Es geht um alles!

„Es ist die Aufgabe von uns Heterosexuellen, endlich damit aufzuhören, als Mehrheit eine Minderheit zu diskriminieren. Wir Heterosexuellen verweigern Homosexuellen Rechte, der wir uns zubilligen. Das geht einfach nicht! Das ist Diskriminierung!“ (Stefanie Galla)

Immer wieder höre ich, es gäbe wichtigere Themen als die Frage, ob Homosexuelle heiraten dürfen! Pfui, so zu denken!

Gerechtigkeit ist keine Frage der Abstufung und Wichtigkeit. Die konkrete Ungerechtigkeit, die einem Menschen widerfährt, liegt nicht auf einer Waage mit anderen Ungerechtigkeiten. Die Ungerechtigkeit lastet auf seiner Seele!

Die Ehe-Diskriminierung von Homosexuellen ist unrecht – unabhängig von all den anderen Ungerechtigkeiten, die in dieser Welt geschehen. Die Ehe-Diskriminierung von Homosexuellen trifft jede Lesbe und jeden Schwulen im tiefsten Innern seines und ihres Seins! Das Oberste Gericht der USA hat es in dieser Urteilsbegründung auf den Punkt gebracht:

„Kein Bund ist tiefgründiger als die Ehe. Er vereint in sich die höchsten Ideale der Liebe, Treue, Hingabe, Aufopferung und Familie. In dem sie die Ehe eingehen, werden zwei Menschen zu etwas Größerem als zuvor. Wie manche Kläger uns zeigen, verkörpert die Ehe eine Liebe, die so groß ist, dass sie sogar den Tod überdauert. Anzunehmen, dass diese Männer und Frauen die Idee der Ehe nicht respektieren, würde ihnen nicht gerecht. Sie respektieren sie, sie respektieren sie so sehr, dass sie diese Erfüllung für sich selbst wünschen. Ihre Hoffnung ist, dass sie nicht dazu verdammt sind, in Einsamkeit zu leben, ausgeschlossen von einer der ältesten Institutionen der Zivilisation. Sie erbitten sich die gleiche Würde vor dem Gesetz. Die Verfassung garantiert ihnen dieses Recht. So wird es angeordnet.“

Darum geht es! Es geht um die Würde des Menschen. Es geht um alles! Wer kann nach diesen Worten noch von einem Randthema sprechen?

Dieser Beitrag wurde unter Feminismus, Liberalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

28 Antworten zu Es geht um alles!

  1. Nordland schreibt:

    Es gibt gegenwärtig wirklich kein Thema, das man so sehr als Randthema bezeichnen könnte wie die Ehe für Homosexuelle. Der aktuelle Stand mit dieser offiziellen Verpartnerung gibt den Paaren nahezu alle Rechte. Dass auch als „Ehe“ bezeichnen zu dürfen, ist reine Wortklauberei. Mal ehrlich, wenn sich zwei Menschen doch so sehr lieben, wird ihre Partnerschaft deswegen darunter leiden, weil sie das nicht Ehe nennen dürfen, sondern irgendeinen bürokratischen Begriff dafür nehmen müssen? Das ist doch total widersprüchlich.

  2. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Für mich ist die Ehe ein Treuegelöbnis. Wer dieses Gelöbnis erfüllt oder ehrlich anstrebt, ist der Ehe würdig, ob Hetero oder Homo.

    • Aristobulus schreibt:

      Nicht schlecht, Gutartigster (Stichwort Treuegelöbnis).
      Andererseits: Da existieren schon seit Jahrtausenden (in den verschiedensten Gesellschaften) allerlei Arrangements, und jemand, der das Treuegelöbnis dann anders sieht (weil es vielleicht nicht anders geht?), sollte ja nicht des Eidbruchs bezichtigt werden.
      Reicht ein Treuegelöbnis, um Ehe zu definieren?

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Ari: „Reicht ein Treuegelöbnis, um Ehe zu definieren?“

        Gott ja, zumindest dann, wenn der Bausparvertrag zu wenig hergibt.

    • ceterum censeo schreibt:

      MEINE EHE HEIßT TREUE! 🙂

  3. ceterum censeo schreibt:

    „Gerechtigkeit ist keine Frage der Abstufung und Wichtigkeit. Die konkrete Ungerechtigkeit, die einem Menschen widerfährt, liegt nicht auf einer Waage mit anderen Ungerechtigkeiten.“

    Wenn das der Messias von der Domplatte noch hätte erleben können.

    • Aristobulus schreibt:

      😀

      … à propos: Analoges Stichwort „soziale Gerechtigkeit“, mit der immer Umverteilung gemeint ist, zu Gunsten derer, die meinen, zu kurz gekommen zu sein, und zu Ungunsten derer, die das Geld erwirtschaftet haben. Dabei geht es in der Debatte um soziale Gerechtigkeit ja nicht um Gerechtigkeit, sondern um versuchte Umverteilung, die dann als Eigentlichkeit deklariert wird, als höhere Gerechtigkeit, ja als Verstaatlichung.

      Bei der Diskussion „schwule Ehe“ läuft das begrifflich leider genauso ab: Die gleiche Gerechtigkeitshuberei wie bei der sog. sozialen (pardon, Gerd!, aber isso). Wobei es da auch nicht um Gerechtigkeit für alle geht, sondern um eine Neu- oder Andersdefinition des Begriffs Ehe – sofern die nötig wäre.

      Gegenargument der Konservativen zum Konzept der schwulen Ehe: Ehe ist da, wo Kinder entstehen können, und zwar durch die beiden, die die Ehe miteinander geschlossen haben.
      Wie ließe sich das widerlegen?
      Warum soll es Ehe sein, wenn aus der Verbindung keine Kinder entstehen können?

      • Aristobulus schreibt:

        Ich schrieb mal irgendwo und irgendwann ca.: Ehe könnte sich auf zwei Individuen beziehen.
        Bloß: Reicht das? Die Bindung zweier Individuem mag alles Mögliche sein. Warum muss die „Ehe“ heißen?

      • aurorula a. schreibt:

        Vorschlag zur Güte: man ändert die Gesetze, die über Steuervorteile für Verheiratete mehr Kinder fördern sollten so ab, daß sie (ähnlich wie Kindergeld und Kinderfreibetrag) auch direkt den Kindern (bzw. biologischen oder Adoptiv-Eltern) zugutekommen; und schert sich dann nicht weiter um Begrifflichkeiten für eine Verbindung von zwei Menschen. Dann verlieren vielleicht auch die Leute das Interesse an der Frage, die sie nur als ein weiteres Mittel sehen, zu schreien: hier bekommt jemand weniger Geld vom Staat als jemand anderes! Gerechtigkeitslücke! – in der Hoffnung daß die für die sie stellvertetend schreien sie wählen oder ihnen was abgeben (hallo, grüne Halbkommunisten!). Und die denen das eigentlich zugutekommen soll werden nicht länger fürs gutmenschliche Image oder mehr Wählerstimmen instrumentalisiert, sondern ernsthaft gehört.

  4. Nika schreibt:

    Jeder sollte den heiraten dürfen wen er gerne möchte. Ob nun Mann oder Frau. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. 😀 Es ist nur einfach so, dass ich nicht verstehe, warum es ein Problem für viele ist, wenn zwei Menschen sich lieben, aber schlimmeres nicht. Man sollte sich darum kümmern, dass Kriege aufhören, und nicht Liebe. Es gibt zu viel Hass auf dieser Welt.

    • Aristobulus schreibt:

      … also das glaub ich ja in dem Moment auf’s Wort, wenn der Herr Al-Karadawi den Herrn Rohani heiratet.

      • Nika schreibt:

        Was genau glaubst du dann aufs Wort?

        • Aristobulus schreibt:

          Na das mit dem Frieden und den Kriegen oder umgekehrt, und vor Allem, dass manche sich an etwas wie z.B. dieser Heirat stören, während woanders Gemetzel herrschen.

          Wobei das ja keiner behauptet hatte, nicht?, also dass „es ein Problem für viele ist, wenn zwei Menschen sich lieben, aber schlimmeres nicht“.
          Keiner hat gesagt, es sei für ihn ein Problem. Und das mit dem Schlimmeren auch nicht.

          Die Schwulenehe ist nur so eine, comment dirais-je, erstaunlich konventionelle Idee.
          Zumal da ja keine Kinder entstehen.
          Kinderlose Ehen-?, die sind doch immer so leider.

        • Nika schreibt:

          Natürlich gibt es viele, sehr sehr viele, die sich an der Idee von gleichgeschlechtlicher Liebe/Partnerschaft/Ehe stören und ich habe gesagt, dass ich es schade finde, weil es auf der Welt meiner Meinung nach ernstere Probleme gibt als zwei Menschen, die sich lieben. Und ich persönlich fände es auch schön, wenn die heiraten dürften, aber letztendendes ist mir das egal. Mein Problem bei dem Thema ist, dass es da zu viel Hass gibt und ich das in dem Zusammenhang nicht verstehe. Ich rede nicht von dem Artikel oder den Kommentaren, sondern dem Hass auf der ganzen Welt dagegen.

          • Aristobulus schreibt:

            Auf der ganzen Welt?
            Bei den Rohanis zu Hause ist er sehr schlimm, so, dass man da am Liebsten Baukräne hat.
            Und bei den Al-Karadawis zu Hause hat man lieber Stürze von Hochhäusern als etwas weniger Hass.

            Aber sonst-?, in Tschetschenien (ach, wieder Al-Karadawis Familie) will der Präsident bis vorgestern alle Schwulen ausgerottet haben, und in Russland ist es nicht ganz so furchtbar, wenngleich furchtbar genug.
            Während sonst auf der Welt keiner die Schwulen so ganz besonders schlimm findet

    • Aristobulus schreibt:

      LOL!

      -Ach je, die Transphobie ist heutzutage auch nicht mehr, was sie einst war.
      Schlimm warse einst-, weil, ach, gar phob.
      Aber heute, ach heut ist doch jeder voll oder vollst oder irgendwie antitransphobisch bis zur Halskrause. Sofern er eine hat. Wenn nicht, auch.

  5. Aristobulus schreibt:

    Das kann keine Ehe-Diskriminierung sein.
    Warum nicht: Weil Ehe seit je her anders definiert ist, nämlich als Verbindung von Mann & Frau, in der Kinder entstehen.
    Es kann also höchstens um eine Ausweitung des Begriffs Ehe gehen.

    Wenn jedoch über „Ehe-Diskriminierung!“ geredet wird, schadet das der Glaubwürdigkeit des Anliegens.

    • aurorula a. schreibt:

      Es kann also höchstens um eine Ausweitung des Begriffs Ehe gehen.
      Was man tun könnte, um ihn der gesellschaftlichen Realität anzupassen.

      Ich gebe Dir aber recht insofern als daß in vielen Diskussionen mit sinnvollen oder notwendigen Veränderungen irgendwie nichts mehr geht, ohne gleich die Welt retten zu wollen. Wenn ich etwa an der Supermarktkasse eine Plastiktüte will – dann bekomme ich in sehr linken Läden nicht nur keine, sondern eine ökoreligiöse Bußpredigt gleich mit dazu; weil man doch die Welt vor Leuten wie mir retten muß. Wegen einer Tüte.
      Egal bei welcher Frage ist das oft einfach so: vor jemandem der das anders sieht muß die Welt gerettet werden. Das ist etwa so, als würde man jedem Auto ein Blaulicht aufs Dach schnallen. Das debattäre Blaulicht heißt „Diskriminierung“. Und genau wie man beim Blaulichtgewitter den Krankenwagen nicht mehr sieht, schadet es einem Anliegen, „Diskriminierung!“ zu rufen.

    • Justin Teim schreibt:

      Was ist dann eine Eheverbindung Mann-Frau die keine Kinder hervorbringt? Eine defekte Ehe?

      • Aristobulus schreibt:

        Na was ist ein Spaziergang, der wegen plötzlichen Regens halt unterm Vordach des Hauses stattfindet?
        Oder was ist eine Party, zu der halt nur zwei Eingeladene erscheinen?

        P.S.
        Das war ja wahrlich nicht die schlaueste Frage des Tages.

      • Brathering schreibt:

        Nein, eine Ehe mit zwei Spaßvögel die nur zum Spaß…

        • Aristobulus schreibt:

          Dabei ist das doch nun mal eine ernste Sache.

          • Brathering schreibt:

          • Aristobulus schreibt:

            😀
            Brathering, beim zweiten Filmausschnitt, dem Zitat-Filmausschnitt, denkt man, oj, warum sind die Leutz‘ in den 30 Jahren so viel dööfer geworden?, ach und in den letzten anderthalb Sekunden stellt sich zack heraus, nö!, eher im Gegenteil.
            -Aber da geht es nicht um alles.
            Im ersten Filmausschnitt schon.
            Vielleicht liegt es daran, dass der zweite so viel schlauer ist, weil es da mal nicht um alles usf.

Kommentare sind geschlossen.