Eine Frage von Gerd Buurmann an Sigmar Gabriel

Sehr geehrter Außenminister Sigmar Gabriel,
Sehr geehrtes Auswärtiges Amt,

mein Name ist Gerd Buurmann. Ich schreibe unter anderem für die Jüdische Rundschau und habe nur eine Frage an Sie:

Wer oder was sorgt mehr für Frieden und Stabilität auf dem Tempelberg? Ein Metalldetektor oder Mahmud Abbas?

Am 14. Juli 2017 wurden zwei israelische Polizisten in unmittelbarer Nähe des Tempelberges von Terroristen erschossen. Die Waffen hatten sie offenbar in die heilige Stätte geschmuggelt. Die israelische Regierung ließ daraufhin Metalldetektoren an den Eingängen des Tempelberges aufstellen. Diese Sicherheitsmaßnahme nahmen weitere Terroristen zum Anlass, auf dem Tempelberg in Jerusalem gewalttätige Unruhen auszulösen, bei denen über 200 Menschen verletzt wurden und drei Menschen ums Leben kamen.

Die Terroristen wurden von Mahmud Abbas persönlich aufgefordert, diese Anschläge zu verüben, indem er zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen hatte. Was er mit Zorn meinte, war jedem klar, der die Rede kannte, die am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah von Mufti Muhammad Hussein gehalten wurde, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hatte. Mufti Muhammad Hussein sprach in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Abbas persönlich sagte einst:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten.

Nach Abbas Aufforderung zu einem „Tag des Zorns“ drang ein Terrorist in ein Haus in Halamisch in Samaria ein, um dort zu morden. Er fiel über eine Familie her, die am Tisch saß und die Geburt eines Kindes feierte. Mit einem Messer bewaffnet schlachtete er in bestialischer Weise den 70-jährige Yosef Salomon, seinen 36-jähriger Sohn Elad und seine 46- jährige Tochter Chaya ab. Ein Soldat, der gerade den Dienst beendet hatte, hörte die Schreie, rannte zum Haus, schoss durch ein Fenster auf den Terroristen und verwundete ihn.

Den Judenhasser, der zum „Tag des Zorns“ aufrief, bezeichnet Sigmar Gabriel als seinen Freund. Am 24. März 2017 schrieb er auf Twitter:

„Habe meinen Freund Mahmoud Abbas getroffen.“

Auf eine frühere Nachfrage von mir erklärte das Auswärtige Amt:

„Präsident Abbas ist für die Bundesregierung ein Partner für Frieden und Stabilität in der Region.“

Was sagen Sie jetzt?

Wer oder was sorgt mehr für Frieden und Stabilität auf dem Tempelberg? Ein Metalldetektor, wie er überall auf deutschen Flughäfen, in deutschen Gerichten, im Bundestag, vor der Klagemauer und in vielen Synagogen, Kirchen und Moscheen weltweit zu finden ist oder Ihr Freund Mahmud Abbas?

Bitte verweisen Sie mich auf die Stellungnahme vom Auswärtigen Amt vom 22. Juli 2017. Die habe ich gelesen. Sie lautet wie folgt:

„Wir verurteilen die heimtückische Ermordung von drei Mitgliedern einer israelischen Familie im besetzten Westjordanland. Auch die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die drei Menschenleben und so viele Verletzte gefordert haben und die Ost-Jerusalem und andere Orte des Westjordanlands erschütterten, verurteilen wir. Gewalt gegen Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir trauern mit den Familien der Opfer und sind in Gedanken bei den Angehörigen.

Wir rufen alle Seiten auf, ihren Beitrag zu leisten, die Situation zu de-eskalieren, und nicht denjenigen das Wort zu überlassen, die zur Gewalt aufrufen oder diese in Kauf nehmen.

Es ist dringend nötig, Gesprächskanäle nicht abreißen zu lassen und den Parteien Raum zu geben, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, die – unter Wahrung des Status Quo am Tempelberg/Haram al-Sharif – den Sicherheitsbedürfnissen aller Seiten und der Bedeutung der heiligen Stätten für die drei monotheistischen Religionen Rechnung trägt.“

Eine geradezu wahnsinnig eiskalte Stellungnahme nach den bestialischen Terroranschlägen gegen Juden in den letzten Tagen. Sie schreiben:

„Gewalt gegen Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Sie erklären somit, dass die Gewalt des israelischen Soldaten, der den Terroristen in Halamisch gewaltsam ausgeschaltet hatte und somit verhinderte, dass die jüdischen Kinder in dem Haus abgeschlachtet wurden, durch nichts gerechtfertigt ist. Hätte sich die Familie vielleicht abschlachten lassen müssen? Dann nämlich hätte das Auswärtige Amt natürlich trauern können und trauern kann das Auswärtige Amt. Sie schreiben:

„Wir trauern mit den Familien der Opfer und sind in Gedanken bei den Angehörigen.“

Es fällt schon sehr auf, dass Sie gerne um tote Juden trauern, während Sie lebendige Juden kritisieren. Sie schreiben:

„Wir rufen alle Seiten auf, ihren Beitrag zu leisten, die Situation zu de-eskalieren.“

Diese Aufforderung Deutschlands an Israel, den Konflikt zu de-eskalieren, ist eiskalt. Natürlich eskaliert der Konflikt, weil sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung, weil die Situation immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deshalb mögen viele Deutsche Israel nicht. Sie mögen lieber jene Juden, die sich so schön vernichten lassen. Ohne Auschwitz gäbe es den Soundtrack von „Schindlers Liste“ nicht und das wäre wirklich schade, denn den hören Deutsche so gerne, weil der so schön traurig ist.

De-eskalieren heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen. Ist es das, was das Auswärtige Amt aus dem Holocaust gelernt? Israel zu kritisieren, gerade als Deutsche, damit sich die Juden im Nahen Osten so benehmen, wie sie es in Deutschland gelernt haben, nämlich als Opfer?

Die Hamas und die Fatah erklären, dass man nicht palästinensisch und jüdisch sein kann, so wie die Nazis einst behaupteten, es wäre nicht möglich, deutsch und jüdisch zu sein. So wie Hitler einst das Deutsche Reich „judenrein“ machen wollte, wurde heute Gaza „judenrein“ gemacht. Nicht zufällig ist der Gruß der Hisbollah und der Hamas der Hitlergruß. Seit dem 12. September 2005 lebt kein Jude mehr im Gazastreifen. Der Abzug der Juden wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Es folgten heftige innerarabische Kampfhandlungen vereinzelter arabischer Klans und der Bewegungen Hamas und Fatah untereinander. Viele Hundert arabische Zivilisten verloren ihr Leben. Seit der Vertreibung der Juden aus Gaza wird Israel ununterbrochen und teilweise täglich mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen. Das ist der Status Quo und das Auswärtige Amt erklärt:

„Es ist dringend nötig, Gesprächskanäle nicht abreißen zu lassen und den Parteien Raum zu geben, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, die – unter Wahrung des Status Quo am Tempelberg/Haram al-Sharif – den Sicherheitsbedürfnissen aller Seiten und der Bedeutung der heiligen Stätten für die drei monotheistischen Religionen Rechnung trägt.“

Im Jahr 2017 gilt an einigen Tagen in der Woche für den Tempelberg, was im Jahr 1942 für Parks in Deutschland galt: „Nicht für Juden!“ Der Zugang zum Tempelberg ist über elf Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Alle Tore werden von Angestellten einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) überwacht, da der Zutritt dort nur Muslimen erlaubt ist. Sollten Zweifel bestehen, müssen ausländische Muslime ihre Zugehörigkeit zum Islam belegen. Andersgläubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag über das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist dort nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich. Juden werden, wenn überhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen. Der Felsendom darf nur von Muslimen betreten werden! Verboten sind zudem das Mitbringen von Büchern und Kultgegenständen und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Auch Christen können auf dem Tempelberg Probleme kriegen.

Am 28. Februar 2010 sagte der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas Abdallah Jarbu:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Die Gründungscharta der Hamas fordert laut Artikel 7 die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes weltweit. Dort steht:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Es verwundert daher nicht, dass die Hamas die Abschlachtung der jüdischen Familie in Samaria umgehend als „heldenhaft“ bezeichnet hat.

Das ist der Status Quo. Er besteht aus einem versuchten Völkermord und aus ethnischer Säuberung. Ist er wirklich so bewahrenswert?

Was wäre wohl los, wenn der Vatikan jeden christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern würde oder wenn Juden und Muslime am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten dürften? Was würde das Auswärtige Amt dann machen?

Aber ich weiß schon, dass ist was ganz anderes. Juden sind nämlich immer was ganz anderes. Juden müssen perfekt sein! Ein israelischer Politiker wird bereits kritisiert, wenn er kein Nathan der Weise ist. Ein arabischer Politiker jedoch wird jedoch schon gelobt, wenn er kein Adolf Hitler ist. Er kann dann sogar Freund des deutschen Außenministers sein.

War es nicht möglich, eine Stellungnahme wie diese veröffentlichen?

„Wir verurteilen die Terroranschläge gegen Juden und Israelis in Jerusalem und Halamisch und fordern sämtliche arabischen Regierungen in der Region auf, die Terroranschläge zu verurteilen, sie zu bekämpfen und die israelische Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft anzunehmen, um in gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk einen Beitrag bei den Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Das sind aber schon wieder ein paar mehr Fragen. Es würde mich freuen, wenn Sie auch die beantworten. Aber eine Frage ist am dringlichsten:

Wer oder was sorgt mehr für Frieden und Stabilität auf dem Tempelberg? Ein Metalldetektor oder Mahmud Abbas?

***

Die Antwort des Auswärtigen Amts:

Sehr geehrter Herr Buurmann,

ich darf Sie in diesem Fall auf die heutige Regierungspressekonferenz verweisen, wo sich unsere Sprecherin zu dieser Thematik geäußert hat. Im Übrigen möchte ich noch einmal auf unser Statement vom Wochenende verweisen, das Ihnen ja bekannt ist.

Beste Grüße

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12 Antworten zu Eine Frage von Gerd Buurmann an Sigmar Gabriel

  1. Pavel Feinstein schreibt:

    Was soll ma dazu sagen?… Eigentlich gehören diese Schreibtischtäter geteert und gefedert, und durch das Dorf gejagt. Für Denunzianten jeder Farbe: es ist eine Metapher.

  2. davboe schreibt:

    Es wird die Stunde kommen, da auch hierzulande Verantwortliche feststellen werden müssen (einige davon mit Schrecken), dass den Worten oben genannter Hetzer mit Nähe zu einer bestimmten Religion immer Taten folgen.

  3. O. Paul schreibt:

    Schade, dass ich es nicht mehr erleben werde, aber es wäre interessant zu erfahren, wie nachfolgende Generationen den politischen Schwachsinn von Gabriel und Co. werten werden.
    Was für meine Großeltern anfangs noch richtig und völlig normal war, hat sich ja am Ende als größtes Fiasko aller Zeiten herausgestellt.

  4. American Viewer schreibt:

    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber der SJD-Falke aus Goslar wird mit jedem Tag unerträglicher. Der liefert sich mit Schulzi ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen wer von beiden innerhalb von 24 Stunden den größten Stuss verzapfen kann; jeden Tag aufs Neue, und das Rennen ist wirklich verdammt eng.

  5. Ralf Weber schreibt:

    Hier wird die Gesamtsituation gut dargestellt:

    https://www.israelnetz.com/

  6. Pingback: News 240717 | German Media Watch-Blog

  7. Sophist X schreibt:

    Sigi wird seinen guten Freund, den abgelaufenen Palipräsidenten Abbas, bestimmt nicht vor den Bus schubsen, indem er dessen Aufrufe zum Terror gegen Juden in Zweifel zieht. Wieso hat sich Sigi eigentlich dazumals von seinem Papa losgesagt? War er ihm zu judenfreundlich oder so?

  8. Ralf Weber schreibt:

    Hier gibt es zuverlässige und aktuelle Informationen zu dem, was sich dort real abspielt:

    http://www.jewishpress.com/

    https://boasinfo.wordpress.com/

  9. Kanalratte schreibt:

    Es sind vor allem die Konservativen, die in den letzten Jahren eine längst überfällige pro-israelische Gegenöffentlichkeit in Deutschland geschaffen haben. Natürlich gibt es auch Antisemitismus von Rechts, aber es gibt unter den Rechten keine geschlossene Anti-Israel-Szene, wie sie bei vielen linksdenkenden Menschen hierzulande zu finden ist. Wir leben in einer Gesellschaft in der Links-Sein die Normalität darstellt. In einer Gesellschaft, in der bereits viele linksextreme Positionen fest im Alltagsdenken verankert sind. Trotzdem schaut man nur auf eine vorgebliche Gefahr durch Rechtsextreme, obwohl im Grunde jeder weiß daß die Nazi-Szene in Deutschland vergleichsweise winzig ist und keine Macht hat. Man möchte aus ideologischen Gründen alles Rechte verunglimpfen, mundtot machen. Gleichzeitig zerstören linke Kräfte unsere westeuropäischen Gesellschaften, weil sie in ihrer Maßlosigkeit und ihrem Größenwahn nicht mehr zwischen guten und kriminellen Migranten unterscheiden. Sie huldigen dem Islam, obwohl sie eigentlich für Frauenrechte, Atheismus, Freiheit und gegen Menschenhass sind. Sie führen sich auf wie die Axt im Walde und schlagen unsere Wälder klein, bis sie irgendwann merken, daß fast kein Baum mehr steht. Dann ist es aber zu spät.

    • Siegfried Prütt schreibt:

      Volle Zustimmung!
      Linkssein ist spätestens seit dem Siegeszug der „Frankfurter Schule“ der Normalfall in Deutschland. Die Waage fällt nur zur einen Seite und wer als „rechts“ verdächtig gehalten wird, kommt an den Pranger von A. Kahane. Und von der Heinrich-Böll.Stiftung werden jetzt alle an den Pranger gestellt, die etwas gegen den Genderwahnsinn haben.

Seid gut zueinander!

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