Offener Brief von Gerd Buurmann an die Eltern der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin

Liebe Anja Kathrin Schultz,
Liebe Julia Kuhne,
Liebe Marika Saridou,
Liebe Lena Nitsche,
Liebe Anni Lindner,
Liebe Jennifer Krawehl,
Liebe Karin Letz,
Lieber Matthias Lindner
Lieber Marco Krawehl,
Lieber Ben Letz,

an der Schule, wo Eure Kinder unterrichtet werden, wurde über Monate ein 14-jähriger Schüler gemobbt, weil er Jude ist! Der Junge wurde geschubst, getreten und mit der Faust in den Rücken geschlagen. Mitte März 2017 wurde er sogar außerhalb der Schule an einer Bushaltestelle von zwei Schülern gewürgt und mit einer Spielzeugpistole bedroht, während andere Schüler zugeschaut und gelacht haben. All dies ist an der Schule Eurer Kinder passiert, siebzig Jahre nach dem Holocaust. Die Mutter des Jungen wusste sich letztendlich nicht zu helfen und nahm ihren Sohn von der Schule. In einem Leserbrief vom 4. April 2017 an den Tagesspiegel nehmt Ihr wie folgt Stellung:

„Als Eltern von Grundschüler_innen der Schule möchten wir an dieser Stelle unser großes Missfallen über die erschreckend unreflektierte und einseitige Art der Berichterstattung äußern, die sich nachhaltig rufschädigend für eine äußerst engagierte Schule auswirkt.Wir befürchten, dass die Schule in ein völlig falsches Licht gerückt und der Ruf, den sie sich gerade hart erkämpft, zunichte gemacht wird (…) Wir befürchten, dass die Schule in ein völlig falsches Licht gerückt und der Ruf, den sie sich gerade hart erkämpft, zunichte gemacht wird.“

Ist das Euer Ernst? Ihr sorgt Euch um den Ruf der Schule, statt darüber nachzudenken, dass Eure Kinder eine Schule besuchen, die zu den ersten deutschen Schulen nach dem Nationalsozialismus gehört, auf der ein jüdischer Schüler derart terrorisiert wurde, dass er es nicht mehr ausgehalten hat? Ihr schreibt weiter:

„Wie Sie richtig recherchiert haben, besuchen viele Schüler_innen mit einem Migrationshintergrund die Schule. Damit unterscheidet sich die Schule mit ihren Voraussetzungen sehr von den anderen Schulen in Friedenau, die vorwiegend von Kindern und Jugendlichen aus gutbürgerlichen Familien ohne Migrationshintergrund besucht werden.“

Was die Schule, die Eure Kinder besuchen, ebenfalls von vielen anderen Schulen unterscheidet, sind die Sendungen, die die Mehrheit der Mitschüler_innen Eurer Kinder im Internet und im Fernsehen verfolgen. In vielen Wohnzimmern der Klassenkamarad_innen Eurer Kinder sind arabische Sendungen in den Flimmerkisten zu sehen und dort ruft das lustige Hamas-Häschen Assud die Kinder zum Krieg gegen Juden auf. Zu seinem Hobby gehört es, Juden zu töten. Die Hamas Maus wiederum stachelt Kinder zum Hass gegen Juden auf und lässt sie Lieder über die heldenhafte Tat des Judenmords singen.

Es gibt ganze Hochglanzvideos, in denen der Terrorismus glorifiziert und der Hass auf Juden gefeiert wird.

In einer Serie eines der erfolgreichen arabischen Sender wird gezeigt, wie Juden ein Christenkind schlachten, um aus seinem Blut Mazzebrot zu machen.

Die Serie lief zur besten Sendezeit im Feiertagsprogramm. Sie war und ist auch heute noch in deutschen Wohnzimmern zu sehen. Im arabischen Fernsehpogrom ist der Hass gegen Juden Alltag.

Das 3-jährige Mädchen Basmallah zum Beispiel erklärte im Mai 2002 vor einem großem Fernsehpublikum, dass Juden Affen und Schweine sind, die sie nicht mag. Heute ist Basmallah 18 Jahre alt ubd somit nicht viel älter, als Eure Kinder, die eine Schule besuchen, an der ein jüdischer Junge terrorisiert wurde.

Ihr schreibt weiter:

„Seit Jahrzehnten existiert im Nahen Osten ein nicht enden wollender Konflikt zwischen Arabern und Juden. Eine Stadt wie Berlin, in der Menschen beider Religionen und Kulturen (und noch vieler mehr) leben – was unserer Meinung nach ein enormer Reichtum ist – kann vor den Auswüchsen internationaler Konflikte, wie des Nahostkonflikts, nicht verschont bleiben.“

Die „Auswüchse“ dieses Konfliktes sind, dass ein jüdisches Kind in Berlin an der Schule Eurer Kinder terrorisiert wird! Der sogenannte „Konflikt“ im Nahen Osten sieht übrigens wie folgt aus: Während Israel seit der Unabhängigkeitserklärung die Hand zum Frieden ausstreckt, ruft die arabische Seite zur Vernichtung aller Juden auf.

Der „Konflikt“ zwischen Juden und Arabern ist somit heute in etwa so sehr ein „Konflikt“, der von beiden Seiten ausgeht, wie der „Konflikt“ zwischen Deutschen und Juden im Jahr 1933. Damals verließen die ersten jüdischen Kinder deutsche Schulen, so wie es in diesem Jahr an der Schule Eurer Kinder geschehen ist. In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

In der Gründungscharta der Hamas steht:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: ‚Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!‘ (…) Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlich im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung.“

Wundert es Euch bei diesem Hass gegen Juden tatsächlich, wenn auf der Schule Eurer Kinder ein Jude gemobbt wird? Lest einfach mal, was in der Muttersprache der Mitschüler_innen Eurer Kinder in den letzten Jahren so alles gepredigt und öffentlich gesagt wurde. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 zum Beispiel sprach der libanesischer Minister, Wiam Wahhab, am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Lustig, oder? Fast schon Berliner Schnauze! Hier noch ein paar andere Aussprüche, mit denen die Mitschüler_innen Eurer Kinder groß werden:

„Bevor Israel stirbt muss es gedemütigt und erniedrigt werden!“ (Khaled Meshall, Vorsitzender der Hamas am 3. Februar 2006)

„Jeder, der ein Messer, eine Waffe oder ein Auto hat und damit nicht einen Siedler oder einen Juden angreift und mehrere zehn Zionisten tötet, gehört nicht zu Palästina!“ (Fawzi Barhoum, Hamassprecher am 30. Juli 2014)

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“ (Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister für religiöse Stiftungen der Hamas am 28. Februar 2010)

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten! Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

„In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslime ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will.“ (Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2008)

„Die größten Feinde eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

Am 9 Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Dieser ganze Hass ist mittlerweile ebenfalls auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken zu finden, die Eure Kinder auf dem Pausenhof nutzen. Dort rufen junge Menschen massenhaft im vermeintlichen Namen Allahs und des Korans zum Hass gegen Juden auf. Sie schreiben: „Juden ins Gas“, „Hitler hat es richtig gemacht“ und „Tötet die Juden!“ Es ist genau dieser Hass, der vor einigen Monaten dazu geführt hat, dass ein wütender Mob auf offener Straße in Berlin gebrüllt hat: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

Im Jahr 2017 musste ein jüdischer Junge an der Schule Eurer Kinder unter den Krieg leiden, der gegen Israel geführt wird und Ihr fragt: „Wie kann also eine Schule mit einer Schüler_innenschaft, die sich aus vielen Nationen zusammensetzt, davor gefeit sein, dass es zu religiös motivierten Auseinandersetzungen zwischen Schülerinnen und Schülern kommt?“ Ihr fügt jedoch hinzu: „Die Lösung liegt nicht darin, dies anhand eines tragischen Vorfalls zu bemessen und den Ruf einer engagierten Schule nachhaltig zu schädigen.“

Dieser „tragische Vorfall“ zog sich über Monate hin und ist nur deshalb einzigartig, weil es der erste Jude war, der die Schule Eurer Kinder besucht hat. Der Schulleiter Uwe Runkel erklärt selbst:

„Bei der Anmeldung des Schülers habe ich die Mutter darauf hingewiesen, dass wir keine Erfahrung mit jüdischen Schülern haben, die wie der 14-Jährige offen mit ihrer Religion umgehen.“

Mit anderen Worten: Hundert Prozent aller jüdischen Schüler, die „offen zu ihrer Religion stehen“, haben die Schule Eurer Kinder verlassen. Die Schule Eurer Kinder ist somit wieder judenrein. Der Konfliktpartei Hamas gefällt das!

Übrigens, „offen zu seiner Religion stehen“ heißt in diesem Fall, dass der Schüler im Ethikunterricht lediglich erklärt hatte, Jude zu sein. Das reichte schon! Wird Euch da nicht wenigstens etwas mulmig? Ihr erklärt:

„Die Lösung läge darin, eine Schule wie die Friedenauer Gemeinschaftsschule in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu bestärken – z.B. durch zusätzliche finanzielle Ressourcen, durch zusätzliches Personal und zu guter Letzt durch einen Journalismus, der nicht voreilig verurteilt. Das tut der Tagesspiegel leider nicht, wenn er mit seiner Berichterstattung zum einen dem bildungsbürgerlichen Trend der Abschottung vor dem vermeintlich Anderen, dem Fremden, Vorschub leistet und zum anderen Wasser auf die Mühlen derer gießt, die den Islam fürchten oder gar islamfeindliche Tendenzen verfolgen.“

Wie jetzt? Die Presse ist schuld? Sie ist schuld, weil sie darüber berichtet hst? Ist das Euer ernst? Vor über siebzig Jahren wurden Juden in Deutschland verfolgt und ermordet, ohne dass die deutsche Presse kritisch darüber berichtete, hinterher behaupteten die Deutschen, sie hätten von alle dem nichts gewusst und heute erklärt Ihr eine Zeitung zum Sündenbock, weil sie über den Judenhass an der Schule Eurer Kinder berichtet hat? Ich kann gar nicht in Worte fassen, auf wievielen Ebenen mich das entsetzt.

Habt Ihr Euch damals, als Ihr noch zur Schule gegangen seid, nicht auf gefragt, wie es zu der Judenverfolgung kommen konnte? Die Antwort kennt Ihr nun. Sie ist bitter. Ihr findet Sie im Spiegel. Und so wie Eure Groß- und Urgroßeltern gezetert haben über die Kritik Ihrer Kinder an ihrem Schweigen, Verharmlosen und Rechtfertigen, so werdet Ihr jetzt gewiss ganz empört sein über meine Kritik an Euch. Aber Ihr müsst Sie Euch anhören, da sie berechtigt ist. Der Leidtragende an Eurem Verhalten war nämlich der einzige Jude an der Schule Eurer Kinder! Das ist Eure Verantwortung! Ihr schreibt:

„Wir als Eltern wenden uns entschieden gegen Antisemitismus, Antiislamismus, Rassismus und Gewalt und werben für ein offenes Miteinander in der Gesellschaft, das nur funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Ihr stellt Euch also gegen Antisemitismus. Das ist lobenswert. Ihr müsst aber wissen, dass es nicht ausreicht, sich nur gegen den Antisemitismus zu stellen. Ihr müsst auch verstehen, was Antisemitismus ist und erkennen, wie sehr er unser Denken und unsere Kultur durchdringt. Ein Antisemit zeichnet sich dadurch aus, dass er von sich selbst sagt, kein Antisemit zu sein. Sein Standardspruch ist: „Ich hab nichts gegen Juden, aber …“

Wenn Ihr wirklich an einem Strang gegen Antisemitismus ziehen wollt, dann nehmt Euch die Zeit und lest die kurze Geschichte des Antisemitismus, die ich diesem Brief anhänge. Das wäre wenigstens ein Anfang.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

Liebe Eltern,

schön, dass Ihr weiter lest. Das zeigt, dass Ihr wirklich etwas ändern wollt.

Zunächst einmal die bittere Erkenntnis: Judenhass ist überall! Der Hass auf Juden ist so alt, dass er bis in die kleinste Faser mit unserer Kultur verwoben ist. Judenhass findet sich im Christentum und im Islam. Er findet sich bei aufgeklärten Denkern wie Immanuel Kant und Voltaire, bei Schriftstellern wie Charles Dickens und Oscar Wilde, bei Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Richard Wagner, ja sogar bei Karl Marx. Der Judenhass durchzieht unsere Kultur so sehr, dass niemand in unserer Gesellschaft vor diesem Hass gefeit ist, nicht mal Juden selbst.

So sicher, wie jeder Mensch, ob nun männlich oder weiblich, in einer sexistischen Gesellschaft sexistisch denkt, so denkt jeder Mensch, möge er nun Jude sein oder nicht, in einem judenfeindlichen Umfeld auch mal judenfeindlich. Ja, auch ich! Wir können uns diesen Hass jedoch bewusst machen und so bekämpfen!

Der Judenhass ist erschreckend wandelbar. Es ist die Stärke des Judenhasses, sich stets den neuen Gegebenheiten anpassen zu können. Es gibt drei große Arten des Judenhasses: Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus.

Antijudaismus ist der Hass auf das Judentum als Religion. Antisemitismus ist der Hass auf das Judentum als vermeintliche Rasse. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Ob nun aber Antijudaismus, Antisemitismus oder Antizionismus, in allen drei Fällen ist die Definition von Judenhass gleich. Henryk M. Broder hat es auf die einfache Formel gebracht:

“Ein Judenhasser ist, wer an Juden kritisiert, was er an anderen Menschen nicht kritisiert.”

Der christliche Judenhass nannte sich Antijudaismus. Antijudaisten nannten Juden Kindermörder, verfolgten sie und griffen ihre Synagogen an. Antijudaismus war der Hass auf das Judentum als Religion. Einer der bekanntestes Einpeitscher des Antijudaismus war Martin Luther. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Mit der Aufklärung nahm der christliche Antijudaismus ab. Seinen Platz nahm der Antisemitismus ein. Antisemiten erklären Juden zu einer minderwertigen Rasse, nennen Juden Kindermörder, verfolgen und ermordeten sie und greifen ihre Synagogen an.

Antisemitismus ist der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues Gewandt zu geben. Nachdem viele Menschen die Kostüme der christlichen Dogmen und Fundamentalismen abgelegt hatten, erkannten sie zwar, dass sie nackt waren, jedoch auch, dass sie immer noch keine Juden mochten. Der Judenhass war in langer, traditioneller Ausübung so tief in ihren Herzen verankert, dass er sich in das Zeitalter der Aufklärung retten konnte.

Die Ideologie des Antisemitismus’ geht zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. Wilhelm Marr war links, demokratisch und er hasste Juden! In seiner linker Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil sie sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben hätten. In Berlin erschien im Februar 1879 seine Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreiben. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Benutzung des Begriffs „Antisemitismus“. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte. Er legte 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und dabei brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Antisemiten ein ewiger Jude und dadurch nur noch durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Als der Antisemitismus aufkam, kannten viele Menschen nur den klassischen Antijudaismus. Sie sahen den Antijudaismus nicht mehr als große Gefahr an. Das Christentum hatte schließlich seine absolute Macht eingebüßt und in Deutschland wurden Juden sogar Ende des 19. Jahrhunderts vollwertige Bürger des Deutschen Kaiserreichs. Der Antisemitismus könnte wüten, weil er fahrlässig unterschätzt wurde.

Unterschätzt wird heute die neue Form des Judenhasses. Es ist der Antizionismus! Antizionisten erklären Juden zu einem Volk, das nichts aus dem Holocaust gelernt haben soll. Antizionisten nennen Juden Kindermörder, verfolgen und ermorden sie und greifen ihre Synagogen an. Antizionismus ist der Hass auf das Judentum als Nation. Wieder findet sich dieser neu definierte alte Hass auf Juden besonders in linken Kreisen. Wieder wird dieser Hass maßlos unterschätzt, wie man an der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin erkennen kann.

Die hysterische Kritik an Israel ist nichts weiter als blanker Judenhass, weil an Israel kritisiert wird, was bei allen anderen Ländern der Welt ignoriert wird. Israel wurde von den Vereinten Nationen öfter mit kritischen Resolutionen bedacht, als alle anderen Nationen zusammen. Israel ist für viele der Jude unter den Staaten. Sie hassen Israel nicht aufgrund eines bestimmten Handels, sondern weil Israel überhaupt handeln kann, egal wie! Es ist die pure Existenz Israels, die nicht erwünscht ist.

So wie der Antijudaismus einst von Christen ausging, so hat der Antizionismus heute in der muslimischen Gemeinschaft einen willigen Vollstrecker. Die muslimische Hamas hat nicht nur einen Hass auf Israel, sie fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta zudem die Vernichtung aller Juden weltweit. Die Hamas peitscht ihre Feinde ein und schießt immer wieder und oft täglich tausende Raketen in Richtung Israel ab, um so viele Kinder, Frauen, Zivilisten, Schulen, Hospitäler, Atomkraftwerke und Heime wie möglich zu treffen. Statt aber Israels Recht auf Selbstverteidigung zu verteidigen, wird von vielen Leuten erwartet, Israel solle mit den Judenhassern verhandeln. Wie aber verhandelt man mit einer Terrororganisation, die alle Juden vernichten will? Soll Israel dieser Organisation etwa auf halbem Weg entgegenkommen?

Israel muss jeden Krieg gewinnen! Nach zehn Kriegen muss es 10:0 stehen. Ein 9:1 ist nicht möglich. Nur ein verlorener Krieg bedeutet, dass Israel nicht mehr existiert. Israel lebt seit seiner Gründung in einer permanenten Sudden Death Situation. Der Gegner kann ruhig einen Krieg nach dem anderen verlieren; Israel aber muss jeden Krieg gewinnen. Israel hat daher kein Interesse an einen Krieg. Israel ist eine marktwirtschaftliche Demokratie und wäre lieber von Geschäftspartner umgeben als von Feinden.

Der Antizionismus blendet das alles aus. Der Antizionismus wird in Deutschland so fahrlässig unterschätzt wie einst der Antisemitismus. Der Antijudaismus hatte einst mit Luther seinen bedeutendsten deutschsprachigen Unterstützer. Der Antisemitismus hatte in Hitler seinen besten Verbündeten. Heute wütet der Antizionismus. Wie wird sich Deutschland wohl diesmal entscheiden? Diether Dehm von der Partei Die Linke hat sich bereits entschieden und trumpft mit dieser Definition von Antisemitismus auf:

“Der Antisemitismus wurde das, was er wirklich ist: Eine massenmordende Bestie. Und deswegen dürfen wir nicht zulassen, dass man den Begriff des Antisemitismus für Alles und Jeden inflationiert. Antisemitismus, das ist Massenmord! Und es gibt überhaupt keinen Anlass, wenn mein Kollege und Freund Rolf Becker hier spricht, wenn von irgendeiner Seite dazwischengepöbelt wird Antisemitismus. Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben!”

In Deutschland beginnt Antisemitismus laut Diether Dehm also erst mit der Vergasung von 6 Millionen Juden. Alles darunter ist vermutlich eine Ordnungswidrigkeit! Der Antizionismus wird heute so verharmlost wie einst der Antisemitismus. Die Überzeugungen vieler Judenhasser von heute lautet: „Israel ist unser Unglück!“

Mit diesem Hass können viele Islamisten etwas anfangen. Sie sind fest davon überzeugt, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. In einer erst jüngst gehaltenen Predigt des Sheich Ibrahim Madhi in der Sheik ‘Ijlin Moschee befasst sich der Redner mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.”

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Als die Nazis ihren mordenden Judenhass propagierten, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier sehen kann. Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Die brutalsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Europa haben mittlerweile einen islamistischen Hintergrund. Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem Mann getötet, der sich als Kämpfer des Islams verstand. Drei der Opfer waren Kinder.

Am 24. Mai 2014 wurde ein israelisches Paar und eine französische Besucherin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Der Mörder glaubte, es im Namen Allahs zu tun. Am selben Tag wurden in Frankreich zwei Juden, die aus einer Synagoge kamen, brutal zusammengeschlagen. Die Täter glaubten, damit dem Propheten zu gefallen.

Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis angeschossen. Ein paar Wochen später am 8. Januar 2009 rief auf den Straßen in Oslo ein überwiegend muslimischer Mob “Tötet die Juden!” und “Schlachtet die Juden ab!” In Hannover wurden im Jahr 2010 Juden von muslimischen Kindern und Jugendlichen mit Steinen beworfen. Welche Vorbilder haben diese Kinder? In Offenbach wurde ein Rabbiner in einer Einkaufspassage angegangen. Auf Facebook werden seit Jahren täglich Rufe nach der Vergasung und der Vernichtung aller Juden laut. In Dänemark weigerte sich eine Schule 2008/2009, jüdische Kinder anzunehmen, da dadurch die Sicherheit gestört werden würde, da dort auch muslimische Kinder zur Schule gehen. In Duisburg wurde 2009 unter massiver Polizeigewalt eine Israelfahne aus einer privaten Wohnung entfernt, weil sie von draußen zu sehen war, was einem arabisch skandierendem Mob nicht gefiel.

Dieser Hass wird in deutschen Moscheen gelehrt. Im Jahr 2016 schickte der Journalist Constantin Schreiber einen Mann inkognito in fast zwanzig Moscheen in Deutschland, um sich die Freitagspredigten anzuhören. Was er zu hören bekam, war wenig vertrauenserweckend und teilweise sogar sehr erschreckend. Die Gläubigen wurden allesamt dazu aufgerufen, sich vom Leben in Deutschland abzugrenzen. Constantin Schreiber sagt:

„Der Aufruf zur Abgrenzung zieht sich wie ein roter Faden durch die Texte.“

In Moscheen in Deutschland wird gepredigt, dass Demokratie und Islam sich ausschließen und kein gläubiger Muslim demokratisch und liberal sein kann. Es wird offen gegen Juden gehetzt. Syrischen Flüchtlinge, die die Predigten gehört haben, erzählen Constantin Schreiber, sie seien überrascht, dass solch aggressive und rückwärtsgewandte Predigten in Deutschland gehalten werden. Aus Syrien, so erklären sie, kennen sie das nicht.

Ich weiß nicht, welche Predigt der Terrorist vom Berliner Weihnachtsmarkt gehört hat, bevor er loszog, um zu morden, ich weiß auch nicht, wer die islamischen Lehrer jener jungen Muslime sind, die auf deutschen Schulhöfen das Wort „Jude“ wieder als Schimpfwort salonfähig gemacht haben, aber ich muss leider feststellen, dass sie sich selber als Muslime sehen. Sie behaupten sogar, ihren Hass im Namen des Propheten zu begehen. Ob in Nizza, Brüssel, London oder Paris, der Ruf nach Allahs Größe begleitete sämtliche Morde und nicht selten hatten die Terroranschläge einen judenfeindlichen Hintergrund.

Es reicht daher nicht, einfach zu behaupten, all die Verbrechen hätten nichts mit dem Islam zu tun. Natürlich haben sie das! Ich würde die Judenhasser und Terroristen, die brüllen und morden auch am liebsten schlicht Arschlöcher nennen, aber ich kann nicht ignorieren, dass sie sich selber als Muslime bezeichnen; sogar als wahre Muslime, berechtigt, für einen Islamischen Staat zu morden. Sie schneiden Köpfe ab, steinigen Frauen, hängen Homosexuelle und stechen Juden ab, alles im Namen eines Islamischen Staats. Vor hundert Jahren war es die christliche Kirche, die Juden als Brunnenvergifter und Kindermörder bezeichnete. Sie ebnete so den Weg in den Holocaust. Heute sind es Moscheen, in denen der Hass auf Juden gepredigt wird, übrigens mit den gleichen Worten.

Der Islamische Staat heute unterscheidet sich im Hass nicht mehr von den Nazis damals. Und so wie damals Juden auf deutschen Schulhöfen nicht mehr sicher waren, so sehr zeichnet sich heute eine Wiederholung ab.

Liebe Eltern,

lasst das nicht zu!

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Für weitere Fragen könnt Ihr mich kontaktieren unter:

gerdbuurmann@hotmail.de
Tel.: 0171 758 92 74

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PS: Vielleicht denkt Ihr jetzt noch einmal über Euren Leserbrief nach und schreibt einen neuen.

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