Nur peinlich?

Am 4. März 2017 war ich in der Normandie. Daher konnte ich nicht live erleben, wie im ZDF bei der Verleihung der Goldenen Kamera Annette Frier und Matthias Matschke Uga-Uga machten und dabei „Wilde bei einem Ritual“ spielten, so wie sich die Beiden eben „Wilde“ vorstellen. Ich sah es erst heute.

Deutscher Humor kann (muss nicht) richtig schlimm und chauvinistisch sein. Ich floh nach Frankreich gerade aufgrund einer Form deutscher Fröhlichkeit, die besonders in Köln gefeiert wird, durchaus wunderbare Seiten hat, aber auch zu solchen Schlagzeilen führt:

„Ich bin stolz, ein Neger zu sein.“

„Negerköpp am Pranger“

Das „Ritual“ vom 4. März 2017 atmete ein bißchen diesen Geist. Ich bin mir nicht sicher, wie rassistisch die ganze Anmoderation wirklich war, denn um das zu überprüfen, müsste ich mir die ganz Sache noch einmal anschauen, und das schaffe ich nun wirklich nicht.

Allein die quälenden zwei Minuten bis zum „Ritual“. Bastian Pastewka, bitte sag mir, dass das ein grandioser Streich für die nächste Staffel „Pastewka“ war.

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32 Antworten zu Nur peinlich?

  1. winnie schreibt:

    Nur peinlich? Ja!

  2. A.S. schreibt:

    Mir kommt das so vor, als würden die beiden während des Auftritts selber schon wissen, dass ihre Performance weder witzig noch pfiffig ist. Das ist einfach nur strullerblöd. Selbst mir, und mein Humor hat i.d.R. keinerlei Qualitätsansprüche.
    Wie man da Rassismus rauslesen will erschließt sich mir auch nicht. Ich denke, Rassismus kann man da nur drin sehen wenn man ihn sehen will. Dann sieht man aber in jeder noch so harmlosen Kleinigkeit schon die braunen Horden marschieren.

  3. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    TiN: „Ich bin mir nicht sicher, wie rassistisch die ganze Anmoderation wirklich war, …“

    Diese Unsicherheit entbehrt der Grundlage. Seit wann gibt es öffentlich-rechtlichen Rassismus? Rassismus ist keine Frage des Inhaltes, sondern des Etiketts. Wenn Annette Frier und Matthias Matschke mit ihrer Nummer auf einer AfD-Versammlung aufgetreten wären, gäbe es keinen Zweifel: RASSISMUS!
    Aber so?
    Schließlich hielten auch die Zuschauer im Saal das „Ritual“ für beifallswürdig; und gebildete Mitläufer haben sich doch noch nie geirrt.

    • Aristobulus schreibt:

      Heinz Hoenig, im Publikum ganz kurz zu sehen (der sieht besser aus als früher, nicht mehr so saturiert) hat den Kopf geschüttelt 😉 , also war ihm die Vorstellung entweder allzu tribalistisch, oder nicht tribalistisch genug.

      Nu. Die beiden Moderatorendarsteller machen ohnehin nur tribalistische Rapdarstellungen nach. Sowohl diese als auch jene sind staatlich totgefördert, sind also staatliche Schjeinbespaßung des Publikums, nicht?, mit dem einzigen Schein-Unterschied, dass die Rapdarsteller etwas mehr auf die Sonnenbank gehen und etwas mehr schein-nuscheln als die Staatsdarstellungsmoderatoren.

      • Aristobulus schreibt:

        … ein Jott weg bidde, jottedoch.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Ari: „Heinz Hoenig, …, hat den Kopf geschüttelt 😉 , also war ihm die Vorstellung entweder allzu tribalistisch, oder nicht tribalistisch genug.“

        Das bemisst sich wohl an der Frage, ob er solchen Veranstaltungen künftig fernbleibt.

        • Aristobulus schreibt:

          … seufz, Gutartigster. Er muss da hingehen, sonst ist er ganz schnell draußen. Bei Klempnern, Bestattern oder Literaten usf. isses übrigens genauso: Wenn man sich als ein Solcher nicht dort sehen lässt, wo die hinkommen, die einen ki-, ku-, konsultieren möchten, dann kriegt man ganz schnell keinen mehr unter die Erde.

  4. ceterum censeo schreibt:

    Nun ja, Oliver Kalkofe hat solche unerträglichen Amateure schon seinerzeit vorgeführt, bevor er ins Reichspropagandaministerium gewechselt ist. Auch Sie, Herr Buurmann präsentierten uns schon solche Langweiler zum Fremdschämen. (Ich erinnere mich noch an zwei Hirntote auf einem Sofa, aber lassen wir das!)
    Ekelhaft sind sie sicher, so wie fast alles im deutschen Fernsehen. Mir selbst gefällt das ranzige Duo auch nicht, aber daß ihre Selbstentblößung irgendwie rassistisch wäre, ja darauf muß man erst mal kommen. Genauso gut könnte man jeden Rap-Blödian als Rassisten brandmarken, persifliert er doch in schlimmster Weise afrikanische Folklore.

    • Aristobulus schreibt:

      Hargenau. Aber haargenauest! Huch, das hatt‘ ich grad eben auch gedacht, das mit den Rapdarstellungen – diese aufgekünstelten, meist destruktiven Augenroll-Minstrelshows, die afrikanische Folkore oder mehr den US-Gangsterrap persiflieren.
      Du hattest es aber schon hingeschrieben.
      Also muss es wahr sein, indem zwei das Selbe beobachtet haben.

      • ceterum censeo schreibt:

        Mal was anderes, Ari: Hast Du eine Erklärung dafür, daß ein hochgeistiger Kunstmensch wie Buurmann in seinem Urlaub in der Normandie sich so eine gequirlte Kacke in der deutschen Glotze anguckt? Muß wohl doch ziemlich öde dort sein.

        • Aristobulus schreibt:

          … er wollte sich wohl einfach mal wieder sinnvoll aufregen, rate ich.
          Ohne sich einfach mal so über was aufzuregen hält man es doch keine sieben Stunden aus.

  5. Paul schreibt:

    Hallo Gerd,
    ich könnte es durchaus verstehen, wenn Du republikflüchtig werden würdest und in der Normandie bliebest.

    Die ganze Anmoderation war so dürftig, dass ich es verstehen könnte, wenn der Bepreiste schreiend den Saal verlassen hätte.
    So bekifft wie die Beiden, sollte man die Öffentlichkeit meiden.

    Herzlich, Paul

  6. zweitesselbst schreibt:

    Ja, mehr oder weniger, denk ich mal, ein Beitrag zur Anspruchsgrundlagenforschung, oder wie man in so einem Fall sagt. Die Moderatoren werden sich womöglich auch was dabei gedacht haben, vllt. eine Art Warnung?

    • Aristobulus schreibt:

      … werden sich höchstwahrscheinlich gedacht haben: „Wie sind die, vor denen euch Gerd Buurmann immer gewarnt hat“.
      In den Wochen zuvor, als sie die Sendung vorbereitet hatten und über Büchern von Adorno, Descartes und Niklas Luhmann entkräftet zusammensackten, wieder und wieder!, kamen sie dann überein, dass nur die skrupelloseste, beißendste Konfrontation mit allen Geschmacks-Resten im Publikum den Fundamentalwiderspruch zu jedweder Sinnhaftigkeit evozieren könnte.
      Et voilà, so taten sie es.
      Es zielte, traf, ja matschte mitten ins frierende Herz.

  7. Sandra schreibt:

    Oh Gott. Wieso wiederholst du sowas ? Jetzt habe ich es gesehen und kann es nicht mehr nichtgesehenhaben. Deutscher Humor wie man ihn kennt. Weia.

    • Aristobulus schreibt:

      … er hat es so gewollt. 😦

    • Bruno Becker schreibt:

      Bei Gott, so geht’s mir auch! Man vermeidet und vermeidet und vermeidet das öffentlich-unrechte Pay-TV, und kriegt’s dann doch vom Buurmann um die Ohren gehauen. Muss das denn sein?

    • Clas Lehmann schreibt:

      Ja. Und dazu kommt: Ich habe es außerdem nicht verstanden, worum es denen geht, da auf ihrer eckig-odalig blubbernden und höchst animierten Bilderschirmbühne und sitze hier nun mit getriggerten Kindheitstraumata, geschärft durch das Wissen, dass wegen der Bezahlung solchen Chayses ich nun auch schon wieder verfolgt werde…

      • Aristobulus schreibt:

        … also diese Scheesen. Überhaupt die. Und die Treppen, wenn das denn Treppen oder Scheesen sind – und überhaupt die Kulissen, die Scheesen und die Treppen. Die sind so grauenhaft sinnlos und so sinnlos grauenhaft. Also grauenhaftere Scheesengrässlichkeiten, Kulissenschmapf oder/und Treppenentsetzlichkeiten sah man wahrlich selten oder nie.

        Bah, und sowas bezahlt man über die Zwangsgebühren. Wir haben das bezahlen müssen. Gâââ! Was ham’mer vorher bloß angestellt, um SO büßen zu müssen?!
        Wahrscheinlich erklärt sich auf diese zugegebenermaßen katatone Weise der Buurmannsche Impetus, über den hiesigenfalls schon ausgiebig gerätselt worden ist!, uns diese Sendung zum Fraße vorzuwerfen: Es ist wegen der Buuuße. Dass man das gesehen hat. So. Das hat man dann zu büßen, -> indem man es ja bezahlt hatte.
        Ach!

  8. caruso schreibt:

    PS ohne „i“ in „Hottentotten“!
    caruso

  9. Aristobulus schreibt:

    Nein, braune Ecken?, wieso?, um die geht’s da nicht.
    Worum geht’s denn: Um alle, um das große WIR und um’s Wir-TV, also um den allgemeinlinken Hauptschtrohm, der wahrhaftig Annette Frier und Matthias Matschke heißt und auf alles herabsieht, das nicht bio, diffuslinks, glattgebügelt, durchgedschendert und vorgartenselig ist.

  10. Hein schreibt:

    Ich weiß, warum ich mir solche Sendungen nicht ansehe.

    • Aristobulus schreibt:

      „einen Raum der Wahrhaftigkeit zu eröffnen“
      „ja die Anette un‘ isch, wir haam‘ uns zusammengesetzt, wir haam‘ in uns reingehoa’cht un‘ wir waan‘ uns rellatief schnell einich…“
      „direkt“
      „wir haddn wirklich die Erkenntnis“
      „einklich waa’s eine Vision“
      „jah!, ein Ritus!“
      „was kann ich denn hier tun, als eimpfach nur zu GEEBM!“
      „und die Frage is, kamman sowas übahauppt wieda gutmachn?“
      „unsa Ritu-Aal für euch!“

      (Wer macht sowas -?, und wer redet so? Schlimmer als bei allen Hottentotten jemals.)

      • caruso schreibt:

        Bin sicher, daß die Hiottentotten ein viiiiiiiiiiiiiiel höheres Niveau hatten und haben als die
        Leute die die von Ari zitierten Sätze verbrochen (oder besser. erbrochen?) haben.
        lg
        caruso

        • Aristobulus schreibt:

          Absolut, liebe Caruso. Ach absoluter!, nein am Exttremabsolutesten.

          Hottentotten haben Ehre und Ethos und überhaupt!, selbst wenn sie Dinge essen, die man in Koblenz, Coburg und hinterm Kobelzl nicht so gerne isst.
          Hottentotten können richtig albern sein. Oder richtig Ernst. Oder richtig dazwischen. Aber die machen nix so wie ähm Annette Matschler oder Mathias Fröstel. Nie. Das fiele denen gar nicht ein. Die gehen dann einfach zur Tagesordnung über, wenn die sowas sehen müssen wie den Anthias Mutsch und die Manette Sauber. Baaah. Aber sowas von.

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