dem Motto: „Ich will morgens in den Spiegel schauen können!“ Menschen aber, die helfen wollen, leben nach dem Motto: „Ich will morgens aus dem Fenster schauen können!“

Es ist menschlich, begrenzt zu sein und es ist die Fähigkeit der Vernunft, die Begrenzung zu erkennen. Daher muss der Mensch vernünftig sein!

Am 3. Oktober 1990 wurden an einem Tag etwas mehr als 16 Millionen Menschen Deutsche im Sinne des Grundgesetzes. Es war die größte Einwanderung in der Geschichte der BRD. Sie entflohen einem unmenschlich, autoritären System der Überwachung und Unfreiheit. Zum Glück brachten diese Flüchtlinge ein eigenes Land und ein eigenes festes Zuhause mit. Sie mussten nicht in Sammellagern gehalten werden. Zudem sprachen sie unsere Sprache und sie teilten mit uns eine lange gemeinsame Geschichte und Tradition. Dennoch hat sich eine Generation später besonders unter diesen Neubundesdeutschen ein radikales Gedankengut entwickelt, das Tausende von Menschen in Dresden, Leipzig und Heidenau mit menschenverachtenden Parolen auf die Straße treibt.

Als 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde, von kriegstraumatisierten Männern und Frauen, da brauchte es zum demokratischen Erfolg eine jahrzehntelange Besatzung durch Amerikaner, Engländer und Franzosen. Als sich dann in den sechziger und siebziger Jahren, also eine Generation später, die Jugend mit ihren Eltern auseinandersetzte, da wäre dieses Deutschland fast im Terrorismus versunken.

Wenn Deutsche schon Schwierigkeiten haben, kriegstraumstisierten Deutschen zu helfen, woher nimmt sich dann dieses Deutschland die Anmaßung zu glauben, grenzenlos Flüchtlingen aus fremden Kulturen helfen zu können? Was für eine Hybris! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

Europa ist eine Figur der griechischen Mythologie. Eine weitere bekannte Figur ist Ikarus! Er war der Sohn des Dädalus und wurde zusammen mit seinem Vater von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Zur Flucht erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn, indem er Federn mit Wachs an einem Gestänge befestigte. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde. Zuerst ging alles gut, aber dann wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte. Der verzweifelte Dädalus benannte die Insel, auf der er seinen Sohn beigesetzt hatte, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria.

Wenn sich der deutsche Übermut und Größenwahn im Idealismus nicht bald legt, läuft Europa Gefahr, in Ikaria umbenannt zu werden. Es reicht eben nicht, Flüchtlinge reinzulassen. Ihnen muss auch geholfen werden. Dazu gehört es, sich der Gefahren bewusst zu sein. Eine Gefahr besteht darin, dass jeder Flüchtling rückfällig werden kann. Es ist keine Seltenheit, dass Frauen, die aus gewalttätigen Umfeldern in Frauenhäuser geflüchtet sind, hinterher wieder in die gewalttätigen Arme ihrer Peiniger zurückkehren. Es ist unausweichlich, dass ein Teil jener Menschen, die aus islamischen Diktaturen geflüchtet sind, nach einiger Zeit in die Arme deutscher Islamisten flüchten werden. Das heißt nicht, dass Deutschland gar keine Flüchtlinge aufnehmen soll, die Frauenhäuser sollen schließlich auch nicht schließen, aber jedes Haus hat Wände und Grenzen und somit nicht unendlich Platz und Haushalt.

Wer Flüchtlingen ein Aussteigerprogramm aus der Welt der Gewalt und Unterdrückung anbietet, muss die Gefahr der Rückfälligkeit bedenken und Pläne für die Möglichkeit eines Rückfalls bereit halten. Alles andere ist verantwortungslos! Nach der Silvesternacht in Köln erklärte die Kölner Polizei, sie sei von der „völlig neuen Dimension der Gewalt“ vor dem Kölner Dom überrascht. Was dort geschah, ist jedoch keine völlig neue Dimension der Gewalt. Es war eines der ältesten Verbrechen der Welt, nämlich religiös und kulturell motivierter Frauenhass, exekutiert von einer Horde Männer, die in patriarchalen Strukturen groß wurden, mit einer autoritären Religion im Nacken, die in ihrer extremen Form Frauen zu Freiwild erklärt, wenn sie ihren Körper nicht komplett verhüllen; Männer, an denen die Aufklärung vorbei gegangen ist und die eher in Gruppen und Clans denken als in Individuen; Männer, die die Ehre eines im siebten Jahrhundert verstorbenen Soldaten aus Mekka, den sie als Propheten verherrlichen, höher schätzen als die Würde einer lebendigen Frau; Männer, die wegen einer pervertierten Idee von Ehre eher eine Frau töten, als ihre eigene Religion zu hinterfragen; Männer, die Frauen eher in ein Gefängnis aus Stoff zwängen, als männlichen Sexualverbrechern Handschellen anzulegen; Männer, die Frauen als Schlampen bezeichnen, wenn sie ihr Recht auf einen Orgasmus einfordern; Männer, für die Frauen nichts weiter sind als Ware auf dem Markt der Macht.

Mit all diesen Fragen will sich aber die deutsche Regierung nicht beschäftigen und hält weiterhin an dem Phantasma fest, es gäbe keine Obergrenze. Dafür lässt Deutschland andere europäische Staaten und vor allem die Türkei die Drecksarbeit machen, ganz nach dem Motto, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!

Für die türkische Regierung ist die Verteidigung der Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio eine Selbstverständlichkeit. Die AfD hat über Schießbefehle an Grenzen nur fabuliert, die deutsche Regierung unter CDU und SPD jedoch lässt schießen.

Die türkische Regierung fängt in tiefster Dankbarkeit und Ergebenheit der deutschen Regierung einen Großteil der Flüchtlinge ab, die nach Deutschland wollen. Es wundert daher nicht, dass eben diese türkische Regierung mittlerweile sogar einen deutschen Journalisten einsperren lassen kann, weil ihr nicht gefällt, was er sagt und schreibt. Es ist nicht das erste Mal, das die türkische Regierung das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eines Deutschen angriff. Während der heißen Phase des Falls Böhmermann warnte Erdogan, die Türkei könne die Rücknahme von Flüchtlingen aus Griechenland stoppen.

Entweder übernimmt Deutschland endlich selbst die Verantwortung für die schmutzige Arbeit des Staatsgeschäfts oder die Gastarbeiter werden irgendwann zu Recht revoltieren. Es ist nicht schön, eine Obergrenze definieren zu müssen, aber keine Zahl ist so grausam wie das, was Erdogan gerade an und innerhalb der türkischen Grenze macht. Schmutzige Arbeit verschwindet nicht, indem man sie nicht macht. Zur Arbeit eines jeden Nationalstaats gehört nun einmal die Sicherung der Grenzen und jeder Nationalstaat zeichnet sich dadurch aus, dass er die Menschheit in Staatsbürger und Ausländer einteilt. Selbstverständlich gelten für alle Menschen die Menschenrechte, aber nur für die Staatsbürger gelten die Staatsbürgerpflichten und Staatsbürgerprivilegien.

Das zu verdauen, fällt einem Wolkenkuckucksprinzen jedoch schwer. Er liegt lieber auf dem Feld seines eingezäunten und von Gastarbeitern bewachten Garten und lässt seine Nase aus dem hohen Gras herauswachsen, während er über seine eigene, selbstgefühlte Gutheit masturbiert und dabei so sehr die Blüten aus den Blumen schnaubt, dass die Bienen und Schmetterlinge verhungern müssen.

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20 Antworten zu Erdogan ist Angela Merkels Gastarbeiter

  1. Anonymous schreibt:

    Zitat: „Mir waren die Deutschen, die das selbstergriffen patriotisch und tränengerührt stolz in die Kameras sagten, von Anfang an suspekt.“

    Seltsam, das habe ich gar nicht so in Erinnerung. Vielmehr hatte ich im Gedächtnis, dass Herr Buurmann geraume Zeit genauso willkommenskulturbesoffen war wie der Großteil der Medienschafenden in Deutschland.

    Aber vielleicht täuscht mich ja mein Gedächtnis?

  2. Alpha O'Droma schreibt:

    Ja, alles richtig und dennoch in der Schlussfolgerung falsch. Das Grundgesetz verbietet eine Obergrenze. Punkt. Dass eine faktische Obergrenze existiert – nämlich die der Kapazität – ist völlig richtig, doch ist diese noch lange nicht erreicht. Wir könnten statt einer Million Flüchtlinge auch zwei oder drei Millionen aufnehmen und gut versorgen/integrieren, wenn wir uns nur nicht so doof dabei anstellten.

    • Aristobulus schreibt:

      … Anmaßung?
      Keine Großgruppe von 80 Millionen kann plötzlich „zwei oder drei Millionen“ aufnehmen. Das hat noch nie funktioniert, und es wird nie funktionieren. Problem beim Versuch sind a) die Selbstanmaßung, es zu können (aber immer die Anderen sollen, die da oben usf.), und b) der Selbsthass, der im Hintergrund will, dass die Großgruppe aufgibt, sie selbst zu sein.

      Selbsthass: Wer ernsthaft vorschlägt, auch nur eine Million Mohammedaner aufzunehmen!, der WILL bedroht und vergewaltigt und vertrieben werden. Und wenn er’s noch so humanitär verpackt.

    • Aristobulus schreibt:

      „Das Grundgesetz verbietet eine Obergrenze. Punkt.“
      Pardon: So einen kompletten Unfug hat man ja noch nie gelesen oder gehört. Wer hat Ihnen diese realitätslose Totalflause eingegeben, der Weihnachtsmann?

  3. Karina Vogel schreibt:

    Ganz toller Kommentar! Trifft alles auf dem Punkt. Großes Kompliment. Hier mal ein Statement von mir:
    Mutti Merkel und ihre Kinder
    Ja, Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein, dagegen sehr. Als Mutter zweier Kinder kann ich davon ein Lied singen.
    Und es lassen sich in der Tat erstaunliche Parallelen zu Mutti Merkel feststellen, weil ich eine alleinerziehende Mutter war, für einen großen Teil der Erziehungszeit. Das ist sie ja quasi auch.
    Auch ich hatte Diskussionen mit meinen Kindern und es gab Situationen, da haben sie mir gedroht, sie würden zum Papa ziehen. Natürlich hätte ich nachgeben können, aber was hätte es mir, unserem Zusammenleben und vor allen Dingen den Kindern gebracht? Meine Antwort war, dass es in unserem Haushalt Regeln gibt, die ich bestimme. Es gibt Regeln, über die ich mit ihnen diskutiere und Regeln, über die ich nicht verhandle und dass sie gehen sollen, wenn sie damit nicht zurechtkommen. Keines der Kinder ist gegangen.
    Die Parallele zu Merkel wird schnell offensichtlich. Eine Kanzlerin muss Entscheidungen treffen, die nicht jedem Recht sind und in Kauf nehmen, das das Volk eine andere Partei wählt, wenn es ihr zu bunt wird. Dann gehen sie halt zu Papa. Sie kann nicht die Überzeugung und den Weg, den sie für richtig hält, nicht gehen, aus Sorge, dass ihr Wahlvolk sich von ihr abwendet.
    Ein Schlingerkurs, der sich an den Umfragen der Statistiker orientiert, bedeutet für sie, das ihr Volk sie für wankelmütig und irgendwann nicht mehr vertrauenswürdig hält. Für ihr Land, dass die Entscheidungen, die sie für die besten gehalten hätte, nicht zum Tragen kommen und das Land lähmen.
    Ich habe mich oft mit meinen Kindern gestritten, endlos diskutiert und weiß wohl, dass es Situationen gab, in denen sie mich zum Mond wünschten und mich gehasst haben (ich sie teilweise auch), im Rahmen ihrer pubertären Verwirrungen. Aber wo steht geschrieben, dass Mutter sein bedeutet, immer liebgehabt zu werden?
    In jeder Kindergarten- und Grundschulgruppe sind Slogans und Verhaltensweisen, die auf dem Tenor „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ verpönt sind. Ich hatte viele Kinder unterschiedlichster Art zum Spielen, zum Essen und über Nacht in meinem Hause. Einige mochte ich nicht aber sie durften trotzdem bleiben und auch immer wieder kommen. Ich hätte nichts lieber getan, als meinen Kindern zu verbieten, sie mitzubringen, aber ich habe es nicht getan, in der Hoffnung, dass sie mit der Zeit selbst merken, was gut für sie ist. Viele waren mir erst suspekt, aber ich habe doch auch Bereicherung erlebt und durch sie neue Gedankenanstöße bekommen und viele dann doch gerngehabt. Nie wurde in diesem Hause jemandem, der sich an unsere Regeln hielt, das Gastrecht, geschweige denn, das Wort verboten. Aber mein Hausrecht galt hier immer. Es wurde auch immer wieder diskutiert, aber ich habe nie nachgegeben, es immer durchgesetzt und dieses auch nie bereut.
    Noch heute halte ich es so, meine Kinder sind lange groß. Jetzt möchten sie mir den Mund verbieten, weil ich viele Entscheidungen dieser Regierung nicht akzeptieren kann. Sie nennen mich „rechts“, weil ich klar der Meinung bin, das in diesem Land ein Hausrecht gilt und jeder, der sich daran nicht hält und hier „Gast“ ist, des Hauses verwiesen werden soll. Sie glauben, ich wäre ein Nazi, weil ich es mit unserem Recht auf freie Meinungsäußerung nicht vereinbaren kann, dass ein Mensch, der sich zur AfD bekennt, von seinem Arbeitgeber gefeuert oder gemobbt und drangsaliert wird. Mitbewerber darf man nicht mundtot machen, man muss besser sein als sie. Sie sagen, dass ich gegen Freiheit bin, weil ich die EU, so, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat, kritisiere und ablehne. Aber sie diskutieren das nicht mit mir aus. Ich muss damit leben. Meine Meinung werde ich erst ändern, wenn jemand gute Argumente hat.
    Jetzt sind Sie am Zuge, Frau Merkel. Wenn Sie von Ihrer Politik so überzeugt sind, dann werden sie gute Argumente haben, die über ein „Wir schaffen das“ hinausgehen. Sie müssen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie ab September nicht mehr Kanzlerin sind, Ihren Entscheidungen damit Nachdruck verleihen, dass sie die Weichen dafür stellen, dass es überhaupt möglich wird. Tatsächlich glaube ich, dass wir es schaffen können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
    Die erste ist: Es gibt ein Hausrecht, an das sich alle halten müssen. Jeder benimmt sich entsprechend und wer es nicht tut, bekommt Hausverbot. 2. Klare Ansagen. Wer kein Kotelett mag und zum Mittagessen kommt, nimmt sich halt einen Joghurt aus dem Kühlschrank. Aber es wird weiterhin Kotelett auf dem Speiseplan stehen.
    Und die dritte wäre aus meiner Sicht: Jeder Haushalt kann Kotelett und Joghurt anbieten und selbst entscheiden, wie sie ihr Hausrecht aussieht (EU).
    Dann würde ich Ihnen empfehlen, alle zu überraschen, indem sie mal ein Kanzlerduell mit Frau Petry machen. Sie haben doch die besseren Argumente. Geben Sie doch ein klares Statement ab und nehmen sie der Gegenpartei den Wind aus den Segeln.
    Ihr Wahlkampfmanager wird das nicht empfehlen und sie werden es nicht tun. Nicht, weil Sie sich vor der Diskussion drücken wollen. Ich traue ihnen durchaus zu, das sie sich gegen eine Frau Petry behaupten können.
    Nein, weil Sie und Ihr Regierungsgefolge sich schon lange nicht mehr an Ihre eigene Hausordnung halten. Nicht an die dieser Republik und nicht an die der EU. Sie bitten Ihre Gäste, sich daran zu halten und wenn sie das nicht tun, passiert in den meisten Fällen: Nichts! Nur die Hausbewohner „die schon länger da sind“, müssen das tun, weil sie auch keine Ausrede haben, die sich auf eine andere Sozialisierung berufen kann. Und dass macht alle guten Argumente unglaubwürdig Sehr schade…

    • Aristobulus schreibt:

      Alles sehr gut zu lesen 🙂 , danke.
      Bloß steckt ein großer Gedankenfehler drin, der Ihren Kommentar leider zunichte macht: Merkel ist keine Mutter. Sie hat keine Kinder, weil sie sich für’s unfruchtbare, sterile Politikerdasein entschieden hat.
      Und Merkel hat auch als Politikerin nichts Mütterliches whatsoever: Sie ist eine Funktion. Man wählt sie. Jedoch eine Mutter wählt man nicht: Man ist ihr ausgeliefert, oder man kann sich rühmen, sie zu haben. Aber man kann sie sich nicht aussuchen.

  4. Dieter sulzbach schreibt:

    Ach, die bösen Menschen da in Dresden usw.! Der erste Satz, den PEGIDA veröffentlicht hat, lautete, daß die Aufnahme von Verfolgten „Menschenpflicht“ sei. Hat man aber selten gehört oder gelesen. Und jetzt: Da sind nicht nur studierte Kulturwissenschaftler unterwegs, sondern ganz gewöhnliches Volk – und seit Luther wissen wir, daß man dem „aufs Maul schauen“ soll. (Vielleicht mal als Hinweis im Lutherjahr?)

    N.B. Die AfD hat nicht über Schießbefehle „fabuliert“, sie hat den Wortlaut des Gesetzes benannt.

    Im übrigen: Danke für klare Worte!

  5. Mama Makbar schreibt:

    „Am 3. Oktober 1990 wurden an einem Tag etwas mehr als 16 Millionen Menschen Deutsche im Sinne des Grundgesetzes.“
    Soviel ich weiss galten diese immer als Deutsche genauso wie das DDR Gebiet einfach immer noch Deutschland war,deswegen durfte ja auch jeder aus dem Osten in den Westen einreisen-sogar Ausländer.Das machte sich auch die DDR zunutze,man machte in Arabischen Ländrn Werbung damit das man nach Ostberlin fliegen kann und dann einfach nach Westberlin rübermachen kann.

    Übrigens haben Ostdeutsche mit einem Ausweis sogar einen Beweis das sie Deutsche sind da dies dort so im Gesetz stand-hier und heute ist der Ausweis kein Beweis sondern legt dies nur Nahe.Das hatte auch so manch Deutscher aus dem richtigen Osten(also dem heutigen Polen) feststellen müssen als er hier heiraten wollte.Da musste man(selbst wenn man vor 45 und in den Weltweit ankerkannten Grenzen geboren war)nachdem man schon etliche Jahre in Westen lebte plötzlich nachweisen das man Deutscher war-und der neue Ausweis war eben kein Beweis.

  6. Marina Blach schreibt:

    Um das zu aendern, ist man leider gezwungen das zu waehlen, was man unter normalen Umstaenden nie tun wuerde!

  7. ceterum censeo schreibt:

    Klasse Artikel.

  8. caruso schreibt:

    Eine so gute politische Analyse habe ich in meinem langen Leben nur sehr selten gelesen. Danke! –
    D übernimmt nicht nur für die schmutzige Arbeit keine Verantwortung sondern auch nicht für die eigene Verteidigung. Zumindest bis jetzt. (Das einzige wofür sich D verantwortlich fühlt: daß die
    Juden in Israel nicht rückfällig werden.) Möglicherweise wird Trump dabei behilflich sein, daß D es doch tut. Hoffentlich wird D dann nicht noch größenwahnsinniger als es sowieso schon ist.
    lg
    cariso

    • Aristobulus schreibt:

      … erstaunlich, nicht?, dass die Deutschen sich als Gruppe (hierarchisch) seit mindestens 1648 immer so hypertroph verhalten, egal, mit welcher Haltung sie sich im Einzelnen verhalten, ob klein, ob groß oder micktig, ob großherzig, halbherzig oder herzlos: Egal worum’s grad geht, immer hypertroph.
      Schon Churchill hat das festgestellt: Er sagte, es sei so schwiiierig mit de‘ Dajtschn, man habe sie entweder zu Füßen oder an der Gurgel.

      Dir a gutte woch, Caruso lib 🙂

      • caruso schreibt:

        Churchill war kein dummer Mensch:-))) so nebenbei war er auch mit einem starken
        Rückgrat gesegnet. Der ist heute Mangelware, leider. –
        Die ebenfalls a gutte woch, lieber Ari!
        lg
        caruso

  9. Erika Hanisch schreibt:

    Gerd Buurmann, Ihnen ist -wieder einmal- eine klare Analyse, eine richtige und umfassende Zusammenstellung aller wichtigen Argumente gelungen, CHAPEAU und vielen Dank!

  10. mühlstein schreibt:

    „Wenn Deutsche schon Schwierigkeiten haben, kriegstraumstisierten Deutschen zu helfen, woher nimmt sich dann dieses Deutschland die Anmaßung zu glauben, grenzenlos Flüchtlingen aus fremden Kulturen helfen zu können? Was für eine Hybris! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.“

    Falsch, Deutschland glaubt gar nicht daran, Unmengen von Flüchtlingen zu helfen, das glaubt nur Merkel.

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