Liebe Mitglieder des Bundestags,

kein Bund ist tiefgründiger als die Ehe. Er vereint in sich die höchsten Ideale der Liebe, Treue, Hingabe, Aufopferung und Familie. In dem sie die Ehe eingehen, werden zwei Menschen zu etwas Größerem als zuvor. Die Ehe verkörpert eine Liebe, die so groß ist, dass sie sogar den Tod überdauert. Anzunehmen, dass Homosexuelle die Idee der Ehe nicht respektieren, wird ihnen nicht gerecht. Sie respektieren sie, sie respektieren sie so sehr, dass sie diese Erfüllung für sich selbst wünschen. Ihre Hoffnung ist, dass sie nicht dazu verdammt sind, in Einsamkeit zu leben, ausgeschlossen von einer der ältesten Institutionen der Zivilisation. Sie erbitten sich die gleiche Würde vor dem Gesetz. Die Verfassung garantiert ihnen dieses Recht.

Ich erwarte von Ihnen, der Verfassung Geltung zu verschaffen. Solange homosexuelle Menschen nicht heiraten dürfen, wird auch die heterosexuelle Ehe beleidigt!

Ändern Sie das! Stimmen Sie für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

(Die Worte dieses Aufrufs stammen zum Teil vom Obersten Gericht der Vereinigten Staaten von Amerika!)

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51 Antworten zu Liebe Mitglieder des Bundestags,

  1. k.knerzje schreibt:

    Man kann die Verbindung von Schwulen und Lesben nennen wie man mag es kann im Sinne des inhaltlichen Begriffes nie eine Ehe 👫 sein oder werden.

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, ‚türlich nicht (und das hat jetzt nichts mit Natur zu tun, also so nicht und so nicht), aber man wollte im Bundestag ja eine grünschwullebische Party machen.
      Man hat sie bekommen.
      Was die meisten Schwulen davon halten, ach Vereinnahmung hin oder her, das hat die Party die nicht gefragt. Das hat die gar nicht nötig als Polit-Elitedauerparty, progressiver partying als alles dies- und jenseits des Mississippi.

      • k.knerzje schreibt:

        und doch, es hat etwas mit Natur zu tun. Mir ist es eigentlich egal wenn zwei Schwule miteinander ins Bett steigen, ich habe nichts dagegen wenn sie steuerlich wie ein Ehepaar behandelt werden etc.
        Aber mich ekelt es an wenn ich zwei Männer sich küssen sehe. Es ist einfach eine körperliche Reaktion. Aber wer weiß, vielleicht ekelt es auch Schwule an wenn sie ansehen wenn sich Heteros küssen? Dann müssen sie vermutlich derzeit noch öfter Leiden als ich!

        • Aristobulus schreibt:

          … ist übrigens völlig egal (oder, besser: Am Völligsten egalst), was man bei den indiskreten Blicken empfindet, die man begeht.
          Am Besten macht man halt keine. Dann muss man auch nichts Indiskretes empfinden.

          P.S.
          Das ist jetzt nicht persönlich oder als Angriff gemeint, aber es fällt auf, früher mehr, jetzt immer weniger, aber das gibt’s immer noch, wie schnell und irgendwie zusammenhanglos erwähnt werden muss, wenn die Rede auf Schwule kommt, es sei „eklig, wenn die sich küssen“. So als ob Einverständnis gesucht wird, so ein einvernehmliches Zwinker-Zwinker.
          Auch wenn die Rede auf Juden kommt, bloß beim Thema Juden noch öfter und jetzt mehr als früher, fällt es auf, wie schnell von irgendwem gesagt werden muss, „reich“, oder „aber die Palästinenser“. Da findet auch dieses Zwinker‘ statt.

          • k.knerzje schreibt:

            Nein, ich erwarte nicht das zurück gezwinkert wird. Es war lediglich meine Antwort auf „Natur“
            Für mich sind Schwule zwischen Kopf und Körper falsch gepolt. Auch das ist nicht so böse oder gemein gemeint wie es klingt. Die Evolution hört ja nicht auf das Leben zu verändern und die Natur probiert immer etwas neues aus. Bei den Schwulen war das bisher immer eine Sackgasse. Und wer weiß, wenn Schwule sich fortpflanzen könnten wären wir heute vielleicht schon alle Zwitter.

          • Aristobulus schreibt:

            Ach Herr Knerzje, darauf kommt es überhaupt nicht an, und auf „Natur“ kommt es in menschlichen Angelegenheiten seit sehr langer Zeit überhaupt nicht mehr an: Man lebt gegen die Natur, sofern Natur überhaupt für’s menschliche Dasein existiert.
            Ihre wiederholten Sätze „ja aber ich find diesen und jenen nun mal eklig“ wirkt wie: Eklig. Pardon.

            Warum müssen so viele unbedingt auf Andere herabsehen?
            Warum ist Dünkel so weit verbreitet?
            Und warum wird immer so gern darauf beharrt, dass man doch bitte weiter dünkelhaft und herabsehend und verächtlich bleiben dürfe. Wertet einen selbst das auf?

    • Paul schreibt:

      Hallo k.knerzje!
      Richtig, auch wenn alle zur Birne Apfel sagen ändert das nichts an der Tatsache, dass Apfel Apfel bleibt und Birne Birne.

      Noch etwas:
      Im Fernsehen, ich glaube es war Berliner Abendschau, trat die Beauftragte für Gesellschaft und Religion des rbb auf. Eine Lesbe, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt und die sich nun darauf freut, eine richtige Ehe eingehen zu können. Das werden sie auch schnellstens tun. Diese Frau ist Beauftragte für Gesellschaft und Religion! Für mich wurde da der Bock zum Gärtner gemacht. Etwa 5% der Bevölkerung sind Lesbisch/schwul. In meiner Wahrnehmung sind sie in der Politik und in den Behörden überrepräsentiert. Bei der Gesetzgebung werden sie als Minderheit regelrecht hofiert. Früher war ich gegen ihre Kriminalisierung. Jetzt bin ich gegen ihre Privilegierung.

      Bin nur gespannt wer mal Alzheimerbeauftragter wird.

      Herzlich, Paul

      • aurorula a. schreibt:

        @ Paul: auch wenn ich eine Tomate der allgemeinen Gepflogenheit folgend „Gemüse“ nenne, weil ich sie zu den Spaghetti esse und nicht zum Dessert, ändert es nichts daran daß sie eigentlich eine Frucht ist und somit „Obst“ sein müßte. Eine Tomate ist nunmal eine Tomate ist eine Tomate, egal wie sie genannt wird. Auch wenn sie so anders ist als anderes Obst daß alle Gemüse dazu sagen – bleibt sie eine Tomate, nichts sonst.
        Ein Ding ist ein Ding, Sprache ist Sprache; Eigentlichkeit oder ein „wahres“ Wesen der Dinge gibt es nicht, sondern immer nur die Wahrnehmung von etwas; in der Vorstellung wird es real und im Wort dafür wird es real – und es gibt nur selten eine Möglichkeit die „Wirklichkeit“ außerhalb dieser Vorstellung zu überprüfen. Und das ist nicht schlimm, außer man hatte zuviel Platon und/oder Heidegger zum Frühstück. Statt Käsetoast mit gegrillten Tomaten. Trotzdem gibt es keine „Idee Tomate“ unabhängig von wirklichen Tomaten – es gibt nur Tomaten. Und an der Tomate selbst ändert sich nichts, egal was dazu gesagt wird.

        Und von dem ganzen Essensgerede bekomme ich Hunger. Mahlzeit! 😀

        (Das ist dasselbe was ich mit dem Shakespearezitat von vor ein paar Tagen schon geschrieben hatte: … a rose by any other name … Frei übersetzt: wenn man eine Rose anders nennt bleibt sie doch eine Rose. Wenn man die Lebengemeinschaft Homosexueller anders nennt als die Heterosexueller bleibt sie doch in allen wichtigen Punkten dasselbe. Man sollte sich nicht an Begrifflichkeiten aufhängen.)

  2. winnie schreibt:

    Wer nicht das Glück hatte die Bundestagsdebatte zu verfolgen: Stimmung, als wäre der Weltfrieden ausgebrochen. Juden und Palis ziehen sich zum ewig glückseligen gemeinsamen Rammeln in ihre Kemmenaten öffentlich zurück. Der/die/das Heiland hält seine schwule Hand über die Welt, adoptiert alle Palis und ruft Ponyhof for all aus. Von deutschem Boden aus wird die Welt gegutmenscht und EfaT.

    • Aristobulus schreibt:

      … ferner soll Kalif Al-Baghdadi auferstanden sein, hört man, gleichzeitig hatte er endlich sein coming-out und Al-Karadawi hielt ihm die Hand, um dann gleich den Papst anzurufen und die Käßmann einzuladen, während Netanyahu und Rohani endlich heiraten, und ja, Trauzeuge ist Donald Trump!, während Merkel und Schulz allen um die Hälse fallen, und sogar Rothschild himself hat jetzt dem Hitler vergeben, heut um 16 Uhr war’s, und leis erscholl die Antwort „Ja!“ aus fernen Gefilden des Himmels

    • Paul schreibt:

      Hallo winnie,
      Oppermann hat nach der Entscheidung des Bundestages zur Ehe für Alle, erklärt, ich zitiere aus dem Gedächnis, dass jeder Bürger jetzt in seinem Grundrecht auf freie Entscheidung gestärkt sei, weil er die Lebensform wählen kann, die er für sich für richtig hält.

      Das stimmt nicht.

      Im Einverständnis mit meiner Frau habe ich seit langen Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau. Wir möchten gerne die Ehe zu Dritt haben, dürfen das aber nicht.
      Mein muslimischer Nachbar hat vier Frauen in vier verschiedenen Wohnungen, mit denen er in seiner Heimat die Ehe geschlossen hat. Das wird in Deutschland nicht anerkannt.
      Ein anderer Muslim beklagte sich bei mir, dass er seine 12-jährige Ehefrau in Deutschland nicht anerkannt bekommt.
      Eine Lehrerin beklagt sich, dass sie den 17-jährigen Schüler, mit dem sie ein Verhältnis hat, nicht heiraten darf.
      Ein Freund möchte seine Schwester heiraten. Auch das darf er nicht.

      Her Oppermann, von wegen, jeder hat die freie Entscheidung die Lebensform zu wählen, die er für sich für richtig hält.

      HERR OPPERMANN, ES GIBT NOCH VIEL ZU TUN! PACKEN SIE’S AN!!

      Herzlich, Paul

  3. max schreibt:

    Diesen Kampf kämpfst Du ohne mich. Es ist kein Unrecht, Ungleiches nicht gleich zu behandeln. Wenn Du, lieber Gerd, mir „Ehe für alle“, denn als irgendwie als menschenrechtliches Produkt, dass allen zugänglich sein müsste, verkaufen willst, dann erklär mir bitte die Deiner Meinung nach gerechtfertigte Bechränkung auf die Zahl Zwei. Weshalb sollte, wenn es ja ein Menschenrecht sein sollte, die Privilegien des Ehestatuts zu geniessen, eine Beschränkung da sein, die die Zahl der Ehepartner einschränkt? Wieso sollte der Peter nicht auch die Resi UND die Rosi heiraten können? Und der Ali die Scheherezade, die Fatma, die Serya und die Necla ?

  4. Horst Nietowski schreibt:

    Ich musste weinen, als ich deinen Text gelesen habe.
    Btw:
    „Wer ist dein Vater?“
    „Meine Mutter.“

  5. Frase0815 schreibt:

    „Die Verfassung garantiert ihnen dieses Recht.“

    Diese Aussage halte ich als juristischer Laie für fragwürdig, wenn nicht gar falsch.

    Vgl.
    https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2002/07/fs20020717_1bvf000101.html

    „Jeder ehefähigen Person steht auch nach Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft durch das LPartDisBG der Weg in die Ehe offen. Allerdings kann die Ehe nur mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts geschlossen werden, da ihr als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner innewohnt (vgl. BVerfGE 10, 59 ) und sich nur hierauf das Recht der Eheschließungsfreiheit bezieht. Gleichgeschlechtlichen Paaren bleibt auch nach dem LPartDisBG die Ehe verschlossen. Ihnen wird für eine dauerhafte Bindung als Rechtsinstitut allein die eingetragene Lebenspartnerschaft eröffnet.“

    Mag selbstverständlich sein, dass das BVerfG inzwischen eine andere Definition von Ehe treffen würde, wer weiss. Aber wenn Obiges weiterhin gilt, würde das nicht die Verfassungsmäßigkeit des geplanten Gesetzes in Frage stellen?

    Vielleicht kann ja Forumsjurist Bergstein hierzu eine fachkundige Einschätzung abgeben.

  6. Aristobulus schreibt:

    Ne Eingebung zur dunklen Nacht:

    Die Begeisterung für die Ehe-Für-Alle lässt sich nicht als Inhalt begreifen, sie lässt sich nicht als konkrete Verbesserung eines realen Missstands begreifen, und sie lässt sich nicht als mit irgendwas wegen irgend Gleichberechtigung zu tun Habendes begreifen!, sondern nur als Phänomen.
    Nein, nicht als-Phänomen-begreifen lässt sie sich!, ein Phänomen-an-sich kann man zwar anstaunen oder man kann davor in volle Deckung gehen, genau eins von Beidem oder nacheinander, aber man kann es nicht begreifen.

    Die Begeisterung für die Alle-Für-Ehe ist nämlich (nun endlich zur Eingebung selbst, wird auch Zeit), ist nämlich * trommelwirbel‘ * haargenau wie der European Song Contest ESC.

    Und zwar ist die Begeisterung für die Ahe-Für-Elle nämlich NUR wie das Phänomen-European-Song-Contest, also nur im Sinne von ausschließlich so, also im Sinne von Phänomen!, hingegen ist die Begeisterung für die Ehallef-Ür-Olle nämlich mitnichten wie andere Phänomene (die man zwar auch nicht begreifen kann, welcher Art auch immer sie seien), sondern sie ist nur wie dieses eine, the-one-and-only-Urphänomen European Song Contest.

    Den kann man nämlich auf eben diese haargenau selbe Weise auch sowas von nicht begreifen!, man kann nämlich nur davor weglaufen oder sich mit off’nem Munde jede phänomenale Minute davon reintun, und allein DAS kann man daran begreifen, verstehen, einordnen, diggen usw. usf., dass das nämlich so ist, aber alles Weitere mitnichten!, et tertium non datur, eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.
    Ja?

  7. Gockel Hupf schreibt:

    Es ist noch nicht sicher, dass der Bundestags mehrheitlich für die Homo-Ehe stimmt. Denn zum einen wird der Fraktionszwang nicht angewendet, was dazu führt, dass auch einzelne Politiker der SPD, Grünen und Linken dagegen stimmen werden. Zum anderen wird die Wahl öffentlich gehalten, so dass bei jedem Abgeordneten bekannt sein wird, wie er gestimmt hat. Da werden sich viele Politiker gut überlegen, wie sie stimmen.

  8. Gockel Hupf schreibt:

    „Ich erwarte von Ihnen, der Verfassung Geltung zu verschaffen. Solange homosexuelle Menschen nicht heiraten dürfen, wird auch die heterosexuelle Ehe beleidigt!“

    Ich glaube nicht, dass die ganzen verheirateten Menschen in Deutschland sich jemals beleidigt fühlten oder sagten, ihre Ehe wäre nicht in Ordnung, weil Homosexuelle nicht heiraten.

  9. Paul schreibt:

    Ich bin heterosexuell!
    Die Ehe für Homosexuelle beleidigt
    mein Verständnis von der Ehe!

    Werte Bundestagsabgeordnete, stimmen Sie gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle!

    Paul

    • Dante schreibt:

      Meins nicht, auch wenn ich ebenfalls heterosexuell bin. Klar, Du hast diese Zeilen als eine Art Retourkutsche auf das geschrieben, was Gerd im Artikel geschrieben hat.
      Es ist aber nicht das Gleiche.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, zumal das Beleidigtsein wirklich jeder kann.
        Jeder ist beleidigt.
        Beleidigtsein-Für-Alle!
        Wer nicht mit beleidigt ist, der ist Rassist und gehört entheiratet.

      • Paul schreibt:

        Nein, werter Dante,
        es ist nicht das Gleiche, sondern das Selbe.

        Herzlich, Paul

        • Aristobulus schreibt:

          Nein, ist es nicht, weder noch.
          Die Abgeordneten werden derzeit mit Meinungsdruck überschwemmt, der ihnen einredet, es gehe bei der Gesetzesänderung um die finale aller Gleichberechtigungen und um die Mutter aller Gleichstellungen (der Meinungsdruck drückt das freilich anders aus).
          Ihr Aufruf an die Abgeordneten ist zwar lustig gemeint, ruft jedoch sofort Reflexe gegen die alten, weißen, rechten Priviliegienbewahrer heraus, wenn den da womöglich wer liest.

          • aurorula a. schreibt:

            Ich verstehe da (mal wieder) die Fortschritttsvorausprescher nicht:
            Die Diskriminierung gegen Frauen aufgrund ihres Geschlechts soll beendet werden, indem man das was sie tun anders nennt als bei Männern ( [Tätigkeit]-in, nicht [Tätigkeit]-er ).
            Die Diskriminierung gegen Homosexuelle aufgrunnd ihrer sexuellen Orientierung soll beendet werden, indem man das was sie haben genauso nennt wie bei Heterosexuellen (Ehe, nicht Verpartnerung).
            Im einen Fall ist es diskriminierend die Gemeinsamkeit, im anderen die Unterschiede zu betonen, aber was die Leute im Endeffekt davon haben ist egal. Warum hängen sie sich mal so und mal so an Begrifflichkeiten auf – und forderen nicht einfach gleiches Recht für alle; und wie die Sprache das nennt, guckt man hinterher?

            Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages: gleichwertig ist nicht gleichartig, und das ist gut so. Sie sind Gesetzgeber: wirken Sie auf die Beseitigung bestehender rechtlicher Nachteile und auf Gleichwertigkeit hin. Sie sind kein Gleichmacher: lassen Sie Andersartigkeit ihren Raum, wenn sie die Gleichwertigkeit nicht berührt. Bloß Semantik ist nicht Ihr Gewissen – und nur diesem sind Sie verpflichtet.

          • Aristobulus schreibt:

            … also das ziemlich genau eine Prozent (faktisch ein Prozent!) jener kleinen Minderheit unter den Schwulen selbst, über das da draußen und hier drinnen so furios debattiert wird, weil es die Einheitsehe-Für-WirUnsAlle möchten wollen will, weißt Du was?, dieses sehr laute eine Prozent will ja gar nicht ein formales Ding auf dem Papier, das Ehe heißt, weil da „Ehevertrag“ (Ketubbe, oder wie das die Gojischen halt nennen) draufsteht.

            Was wollen die von dem EINEN PROZENT: Die wollen einen blumenüberkränten Allstars-Nachmittag (rosa und weiß und flittergolden bis zur Erblindung), die wollen hundertsiebzehn Brautjungfern in pastellfarbenen Kleidern, die wollen bekränzte BräutInnen, Nachtigallengesang mit Herzinfarkten vor Glück, und die wollen the-one-and-only endlose Hochzeitsrede von Barbra Streisand, bei der jeder/jede/jedes dann ultimat in die wohligste aller Ohnmachten fällt.

            Die wollen also justement das, was sonst auch jeder will, der gern die Traumhochzeit im TV glotzt 😀

            Und das ist ja sowas von Antigleichberechtigung, ja sowas von Antiemanzipation, also sowas von Gleichmacherei!, dass man’s da wohl mit Thomas Manns Eloge auf Wagnern halten muss „höher als alle Vernunft!“, indem da die Vernunft ausgeschlossen wurde, weil sie da leider nicht mit eingeschlossen wurde.

  10. CWeiss schreibt:

    Die „Ehe für alle“ ist die illiberale etatistische Variante.
    Freiheitlich denkende Menschen sähen ja eher die „Ehe für Keinen“.

    Statt dass man den Menschen staatliche Obhut aufzwingt, könnte man den Menschen auch mal erlauben, dass sie in privaten zivilrechtlichen Verträgen selber regeln, wem sie ihr Vermögen vermachen wollen, wer im Falle von Unzurechnungsfähigkeit über lebensverlängernde Massnahmen entscheidet, wie in Lebenspartnerschaften das erwirtschaftete Einkommen verteilt wird, wie die Altersversorgung bestritten wird und wie der Unterhalt und das Sorgerecht für allfälligen Nachwuchs im Falle von Vertragauflösung geregelt wird.

    Aber wahrscheinlich gäben solche zivilrechtlichen Verträge zu wenig Juristenfutter und dem Staat zu wenig Möglichkeiten, die Menschen zu bevormunden. Beim Sorgerecht könnte er auch nicht dreinquasseln und überhaupt bliebe wahrscheinlich so manch bitterer Scheidungskrieg, der zum Schaden aller Beteiligten inklusive der Steuerzahler ausgeht, erspart.
    Das kann die fürsorgliche Politikerschaft unmöglich gutheissen.

    • Paul schreibt:

      Hallo CWeiss,
      das ist ein guter Vorschlag. Dem kann ich zustimmen. Das wäre dann auch das Zeichen für einen schlanken Staat und ein Bekenntnis zur Mündigkeit des Bürgers. Das alles will der Staat nicht, weil sein Ziel die Machtausübung über den Bürger ist.
      Die Homosexuellen kann ich auch nicht verstehen, die sich freiwillig in die Knechtschaft des Staates begeben.

      Deshalb bin ich für die Abschaffung der staatlichen Eheschließung, weil sie nur ein Kontrollinstrument über den Bürger ist.

      Herzlich, Paul

      • Aristobulus schreibt:

        Die Ehe-Für-Keinen ist in der Tat die einzig mögliche Alternative zur Ehe-Für-Alle.
        Außer, es bleibt so, wie es ist.

        • Paul schreibt:

          Na bitte, lieber Ari,
          geht doch. Wir können auch mal einer Meinung sein.

          Herzlich, Paul 🙂

        • aurorula a. schreibt:

          Deshalb bin ich für die Abschaffung der staatlichen Eheschließung,

          Ich nicht. Dann werden Ehen wieder vor dem Geistlichen geschlossen, und wer sich säkulär das Jawort geben will (vielleicht weil die Brautleute unterschiedliche Religionen haben und sie behalten wollen, oder keine, schonmal geschieden sind, und was nicht noch) guckt in die Röhre. Damit macht man das Ganze unnötigerweise ein gutes Stück unfreier als es ist.
          Das hat mich vor ein paar Jahren schon auf Hundertachtzig gebracht als abgeschafft wurde daß wer eine religiöse Ehe eingehen will, vorher zivil verheiratet sein muß: das beraubt den schwächeren Partner eines guten Teils der Rechte.
          Darum geht es letztenendes: um die Rechte der ohne sie Schwächeren, nicht um irgendeinen esoterischen Wert. Nicht (hauptsächlich oder vordergründig) gegenüber dem anderen Partner, sondern nach außen: im Erbfall, im Krankenhaus, auf irgendwelchen Behörden,…
          Wie man das dann nennt ist egal, Hauptsache es bleibt. Ich hätte nichts dagegen, zu einer säkulären Zivilehe grundsätzlich „verpartnert“ zu sagen, um es von einer religiösen Zeremonie abzugrenzen. Ich kenne einige Paare, die „nur“ standesamtlich verheiratet sind – was die miteinander haben wird nicht dadurch entwertet, daß es auf dem Standesamt geschlossen wurde. Dito glaube ich nicht, daß ein anderer Begriff als Ehe es entwertet – egal, wer die Brautleute sind, um zum eigentlichen Thema zurückzukommen.

    • bergstein schreibt:

      So einfach ist die Sache dann doch nicht. Schuldrechtliche Verträge sind in ihrer Wirkung nur auf Vertragsparteien beschränkt. Die Ehe entfaltet dagegen schon erhebliche Aussenwirkung. Sinnvoller wäre jedoch viel mehr Variationen zuzulassen.

  11. A.S. schreibt:

    Warum bei Homosexuellen stehen bleiben? Auch Geschwister können sich lieben und lebenslang gegenseitige Verantwortung übernehmen? Und warum sollen nicht zwei Männer und eine Frau eine Dreierehe eingehen? Oder umgekehrt.

    Lieber wäre es mir, der Staat würde fördern was der Allgemeinheit nutzt. Und das sind Kinder, keine Bumsgemeinschaften. Eheprivilegien sollen an Kinder gekoppelt werden und an sonst nichts.
    Für alle anderen (egal ob Hetero, Homo oder sonstwas) reicht eine Lebenspartnerschaft, die z.B. regelt wer im Krankheitsfall entscheidend darf usw.

    • Dante schreibt:

      Auch Geschwister können sich lieben und lebenslang gegenseitige Verantwortung übernehmen?

      Geschwister sind freilich ohnehin miteinander verwandt und dementspreched auskunftsberechtigt bzw. haben das Zeugnisverweigerungsrecht.

      Eheprivilegien sollen an Kinder gekoppelt werden und an sonst nichts.

      Folgerichtig wären mein Onkel und meine angeheiratete Tante nicht länger verheiratet, sondern nur mehr verpartnert. Außerde ist es verwerflich, Alleinerziehende im regen stehen zu lassen.

      • Aristobulus schreibt:

        Andreas meinte die Geschwisterehe, Dante. Schauder.

        Es gäbe auch noch die Eheversion der Vielweiberei, die ‚Ehe auf Zeit‘, und die ‚Heirat‘ eines Erwachsenen mit einem Kind (alle drei Bestialitäten sind Ehe-laut-Scharia). Kein zivilisierter Mensch kann derlei gesetzlich möglich machen wollen.

        „Ehe für Alle“ wird solche Forderungen nach sich ziehen. Dann wird man schaudern und das nicht gewollt haben, hat jedoch schon A gesagt.

        • Dante schreibt:

          Andreas meinte die Geschwisterehe,…

          Das ist mir klar. Das ist aber bei Geschwistern aber gar nicht erforderlich, um ein Verwandtschafts zu begründen.

          …, und die ‚Heirat‘ eines Erwachsenen mit einem Kind (alle drei Bestialitäten sind Ehe-laut-Scharia).

          Da sind freilich „Ehen“ bei, die einen wichtigen Aspekt außer acht lassen: Die Einvernehmlichkeit. Wobei hier natürlich klar ist, dass dies die volle Geschäftsfähigkeit beiderseits voraussetzt.

          • Aristobulus schreibt:

            Das ließe sich per Neudefinition („Diskriminierung!, weißer Suprematismus!, Stoppt die Benachteiligung von Musliiimen!“) alles ändern. Ehe für Alle hieße das dann, antirassistisch erweiterte Version.

          • Dante schreibt:

            Das ließe sich per Neudefinition („Diskriminierung!, weißer Suprematismus!

            Ich sollte den Antrag für das Wort „Rassismus“ als Unwort des Jahres vorbereiten, nur für den Fall, dass ich jemanden so eine gequirlte Scheiße reden höre oder schreiben sehe.
            Nein, falsch! Immerhin gibt es Rassismus ja wirklich, denn derjenige, der die Forderung nach Einvernehmlichkeit als weißen Suprematismus anprangert, ist sowohl Rassist in zwei Fällen, den betroffenen Männern gegenüber, weil er sie zu Vergewaltigern qua Geburt erklärt, den Frauen gegenüber, weil sie die Menschenrechte einschließlich des sexuellen Selbstbestimmungsrechts nur für autochthone Teutonen und Teutoninnen gelten lassen und Frauen, die das Pech haben, in eine andere Kultur hineingeboren zu sein,davon ausschließen, und Sexismus ist es noch dazu, eigentlich ebenfalls in zwei Fällen. Wir tun uns übrigens keinen Gefallen, wenn wir (respektive Medien oder Politiker) dauernd von Integration in unsere Gesellschaft faseln und darunter den Gedanken. Das macht aus Werten, die eigentlich für Angehörige der Art Homo Sapiens selbstverständlich zu sein haben, eine Art deutscher Folklore.
            Darum geht es aber nicht. Wir sollten das Selbstbewusstsein haben, die Würde des Menschen als etwas Selbstverständliches und eben nicht als lokalen Wert herauszustellen und Leute, die sie bestreiten und missachten, als die Verbrecher und Exkremisten zu bezeichnen, die sie sind.
            Wer der Meinung ist, beispielsweise sexuelle Selbstbestimmung von Frauen sei ein ledigliich kulturabhängiges Gut, lebe einige Wochen oder Monate als Frau in einer Gesellschaft, in der sie nicht geachtet wird. Dann hat er überhaupt erst das Recht, eine solche Meinung vertreten zu wollen, wenn er es denn dann immer noch will.

          • Aristobulus schreibt:

            🙂
            Aber sowas von.

            Begriffe wie Gleichheit (ihr entgegengesetzt wirkt Gleichstellung, was aber immer gern verschleiert wird, um Gleichheit zugunsten von Gleichmacherei abzuschaffen), Rassismus, Selbstbestimmungsrecht, sogar Meinungsfreiheit, werden derzeit allesamt von den politically Correcten rein ihn ihr Gegenteil verdreht und verkehrt. Bestes Beispiel Dein Hinweis auf die Selbstbestimmung von Frauen als kulturabhängiges Gut. Wahnsinnig, dass sowas dann als fortschrittlich verkauft wird.

            Gerd Buurmanns Großmutter sagte zu sowas: Das riecht nicht gut. Das würde ich nicht essen.

          • Aristobulus schreibt:

            … da werden aus Gründen von sich missverstehender Emotionalität, Gruppenwohlfühl, Argumentmangel, Minderwertigkeitsgefühlen (die mit Aggressivität zugekleistert werden) und linksdiffuser Rechthaberei & Bessermenscherei & tiefst inhaliertem Anrirassismus („how dare you?!“) usf. die Vernunft negiert, erstaunlicherweise analog wie im Islam, da wie dort geistiger Stillstand, Dogmen, Kollektivismus, Denk- und Kritikverbot und sowas.

            Über das Elend der Wissenschaft, wo der Islam herrscht (verblendete Bessermenschen verhalten sich fast genauso!, ob das die neue Kuhlness sein soll?)
            https://www.gatestoneinstitute.org/10578/islam-education-science

    • Aristobulus schreibt:

      A.S. bringt es in aller Kürze mitten auf den relevanten Punkt.

  12. anti3anti schreibt:

    Leider wird die Ehe 2+ nicht zugelassen. Auch die Witwenrente wird bei 2+ nicht ausbezahlt, s. Kohlwitwe!

    • Nordland schreibt:

      Ein kleiner Test:

      **********Testbeginn**********

      Liebe Mitglieder des Bundestags,

      kein Bund ist tiefgründiger als die Ehe. Er vereint in sich die höchsten Ideale der Liebe, Treue, Hingabe, Aufopferung und Familie. In dem sie die Ehe eingehen, werden drei Menschen zu etwas Größerem als zuvor. Die Ehe verkörpert eine Liebe, die so groß ist, dass sie sogar den Tod überdauert. Anzunehmen, dass drei Personen die Idee der Ehe nicht respektieren, wird ihnen nicht gerecht. Sie respektieren sie, sie respektieren sie so sehr, dass sie diese Erfüllung für sich selbst wünschen. Ihre Hoffnung ist, dass sie nicht dazu verdammt sind, in Ein- oder Zweisamkeit zu leben, ausgeschlossen von einer der ältesten Institutionen der Zivilisation. Sie erbitten sich die gleiche Würde vor dem Gesetz. Die Verfassung garantiert ihnen dieses Recht.

      Ich erwarte von Ihnen, der Verfassung Geltung zu verschaffen. Solange drei Menschen nicht heiraten dürfen, wird auch die bilaterale Ehe beleidigt!

      Ändern Sie das! Stimmen Sie für die Öffnung der Dreier-Ehe!

      **********Testende**********

      Stimmt. Mit genau den gleichen Argumenten kann man auch die Dreier-Ehe einfordern. Es ändert sich rein gar nichts an der Begründung.

      • Aristobulus schreibt:

        **********Test, Test, die Zweite**********

        Liebe Mitglieder des Bundestags,

        kein Bund ist tiefgründiger als die Ehe. Er vereint in sich die höchsten Ideale der Liebe, Treue, Hingabe, Aufopferung und Familie. In dem sie die Ehe eingehen, werden ein Mann und vier Frauen zu etwas Größerem als zuvor. Die Ehe verkörpert eine Liebe, die so groß ist, dass sie sogar den Tod überdauert. Anzunehmen, dass ein Mann mit seinem Frauen-Harem die Idee der Ehe nicht respektiert, wird ihm nicht gerecht. Er respektiert sie, er respektiert sie so sehr, dass er diese Erfüllung für sich selbst wünscht. Seine Hoffnung ist, dass er nicht dazu verdammt ist, in Ein-, Zwei- oder Dreisamkeit zu leben, ausgeschlossen von einer der ältesten Institutionen der Zivilisation seit dem Propheten Mohammed (as-salammbô-hadsch-gummiarabicum). Er erbittet sich die gleiche Würde vor dem Gesetz. Die Verfassung garantiert ihm dieses Recht.

        Ich erwarte von Ihnen, der Verfassung Geltung zu verschaffen. Solange ein Harem nicht nicht geheiratet werden darf, wird auch die Ein-Ehe beleidigt!

        Ändern Sie das! Stimmen Sie für die Öffnung der Harems-Ehe!

        **********Testende**********

        • aurorula a. schreibt:

          Einen mag ich noch, ins Absurde 😈

          Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,
          kein Bund ist tiefgründiger als die Ehe, aber nur wer sich seinen Partner kauft, hat ihn sicher und unauflöslich.
          [laber Rhababer über arangierte Ehen]
          Eine Scheidung ist eine Tragödie, die auch den möglicherweise vorhandenen Kindern großes Leid zufügt.
          [blabla blubb über Einverständnis und einseitige Auflösbarkeit]
          Anzunehmen, dass ein Mann, der seine Frau als Teenagerin erwirbt die Idee der Ehe nicht respektiert, wird ihm nicht gerecht. Er respektiert sie, er respektiert sie so sehr, dass er diese Erfüllung für sich selbst wünscht. Seine Hoffnung ist, dass er nicht dazu verdammt ist, von der ihm Angetrauten möglicherweise zu seinen Lebzeiten verlassen zu werden.
          Die Sharia und die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam garantieren ihm dieses Recht. Ich erwarte von Ihnen, diesen auch in der Verfassung Geltung zu verschaffen. Solange die Sklaverei nicht wieder eingeführt wird, werden die Sharia, die Kairoer Erklärung, der Koran und ein wichtiger Teil Ihrer Wählerschaft beleidigt!
          Derlei Beleidigungen sind geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören.
          Auch über ein Verlassen nach dem Tode sollte kritisch diskutiert werden, am Besten Sie stimmen gleich über Witwenverbrennung mit ab.

          Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,
          war ein anderer Begriff für die Ehe das Grundgesetz achtender Homosexueller wirklich sooo schlimm, daß sie anfangen mußten alles zwischenmenschhliche bis ins letzte Komma totzuregulieren?

          … a rose by any other name …

      • anti3anti schreibt:

        Könnte sogar billiger werden!

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