Peinlich oder bösartig?

„Deutschland hat bereits begonnen, zum Beispiel an der deutsch-ungarischen Grenze, stärkere Kontrollen einzuführen.“

Diesen Satz sprach Sabine Rau am 26. Juli 2017 in der ARDTagesschau.

Die deutsch-ungarische Grenze gibt es natürlich nicht, wie jeder weiß, der in der Schule nicht geschlafen hat, es sei denn, er ist vor 1945 zur Schule gegangen. Sabine Rau jedoch ist jünger.

Als sie von der Grenze, die es nicht gibt, sprach, befand sie sich in Berlin, was jeder erkennen konnte, da hinter ihr der Bundestag zu sehen war. Im Untertitel wurde jedoch behauptet, sie sei in Karlsruhe und hieße Kolja Schwartz. Sie sagte weiterhin, die Bundeskanzlerin habe „konkrete Maßnahmen eingeleitet“, nämlich:

„Im CDU-Wahlprogramm steht ja der Satz, was 2015 passiert ist, darf sich nicht wiederholen.“

Wahnsinn. Ein Satz im CDU-Wahlprogramm! Wenn das keine „konkrete Maßnahme“ ist, was dann? Wenn eine deutsche Bundeskanzlerin konkret wird, schreibt sie einen Satz ins CDU-Wahlprogramm. Das weiß doch jeder!

Im selben Interview behauptet Sabine Rau noch, dass Slowenien am 26. Juli 2017 vom Europäischen Gerichtshof verklagt worden sei. Das stimmt jedoch nicht. Es war die Slowakei. Sie wurde jedoch nicht verurteilt, sondern der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof hatte sich in den Schlussanträgen lediglich dafür ausgesprochen, die Klagen der Slowakei und Ungarns gegen eine Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union abzuweisen. Das Urteil wird ab September erwartet. Ich fasse somit zusammen:

Im Juli 2017 behauptete Kolja Schwartz, die eigentlich Sabine Rau heißt und sich in Karlsruhe befand, obwohl sie eigentlich in Berlin war, an der deutsch-ungarischen Grenze, die es nicht gibt, seien stärke Kontrollen eingeführt worden, weil die Bundeskanzlerin konkrete Maßnahmen eingeleitet habe, die allerdings keine konkreten Maßnahmen waren, sondern lediglich eine Mahnung im Wahlprogramm der CDU, nachdem der Europäische Gerichtshof Slowenien verurteilt habe, was jedoch in Wirklichkeit die Slowakei war, die jedoch gar nicht verurteilt wurde.

Ich sag mal so, dieses Interview ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Allerdings waren alle Klopper, die sich die Tagesschau und Sabine Rau am 26. Juli 2017 geleistet hatten, nicht in bösartiger Absicht entstanden. Es waren lediglich peinliche Fehler. Peinlich ist keine Kunst. Peinlich kann jeder. Auch ich bin ziemlich gut darin. Sabine Rau kann aber auch bösartig!

Am 22. Juli 2014 sprach Sabine Rau einen Kommentar in den ARDTagesthemen. Das Thema des Kommentars lautete: „Antisemitische Parolen“und sollte sich eigentlich mit den antisemitischen Parolen und Ausschreitungen beschäftigen, die damals das Land erschütterten. Sabine Rau jedoch verurteilte nur ganze 19 Sekunden lang die judenfeindlichen Parolen. Dann hob sie zum großen Doch“ an, verließ das Thema und wandte sich umgehend einer umfangreichen Kritik an Israel zu.

Das muss man sich mal vorstellen. In Deutschland werden Juden attackiert und „Scheiß Juden“ gebrüllt und Sabine Rau sucht den Grund für den Hass bei Israel. In Deutschland werden Anschläge auf Synagogen verübt und Sabine Rau fordert zur Bekämpfung dieser Anschläge mehr Kritik an Israel. Ich bin mir sicher, Sabine Rau würde in einem Kommentar zum Thema „antimuslimische Parolen“ keine einzige Sekunde damit verbringen, den Islam zu kritisieren oder ein islamisches Land.

Die Frage bei antisemitischen Ausschreitungen ist nicht, macht Israel Fehler. Natürlich macht Israel Fehler. Das kleine Land, lediglich so groß wie Hessen, befindet sich im Krieg. Die Hamas will Israel und alle Juden der Welt vernichten, so steht es in Artikel 7 der Hamas-Charta. In einer solchen Situation macht jeder in die Ecke der Vernichtung getriebener Mensch Fehler. Kriege zerstören Menschen und Seelen. Die Frage ist auch nicht, ob der Konflikt eskaliert. Natürlich eskaliert der Konflikt! Ein Konflikt eskaliert nämlich immer, wenn eine Seite die andere Seite vernichten will und sich die zu vernichtende Seite weigert, sich vernichten zu lassen.

Die drei Fragen lauter vielmehr: Warum müssen die Fehler Israels so betont werden? Warum muss Israel schlechter gemacht werden als alle anderen Länder? Warum wird Israel für Taten kritisiert, die bei allen anderen Länder nicht kritisiert werden?

Kein Land in der Geschichte der Menschheit hat je derart zurückhaltend auf die erklärte Vernichtungsdrohung und jahrzehntelangem Beschuss durch abertausend Raketen reagiert wie Israel. Israel hat eine gute Abwehr, weil Israel den Vernichtungswillen der Gegenseite ernst genommen hat, während manch Andere glaubten, die Judenhasser meinten es nicht so. Doch, sie meinten es so – und sie meinen es weiter! Der Hamas geht es nicht um Freiheit und Gerechtigkeit. Es geht der Hamas auch nicht um Land. Es geht nur um eins und das steht in Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas. Es steht dort so deutlich wie in „Mein Kampf“. Man muss es nur lesen und wissen, dass es ernst gemeint ist!

Bisher hat jedes Land in der Geschichte der Menschheit nach tausendfachem Beschuss der eigenen Zivilbevölkerung die militärische Schwäche des Gegners ausgenutzt, zurückgeschlagen, nicht gewarnt, flächendeckend gebombt und vor allem, kein Essen, keine Medizin, kein Wasser und kein Strom in Zeiten des Krieges zum Feind geschickt. Israel tut es! Zu behaupten, Israel,ein ganzes Land, das per Selbstdefinition in der Unabhängigkeitserklärung den Frieden wünscht und allen arabischen Ländern im Nahen Osten die Hand zur Zusammenarbeit reicht, sei nicht besser als die Hamas, die per Selbstdefinition der Gründungscharta Israel und alle Juden weltweit vernichten will, ist so falsch nd widerlich wie die Behauptung, die Juden wären damals nicht besser gewesen als die Nazis.

Die Nazis behaupteten, Juden würden einen Krieg zur Weltherrschaft führen. Das war eine Lüge, so wie die „Protokolle der Weisen von Zion“ eine Fälschung waren. Die Wannsee-Konferenz aber war real! Dort wurde die Vernichtung der Juden geplant! So ist es heute: Die Hamas ist real! Der Glaube aber, Israel sei nicht besser als die Hamas ist eine Lüge! Israel verteidigt sich, wie es jedes Land tun würde und Israel hat jedes Recht dazu.

Der Konflikt im Nahen Osten ist leicht zu erklären. Er ist schwer zu lösen, aber leicht zu erklären: Viele Regierungen und Lrganisationen wollen die jüdische Seite vernichten! Alles andere ergibt sich aus dieser klar definierbaren Ausgangslage. Die Frage, ob Israel sich verteidigen darf und wie, welche Fehler Israel dabei macht, wo Juden leben dürfen, wo sie vertrieben werden dürfen (was für eine grausame Debatte, die aber leider immer wieder geführt wird), alles ist Folge dieser Ausgangslage: Eine Seite will die jüdische Seite vernichten.

Israel will Frieden! Israel ist eine kapitalistische Demokratie und hat tausendmal lieber Geschäftspartner als Nachbarn denn Feinde.

Kein Mensch ist illegal, heißt es oft. In Israel ist kein Bürger illegal! Jeder israelische Bürger kann Jude, Christ, Moslem, Araber oder Palästinenser sein und überall in Israel siedeln Juden, Christen, Moslems, Araber oder Palästinenser. Warum sollen in einem zukünftigen Palästina keine Juden siedeln können dürfen? Warum tun sich so viele so leicht damit, Sonderregelungen für Juden zu schaffen? Warum werden Juden so ganz besonders beurteilt? Warum sollen siedelnde Juden in arabischen Ländern ein Problem sein, siedelnde Muslime in Israel aber nicht?

Macht Israel Fehler? Ja! Soll Israel dafür kritisiert werden? Ja! Hat es je eine Nation besser gemacht in vergleichbarer Gefahr? Nein!

Warum reicht es nicht, dass Israel es besser macht als alle anderen Nationen? Warum muss nur Israel perfekt sein? Warum muss Israel so heftig kritisiert werden? Warum muss selbst ein Kommentar über antisemitische Parolen in Deutschland nach 19 Sekunden zu einer Nachhilfestunde für Israel verkommen? Welche Lust steckt dahinter?

Welche Lust es auch immer sein mag, Sabine Rau verspürte diese Lust im Juli 2014 und gab dieser Lust in einem der am meisten geschauten Nachrichtensendungen Deutschlands reichlich Raum. Sie nannte Israel „brachial“ und „unerbittlich“, nicht aber Israels Feinde, die ein ganzes Volk vernichten wollen.

Über die Feinde der Juden und deren Hass schwieg Sabine Rau. Sie schwieg wie so viele Deutsche als Deutschland tatsächlich eine Grenze mit Ungarn hatte. Dieses Schweigen war nicht peinlich. Es war bösartig!

Mir ist die peinliche Sabine Rau 2017 deutlich lieber als die bösartige Sabine Rau 2014. Darum darf Sabine Rau in Zukunft gerne öfter noch so peinlich sein wie am 26. Juli 2017, wenn sie nur nie mehr so bösartig ist wie am 22. Juli 2014. Ich finde Bösartigkeit nämlich deutlich schlimmer als Peinlichkeit.

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