Der Umgang mit Israel ist nicht objektiv!

Wer Objektivität im Diskurs rund um den Nahostkonflikt fordert, sollte zunächst einmal den eigenen Begriff von „besetzten Gebieten“ hinterfragen.

Warum sprechen so viele Menschen von Gebieten, die angeblich von Israel besetzt sind, aber kaum jemand davon, dass der selben Logik folgend der Gaza-Streifen und die Westbank von Arabern besetzt sind?

Der Begriff „besetzte Gebiete“ ist zur Standardvokabel in fast jedem Bericht zum Nahostkonflikt geworden. Dabei ist dieser Ausdruck Teil einer klaren und vor allem einseitigen Propaganda. Selbsternannte Nahostexperten sind fest davon überzeugt, dass es einst einen palästinensischen Staat gab und Israel nach der Staatsgründung seine Nachbarn überfallen hat.

Eine Technik der Propaganda besteht darin, eine Lüge immer und immer wieder zu wiederholen, damit am Ende etwas hängen bleibt. Im Fall Palästinas ist dies gelungen. Kaum ein Zeitungsschreiber macht sich heute noch die Mühe, ein Geschichtsbuch aus dem Regal zu räumen, um nachzuschauen, von wann bis wann es denn ein Palästina gegeben hat. Die Antwort wäre auch nur zu ernüchternd: Nie!

Es gab niemals ein selbstständiges Palästina! Es gab keine palästinensische Hauptstadt, keine palästinensische Währung, kein palästinensisches Staatspberhaupt. Es ist daher nicht möglich, dass Israel ein Land besetzt, das als Nation niemals existiert hat!

Schauen wir uns mal die Westbank an, also das Gebiet, von dem behauptet wird, Israel halte es seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt, um dort „illegale Siedlungen“ zu bauen.

Zunächsteinmal, das Gebiet wird erst seit kurzer Zeit Westbank genannt. Davor wurde das Gebiet Judäa und Samaria genannt. Allein das Wort Judäa zeigt bereits, dass Juden in dem Gebiet nicht Besatzer sind, sondern Namensgeber. Natürlich musste der Name geändert werden, wenn man Juden zu Besatzern erklären wollte, denn der Satz, Juden halten Judäa besetzt, ist in etwa so glaubwürdig wie der Satz: Die Chinesen halten die Chinesische Mauer besetzt.

In der deutschen Sprache wird das Gebiet auch Westjordanland bezeichnet. Dieser Begriff zeigt, wer bis 1967 die Hoheit über dieses Land hatte: Jordanien! Im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 wurde es von Jordanien besetzt und 1949 völkerrechtswidrig annektiert. Nur Großbritannien und Pakistan haben die jordanische Hoheit über das Westjordanland jemals anerkannt. Von diesem Gebiet aus wurde Israel 1967 angegriffen, und kein Recht der Welt kann dem Staate Israel ernsthaft sein Recht auf Verteidigung absprechen.

Bevor Judäa und Samaria im Jahr 1949 von Jordanien annektiert wurden, waren sie allgemein als Palästina bekannt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass es eine palästinensische Regierung und Verwaltung gab. Es gab schließlich nicht einmal den Ausdruck „palästinensisches Volk“. Dieser Begriff hielt erst sehr viel später Einzug in den Nahostdiskurs und gehört ebenfalls zu den vielen angeblich neutralen, aber in Wahrheit sehr einseitigen Propagandavokabeln.

Palästina war der Begriff, mit dem der Völkerbund, der seit 1922 das Gebiet verwaltete, das Land und alle dort leben Menschen, ob christlich, muslimisch, jüdisch oder heidnisch, beschrieb. Der Begriff hat einen hebräischen Ursprung. Die erste bekannte Schriftquelle zu „Palästina“ ist die Septuaginta. Hier wird der Begriff als Ableitung von dem hebräischen Begriff „Pleschet“ verwendet. Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135, nannten die Römer das Gebiet Palästina, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen.

Das „palästinensische Volk“ ist somit eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, entstanden aus einer Fremdbezeichnung des antiken Roms und war knapp zwei Jahrtausende lang lediglich eine Gebietsbeschreibung, ähnlich wie das Wort „Rheinland“. Rheinländer ist, wer im Rheinland geboren wurde. Palästineserin ist, wer in Palästina geboren wurde. Willy Millowitsch war ein Rheinländer und Golda Meir war eine Palästineserin. Sie hat es sogar selber gesagt. Die große Ministerpräsidentin des Staates Israel von 1969 bis 1974 erklärte einst: „Ich bin eine Palästinenserin!“ In diesem Interview fällt der Satz in Minute 7:15:

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „Palästinenser“ als Synonym für „Jude“ benutzt! In den vierziger Jahren des 20. Jahrunderts zum Beispiel gab es in Jerusalem ein sogenanntes palästinensisches Orchester. Es bestand ausnahmslos aus Juden. Wie also konnte es geschehen, dass ein Volk der Palästinenser erfunden wurde, das sich heute dadurch auszeichnet, dass Juden nicht mehr dazugehören, ja sogar zu Besatzern erklärt werden?

Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind der Golan, der Gazastreifen, das Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Nur ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich im heutigen Israel. Alle, die in dem Gebiet Palästina leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind Palästinenser im Sinne dieser Gebietsbeschreibung! Im 20. Jahrhundert wurden jedoch Juden aus der Gruppe der „Palästinenser“ vertrieben, so wie Juden einst aus der Gruppe der „Deutschen“ vertrieben wurden.

Auf der Konferenz von Sanremo im Jahr 1920 wurde „Palästina“ an Großbritannien übertragen mit dem Auftrag zur Realisierung des Völkerbundmandats für das Gebiet. Auftrag des Mandats, das am 24. Juli 1922 ratifiziert wurde, war die Hilfe zur „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Zu dieser Entscheidung kam es, nachdem das Reich, das vorher über das Gebiet geherrscht hatte, untergegangen war. War es Palästina? Nein! Es war das Osmanischen Reich. Im Ersten Weltkrieg unterlag das Osmanische Reich den alliierten Mächten, was dazu führte, dass im Namen des Völkerbundes das Osmanische Reich aufgeteilt wurde, um neue unabhängige Länder zu etablieren. Selbstverständlich konnte bei dieser Entscheidung nicht der jüdische Teil der Bevölkerung übergangen werden, der schon seit biblischen Zeiten in dem Gebiet lebt. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und der Diskriminierung, besonders auch durch muslimische Machthaber (die bekanntesten Pogrome an Juden durch Muslime in der Zeit sind die Nabi-Musa-Unruhen, die Unruhen in Jaffa und das Massaker von Hebron), forderten viele Juden unter dem Begriff Zionismus schließlich nichts weiter ein, als das Recht, das für alle anderen Menschen der Welt selbstverständlich war und ist: Sie beanspruchten Sicherheit in den Grenzen einer selbstverfassten Nation. Sie beanspruchten Unabhängigkeit. Sie beanspruchten Land!

Der damalige britische Außenminister Arthur James Balfour unterstützte den Wunsch der Zionisten und schrieb einen Brief, der als Balfour-Deklaration in die Geschichte einging:

Verehrter Lord Rothschild,

ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist: Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.

Ihr ergebener Arthur Balfour

Der Völkerbund nahm sich dieses Ansinnens an und wählte ein Gebiet, in dem diese „nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ entstehen sollte. Das Gebiet umfasste dabei nicht einmal 0,5% des ganzen arabischen Raums.

Im Jahr 1947, also nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem sich die Situation von Juden im Nahen Osten noch mehr verschlechtert hatte (unter anderem verbündete sich der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, mit Adolf Hitler im gemeinsamen Anstrengen, alle Juden der Welt zu vernichten), wurde ein Teilungsplan der Vereinten Nationen, der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, vorgelegt, in dem sich die jüdische Seite schließlich sogar mit nur einem Viertel des eh schon kleinen Gebiets zufrieden gab:

Die restlichen drei Viertel gingen zu zwei Dritteln an das halbautonome Emirat Transjordanien, aus dem später das heutige Land Jordanien wurde. Der Rest sollte zu einem weiteren arabischen Staat werden. Wenn es also eine Partei innerhalb des Konfliktes gibt, die zu extremen Kompromissen bereit war, dann die jüdische Seite!

Als schließlich am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, obwohl es nicht einmal 20% des anfänglich in Aussicht gestellten Landes war. Die arabische Seite jedoch verweigerte die Annahme ihres unabhängigen Landes. Stattdessen engagierte sie sich zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien in einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus 500.000 arabischen Flüchtlingen, der andere aus 850.000 jüdischen Flüchtlingen. Interessanterweise ist im heutigen Diskurs rund um den Nahostkonflikt meistens nur noch von den 500.000 arabischen Flüchtlingen die Rede, was ebenfalls zeigt, dass es mit dem Neutralitätsgebot im Nahostkonflikt nicht so weit her ist.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. In dieser Zeit fanden auch viele schreckliche Pogrome in muslimischen Ländern gegen Juden statt, u.a. die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden. Viele Angriffe auf Israel wurden auch von der durch Jordanien extra zur Vernichtung Israel annektierten West Bank unternommen. Im Sechstagekrieg 1967 brachte Israel dieses Gebiet unter Kontrolle und konnte so die Angriffe aus dieser Region beenden. Seitdem hält sich das Gerücht, Israel hielte dieses Land besetzt, ein Gebiet, das vorher von Jordanien in der Absicht, Israel zu vernichten, annektiert worden war und das in der Zeit des Mandats durch den Völkerbund für eine jüdische Nation vorgesehen war.

Wenn wir uns also die Geschichte der Region anschauen, so sehen wir, dass dort erst das Osmanische Reich geherrscht, dann der Völkerbund verwaltet, dann Jordanien annektiert und dann Israel das Gebiet unter Kontrolle geholt hat. Wie kann man da guten Gewissens von „besetzten Gebieten“ sprechen? Von wem hält Israel das Land besetzt? Von Jordanien, das es zur Vernichtung Israel annektiert hat? Vom Osmanischen Reich, das es nicht mehr gibt? Von wem also? Erst 1988 hat Jordanien seinen Anspruch auf das Gebiet aufgegeben, und erst seit 1993 werden Teile des Gebiets von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet ohne gültige Erklärung, die Existenz Israels anzuerkennen. Von wem also hält Israel das Gebiet besetzt?

Die Antwort ist schlicht: Von niemandem! Im Gegenteil sogar. Während es nie eine völkerrechtliche Anerkennung der Annexion des Gebietes durch Jordanien gab, die arabische Seite das Angebot der Vereinten Nationen von 1947 abgelehnt hat und das Osmanische Reich nicht mehr existiert, gibt es eigentlich nur einen Vertrag, der die Situation regelt: Das Völkerbundmandat.

Wenn es also Besatzer in diesem Konflikt gibt, dann Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde!

Warum aber spricht im Falle Jordaniens und der Palästinensischen Autonomiebehörde niemand von Besatzern? Weil wir es mit der typischen Doppelmoral zu tun haben, die von der israelischen Seite etwas erwartet, was sie von den anderen Parteien nicht erwartet.

Es ist einfach pure Logik, dass es sich bei den Gebieten nicht um „besetzte Gebiete“ handeln kann, da es im Vorfeld keine souveräne Regierung gegeben hatte, von der Israel etwas hätte besetzen können. Es sind „umstrittene Gebiete“! Wer also wahrhaft Neutralität einfordert, der muss die einseitige Vokabel „besetzte Gebiete“ eintauschen gegen „umstrittene Gebiete“, denn um nichts anderes handelt es sich. Wer Israel als Besatzer bezeichnen will, der muss auch Palästinenser und Jordanier als Besatzer bezeichnen, denn ihr Recht, dort zu siedeln, ist genauso berechtigt oder umstritten wie das Recht jedes Menschen, dort zu siedeln.

Wer behauptet, die jüdischen Siedlungen seien illegal, muss auch die palästinensischen Siedlungen als illegal bezeichnen!

Warum haben sich dennoch die einseitigen Vokabeln von den „besetzten Gebieten“ und den „illegalen jüdischen Siedlungen“ sogar bis in die höchsten Ebenen ernstzunehmender Zeitungen eingeschlichen? Kann es vielleicht sein, dass zweitausend Jahre Judenhass eben doch Spuren bis in die heutige Zeit hinterlassen haben? Ist es möglich, dass sogar heute für viele Menschen Juden nichts weiter sind als Fremdkörper, etwas, das nicht dazu gehört, etwas, das von ganz woanders herkommt und niemals Wurzeln schlagen kann? Es scheint, als hätte noch manch aufgeklärter Mensch das Vorurteil des ewigen Juden im Kopf, oder, um es politisch korrekt auszudrücken: des ewigen Besatzers!

Heute gibt es in Palästina die unterschiedlichsten Länder. Aber nur ein Land gilt als Besatzer. Es ist das einzige demokratische Land in dem Gebiet: Israel! In der Unabhängigkeitserklärung Israels steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten. Israelis sind somit die freiesten Palästinenser der Welt!

Sie sind die einzigen Palästinenser, die einen Regierungschef haben, der innerhalb einer Demokratie legitim gewählt wurde. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. Demokratisch kann Jordanien somit nicht genannt werden, allein schon deshalb nicht, weil alle Palästinenser, die nicht dem Islam angehören, in Jordanien Bürger zweiter Klasse sind. In Syrien sind die Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselte die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und ließ sie dort verhungern. In Gaza herrscht heute die Hamas. Sie wurde zwar gewählt, aber nach der Wahl tauschte sie sofort Demokratie gegen Staatsterror aus. Seitdem herrscht die Hamas in Gaza ohne Legitimation. In kaum einem Gebiet der Erde werden Palästinenser brutaler unterdrückt als in Gaza. Der ganze Horror kommt in der Charta der Hamas zum Ausdruck. Dort wird in Artikel 7 die Vernichtung des ganzen jüdischen Volks weltweit gefordert.

Die Hamas erklärt, dass man nicht palästinensisch und jüdisch sein kann, so wie die Nazis einst behaupteten, es wäre nicht möglich, deutsch und jüdisch zu sein. Deshalb lässt die Hamas ihre Minister auch Reden im Stil von Joseph Goebbels halten. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Wie Hitler einst das Deutsche Reich „judenrein“ machen wollte, ist heute Gaza „judenrein“. Nicht zufällig ist der Gruß der Hisbollah und der Hamas der Hitlergruß. Die Vereinten Nationen schauen zu und die Europäische Union finanziert den Wahnsinn auch noch.

Juden in Deutschland sind ebensowenig illegale Siedler wie Juden in Judäa und Samaria. Häuser bauende Juden sind kein Problem. Juden haben das Recht, überall zu leben, wie jeder andere Mensch auch! Wer fest davon überzeugt ist, jüdische Siedler seien das Hauptproblem für einen Frieden im Nahen Osten sind, sollte einfach mal das Wort „jüdisch“ streichen und durch „muslimisch“, „christlich“ oder „arabisch“ ersetzen, um sich dann zu fragen, warum unter all den Siedlern in Judäa und Samaria nur die jüdischen Siedler das Problem sein sollen.

In den Gebieten Judäa und Samaria siedelten Juden bereits, bevor es Christen und Muslime überhaupt gab. Zur Zeit gehört das Gebiet zu keinem Nationalstaat. Dennoch siedeln dort Menschen. Manche siedeln in Häusern, andere in Zelten. Es gibt dort arabische, jüdische, staatenlose und viele andere Siedler. Sie siedeln alle in einem Gebiet, das bis heute umstritten ist, weil kein Staatsgebilde dort regiert. Als „illegal“ werden jedoch nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Das Problem, das diese Menschen mit diesen Siedlern haben, ist somit ihr Jüdischsein!

Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

Arabischen Regierungen im Nahen Osten, die Juden als illegale Menschen sind bezeichnen sind nicht anders als Nazis die Juden einst in Deutschland zu illegalen Menschen erklärten! Ein möglicher palästinensischer Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt, wird für mich immer so wenig verteidigungswert sein wie ein deutscher Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt!

In jeder israelischen Siedlung gilt das israelische Gesetz. Somit ist jede israelische Siedlung im Nahen Osten ein Ort, wo ich als homosexueller Mensch nicht verfolgt werde, jeder Religion angehören darf und frei meine Meinung sagen kann. Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt einzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Warum soll ich daher ausgerechnet jene Siedlungen kritisieren, die mich leben lassen, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin? Es leben über 8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Israel. 1,6 Millionen von ihnen sind muslimische Araber und laut einer aktuellen Studie wollen 77 Prozent dieser Araber nirgendwo lieber leben als in Israel! Israel ist für sie das beste Land, sogar besser als Deutschland.

Wer Israel kritisiert, sollte sich mal anschauen, wie Muslime in Deutschland leben müssen. Wenn irgendwo eine Moschee erbaut werden soll, dann gehen direkt tausende Deutsche auf die Straße und demonstrieren dagegen. In Deutschland leben viele Muslime in Vierteln, die alles andere als lebenswert bezeichnet werden können. Muslime sind in Deutschland ständiger Diskriminierung ausgesetzt. Regelmäßig finden in deutschen Städten wie Dresden und Leipzig Demonstrationen gegen Muslime statt, bei denen mehrere zehntausend Deutsche anwesend sind und gegen Muslime hetzen. Im deutschen Parlament sind Muslime gnadenlos unterrepräsentiert. In Israel jedoch machen Muslime 20 Prozent der Bevölkerung aus. Die Muezzine singen wie selbstverständlich von den Minaretten. Moscheen stehen an jeder Ecke. Es gibt reiche, belebte, lebenswerte muslimische Viertel. Muslime sind wie selbstverständlich im israelischen Parlament vertreten. Sogar im höchsten Gericht Israels finden sich Muslime. Ich halte jede Wette, nach einem Jahr Deutschland und einem Jahr Israel würde sich die deutliche Mehrheit aller Muslime für Israel entscheiden. Ich behaupte sogar, die Mehrheit der jüdischen Siedler hegen bessere Gedanken für Muslime als die Mehrheit der Deutschen!

Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste, erlaubt ist und artikuliert wird. Jeder Palästinenser kann in Israel seine Meinung frei äußern. Das ist Demokratie! In Jordanien, Syrien, Gaza, Westjordanland aber haben Palästinenser diese Rechte nicht. Warum also werden diese Menschen nicht gestärkt?

Es gibt eine Nakba. Sie fand jedoch nicht in Israel statt. Sie findet täglich in Gaza, Syrien, Jordanien und in der Westbank statt. Die Mörder sind die Schergen der Hamas, der Fatah und der Freund von Sigmar Gabriel.

Vielen Menschen, die vorgeben, solidarisch auf der Seite der Palästinenser zu sein, sind Palästinenser in Wirklichkeit vollkommen egal. Sie sind einfach nur gegen Juden! Daher verbünden sie sich mit den Feinden der Juden. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhundert wurde von der PLO beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können, so wie die NSDAP ein paar Jahre vorher beschlossen hatte, dass Juden keine Deutsche sein können. Der Deutschenbegriff der NSDAP wurde verworfen, aber der Palästinenserbegriff gilt bis heute. Nur innerhalb dieses Palästinenserbegriffes können Juden illegal sein. 

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

116 Antworten zu Der Umgang mit Israel ist nicht objektiv!

  1. Arthur schreibt:

    „Warum sprechen so viele Menschen von Gebieten, die angeblich von Israel besetzt sind“ … Sehr geehrter Herr Buurmann das ist recht leicht zu beantworten … selbst die Spitze des israelischen Gerichtssystem – das oberste Gericht Israels – kam zu dem Urteil es sich bei dem Westjordanland um besetztes Gebiet handelt. Also die Instanz, die als oberste verbindlich über die Interpretation bestehender Gesetze zu befinden hat. Ist das Urteil des obersten Gerichts nun einseitige Propaganda? Unterstellen Sie dem obersten Gericht im Ernst fehlende Objektivität? Sollten Journalisten ihrer Meinung nach also eher den Regierungs-Neusprech „umstrittene Gebiete“ einer ultra-nationalistischen-rechten Regierung übernehmen als die Beurteilung dieser Tatsache durch ein Urteil der obersten Richter des Landes? Sie verklären hier schlicht die Tatsachen, was man als klare Propaganda bezeichnen könnte. … Sie haben ihr ideologisch fanatisches verklärendes Vorgehen ja recht gut selbst beschrieben …. „Eine Technik der Propaganda besteht darin, eine Lüge immer und immer wieder zu wiederholen, damit am Ende etwas hängen bleibt.“ Ich würde nur zu gerne hoffen das es sich dabei um eine Selbsterkenntnis ihrer Person handelt. Ihr regelmäßiger Blogleser, Arthur …

  2. Kanalratte schreibt:

    Kann man Yassir Arafat eigentlich noch postum mit dem Lutz-Bachmann-Preis für politischen Wandel auszeichnen? Vielleicht könnte dann Steinmeier die Laudation halten und Gabriel bekommt was ordentliches zu essen.

    • Aristobulus schreibt:

      … oder man gibt ihm postum den Rudolf-Heß-Preis für Abflug aus unglücklichen Umständen, Gabriel hält aus familiären Gründen (starker Vater) die Laudatio, während Steinmeier heimlich unterm Tisch schon mal was isst, Frettchen wie der tun gern sowas.

  3. Melanie schreibt:

    Hä, wie? Objektiv hat der Antisemitismus nach 2.000 Jahren weltweit doch am 08.05.1945 plötzlich aufgehört. Wurde eingestellt. Mit der Feuerpause. Oder mit Hitlers Tod. Oder anschließend behördlich verboten. Quasi über Nacht aus den Köpfen ausradiert. Abracadabra, Simsalabim!

    Sagen und glauben alle. Deutschen. Oder etwa nicht? Nein wo isser denn, wo isser bloß hin?

    • Aristobulus schreibt:

      Also Dieter Dehm von der Linkspartei ruft gern laut ins Mikrofon, dass Antisemitismus bittschön dem Massenmord vorbehalten bleiben müsse, weil’s unter secha Millionen wohl nur eine Ordnungswidrigkeit sei. Darum kann der Israelhass in der Linkspartei und in der SPD ja auf keinen Fall etwas mit Antisemitismus zu tun haben, denn selbst „mein Freund Abbas“ (so Außenminister Gabriel, SPD) hat wahrscheinlich noch nichtmal sechshundert Juden selber ermordet. Zumal er * räuhäusper‘ huust‘ * ja selbst ein Semit ist. Kann also auch nicht Antisemitismus sein, das, sondern ist wahrscheinlich wieder Zweistaatenlösung und deutsche Weltpolitik des Friedens.

  4. davboe schreibt:

    Eine Frage hätte ich nich (eigentlich habe ich zwei, aber die zweite Frage muss warten):

    Hat Arafat eigentlich dem von ihm gepredigten Judenhass abgeschworen oder sich – buntesrepublikanisch gesprochen – zumindest distanziert?

    Ich danke für eindeutig zweideutige Beweise.

    • Aristobulus schreibt:

      Er hat sich andauernd vom Judenhass und Terrorismus distanziert. Wie hat er das getan: Indem er immernoch einen mehr drauflegte.

      • davboe schreibt:

        Hmm. So habe ich das nämlich in Erinnerung.
        Was treibt dann der Sozialdemokrat Steinmeier dort für ein Spiel? Vertritt er eigentlich die BRD oder das „deutsche Volk“?

        • Aristobulus schreibt:

          Hahaaa, Davboe. Wenn vertritt dieser Mensch dort: Er vertritt die mohammedanischen Wähler!, die die SPD bei der nächsten Wahl bittebittebitte retten sollen.
          Der Typ macht kläglichen miesen Wahlkampf für seine wackelnde Altpartei am beschissenen Grab eines Oberterroristen und Schlächters, läuft im schwarzen Anzug durchs Bild und verauft sich gar als Bundespräsident.
          Wer sowas macht…

          • davboe schreibt:

            😳 das war einer der Gedanken, die ich rasch wieder verworfen hatte: Da werden sich einige oder viele Muslime (und Christen m.E. ebenfalls) in den Nachbarländern Israels freuen – so sie es denn mitbekommen.
            Ich muss mich hier versbschieden von dem Thema: Die vielen zackigen deutsch-freundlichen „Begrüßungen“ im Land der Zeder werden wieder wach …

          • Aristobulus schreibt:

            … vor Allem handelt es sich um just diese bestimmte Mischung aus Triumph und Verachtung in Einem, die der Herr Steinmeier da hervorrufen möchte.
            Wer aus dem Westen zu Arafats Grab pilgert, wird von den Dortigen als Bücklingsdemütiger, Speichellecker und Dhimmi tief verachtet.

          • aurorula a. schreibt:

            Bücklingsdemütiger, Speichellecker und Dhimmi tief verachtet.
            Da sind sich die Araber und ich ausnahmsweise einmal einig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

            Außer den Dixiecrats ist da wohl noch kein Anbiederer drumrumgekommen, von beiden Seiten verachtet zu werden.

          • aurorula a. schreibt:

            Der Typ macht kläglichen miesen Wahlkampf
            Ist der Bundespräsident nicht genau deswegen explizit kein Mitglied irgendeiner Partei mehr, sobald er das Amt antritt, oder habe ich da was verpasst?

          • Aristobulus schreibt:

            Also erst schlägt SPD-Gabriel in Israel beim Jud‘ auf und will sich mit zwei linksextremen NGOs treffen, aber weigert sich, mit dem Premierminister Netanyahu zu telefonieren. Eine Woche später schlägt SPD-Steinmeier in Israel beim Jud‘ auf, legt einen Kranz am Grab des Oberterroristen Arafat nieder und belehrt den Jud‘, was „Sprechverbote“ seien.

            Ein deutscher Außenminister und ein deutscher Bundespräsident drängen sich mit ein paar Anstandstagen Abstand beim Jud‘ auf, bejubeln linksextreme Lügner und den Massenmörder Arafat und betreiben da alle beide den miesesten aller miesesten Wahlkämpfe für ihre SPD, und zwar auf Kosten des Jud‘.

            Sowas ist bisher noch NIE dagewesen – nichtmal unter dem Ex-und-Immernochnazi-Bundeskanzler Kiesinger (vor 1968). Der war zwar Nazi, aber der hat das NICHT gemacht.
            Warum hat Kiesinger derlei nicht gemacht: Er hatte Respekt vor diesem Amt, bei aller sonstigen Widerlichkeit.

          • aurorula a. schreibt:

            Ach, so isses.
            Meistens, wenn man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll könnt‘ man speibn.

          • Jan schreibt:

            Steinmeier ist zum Dhimmi und Speichellecker geboren. Aus seiner ganzen Körperhaltung heute in dem Terroristenschuppen sprach purer Gehorsam. Die fleischgewordene Nahostpolitik der EU.

  5. Eitan Einoch schreibt:

    Schon gelesen?

    „Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag am Grab des früheren Palästinenserführers Yassir Arafat in Ramallah einen Kranz niedergelegt. Nach Angaben der örtlichen deutschen Vertretung ist es das erste Mal, dass ein deutscher Bundespräsident den früheren Präsidenten auf diese Weise ehrt. (…) Nach dem Besuch an Arafats Grab traf Steinmeier Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Er wurde in Ramallah mit militärischen Ehren empfangen. Bei dem Gespräch mit Abbas sollte es unter anderem um den seit 2014 brachliegenden Friedensprozess im Nahen Osten und um die Zukunft der Zwei-Staaten-Lösung gehen. Steinmeier hatte am Sonntag in Jerusalem für die Zwei-Staaten-Lösung geworben und diese als „einzig denkbare Perspektive“ bezeichnet.“

    Quelle:
    http://www.derstandard.at/2000057230717/Steinmeier-legte-Kranz-an-Arafats-Grab-nieder-und-traf-Abbas

    Ob Außenminister oder Bundesgrüßaugust – der Mann ist und bleibt bei allem, womit er sich beschäftigt, eine totale Niete.

    • Aristobulus schreibt:

      Nach der Kranzniederlegung an Arafats Grab muss Steinmeier jetzt auch zum Obersalzberg, um da einen Kranz für Adolf’n niederzulegen. Denn wer A sagt, muss auch B sagen.
      Wir werden ihn dann zum Reichspräsidenten ernennen. Das hat er sich redlich verdient (die erste Hälfte voll und ganz)

      • Aristobulus schreibt:

        Arafat sagte an seinem 70sten Geburtstag, er werde eine Million Selbstmordattentäter nach Jerusalem schicken.
        Leider wurde nichts draus, denn er bekam ja dann ein Staatsgrab, und darin liegt er leider in einem Stück. Schlimm, das nichts aus Arafats Plänen wurde. Da muss man doch was tun! Wann sprengt sich der Steingemeierte aus Protest gegen die Verjudung Jerusalems in die Luft? Höchste Zeit dafür is‘.

        • davboe schreibt:

          Oh, hier hätte meine Frage gut hinei gepasst.

          • Aristobulus schreibt:

            Jede Frage, Davboe, ach jede.

          • davboe schreibt:

            Hm, Nein, die Frage unten oder oben ist mir wichtig: Hatte sich Arafat distanziert?

          • Aristobulus schreibt:

            Nie. NIE. NIE.

            Ferner stand Arafat bei den Baadermeinhofterroristen hoch im Kurs: Viele haben sich bei ihm ‚militärisch‘ ausbilden lassen, also als Heckenschützen und Bombenleger (etwa Dieter Kunzelmann, der Planer des Bombenanschlag auf das Berlinier jüdische Gemeindehaus 1969, kannte den Arafat gut, hat viel von ihm gelernt und ihn immer in höchsten Tönen gelobt („endlich dieses Israel wegmachen!“)

            Der deutsche Bundespräsident hat einen KRANZ am Grab des Mentors der Baadermeinhofs und des Zöglings eines der Planer der Schoah niedergelegt.
            Sowas ist bisher noch nie dagewesen.

        • Aristobulus schreibt:

          „Er wurde in Ramallah mit militärischen Ehren empfangen.“
          Wie hoch hat man den rechten Arm gerissen, ganz (ha, die Traute!) oder verschämt halb?
          Ja, das kostet Energie, dass man den Arm nicht mehr ganz hochreißen darf. Obwohl man so gerne will. Es könnte aber der Wiener Standard bemerken und irritiert sein. Da muss man schon aufpassen, das nicht plötzlich doch zu tun, schon damit der Wiener Standard voller Vertrauen auf den Frieden und die Zweistaatenlösung und die steinmeierische van-der-Bellen-Lösung bleibt.

          • Jan schreibt:

            Übrigens: „Er wurde in Ramallah mit militärischen Ehren empfangen.“
            Wie das? Militärische Ehren seitens der Verwaltung eines Autonomiegebietes, für das eigentlich eine Entmilitarisierung vorausgesetzt wird. Es ist schon abenteuerlich, was Israel sich so alles gefallen lässt.

        • davboe schreibt:

          Huch, ganz vergessen: @Aristobulus: gibt es einen zitierfähigen Text zu den Geburtstagswünschen des Herrn Politikers/verdienten Friedensnobelpreisträgers/Terroristen/Guerillakämpfers/Freiheitskämpfer/Judenhetzers* Arafat (*Nichtzutreffendes bitte streichen)?

          • Aristobulus schreibt:

            … auf Englisch oder auf Arabisch 😉 ? Er hat bekanntlich auf Englisch beständig von einer Zweitstaatenlösung und der Besatzung geredet, jedoch auf Arabisch nannte er die Zweistaatenlösung „Juden raus!“ und die Besatzung nannte er „ganz Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer ist besetzt!“

          • davboe schreibt:

            E/D beides gut.

        • aurorula a. schreibt:

          Ferner stand Arafat bei den Baadermeinhofterroristen hoch im Kurs
          Das ist noch diplomatisch ausgedrückt – liest man sich etwa die Liste der Flugzeugentführungen durch, ist es bis etwa zur Hälfte eigentlich ausschließlich die PFLP, die Flugzeuge entführt; mit den Baadermeinhoffterroristen als Steigbügelhaltern.

          hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Flugzeugentf%C3%BChrungen

          • Aristobulus schreibt:

            Aber ja!, und grad die Arafat-Fantastinenserterroristen, grad die!, haben ja diese Flugzeugentführungen erst ERFUNDEN. Das war deren Markenzeichen. So hat man sie kennengelernt (vorher kannte die keine Sau).

            Der deutsche Bundespräsident pilgert also zum Grab von einem, der Flugzeuge entführen ließ. Kommt der Herr Bundespräsident jetzt in seine Flegeljahre?

      • aurorula a. schreibt:

        Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag am Grab des früheren Palästinenserführers Yassir Arafat in Ramallah einen Kranz niedergelegt.
        Wenn das möglich wäre, wäre mir die Kinnlade gerade bis nach Australien geklappt.

    • Passant schreibt:

      Schon in Ordnung, da zuerst ein Persilschein geholt wurde

      • Aristobulus schreibt:

        … und der Heuchler im schwarzen Anzug pilgerte danach stracks zum Heldengrab des Zöglings vom Mufti Al-Husseini, der als SS-Offizier in Berlin höchstpersönlich dafür gesorgt hat, dass fünftausend jüdische Kinder nicht ausgetauscht, sondern vergast wurden.

        • davboe schreibt:

          Ein Kommentar ist futsch – darin fragte ich mich oder laut, ob Steinmeier keinen wissenschaftlichen Dienst zur Hand hat, der ihm von solchen Aktionen hätte abraten können. Ich sehe die Gesten und die Symbolwirkung, aber so, wie ich sie deute, bin ich tief beschämt.

          • Aristobulus schreibt:

            Steinmeier hatte einen ideologischen Dienst zur Hand, der ihm dringend riet (wegen der Ausgewogenheit und wegen beider Seiten), dass er * räusper * ein Zeichen für die Nakba, für das gedemütigte palästinensische Volk, für den Widerstand gegen die Besatzung und für den Helden Arafat setzen müsse, wenn er schon nach Yad Vashem gehe, um da wieder den erzwungenen Kniefall vorm Jud‘ zu machen.

        • Passant schreibt:

          Tja, die Besondere Verantwortung™ verpflichtet auch solche Termine wahrzunehmen. Muss sein, unter Demokraten gibt es außerdem keine Heldengräber, die man meiden sollte

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, als Nächstes stehen Termine an den Heldengräbern von Rudolf Heß, Alois Hudal, Ulrike Meinhof und Osama bin Laden auf Herrn Steinmeiers Terminkalender.
            Denn wat mutt, dat mutt.

        • aurorula a. schreibt:

          Jemand hier hatte vor einigen Tagen gefordert, dort das fotografieren zu verbieten.
          Vollste Zustimmung.
          Leider gibt es keine Möglichkeit, existierende Bilder wie das oben nichtexistent zu machen.

          • Aristobulus schreibt:

            … wenn im nächsten Moment der Boden unter Steinmeiern nachgegeben hätte, wär’s immerhin ein halbwegs erinnernswertes und wohl angemessenes Foto.

    • Melanie schreibt:

      Es kommt oft schlimmer als man denkt. Nach Gabriel als Elefant im Porzellanladen letzte Woche kommt diese Woche Steinmeier. Also nach Israel. Und schon hat die Realität mich einge- bzw. noch schlimmer überholt. Ich fass es nicht, wie peinlich!:

      „Anschließend fuhr er (Steinmeier) auf den Skopusberg, um dem israelischen Regierungschef vor Studierenden der Hebräischen Universität in aller Öffentlichkeit eine Lektion in Sachen Demokratie zu erteilen. “
      In:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-frank-walter-steinmeier-kritisiert-sprechverbot-von-benjamin-netanjahu-a-1146508.html

      • Aristobulus schreibt:

        Steinmeier stotterwiederholt da was von „Sprechverbote helfen nicht beim Verstehen, und sie schaffen kein Verständnis“, und könnte er nicht damit gemeint haben, dass Außenminister Gabriel sich geweigert hat, Netanyahus Telefonanruf anzunehmen?
        LOL.
        Er hat das so nicht gemeint.
        Er hat nämlich gemeint, dass der Jude Netanyahu einfach kein Verständnis, ja das schafft kein Verständnis!, also kein Verständnis für die deutsche Weltpolitik und Wichtigkeit habe.

  6. Ralf Weber schreibt:

    In die Freude über die Verhinderung einer rechtsradikalen Präsidentin in Frankreich mischt sich leider auch der Wermut, dass wohl von Frankreich weiterhin und damit auch von Europa weiterhin versucht wird, die in diesem Artikel beschriebene problematische und unrealistische Haltung zu Israel weiterzuverfolgen. Hier ist weiterhin Wachsamkeit erforderlich bezüglich einer ehrlichen Realitätsdarstellung abseits von einseitigen ideologischen Klischees.

    Hierzu habe ich wieder einen markanten Artikel von Dr. Rafael Korenzecher: gefunden:

    Emmanuel Macron — Vive le Président

    In einer auch angesichts der islamischen Judenmorde in Frankreich kaum jemals erinnerlichen, beispiellos harmonischen Aktion haben namhafte Vertreter der Christen, Muslime und Juden vor der französischen Präsidenten-Wahl eine gemeinsame Erklärung verfasst:

    Darin haben Sprecher der Protestanten, des Judentums und des Islam ihre Mitbürger zur Wahl des vermeintlich unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron aufgerufen.
    In einem am Donnerstag vor der Stichwahl veröffentlichten gemeinsamen Appell heißt es: Nur Macron könne für ein Frankreich stehen, das seine Stärke aus der Geschichte schöpfe und mit Vertrauen in die Zukunft blicke.

    Die Unterzeichner betonten insbesondere, dass ihnen als Repräsentanten des religiösen Lebens und als verantwortungsvolle Bürger sehr daran gelegen ist, dass im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen ein „großherziges, tolerantes und weltoffenes Frankreich“ den Sieg davontrage.

    Obwohl es der Islam ausnahmslos in den von ihm beherrschten, sämtlich missglückten Staaten, einschließlich der Türkei, und in den sich unvermindert rasant ausbreitenden Islam-dominierten, nahezu rechtsfreien No-Go-Areas unserer westlichen Länder, ganz vorn des in Teilgebieten kaum noch staatliche Souveränität entfaltenden Frankreich, mannigfach belegt hat, dass die Begriffe „tolerant“ und „weltoffen“ unvereinbar sind mit der islamischen Welteroberungs-Ideologie, schien es keinen der besagten links-romantisierenden jüdischen und christlichen Macron-Protagonisten zu stören, sich — man möchte meinen in suizidal-masochistischer Weise — quasi als nützliche Idioten vor den Islam-Karren spannen zu lassen.

    Wen von diesen falschen christlichen oder jüdischen Vertretern interessieren da noch das Demokratie-feindliche Wahlverhalten und die weltweiten Freudenausbrüche der sogenannten moderaten Muslime über jeden geglückten, gezielt auf Juden oder Christen gerichteten Terrormord.

    Wo doch besonders nach dem ruhmlosen Ende der fatalen Amtszeit des Islam-affinen Weltretters und Sunnyboys von der anderen Seite des Atlantik die Wahl einer flockig-vollmundigen, jung-dynamischen französischen Obama-Neuauflage so sehr im Fokus des linken Gutmenschen-Lagers stand.

    Deshalb geschah auch diese mit jüdischem und christlichen Gutmensch-Alibi ausgestattete Macron-Unterstützung in durchaus schönem Einklang und großer Personen-Identität mit dem links-intelektuellen französischen und europäischen, vor allem deutschen Meinungskartell aus Islam-Appeasern, Israel-Delegitimierern, Terror-gegen-Israel-Verstehern, Clinton-Unterstützern, Atom-für-den-Iran-Befürwortern, Kauft-nicht-bei-Juden-Junkies und Bagatellisierern des Islam-generierten Entjudungs-Antisemitismus und der Islam-Einlass-bedingten Strukturauflösung unserer Aufklärungs-geläuterten freiheitlich-demokratischen abendländischen Lebenswelt.

    Und der französische Wähler….. Hoffnungs-gebend für unsere nunmehr jubelnden, so schrecklich Trump- und Brexit-geprüften Merkels, Gabriels, Steinmeiers, Stegners — der französische Wähler hat getan, was er sollte.

    Bei der Wahl zwischen Pest und Cholera hat er sich für die Pest und die Cholera zugleich entschieden.

    Wer etwa meint, die Wahl Macrons habe Übel von Europa abgewendet, der irrt vermutlich schrecklich.
    Sollte uns Macron nicht alle überraschen, so wird er seine Wahlversprechen auf soziale und rechtliche Befriedung der Bürgerkriegszone Frankreich nicht einhalten können.
    Seine Wahl bedeutet eine quasi bruchlose Fortsetzung des französischen und europäischen Suizids.

    Weitergehende Islamisierung und ein noch stärkeres reaktives Ansteigens eines viel gefährlicheren, Demokratie- und Juden-feindlichen Nationalismus könnten die voraussehbaren Folgen sein und uns in einigen Jahren Zustände bescheren, bei denen die Wahlalternative Le Pens noch geradezu als moderat angesehen werden wird.

    Nicht nur die Juden sollten bereits jetzt darüber nachdenken — how to survive the Macron-Years und die bei uns fast unausweichlich in diesem Jahr folgende Merkel-Schulz-Amtszeit.

    Dr. Rafael Korenzecher

    Hierzu auch:
    http://www.journalistenwatch.com/2017/05/08/mit-der-wahl-macrons-hat-der-islam-einen-grossen-sieg-davongetragen/

    • Aristobulus schreibt:

      … merkwürdig, auf welchen Pfaden aus jemand Konservativem (Marin LePen) so zwangsläufig jemand Rechtes und dann gar Rechtsradikales wird. Obwohl sich das Objekt selbst nicht verändert hat, möchten die Pfade das selbige dorthin winden.

      • Ralf Weber schreibt:

        Aristobolus, die Partei „Front National“ befindet sich nun mal weit auf der rechten Seite des politischen Spektrums. Marine Len Pen bemüht sich durch seriöseres Auftreten konservative Bürger anzusprechen. Ich verstehe den Mißmut vieler gegen aktuelle Zustände gut, aber bringt sie wirklich dauerhaft tragfähige Lösungen?

        • Aristobulus schreibt:

          Nun bringt sie ja keine solchen; also braucht man die Frage nicht mehr zu stellen.

          -Und was ist übrigens die „nun mal die rechte Seite des politischen Spektrums“, wenn allein Marine Le Pen die vordringenden religiösen Reaktionäre zurückgedrängt hätte, indem jene, die sich als links darstellen, das jedoch nicht tun?

          -Und was ist übrigens die „nun mal die rechte Seite des politischen Spektrums“, wenn der deutsche Bundespräsident, SPD, einen Kranz am Grab eines Terroristenbosses niederlegt, dessen Zöglinge einst linkssextreme Terroristen in der BRD gewesen sind, dessen Ziehvater jedoch SS-General gewesen ist?

          Da ist überhaupt nichts nun-mal.

    • Jan schreibt:

      “ … mischt sich leider auch der Wermut …“, den Spruch kannte ich noch nicht :))
      Rechtsradikal ist natürlich Jeder, der dem linken Establishments nicht passt. Hat keinerlei Aussagekraft, diese Einordnung. Die linken Populisten wollen ja nicht, dass das Stimmvieh in die Lage versetzt wird, zu differenzieren. Ist Le Pen wirklich rechtsradikal, ganz im Gegensatz z.B. zu Geert Wilders?

      • Aristobulus schreibt:

        … genaugenau, danke für Deinen Analogverweis auf Geert Wilders. Rechtsradikalität lässt sich ja genau definieren. Anti-EU-Bürokratismus und Anti-Mohammedanermasseneinwanderung sind sicher keine rechtsradikalen Positionen. Rechtsradikal in Frankreich ist etwa Alain Soral, aber Marine Le Pen ja nicht.

  7. mühlstein schreibt:

    Angenommen, man hätte Israel damals nicht im Nahen Osten gegründet, sondern irgendwo an einem anderen Ort auf der Welt, würde es den Juden besser gehen oder hätten sie dieselben Probleme?

    • bergstein schreibt:

      Auf eine falsche Frage gibt es keine richtige Antwort. Man hat Israel nicht gegründet, es hat sich selbst gegründet und zwar an der einzigen Stelle an der er existieren könnte. Falls jedoch ein jüdischer Staat sich wo anders gegründet hätte, so wären höchstwahrscheinlich die gleiche Probleme entstanden. Als die Juden um 1880 begannen im erheblichen Umfang nach Israel einzuwandern (in Jerusalem gab es seit Mitte des 19 Jhd. eine jüdische Mehrheit), bestand das praktisch unbewohnte Land zu 80 % aus Wüste und zu 20 % aus Sümpfen. Bevor man überhaupt ein Staat gründen konnte, musste zunächst überhaupt ein be-wohnbares Land geschaffen werden. Als dies dann getan war, waren plötzlich ganz andere am neuerschaffenen Land interessiert. Das Gleiche würde wohl an jeder anderen Stelle in der Welt geschehen.

      • Aristobulus schreibt:

        Fazit: Der Jud‘ wird immer für das beneidet, was er hat, je mehr, um so mehr davon er sich selbst erarbeitet hat. Und egal wo der Jud‘ sich aufhält oder was er gemacht, er wird von überall her angestarrt, und sein Dasein, egal wie, wann oder wo, steht immer zur Disposition.

        So wie der Mühlgesteinte das durch seine falschen Fragen tut.
        Der stellt den Jud‘ andauernd zur Disposition.

      • Jan schreibt:

        @Bergstein: Ich halte die Wahrscheinlichkeit für sehr viel geringer. Eine der Voraussetzungen für den israelisch-arabischen Konflikt ist, dass die Israelis von Typen umzingelt sind, die an einen Gott glauben, der Juden hasst. Und Gewalt und Eroberung um ihrer selbst willen liebt.

    • Kanalratte schreibt:

      Also wenn die Juden ihren Staat nicht in der Levante gegründet hätten, sondern z.B. in Südamerika hätte ein Judenstaat heute auch Probleme und mit Anfeindungen zu kämpfen. Der große Unterschied ist halt, dass sich Israel im Umfeld von muslimischen Staaten befindet, in denen große Teile der Bevölkerung grundsätzlich gegen Andersgläubige eingestellt sind. Man sieht das ja z.B. in Ägypten wo heute die christliche Minderheit der Ur-Ägyter (Kopten) immer noch schikaniert wird. Es wird häufig unter den Tisch gekehrt, dass Christen in Palästina, Libanon, Syrien usw. ebenso schikaniert werden, weswegen es dort immer weniger Christen gibt. Der Libanon war z.B. noch nach dem 2. Weltkrieg zu über 60% christlich, heute sind es nur noch 35%. Und in Syrien verschwinden die Christen gerade drastisch.

  8. Thomas schreibt:

    „Umstrittene Gebiete“ ist eine Wortschöpfung der letzten Jahre und trägt vor allem der Tatsache Rechnung, dass man nach 50 Jahren und einer nicht absehbaren Lösung des Konflikts in Form der Herausbildung eines friedlichen Palästinensischen Staates, nach einer neuen Möglichkeit sucht, einen abschließenden Status für die derzeit unter Militärverwaltung stehenden Gebiete zu finden.

    „Besetzte Gebiete“ oder „Besatzung“ also ausschließlich als Propagandabegriff zu definieren (auch wenn er heute vielfach so gebraucht wird) halte ich für sachlich falsch.

    • Kanalratte schreibt:

      „Besetzte Gebiete“ trifft aber auch nicht den Kern, denn besetzte Gebiete gehören in der Regel zu (ehemals) souveränen Staaten, was das Westjordanland ja nicht ist bzw. nie war. Armenien „besetzt“ mit der Region Bergkarabach ein umstrittenes formal zu Aserbaidschan gehörendes Gebiet mit einer armenischen Bevölkerungsmehrheit. Auch dort ist es schwer von „Besatzung“ zu sprechen. Ebenso schwierig ist die Situation auf der Krim, die obwohl sie eigentlich zur Ukraine gehört, historisch mehr Russisch ist. Das Westjordanland ist die Heimat von 600.000 Juden und somit teilweise auch Jüdisch-Israelisch. Auch wenn die Türkei Nordzypern (noch) besetzt hat ist es bei fortschreitender Zeit (sagen wir in 30 Jahren) immer schwieriger von einer „Besatzung“ zu sprechen, weil die Türkei in Nordzypern Türken ansiedelte und die Griechen fast vollständig vertrieben hat. Das nördliche Ostpreußen ist dann übrigens auch von Russen „besetzt“, weil Königsberg eine urdeutsche Stadt ist.

  9. A.Bundy schreibt:

    Tut mir sehr leid, Gerd. Aber egal wie oft und aus welch‘ gut gemeinten Gründen du die These „Alle, die in Palästina leben, sind Palästinenser“ noch bringst, sie wird einfach nicht wahrer.

    Israelis sind Israelis und keine „Palästinenser“.
    Das erste bezeichnet eine Staatsangehörigkeit, das zweite ein angebliches Volk.

    Ein Staat namens „Palästina“ existiert bisher nicht.
    Israel dagegen existiert seit 1948. Es liegt aber nicht in Palästina, sondern hat einen winzigen Teil des britischen Mandatsgebietes namens „Palästina“ abgelöst.
    Den größten Teil bekam mit 78% Jordanien.

    Die Einwohner von Israel heissen Israelis, rund 75% davon sind Juden und ca. 20% Araber. Die restlichen 5% werden zusammengefasst als „Andere“, darunter z.B. die Bahai.
    Niemand aber ist „Palästinenser“.

    Die Einwohner von Jordanien heissen Jordanier, 0% davon sind Juden und fast 100 % Araber. Allerdings behaupten 75% aller Einwohner im Landesdurchschnitt und bis zu 99% in den grossen Städten, dass sie sog. „Palästinenser“ wären. Wenn das stimmen würde, dann gäbe es de facto bereits heute einen unabhängigen Staat Palästina.
    Zu dumm, dass das angeblich „indigene Volk der Palästinenser“ dies anscheinend noch nicht mitbekommen hat.

    Mir ist durchaus klar, aus welcher Intension sich deine Argumente speisen, nur möchte ich dich dringend bitten, mit dieser sachlich falschen Versimplizierung aufzuhören.
    Es besteht nämlich durchaus die Gefahr, dass du dich damit ungewollt zum willkommmenen „Erklärbär“ der antisemitischen/antiisraelischen Szene machst, die seit geraumer Zeit mit ähnlich klingenden Behauptungen („Jesus war Palästinenser“ e.c.t.) ihre ganz eigenen Ziele verfolgt.
    Eines der wichtigestes ist die mediale Selektion jüdischer Israelis in „gute“, weil dort geborene, arabische Juden und böse, eingewanderte „chasarische Zionisten“.
    Dieser widerlichen Propaganda muss entschieden und unzweideutig widersprochen werden!

    Palästina war immer ein Herrschaftsbegriff. Die Römer verwendeten ihn, damit die Juden ihr Land nicht Israel nennen konnten, die Osmanen bezeichneten damit den verarmten Hinterhof ihres Reiches, in dem sie, von jeglichem Völkerrecht unbehelligt, tun und lassen konnten, was immer ihnen beliebte und für die Briten war es nur ein weiteres Mandatsgebiet, welches sie dem kolonialistischen Erzfeind Frankreich vor der Nase weggeschnappt hatten.
    Nur letztere führten tatsächlich alle Bewohner des Mandatsgebietes bis 1948 offiziell als „Palästinenser“.

    Die Bewohner selbst nannten sich zu keiner Zeit so.
    Erst der ägyptische Terrorist Abu Ammar a.k.a. Jassir Arafat kam Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf die Idee ein „palästinensisches Volk“ arabischer Ethnie zu kreieren, weil er sich davon mehr Erfolg im Kampf gegen Israel versprach, als mit der bisherigen Strategie des „panarabischen Widerstands“.
    Ob dieses Volk heute tatsächlich existiert oder nur eine weitere arabische Chimäre darstellt, ist umstritten.

    Unumstritten dagegen ist, dass die Bewohner Israels keine „Palästinenser“ sind. Punkt.

    • Aristobulus schreibt:

      Ah!, alles genaustens auf die Zwölf, Bundy. You make my night 🙂
      „Palästina war immer ein Herrschaftsbegriff.“ Voilà.
      Ferner kann es als neutraler Regionalbegriff geltenn wie Mitteleuropa oder Südostasien: Wo viele verschiedene Leutz‘ mitsamt Konflikten leben, aber keiner definiert sich dort als Mitteleuropäer oder als Südostasiat.

      Gerd Buurmann hat diesen devianten Quasi-Andersbegriff von Palästina-für-alle höchstwahrscheinlich so gern, weil er bestimmte festgefahrene Bilder in den Schädeln erreichen und aufweichen möchte.

  10. Atticus Finch schreibt:

    Die kalte, harte Wahrheit ist doch, dass der deutsche Mainstream, dieser linksgrünversiffte Zeitgeist, gnadenlos antisemitisch ist. Es besteht kaum noch ein Unterschied zwischen dem Nationalsozialismus von 1933 und dem Antinationalsozialismus von 2017. Wie auch.

    • Aristobulus schreibt:

      Wer sowas so vollmundig den Nationalsozialismus verharmlosend und überhaupt laut behauptet, der kennt weder den Unterschied zwischen Julius Streicher, Alfred Rosenberg und Goebbels einerseits, und Jakob Augstein, Sigmar Gabriel und etwa Katrin Göring-Eckard andererseits:
      -Erstere haben selbst zu Morden aufgerufen und haben selbst Morde organisiert.
      -Zweitere zahlen bloß Millionen an Terrorpaten und waschen sich die Hände in ungeduldiger Unschuld, während sie hoffen, dass nur woanders ein paar Juden ermordet werden.

      • Bruno Becker schreibt:

        Dem stimme ich zu. Ich mag die sehr in Mode gekommenen drastischen Vergleiche Nazis vs. ‚Linke‘ (wahlweise ‚Linksgrüne‘, ‚Linksgrünversiffte‘, ‚AfD‘, die Nachbarslümmel etc.) auch nicht. Ist mir einfach zu primitiv. Besser dagegen, viel besser, Ihr letzter Satz. Das ist die traurige Wahrheit.

  11. Sebastian Knoth schreibt:

    Das Problem ist das die Architekten der sog. Balfour-Deklaration dafür gesorgt haben das die USA in den Krieg eingetreten sind. Zum Schaden Deutschlands. Das haben wir den Juden – verständlicherweise – dann auch übelgenommen…

    Aber davon wollt ihr ja nie was hören, es sind immer die anderen schuld.

  12. Ralf Weber schreibt:

    Vielen Dank für diesen zutreffenden und umfangreichen Artikel.

    Vorsicht ist im Gegenzug bei Berichterstattung immer geboten, wenn mit emotionalisierten Teilinformationen „postfaktisch“ einseitige Meinungen bewirkt werden, wobei sich bei diesem Thema die linken und rechten politischen Radikalen sehr nahe kommen.

    Zum ausgewogeneren Bestandsaufnahme gehört auch der folgende Aspekt:

    http://www.audiatur-online.ch/2015/11/30/vertreibung-der-juden-aus-den-arabischen-laendern/

    https://www.israelnetz.com/kommentar-analyse/2009/07/10/8222die-vergessenen-fluechtlinge8220-juedische-fluechtlinge-aus-arabischen-laendern/

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Judenvertreibungen_aus_arabischen_und_islamischen_L%C3%A4ndern

  13. Einer schreibt:

    Das Argument hat doch aber eine große Schwäche: die indigenen Einwohner der USA hatten auch keinen Staat, keine Hauptstadt etc. trotzdem war deren Vertreibung und der Landraub ihnen gegenüber durch europäische Siedler nicht gerechtfertigt. Ich stimme in vielem mit Dir überein Gerd, aber ich denke dieses Argument „es gab keine „Palästinenser“ “ hat einige Schwächen. Dort lebten trotzdem schon seit Generationen Nichtjuden, die eine Kultur und Siedlungen hatten.

    • Aristobulus schreibt:

      -Selbstverständlich war es gerechtfertigt, in Nordamerika zu siedeln: Es war überaus überviel Platz dort.

      -Selbstverständlich haben vor der vermehrter Einwanderung verfolgter Juden in den 1890ern im osmanischen Südsyrien neben ein paar verarmten Juden und ein paar verarmten Christen auch ein paar immer schon arme Araber gehaust. Und? Sie kamen und gingen, und sie profitierten eindeutig vom jüdischen Fleiß, der das Land von einer öden, verlassenen Steppe (so sah es noch Mark Twain 1867) in ein grünes, gut besiedeltes Land zu verwandelt haben.

      Ferner: Araber haben 22 Länder, darunter sehr große: Allesamt failed states. Juden haben nur ein Land, ein sehr kleines: Das shr gut funktioniert und prosperiert.
      Wieso interessieren Sie die Dinge, die jene paar Araber tun, die sich seit ca. 1970 Palästinenser nennen? Araber führen gegeneinander Krieg, so ist das leider. Zwischendurch führen Araber gegen alle Anderen Krieg, am Liebsten und am Hasserfülltesten freilich gegen die Juden (arabische Judenpogrome gab es seit Bestehen des Islams, und der Koran ist ein einziger Aufruf zum Judenpogrom).
      Wieso interssiert es Sie, was die tun oder lassen?
      Und wieso sollten die paar Juden darauf Rücksicht nehmen müssen?

      • Bruno Becker schreibt:

        Araber führen gegeneinander Krieg, so ist das leider. Zwischendurch führen Araber gegen alle Anderen Krieg, am Liebsten und am Hasserfülltesten freilich gegen die Juden (arabische Judenpogrome gab es seit Bestehen des Islams, und der Koran ist ein einziger Aufruf zum Judenpogrom).

        Ergänzend dazu ein Zitat, ich glaube aus Leon Uris ‚Hadsch‘: „Der Bruder gegen den Bruder, die Söhne gegen den Vater, die Familie gegen die Sippe, die Sippe gegen den Stamm und der Stamm gegen die ganze Welt.“

        Treffender kann man die islamische Kultur nicht skizzieren.

      • aurorula a. schreibt:

        Alle möglichen Leute vergleichen die Fantastinenser mit „Ureinwohnern“.
        Die amerikanischen Ureinwohner selbst freilich vergleichen sich mit den Juden als Ureinwohnern Judäas (Ryan Bellerose etwa tut das recht überzeugt, glaubhaft und lautstark) – mit im Gegensatz zu ihnen einem eigenen Staat im angestammten Land.

        • Aristobulus schreibt:

          Ach, so isses.
          Die Jidn sind in der Tat eine Art Indianerstamm (doch). Wobei die arabischen Überallsiedler und die deutsche SPD jedoch leider die Reservats- und Deportationsmeinung gegen die Indianer vertreten.

    • A.Bundy schreibt:

      @Einer
      Wie kommen sie denn auf den Schuh, dass die ‘indigenen Einwohner der USA’(sic!) weder Staat noch Hauptstadt gehabt hätten? Zuviel Karl May gelesen?
      Es gab nie eine homogene indigene Bevölkerung auf dem amerikanischen Doppel-Kontinent, sondern viele verschiedene, sehr unterschiedlich entwickelte Gesellschaften.
      Zur Zeit der Kolonialisierung waren bereits 85-97% der Urbevölkerung an Seuchen gestorben und die europäischen Siedler fanden ein völlig anderes Amerika vor, als die Entdecker 140 Jahre zuvor.
      Ich empfehle zu diesem Thema Charles C. Manns ‘Amerika vor Kolumbus’ zu lesen.

    • Bruno Becker schreibt:

      Ein wirklich schriller Vergleich.

      Dort lebten trotzdem schon seit Generationen Nichtjuden, die eine Kultur und Siedlungen hatten.

      Richtig. Und es lebten auch schon seit Generationen Juden dort, die eine Kultur und Siedlungen hatten. Und die waren sogar meist in der Mehrheit.

  14. anti3anti schreibt:

    Vaterlandslose Gesellen haben keine Heimat. Dort, wo sie siedeln, IST besetztes Gebiet. Der ewige Jude ist vom christlichen Gott zum ewigen Umherirren verdammt. Da sind Papst und Luther einer gerechten Meinung. Ein eigenes Land für Juden? Gar einen Judenstaat? Hirngespinste!

    Irgendwann wenn die arabisch-muslimischen Judenfeinde die europäisch-atheistischen Judenhasser unterjocht haben werden, werden sie sich verbünden, um Amerika und Australien zu unterwerfen. Anschließend geht es an die Ausrottung aller Juden in Israel – möglicherweise erst nach dem Sieg über China und Nordkorea.

    • Aristobulus schreibt:

      Der christliche Gott wird aber doch nun mal weitaus ja alleräußerstens überschätzt, gerade in seinem Bezug auf die Juden.

    • ceterum censeo schreibt:

      Ihr zweiter Absatz trifft den Punkt und in Europa wird wahrscheinlich kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. (Eine Chance allerdings für die nächste Generation, durch Besinnung auf das Wesentliche wieder lebensfähig zu werden, welche ansonsten durch Verblödung und Fortpflanzungsverweigerung sowieso die letzte wäre.)
      Beim Rest irren sie meiner Meinung nach. Amerika wird nicht unterworfen werden. Das wußte schon ein japanischer General, der seine wahnsinnigen Kollegen vor einer Invasion des Festlandes mit dem Hinweis warnte, daß hinter jedem Busch ein Farmer mit einer Flinte lauern wird.
      Nein, letztendlich wird das Übel von dieser Erde getilgt werden. Allzulange hat es Leid über die Menschen gebracht.

  15. A.mOr schreibt:

    sandra schreibt:Mai 7, 2017 um 7:10 pm
    davboe schreibt:Mai 7, 2017 um 7:12 pm

    Stimmt. Die Römer gliederten das Land Israel/Judäa ein in die dann römische Provinz „Palästina-Syrien“, später wurde diese wieder in einzelne Provinzen aufgeteilt, ua. „Palästina“.

    Es ging dabei nicht „nur“ um Demütigung gegen Juden, sondern um Vertreibung und Auslöschung des Gedächtnisses an die Verbindung der Juden an das Land. Auch wurde, zB., Juden der Aufenthalt in Jerusalem verboten.
    (Was dennoch nicht im Sinne der Römer gelang.)

    Die Römer hatten in drei größeren Kriegen das jüdische Volk, wie es bis dahin im gesamten östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten bis weit nach dem Iran hinein (usw.), an den Rand der physischen Vernichtung gebracht.

    Es scheint ein Treppenwitz, daß die Fantastinenser sich nach den „Fremden“ benannt haben, deren Erinnerung erst durch die römische Territorialordnung wieder präsent war.

    Und irgendwie auch, wenn ich’s finster deute, typisch. Und auch Treppenwitz.
    Die Römer als Imperium raubten das Land und benannten es „unjüdisch“, und später raubten die Araber den „jüdischen Palästinensern“ ihren Namen, um es mit „arabisch exklusiv“ auszuzeichnen.
    Das wäre ihnen nie gelungen ohne eine breite Unterstützung des „post-römischen Westens“.

    • davboe schreibt:

      Ah, OK, dann habe ich das richtig in Erinnerung. Danke.

      Obwohl OK ist nichts daran, wohl aber gängige Praxis großer, auf „Befriedung“ (aus Sicht Roms) ganzer Landstriche bedachter Imperien.

  16. davboe schreibt:

    Vielleicht habe ich es überlesen, m. W. wurde das Land der Juden bzw. die Provinz Judäa zur Strafe für den Widerstnd der Juden gegen die Römer umbenannt – mit dem Ziel sie zu demütigen: Aus Judäa wurde Palästina (=Philisterland). So hatte ich es gelernt; Ich hoffe, das stimnt so. Müsste es noch einmal in einer Geschichte Israels nachlesen.

  17. sandra schreibt:

    Meines Wissens stammt der Name „Palästina“ nicht von Pleschet, sondern von Syria Philistine – an die damals bereits ausgestorbenen Philister erinnernd, die Römer nannten das Gebiet so, als die Juden vertrieben waren, um sie zu demütigen.

  18. klartext77 schreibt:

    Der Reichspropagandaminister hat es erkannt: „Tausendmal wiederholte Lügen werden zu Wahrheiten!“ Die israel-feindliche Gehirnwäsche war und ist erfolgreich, sie funktioniert sogar bei etlichen Juden. Willkommen im postfaktischen Zeitalter!

  19. A.S. schreibt:

    In einschlägigen Diskussionen frage ich meine Gesprächspartner/Kontrahenten immer wieder, wie sie eigentlich auf die Idee kommen, dass das religiöse Mischgebiet aus Juden, Christen und Moslems „eigentlich“ den Moslems gehört.
    Das Erschreckende: Für die meisten ist der Gedanke, dass es sich niemals um ein „rein moslemisches“ Gebiet gehandelt hat und somit „den Moslems“ auch nicht gestohlen wurde, völlig neu. Da merkt man wie eine ständig wiederholte Lüge ihre Wirkung entfaltet.

    • Aristobulus schreibt:

      „Eigentlich“.
      Haargenau, Andreas. Es geht da um Eigentlichkeit und um’s Ja-Aber, es geht jedoch nicht um die Unterscheidung zwischen Lüg‘ und Wahr.
      Der Passant hat oben eine sehr gute Merkliste verlinkt, die wie extra geschrieben für solche Gesprächspartner/Kontrahenten ist (sofern sie denn die Mühe aufbringen wollen, anzuerkennen, dass es ja nu doch so was wie Tatsachen einerseits und Meinungen andererseits gibt)

      • caruso schreibt:

        Ari, gibt es denn solche Menschen? Hast Du eine so gute Meinung vom homo sapiens sapiens? Ich habe von meinem Vater – der eigentlich eine Gestalt des 19.Jh.s war – ein sehr helles, optimistisches Welt-und Menschenbild geerbt. Es war auch gut so, ohne ein solches Menschenbild hätte ich nie so mit Menschen arbeiten können, wie ich es tat. Seitdem ich nicht mehr arbeiten kann (seit 20 Jahren ca) habe ich langsam und ziemlich unwillig erkennen müssen, wie wenig realistisch dieses Bild war. Mit diesem anderen Bild bin ich nicht gerade froh, doch fühle ich mich damit besser. Hört sich blöd an, nicht? Aber i so ist es.
        lg
        caruso

        PS Was Israel betrifft, bin ich sicher nicht objektiv. Nur hat das mit Begriffen nichts zu tun.

        • Aristobulus schreibt:

          … also ich glaub‘, dass die Meisten völlig unverbesserlich sind, aber dann kommen doch wieder solche wie hier der Klartext, der zwar ein Beef mit dem israelischen Verhalten hat (er meint freilich, zu milde 😀 ), aber er lässt nicht locker und geht den Dingen auf den Grund und diskutiert.
          -Mein Vater s’l hat mir ein sehr durchwachsenes Menschenbild mitgegeben (er hat alles gesehen, was vom 20. Jahrhundert zu sehen war), ein eher pessimistisches, aus dem man das Beste machen soll, damit’s ein optimistisches wird (so hätte er’s gesagt). Nach der Befreiung aus den Lagern hat er in der Diplomatie alles dafür getan, damit es zur EU usf. kam: Damit sich nie wieder eine staatliche und kulturelle Totalisolation Deutschlands mit folgenden Gräueln an Juden und Raubkriegen ereignet. Er ist einer von vielleicht Hundert oder Zweihundert gewesen, die selber die EG (später EU) waren.
          Was jetzt, fast zehn Jahre nach seinem Tod, daraus geworden ist und immer noch weiter wird, würde er wohl entsetzt ablehnen.

          Dir a gutte Nacht

      • A.S. schreibt:

        Es gibt viele Menschen die durchaus offen für Neues sind. Viele sind nicht vom Hass infiziert, sondern interessieren sich eigentlich nicht für den Konflikt und hören quasi nebenbei einfach immer nur Negatives über Israel (Z.B. die Lüge vom Landklau). Das prägt dann das Bild.
        Andere Gedanken setzen dann oft einen Prozess in Gang.

        • Aristobulus schreibt:

          Merkwürdigerweise war es haargenauso VORHER, also bevor Israel neugegründet wurde. Sagen wir mal so 1927, ja?, neunzig Jahre her, drei Generationen (das ist nicht viel, man konnte 1927 telefonieren, Espresso trinken, religiöser Dissident sein, zur Miete wohnen, ein Bankkonto haben und Anwalt, Lehrer, Arbeiter oder Dichter werden, es gab nur keine Computer und keine Fernreisen, sonst war alles fast genauso wie jetzt anno 2017), da verhielt es sich in der Tat wie folgt:
          Es gab viele Menschen, die durchaus offen für Neues waren. Viele waren nicht vom Hass infiziert, sondern interessieren sich eigentlich nicht für „die Judenfrage“ und hörten quasi nebenbei einfach immer nur Negatives über die Juden (Z.B. die Lüge von der Dominanz über das Deutschtum). Das prägte dann das Bild.
          Andere Gedanken setzten dann oft einen Prozess in Gang.

          • A.S. schreibt:

            Stimmt auch wieder…….

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, scheußlich genug.

          • Kanalratte schreibt:

            Dazu muss man die Frage stellen ob die Menschen Hitler (auch) wegen seines Judenhasses gewählt haben oder eben trotz seines Judenhasses. Inwiefern dieses Thema damals überhaupt die deutsche Bevölkerung wirklich beschäftigt hat, würde ich auch gerne mal wissen. Oder dienten „die Juden (da oben)“ im kollektiv nur als bloßes Feindbild Deutschlands, während man die paar jüdischen Menschen, die man so kannte, eigentlich als ganz in Ordnung empfand. Das kann vielleicht ein Historiker beantworten. Ich weiß nur, dass sich die meisten Wähler in einer Demokratie nicht unbedingt vollumfänglich mit Politik auskennen, manche gar überhaupt nicht, und viele einfach „aus dem Bauch raus“ wählen oder sich Partnern, Verwandten oder Freunden anschließen.

          • mühlstein schreibt:

            Kanalratte, dass Hitler gewählt wurde, hängt damit zusammen, was die Menschen damals erlebt haben.

            Der durchschnittliche mittelalte Deutsche um das Jahr 1930 war in der Kaiserzeit geboren, wuchs dort zu einem Erwachsenen, wurde von Eltern,Schule, Militär und Staat mit einer nationalistischen Einstellung großgezogen, dass die Deutschen das beste Volk der Welt wären und Deutschland über alles sei. Dann begann der Weltkrieg und die Regierung propagierte immer von einem „gerechten“ Krieg, der durchschnittliche Deutsche nahm daran als Soldat teil und erlebte 4 schwere, grausame Jahre, in denen es immer hieß, kämpfen bis zum umfallen. Am Ende waren der Krieg verloren, obwohl es doch immer von der Regierung hieß, man könne ihn gewinnen. Der durchschnittliche Deutsch war ziemlich verwirrt und durch die Kriegserlebnisse nicht mehr derselbe Mensch, wie vorher. Dann wurde nach Ansicht der Nachkriegsregierung Deutschland über den Tisch gezogen, musste jede Menge Gebiete abgeben und Unmengen Schulden an die Sieger zahlen. Dann kam ein 1923 die Inflation, Putsch, Aufstände in mehreren Städten, das Ruhrgebiet wird besetzt und der durchschnittliche Deutsche muss ansehen, wie sein Land fast untergeht. Am Ende geht es noch gut aus, die Probleme werden gelöst und durch ausländisches Geld geht es Deutschland scheinbar besser. Die goldenen 20er beginnen und der durchschnittliche Deutsche hat inzwischen geheiratet und schon Kinder und einen Beruf, wo er Geld verdient. Alles sieht gut aus, bis 1929 der Börsencrash alles wieder kaputt macht. Über 6 Mio. Arbeitslose und auch unser durchschnittlicher Deutscher verliert seine Arbeit. Was nun? Der durchschnittliche Deutsche versteht die Welt nicht mehr, fragt sich, warum das alles, wie kann sowas passieren.
            Dann kommt Hitler und die NSDAP und sagt „Schuld sind die Juden, Die sind bekanntlich schon immer reich gewesen und haben wichtige Positionen inne, die haben damals Deutschland in den Krieg gezogen, und auch den Sieg verhindert und bei den Friedensverhandlungen den Siegern nicht widersprochen und Deutschland im Chaos hinterlassen und jetzt ziehen sich sich die reichen jüdischen Banker aus noch mit Gewinn aus der Krise und haben noch ihren Job“.
            Und was macht der durchschnittliche Deutsche? Der weiß ja keine Antwort und findet alles einleuchtend. Außerdem ist dieser Hitler kein alter Politiker, sondern ein jüngerer Mann, ja so alt wie er, der hat dasselbe miterlebt, ist einer von uns, keiner von Denen da oben, der kennt sich aus.
            Also wählt der durchschnittliche Deutsche Hitler aus Protest, weil die Regierung nichts hinkriegt.

            Klar haben die Deutschen auch in der Nachbarschaft oder Arbeit ein paar Juden kennen gelernt, die waren auch ganz normale Menschen. Aber in dem Moment, in dem Deutschland nur Probleme hat, hören die Menschen auf die Politiker, die die Probleme lösen sollen und wenn dann einer kommt, der wie die Nazis eine Erklärung liefert samt Sündenbock, die jeder versteht, dann wird derjenige gewählt. Dann wird auch nicht dran gedacht, dass der Jude aus der Nachbarschaft nett ist, sondern man denkt „Juden sind böse und kennst du Einen, kennst du Alle.“ Klingt seltsam, ist aber so.

          • Aristobulus schreibt:

            Stühlmein, 1:39 am

            „Dann wurde nach Ansicht der Nachkriegsregierung Deutschland über den Tisch gezogen“
            Nanu?, das ist ja glatt gelogen: Diese Regierung (Erzberger) hat den Versailler Vertrag UNTERSCHRIEBEN und hat in der Folge versucht, seine harten Bedingungen zu ERFÜLLEN.
            Da schreibt einer Zeug hin, das er sich so denkt, ohne überhaupt zu wissen, worüber er sich äußert.

            Insgleichen das NSDAP-Zitat ist ja glatt GELOGEN, das ist ja kein Zitat, es ist jedoch als solches kenntlich gemacht.

          • Aristobulus schreibt:

            Judenhass gehörte schon vor dem ersten Weltkrieg in vielen deutschen Sozialisationen zum guten Ton, und nach 1918, als das deutsche Kollektiv wegen des sinnlos geführten und sinnlos verlorenen Kriegs (der Kaiser war über Nacht geflohen, Linke und Rechte versuchten zu putschen, und die Armut nahm enorm zu) äußerst verunsichert war, wurde 1) dem Ausland und 2) den Juden daran die Schuld gegeben: Für die Linken waren „der Kapitalismus“ und damit „die Plutokraten und Kriegsgewinnler“ Schuld. Von dort ist es zur Chimärenfantasie vom internationalen Finanzjudentum ja nicht weit. Für die Rechten waren die vaterlandslosen Linken (Dolchstoßlegende) und selbstverständlich das internationale Finanzjudentum Schuld am Verlust des Krieges und am Zusammenbruch des Kaiserreichs und der gewohnten Ordnung.

            Judenhass wird typischerweise grad in Deutschland immer dann virulent, so bald in der eigenen Gruppe (Familie, Berufsstand, Partei, Kirche, Region) die Probleme übermächtig und unerklärlich erscheinen, und weil man nicht zugeben kann, was die eigenen Leute wann und warum versiebt haben, bietet sich von je her der Jud‘ als fremder Verschwörer an: Damit die eigenen Gruppe möglichst als unschuldig überrumpelt gilt. Die steigende soziale und finanzielle Unsicherheit nach dem ersten Weltkrieg hat das allgemeine Gefühl verstärkt, dass das jemand wohl gesteuert haben musste, der gleichzeitig übermächtig und unwürdig (ubiquitär und unsichtbar zugleich) ist: Wer sonst als der Jud‘?
            Von etwa 1925 bis 1929 funktionierte die Weimarer Republik immer besser, aber mit dem Börsenkrach bot sich wieder sofort die Assoziation Börse/Juden an, um die Verantwortung für die allgemeine Pleite auf jemanden Bestimmten abzuwälzen.
            Und das tat schon die Mehrheit…
            Wenn man 1930 einen Arbeiter fragte, wer das veranlasst habe, lag Rothschild/Bankiers in der Luft, und wenn man einen kaisertreuen kleinen Beamten fragte, lag Rothschild/Sozialisten in der Luft.

          • Passant schreibt:

            Kanalratte schreibt:
            Mai 9, 2017 um 12:37 am
            …Das kann vielleicht ein Historiker beantworten…

            https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/419aU5VftBL.SX324_BO1,204,203,200.jpg

          • Passant schreibt:

            Kanalratte schreibt:
            Mai 9, 2017 um 12:37 am
            …Das kann vielleicht ein Historiker beantworten…

        • Kanalratte schreibt:

          @A.S.
          Sie haben recht, denn es ist ja in erster Linie immer das Gerücht gegen Juden, das zum Judenhass führt. So ähnlich ist es auch mit dem Staat Israel. Hier ist es ja nicht das Wissen, das bei den meisten Menschen zur Ablehnung des Staates Israel führt, sondern das Nichtwissen im Zusammenspiel mit negativen Vorurteilen, Gerüchten oder Parolen, die man eben so in den Medien oder am Stammtisch hört.
          Es ist ja erstaunlich wie wenig mancher „Israelkritiker“ über Israel weiß. Diese Leute wissen nur dass sie Israel ablehnen (z.T. ohnehin aus ideologischen Gründen), weil sie mal gehört haben dass Israel „ja den Palästinensern das Land (welches?) geraubt hat und dauernd (medial) Palästinenser tötet“ und dann hört es meistens bei denen schon auf. Wie groß dieses Land ist (ich denke die Größe Israels wird häufig überschätzt) und wie sich die Situation überhaupt vor Ort darstellt, wissen nur die wenigsten.

          ps: Im Gegensatz zu Israel ist der Islam in Deutschland vielen Menschen mittlerweile gut bekannt, weswegen dieses Argument nicht einfach übertragbar ist.

    • Kanalratte schreibt:

      Mittlerweile gehören ja auch schon ganze Stadtviertel in Europa den Moslems bzw. dem Islam, jedenfalls de facto. Aber das darf man ja nicht sagen.

Seid gut zueinander!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s