Deutschlands Verpflichtung

Lieber Volker Beck,

nachdem unser Außenminister Sigmar Gabriel in Israel viel Porzellan zerschlagen hat, begleitest Du jetzt unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeie auf seiner Reise nach Israel und in die umstrittenen Gebiete. Ich freue mich, dass Steinmeier Dich als einen erklärten Freund Israels mitgenommen hat, nachdem Sigmar Gabriel als erklärter Freund Mahmud Abbas in Israel war und alles daran gesetzt hat, die israelische Regierung zu brüskieren. Zu der Reise schreibst Du:

„Deutschland ist aufgrund seiner historischen Verantwortung verpflichtet, Israels Sicherheit und Existenz zu schützen und zu unterstützen. Der jüdische und demokratische Staat wird immer noch von Terror und Aggression seiner Nachbarn existentiell bedroht.“

Lieber Volker,

ich schätze Dich sehr, aber es sind diese typischen Politikersätze, die mich aufhorchen lassen. Was will mir Dein Satz mit der „historischen Verpflichtung“ sagen? Deutschland muss sich für die Sicherung des Staates Israel einsetzen, weil die Nazis einst versucht haben, das jüdische Volk zu vernichten? Wie klingt das denn?

„Völkermord, geht gar nicht. Wir haben es versucht. Was soll ich sagen? Doof!“

Was, wenn es den Holocaust nicht gegeben hätte? Dürfte Deutschland dann zuschauen, wie einige Länder des Nahen Ostens erklären und aktiv versuchen, Israel zu vernichten?

Israel hat Nachbarn, die erklären offen, alle Juden vernichten zu wollen. Die Gründungscharta der in Gaza herrschenden Hamas zum Beispiel ruft in Artikel 7 zur Vernichtung aller Juden weltweit auf. In den letzten Jahren hat diese Hamas über 7500 Raketen auf Israel abgefeuert. Der vom Freund des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel zum „geistigen Führer der palästinensischen Autonomie“ erklärte Mufti Muhammad Hussein sprach einst diese Worte in eine jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Gegen all das soll sich Deutschland nur stellen, weil deutsche Nazis einst den Holocaust verbrochen haben? Soll das etwa heißen, wenn es den Holocaust durch Deutschland nicht gegeben hätte, dann hätte Deutschland noch seinen Holocaust frei? Ohne Holocaust dürfte Deutschland gegen die Existenz Israels wirken? Ganz nach dem Motto: Jeder nur einen Holocaust! Wenn das so ist, dann haben die Deutschen ihren Holocaust bereits aufgebraucht, aber die Araber haben ihren Holocaust noch gut.

Im Jahr 1941 trafen sich der Großmufti von Jerusalem, Hadsch Muhammad Amin al-Husseini und der Führer von Nazideutschland, Adolf Hitler in Berlin. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”. Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt von diesem Bauplan zur Judenvernichtung gewesen sei. Noch wurde der arabische Holocaust nicht exekutiert? Gilt der Gutschein noch?

Muss man erst einmal selbst einen Holocaust veranstaltet haben, um zu erkennen, dass das nicht geht?

Es gibt nur einen Grund, für das Existenzrecht Israels zu sein: Es ist falsch, ein Land und seine ganze Bevölkerung auszulöschen! Ich brauche keinen Holocaust, um das zu wissen. Der Holocaust ist keine Nachhilfestunde für moralisch Sitzengebliebene, sondern ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt! Was soll es denn auch aus dem Holocaust zu lernen geben? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All das sollte man auch ohne Holocaust wissen!

Auch ohne Holocaust hat Israel ein Recht zu existieren und es sollte die Aufgabe Deutschlands sein, Israel im Kampf gegen die Feinde, die Israel vernichten wollen, effektiv zu unterstützen, auch ohne das Wissen um Auschwitz.

Es ist nicht der Holocaust, der uns lehrt, auf der Seite Israels zu sein. Es ist die Aufklärung! Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt einzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen. Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter für die Aufklärung!

Warum soll ich ausgerechnet das Land im Nahen Osten kritisieren, das mich leben lassen, wie ich möchte und nicht viel mehr all die anderen Länder und Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin? Ich brauche den Holocaust nicht, um zu wissen, dass Israel selbstverständlich ein Recht darauf hat, nicht vernichtet zu werden und ich muss nur an mich und an die Prinzipien der Aufklärung glauben, um zu wissen, dass ich auf Israels Seite stehe und verpflichtet bin, Israels Sicherheit und Existenz zu schützen und zu unterstützen.

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53 Antworten zu Deutschlands Verpflichtung

  1. Ralf Weber schreibt:

    Anlässlich zum heutigen 72 Jubläum des Kriegsendes hier zum überwundenen und in Worten kaum beschreibbaren Schrecken, welches eine klare Verpflichtung ist den Überlebenden, den immer noch Traumatisierten, ihren Familien, ihren Verwandten und ihren Kindern in ihrem Land Israel eindeutig beizustehen:

    https://goo.gl/8WHFou

  2. Eitan Einoch schreibt:

    Der Frank-Walter unter seinen Freunden…

    „Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag am Grab des früheren Palästinenserführers Yassir Arafat in Ramallah einen Kranz niedergelegt. Nach Angaben der örtlichen deutschen Vertretung ist es das erste Mal, dass ein deutscher Bundespräsident den früheren Präsidenten auf diese Weise ehrt. (…) Nach dem Besuch an Arafats Grab traf Steinmeier Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Er wurde in Ramallah mit militärischen Ehren empfangen. Bei dem Gespräch mit Abbas sollte es unter anderem um den seit 2014 brachliegenden Friedensprozess im Nahen Osten und um die Zukunft der Zwei-Staaten-Lösung gehen. Steinmeier hatte am Sonntag in Jerusalem für die Zwei-Staaten-Lösung geworben und diese als „einzig denkbare Perspektive“ bezeichnet.“

    Quelle:
    http://www.derstandard.at/2000057230717/Steinmeier-legte-Kranz-an-Arafats-Grab-nieder-und-traf-Abbas

  3. Kanalratte schreibt:

    Man braucht keinen Schlussstrich für etwas was in der Realität nicht existiert. Eine besondere Beziehung zu Israel ist nur imaginär in den Köpfen, resultierend aus den Bildern des Massenmordes an den Juden. Zumeist bei Menschen die mit ihrer eigenen Identität nicht klarkommen. Wer sich dafür schämt ein Deutscher zu sein, ist in der internationalen Realität ein armes Würstchen.

    • Aristobulus schreibt:

      … wobei die allgemeine Würstchenhaftigkeit leider schwer in Mode und auf dem modischen Vormarsch ist.

      Und von der „besonderen Beziehung zu“ ist es nicht weit bis zum Terminus „Sonderbehandlung“. Also sprachlich und assoziativ; faktisch leider ohnehin: Israel wird offiziell in der UNO und halboffiziell in der deutschen Israelkritikpolitik ohnehin seit je her sonderbehandelt.

      • aurorula a. schreibt:

        Wer sich dafür schämt ein Deutscher zu sein, ist in der internationalen Realität ein armes Würstchen.
        Die meisten tun das aber nicht nur, sondern sind auch noch stolz drauf; weil sie finden daß sie das irgendwie zu besseren Menschen mache. Das ist eine der Riten der Gutdenkreligion, aus dieser Geisteshaltung heraus „nie wieder“ zu sagen, „den Anfängen zu wehren“ und im Nachhinein gegen die Nazis gewesen zu sein, weil „uns“ die Alliierten ja am Ende des Dritten Reichs „befreit haben“. Seit welchem Ereignis „wir“ das Völkermorden aufrichtig bereut haben, der das Ritual durchführende Gutmensch sowieso „dagegen gewesen wäre“ und/oder „seine Verwandtschaft jemanden versteckt“ habe.
        So eine Art ans Gutmenschentum als Religion adaptierte Beichte (minus die unterschwellige Rechtfertigung der Gutmenschenversion).
        Diejenigen, die den Gutmenschen dann qua ihrer durch die Geschichte zugewiesenen Rolle absolvieren würden/sollten/müßten, wenn das wirklich eine Beichte wäre, also „die internationale Gemeinschaft“ oder „die Juden“ bzw. Israel als Staat – die machen das aber nicht mit. Kein Mensch würde sich derart dazu instrumentalisieren lassen, was sich eigentlich jeder denken könnte; der Gutmensch wird aber wegen des abgebrochenen Ritualskripts sauer. Und spricht von einer „besonderen Beziehung“. Ob damit allerdings gemeint ist, diejenigen könnten dem Gutmenschen Absolution erteilen oder die Würde bewahrende Weigerung es zu tun – keine Ahnung.

        Kommt mir gerade so als Idee zum frühen Nachmittag, weil mir gegenüber im Bücherregal „Schuld und Sühne“ und „der Idiot“ nebeneinanderstehen.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Der Satz der „Kanalratte“ war ja bereits ebenso sinnfrei wie autoritär, indem er jede abweichende Position zum deutschen Elend diskreditierte. „aurorula.a“ macht da weiter, wo dieser Satz aufhört und schwadroniert von „Gutdenkreligion“ oder den „Ritualen“ der „Gutmenschen“ und ähnlichem quaisreligiösem Mumpitz mehr.
          Was sie verkennt, ist die Instrumentalisierung der Nazi-Vergangenheit und der scheinbaren Läuterung Deutschlands zu machtpolitischen Zwecken: Mit dem Hinweis, es gelte ein zweites Auschwitz zu verhindern, bombardierten die Deutschen Belgrad und das ausgeplünderte Griechenland wartet immer noch auf Reparationen, während Sigmar Gabriel halluziniert: „Wir Deutschen haben uns mit diesen unvorstellbaren Verbrechen auf eine Art und Weise auseinandergesetzt, die uns auch bei denen Respekt eingebracht hat, denen gegenüber Deutsche schuldig geworden sind.“
          Im Zusammenhang mit diesen Heucheleien ist „Scham“ das falsche Wort und „Gutdenkreligion“ eine quasselige Unterstellung. Die einzig angemessene Reaktion ist Ekel.

          • aurorula a. schreibt:

            Die quasselt sogar noch weiter, mit Unterquassel-Fußnoten, Zwischenquassel-Erläuterungen und Blümchen:
            https://aurorula.wordpress.com/2017/05/09/gutmenschenbeichte/

          • Aristobulus schreibt:

            Thomas, wenn Sie möchten, dass man über Sie künftig in der dritten Person schreibt, anstatt Sie selber anzusprechen, dann können wir das (ungern, aber so sei’s eben) so halten. Und Monologe darüber führen, dass wir jemanden wieder gezielt missverstanden haben, und mit wieviel Ekel wir das quittieren.

            P.S.
            Dass das Realität ist, worüber Aurorula da geschrieben hat, also diese Jargonhaftigkeit der Bessermenscherei da draußen, also das ist Ihnen jenseits der willentlichen Missversteherey schon klar, nein?

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Ist das jetzt eine Abmahnung? „Thomas, wenn Sie möchten, dass man über Sie künftig in der dritten Person schreibt, anstatt Sie selber anzusprechen, dann können wir das (ungern, aber so sei’s eben) so halten.“ Und Sie selbst, reden Sie von sich in der 3. Person Singular („man“) oder in der 1. Plural („wir“)? Und was ist so falsch daran, dass man angesichts der deutschen Heucheley (s. oben) nur noch Ekel empfindet und was so falsch daran, sowohl den ostentativen Nationalismus des einen wie das Gutmenschenbashing der anderen Kommentatorin für falsch zu halten?

            Und wenn Sie schon bei Abmahnungen sind: „verleumderischer kleiner Scheißer“, „kleiner Dummschwätzer“, „Idiot“ (alle: GG) gehen in Ordnung?

          • Aristobulus schreibt:

            Also, es ist einfach nicht höflich, Thomas, wenn man über Anwesende in der dritten Person redet. Nicht?
            Kanalratte und Aurorula schreiben hier seit drei, vier Jahren. Die kann man ansprechen. Sie sind da.
            Wen man nicht anspricht, den macht man zur Unperson.

            -Mit dem Ekel haben Sie natürlich Recht: Auch ich speibe wegen der derzeitigen deutschen Großkotzpolletick (und wegen des französischen Wahlergebnisses) derzeit gern und oft im Strahl.

            -Warum hat der Gutartige Sie mit solch drastischen Epitheta bedacht: Weil Sie ihn (und Ceterum) einfach mal so aus dem Blauen als homophob beschimpft hatten. Analog wäre das, als wenn Sie mich zum Negerfresser erklärt hätten. Was Sie ja Mangels Anlasses nicht tun 😉 . Weswegen Sie sich beim Gutartigen dafür entschuldigen könnten.

          • Aristobulus schreibt:

            Und beim Ceterum-.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Thomas ex Gotha: „Und wenn Sie schon bei Abmahnungen sind: „verleumderischer kleiner Scheißer“, „kleiner Dummschwätzer“, „Idiot“ (alle: GG) gehen in Ordnung?“

            Das ist die Sprache des Proletariats, Herr ex Gotha. Darauf sind die Linken doch angeblich so scharf.
            Im Übrigen, wenn Sie keine harten Bandagen vertragen, mir machen Sie nichts aus, sollten Sie auch Ihrerseits darauf verzichten.

          • Aristobulus schreibt:

            … im Proletariat sagt man übrigens auch, wenn man sich geirrt hat, „he Mann, hab ich nich so gemeint, Prost“.
            Jedoch Thomas ist kein Proletarier. Er ist sehr konservativ 🙂 , um nicht zu sagen stolz, und es ist schwierig mit dem Stolz und ’ner Entschuldigung, selbst wenn sie einem gut zu Gesicht stände.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Aristubulus: „… im Proletariat sagt man übrigens auch, wenn man sich geirrt hat, „he Mann, hab ich nich so gemeint, Prost“.“

            Thomas ex Gotha hat sich noch nie geirrt, lieber Ari! Jedes Missverständnis, mit dem sich Andersdenkende diskreditieren lassen, ist von ihm gewollt und notfalls gezielt herbeigeführt. Die alte Linkenmasche.

          • Aristobulus schreibt:

            … selbst der Mielke hat sich entschuldigt, indem er zwar sagte, „ick liebe euch alle“, aber immerhin, es kam wohl von Herzen, sofern eins übrig war.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari: „… selbst der Mielke hat sich entschuldigt, indem er zwar sagte, „ick liebe euch alle“, …“

            Natürlich liebte er uns ALLE! Sozialismus lebt von Vereinnahmung.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Wenn man, was eine oder einer schreibt, referiert, um’s zu kritisieren, bedient man sich welcher Person? (kleine Hilfe: die Zahl liegt irgendwo zwischen 2 und 4)
            Was mich nun an Ihrem Beitrag, aururola, störte, war die eher willkürliche Verwendung des Begriffes „Gutmensch“, der mittlerweile allenfalls ein despektierliches Synonym für „denfindichnichtgut“ ist und nichts mehr mit der (rechten) Denunziation all derjenigen zu tun hat, die den Zustand der Welt nicht für den bestmöglichen halten, und noch weniger mit dem ursprünglichen (linken) Begriff, der satirisch moralisierend-protestantische Nazibeschwichtigungen karikierte (lange ist es her, Anfang der 1990er Jahre war es). Einen Begriff aber, der nichts mehr aussagt, sollte man nicht mehr verwenden – wenn Sie Antisemitismus meinen, benennen Sie ihn, wenn Sie als dessen Ursache eine Art Kompensation der deutschen Verbrechen vermuten, dann schreiben Sie auch das hin, aber lassen Sie die Finger vom „Gutmenschen“-Begriff, welcher mittlerweile zum veritablen Nullmorphem geschrumpft ist. (Ganz abgesehen davon, dass die Deutschen nicht vor Scham verkümmern, sondern sich als geläuterte Verbrecher zu Moralaposteln aufschwingen (Beispiele deutete ich an.))

            @Aristobulus: Sie sind ein lustiger Vogel, stimmt’s? Selbstverständlich habe ich nicht „einfach mal so aus dem Blauen“ jemanden „als homophob beschimpft“, sondern einen Troll als homophob bezeichnet, der sich anmaßte, Schwulen vorzuschreiben, gegen wen sie demonstrieren sollen und gegen wen nicht. Und ich habe daran erinnert, dass er sich nicht entblödete, Witzchen über die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung zweier iranischer Schwuler zu reißen. Seitdem läuft er bei mir nicht mehr als Inklusionsfall des Internets, der irgendwie auch harmlose Züge aufweist, sondern als das Böse, das bekämpft werden muß. Ich bin da sehr nachtragend. Wem angesichts der Barbarei nichts einfällt als ein blöder Spruch, der macht sich mit ihr gemein. (Dass er das nie kapieren wird, war von Anfang an klar. Was folgte, waren Beißereien und Pöbeleien, unterbrochen von Blicken ins Fremdwörterbuch, dem er, quasi als Entschuldigung, den Begriff „Sarkasmus“ entnahm. Bis er begreift, dass „Zynismus“ richtig gewesen wäre, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.)

            @Aristobulus II: „Weswegen Sie sich beim Gutartigen dafür entschuldigen könnten.“ Sie sind ein sehr lustiger Vogel.

            @Aristobulus III: „Und beim Ceterum-„. Sehr sehr lustig…

          • Aristobulus schreibt:

            Aber Thomas, das ist grad die halbe Wahrheit-?, oder ist das zu optimistisch geschätzt?

            Auch ich habe nämlich mehrfach gerufen, wo zum Geier die schwulen Proteste gegen den Schwulenhass im Islam und gegen die Schwulenmorde in islamischen Gegenden bleiben (hingegen wird in Schwulenverbänden noch immer von Pinkwashing & Israel geredet, seitdem man da den Judith Butlerschen Irrsinn verinnerlicht hat).
            Womit ich wohl grad wieder beim homophoben Vorschriftenmachen erwischt sein dürfte.
            Also die Frage: Bin also auch homophob?
            Da möchte ich gern, als grad wenig lustiger Vogel, eine klare Aussage von Ihnen.

          • Kanalratte schreibt:

            Wer mit seiner Identität nicht klarkommt ist ein armes Würstchen, ist nichts anders als zu sagen: Wer sich selbst nicht achtet, kann andere ebensowenig achten. Daran mangelt es eben vielen Deutschen heute immer noch und das kommt auch im Ausland so an, wo man das oftmals überhaupt nicht verstehen kann, weil man es dort eben überhaupt nicht kennt die eigene Nationalität zu verachten.

          • Aristobulus schreibt:

            … Kanalratte, gestern hat man in Frankreich einen Präsidenten gewählt, der vor einiger Zeit die französische Inbesitznahme Algeriens als Kolonie „un crime contre l’humanité“ bezeichnet hat, für das sich Frankreich offiziell bei den Algeriern entschuldigen müsse.
            Da redet er, der französische Selbsthass.

            Erst wurden die Deutschen so verdammt jidisch, und nu auch die Franzosen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „Selbstverständlich habe ich nicht „einfach mal so aus dem Blauen“ jemanden „als homophob beschimpft“, …“

            Selbstverständlich haben Sie das nicht, Herr ex Gotha! Bevor Sie jemanden als homophob bezeichnen, prüfen Sie natürlich sorgfältig, wie der Betreffende in Ihr primitives Freund-Feind-Schema passt. Da kann eine grüne Politikerin unmöglich homophob sein, selbst wenn sie mit einem leibhaftigen Schwulenmörder herumkichert.
            Ohnehin ist Ihresgleichen das Schicksal verfolgter Menschen scheißegal! Typen wie Ihnen ist doch nur wichtig, wie sie dieses Leid für sich ausbeuten können.
            Lassen sich irgendwelche Zusammenhänge konstruieren, egal wie krampfhaft, um Andersdenkende mit diesen Verbrechen zu diskreditieren? ES GEHT IRGENDWIE?! So lasset uns wichsen, Brüder!

            @Morbus ex Gotha: „… sondern einen Troll als homophob bezeichnet, der sich anmaßte, Schwulen vorzuschreiben, gegen wen sie demonstrieren sollen und gegen wen nicht.“

            Wenn Sie wenigstens einfache Texte geistig bewältigen könnten, wäre Ihnen vielleicht aufgefallen, dass ich keinem etwas vorgeschrieben habe.

            @Morbus ex Gotha: „Und ich habe daran erinnert, dass er sich nicht entblödete, Witzchen über die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung zweier iranischer Schwuler zu reißen.“

            Meine Entblödung habe ich versäumt, indem ich nicht daran dachte, dass meine Kommentare auch von Hohlschädeln gelesen werden, die das Dargestellte nicht vom Darstellenden unterscheiden können..

            @Morbus ex Gotha: „Seitdem läuft er bei mir nicht mehr als Inklusionsfall des Internets, der irgendwie auch harmlose Züge aufweist, sondern als das Böse, das bekämpft werden muß.“

            Wenn Sie unbedingt das Böse bekämpfen wollen, müssen Sie nicht derart in die Ferne schweifen, Herr ex Gotha. Gibt es doch genügend homophobe Schweinehunde auf der Welt, die noch immer den Kommunismus verherrlichen, trotzdem in dessen Machtbereich Homosexuelle grausam verfolgt wurden.

            @Morbus ex Gotha: „Wem angesichts der Barbarei nichts einfällt als ein blöder Spruch, der macht sich mit ihr gemein.“

            Dieser Gedanke kommt mir auch immer, wenn gewissen Idioten angesichts der kommunistischen Barbarei nichts einfällt als blöde Sprüche. Dabei besteht für diese Idioten überhaupt keine Notwendigkeit, sich mit der Barbarei gemeinzumachen.
            Sie sind längst Bestandteil dieser Gemeinheit.

            @Morbus ex Gotha: „…, unterbrochen von Blicken ins Fremdwörterbuch, …“

            Von Blicken, die auch Sie dringend nötig hätten.

            @Morbus ex Gotha: „… dem er, quasi als Entschuldigung, den Begriff „Sarkasmus“ entnahm. Bis er begreift, dass „Zynismus“ richtig gewesen wäre, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.)“

            Nein, kleiner Unterlehrer, in diesem Falle ist „Sarkasmus“ der richtige Begriff. Protzen Sie nicht mit Wissen, das Sie nicht haben!

      • aurorula a. schreibt:

        Wo ist der „Junggebliebenenkommunist“ Thomas ex Gotha geblieben?

  4. Kanalratte schreibt:

    Eigentlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit dass man demokratischen westlichen Staaten im Falle eines Kriegsangriffes beisteht, zumindest moralisch. Da braucht es keine Staatsräson oder eine besondere Verpflichtung. Sollte die Türkei beispielsweise in Griechenland einmarschieren, werden wohl diverse Westmächte (die die immer den Kopf hinhalten) Griechenland militärisch unterstützten und das ganz ohne „eine besondere historische Verpflichtung gegenüber Griechenland“ zu haben. (Ich weiß, sind beides Nato-Staaten)

    Deutschland hat keine Verpflichtung, denn das wäre ja etwas Negatives. Ein Klotz am Bein wie Versailles. Natürlich weiß man nicht ob man mit der Freiwilligkeit der Deutschen rechnen kann, aber Israel kann auch getrost auf den „moralischen Beistand“ und die warmen Worte aus Deutschland verzichten. Das kann übrigens jeder Staat, solange Deutschland militärisch ohnmächtig ist.

  5. Sulamith schreibt:

    Danke für die historischen Abriss; alle geschichts- und begriffslosen Subjekten, die „lieber nach vorn kucken“ (Schlussstrichrhetoriker) mögen in der Gegenwart die Fakten zur Kenntnis nehmen, die nur anders, keinesfalls besser sind:
    zur Praxis (entgegen der, bestenfalls: hohlen, Rhetorik) empfehle ich http://stopthebomb.net/

  6. A.mOr schreibt:

    @Eitan Einoch:
    “Die deutschen Politiker (aber nicht nur die) lieben nun mal tote Juden – lediglich mit den lebenden hält sich die Sympathie in Grenzen.“
    (Mai 7, 2017 um 4:15 pm)

    Hahaha, ist mir eigentlich sowas von gleich, ob irgendwelche Heuchler das Wort „Sympathie“ buchstabieren können! Man muß eben damit arbeiten was man hat, nicht wahr? Und das Beste daraus machen. 😉

    Stets ein Segen und alles Gute an Dich und Mišpacha!

  7. A.mOr schreibt:

    Jemand erwähnt hier, daß Sigmar Gabriel sich „nach seiner Ausladung (…) peinlicherweise wie ein eingeschnapptes Kind geweigert hat, mit Netanyahu zu telefonieren.“
    (Aristobulus schreibt:Mai 7, 2017 um 4:42 pm)

    Mag sein, ich weiß es nicht.

    Das was jedoch relevant für den Ablauf ist, der den Gabriel-Besuch in Israel betrifft: nachdem Gabriel die vom Ausland finanzierten NGO’s Btselem und Breaking the Silence getroffen hatte, trotz der Warnung, daß er es unterbleiben lassen solle, hat Netanjahu noch vor dem angeplanten Treffen Gabriel angerufen.
    Das kann man als Gesprächsbereitschaft deuten.

    Gabriel aber hat das Telefonat nicht entgegen genommen, und somit das Treffen selbst verunmöglicht.
    Dann erst wurde es offiziell nochmal von Netanyahu bestätigt: das Treffen wurde abgesagt.

    Ein winziges Detail, welches so gut wie in sämtlicher Berichterstattung zu den Vorgängen -ob nun eher positiv oder negativ gegenüber Israel gestimmt- „übersehen“ (ausgelassen) wurde.

    Die gesamte Presse stellt Netanyahu nun als denjenigen dar, der das Treffen abgeblasen habe.
    (‚Arutz Sheva‘ stellt es in einem kleinen, offenbar kaum beachteten Bericht richtig:
    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/228772?utm_source=activetrail&utm_medium=email&utm_campaign=nl
    Aus dem Artikel:
    Despite denials by Gabriel, Netanyahu insisted he did in fact attempt to call Gabriel to explain the cancellation, but was turned down by the Foreign Minister.
    „I wanted to call on Foreign Minister Gabriel to explain my point of view and to clean up the matter, but he declined the telephone call.“

    Und Netanyahu bleibt weiterhin gesprächsbereit.
    Der Besuch von Steinmeier und Beck in Israel dürften als deutliches Indiz dahin gewertet werden.

    • Aristobulus schreibt:

      Nu, just das war’s doch, was jemand (dieser Aristobulus) geschrieben hatte: Gabriel hat sich geweigert, mit Netanyahu zu telefonieren.
      Der hatte ihn angerufen, und Gabriel wollte aber nicht.

      Wahrscheinlich war er kauend an einem siebenstöckigen Fallaffel („mit schaa’f bidde!“) grad so mit der Überlegung beschäftigt, wie er seinen eigenen Staatsbesuch torpedieren könnte, dass er einfach nicht dazu kam, den Anruf anzunehmen. Netanyahu hätte eine bessere Idee gehabt.

  8. klartext77 schreibt:

    Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, auch und gerade in Israel. Aber es gehören zwei dazu: Die einen, die es tun, und die anderen, die es geschehen lassen. So lange sogar „rechte“ Israelis wie Staatspräsident Rivlin und MP Netanyahu Leute wie Gabriel und Steinmeier als Freunde des jüdischen Staates bezeichnen (von den linken Israelis mal ganz abgesehen), statt ihnen ordentlich die Meinung zu geigen, so lange sieht Deutschland natürlich keinen Anlaß, seine Haltung und sein Verhalten zu ändern.

    • A.mOr schreibt:

      @klartext77,
      nicht schlau, was Du da versuchst.

      Du willst uns einreden, daß wir mitschuldig seien, wenn ein Sigmar Gabriel sozusagen „blind“ die Geschichten aus „Pallywood“ glaubt, und das dann politisch umsetzt?
      Weil wir nicht Klartext reden würden?
      Das ist wirklich unterste Schublade.

      • klartext77 schreibt:

        Ich versuche gar nichts und will auch niemandem was einreden. Sondern stelle nur fest, dass sich sogar „rechte“ israelische Politiker () ohne Not und Grund peinlich-devot bei ihren deutschen Amtskollegen anbiedern, obwohl Gabriel, Steinmeier & Gesinnungsgenossen aus ihrer Israel-Feindlichkeit keinen Hehl machen. Das sind Tatsachen; ein Urteil darüber kann/mag sich jeder selbst bilden. Fest steht jedoch, dass sich Haltungen und Verhaltensweisen umso weniger ändern, je weniger sie auf Kritik und Widerspruch stoßen, zumal bei den unmittelbar Betroffenen.
        (
        ) die Linken erst recht, aber da überrascht es nicht.

        • Aristobulus schreibt:

          Okay, also möge es geschehen, „ordentlich die Meinung zu geigen“. Hmmm.
          Wem nützt das: Sicher nicht der israelischen Seite, zumal z.B. die deutsche Presse die Geigenmeinung so komisch übersetzen und so weit runterkürzen wird, bis sie sicher nicht mehr der israelischen Seite nützt.
          Jedoch eine Meinung ist faktisch gegeigt worden: Nämlich hat Netanyahu sein Rendez-vous mit dem dicken Gabriel abgesagt. Auf der Ebene von Staatsbesuchen (also nicht unserer hier, sondern ähmja auf solcher von Staatsbesuchen!) ist derlei eine gegeigte Meinung, und zwar in Fis-moll.

        • A.mOr schreibt:

          War wohl ungeschickt von mir es als „versuchen“ zu beschreiben, klartext77.
          Außerdem hatte ich nicht im Sinn auch nur ein Vorurteil hier zu fällen.
          Dennoch „mußte“ es genannt werden, wie es zu verstehen ist.

          Ich kann (auch von meiner Warte aus) gut verstehen, daß Du hier sozusagen den Stolz bei Netanyahu vermißt. (“peinlich-devot“ und “anbiedern“ halte ich jedoch für sehr übertrieben, Israel ist trotz allem eine stolze Nation, mit gutem Recht, und getragen von Menschen, die sich dafür nicht aufblasen brauchen.)

          Aber die Dinge sind aus Deutschland betrachtet etwas anders, als aus Israel betrachtet.
          Israel ist nicht die „riesige Nation“, die sich mal wie Rußland, die USA oder China (nur als Beispiele im Größenvergleich, ohne Anspielung auf irgendetwas sonst) stolz aufstellen kann um zu sagen: „ihr macht oder wir machen!“.

          Und Deutschland, zB., ist nicht von äußeren Feinden in gigantischer Überzahl umzingelt, und -trotz allem- ist auch die Terrorgefahr in Deutschland (mindestens: noch) im Vergleich relativ gering.
          Aus Deutschland lassen sich manche Dinge daher etwas „unbeleckter“ betrachten. Alles gut, darf man aber berücksichtigen, oder/und darauf hinweisen.

          Israels Situation zu verstehen bedeutet auch akzeptieren zu können, daß das kleine Land ernsthaft bedroht wird von unbarmherzigen Feinden. Und in solcher Situation sollte man ganz klar die Dinge sehen wie sie sind. So kann man dann (muß man dann) auch mit der Situation umgehen.
          Stolz ist Luxus.
          Wir haben immerhin noch die Freiheit das Beste daraus zu machen, nur gönnt man uns das sehr oft nicht. Das muß man dann als Betroffene berücksichtigen. Israel wählt nicht die deutsche Politik, manche vermuten, daß es die Deutschen auch nicht tun? Aber Israel muß die Repräsentanten der Deutschen (Politik) dann auch so nehmen, wie sie sich geben, bzw., wie sie daher kommen.

          Abschottung, aus Stolz?, ist kein guter Rat an Israel und in Israels Situation.
          Dennoch -oder: gerade deshalb auch- versucht man ja den Staat auszugrenzen, so wie es von der UNO aus geschieht, auch von der EU aus, und von vielen, vielen Interessengemeinschaften mit einer seltsamen Fixierung auf Israel…

    • aurorula a. schreibt:

      Aber es gehören zwei dazu: Die einen, die es tun, und die anderen, die es geschehen lassen.
      Nein, verdammt nochmal, es reicht einer der es tut:
      Stell Dir vor, es ist Frieden, und einer geht nicht hin.

      Wenn jemand sexuell belästigt wird, gehören nicht einer dazu der grabscht und eine die einen kurzen Rock anhat: es reicht einer, der seine Griffel nicht bei sich behalten kann.
      Wenn jemandem die Geldbörse geklaut wird, gehören nicht einer dazu der das Geld will und einer der mehr als Drei Euro Achtzig mit sich rumträgt: es reicht einer, der eine allzu kommunistische Einstellung zu anderer Leute Eigentum hat.
      Wenn jemand in der Schule terrorisiert wird, gehören nicht einer dazu der mal ausprobiert wie weit er gehen kann und einer der ihn nicht ignoriert oder nicht in die Schranken weist: es reicht einer, der moralisch noch nicht ganz stubenrein ist.
      Wenn jemand antisemitisch angegangen wird, gehören nicht einer dazu, der mal sagen dürfen wird und einer der mit Jarmulke oder Israelflagge rumrennt: es reicht einer, der sich mal als Herrenmensch aufspielen will.
      Der Andere gehört jeweils nicht dazu, der wird garnicht erst gefragt – im Gegenteil: daß er nicht gefragt wird ist ja ein wesentlicher Teil des Problems.

      Analog:
      Wenn jemand das Existenzrecht Israels abstreitet, gehören nicht einer dazu der seinen Schuldabwehrantisemitismus als Israelkritik auslebt, und die Israelis als anderer die den nicht in die Schranken weisen – es reicht einer, der den Staat und alle seine Bewohner von den Seiten der Geschichte oder der Landkarte verschwinden lassen will.
      Was die Israelis tun, lassen, sind, nicht sind, wasauchimmer – gehört nicht dazu, die werden garnicht erst gefragt; und daß sie nicht gefragt werden, sondern per ordre de mufti (oft genug wörtlich) über sie entschieden wird, das ist ja das Problem.

    • Aristobulus schreibt:

      Klartext, das ist zum Teil richtig, was Sie schreiben, zum Teil nicht.
      Also, Politik ist, wenn man einander öffenlich als Freunde bezeichnet. Ja? Das ist Politik, wenn man gern öffentlich gar die alte belgisch-kongolesische oder bloß die ghanesisch-botswanische Freundschaft preist. Sogar die alte herzliche deutsch-jüdische Verbundenheit kann man politisch-öffetlich preisen.
      In der Politik geht’s nämlich darum, dass bloß nicht einer plötzlich Klartext redet 🙂 , sondern es geht darum, dass nebulöse und verbindliche Dinge gesagt werden (nicht über Dinge, die sind, sondern über Dinge-als-Dinge), damit unterm Rednerpult ein paar Händler miteinander Preise und Angebote abmachen.
      Das hat etwas Gutes und etwas Schlechtes (hach, wieder diese Mischung immer in fast Allem).

      Jedoch wieder zum Thema: Netanyahu hat eindeutig von seiner Seite aus die Dinge mit Gabriel geregelt. Er bezeichnet Gabriel (es ist Politik) noch immer als Freund Israels, aber er hat nicht mit ihm geredet: Weil Prioritäten gesetzt.
      Gabriel könnte es ähnlich machen. Macht er aber nicht. Macht er ja von Anfang an nicht, indem er 1) erst Abbas als seinen Privatfreund bezeichnet, sowas hat in der Politik nichts zu suchen, es ist peinlich und unprofessionell und demaskierend, indem er 2) mit linksextremen NGOs geredet hat, was man als Nichtprivatmann und als Profi der Politik nicht zu machen hat, und indem er 3) nach seiner Ausladung sich peinlicherweise wie ein eingeschnapptes Kind geweigert hat, mit Netanyahu zu telefonieren.

      Fazit: Netanayhu hat politisch gehandelt. Jedoch Gabriel hat wie ein Anfänger versagt.

      • aurorula a. schreibt:

        Das war schlimmmer als in Anfänger, denn der Anfänger würde ja implizieren daß der das nicht besser weiß. Weiß er aber, er tut es nur trotzdem: das ist Vorsatz.

        • aurorula a. schreibt:

          Tausche ein „m“ gegen ein „e“:
          Schlimmer als ein Anfänger

        • Aristobulus schreibt:

          Ja, er ist tout-simplement unfähig für dieses Amt, hat’s voll vergeigt, hat dummes Zeug gemacht, ist volle Kanne abgegurgelt, hat total verschissen, usf.
          Ähm!, aber nicht, weil er’s nicht besser wüsste:
          Inklusive Vorsatz hat er voll versagt.
          Das ist so doppelt vollunfähig; ist es nicht-?

          Also Bismarck konnte immerhin sowas wie die Emser Depesche, und Benedetti ist ihm voll ins Messer gelaufen. Aber Gabriel kann nichtmal anständig wem ins Messer laufen. Der stolpert vorher, schlägt lang hin, steht wieder auf und sagt, „die Israelis sind Schuld“.
          Baaah

    • Kanalratte schreibt:

      Netanyahu und Co wissen doch genau, dass ein paar „israelkritische“ Politiker aus Deutschland, die einen Schuldkomplex kilometerweit vor sich hertragen, niemandem etwas antun können.

      Deutschland ist für das Ausland zwar wirtschaftlich gesehen ein großes und bedeutendes Land und Wirtschaftsbosse genießen durchaus ihr Ansehen, aber deutsche Poltiker überschätzen sich zumeist maas-los wenn sie im Ausland unterwegs sind. Finde ich immer wieder interessant wie Politiker eines Landes, dass im Grunde kein funktionstüchtiges Militär besitzt, im Ausland immer auf Graf-Koks machen. Sind es doch im Endeffekt Konzerne wie Bayer, Daimler-Benz, Siemens usw. die das Ausland staunen lassen und nicht unsere Politiker.

      ps: Ich mag unser Land, aber diese Pappnasen können mir gestohlen bleiben.

      • Aristobulus schreibt:

        Hmmm, für Leute, die niemandem was antun können, hat Merkel aber ganz schön viele (1,67 Millionen ca.) ins Land geholt, einfach so?, nein wegen einer unterschriebenen Vereinbarung von 1973 (Bat’Yeor weiß darüber alles), in Kauf nehmend, dass sie denen, „die schon länger hier leben“, etwas antun.
        Derweil Schulz (während die SPD ruft, „das WIR entscheidet!“) immer mit hundert Prozent droht. Also ich finde, das ist Antunwollen und ~werden.

  9. Ralf Weber schreibt:

    Wenn man sich momentan bei den befremdenden Meldungen zur unverantwortlichen deutschen Außenpolitik zu Israel sich die Augen reibt und sich scharf überlegt, es es jetzt eine vermeintlich seriöse Nachrichtensendung ist oder eine der vielen Satiresendungen mit konstruierten Spaßmeldungen liegt das z.B. auch an solchen Meldungen:

    „Kein Aprilscherz: Saudi Arabien wurde in die UNO Kommission für Frauenrecht gewählt“

    „Im März 2017 war Abu Mazen (Mahmud Abbas) zu Besuch in Deutschland. Sigmar Gabriel twitterte ein Foto von ihm und Abbas mit dem Text:
    „Habe meinen Freund Mahmoud Abbas getroffen. Dtl. steht zur Zwei-Staaten-Lösung & unterstützt den Aufbau staatlicher Strukturen in Palästina.“

    „Das Auswärtige Amt unter Steinmeier, betonte, dass die UN Resolution, die Israel verurteilte, im Prinzip den politischen Vorstellungen der Bundesregierung entspricht. Konkret heißt das, dass das Auswärtige Amt überzeugt ist, dass jüdisches Leben in Judäa und Samaria illegal ist. Israel wird als Haupthindernis für eine Zweistaatenlösung ausgemacht. “

    „Israelhetze mit Lehrauftrag an Berliner Uni? Dem Hass auf Israel ein Gesicht geben: Antisemitismus mit Lehrauftrag“

    Abseits von Realsatire hier zu den Hintergründen dieser Meldungen, welche die brisante Situation im Nahen Osten verantwortungsbewusst weitergeben:

    https://boasinfo.wordpress.com/

  10. A.mOr schreibt:

    Zustimmung zu Eitan und Hein, die Instrumentalisierung des Holocaust, wie sie von vielen Seiten betrieben wird (etwa Sigmar Gabriel’s Krokodilstränen bei Yad Vashem…, etwa bei den Israelhassern, die den Deutschen damit eine „jüdische Erpressung“ vorgaukeln und somit den „Abwehr-Haß“* gegen Juden weiter füttern…), kann kein ehrlicher Grund sein, zu Israel und den demokratischen Werten des Staats zu stehen.

    (*Seit Polen, 1939, sollte bekannt sein, daß „die Deutschen“ Verteidiger -vulgär geredet: Opfer- sind. Das haben sie mit den ~“radikalen Moslems“, bzw., ~„politischen Islam“ gemein.)

    Zustimmung auch zu Gerds Artikel: große Klasse!
    (Allerdings bewerte ich persönlich Sigmar Gabriels sprichwörtliches Spucken in das Gesicht der Israelis keinesfalls als nur „Porzellan zerschlagen“, oder -übersetzt- Trampeligkeit.
    Der Außenminister hat im Namen aller Deutschen -ob sie nun wollen oder nicht, nichts neues, scheint mir- Israel ins Gesicht gespuckt. Nicht aus Ungeschicklichkeit: er hat getan, was er tun wollte. Die eigene Verantwortlichkeit aber schiebt er wahlweise auf die Israelis, wahlweise auf die Deutschen ab.)

    Ein wenig Sachlichkeit wird -so wie so- nicht schaden.
    Um Israel heute (auch in der Region) richtig einschätzen und einordnen zu können, braucht es zumindest einer fundierten Kenntnis der historischen Fakten.

    In der Hinsicht hilft Melanie Phillips, Berkeley, aus.
    http://melaniephillips.com/melanie-at-berkeley/

  11. Hein schreibt:

    Ich glaube, dass es viele Gründe gibt, um an Israels Seite zu stehen. Dass dies nicht die Shoa ist, darin stimme ich mit Eitan Einoch überein. Was Gerd Buurmann schreibt ist natürlich ein Grund. Ein weiterer ist: First Saturday, then Sunday. Islamisches Ausbreitungsstreben macht nirgendwo halt. Israel steht an vordester Front in der Verteidigung westlicher Werte. Jede Hilfe für Israel ist auch Selbsthilfe. Im übrigen: Wenn sich erst Houellebecqs Prophezeiungen bewahrheitet haben, wird es auch für Israel unmöglich zu bestehen.

  12. aurorula a. schreibt:

    Nebenbemerkung: das, was in arabischen Schulbüchern zu finden ist:
    http://blogs.cfr.org/abrams/2017/05/01/teaching-palestinian-children-to-value-terrorism/
    ( deutsche Übersetzung von heplev: https://heplev.wordpress.com/2017/05/05/palaestinensische-kinder-werden-terrorismus-als-wert-gelehrt/ )
    Im verlinkten Text schreibt Elliot Abrams „For decades, such matters were considered peripheral to the serious business of diplomatic negotiations. But the negotiations start, stop, and go nowhere. Meanwhile another generation of Palestinian children learn in schools and play in parks named after murderers. That’s what is really serious, and that’s what Mr. Abbas should be confronted with this week.“ (=daß man Abbas endlich einmal dafür zur Verantwortung ziehen sollte, daß arabische Kinder systematisch zu Terroristen erzogen werden). Heplev schätzt die Erfolgschancen eines solchen Einforderns von Verantwortung sehr nüchtern ein: „Abbas hat ihm [Präsident Trump] Honig ums Maul geschmiert, er könne sich neue Verhandlungen und Fortschritte im Nahen Osten mit einem Präsidenten Trump vorstellen. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Präsident begriffen hat, dass da in Sachen Hetze einstellen nichts kam.“
    Ähnlich schätze ich die Chancen von Volker Beck auf seiner jetzigen Reise ein, sollte er Abbas wie im Brief gefordert konfrontieren.
    Wie die Chancen stehen daß er diesen Ruf zur Verantwortung so formulieren kann, daß die Presse „zuhause“ ihn nicht in ein unterschwelliges Lob umdichtet, schreibe ich schon gleich garnicht.

  13. Eitan Einoch schreibt:

    Guter Artikel. Scheiß auf die historische Kackverantwortung! Sie ist doch nur der Vorwand, um den Israelis Belehrungen zu erteilen. Und das hohle Gerede um die besondere Rolle und Schuldigkeit Deutschlands ist nur ein willkommener Vorwand für Neonazis und Antisemiten, israelfeindliche Stimmung zu schüren. Wenn nämlich die Shoa der Grund sein soll, warum ich Israel gefälligst zu unterstützen habe, dann wäre meine Antwort: Ihr könnt mich mal, was hab ich mit den Naziverbrechen zu tun?! Es gibt nur einzigen einzigen legitimen Grund, um Israel zu unterstützt. Und der hat mit Deutschland nichts zu tun.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Sorry wegen der Flüchtigkeitsfehler. Blöde automatische Korrektur…!

    • Aristobulus schreibt:

      Ach ja, so isses.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Nach Gabriel ist nun Steinmeier ins Gelobte Land gereist, um die Juden zu belehren und ein paar Krokodilstränenchen in Yad Vashem zu vergießen. Wie soll man diese Komödie nennen? Dick und Doof in Israel?

        • Aristobulus schreibt:

          Frettchen Steinmeier wird richten, was Hamster Gabriel verbockt hat, indem er hoffentlich wie ein Maulwurf gar nichts sagen und wie eine Taube hoffentlich auch gar nichts hören wird.
          Jaha, so wie im Zoo ist sie, die glorreiche deutsch-israelische Polletick.

          • aurorula a. schreibt:

            Und die Medien geben zur einen Seite die berühmten drei Affen (nichts sehen, nichts hören, nichts sagen), zur anderen die Möwen (Meins! Meins! Meins! Meins!), sehen rot wie die Stiere, fressen Gras wie die Hunde, sind glatt, eiskalt, und winden sich wie die Aale, stumm wie die Fische, blind wie die Maulwürfe, flatterhaft wie die Spatzen und pfeifen alles von den Dächern, das sie schonmal gehört haben, ohne es zu verstehen.

            Für den Zoo.

Seid gut zueinander!

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