Wer Juden angreift, greift unsere Wurzeln an

470 judenfeindliche Vorfälle gab es in Berlin im Jahr 2016. Für eine Stadt, in der gerade mal 12.000 Juden leben, eine erschreckende Zahl. Egal aber, wie klein die jüdische Gemeinde in Berlin ist, Juden leben in dem Gebiet, das heute Deutschland heißt, länger als jede andere Gemeinde. Wer Juden angreift, greift somit unsere Wurzel an!

Lange bevor in Europa das deutsche Volk in Erscheinung trat, lebten hier bereits Juden. Sie formten das Gesicht der Städte, die heute zu Deutschland gehören. Allein die Städte Köln, Bonn, Worms, Speyer, Trier und Augsburg, um nur ein paar zu nennen, gibt es schon deutlich länger als es Deutsche gibt.

Völker kommen und gehen. Sie entstehen, bestehen, verwehen. Nicht selten werden Völker von außen bestimmt. Das beste Beispiel dafür ist das deutsche Volk, das in den verschiedenen Sprachen verschieden bezeichnet wird. Die Finnen nennen Deutsche „Saks“, weil sie die Sachsen in ihrer direkten Nachbarschaft haben. Die Sachsen treten erstmals ab dem 3. Jahrhundert in Erscheinung. Die Franzosen wiederum nennen die Deutschen Alemannen, eine Volksbezeichnung, die ebenfalls erstmals im dritten Jahrhundert auftaucht. Die Polen nennen die Deutschen Niemieckis und die Engländer Germanen. Kaum ein Deutscher würde sich jedoch Germane nennen und nur die wenigstens würden sich als Sachsen oder gar Alemannen bezeichnen. Die Deutschen nennen sich „deutsch“! Woher kommt jedoch das Wort „deutsch“?

„Deutsch“ komm von dem Wort „diutisc“ und bedeutet so viel wie „zum Volk gehörig“. Mit diesem Begriff wurde die nicht-romanischsprechende Bevölkerung jenseits der nördlichen Grenze des Römischen Reichs bezeichnet. Der erste wichtige Beleg für den Begriff ist eine Textstelle aus dem 4. Jahrhundert, eine Passage in der gotischen Bibelübersetzung des Bischofs Wulfila. In seiner griechischen Vorlage fand er als Gegenbegriff zu jüdisch den Begriff „ἐθνικός“ (zum Heiden-Volk gehörig). Die nichtjüdischen Völker, die noch christlich bekehrt werden sollten, wurden mit diesem Wort zusammengefasst. Wulfila übersetzt den Begriff ins Gotische und verwendete dazu das Wort „þiudisko“. So wurden alle Stämme jenseits der römischen Grenze zu einem Volk subsumiert. So wurde der Vorstellungsraum „deutsch“ erfunden und zwar zu einer Zeit, als bereits eine Synagoge in Köln stand.

Die zu einem Raum zusammengefassten Stämme waren jedoch alles andere als ein Volk mit einer gemeinsamen Identität. Nicht wenige lagen im Krieg miteinander. Der Begriff „Deutsch“ ist eine Fremdbestimmung, in etwa so, wie die Europäer, die einst über den Atlantik segelten und sämtliche Stämme, die sie in der sogenannten „Neuen Welt“ trafen, als Indianer bezeichneten, obwohl die verschiedenen Stämme so unterschiedlich waren, wie die Völker Europas. Man stelle sich mal vor, die Stämme Amerikas hätten diese Fremdbezeichnung angenommen und einen eigenen Staat mit dem Namen „Indien“ gegründet. In Europa geschah genau das. Der Begriff, der unterschiedlichste Stämme in einen Topf warf, wurde benutzt, um ein neues Volk zu erfinden: die Deutschen! Wie kam es dazu?

Nach dem Zusammenbruch des Antiken Römischen Reichs war Mitteleuropa für Jahrhunderte ein chaotisches Gebiet der Völkerwanderung mit Scharmützeln an jeder Ecke. Erst die Karolinger brachten wieder Ordung in die Region, indem Karl der Große von der römisch-katholischen Kirche wieder zum Cäsar (Kaiser) gekrönt wurde. So entstand das karolingische Ostfrankenreich. Aus dem Westfrankenreich sollte sich später Frankreich entwickeln. Aus dem Ostfrankenreich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen das Heilige Römische Reich heraus. Der Name „Sacrum Imperium“ ist für 1157 und der Titel „Sacrum Romanum Imperium“ für 1254 erstmals urkundlich belegt. Ab dem 15. Jahrhundert kam dann der Zusatz „Deutscher Nation“ hinzu, um das Reich vom Antiken Rom zu unterscheiden.

Als dieses Reich im frühen 19. Jahrhunderte aufhörte zu existieren, war Mitteleuropa wieder ein Flickenteppich mit dutzenden Landesvätern. „Deutschland“ war lediglich ein Vorstellungsraum. Der Traum einer deutschen Republik zerplatze in der gescheiterten Revolution 1848/49. Den Vorstellungsraum Deutschland dominierten stattdessen das Kaisertum Österreich, das Königreich Preußen, der Rheinbund und der Deutsche Bund unter der Führung Österreichs, der sich im Jahr 1815 gegründet hatte. Der Deutsche Bund war ein Staatenbund, den die „souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands“ schlossen. Die Mitgliedes des Deutschen Bunds waren auch der Kaiser von Österreich und die Könige von Preußen, Dänemark und der Niederlande. In diesem Bund gärte der Wunsch nach einer deutschen Nation. Die Konkurrenz zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Bund spitzte sich zum deutschen Dualismus zu. Mit dem Deutschen Krieg und der Schlacht bei Königgrätz entschied Preußen 1866 die Verherrschaft zu seinen Gunsten, führte die diversen Länder zu einem Reich zusammen und gab ihm den Namen „Deutsches Reich“, in Anlehung an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, um so eine jahrhundertlange Tradition der vermeintlichen Deutschen vorzugaukeln. So wurde das deutsche Volk im Jahr 1871 erfunden! Für das „Deutsche Reich“ wurde sogar ein Denkmal errichtet – oder besser fertiggestellt. Um die Macht des neuen Deutschen Reiches zu dokumentieren, wurde eine über sechshundertjährige Baustelle fertiggestellt. Das Gebäude sollte daraufhin vier Jahre lang das höchstes Gebäude der Welt sein: der Kölner Dom!

Köln wurde somit 1871 deutsch. Davor war die Stadt schon römisch und französisch gewesen. Kein Volk jedoch lebt länger in Köln als die Juden. Die älteste Schrift, die jüdisches Leben in Köln dokumentiert ist ein Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahre 321. In diesem Dekret heißt es:

„Allen Stadträten gestatten Wir durch allgemeines Gesetz, Juden in die Kurie zu berufen.“

In einer weiteren Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Der Bau einer jüdischen Versammlungsstätte zeigt, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war. Das Judentum gehört zu Köln, bevor das Christentum Teil der Stadt wurde. Das Judentum brachte die Geschichten von Noah, Abraham, Sarah, Rebecca, Moses, Adam und Eva an den Rhein.

Als sich das Christentum mit aller Macht der römischen Kaiser über Europa ausbreitete und sich einige Jahrhunderte später unter diesem Teppich das deutsche Volk erfand, wurden Juden schnell zu den Erzfeinden des neuen Volks erklärt. Im Jahr 1096 kam es im Verlauf des Ersten Kreuzzuges zu mehreren Pogromen. Am 27. Mai 1096 fielen in Mainz Hunderte von Juden Gewaltexzessen zum Opfer. Ähnliches geschah im Juli desselben Jahres in Köln. Im Jahre 1146 wurden mehrere Juden bei Königswinter von einem aufgebrachten christlichen Mob erschlagen, kurz vor Beginn des Zweiten Kreuzzuges. Nach dem Vierten Laterankonzil im Jahr 1215 waren alle Juden dazu angehalten, sich durch ihre Kleidung deutlich als Nichtchristen auszuweisen. Besonders die Farbe Gelb wurde genutzt, um Juden in Europa diskriminierend zu kennzeichnen. Juden wurden gezwungen, einen gelben Ring in Brusthöhe auf ihrer Kleidung zu tragen.

Aus dieser Stigmatisierung entwickelte sich später der gelbe Judenstern der Nazis. Ähnliche Kleiderordnungen waren im Islam schon seit dem frühen 8. Jahrhundert für Juden üblich. Ihre Kennzeichnungspflicht begann 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. Die Art des Kennzeichens war anfangs nicht festgelegt und variierte. 807 befahl Kalif Hārūn ar-Raschīd in Persien für Juden dann einen gelben Gürtel.

In den Jahren 1287 und 1288 kam es im Rheinland zu einer Verfolgungswelle gegen Juden. In Andernach, Altenahr, Bonn und Lechenich wurden Juden getötet und ihre Häuser geplündert. In den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts wurde im Kölner Dom die sogenannte „Judensau“ auf einer der Stuhlwangen des Domchores angebracht. Sie befindet sich noch heute dort!

Trotz der Verfolgung prägten Juden das Gesicht Europas. Die bedeutsamste Prägung dürfte die Gründung der SchUM (hebräisch שו״ם) sein. SchUM war eine Art jüdische Hanse, nämlich ein Bund der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz. Das Wort SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben ihrer mittelalterlichen, auf das Latein zurückgehenden hebräischen Namen: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz).

Die SchUM-Städte vertraten neben Handelsangelegenheiten auch eine gemeinsame Richtlinie bei der Auslegung der Religionsgesetze, die als Takkanot Schum (תקנות שו״ם) bekannt sind. Mit diesen Erlassen und den Talmudschulen, die unter den Juden in ganz Europa hohes Ansehen genossen, erlangten die SchUM-Städte Anfang des 13. Jahrhunderts eine führende Rolle im aschkenasischen Judentum. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Zentraleuropa gelten sie sogar als Geburtsstätte der aschkenasischen religiösen Kultur.

Nach vier Jahrhunderten endete die große Zeit von SchUM um 1350, als diese Gemeinden infolge der Großen Pest und von Massakern ausgelöscht wurden. In der Folgezeit entstanden zwar wieder kleine Gemeinden, die jedoch nie mehr jene Bedeutung erlangten, die sie vorher hatten.

Aus Köln wurden im Jahr 1424 alle Juden vertrieben. Das Volk, das in Köln länger gesiedelt hatte als Christen, wurde zu illegalen Siedlern erklärt und vertrieben! Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Napoleon und dem Code Civil, in dem das aufklärerische Ideal der Religionsfreiheit festgehalten wurde, kehrten Juden nach Köln zurück. Ein Jahrhundert später sollten sie jedoch wieder zu illegalen Siedlern erklärt werden, diesmal von den Nazis.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele jüdische Siedlungen in Europa. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl jedoch illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Die Nazis erkärten, Juden könnten keine Deutsche sein, eine nationale Identität, die erfunden wurde, lange nachdem Juden bereits in deutsche Lande gesiedelt hatten. Das Judentum ist die älteste noch heute praktizierte Religion Deutschlands! Die Nazis aber erklärten, Juden könnten keine Deutsche sein, verfolgten und ermordeten sie und die Katholische Kirche schloss ein Konkordat mit ihnen.

Wenn man sich die Geschichte Kölns genau anschaut, so war das Leben dort unter den Römern, Franzosen und Amerikanern deutlich besser als unter den Preußen und Deutschen. Vielleicht wäre das Volk der Deutschen besser gar nicht erfunden worden.

Jetzt, wo es das Volk der Deutschen jedoch gibt, müssen sich die Mitglieder dieses Volks entscheiden, was für ein Volk sie sein wollen. Ein Volk, das jene Menschen einschließt, die hier schon länger leben als Christen oder ein Volk, das erklärt, Juden gehören nicht dazu. Für beide Definitionen des Deutschen Volkes gibt es historische Beispiele. Welche Definition wählen wir heute?

Wenn Juden zu Deutschland gehören und für mich gibt es nicht den geringsten Zweifel daran, dann gehören sie zum ältesten Teil Deutschlands. Wer sie angreift, greift unsere Wurzeln an!

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37 Antworten zu Wer Juden angreift, greift unsere Wurzeln an

  1. A.mOr schreibt:

    @Phillip K (April 12, 2017 um 1:19 am)
    „Was genau sind Hebräer, gibt es Unterschiede zu Juden?“

    Wenn, dann sprechen wir von einem zeitlichen Unterschied, so wie Gerd Buurmann (tapferimnirgendwo, April 12, 2017 um 1:06 pm) -eher unklar- andeutet.
    Und (bzw., denn) wir sprechen (hier) von der deutschen Sprache, wenn es um die verschiedenen Bezeichnungen geht, sowie dem kulturellen (in der Regel christlichen) Hintergrund der Deutschen (Sprache/Bildung), wenn es um die Einordnung geht. Es geht dabei um die Auslegung von ‚christlicher Bibel‘ an erster Stelle.
    Das ist jedoch ein anderes Thema.

    Solche Fragen gibt es für Juden selbst im Prinzip nicht: die Hebräer, die aus Ägypten ausgezogen sind, sind die selbe Nation (als direkte Vorfahren) wie die Juden von heute.

    Dieser Tage feiern wir das uralte jüdische Fest ‚Pessach‘, dazu gibt es eine Menge zu erzählen, zum „Warum“, und was es bedeutet.
    Sehr kurz jedoch auf Deine Frage bezogen: es wird (mit der Auseinandersetzung der Pessach-Geschichte) eigentlich die Geburt des jüdischen Volkes beschrieben, wie es bis heute existiert.

    Volk verbunden mit der „Religion“ von dieser Zeit sind bis heute existent und gültig, und untrennbar miteinander verbunden; warum das so ist erzählt die „Pessach-Geschichte“ selbst.
    (Die in Deutschland weit verbreitete Annahme, daß es sich bei Juden ausschließlich um eine „Religionsgemeinschaft“ handle, ist durch Juden selbst widerlegt.)

    Das „Tempelfest“ -wie Pessach- hat sich durch die Zerstörung des „Tempels“ (durch die Römischen Besatzer, vor rund 2000 Jahren) verändert. Ein „Tempelopfer“, etwa, ist so nicht mehr möglich, und einen Ersatz kann es nicht geben. Eine Anpassung an die Umstände durchaus. Deshalb leben noch heute die selben Juden wie zur Zeit des Auszugs aus Ägypten vor rund 3300 Jahren. Und es gelten unverändert (auf Hebräisch) die Zehnworte (die „Zehn Gebote“) von damals wie heute.

  2. A.S. schreibt:

    Man kann auch sagen: Wer Menschen angreift, einfach weil er sie nicht mag, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft und sollte entsprechend behandelt werden.

  3. Paul schreibt:

    Danke lieber Gerd,
    für diesen wohl formulierten und verständlichen Geschichtsunterricht.

    Meine Oma sagte immer: „Junge, man wird alt wie ein Haus und lernt doch nicht aus.“
    Meine Oma hat Recht. Ich habe sehr viel dazu gelernt. Auch dafür danke ich Dir.

    Warum haben Vernunft und Wahrheit es so schwer sich bei der Allgemeinheit durchzusetzen. Da sehe ich Parallelen zur Lüge. Eine Lüge verbreitet sich in Windeseile und wird bereitwillig als Wahrheit angenommen. Dagegen hat es die Wahrheit sehr viel schwerer. Viele verweigern sich der Erkenntnis und verharren in der Lüge.

    Das erleben die Juden seit Jahrtausenden.

    Herzlich, Paul

  4. Ralf Weber schreibt:

    Hier dazu sehr aktuell zu Ostern und Passah von Dr. Rafael Korenzecher
    :
    CHAG PESSACH KASHER w‘ SAMEACH 2 all of u and all of ur loved ones !!!!

    Allen damaligen und heutigen Pharaos, allen offenen und versteckten Judenhassern, BDS-Junkies, hiesigen Terror-gegen-Israel-Verstehern und Atom-für–den-Iran-Befürwortern , allen Erdogans, Abbassen, Rouhanis, dem UNO-Pack, der EU , allen Schulzes, Mogherinis, Wallströms , Steinmeiers und Gabriels zum Trotz:

    Same procedure as last year —— same procedure as next year —– same procedure as every year —— year after year —- century after century —- millenium after millenium — a tale as old as time……………..

    To all of my friends and to everybody —— a kuscheren int a gebenschten peissech —— Chag Pessach kasher w’sameach —— le shanah haba b’Jerushalaim ——— Am Israel Chai —– L’chaijm 2 all of u.

    Und bitte auch in diesem Jahr beachten:
    If visiting Israel this Pessach – Season —— please drive carefully if u drive up the way on the picture and pay strong attention 2 the terrific and „kind of rather rare“ traffic sign on ur right.

    Dr. Rafael Korenzecher

    ( pls click link for more delightful pessach-feeling —- bitte unbedingt clicken —- don’t miss it —– enjoy every1 )

    Hier für die ganz Unerschrockenen noch etwas Vertiefendes zum diesjährigen Pessachfest ( Auszug aus der Herausgeber Kolumne der Jüdischen Rundschau April 2017 :

    Das einwöchige Pessachfest erinnert an das Ende der pharaonischen Unterdrückung der Juden. Nach dem unter Führung Moses von Pharao abgetrotzten Auszug des jüdischen Volkes aus ägyptischer Knechtschaft und der nach 40 Jahren Wanderschaft am Ende dieses Exodus stehenden Ankunft im gelobten Land markiert Pessach die Einleitung der jüdischen Eigenstaatlichkeit vor bereits mehr als drei Jahrtausenden.

    Das vor 69 Jahren auf altem, dem jüdischen Volk durch diverse Fremdherrschaften nahezu zwei Jahrtausende lang geraubten Gebiet wiederbegründete, demokratische Israel mit seiner ungeteilten Hauptstadt Jerusalem ist somit – allen anderslautenden Behauptungen und Ansprüchen seiner Feinde zum Trotz – einer der am längsten auf seinem Territorium legitimierten Staaten der Welt.
    Neben der Gestalt des im Königreich Judäa geborenen Religionsgründers Jesus und vielem anderen aus seiner jüdischen Welt hat auch das am Vorabend des Pessachfestes mit der Verlesung der Geschichte des jüdischen Auszugs aus Ägypten seit alter Zeit jährlich zelebrierte Seder-Mahl, dem auch der Jude Jesus beigewohnt hat, als heiliges Abendmahl Eingang in die christliche Lehre gefunden.

    Die nach dem Exodus der Juden aus Ägypten im weiteren Verlauf des Pessach-Geschehens entstandenen zehn Gebote bilden eine erste frühe Formulierung der Menschenrechte und stellen einen unverzichtbaren, allgemeingültigen ethischen Verhaltenskodex dar. Als großes jüdisches Erbe haben die zehn Gebote in kaum zu überschätzender Weise in wachsendem Maße bis heute ein Unrechtsbewusstsein für die Verletzung zwischenmenschlicher Normen geschaffen. Obwohl von der Menschheit nie wirklich erreicht, haben sie maßgeblich nicht nur die Rechtsgrundlagen und die Verhaltensethik des jüdisch-christlichen Abendlandes geprägt, sondern ausgehend von dort die zivilisatorische Entwicklung der gesamten Menschheit im Sinne einer gelebten Humanität beeinflusst.

    Unschätzbar sind die Verdienste, die sich das zahlenmäßig kleine jüdische Volk im Laufe seiner häufig und besonders im letzten Jahrhundert von unendlichem Leid begleiteten Geschichte um Humanität, Ethik und die Zivilisation unseres Planeten erworben hat. Unschätzbar ist auch der überproportionale kulturelle, wissenschaftliche und technologische Beitrag jüdischer Menschen und des winzigen Staates Israel auf dem Gebiet der Medizin, der Naturwissenschaft, der Technologie, der heutigen digitalen Revolution und nahezu allen anderen Bereichen des menschlichen Lebens.

    Ungeachtet dieses Sachverhalts und des zweifelsfrei belegten historisch legitimierten Anspruchs auf sein Jahrtausende altes Staatsgebiet und seine ungeteilte Hauptstadt Jerusalem – die Delegitimierung des jüdischen Staates und die gemeinsam mit den brutalen muslimischen Landusurpatoren praktizierte Leugnung der geschichtlichen Bezüge des jüdischen Volkes zu seinem rechtmäßigen Stammland in Judäa, Samaria und Galiläa bestimmen heute wieder die Richtlinien der deutschen und westlichen Politik. Tradierter rechter und neu-importierter islamischer Antisemitismus steuern – nur sieben Jahrzehnte nach der durch Nazi-Deutschland vor den untätigen Augen der Welt verübten bestialischen Ermordung von Millionen unschuldiger jüdischer Opfer vor allem in der westlichen Welt und nicht zuletzt auch in Deutschland neuen Höhepunkten entgegen.

    Abgrundtiefer, weiten Teilen der Muslime von klein auf anerzogener Mord-Hass auf alles Jüdische hat – uneingestanden von unserer Politik und vielfach verschwiegen von unseren Medien – mit wachsendem hiesigen Anteil dieser Bevölkerungsgruppe bereits zu tiefgreifenden destruktiven Veränderungen unserer Gesellschaften und einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen des jüdischen Populationsanteils geführt.

    Während unsere Politik sich fortschreitend in naivem oder wahltaktischem Islam-Appeasement übt und nahezu nichts unterlässt, um die mangelnde Integrationsbereitschaft eines nicht unerheblichen Anteils der Muslime durch ubiquitäre Erleichterungen und Anpassung unserer Lebensweise an die Islamisierung unserer Welt zu honorieren, ist jüdisches Leben in unserem Lande und anderen Teilen West-Europas ohne durchgehenden Schutz seiner Kindergärten, seiner religiösen Einrichtungen und fast aller anderen Bereiche nicht mehr ohne Gefahr für die körperliche Unversehrtheit jüdischer Menschen möglich.

    Die gern eingeräumte Ermöglichung der islamischen Lebensweise geht nicht Hand in Hand mit dem gleichen Recht für andere und ganz besonders für die jüdische Minderheit in unserem Lande und in Europa. Die in Nazi-Deutschland verordnete Zwangsmarkierung von Juden ist in der heutigen Zeit lauwarmen, von offiziöser Seite erteilten duckmäuserischen Empfehlungen an die Juden gewichen, weitgehend auf das Tragen jüdischer Identifikationsmerkmale zu verzichten, um die hiesigen Muslime nur nicht zu provozieren…… ( Zum Weiterlesen bitte untenstehenden Link zu meiner Kolumne klicken )

    Dr. Rafael Korenzecher
    http://juedischerundschau.de/kolumne-jr-32/

    • Aristobulus schreibt:

      Danke!, und Ihnen recht bald frohe Ostern, Herr Weber.

      • Ralf Weber schreibt:

        Danke, ihren auch friohe Ostern

        • Aristobulus schreibt:

          Sicher freundlich gemeint; aber achdumeinegüte, ich feiere doch keine Ostern. Warum sollte ich?
          Waj. Ich wünsche Ihnen heut ja auch nicht gutt Jonteff und koschere Pessach (Sie begehen ja nicht Pessach, Herr Weber, Sie sind ja kein Jude, Sie haben andere Feiertage!), sondern ich wünsch Ihnen halt unspezifisch wie nette Feiertage, einen friedlichen Montagabend, und bald eben frohe Ostern.

          (Man muss die Dinge sorgfältig unterscheiden, sonst ergibt alles plötzlich eine großen Muddelkuddel, und dann wird von Jidn erwartet, dass sie Ostereier suchen.)

          • Ralf Weber schreibt:

            Dann wünsche ich Ihnen von Herzen ein schönes Pssach-Fest.

            Ich bin nicht froh darüber, dass wir uns von den jüdischen Wurzeln unseres Glaubens wegentwickelt haben. Unser Fest basiert ursprünglich auf eurem Pessach und das ist auch für uns seine geistliche Bedeutung. Der Firlefanz mit Ostereien etc. ist nebensächlicher Kinderkram.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber nein, Ostereier zu suchen ist Ihr Brauch, ein guter Brauch, und er hat noch niemandem geschadet.
            Abgesehen davon haben schon die Phönizier das Ei „Mot“ genannt, ein Synonym auch für Tod, also ist das Osterei wohl nicht das schlechteste Emblem für Ihr Osterfest.

            Und Pessach hat nichts, aber auch gar nichts mit dem christlichen Osterfest zu tun. Zu Ostern feiern Sie die Auferstehnung im Jahr 33 (circa), nicht?, aber nur zufällig fand ein paar Tage zuvor bei den Juden Pessach statt (das in Ihrem Bericht vom Abendmahl wohl erwähnt wird).

            Pessach ist das Entkommen der Hebräer aus der ägyptischen Skaverei, als man als Jude lernen musste, ein freier Mensch zu werden und kein Sklave mehr zu sein. Das, worum es da geht, nicht gar nichts mit dem zu tun, worum es in Ihrem Osterfest geht.

          • Aristobulus schreibt:

            … pardon, nicht „nicht gar nichts“, sondern HAT gar nichts.

          • aurorula a. schreibt:

            Und das, obwohl sie den Afikoman versteckt haben, lange bevor es Ostereier gab (oder dieses Jahr zumindest ein paar Tage).
            Da klaut man (also, christlicherseits) schon kulturhistorisch eine Idee, und dann wundert man sich, daß die von denen man sie hat lieber die ursprüngliche behalten wollen.
            Im Gegensatz zum Afikoman gehören die Ostereier aber, wollte ich gerade schreiben, nicht zum kirchlichen Teil der Osterfeier …. und dann fiel mir auf, wie absurd des is, daß wir Christen Bräuche haben, die wir „eigentlich“ garnicht haben – dochdoch, zu Weihnachten ist das ja genauso; nur ausgeprägter, weil der Feiertag nicht so wichtig und der bürgerliche Anteil der Traditionen größer sind.
            Da inspiriert eine Religion also Rituale, die ihre Anhänger zu ihren Feiertagen ausführen, und dabei im Hinterkopf haben, daß sie das „eigentlich“ garnicht sollten, wegen selbiger Religion. Oder anders sollten, oder etwas anderes tun sollten.
            Da würde sich doch Christus im Grabe umdrehen … also, wenn Ostern nicht gewesen wäre.
            Noch viel schöner finde ich aber, daß Christen als einzige über ihr eigenes feiertägliches Doppelhandeln und gespaltenes Denken jammern – und sich dabei moralisch überlegen vorkommen. Absurdität in ihrer schönsten Form; Bonuspunkte, wenn es ein Geistlicher tut. Und in der Tat, das tun sie.

            Trotzdem denen die es feiern frohe Ostern.

            Und allen, die das nicht tun, und stattdessen lieber jetzt schon ganz undoppeldenkerisch einfach nur Pessach feiern: Chag Pessach Sameach 😀 und nächstes Jahr in Jerusalem!

          • Ralf Weber schreibt:

            Aristobolus, für uns ist der Auszug der Hebräer aus Ägypten der Prototyp unseres generellen Auszugs aus einer von Gott abgefallenen Welt mit ihren Bösartigkeiten, Gewalt, Zwängen und Sünde, dem wir jetzt gedenken.

            Das verheißene Land bedeutet jetzt ein Leben in Gottes liebevoller und versöhnter Gegenwart, eines Tages dann ganz direkt bei ihm in einer neugeschaffenen Welt ohne Leid.

          • Aristobulus schreibt:

            … aber das Eine ist ja wieder überhaupt nicht das Andere. Es hat nicht einmal indirekt etwas miteinander zu tun:
            Die Hebräer sind a) weder aus der Welt ausgezogen, noch sind sie b) aus Ägypten ausgezogen, weil man da von irgend etwas abgefallen wäre.
            Die Hebräer haben entschieden, dass sie nicht als Sklaven leben wollten, im Sklavenhaus. Ganz konkret und nicht auf eine hypothetische Welt im Jensets von Leid bezogen: Als Sklave ist man ein Objekt und kein Mensch. Ein Mensch kann man nur als Individuum sein, das selbst entscheidet.
            Dafür mussten die Hebräer fliehen, konnten nichts mitnehmen, nicht einmal Reiseproviant (Brot), wegen Pharaos Verfluchtung, der geschworen hat, alle Hebräer umzubringen. Es ging real um Flucht und um Unabhängigkeit, jedoch nicht um eine Utopie, die nie eintreffen wird, und es ging auch nicht um’s Jenseits, oder um hypothetische Erlösung.

            Dieses Ziel (Unabhängigkeit und ein würdiges Leben unter dem eigenen Gesetz) haben die Hebräer damals unter großen Gefahren (erst Pharao, dann Amalek in der Wüste, dann das Herumirren mit noch immer Sklavenmentalität (Manna-Rundumversorgung, wie entwürdigend) geschafft.
            1948 haben es die Hebräer erneut geschafft: Entkommen a) aus deutschen KZs und entkommen b) aus dem Dhimmi-Status in mohammedanischen Ländern. Das war nur möglich mit dem hebräischen Grundgesetz in der Tasche, der Torah.

          • Phillip K schreibt:

            Was genau sind Hebräer, gibt es Unterschiede zu Juden?

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Der Tempel! Das ist der Unterschied. Würde ich jetzt mal ganz spontan sagen. Und die Bundeslade. So ganz spontan als zweites.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber auch der Dergl. Den man nie vergessen darf, weil man den Dergl ja immer so subsummiert, ach so unter ferner-liefen, was er jedoch nicht verdient hat.

          • aurorula a. schreibt:

            @ Ralf Weber:
            Vermischen Sie bitte nicht Sachen, die nicht zusammengehören; und lassen dann Den Da Oben als Begründung herhalten. Wie ich schon sagte, hier passt es auch, da würde sich Christus im Grabe umdrehen, wenn Ostern nicht gewesen wäre.
            Bei der Pessach-Geschichte geht es um die Befreiung aus der Sklaverei, ganz konkret, ausschließlich, nicht übertragen, und unsymbolisch. Falls Sie soetwas auch wollen, dann hijacken Sie nicht die Pessach-Geschichte in einen Zusammenhang einer anderen Religion, in den sie nicht hineingehört, sondern klicken Sie hier:
            http://thecnnfreedomproject.blogs.cnn.com/category/the-facts/the-number/
            Sklaverei gibt es auch heute noch (nur nennt sie sich inzwischen Menschenhandel); die Leute die den Link aufgebaut haben gehören zu denjenigen, die etwas dagegen tun – bitte gerngeschehen, leben Sie Ihr Engagement dort so richtig aus, zeigen Sie wes Geistes Kind Sie sind, tun Sie konkret was, anstatt das reden drüber im symbolischen Leerlauf zu betreiben. Frei nach Goethe paraphrasiert wurde genug geredet, und noch freier von anderer Stelle paraphrasiert: wichtig ist, was hinten rauskommt (Sie werden’s schon erkennen, das Zitat).
            Ostern hat mehr oder weniger denselben Termin wie Pessach; ist aber eine andere Baustelle, respektive Feier. Sie können der Auferstehung Christi gedenken und/oder der eigenen Taufe (und wenn Sie Ostern feiern, tun Sie’s wahrscheinlich auch), aber vermischen Sie das nicht mit irgendwelcher abstrakter, metaphysischer, symbolischer Geographie; die da nicht hingehört. Auch Ostern. War. Nicht. So. Gemeint, daß man andere mit dem schlechten Gewissen, Bösartigkeiten, Gewalt, Zwängen und Sünde, erpresst, sich auch ja unfrei und kleinzumachen. Nur eben übertragen symbolisch. Aus welchem Zustand man sie dann, wie praktisch und beinahe sektenhaft, wieder herausführen kann. Und wehe, die Spiritualität äußert sich anders, dann hätte derjenige keine? Nix gibts.

            Schlussendlich sprechen Sie nicht im „wir“ für Leute mit, die in dieses „Wir“ vielleicht garnicht hineinwollen. Für mich zum Beispiel sprechen Sie nicht, weder per Pronomen noch anders.

            Und den Dergl, nicht zu vergessen 🙂

          • Ralf Weber schreibt:

            Aristobolus, die in der Bibel bzw. Torah beschrieben realen Ereignisse wie der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten haben auch eine weitergehende Bedeutung.

            Wir sehen unser wiederversöhntes Vertrauen in Gott und in sein Erlösungswerk als den Weg zur Erfüllung des Glaubens von Abraham, Issak, Jacob und Moses.

          • Aristobulus schreibt:

            Just Glauben war nicht relevant für just Moses, Jitzchok und Jakov, oder für Abraham. Denen wie den heutigen Juden geht es nicht um Glauben. Es ging jenen und es geht den Heutigen darum, die Mitzwojss zu tun – also die Vorschriften der Torah a) herauszufinden, b) sie zu erörtern und c) sie zu erfüllen, so gut man das eben kann.

          • aurorula a. schreibt:

            Vom ralfweberschen „wir“ nehme ich mich auch hier explizit aus.

          • aurorula a. schreibt:

            schämt sich für den Substitutionsantisemitismus fremd und bittet um Entschuldigung

          • Aristobulus schreibt:

            … aber sowas isses höchstwahrscheinlich doch wohl gaanich‘, Aurorula 🙂 .

            Der Herr Weber ist halt gegen die Welt, weil in der Welt irgendwie das Weltböse sein soll, wie er glaubt. Also beschäftigt er sich lieber mit dem Jenseits und mit hmmm schwärmerischen Hypothesen, nicht?, und er gießt sie gern in viele diffuse Worte. Und er erklärt andauernd das Judentum, so wie es jedoch überhaupt nicht ist und nie war, woraufhin man ihm das Judentum (so wie es ist) zu erklären versucht, aber es geht an ihm vorbei.
            Antisemitisch ist das nicht.
            Es ist bloß schad‘

            P.S.
            À propos das Weltböse. Wir Jidn sagen bei jeder Broche (Segensspruch, man sagt häufig Brachojss [Segenssprüche], etwa beim Aufstehen und beim Schlafengehen, zu Schabbesbeginn und am Schabbes-Ende, usw. usf.), also da sagt man jedes Mal unter vielem Anderen den Halbsatz: „…mejlech ho’ojlom“, König der Welt.
            G“tt ist König der Welt, so meint das jeder Jid seit Abraham.

            Aber frag mal einen Fundamentalchristen, WER der König der Welt sei! Hahaaa. 😈

            Und das ist er, das grundsätzlich völlige Auseinandergehen der Auffassungen, was die Welt und ihr Herr seien. Die Jidn wollen die Welt besser und lebbarer machen und sind gern darin – hingegen die Fundamentalchristen wollen der Welt entfliehen, weil sie verdorben und sündig sei.

          • aurorula a. schreibt:

            Ich meinte konkret: Wir sehen unser […] als den Weg zur Erfüllung des Glaubens von Abraham, Issak, Jacob und Moses.
            Nenn es, wie Du möchtest; aber mit oder ohne ihm die A-Karte zu zeigen ist es ein Grund zum fremdschämen, Dinge im eigenen Sinne umzuinterpretieren, zur (bloßen) Vorstufe und Allegorie des eigenen Weltbilds zu erklären, und damit zu entwerten. Ganz zu schweigen davon daß die Genannten dann zu Statisten der christlichen Weltsicht werden, und alle Jiddn gleich mit. Personenwürde war zwar das Grundgesetz; und sie jemandem durch die Hintertür abzusprechen ist wahrhaftig nicht das schlimmste was aus dieser Ecke kam – aber es muß ja nicht sein. Zumindest muß es nicht unwidersprochen sein.

          • Aristobulus schreibt:

            Da haste Recht.
            Er hatte schon mehrfach dieses Wir hingeschrieben, nicht?, hmja, ich las es als Ungeschicklichkeit, oder als Verweis auf seine Leute, die das halt so machen.
            Substitutsantisemitismus (feines Wort übrigens) wäre es, wenn er explizitement hinschrübe: Durch Jesum sei das Judentum („kalte Gesetzesreligion“, aber das hat er nicht geschrieben) aufgehoben, weil das Christentum das Judentum ersetzt und damit obsolet gemacht habe („siehe, ich mache alles neu“).
            Hat er ja aber nicht.

            -Herr Weber!, ich frage mal Sie selbst: Gibt es von Ihrer Warte aus ein Judentum, das nach jüdischen Vorgaben verfasst ist, oder meinen Sie, das gebe es nicht, weil es durch Jesum und durch die allgemeine Erlöstheit aufgehoben sei?

            P.S.
            Jeeez 🙂 , solche Fragen zu stellen.

          • aurorula a. schreibt:

            Ich frage mich inzwischen (das ist mehr eine Art unbewusste Überlegung meinerseits):
            Ralf Weber spricht nie von „Christus“, er sagt immer irgendwas auf halber Strecke zwischen „Jesus“ und dem Iwrit-Namen „Yehoshua“ von dem das abgeleitet ist: „Jesus-beziehungsweise-Jeschua“. Genau wie B. Hussein Obama seinerzeit als Präsident sehr sorgfältig einige Formulierungen umgangen ist.
            Der Unterschied ist wichtig!
            Ari und den anderen die das wissen (und daher selbst diesen Begriff nicht sagen würden) sage ich wahrscheinlich nichts Neues, aber „Christus“ ist ja nicht einfach ohne alles die griechische Version des Titels Moischach, sondern genau übersetzt ein Glaubensbekenntnis: der der Messias ist.
            Was Worte aussagen ist wichtig, was dieser Wortunterschied über Ralf Weber aussagt und seine Behauptung Christ zu sein (und nicht etwa eine Kunstfigur die das Negative daran übertreiben und das Ganze unsympathisch machen soll), kann ich nicht sagen.
            Vor allem nachdem alles was er jetzt, nachdem er das liest, behauptet auch eine Folge von „… außer, Ihr fürchtet Euch vor Ihnen.“ sein könnte. Auch wenn er das deshalb nicht unbedingt in diese Worte fassen muß.

        • Ralf Weber schreibt:

          Aristobolus, ich meine auch, dass wir auch aus der Sklaverei dieser gefallenen und täuschenden Welt ausziehen (wofür „Ägypten“ bildlich steht) und dafür ist für uns Pssach das Muster.

          Auch das Lamm, mit dessen Blut die Balken der Türen der Häuser vor dem Auszug bestrichen wurde um für die in diesem Haus lebenden und Gott gehorsamen Menschen den Todesengel vorbeiziehen zu lassen hat in Jesus bzw. Jeschua auch für uns eine konkrete Bedeutung

          • Ralf Weber schreibt:

            Soll heißen „Pessach“

          • Aristobulus schreibt:

            … wie sollte Ägypten bildlich für etwas Anderes stehen? Das Sklavendasein der Hebräer in Ägypten war ja nu wirklich keine Allegorie!, sondern es war wie das Leben der Schwarzen im Süden der USA vor 1865. Für deren Nachkommen ist das noch ganz nah dran, und für die heutgen Juden ist die Selbstbefreiung aus der Sklaverei auch noch erstaunlich nah dran.

            Und mit Jesus hat das alles nichts zu tun – denn es hat nichts mit Erlösung und Verklärung zu tun, sondern bloß mit der Selbstvefreiung des hebräischen Volkes aus dem Sklavenhaus.
            Ich weiß nicht, warum Sie jedoch versuchen möchten, Pessach irgendwie als Allegorie zu sehen. Sie haben doch Ostern. Ostern ist nicht von Pessach abhängig, es deutet nicht einmal darauf hin.

          • Ralf Weber schreibt:

            Aristobolus, wir scheinen es doch deutlich anders zu sehen. In meinem Leben wurde mir meine Sicht real bestätigt und auch inhaltlich genau z.B. anhand der gesamten Bibel begründet. Ich bleibe klar bei meiner Darstellung, so wie sie gerne bei ihrer bleiben können. Noch schöne Feiertage.

          • Aristobulus schreibt:

            Soll das eine Antwort auf meine Frage von gestern sein?
            „Gibt es von Ihrer Warte aus ein Judentum, das nach jüdischen Vorgaben verfasst ist, oder meinen Sie, das gebe es nicht, weil es durch Jesum und durch die allgemeine Erlöstheit aufgehoben sei?“

            Mais non, beide Ansichten kann es nicht geben. Es gibt entweder die Ansicht, dass das Judentum qua Jesum obsolet sei (die Ur-Form des Antisemitismus), oder die Ansicht, dass da garnix obsolet sei.
            Welche ist die Ihrige?

          • aurorula a. schreibt:

            Es gibt entweder die Ansicht, dass das Judentum qua Jesum obsolet sei (die Ur-Form des Antisemitismus), oder die Ansicht, dass da garnix obsolet sei.
            Welche ist die Ihrige?

            IIn diesem Sinne siehe auch: https://rungholt.wordpress.com/2017/04/15/immer-wieder-die-alte-schote-von-den-semiten/

          • Ralf Weber schreibt:

            Aristobolus, Jesus bzw. Jeschua war Jude und hat sich als „Sohn Davids“ auch klar dazu bekannt. Er sagte in der Bergpredigt klar, dass für ihn die Torah eindeutig weiter gilt. Er ist gekommen, sie zu erfüllen.

            Gottes hat mit dem Volk Israel einen ewigen Bund geschlossen bis an des Ende dieser Zeit. Ich widersprechen klar der „Substitutionstheologie“, einem Unsinn aus der unseeligen Kirchengeschichte.

            In diesem Video kommen passende und aktuelle Stellen vom Propheten Sacharja zu der Bedeutung von Jesus bzw. Jeschua:

          • Aristobulus schreibt:

            Danke Herr Weber! Das ist eine klare Aussage.

            -Pardon, das Video sehe ich mir nicht an, denn der Prophet Ssacharja kann über Jesum, Lucullum und Robert Mitchum wohl kaum was gesagt haben 😉 , es sei denn, man möchte etwas hineininterpretieren.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            … aber auch der große Iuppiter („alto Giove“) soll hier zu seinem Recht kommen, wenn hier schon Synkretismus betrieben wird, und dann bittschön den großen Franco Fagioli mit Porporas Arie ganz nach vorn, damit hier nicht gekleckert sondern geklotzt werde 😀

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