Sigmar Gabriel antwortet nicht!

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, hat sich gegen eine deutsche Vermittlerrolle im Nahostkonflikt zwischen Israel und der palästinensischen Autonomie ausgesprochen. Ich stellte Sigmar Gabriel daraufhin im Namen der Jüdischen Rundschau diese drei Fragen:

Sehr geehrter Außenminister Sigmar Gabriel,

der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, hat sich gegen eine deutsche Vermittlerrolle im Nahostkonflikt zwischen Israel und der palästinensischen Autonomie ausgesprochen. Am 24. März 2017 erklärten Sie auf Twitter, Mahmoud Abbas sei Ihr Freund. Sie sind somit mit einem Kopf der Konfliktparteien befreundet, das heißt: Sie sind befangen. Ich habe daher drei Fragen an Sie:

1. Seit wann besteht die Freundschaft zwischen Ihnen und Mahmoud Abbas?

2. Was zeichnet diese Freundschaft aus?

3. Sie nennen Abbas Ihren Freund. Denken Sie nicht, es wäre angemessen, bei so einer Befangenheit auf eine Vermittlerrolle zu verzichten?

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann (Jüdische Rundschau)

Die Nicht-Antwort des Presseamts des Auswärtigen Amts kam prompt:

„Präsident Abbas ist für die Bundesregierung ein Partner für Frieden und Stabilität in der Region. Er steht für Gewaltverzicht, friedliche Ko-Existenz, palästinensischen Staatsaufbau und für eine Verhandlungslösung im Nahostkonflikt. Diese Positionen hat er seit Jahren immer wieder öffentlich betont, zuletzt auch in seiner Rede am 23. März 2017 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.

Selbstverständlich spricht die Bundesregierung gegenüber palästinensischen und israelischen Partnern, auch gegenüber Präsident Abbas, die Notwendigkeit an, das Umfeld für einen konstruktiven Dialog der Konfliktparteien zu schaffen. Dazu zählt die eindeutige Verurteilung von Gewalt und Hetze.“

Damit hat Sigmar Gabriel exakt keine der drei Fragen beantwortet! Noch dreister kann man sich mir und der Jüdischen Rundschau gegenüber nicht verhalten. Was hat Sigmar Gabriel zu verheimlichen?

Ich bitte alle Leserinnen und Leser, mir zu helfen. Schickt die drei Fragen an unseren Außenminister bis er sie beantwortet.

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Sigmar Gabriel
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29 Antworten zu Sigmar Gabriel antwortet nicht!

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  2. ZetaOri schreibt:

    @Ludwig April 24, 2017 um 7:09 pm

    „Warum ist so ein anti-palästinensischer Shitstorm gut für Israel?“

    Na, ist doch klar: Weil er anti ist! Wenn er pro wäre, wär’s für Israel ScheiBe.
    Wenn ich mir z.B pathogene Protozoen eingefangen habe, bestimmte Amöben etwa (du weißt schon, diese Parasiten mit den Scheinfüßchen, die dauernd ihre Form ändern), die mir ans Leder wollen, ist ein Antiprotozoikum gut, gell?
    Und antibakterielle Maßnahmen bei diversen Bazillen, nicht? Probakterielle Mittel wären da deutlich kontraindiziert.
    Iss so!

    • Aristobulus schreibt:

      Scheinfüßchen.
      Mein Wort des Tages 🙂

    • aurorula a. schreibt:

      (Jetzt muß ich mich wieder einmischen und drauf hinweisen daß Probiotika gegen Durchfall helfen – weil sie dasselbe tun wie die Darmflora: sie machen sich so breit, daß für die Pathogene kein Platz mehr ist. Übertragen aufs Bild müßte man also die Siedlerbewegung unterstützen und hoffen, daß irgendwann genug Leute da wohnen, daß für Terroristenbasen kein Platz mehr ist. Klingt gut.
      Besser klingt allerdings der Name „Bäckerhefe“ für probiotische Kulturen. Mahlzeit! 🙂 )

      • ZetaOri schreibt:

        @aurorula a. April 25, 2017 um 8:22 pm

        „[…]
        Besser klingt allerdings der Name „Bäckerhefe“ für probiotische Kulturen.“

        Hmm, Sie meinen, Sie würden eine gepflegte Amöbenruhr mit Saccharomyces cerevisiae therapieren? Na denn.
        Ich lasse die Kleinen lieber richtig arbeiten: Z.B. gerade einen Stamm Sherry im Met-Ansatz und einen Stamm Samos im Holunderbeer-Wein, der hat bei ~16% …

        “ Mahlzeit!“

        … sein Werk schon fast getan. Prost! 😀

  3. DuDu schreibt:

    wenn man abbas nicht mehr sein freundliches gesicht zeigen darf, ist dass nicht mehr gabriels deutschland!

  4. Kanalratte schreibt:

    „Wir“ Deutschen müssen uns echt in alles einmischen. Ich habe noch nie mitbekommen, dass sich ein ausländischer Minister/Staatschef in Angelegenheiten Deutschlands eingemischt hat. Wäre ab und zu ganz angenehm. (Macron: Deutsche Presse muss objektiver berichten!“^^) Umgekehrt müssen die Deutschen überall ihre Nase reinhalten, um die Welt nach ihrer Denkweise umzukrempeln (zu versuchen). Das letzte Mal als Deutsche den Juden etwas vorschrieben, endete ja bekanntlich im deutschen Massenmord. Warum man sich als Politiker bzw. nervender Politiker mit Nazi-Vater, nicht ein wenig zurücknehmen kann bleibt mir schleierhaft. Und mit Schulz hat die SPD schon den nächsten „Unsere deutsche Sichtweise über alles- Kandidaten“ am Start. Und es scheint so, je linker der Deutsche, umso belehrender ist er. Wie sagt der Bayer so schön: „Mir san Mir“

    • aurorula a. schreibt:

      Traurigerweise nicht überall: sobald es gefährlich wird, sie irgendwie verantwortlich sein könnten, oder es auch nur dem Weltbild widerspricht, halten sie sich raus und zitieren kulturelle Besonderheiten, „natürliche“ Unabänderlichkeit, oder innere Angelegenheiten (Hilfe für verfolgte Christen in Nahost?, Hilfe für unterdrückte Frauen im Islam?, Hilfe für Malariakranke durch DDT-Verbot?, Hilfe für die Opfer von Menschenhandel?, Hilfe im Erdbebengebiet wenn ein Kernkraftwerk in der Nähe ist dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann?, Hilfe für masernkranke Anthroposophieopfer?, Hilfe für die wegen Biosprit und Ökolandbau verhungernden?, Unterstützung für zusammengeschlagene Trumpunterstützer? Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige).

  5. Aristobulus schreibt:

    Meine Damen und Herren, liebe Kinder, verehrte NegerInnen!

    Außenminister Gabriel HAT auf die Fragen der Jüdischen Rundschau und Gerd Buurmanns geantwortet. Seine Antworten hat er freundlicherweise so profässionäll in die Standardantwort des Auswärtigen Amts hineingepackt, dass man sie nur noch freundlich herauspacken muss.

    1. Seit wann besteht die Freundschaft zwischen Ihnen und Mahmoud Abbas?
    Antwort: „Seit seiner Rede am 23. März 2017 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin und der Notwendigkeit, das Umfeld für einen konstruktiven Dialog der Konfliktparteien zu schaffen, mit der eindeutigen Verurteilung von Gewalt und Hetze.“

    2. Was zeichnet diese Freundschaft aus?
    Antwort: „Präsident Abbas ist für die Bundesregierung ein Partner für Frieden und Stabilität in der Region. Er steht für die Notwendigkeit, das Umfeld für einen konstruktiven Dialog der Konfliktparteien zu schaffen, Gewaltverzicht, friedliche Ko-Existenz, palästinensischen Staatsaufbau und für eine Verhandlungslösung im Nahostkonflikt nebst eindeutiger Verurteilung von Gewalt und Hetze.“

    3. Sie nennen Abbas Ihren Freund. Denken Sie nicht, es wäre angemessen, bei so einer Befangenheit auf eine Vermittlerrolle zu verzichten?
    Antwort: „Selbstverständlich spricht die Bundesregierung ganz unbefangen gegenüber palästinensischen und israelischen Partnern, auch gegenüber Präsident Abbas, die Notwendigkeit unbefangen an, das Umfeld für einen unbefangenen, konstruktiven Dialog der Konfliktparteien in unbedingter Unbefangenheit zu schaffen. Dazu zählt die eindeutige, unbefangene Verurteilung von Gewalt und Hetze, selbst in deren unbefangenster Form.“

    P.S.
    Nein, das ist keine aalglatte Propaganda, sondern die Lösung des Nahostkonflikts.
    Nein, das ist keine verlogene Propaganda, sondern die Lösung des Nahostkonflikts.
    Nein, das ist keine unbefangene Propaganda, sondern die Lösung des Nahostkonflikts.
    Nein, das ist keine professionelle Propaganda, sondern die Lösung des Nahostkonflikts.
    Nein, das ist keine Verhübschung des Terrorpaten Abbas, sondern die unbefangene Lösung des Nahostkonflikts.
    Nein, das ist keine Nichtlösung des Nahostkonflikts, sondern die Lösung des Nahostkonflikts. In voller Unbefangenheit.

  6. Aristobulus schreibt:

    Warum stellen Sie eine sinnlose Frage, indem Sie sinnloserweise behaupten, es gebe einen Schittschtorm?
    Nö, das war jetzt keine Frage.

    • Aristobulus schreibt:

      P.S.
      Es ist ja so widerlich verlogen, wenn man jemanden, der Abbas verachtet, als „anti-palästinensisch“ bezeichnet. Einer, der das macht, tritt auf die Mordopfer des Abbas-Clans. Er tritt auf die toten Juden, die auf Befehl dieses Clans abgemessert, mit Autos zerquetscht und mit Beilen ermordet worden sind. Und er tritt auf all die Araber, die vom Abbas-Clan jeden Tag terrorisiert, ermordet, verstümmelt und erpresst werden.

      • A.Bundy schreibt:

        Alter Falter, was für ein Dummgeschwätz.
        Ist mir ein Rätsel, dass jemand, der so ahnungslos ist, die Fresse so weit aufreissen muß.

      • Aristobulus schreibt:

        Um irgend Propaganda für Terroristen zu machen. So isser halt drauf.

      • Paul schreibt:

        Hallo Ludwig,
        so bekifft sollte man sich nicht an die Tastatur setzen.

        Wenn er das alles machen würde, was Sie geschrieben haben, dann hätte sein letztes Stündlein geschlagen.
        Er macht es nicht, weil er es nicht kann.
        Wenn er könnte wie er wollte, dann täte er es.

        Lesen Sie bitte auch die Charta der Hamas. Dort steht drin was Sie täten wenn sie könnten.

        Übrigens: Einen palästinensischen Staat gibt es schon. Einfach mal googlen. Das Problem ist, dass er den Palästinensischen Arabern (PA) zu klein ist. Sie wollen mehr. Aber Israel will nichts abgeben.

        Herzlich, Paul

      • Aristobulus schreibt:

        Nein, leider hilft es generell wenig bis überhaupt nichts, nach irgend einen Begriff zu guhgeln, denn bekanntlich (wegen der Cookies, die jedoch keine Kekse sind) findet man dort in erster Linie das, was man schon immer gefunden zu haben glaubt.
        Analog sagte ausgerechnet Thomas Gottschalk übers Fernsehen: Es mache Dummköpfe dümmer und Schlauköpfe schlauer.

        Zum palästinensischen Staat: Das ist seit je her Jordanien. Das Statut von British-Palestine sah vor, das ganze britisch verwaltete Territorium in einen arabischen und einen jüdischen Teil aufzuspalten. Die Araber bekamen den Löwenanteil von ca. 80%, die Juden bekamen 20% (den Teil vom Jordan bis zum Mittelmeer). Seitdem wollen die Araber und die Linken (erst die Sowjets, später die sowjetisch beerbten Linken) vom jüdischen Teil immer noch mehr abschneiden, bis gar nichts mehr jüdisch sein soll.
        So einfach ist das.

      • Paul schreibt:

        Beim palästinensischen Staat habe ich mich darauf bezogen.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Staat_Pal%C3%A4stina

    • aurorula a. schreibt:

      Warum ist so ein Versuch, mit unterstelltem Gruppenbezug einen Shitstorm gegen Leute mit Schuhgröße 43² zu starten, gut für Ludwigs?

      (²43 ist die häufigste Schuhgröße, daher rate ich einfach, daß sowohl Gerd Buurmann als auch Aristobulus sie haben)

  7. A.mOr schreibt:

    Man kann diesem Auswärtigem Amt bescheinigen, daß es sich nicht zuviel Arbeit machen mag. Wie man, ua., herausfinden kann, wenn man die ziemlich gleich lautende Antwort an einen Frager ‚M.S.‘ liest:
    http://honestlyconcerned.info/2017/04/01/das-auswaertige-amt-gibt-antwort-zu-der-frage-wie-man-praesident-abbas-seinen-freund-nennen-kann/

    (Mit Dank an ‚honestly concerned‘ der es via screenshot zur Einsicht aufbewahrt hat, und zugänglich gelassen hat.)

    Man kann davon ausgehen, daß das Auswärtige Amt genauso fleißig „seinen Gesprächspartner in Sachen …ihr wißt schon… und Freund“ unter die Lupe nimmt, und weiterhin nehmen wird.

    Die Antwort von ‚M.S.‘ auf die Reaktion des Auswärtigen Amts läßt im Übrigen kaum noch Fragen offen: schätze, die Mühe von ‚M.S.‘ wurde fleißig ignoriert von wem auch immer, wer da Gerd Buurmann die Antwort schrieb.

  8. Ralf Weber schreibt:

    Hier mal sehr ernüchternd zu Herrn Abbas bei der EU und dem sehr befremdlichen Zuspruch u.a. auch von bekannten Vertretern der SPD. Der unsinnige antisemitische Vorwurf der „Brunnenvergifter“ ist uns noch aus dem erschreckenden Mittelalter in schlechter Erinnerung:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-rede-von-palaestinenserpraesident-abbas-applaus-fuer-antisemitismus/13840376.html

    https://www.tichyseinblick.de/meinungen/araber-abbas-macht-auf-anti-zionismus-und-die-eu-jubelt/

  9. huhuguck schreibt:

    heute ist gedenktag der 6 million ermordeten juden & der freund sigmar gabriels hat sein doktorat auf dem verleugnen der shohar aufgebaut – praesidentwahl ist ja auch schon jaaahrelang abgelaufen…..von wegen „Präsident Abbas ist für die Bundesregierung ein Partner für Frieden und Stabilität in der Region. Er steht für Gewaltverzicht, friedliche Ko-Existenz, palästinensischen Staatsaufbau und für eine Verhandlungslösung im Nahostkonflikt. Diese Positionen hat er seit Jahren immer wieder öffentlich betont, zuletzt auch in seiner Rede am 23. März 2017 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin“; sprich/schreib: der preis ist eine schweinerei

    • Aristobulus schreibt:

      … ja.
      Und es ist schon sehr dreist gelogen, was das Auswärtige Amt da als Nicht-Antwort über die Gestalt des Abbas mitteilen lässt. Es teilt da nämlich lauter Lügen mit: Jedes Wort eine Lüg‘.

      Wolle’mer hoffen, dass es immerhin Zwecklügen sind, nicht?
      (Aber ach, zu welchem Zweck-? Jaha, um zu verhübschen, dass der Herr Außenminister so peinlich war, herumzuschwadronieren, dass er mit einem Terroristenpaten zum Zwecke befreundet sei, um vorzuspiegeln, dass die Juden was mit dem bereden müssten.)

  10. caruso schreibt:

    Wo hat das AA seine Augen, Ohren, seinen Verstand, daß es nicht erkennen kann
    und/oder will, daß Abbas alles ist, nur kein Friedenspartner? Komisch so ein Amt, kann ich
    nur sagen. So viele Leute die dort arbeiten und keiner hört, sieht, verseht. Ist das immer so
    oder nur/hauptsächlich wenn es um den sogenannten „Palästina-Konflikt“ geht?
    lg
    carusoi

    • Aristobulus schreibt:

      … das ist bei jedem Geschäft mit der Mafia so: Man zahlt, zahlt und zahlt (selbstverfreilich immer das Geld anderer Leute), nämlich Schutzgeld, um nach erfolgter Zahlung und vor der nächsten zu erfolgenden Zahlung die Mafia „ehrenwerte Gesellschaft, die für Gewaltverzicht, friedliche Ko-Existenz, Staatsaufbau und für eine Verhandlungslösung ohne Gewalt und Hetze steht“ zu bezeichnen.
      Der rührend verlogene Wortschwall ist Teil des Geschäfts: So wie der Geldschwall selbst.

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