Tuvia Tenenbom – „From Mosul to Berlin“

Im Sommer 2017 wird das Buch „Allein unter Flüchtlingen“ von Tuvia Tenenbom, das in Deutschland nur mit geschwärzten Stellen veröffentlicht wurde, unter dem Titel „From Mosul to Berlin“ auch auf englisch erscheinen, allerdings ohne geschwärzte Stellen.

„Sie und ich mögen seine Worte nicht gutheißen, doch ich finde, er hat das Recht, sie zu äußern. Hätte er sich entsprechend über Juden geäußert, dann würde ich ihm genau dasselbe Recht zubilligen, obwohl ich schließlich selbst jüdisch bin. Denn, hey, lieber weiß ich, was die Leute über mich denken, als meine Zeit mit ‚Liberalen‘ zu vergeuden, die mir Liebe schwören, mich und andere Juden aber in Wahrheit nicht ausstehen können.“

Diese Worten stammen von Tuvia Tenenbom. Sie finden sich im 21. Kapitel des Buchs „From Mosul to Berlin“. In Deutschland ist das Buch unter dem Titel „Allein unter Flüchtlingen“ bei Suhrkamp erschienen, allerdings mit schwarzen Balken, denn in der deutschen Ausgabe sind alle Antworten des Grünen-Politikers Volker Beck geschwärzt.

Wie es zu dieser Schwärzung kam, erklärt Volker Beck wie folgt:

„Das Gespräch wurde mir nicht, wie meiner Erinnerung nach vereinbart, zur Autorisierung vorgelegt. Da ich über Rechtliches auf Englisch nicht präzise sprechen kann, hatte ich um Autorisierung gebeten. Sonst hätte ich einfach nicht mit ihm gesprochen, was ich auch zukünftig ohne eigene Zeugen und eigenes Aufzeichnungsgerät nicht mehr tun werde.“

Tuvia Tenenbom jedoch sagt:

„Die Geschichte mit Volker ist eigentümlich. Ich interviewte ihn in Frankfurt. Vorher fragte ich ihn, ob es ihm recht sei, befragt zu werden und ob ich ihn aufnehmen könne. Er sagte, das sei in Ordnung – und auch das wurde aufgezeichnet. Isi hat das Interview auch gefilmt. Dann, etwa einen Monat, bevor das Buch erscheinen sollte, rief er mich an und bat um eine Autorisierung vor der Veröffentlichung. Ich sagte ihm, dass ich ihm nicht erlauben würde, zu ändern, was er gesagt hat. In den USA würden das die Medien, wie zum Beispiel ‚New York Times’, niemals zulassen. Diese Politik ist allen wohlbekannt.“

Nun kommt das Buch auch in den USA heraus und dort werden die schwarzen Balken nicht vorhanden sein. Tuvia Tenenbom fragt: „Kein anderes Land, das die Genfer Konvention unterzeichnet hat, hält sich an die Genfer Konvention, außer Deutschland. Warum?“

Volker Beck antwortet, dass das gar nicht mehr der Fall sei, da Deutschland jetzt ein Abkommen mit der Türkei habe und sich mittlerweile genauso verhalte wie allen anderen Länder auch. Tuvia Tenenbom hakt nacht: „Mit anderen Worten, die deutsche Regierung ist umgeschwenkt und hält sich nicht mehr an ihre Politik der offenen Grenzen. Warum dieser plötzliche Sinneswandel der deutschen Regierung?“

Volker Beck erwidert, da müsse Tuvia Angela Merkel fragen. Tuvia Tenenbom gibt sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden und fragt, warum die Grünen im Bundestag keine Abstimmung über das Abkommen mit der Türkei gefordert hätten. Was dann folgt ist ein langes Hin und Her, bei dem Tuvia Tenenbom sein ganzes Geschick aufwenden muss, um Volker Beck zu einer einfachen Antwort zu bewegen, nämlich ob über das Abkommen mit der Türkei im Bundestag abgestimmt wurde. Als er die Antwort endlich hat, erklärt Tuvia Tenenbom:

„Es ist schwierig, von deutschen Politikern eine einfache Antwort auf die Frage zu erhalten, ob sie über einen bestimmten Sachverhalt abgestimmt haben oder nicht.“

Nachdem Tuvia Tenenbom eine Antwort hat, stellt er Volker Beck eine spannende Folgefrage: „Viele Europäer, dieselben, die sich nicht an die Genfer Konvention halten, die sie betrifft, werfen zugleich Israel vor, sich nicht an die Konvention von 1949 zu halten. Deshalb frage ich Volker, den deutschen Israel-Freund, ob Europäer mit dem Finger auf Israel zeigen dürfen, weil Israel eine Konvention missachtet, wenn sich Europa selbst so wenig um Konventionen schert.“

Volker Beck erklärt, wenn jemand selbst einen Fehler macht, habe er damit noch lange nicht das Recht, selbst einen Fehler zu machen. Tuvia fragt daraufhin: „Aber kann man anderen predigen, was man selbst nicht tut?“ Volker Becks Antwort lautet:

„Predigen ist was für religiöse Menschen. Ich denke, dass jeder Kritik akzeptieren muss. Wenn wir sagen, dass nur der kritisieren darf, der selbst perfekt ist, dann gäbe es keine Kritik.“

Dazu schreibt Tuvia Tenenbom: „Ich bewundere Volker. Mir würde im Leben kein solcher Satz über die Lippen kommen. Aber Volker bringt es fertig.“

Dank der englischen Ausgabe können wir jetzt endlich alle auch diesen bewundernswerten Satz lesen. Ich wundere mich allerdings, dass es ausgerechnet dazu kam, dass das Gespräch mit Volker Beck in der deutschen Ausgabe geschwärzt wurde, schließlich redet Tuvia in seinem Buch mit vielen Leuten, Gregor Gysi, Henriette Reker, Jürgen Todenhöfer und Frauke Petry, aber kein anderes Gespräch wurde geschwärzt. Dabei ist es Volker Beck, der einst Benjamin Netanjahu aufgrund eines geplatzten Gesprächstermins mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mit diesen Worten kritisierte:

„Gesprächsverbote gehen gar nicht. Das geht nicht, wenn linke Gruppen in Deutschland meinen, man dürfte mit bestimmten Politikern oder NGOs in Israel nicht sprechen, und das geht auch nicht, wenn der israelische Ministerpräsident meint, Politikern in Israel vorzugeben, mit wem sie sprechen dürfen und mit wem nicht.“

Tuvia Tenenbom kennt keine Gesprächsverbote. Er redet mit allen Seiten. Im 22. Kapitel zum Beispiel spricht er mit dem deutschen Autor Akif Pirinçci. Man muss diesen Mann nicht mögen, um zu erkennen, wieviel Unrecht und Gewalt ihm in Deutschland angetan wird. Man muss jedoch ein sehr selbstgerechter Deutscher sein, um die Gewalt, die ihm alltäglich angetan wird, zu rechtfertigen oder achselzuckend hinzunehmen. Es ist egal, was Akif Pirinçci geschrieben hat, es ist falsch, was ihm alltäglich in Deutschland angetan wird.

Als Tuvia Tenenbom Akif Pirinçci besucht, fällt ihm zunächst auf, dass seine Wohnungstür mit diversen Farbanschlägen attackiert wurde. In der Wohnung erfährt Tuvia dann, dass Amazon Pirinçcis Bücher nicht mehr direkt verkauft, ausgerechnet Amazon, wo Bücher des Ku-Klux-Klans, „Mein Kampf“, das kommunistische Manifest, der Koran und die Bibel feilgeboten werden, alles Bücher, in dessen Namen gemordet wurde. Als Tuvia und Akif spazieren gehen, wird Tuvia Zeuge, wie ein junger Mann auf Akif zustürmt und ihn wüst beschimpft. Einige Zeit später wird Akif von einem älteren Herrn beschimpft. Als Tuvia ihn auf diese Verbalangriffe anspricht, erzählt Akif, dass es auch schon mal vorgekommen ist, dass jemand eine Flasche Cola über seinen Kopf entleert hat. Als die in ein Restaurant gehen wollen, erfährt Tuvia, dass es mehrere Restaurants gibt, die sich weigern, Akif Pirinçci zu bedienen. Tuvia Tenenbom beschreibt seine Erfahrungen wie folgt:

„Junge und alte Deutsche haben nichts Besseres zu tun, als diesen Mann zu verletzten. Als Akif, den Volksfeind, zu verletzen. Gib den Leuten die Gelegenheit, andere zu verletzen und zu demütigen, sage ihnen, Grausamkeit sei eine Tugend, und sie werden zu Tieren.“

Ich kenne die Grausamkeiten nur zu gut. Was bin ich schon angegriffen, nur weil ich schreibe, was mir gerade so durch den Kopf geht. Dabei wird mir immer vorgeworfen, ich würde mich mit den Menschen gemein mache, deren Rechte ich verteidige. „Du solltest Dir echt überlegen, ob Du diesen Bericht veröffentlichen möchtest“, riet mir eine gute Freundin, mit der ich mich in der Zeit der Entstehung über diesen Artikel sprach und fügte hinzu: „Du unterstützt damit Akif Pirinçci und solltest Dich fragen, ob Du das willst.“ Ja, das will ich! Schließlich gelten die Grundrechte für alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nur für jene, die sich anständig benehmen.

Als Frauen im 19. Jahrhundert das Wahlrecht forderten, gab es jene Gruppierung, die forderte, Frauen mögen sich erst einmal beweisen, ob ihnen das Recht überhaupt zustünde, während die radikalen Feministinnen erklärten, jeder Frau stünde das Wahlrecht zu, unabhängig von ihrem Verhalten, ganz einfach weil sie ein Mensch sei. Hedwig Dohm betonte, „Menschenrechte haben kein Geschlecht“ und führte aus:

„Die Schwachen und Kranken, die Krüppel, die Dummen und die Brutalen, sie alle sind wahlberechtigt. Jede Frau, die schreiben und lesen kann, steht an Fähigkeiten über dem Mann, der diese Kunst nicht versteht.“

Man mag Akif Pirinçci für dumm, brutal und krank halten. Wenn man findet, er habe die Würde eines anderen Menschen verletzt, so kann man ihn verklagen und den Rechtsweg wählen. Ihn jedoch zu attackieren, Cola über seinen Kopf zu gießen und sein Eigentum zu zerstören, sind inakzeptable Aktionen und verlangen eine klare Verurteilung. Egal was er gesagt hat! Ich werde solche Gewalttaten immer kritisieren, weil sie unmenschlich sind und es ist mir egal, in welche Ecke ich dafür von wem auch immer gestellt werde. Ich verteidige Akif Pirinçci genauso gegen Gewalt, wie ich Henryk Broder oder Ayaan Hirsi Ali verteidige. Gewalt gegen Menschen oder die Wohnung eines Menschen ist falsch, möge es nun ein Appartement in Berlin sein oder ein Flüchtlingsheim in Heidenau.

In den letzten Jahren wurde ich aufgrund meiner Verteidigungen schon in die abenteuerlichsten Ecken gestellt. Die Liste der Hasszuschriften gegen mich ist lang. Als ich die Behandlung von vermeintlichen Nordafrikanern durch die Polizei in der Silvesternacht zum 1. Januar 2017 kritisierte, wurde mir vorgeworfen, ich würde die Sicherheit der Frauen verraten. Als ich die Ausschreitung eines gewalttätigen Mobs gegen Milo Yiannopoulus kritisierte, wurde mir vorgeworfen, ich würde die Homosexuellen verraten. Immer wenn ich den Hass gegen Israel kritisiere, wird mir vorgeworfen, ich würde die Palästinenser verraten. Aufgrund meines Wahlkampfes für Hillary Clinton wurde mir Verrat an Israel vorgeworfen und wegen meiner Aussage, Donald Trump sei kein Populist, wurde ich zum Rechtspopulisten erklärt. Als ich das Recht auf Meinungsfreiheit auch für einen AfD-Politiker forderte, wurde mir vorgeworfen, ich mache Wahlkampf für die AfD. Man muss aber kein AfD-Sympathisant sein, um zu kritisieren, dass auf einen Plakatierer der AfD und auf ein Parteibüro der AfD geschossen wurde. Als ich das Recht auf Meinungsfreiheit für Jan Böhmermanns verteidigte, wurde mir vorgeworfen, ich sei ein Türkenfeind. Als ich das Recht von Chris Tall verteidigte, Witze zu machen, war ich ein weißer Rassist. Als ich auch Xavier Naidoo verteidigte, wurde mir vorgeworfen, ich sei nun völlig durchgedreht. Aufgrund meines Einsatzes für den Feminismus werde ich von einigen Leuten so gescholten wie von anderen Leuten für meinen Einsatz für Flüchtlinge.

Ich bin Feminist, streite für Israel, wirke in der FDP, kämpfe gegen Homophobie, kritisiere den Islam, lache über den Katholizismus und habe keine Angst vor Menschen, die ihr Meinung sagen. Ich habe Angst vor Menschen, die sich so sicher und so frei von jedem Zweifel sind, dass sie Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren.

„Wenn wir es zulassen oder gutheißen, dass Menschen mit Gewalt aus dem Diskurs entfernt werden, und möge ich ihre Aussagen noch so sehr verabscheuen, glaub‘ mir Gerd, dann sind wir Juden die Nächsten.“

Das sind die Worte meines Gastvaters Jim Davidson. Ich habe ihm einiges zu verdanken. Die Gespräche mit ihm haben mich geprägt. Als es im Februar 2017 zu Ausschreitungen an einer amerikanischen Universität kam, weil dem gewalttätigen Mob nicht gefiel, dass ein Unterstützer Trumps eine Rede halten sollte, musste ich an diese Worte denken. An einer Universität wurde ein Diskurs verhindert, ausgerechnet dort, wo der freie Diskurs gelebt werden sollte wie sonst nirgendwo, wo die Elite der Bildung lebt, die in der Lage sein sollte, die Freiheit der Gedanken zu leben, wo kluge Geister streiten, forschen und um Erkenntnis ringen und wo Akademiker und Akademikerinnen begabt genug sein sollten, das Falsche analytisch zu erkennen, so dass es keinen Grund gibt, Gedanken zu verbannen, weil dort aufgeklärte Menschen den Mut besitzen, sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen.

Mir macht diese Selbstgerechtigkeit Angst, denn wer weiß, ob nicht jene Menschen, die heute einem Trumpverteidiger das Recht nehmen, sich am Diskurs zu beteiligen, mich morgen aus dem Diskurs entfernen, weil sie glauben, ich sei eine Gefahr. „Wehret den Anfängen“ brüllen die Gerechten und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus Angst konstruieren. Aus Angst nehmen sie Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht. Tuvia Tenenbom fragt in seinem Buch, was Menschen dazu bringt, diejenigen zu demütigen, die nicht ihrer Meinung sind? Zu Akif Pirinçci schreibt er:

„Was macht Menschen zu Gerechten? Was bringt sie dazu, diejenigen zu demütigen, die nicht ihrer Meinung sind? Ich weiß es nicht. Welches Verbrechen hat Akif begangen? Er macht sich über den Islam lustig. Er, der türkische Junge, der deutscher Staatsbürger wurde, zieht die Religion seiner Eltern durch den Kakao, er verhöhnt seine eigene Kultur und sein eigenen Volk. Ich kenne Leute wie ihn. Weiße Deutsche, die das Christentum, die Religion ihrer Eltern, verhöhnen und die ihre eigene Kultur und ihr eigenes Volk auf den Arm nehmen – und manchmal Hassreden gegen Christen halten, so ähnlich wie oder schlimmer noch, als Akif es tut. Wie wir alle wissen, sind diese Leute die Künstler, die Autoren, die kulturelle Elite Deutschlands. Als Weiße haben sie das Recht, so etwas zu tun und man stellt sie dafür auf den Sockel. Akif aber hat nicht dieses Recht, so etwas zu tun. Weil er Türke ist. Weil er eine dunklere Haut hat. Weil seine Eltern Muslime waren. Knapp zusammengefasst haben Weiße Rechte, die Nichtweiße nicht haben. So denken politisch korrekte Menschen. Sie sind, um es mal kurz und deutlich zu sagen, verdammte Rassisten. Passt auf, ihr Leute aus Syrien, Libyen und Nordafrika: Der Tag wird kommen, da ihr wie Akif lernen werdet, dass man euch hier nur liebt, wenn ihr brav auf der untersten Stufe bleibt.“

Ich kenne Leute, die durchstöbern Facebook danach, wer die AfD wählt oder mit Pegida-Leuten diskutiert, nur um sie dann zu blockieren, ganz so, als hätten sie dadurch einen heroischen Akt des Widerstands geleistet, der sie auf eine Stufe mit der Weißen Rose stellt. Es hilft aber nichts, seine politischen Gegner als „Pack“ zu bezeichnen und ihnen den Stinkefinger zu zeigen. Im politischen Diskurs müssen wir mit ihnen reden! Wenn es Leuten schlecht geht, flüchten sie. Manche flüchten in andere Länder, andere flüchten in Ideologien. Einige Länder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer sich das Äußern einer Meinung verbittet, sorgt lediglich dafür, dass die Meinung nur noch gedacht wird! Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spät!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Kneipe und da sitzt ein Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten ist. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen, er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hate Speech fällt, Sie würden erst ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben und alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist. Ich weiß lieber, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet. Außerdem möchte ich mit einem Nazi nicht plaudern. Mit einem Nazi möchte ich ausnahmslos Klartext reden!

Ich gebe den naiven Glauben nicht auf, dass Reden, Zuhören und Streiten helfen, sich zu verstehen und den Hass zu mindern! Außerdem ist Zuhören ein präventiver Schutzmechanismus, nur so lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen sollte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wer alles ausklammert und entfreundet, was ihm nicht gefällt, wird blind für das, was wirklich in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt aus dem Sessel fallen, wenn bei einer Wahl die Menschen in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein definitives Kreuz verwandelt haben. Dann fallen sie aus allem Wolken und sagen, sie hätten all das nicht kommen sehen. Natürlich haben sie es nicht kommen sehen! Sie haben ja auch all die Menschen entfreundet. Sie konnten sich nicht mit diesen Menschen auseinandersetzen, ihnen nicht entgegentreten und ihnen nicht widersprechen. Alles nur, weil sie diese Menschen nicht kannten. Sie vermehrten sich im Verborgenen, Geheimen, Verbotenem. Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Tuvia Tenenbom hat daher vollkommen Recht, wenn er mit allen Menschen redet und mögen sie noch so verhasst sein. In seinem Buch redet er mit Volker Beck, Henriette Reker, Gregor Gysi, Lutz Bachmann und Frauke Petry. Die Art, wie er mit seinen Gesprächspartnern spricht, macht das Buch besonders lesenswert, denn selten wird in Deutschland so miteinander geredet. Die deutsche Art zu „diskutieren“ beschreibt Tuvia Tenenbom am Beispiel Frauke Petrys. Er redet offen und in neugieriger Zugewandtheit mit ihr und erfährt so, dass ihre minderjährigen Kinder öffentlich gemobbt werden wegen ihrer Mutter. Sippenhaft nannte sich das bei den Nazis. Nach dem Gespräch stellt er fest:

„Als die Zeit zum Aufbruch naht, posiert sie mit mir vor der Kamera, als wären wir alte Kumpel. Sie brauchte eine Weile, um mit mir warm zu werden, aber am Ende ist die richtig aufgetaut. Sie ist keine Dämonin, muss ich Ihnen leider mitteilen; sie ist eine Deutsche, eine deutsche Lady, die laut ausspricht, was die größten deutschen Machos nicht einmal zu flüstern wagen. Ich mag diese Lady. Wenn ich es recht bedenke, mochte ich bislang jeden Deutsch und jeden Araber, dem ich auf dieser Reise begegnet bin. Wie kommt es, werden Sie sich vielleicht fragen, dass ich unweigerlich Gefallen an Arabern und Deutschen finde, also genau an den Leuten, die eine bizarre Tradition des Judenhass verbindet? Ist das der Schicksal des Juden, seine Feinde zu lieben?“

Tuvia versteht die Kunst des offenen Gesprächs. Allerdings traut sich nicht jeder Mensch mit ihm auf die hohe See der klaren Worten. In Kapitel 23 ist es zum Beispiel Henriette Reker, die sich windet, ja nicht das Falsche zu sagen. Sie weiß nämlich, wie schnell und gnadenlos man in Deutschland für eine reine Wortäußerung in Grund und Boden gestampft werden kann. Der Shitstorm, den ihre Armlängeaussage im Januar 2016 ausgelöst hatte, ist legendär. Vielleicht ist es genau diese Angst, die auch Volker Beck treibt.

Bei soviel Angst frage ich mich, wie schmutzig muss die Arbeit sein, die die türkische Regierung für Deutschland macht, dass Tuvia so oft keine klaren Antworten bekommt. Man lernt in „Allein unter Flüchtlingen“ viele Deutsche kennen, die sich ihr weißes Hemd aus dem Eine-Welt-Laden nicht schmutzig machen wollen und dennoch sicher in ihrem artgerechten Garten lustwandeln möchten, bevor sie abends bei Bio-Wein und lokalem Walnussbrot darüber philosophieren, was es bedeutet, ein gutes und gerechtes Leben zu führen. Sie sind der Grund, warum die schmutzige Arbeit zur Sicherung ihres Ökosystems in die Türkei delegiert wurde. In der Türkei hat Deutschland einen willigen Vollstrecker für das schmutzige Staatsgeschäft der Grenzsicherung gefunden.

Für die türkische Regierung ist die Verteidigung der Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio eine Selbstverständlichkeit. Die AfD hat über Schießbefehle an Grenzen nur fabuliert, die deutsche Regierung unter CDU und SPD jedoch lässt schießen. Die türkische Regierung fängt in tiefster Dankbarkeit und Ergebenheit der deutschen Regierung einen Großteil der Flüchtlinge ab, die nach Deutschland wollen, so dass der Deutsche dann stolz sagen kann: „Es gibt keine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage.“

Überall hört Tuvia Tenenbom diese Aussage, obwohl sie offensichtlich Blödsinn ist. Alles hat eine Obergrenze! Kein Raum hat unendliche Kapazität. Die Obergrenze für Flüchtlinge liegt dort, wo ein Land nicht mehr in der Lage ist, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Wer sich weigert, eine Obergrenze zu definieren, weigert sich, Verantwortung zu übernehmen.

Die Flüchtlinge, die aus Syrien und anderen Kriegsländern kommen, sind größtenteils durch Krieg traumatisierte und brutalisierte Männer, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Männer brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Sie in überfüllte, enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln!

Tuvia Tenenbom besuchte für sein Buch Flüchtlingslager. Was er vorfand war teilweise unmenschlich und deckt sich vollkommen mit dem, was auf meinem Blog berichtet wurde, nur noch schlimmer. Tuvia berichtet von Kälte, Nässe, Krankheit und Kot. Ein Ort, an dem definitiv keine Liebe gemacht werden kann. Tuvia schreibt:

„Sobald ich aus dem Lagerbereich raus bin, setze ich mich. Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig. Was wird mich auf dieser Reise noch erwarten? O Allah, hab Erbarmen!“

Tuvia Tenenbom zitiert einen Flüchtling, der in einem deutschen Flüchtlingslager lebt, mit diesen Worten:

„Dies ist ein schrecklicher Ort. Die deutsche Regierung behandelt uns schlechter als Hunde. Hunde haben ein besseres Leben als wir! Ich will hier raus. Ich will nach Syrien zurück. Wenn ich hier raus rennen und ein Flugzeug nach Syrien nehmen könnte, ich würde es heute tun! Ich will hier raus! Heute noch! Heute!“

Wenn man das liest, erkennt man, dass es den meisten Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend, tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen hatten, gar nicht um die Flüchtlinge ging, sondern vielmehr nur um ihr eigenes Image! Diese Deutsche benutzten die Flüchtlinge, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Tuvia Tenenbom schreibt daher vollkommen zu recht:

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

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100 Antworten zu Tuvia Tenenbom – „From Mosul to Berlin“

    • Aristobulus schreibt:

      !!!
      Danke, Eitan.
      DAS muss man unterschreiben, und zwar sowas von.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Ist das nicht irre? Es sind seit Jahren immer wieder dieselben Geschichten: junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen, oft sogar hier geboren sind, die perfekt integriert sind und keine andere Heimat kennen, werden eiskalt abgeschoben. Gleichzeitig genießen zahlreiche Ausländer, die in dritter und vierter Generation hier leben, kaum ein Wort Deutsch sprechen und sich in kriminellen Bandenmilieus bewegen, anscheinend Narrenfreiheit. Die deutsche Migrationspolitik ist in meinen Augen kriminell und kotzt mich einfach nur noch an! Daran ändert auch der Flüchtlingswahn vom letzten und vorletzten Jahr nichts, im Gegenteil. Es wurden eineinhalb Millionen Menschen pauschal durchgewunken: Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte ebenso wie Kriminelle, Soziopathen und Terroristen. Sie wurden wie Popstars mit Jubel und Teddybären begrüßt, anschließend wie Vieh in Flüchtlingscamps deportiert, auf engstem Raum eingepfercht und vegetieren nun in entwürdigenden Zuständen vor sich hin. Hauptsache die moralischen Herrenmenschen können ihr Image pflegen. Den Refugees-Welcome-Brüllaffen gehen diese Menschen doch ebenso am Arsch vorbei wie den Ausländerhassern. Deutschland ist wirklich ein krankes Land. Da hilft keine Homöopathie – hier hilft nur starke Medizin.

  1. Eitan Einoch schreibt:

    So sind die Deutschen eben – früher (rassistsche) Herrenmenschen, heute (moralische) Herrenmenschen. Die Musik mag anders sein, der Tanz ist noch derselbe. Vielleicht ist ja DAS die deutsche Leitkultur.

    • Aristobulus schreibt:

      … seitdem scheinen die Leitplanken um die Kulturautobahn noch viel höher und viel geregelter geworden zu sein, sodass man jetzt nicht mehr bloß mim‘ Hanomag und achtzig Sachen wie damals, sondern gleich standesgemäß mim‘ richtig weißen BMW oder halt immerhin mim‘ knallroten Opel da bleideutschfüßeln kann.

      Aber wohin-?!

    • A.S. schreibt:

      Früher mit Pickelhaube in die Nachbarländer, heute mit Birkenstocklatschen.
      Die Gemeinsamkeit ist, dass die Deutschen es nicht haben können wenn andere Völker über ihre Ländereien selber verfügen.
      Den Ungarn z.B. nimmt man es übel wenn sie selber entscheiden wer in ihr Land einreisen darf und wer nicht.

      • Aristobulus schreibt:

        Den Polen nimmt man’s auch übel, so wie man hierzulande seit 150 Jahren den Polen alles verübelt („polnische Wirtschaft!“ raunzte man früher, „polnischer Egoismus!“ raunzt man seit den Tagen, als Bundeskanzler Schröder mit Dauerpräsident Putin eine Gaspipeline mit weitem Abstand um Polen herum legen ließ und den Polen das nicht gefiel.)

    • Krokodil schreibt:

      ….“die Polen“ haben eben keine gute Meinung von „den Deutschen“.
      Mal ehrlich, wenn man viel Kluges äussert, so ist das kein ausreichender Ausgleich für Kurzsichtigkeiten dieses Kalibers. Irgendwie distanziert sich irgendwas tief im Krokodil drin vor absichtlich platten Pauschalisierungen, die den Rest der durchaus gesunden Meinung der Nase irgendwie schwefelwasserstoffartig erscheinen lassen.

      • Aristobulus schreibt:

        Wer hat das von den Polen gesagt, Krokodil? Steht nicht da.

        Wir haben hier so Mehrheitsmeinungen der Deutschen über Kleinere, Unterlegenere usf. gesammelt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
        -Und selbstverständlich herrscht hierzulande keine gute Meinung über Polen als Land und als Leut‘. Du kannst es mit Leichtigkeit an Touristenzahlen feststellen.

    • Rika schreibt:

      Es ist so treffend geschrieben, Eitan Einoch, ich habe keine Worte dafür… nur Trauer und Ohnmacht.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Das Krasse daran ist noch: Die Deutschen sind nicht durch Moral und Einsichten in die Geschichte („Lehren aus Auschwitz“ etc.) friedfertiger geworden, wie die Lobbyisten des Sündenstolzes einem weißmachen wollen. Nein, der wahre Grund ist viel profaner: Die niedrige Geburtenrate seit den 1920er und 1930er Jahren hat dazu geführt, dass zu wenig junge Männer nachgewachsen sind, die man als Kanonenfutter verheizen konnte. Der „youth bulge“ hat die Deutschen besänftigt – nicht die ominöse Vergangenheitsbewältigung. Es gibt daher auch keinen Grund stolz darauf zu sein.

  2. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @Rothschildraptiloid: „Nebenbei bemerkt, dass dem Arschloch Pirincci wirklich mal eine Cola über seinen Kopf gekippt wurde …“

    Wirklich mal! Da geht dem geistigen Kleinvieh doch wirklich mal das Herz auf! Wer nicht argumentieren und denken kann, der kann dem Andersdenkenden doch wenigstens eine Cola überkippen.

    @Rothschildraptiloid: „…, und rechte Idioten wie er suhlen sich unfassbar gerne mit ausgedachten Geschichten in der Opferrolle.“

    Was sie schlimmstenfalls mit gewissen anderen Idioten gemeinsam haben:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-01/wismar-die-linke-ueberfall-vorgetaeuscht

    @Rothschildraptiloid: „Tatsächlich, das Zitat habe ich wohl falsch verstanden. Shame on me.“

    Respekt!

    @Rothschildraptiloid: „Denn an der einen Stelle behaupten sie, sie wollten kein Bier mit Nazis trinken, auf der anderen Seite belobhudeln Sie Tenenbom dafür, sich mit Frauke Petry und anderen Rechtsextremen prächtig zu verstehen.“

    Können Sie konkret benennen, was Frauke Petry mit Nazis zu tun hat?

    @Ben: „Tenenbom „wollte wissen, was die wahren Gründe der »Willkommenskultur« waren, … . Wer „Allein unter Deutschen“ von Tenenbom kennt, kennt natürlich auch die Antwort: wegen Hitler. Besser könnte es die AfD auch nicht sagen.“

    DIE LINKE kann es noch viel besser sagen:
    http://www.linksfraktion.berlin/index.php?id=9571&tx_ttnews%5Btt_news%5D=47912&tx_ttnews%5BbackPid%5D=37397

    • Aristobulus schreibt:

      „… Die Nazis bedrohen Flüchtlinge, sie bedrohen Unterstützerinnen und Unterstützer von Flüchtlingen, sie verüben Anschläge, die bedrohen Politikerinnen und Politiker, sie demonstrieren vor der Haustür der Bundestagsvizepräsidentin. Das alles ist unerträglich und nicht hinnehmbar.
      [Allgemeiner Beifall]“

      Ähmm. WANN hat der geredet: Am 7. Mai 2015. Von welchen Nazianschlägen redet der bittschön? Vor zwei Jahren waren längst zahlreiche islamische Anschläge geschehen, nicht so viele wie jetzt, aber auch schon mindestens zwei oder drei pro Woche – und das Geschrei hunderttausender Mohammedaner und unterstützendem linken Geschmeiß „Juden ins Gas!“, „Israel Kindermörder!“ usf. lag erst ein Jahr zurück.

      Leo Sucharewicz, der Kommunikationspsychologe, sagt bei solchen eklatanten Ausblendungen der Wahrheit (zu Gunsten der Erfindung von Unwahrheit) gern und eindringlich, dass da bloß die falsche Information verinnerlicht worden sei, und man müsse dann halt die richtige Information dagegensetzen.
      Und den Sisyphos muss man sich als einen glücklichen Menschen vorstellen.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Ari

        Besonders diese Aussage gehört in das Repertoire aller Pausenclowns:
        „…, die bedrohen Politikerinnen und Politiker, sie demonstrieren vor der Haustür der Bundestagsvizepräsidentin.“
        Man stelle sich vor, die Bundestagsvizepräsidentin bekäme eine Cola übergeschüttet. Statt Bionade dieses imperialistische Gesöff!

  3. Sophist X schreibt:

    Bei Leuten wie V. Beck weiß man nie genau, mit welcher Chemikalie man sich grade unterhält.

  4. Rothschildraptiloid schreibt:

    Ja klar, der gute Pirincci, der bedauert hat, dass es keine Konzentrationslager mehr gibt, in die man Flüchtende sonst stecken könnte. Der gute Pirincci, der von „Umvolkung“ faselt und einer „Moslem-Müllhalde“. Der gute Pirincci, der Flüchtende „Invasoren“ nennt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/akif-pirincci-strafbefehl-wegen-hassrede-bei-pegida-a-1133574.html
    Der gute Pirincci, der vor Frauen-, Schwulen- und Migrantenverachtung nur so überfließt, der ständig nur damit beschäftigt ist, seinen ekelhaften Hass in die Welt zu kübeln.
    Dieser gute Pirincci darf seine Hassbücher nicht mehr bei Amazon verkaufen, und in manchen Restaurants nicht mehr die Kellnerinnen belästigen? Oh Schreck, es gibt Restaurantbesitzer, die von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und miese sexistische, homofeindliche, rassistische Arschlöcher nicht bedienen? Oh Schreck, Akif Pirincci, der Mann, der unablässig andere bepöbelt, wird ab und an mal selbst bepöbelt?
    Wie schrecklich, wie überaus schrecklich. Vielleicht sollten Sie die Aktion „Ein Herz für Rassisten, Sexisten und Homofeinde“ ins Leben rufen, Herr Buurmann.
    Nebenbei bemerkt, dass dem Arschloch Pirincci wirklich mal eine Cola über seinen Kopf gekippt wurde mag doch bezweifelt werden, der Typ denkt sich ständig Schrott aus, und rechte Idioten wie er suhlen sich unfassbar gerne mit ausgedachten Geschichten in der Opferrolle.

    • Sophist X schreibt:

      Ja klar, der gute Pirincci, der bedauert hat, dass es keine Konzentrationslager mehr gibt,

      Lügner.

      • Rothschildraptiloid schreibt:

        „Pirinçci sagte, offenbar habe die Politik die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt, dass ihm schulterzuckend die Ausreise empfohlen werden könne, wenn es nicht pariere. ‚Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.'“
        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/akif-pirincci-strafbefehl-wegen-hassrede-bei-pegida-a-1133574.html

        • Sophist X schreibt:

          Lügner.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Also, dies Zitat gibt das Bedauern über nicht mehr verfügbare Konzentrationslager nicht her. Sie haben da eine ironische Brechung übersehen, scheint mir, und den Umstand, dass er dieses Bedauern der Politik unterstellt.

          Das muss man nicht genauso sehen, jedoch besteht ein Unterschied.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, zumal der Lügner just ausgelassen hat, wem Pirincci den Wunsch nach KZs in den Mund gelegt hatte.
            Auslassungen sind die mieseste Art der Lüge, nicht?

          • Sophist X schreibt:

            Pirinicci hat das Bedauern über die Nichtexistenz von KZs der Bundesregierung zugeschrieben. Die gesamte Presse wollte das aber nicht mitgelesen haben und wurde en gros von seinem Anwalt zur Unterlassung aufgefordert. Kein einziger der Lügner hat danach noch gezuckt.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, Sophist. Die haben ihn danach totgeschwiegen und als Unperson behandelt.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Tatsächlich, das Zitat habe ich wohl falsch verstanden. Shame on me.

            Ich würde dann noch anfügen, dass es ziemlich geschmacklos ist, die Kritik an dieser Person mit der Shoah zu vergleichen.

          • Aristobulus schreibt:

            Okay! Danke. Es passiert selten, dass jemand einsieht, was falsch gemacht zu haben. Kol HaKawod (chapau).

            Zum Vergleich mit der Schoah: Doch, eine bestimmte, kollektive Verächtlichkeit, wenn sie unter Deutschen geschieht, führt schnell zu Reminiszenzen an die 1930er. Vielleicht nicht bei jedem. Aber beifür jene, die Familiäres mit der Schoah verbinden, liegt diese Reminiszenz sehr nah.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Pirincci wird wegen seiner Meinung angegangen, nicht wegen seiner Herkunft oder seines Glaubens. Insofern ist der Vergleich mit der Shoah vollkommen abseitig. Auch kommt niemand auf die Idee, ihn in ein Konzentrationslager zu stecken, schon gar nicht irgendwelche Politikerinnen von relevanten Parteien oder relevante Journalistinnen.
            Hitler hingegen hat seine Absichten den Jüd*innen gegenüber immer offen formuliert, es bestand von Anfang an kein Zweifel daran, was geschehen würde, und was die schrecklichen Ziele der Nazis waren.
            Offenbar hatte Pirincci ja auch Erfolg damit, sich gegen die unangemessene Berichterstattung zu wehren – über den Staat. Was damals, sagen wir mal, schwieriger war.
            Insofern ist der Vergleich kompletter Unsinn.

          • Aristobulus schreibt:

            Jeeez.
            Lesen Sie doch mal Teneboms Buch!, anstatt alles a priori besserzuwissen.
            Vor Allem, dass Sie einem Juden vorschreiben möchten, dass er keine ‚Vergleiche‘ ziehen dürfe, fällt ungünstig auf. Übrigens zieht er ja keinen Vergleich. Ihm kommt bloß der kollektive Hass gegen den fremdem Abweichiler Pirincci fatal bekannt vor.
            Damit muss man sich auseinandersetzen, um’s zu beurteilen. Ein kurzes Exzerpt zu lesen reicht nicht.

          • Aristobulus schreibt:

            Und nochmal: „Jüd*innen GIBT es nicht. Hat’s noch nie gegeben.

            Die heißen Juden, wenn es der Herr Broder oder der Herr Netanyahu sind, oder die heißen Jüdinnen, wenn es die Frau Knobloch der die Frau Refaeli sind.

        • Sophist X schreibt:

          Rothschildraptiloid schreibt:
          Juni 2, 2017 um 5:12 pm
          Tatsächlich, das Zitat habe ich wohl falsch verstanden. Shame on me.

          Dafür volle Punktzahl, auch wenn es Dir nichts bringt 😉
          Das war unerwartet. Wer nur die Pressemeldungen von damals durchgeht, kann wirklich erstmal schief liegen. Ich dachte, Du willst hier die Leute veralbern.
          Es war damals ein Lehrbuchbeispiel für eine konzertierte Kampagne. Erst großes Trara und dann großes Schweigen, als die Sache aufflog.

          • Aristobulus schreibt:

            Und das Schweigen hält an, während nichts, aber auch gar nichts von dem wiedergutgemacht wurde, was man so bessermenschlich dem Pirincci angetan hat.

    • Rothschildraptiloid schreibt:

      Übrigens sehr interessant, wie Sie einen Absatz aus einem alten Beitrag in diesen kopiert haben, nur um damit ihre eigene Argumentation ad absurdum zu führen.
      Denn an der einen Stelle behaupten sie, sie wollten kein Bier mit Nazis trinken, auf der anderen Seite belobhudeln Sie Tenenbom dafür, sich mit Frauke Petry und anderen Rechtsextremen prächtig zu verstehen. Sowas ist doch einfach nur abstoßend.

      Wenn es nach ihnen geht sollte man Rechtsextreme anscheinend einfach machen lassen. Bloß niemandem auf die Füße treten, bloß nicht entschlossen gegen irgendwas vorgehen. Wehret den Anfängen! Die Anfänge sind allerdings die Auftritte der Rechtsextremen, nicht die ihrer Widersacher. Wer den Anfängen wehren sollte, der sollte nicht Selfis mit Frauke Petry schießen, sondern diese Rechtsextremistin überall, wo es möglich ist, ausschließen.
      Das ist übrigens keine Gemeinsamkeit zum Judenverfolgung, bevor Sie mit dem Unsinn kommen. Denn Jüd*innen wurden und werden wegen ihrer „Rasse“ oder ihrer Religion verfolgt. Rechtsextremisten hingegen werden ausgeschlossen, weil sie Menschenfeinde sind. Das ist ein eklatanter Unterschied, und wer diesen verwischt, der ist ein Steigbügelhalter der Rechtsextremen.

      • Aristobulus schreibt:

        Sie verlogener Linksextremist, der sich als Lebensaufgabe fürs Internet erfunden hat, alles als rechtsextrem zu denunzieren, was nicht links ist.
        Werden Sie erwachsen, Sie Ausbund von Peinlichkeit.

        Und wer zum Geier ist „Jüd*innen“? Nie gesehen.

        • Rothschildraptiloid schreibt:

          Hä, wie kommst du bitte auf die Idee, es wäre meine Lebensaufgabe im Internet, jeden als rechtsextrem zu denunzieren, der nicht links sei? Ich habe hier einen Kommentar geschrieben – naja, für Leute wie dich ist das natürlich Anhaltspunkt genug, große Fantasien auszubreiten, was ich wohl so in meiner Freizeit mache.
          Und wie kommst du darauf, ich sei ich Linksextremist? Beeindruckend jedenfalls, deine Deduktionsgabe. Von einem Kommentar, in dem ich mich gegen Rechtsextremismus ausspreche, darauf zu schließen, ich sei Linksextremist, ist jedenfalls äußerst aufschlussreich.

          „Jüdinnen“ meint alle Menschen jüdischen Glaubens (und natürlich die säkularen, das ist bei Jüdinnen ja ein recht spezieller Fall). Aber das wusstest du natürlich, dies regt lediglich die gendergerechte Formulierung auf. Und genau deshalb benutze ich sie – weil es Spaß macht, Leuten, die sich daran stören, damit zu stören.

          • Aristobulus schreibt:

            … wüsste nicht, dass wir schon beim Plump-Du angelangt wären.
            Und wer sind denn Leute wie ich? Meinen Sie wieder ähemm Jü’dünnen?

            Und Sie haben sich ja keinesfalls so geschwollen „gegen Rechtsextremismus ausgesprochen“, sondern Sie haben eine widerliche KZ-Lüge über Pirincci verbreitet, der Ihnen noch nie was getan hat.

            Und dass Sie grad mir hier was über „Menschen jüdischen Glaubens“ vorschwallen, ist ja puppenlustig 😀 😀
            MannMannMann, was sind Sie verkniffen und musterschülerig. Schwer isses, das Erwachsenwerdn, gell.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Ach entschuldige bitte, ich hatte ganz vergessen, dass ich Randoms im Internet auf jeden Fall zu Siezen habe. Mach dich nicht lächerlich.

            Das mit dem KZ war ein Fehler von mir, ja. Allerdings bestand mein Kommentar nicht ausschließlich daraus.

            Du hast mich danach gefragt, was ich damit meine, jetzt echauffierst du dich darüber, dass ich es dir erklärt habe. Was ist bloß verkehrt mit dir?

          • Aristobulus schreibt:

            Nein, das war, bevor Sie Ihren Irrtum über Pirinccis KZ-Bemerkung zurückgenommen hatten. Da stehen übrigens kleine Uhrzeiten geschrieben 😉

            Was sind Randoms?

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Internetrandoms sind Leute wie du und ich. Wir kennen uns nicht. Ich kenne deinen Namen nicht, dein Gesicht nicht, ich weiß nichts über dich. Du weiß genauso wenig über mich. Und wenn wir ehrlich sind, ist es uns beiden doch auch relativ egal. Wir sind Randoms. Die wenigsten, die nicht öfter mit uns zu tun haben, interessieren sich überhaupt für unsere Existenz in diesem Internet.
            Ich finde es reichlich albern, wenn Internetrandoms sich gegenseitig Siezen.

          • Aristobulus schreibt:

            Ich gehe hier und überall mit Klarnamen durch die Gegend, also bin ich noch nie so ein Randomischer gewesen.
            Sie sollten weniger verallgemeinern und nicht alles besserwissen, sondern nur manches 😉 .

      • winnie schreibt:

        Äh…seit wann sind Juden rsp. Jüdinnen eine eigene Rasse? Genauso verquer wie die Ablehnung muslimischer Gepflogenheiten als Rassismus darzustellen. Lächerlich, Herr Rothschilddingsda.

        • Aristobulus schreibt:

          Jüd*innen. So schrub er’s. Mit Schterndl drin. Wofür das Schterndl wohl steht?, fürs Sternhagelvollsein vor lauter Durchdrungenheit vom eigenen Politgutsein?

        • Rothschildraptiloid schreibt:

          Sie sind keine „Rasse“, das habe ich auch nicht behauptet. Wäre auch blödsinnig, schließlich gibt es überhaupt keine „Rassen“, warum sollten also ausgerechnet Jüdinnen eine sein? Übrigens habe ich den Begriff genau deshalb in Anführungszeichen gesetzt.
          Es ist nun einmal so, dass Antisemit
          innen Jüd*innen als eine „Rasse“ konzipieren und sie als angehörige dieser „Rasse“ verfolgen.

          Wo genau stelle ich eigentlich das Ablehnen muslimischer Gepflogenheiten als rassistisch dar?

          • Aristobulus schreibt:

            Also wer sind jetzt diese Jüd*innen? Ich hab das Wort noch nie gesehen. Sind das * hüstel‘ * Mosaische?

            Und Sie stellen es als rechtsextrem, rassistisch und menschenverachtend dar, wenn jemand den herrschenden Islam als das bezeichnet, was er ist, nicht?, wollen’s jetzt aber nicht gewesen sein.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Ich habe über den Islam keine sonderlich gute Meinung, also was soll das Gewäsch?

          • Aristobulus schreibt:

            Danach sind Sie nicht gefragt worden. Sie wurden nach was ANDEREM gefragt.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Was ich mit Jüd*innen meine, habe ich dir schon in einem anderen Kommentar erklärt. Außerdem weißt du es doch wohl sowieso schon selber, was soll diese Dummstellerei?

          • Aristobulus schreibt:

            Also wen oder was nu?

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Als Erklärung, auch wegen der Fairness, weil Sie sich woanders ja sehr einsichtig gezeigt haben, nu eppes über Jüd*innen, Mosaische, Menschen jüdischen Glaubens, jüdische Mitbürger, usw. usf.
            Ich habe schon lang die Nase gestrichen voll, wenn unsereiner so verschämt ungenannt wird. So schamvoll, und bloß nicht JUDEN sagen!, denn Juden sind irgendwie peinlich, nicht?, zuviele sind ermordet worden, und den Rest kann man immer nicht direkt ansehen, um nicht dieses komische Mischgefühl aus Schuld und Aggression und Widerwillen und forcierter Judenliebe und Israelkritik zu kriegen.

            Also: Es heißt JUDEN. Wir sind JUDEN und keine räusper-Mitbürger, oder Hebräer’innen, oder Mosesgläubigen.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Ich habe kein Problem damit Jude zu sagen. Wenn ich allerdings alle Menschen dieser Gruppe meine, dann tue ich mich schwer damit, diesen Begriff zu benutzen, da er nun einmal Frauen und alle, die sich nicht dem binären System unterordnen wollen, ausschließt. Einzig aus diesem Grund heraus benutze ich „Jüd*innen“ anstat „Juden“.
            Ich kann deine Kritik daran allerdings nachvollziehen, und werde das noch einmal überdenken. „Juden und Jüdinnen“ wäre eine Möglichkeit, allerdings werden damit dann noch immer Menschen ausgeschlossen, die sich nicht dem binären System unterordnen wollen. Und dass es Menschen nicht gefällt, wenn man sie (ihrer Meinung nach) falsch bezeichnet, hast du ja gerade selbst unter Beweis gestellt.
            Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, einfach „jüdische Menschen“ zu sagen.

            Israelkritik liegt mir übrigens fern, jedenfalls wenn damit Antisemitismus gemeint ist, der sich als Antizionismus tarnt – und das ist hierzulande ja die allermeiste (wenn nicht alle) „Israelkritik“. Ich kritisiere Israel nicht, da ich die israelische Außenpolitik für recht vernünftig halte und mich mit israelischer Innenpolitik nicht auskenne. Im Gegenteil verteidige ich Israel, wo immer es geht.
            Juden und Jüdinnen direkt anzusehen ist für mich allerdings kein Problem (ich bin auch noch nicht allzuvielen begegnet, bei denen ich wusste, dass es sich um Juden oder Jüdinnen handelt). Ich fühle mich nicht schuldig, ich betreibe keine Täter-Opfer-Umkehr. Im Gegenteil, ich gehöre zu jenem politischen Spektrum, dass eben jenem Antisemitismus entgegenarbeitet.
            Wenn ich für dich ein Linksextremist bin, dann würdest du mich wohl vielleicht als „Antideutschen“ beschreiben.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Binären System… Probleme hat der. Ein Musterbeispiel für Kollateralschäden des exzessiven Wohlstands von privilegierten, weißen post-68-er Mittel- und Oberschichtskindern Zentraleuropas.

          • Aristobulus schreibt:

            „Binäres System“ ist wahrlich allerliebst 😀 , ziss makes my night.

            „Heteronormativ“, das ja auch äußerst nett klingt, hat man leider hingegen im Mittelalter gesagt, weswegen das ja sowas von out ist jezze. Wer heut trotzdem noch heteronormativisiert, der muss wohl aus Spitzbögen, Kelchkapitellen und Fialen bestehen, bäh. Der richtige militante Birkenstöckler von heute binärsystemt, keine Frage!, und zwar mit Kusshand.

            Und immer wieder erstaunlich war’s und wird’s, wenn manche den Juden sagen, wie sie heißen 😀 . Also nicht, dass ich mich jetzt gern an den getreuen Eckardt oder an Adoffn erinnern will, die gern von Juda redeten. Tja!, dabei waren die wohl schon arg fortschrittlich, weil „Juda“ immerhin schon viel femininer klingt als jid. „di Jidn“ oder hebr. „Ha’Yehudim“.

            Erstaunlich auch diese Geschlechtlichkeit, die man in die Jüdinnen und Transjudisten und TranspostneojüdiI_nnen hineinmachen will. Geschlechtlich. Komisch! Di Jidn waren ja schon immer geschlechtlich genug, wollten aber als Jidn nicht auch noch geschlechtlich heißen. Aber nun, da man als a Jid so ganz geschlechtlich Judin oder Jüdiinner oder Transhebr*lgbty heißen muss, was wird da nur aus der sonstigen jüdischen Geschlechtlichkeit?, uh, sind die Judn etwa sexistisch-??
            Waah.

            Vielleicht konvertier ich ja doch morgen zum Mohammedanismus. Dann mach ich allen die Köpfe ab, egal wem, und gutt is‘.

      • A.S. schreibt:

        Frauke Petry ist für dich schon Nazi? Muss schon schlimm sein für Antifaschisten, wenn es keinen NSU zum hassen mehr gibt und man sich an langweiligen Scheinriesen wie Frauke Petry abarbeiten muss …………

    • bm98600 schreibt:

      „Ja klar, der gute Pirincci, der bedauert hat, dass es keine Konzentrationslager mehr gibt, in die man Flüchtende sonst stecken könnte. “
      Es ging nicht um Flüchtende ( oh, politisch ganz korrekt😀) sondern um unliebsame Bürger wie z.B. Pegidisten etc. Zugegeben, eine höchst unglückliche Aussage, aber keinesfalls so gemeint wie Sie es sagen.
      Ansonsten haben ich nicht den Eindruck, dass Sie je ein Buch von Pirinçci gelesen haben. Zum Beispiel die Behauptung, er sei ein Schwulenhasser: er akzeptiert fraglos die Tatsache, dass es Schwule gibt und dass die Rechte haben wie jeder andere, was er moniert, ist die die , sagen wir mal, Überbetonung von Staates wegen sowie die (unwissenschaftliche ) „Gender-Wissenschaft“ mit viel Steuergeld unterstützt und so weiter und sofort.

      • Aristobulus schreibt:

        Pirincci ist ein Menschenhasser im besten Sinne 😀 . Nicht? Es gibt nämlich ganz andere, nämlich diese dauer-bierernsten, fuchsigen, verkniffenen Menschenhasser, die ihr G’schäum dann besonders giftig auf ganz Bestimmte kanalisieren (z.B. im ZDF gibt’s einen oder mindestens sieben dieser unerfreulichen Art, und beim WDR überhaupt nur), zu denen Pirincci eben noch nie gehört hat: Er kann brutal sein, ist aber nie giftig.

        Ich vergleiche Pirincci gern mit Thomas Bernhard. Pirincci wird von den dumpfen Mitmarschierdeutschen derzeit genauso kreischend dumpf gehasst wie Thomas Bernhard einst von den postnazistischen Ösis. Und ja, es ist ja so kolossal identitätsstiftend für die Masse, endlich wieder jemanden Herausragenden zu haben, den man als Einzelnen hassen und dämonisieren und satanisieren und terrorisieren kann.

        Ach, Thomas Bernhard hätt nichtmal g’schossn 🙂

        • bm98600 schreibt:

          Thomas Bernhard muss ich googeln😳
          Zu Pirinçci: ich habe die Erfahrung gemacht, dass frühere Idealisten oft später zu Sarkasten ( gibts das Wort überhaupt? ) oder gar Zynikern werden. Pirinçci ist aber kein Zyniker, aber sein Entsetzen über die Entwicklung und die bodenlose Dummheit der Menschen lässt er schon spüren.

          • Aristobulus schreibt:

            … ja, sein Entsetzen darüber. Das gießt er dann in Worte. Und dann denunziert man ihn wegen bestimmter ausgerissener Worte als Faschisten und lügt dieses Entsetzen weg.

      • Rothschildraptiloid schreibt:

        Tatsächlich, ich habe das Zitat falsch verstanden. Insofern stimme ich dir da zu.
        Und ja, da es mir nicht weh tut, schreibe ich ganz gerne mal „politisch ganz korrekt“. Wie man meinen Kommentaren hier ansieht vergesse ich das allerdings auch oft genug, und es ist mir relativ egal.
        Hm, also ich habe solche Zitate von Pirincci gelesen (aus „Die große Verschwulung“, was ja schon ein selten dämlicher Titel für ein Buch ist): „Die trotzige und marktschreierische Vergottung der abseitigen Sexualität dient nur vordergründig dem Toleranzdenken. Vielmehr sollen hierdurch sämtliche Normen in Frage und die für jede hohe Zivilisation notwendigen Werte auf den Kopf gestellt werden. Deutschland soll zu einem einzigen Kuriositätenkabinett degenerieren.“
        Das ist lediglich eine Kritik an der angeblichen „Homo-Propaganda“, sondern gleichzeitig eine Abwertung der Homosexualität, wird diese doch zum einen als „abseitige Sexualität“ bezeichnet und zum anderen „hohe Zivilisationen“ und Homosexualität in einen Gegensatz gebracht. Auch ist es äußerst bezeichnend, wenn er in diesem Kontext von einem „Kuriositätenkabinett“ und „Degeneration“ spricht.
        Falls ich da was falsch verstanden habe, klär mich auf.
        Auch dass er (an anderer Stelle) Transsexualität als „Abnormität“ und „Behinderung“ bezeichnet, ist ziemlich abstoßend. Freilich nicht homophob, sondern transmisogyn, aber hängt mit diesem Thema ja zusammen.

        • Aristobulus schreibt:

          Sicher ist Transsexualität eine Behinderung, denn da stimmt etwas nicht, und man muss gegebenenfalls operieren, damit es etwas besser stimmt.

          Tja, und Pirinccis Sätze über Abseitiges kann, muss oder sollte man vielleicht einfach aushalten, zumal ihm Schwule sonst egal sind: Er mag bloß die andauernde Beschäftigung der herrschenden Allgemeindiffuslinken mit dem Schwulsein nicht leiden.

          Zum Titel „Die große Verschwulung“: Der ist gut. Der fällt nämlich auf und ist gleichzeitig absurd, denn es kann nun mal niemand groß oder klein verschwult werden, der’s per se nicht ist.

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Nein, Transsexualität ist keine Behinderung. „Da stimmt etwas nicht, und man muss dafür sorgen, dass es besser stimmt“, ist keine Definition für eine Behinderung. Zumal nur die allerwenigsten Behinderungen durch eine Operation behoben werden können; insofern ist dies eher ein Argument dagegen, dass Transsexualität eine Behinderung ist.

            Vielleicht sollte Herr Pirincci die Beseitigung der Diskriminierung von Homosexuellen, Transsexuellen usw. „einfach hinnehmen“, anstatt komische Verschwörungstheorien von einer „Verschwulung“ zu verbreiten? Und wie ich oben schrieb sind ihm ja Homosexuelle ganz augenscheinlich nicht egal, sonst würde er sie nicht als „abseitig“ und als Verhinderer „großer Zivilisationen“ bezeichnen. Zudem, wenn es ihm egal ist, ob jemand schwul ist oder nicht – wo wäre dann das Problem mit der „Verschwulung“?

            Der Titel fällt auf, ja. Das macht ihn aber nicht zu einem guten Titel – sonst würde ja die Bild lauter gute Titel fabrizieren. Und ja, er ist komplett absurd. Genau das macht ihn ja schlecht. Wie wäre es mit dem Buch: „Die große Verjudung“, in der ich über die Macht der Juden in Deutschland schreibe, diese abseitige Religionsgemeinschaft, die Deutschland in ein Kuriositätenkabinett verwandeln will? Wäre scheiße? Ja sowas.

          • Aristobulus schreibt:

            Sie hatten ja schon bestätigt, dass manche Behinderungen operativ zu beheben oder zu erleichtern sind. Selbstverständlich gehört Transsexualität dazu. Wer vermeint, nicht in seinen Körper zu gehören, leidet unter einer schlimmen Behinderung, ja Beeinträchtigung, und ihm kann durch Operationen geholfen werden.

            Und dass Schwule „Verhinderer großer Zivilisationen“ seien, hat Pirinçci sicher NICHT gesagt, für sowas ist er zu klug.
            Wo haben Sie den Stuss gehört?

            Und es kommt wohl ganz darauf an, wer ein Buch „Die große Verjudung“ schriebe, nicht? Wenn ich so eins schriebe, wär es wahrscheinlich streckenweise wizzisch.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Je mehr man Jungen und Mädchen versucht geschlechtsneutral zu erziehen, umso heftiger betonen sie ihr eigenes Geschlecht – und umso mehr legen sie geschlechterstereotypes Verhalten an den Tag. Die ganze Genderideologie ist auf falschen Prämissen gebaut. Denn Jungen und Mädchen wollen gar nicht als Neutrum aufwachsen – sie wollen männlich und weiblich sein. Es ist uns biologisch in die Wiege gelegt. Warum? Weil Fortpflanzung (von primitiven Einzellern abgesehen) zweigeschlechtlich abläuft und auf evolutionäre Überlebensvorteile abzielt. Deswegen fühlen sich die allermeisten Frauen nicht zu Schlappschwänzen hingezogen – und die allermeisten Männer nicht zu Karrierefrauen. Und aus demselben Grund bleibt die Häufigkeit von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität im einstelligen (!) Prozentbereich. Die Genderideologie kann gegen die Biologie und hunderte Millionen Jahre Evolution nichts ausrichten.

          • bm98600 schreibt:

            Dazu eine interessante Beobachtung: Ein Arzt ,( CH ) als Mädchen geboren und als Frau das Studium zur Ärztin gemacht, hat in einem Buch ( Geboren als Frau, glücklich als Mann ) spannend erzählt, wie er schon als Kind spürte, dass „etwas nicht stimmt“ .Hat dann relativ spät die Geschlechtsangleichung gemacht und man erfährt , wie intensiv er sich als „eigentlich männlich“ fühlte, sich danach sehnte, ein Mann zu sein. Er trug vor der OP Männerkleider, liess sich einen Bart wachsen, stopfte seine Jeans vorne aus😀
            Man fühlt mit ihm und versteht, dass er die Veränderung herbei führen muss.
            Später entdeckte ich seine Seite auf facebook und las dort, dass er die „Abschaffung“ der Geschlechter forderte. Ich fragte ihn, warum er denn dann so dringend ein Mann werden wollte, leider antwortete er nicht.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Im letzten Abschnitt offenbart sich die ganze Tragik der verqueeren Geschlechter-Dekonstruktion.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, nicht?
            Er kam wohl nach dem Hin und Her zu dem Schluss, er sei ‚queer‘. Erst hüh, dann hott auf einer anderen Ebene, und schon wieder verzweifelt er am Geschlecht und findet’s nun schlecht, eines zu haben.
            Vielleicht antwortet er ja doch noch auf Beatrices Frage?

          • Beatrice Mayer schreibt:

            Hab eben nachgesehen, er hat nicht und wird wohl auch nicht
            Hier der Artikel dazu
            http://www.stadtanzeiger-olten.ch/aktuell/front/artikelseite-front/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=80149&cHash=45be2c928d2be15a7bd518641fd897cc
            Ich finde es spannend, auch, dass er als Frau lesbisch war und jetzt schwul.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Von mir aus soll sich jeder nennen wie er/sie/es will, meinetwegen transqueer, interpansexuell oder was auch immer. Aber man sollte eine exotische Laune der Natur nicht zum Maßstab für Alle machen oder behaupten, alles sei gleichwertig. Nach wie vor sind 9 von 10 Menschen weltweit stinknormale Heterosexuelle ohne besonderen Genderhintergrund

          • Eitan Einoch schreibt:

            Ich möchte noch hinzufügen: Und das ist auch J gut so!

          • Aristobulus schreibt:

            … also da in dem Oltener Blättl steht einfach mal dieses:
            „…Nachdem letzten Mittwoch der Begriff Diversität mit Migration in Verbindung gebracht wurde, wendet sich Flütsch den neuen Etiketten und der Vielfalt in der Welt der Geschlechter zu.
            Geschlechterkonstrukte aufbrechen
            Der Gynäkologe wird in seinem Referat «Geschlecht – nein danke!» nicht nur die typischen Ge- schlechterrollen in unserer Gesellschaft hinterfragen, sondern auf der philosophischen, identitäts- stiftenden sowie auch körperlichen Ebene das Konstrukt Geschlecht beleuchten…“

            Der Umbau-Gynäkolog‘ als Ebenenbeleuchter und der Biedermann als Friedensstifter. Argh. Des is schoo a ßakrisch geistiges Eelend, a ungeistigß. So wie über die verschiedenen Daseinsweisen von Gemüsesuppe zu schreiben und sie als welt- und kosmoswichtig hinzustellen.
            Zum Lachen auch.

          • Aristobulus schreibt:

            „Die große Verneutrummung“ hat halt keinen Sinn, weder ethisch, noch überhaupt.
            Außer als Buchtitel 😀

        • bm98600 schreibt:

          Wer sucht, der findet. Und so findet man bei Pirinçci tatsächlich Begriffe, besonders wenn man sie aus dem Kontext nimmt, die diskussionswürdig sind.
          Als ich das erste Mal was von ihm gelesen habe ( im Hinterkopf noch die Pfui-Artikel über ihn) musste ich auch leer schlucken. Aber der Gesamteindruck , dass hier einer schreibt ( und das noch saugut) der zutiefst besorgt ist über die Entwicklung im Land, in dem er seit Kindheit lebt und das er liebt, überwog schon bald. Es ist niemand gezwungen , ihn zu lesen, aber offenbar jeder, der auf sich hält, ihn zu verunglimpfen.
          Im Moment amüsieren mich die Kommentare auf amazon über das Buch „Aufstehen statt wegducken“ von Heiko Maas. Was der tut, ist viel beunruhigender als was Pirinçci tut.

          • Aristobulus schreibt:

            … zumal Maas ein hölzerner, selbstgerechter, regelbesessener, ausgebildet-nichtgebildeter, silberzüngiger, unkreativer Funktionär mit Macht ist, eine multipel fiese Kombination, die noch nie zu was Gutem oder nur zu was eingermaßen Erträglichem geführt hat.
            Pirinçci hat nichts von alldem. Ja kein halbes Atom davon.

          • A.S. schreibt:

            Bei Pirinçci gibt es einiges was zweifelhaft ist.
            Das ändert aber nix daran, dass der Mann das Recht hat es zu äußern und dafür in einer konzertierten Aktion aus Medienmacht finanziell vernichtete werden sollte. Jeder der möchte kann Pirinçci widersprechen, aber geschlossen die bürgerliche Existent zu attackieren ist eine Methode aus totalitären Systemen und ein Akt gegen die Meinungsfreiheit.
            Daher bin ich trotz einiger inhaltlicher Differenzen auf Pirinçcis Seite.

          • bm98600 schreibt:

            Man kann über Inhalte und Ausdrücke diskutieren. Was mich besonders stört: diejenigen, die sich quasi die Verteidigung der Menschenrechte, Menschenwürde Menschenliebe auf die Fahnen schreiben, gnadenlos bereit sind, jemanden zu zerstören im Namen des „Guten “ . Siehe auch Sarrazin.

          • A.S. schreibt:

            Ja, das finde ich auch extrem bedenklich.

          • Aristobulus schreibt:

            … das haben die über die sowjetische Gutheit („wir, das Friedenslager“) und über die Großgutheit der Antirassisten („xyz bekämpfen!!, kei Fußbreit den Faschisten!!“) geerbt und gelernt.
            Bertrand Russell, der einst Lenin besucht hat, schrieb über ihn, „he was the most evil man I had ever met“, weil Lenin ihm mit schwarzem Blick, dabei sehr höflich, erklärt hatte, dass die Kulaken (die etwas besitzenderen Bauern) seine Landwirtschaftspolitik störten, weswegen sie „weg“ müssten.
            Russell hatte „murder“ gesagt, Lenin hat es geflissentlich überhört.

            Mehrere hunderttausend Kulaken sind offiziell durch die großgutlinken Sowjets vernichtet worden, weil sie falsch lebten und das Falsche sagten.

    • A.S. schreibt:

      Der gute Rothschildraptiloid, der, selber von Hass zerfressen, anderen Hass vorwirft.

      • Aristobulus schreibt:

        Aber der bessert sich stetig 🙂
        Einmal hat er’s ja schon gezeigt. Es ging freilich sehr, sehr schnell mit dem plötzlichen Einsehen, und besonders irritiert hat es ihn wohl auch nicht, dass er zuvor einer handfesten, existenzvernichtenden Politlüge aufgesessen war und sie laut mitgerufen und verbreitet hat.

        • A.S. schreibt:

          Das ist typisch für Menschen aus der linken Filterbubble. Bei jedem Existenzvernichtungszug mitbrüllen aber sich nie erkundigt haben, ob die Zersetzungskampagne angemessen ist.
          In diesen Kreisen weiß man einfach wer der Böse ist. Eine schlichte Anschuldigung reicht da aus.

          • Aristobulus schreibt:

            … als 2002 Theo van Gogh ermordet worden ist, krähte einer aus just der linken Filterbubble (intellektuell, beim Theater in Zürich, Popstar in kleinen Kreisen und so, aber eigentlich ganz nett und nicht doof) spontan, „endlich wieder einen erwischt!!“
            Erst sagte keiner was.
            Dann fragten ihn langsam ein paar, was das jetzt gewesen sei-?
            Er wusste es selber nicht. Es war so über ihn gekommen. Weil der Theo van Gogh doch rechts sei, nein gewesen sei.

        • Abifiz schreibt:

          Sein Randomisieren geht mir auf den Restgeist, über welch ich fast noch verfüge…

  5. Ben schreibt:

    Dem Suhrkamp Verlag muss es wirklich sehr sehr schlecht gehen, denn „Allein unter Flüchtlingen“ ist das Buchgewordene Clickbait. Die Focus-„Nachricht“ im Taschenbuchformat. Tuvia Tenenbom, der Ken Jebsen des Suhrkamp Verlags, hat laut Verlagseigenwerbung eine „provokante, streitbare Großreportage über die neue deutsche Wirklichkeit“ geschrieben. Provokant und streitbar sollte das Buch werden. Das war ganz offensichtlich die Vorgabe. Hauptsache verkaufsfördernd. Egal wie. Deshalb schwärmt der Verlag weiter, sei das Buch „ebenso aufrüttelnd wie erschütternd“. Erschütternd ist lediglich was in Suhrkamp gefahren ist, diesen Unsinn abzudrucken. Im gewissen Sinne ist es dann auch wieder aufrüttelnd, aber nicht so wie es sich Autor und Verlag gedacht haben.

    Tenenbom „wollte wissen, was die wahren Gründe der »Willkommenskultur« waren, warum Deutschland ein großes Herz gezeigt“. Wer „Allein unter Deutschen“ von Tenenbom kennt, kennt natürlich auch die Antwort: wegen Hitler. Besser könnte es die AfD auch nicht sagen. Apropos AfD. Laut Verlag hat Tenenbom Frauke Petry „unbequeme Fragen gestellt“. Die muss der Verlag dann aber vergessen haben abzudrucken. Von Unbequem und Kritik kann bei Petry keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Für Tenenbom ist Petry „eine deutsche Lady“, die sich was traut. Und er mag sie. Wie er eigentlich jeden mag, der irgendwie die Jünger hat, die seine Verkaufszahlen erhöhen könnten. Kritische Fragen an den Vordenker der Neuen Rechten Götz Kubitschek? Fehlanzeige. Für Tenenbom ist Kubitschek ein „netter Kerl“. Was ist mit Pegida und Lutz Bachmann? Irgendwelche unbequemen Fragen? Nicht in diesem Buch. Vielleicht wenigstens bei Akif Pirinçci? Ich meine, da ist es ja nun wirklich nicht mehr schwer – mehr Steilvorlagen für ein paar unbequeme Nachfragen, wird man wohl nie bekommen. Also bitte festhalten. Nachdem Pirinçci auf der Straße angefeindet wird, kommt Tenenbom zu dem bemerkenswerten Schluss:

    „Junge und alte Deutsche haben nichts Besseres zu tun, als diesen Mann zu verletzen. Als Akif, den Volksfeind, zu verletzen. Ja, so sieht es aus: Er ist der Volksfeind. Ich beobachte, was sich vor meinen Augen abspielt, und denke mir: Gib den Leuten die Gelegenheit, andere zu verletzen und zu demütigen, sage ihnen, Grausamkeit sei eine Tugend, und sie werden zu Tieren. Adolf Hitler hat dieses Rezept ja im letzten Jahrhundert mit Erfolg ausprobiert. Heute wenden es die selbsternannten Humanisten an, und es funktioniert noch immer.“

    Kann man ruhig zweimal lesen das Zitat. Tuvia Tenembom, zu dessen Schreibstil grundlegend Demütigung, Abwertung und Polemik gehört, nimmt Akif Pirinçci in Schutz, zu dessen verkaufsförderndem Programm die Demütigung, Menschenverachtung und Menschenfeindlichkeit gehört, vor den „selbsternannten Humanisten“, die sich gegen die Neurechten wehren. Cooler Griff Butze. Dafür gibt es bestimmt die Ehrenmedaille der Identitären Bewegung oder sonst irgendwelcher Neurechter, die die Umwertung und Okkupation linker Begriffe und Ideen betreiben.

    „In früheren Tagen verbrannte man in diesem Land Bücher; heutzutage vernichtet man Autoren. Akif hat wirklich Glück, dass die Krematorien derzeit außer Betrieb sind.“

    Man muss schon eine besondere Weltwahrnehmung haben, um solche Sätze irgendwie gut, provokant oder gar lustig zu finden. Man kann auch einfach sagen, dass das Bullshit ist.

    „Die Erkenntnisse, die er dabei gewonnen hat, sind mindestens ebenso verstörend wie seine Besuche in den Flüchtlingslagern, wo er von beschämenden Zuständen berichtet, deren Auswirkungen nicht nur individuell verheerend sind, sondern in nicht allzu ferner Zukunft die gesamte deutsche Gesellschaft betreffen werden.“ Und da hat der Verlag dann tatsächlich mal Recht. Die „Erkenntnisse“ des Buches sind verstörend. Es ist eine verstörende Wahlwerbung für die AfD. Eigentlich fehlte nur noch ein Danke Merkel!!!11! Da hilft es dann auch nicht, dass es einige wenige Stellen im Buch gibt, die sich tatsächlich mit dem Buchtitel „Allein unter Flüchtlingen“ beschäftigen und die unvorstellbar schlechten Bedingungen in den Unterbringungen und den Lagern aufzeigen. Hierüber zu berichten wäre dringend notwendig gewesen, um aufzuzeigen, dass das neue Deutschland, das gleiche alte hässliche Deutschland ist – wie eh und je. Die (oft ehrenamtliche) Hilfe vieler Menschen wird durch die Strukturen, die die Bundesregierung zur Verfügung stellt, ad absurdum geführt. Und dabei feiern sich die Verantwortlichen in Politik und Medien für Deutschlands neue Macht und neue Verantwortung – und neue Menschlichkeit. Davon ist sowohl Tenenbom als auch Deutschland weit entfernt.

    Tenenboms Blick auf die Welt, ist der Blick eines erzkonservativen Libertären. Alles was nicht in das eigene Wertemuster passt, wird abgewertet und lächerlich gemacht. Kein Vorurteil und kein Klischee („typische Vertreter ihrer ethnischen Gruppe“), das nicht bemüht werden würde, um die Lacher auf seiner Seite zu haben. Dabei nutzt er das gesamte Repertoir der besorgten Bürger. Da wird von geöffneten Grenzen schwadroniert, lügende Intellektuelle und Politiker kolportiert, manipulierende Medien („ich bin Teil der deutschen Medien und weiß, wie sie funktionieren“) herausgekramt und von betrügenden und gewalttätigen Flüchtlingen geschwätzt. Und um den Unsinn abzurunden, weiß Tenenbom auch, was in der Welt los ist: „Viel zu viele Muslime [sind] verrückt geworden – so ist das einfach derzeit.“ Gründe und Ursachen spielen bei Polemik doch keine Rolle. Und Recherchen hätten den Zeitrahmen des Buches wohl gesprengt.

    Der Rechtsextremismus findet bei Tenenbom allerdings nicht statt. Keine Anschläge auf Flüchtlingsheime, keine Treibjagden, keine Mordversuche. Das hätte wohl dann doch die Käuferschichten dezimiert. Wollte man doch ganz offensichtlich das Sarrazin und Pirinçci-Publikum erreichen. Die kaufen ja offensichtlich jeden Mist. Am Ende halte ich es mit Tenenbom: „Was für eine Zeitverschwendung.“

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Es sind unbequeme Fragen für Sie!

      • Ben schreibt:

        Nonsense. Ich halte weder mich selbst, noch irgendein Volk oder eine Weltanschauung für besonders dolle.
        Das erste mal das ich einen Beitrag von Ihnen gelesen habe wo Herr Tenenbom Herrn Pirincci attestiert einfach nur ein Lausbub zu sein ( und allen die seine Hasstiraden nicht mögen Rassisten zu sein ) das war just an dem Tag an dem Herr Pirincci zum wiederholten mal wegen Volksverhetzung schuldig gesprochen wurde.

        Im Internet kann man doch verfolgen was für einen primitiven, hasserfüllten, fanatischen Schmutz Herr Pirincci von sich gibt. Was wiederum Rückschlüsse zulässt auf den Charakter von Herrn Tenenbom

        • A.Bundy schreibt:

          Ah da schau her, Bennyboy der verdruckste Judenhasser, gibt sich mal wieder die Ehre.
          Schieb dir dein redudantes Endlosgeschwätz dahin, wo die Sonne nicht hinscheint, du kleiner, schmieriger Denunziant!

          • Ben schreibt:

            Wie üblich ist A. Bundy nur zu primitiven Pöbeleien fähig. Wollen Sie es nicht einmal zur Abwechslung mit Argumenten versuchen?

          • Aristobulus schreibt:

            Nein, das waren keineswegs primitive Pöbeleien, sondern es waren welche genau auf den Punkt.

        • Aristobulus schreibt:

          Tja, Bundy, Du hast ihn ja schon als das bezeichnet, was er ist: Da denunziert einer mit endlosem, selbstgefälligem, aggressiv moralisierendem, durch und durch verlogenen Wortschwall ausgerechnet den Tuvia Tenenbom, dem er ja keinen Achtel Fingerhut mit Wasserdampf reichen könnte.
          Und lernen will der auch nix.
          Oh, viel könnt er von Tenenbom lernen!, wenn nicht seine Menschlichkeit (ich kenne sonst keinen, der überall so menschlich wäre wie Tenenbom), dann immerhin seine Perspektive auf die deutschverknoteten Merkwürdigkeiten von außen.
          Aber das liegt hinter jedem vorstellbaren Horizont des B.

          • Aristobulus schreibt:

            … vielleicht hat Tuvia Tenenbom mittlerweile keine Außenperspektive auf die Deutschen mehr: Er kennt das Land besser als fast jeder Hiesige, und er hört den Leuten besser zu, als das hier von je her üblich ist.
            Er hat also jetzt eine Innenperspektive, aber die ist sehr innen!, die ist viel weiter innen als sonst irgend Innenperspektiven.

    • Abifiz schreibt:

      Au weiha, das „Sarrazin-Publikum“!
      Übelste Käferart, Ben Hur, übelste, Sie habn ’s! Bei Allah, Blitz & Donner übers Gesock!
      Ben Hur, Sie rettn mir ’s Abendland, den Abend, die Vesper, was auch immer, Hauptsache Sie!

  6. bm98600 schreibt:

    Was zusätzlich den weiblichen Flüchtlingen passiert, kann man sich ausmalen. Danke für diesen Text, aber ich hoffe doch, dass Sie Pirinçci nicht auch für dumm, brutal und krank halten, das ist er nämlich nicht.

    • Aristobulus schreibt:

      Es ist grauenhaft, was mit vielen weiblichen Flüchtlingen passiert, denn die können sich unter Flüchtlingslagerbedingungen ja sehr viel weniger von mohammedanischen Frauengrabschern fernhalten als zu Hause-.

      Und danke, Beatrice, für die Bemerkung über Pirincci. Über den grässlich viele Lügem im Umlauf sind!, und so bald man jemandem zwei Lügen widerlegt, kommen gleich die nächsten drei.

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