Gegen das Schweigen

Oft werde ich gefragt, woher ich die ganze Kraft und die Zeit nehme, über all Dinge zu sprechen, die hier auf Tapfer im Nirgendwo Thema sind. Die Antwort ist ganz einfach: Es bedarf deutlich mehr Zeit und Kraft, um zu schweigen!

Am 14. Juli 2017 verfassten acht ehemalige Schülerinnen und Schüler von Sogyal Rinpoche einen Brief, mit dem sie ein langes Schweigen brachen.

Sogyal Rinpoche ist einer der bekanntesten buddhistischen Lehrer des Westens. Im Jahr 1991 gründete er ein Zentrum der Einkehr in der Nähe von Montpellier in Südfrankreich. Ein Jahr später wurde sein Buch "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" veröffentlicht, das sich bis heute in 59 Ländern und in dreißig Sprachen über zwei Millionen Mal verkauft hat. Das Buch wird sowohl an Hochschulen, als auch in medizinischen und religiösen Gruppen und Institutionen eingesetzt und von vielen Berufstätigen im Gesundheitswesen genutzt.

Im Jahr 2000 lud Sogyal Rinpoche den Dalai Lama in eines seiner Meditationszentren ein, wo der Dalai Lama über "Den Weg zur Erleuchtung" referierte. An diesen Vortrag nahmen fast zehntausend Schülerinnen und Schüler aus aller Welt teil.

Was am 14. Juli 2017 über Sogyal Rinpoche öffentlich wurde, erschreckt. Tapfer im Nirgendwo hat ein paar Stellen aus dem Offenen Brief von acht Schülerinnen und Schülern an ihren Lehrer übersetzt. Der Brief beginnt mit den Worten:

"Der Rigpa Sangha ist in der Krise. Die Probleme, die schon lange brodeln und durch Ihr Verhalten ausgelöst wurden, können nicht länger ignoriert oder verleugnet werden. Als langjährige und engagierte Schüler fühlen wir uns gezwungen, unsere tiefe Besorgnis über Ihr gewalttätiges und missbräuchliches Verhalten, öffentlich zu machen. Ihre Handlungen haben uns individuell verletzt, sowie unsere Schwestern und Brüder in der Organisation und im weiteren Sinne auch den Buddhismus im Westen geschädigt."

Die Schüler erklären, verschiedene Formen des Missbrauchs erlitten zu haben:

"Sie haben uns geschlagen und getreten, an unseren Haaren gezogen, an den Ohren gerissen und uns mit verschiedenen Objekten geschlagen, wie Ihrem Rücken-Kratzer, hölzernen Kleiderbügeln, Handys, Tassen und anderen Gegenstände, die zufällig in der Nähe waren."

Schon aus den nichtigsten Gründen wurde der Lehrer gewalttätig:

"Ihr Essen war nicht heiß genug, Sie wurden von einem Nickerchen eine halbe Stunde zu spät geweckt so lange geweckt, in der Telefonliste fehlte ein Name, die Schriftart hatte die falsche Größe, die Internetverbindung war langsam, die Fernsehzeitung war zu verwirrend, die Technik funktionierte nicht, Ihr Assistent war nicht aufmerksam genug, wir haben es versäumt, uns "in Ihre Gedanken zu versetzen" und vorherzusagen, was Sie wollten, oder Sie waren einfach nur launisch, weil Sie sich mit einer Ihrer Freundinnen verkracht hatten, es gab Hunderte von Beispielen und trivialen Vorfällen, die Sie verärgert haben Ihre Antwort war, uns heftig zu schlagen."

Es kam auch zu sexuellen Übergriffen:

"Sie nutzten Ihre Rolle als Lehrer, um Zugang zu jungen Frauen zu bekommen, um sie einzuschüchtern, zu manipulieren und dazu zu zwingen, Ihnen sexuell gefällig zu sein."

Lange Zeit ließen die Schülerinnen und Schüler die Gewalt über sich ergehen:

"Jahrelang vertrauten wir darauf, dass die körperlichen und emotionalen Handlungen an den Schülern, die Sie als "geschickte Mittel" von "zornigem Mitgefühl" in der Tradition der "verrückten Weisheit" beschrieben, in unserem besten Interesse begangen wurden, um uns aus unseren "gewöhnlichen Mustern" zu befreien. Wir glauben das nicht mehr. Wir fühlen, dass wir und andere geschädigt wurden."

An einer anderen Stelle erklären die Schülerinnen und Schüler:

"Sie haben uns immer wieder gesagt, dass wir die persönliche Aufmerksamkeit, die Sie uns geben, schätzen sollen, dass Sie "unsere verborgenen Fehler" in unserem Charakter aufzeigen und wir uns so von "unserem selbstverliebten Ich" befreien können. Wir glauben das nicht mehr. Ihre Aufmerksamkeit war so, dass sie für uns schädlich war, nicht hilfsbereit, eine Methode der Kontrolle, ein krasses Mittel der Unterwerfung und ein unangemessener Einfluß, der unserer Freiheit entfernte. Sie haben uns bedroht."

Ich kennen diese Drohungen, diese Angst und das Schweigen. In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch – das volle Programm eben. Der Missbrauchsskandal in meiner Heimat wurde deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

"Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt. Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluss gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Messdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert. Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, daß diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, daß vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich "nicht mehr an Strafverfolgung interessiert", heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch "aufgebauscht", lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

"Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen", rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmissverständlich."

An diesen Herrn Bonnarens muss ich jedes Mal denken, wenn Kritik am Islam als rassistisch bezeichnet wird.

In dem Dorf, in dem ich groß wurde, war Schweigen die große Tugend. Wer sich dem kollektiven Schweigegelübde widersetzte, galt schnell als "Netzbeschmutzer". Als ich im zarten Alter von neunzehn Jahren das Thema des Missbrauchs durch meinen Pfarrer auf die Bühne meines Ortes brachte, titelte die lokale Zeitung:

"Inszenierung bis an die Grenzen des Geschmacks"

"Mutig sind sie schon, Gerd Buurmann, Christoph Lammers, Mella Ebel und Hanno Schulz, die jetzt zum zweiten Mal im Forum des Schulzentrums als Kabarettgruppe 'Kulturschock' auftraten und es in keiner der rund dreistündigen Veranstaltung an Deutlichkeit fehlen ließen. (…) Kein Thema, und sei es noch so tabuisiert in einer Kleinstadt, war 'Kulturschock' zu heiß. Da wird die 'braune Vergangenheit' in Verbindung gebracht mit dem 9. November 1992 als vor einem Geschäft in Haren ein Reisigbesen Sinti und Roma das Betreten desselben vermiesen soll, die pädophile Vergangenheit eines ehemaligen Pastors gegeißelt und die Haltung der Amtskirchen dazu. Kindererziehung, Konsumverhalten und das 'Einflößen von Gottesangst' wurden ebensowenig ausgespart wie der Geschichtsunterricht in Schulen, Reality-TV, Fernsehkonsum, Talkshows, die aktuelle Stadt- und Bundespolitik. Bewundernswert der Mut der vier Harener, in ihrer Heimatstadt so offen aufzutreten. Dennoch kann nicht verschwiegen werden, dass an manchen Stellen die Symbolik der Handlung übertrieben war und damit trotz künstlerischer Freiheit nicht mehr im Bereich akzeptablen Geschmacks lag."

Jahrelang wurde über die Taten geschwiegen. Kein Wunder, lag doch das Reden darüber nicht mehr "im Bereich akzeptable Geschmacks". Es war aber das Reden, das die Sache letztendlich änderte. Darum schweige ich nicht mehr, nicht damals, nicht heute, nicht morgen. Das habe ich mir als junger Mensch in Haren geschworen. Reden ist keine Schande. Schweigen, wo Unrecht geschieht, das ist eine Schande! Wenn ich gefragt werde, was ich Menschen rate, denen Schlimmes zugefügt wurde, sage ich:

Schweige nicht. Du bist stark! Es ist nicht Deine Schuld. Entmachte den Täter. Weigere Dich, das Opfer zu sein.

Ich freue mich, dass der Dalai Lama es genauso sieht. Als er auf den Missbrauchsskandal angesprochen wurde, erklärte er, betroffene Buddhisten sollten das Fehlverhalten ihrer Lehrer öffentlich machen:

"Diese Leute folgen weder dem buddhistischen Rat, noch den buddhistische Lehren. Was Sie daher tun können, ist, es öffentlich zu machen durch Zeitung und per Funk. Machen Sie es öffentlich! Wo missbräuchliche Lehrer nicht durch die buddhistische Lehre zum ethischen Verhalten belehrt werden, werden sie es vielleicht verstehen, wenn ihr Gesicht in den Medien erscheint."

Der Dalai Lama erklärte in diesem Zusammenhang ebenfalls, niemand solle einfach so hinnehmen, was auch immer sein Lehrer sagt. "Das ist völlig falsch", betonte er. Stattdessen empfahl er, die Schüler sollten ihre Lehrer streng untersuchen und wenn sie an den Lehren etwas schädliches finden sollten, sie den Lehren nicht folgen sollten. Das gelte für alle Lehrer, auch für ihn: "Wenn Sie einen Widerspruch bei mir finden, sollten Sie meinen Lehren nicht folgen!"

Es ist so einfach. Da hat der Dalai Lama ein weises Wort gelassen ausgesprochen. Wer andere Menschen unterdrücken will, wird immer versuchen, Worte zu kontrollieren. Worte nämlich können uns zum Weinen und zum Lachen bringen und in genau diesem Lachen und Weinen wohnt die Erkenntnis zur Freiheit. Darum ist der größte Feind der Unterdrücker stets das freie Sprechen. Daher müssen sie dafür sorgen, dass die Opfer schweigen.

Daher gilt: Egal wie heilig ein Lehrer auch zu sein scheint, mag er nun christlich, buddhistisch, jüdisch oder muslimisch sein: Schweige nicht!

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10 Antworten zu Gegen das Schweigen

  1. Matthias Mala schreibt:

    Die Worte des Dalai Lama sind so wohlfeil wie die Worte der Priester und Pfarrer hierzulande vor 2010. Er weiß, dass solche Skandale nur in Ausnahmefällen öffentlich gemacht werden. Ja, er hat gar ein eifriges Mönchlein, ein deutsches Mönchlein, das sich einst mal als IM versuchte, ehe es sich Tenpel, aka Tenzin Peljor; aka KT66; aka Tashi; aka Mik Jackman; aka Michael Jäckel nannte.

    Unter all diesen Pseudonymen agierte das Mönchlein als Soldat des Dalai Lama, um unbotmäßige und abtrünnige Buddhisten zu denunzieren, Zu diesem Zweck blockt er auch im Sinne des Dalai Lama. So hat er über den Sogyal Rinpoche und dessen Verfehlungen bereits gebloggt ( http://blog.buddhistische-sekten.de/ ). Aber er hat sich auch heftig gegen meine Anschuldigungen zur Wehr gesetzt, als ich vor zwei Jahren das gleiche tat, und über die strukturelle, methodische und praktizierte sexualisierte Gewalt gegenüber Kindermönchen in buddhistischen Klöstern –
    auch in Klöstern der Gelbmützen – bloggte. Hier meine Dokumentation: http://wp.me/p2jH7p-8C interessant auch die anschließende Kommentar-Diskussion mit dem Wadlbeißer des Dalai Lamas.

    Das was in buddhistischen Klostern Tag für Tag und seit Jahrtausenden geschieht ist eine Seuche und aktuell ein unfassbarer Skandal, der nur deswegen kaum bekannt ist, weil die mittelständischen Salonbuddhisten im Westen davon nichts wissen wollen, weil es ihnen sonst ihre Kuschelreligion vermiesen würden. In jedem Fall stellt der sexuelle Missbrauch und die grausamen Misshandlungen von Jungen in buddhistischen Klöstern die Verbrechen der katholischen und evangelischen Kirche bei weitem in den Schatten.

    • Aristobulus schreibt:

      … wenn man das erwähnt, MUSS man die systematischen Vergewaltigungen von Kindern im Islam mit erwähnen, um nicht von der Größenordnung abzulenken.
      Weil es sonst reiner Unsinn wird, wenn man den Islam nicht erwähnt.

      Der Islam hat 1,3 Millarden lebenslange Mitglieder (wer den Islam verlässt, muss laut Scharia umgebracht werden), und Kinderheiraten sind da an der Tagesordnung.
      Kein einziger Islamgelehrter. Imam, Mulla usf. vertritt die Auffassung, dass neunjährige Mädchen nicht verheiratet (und vergewaltigt) werden dürften. Dass das so zu geschehen habe, ist islamische Lehrmeinung ALLER Islamautoritäten und Praxis hunderter Millionen Mohammedaner.

      Hingegen wie viele buddhistische Klosterinsassen gibt es?, wohl ein paar zehntausend.

      • Matthias Mala schreibt:

        Man muss nicht den Islam erwähnen, wenn man über Buddhismus schreibt. Denn würde man das, wird das Müsste immer weiter … am Ende müsste ich dann auch die seelisch-geistige Misshandlung von Jungen durch Deprivation und Notendiskriminierung an öffentlichen Schulen erwähnen.

        Es dürften wohl mehr als ein paar zehntausend Kinder sein, die in buddhistische Klosterschulen gehen, denn die Klöster bieten in vielen Ländern die einzigen Bildungsmöglichkeiten.

        • Aristobulus schreibt:

          … „man muss nicht den Islam erwähnen, wenn…“
          Nanu. Warum die Lüge? Sie hatten zuvor im Zusammenhang mit ein paar buddhistischen Missbräuchen die katholischen und die evangelischen Missbräuche genannt, wollen sich jetzt aber davor drücken, den in punto Missbrauch ungleich gewlttätigeren und widerlicheren ISLAM zu nennen.

          Diese Lüge sagt Einiges über Sie aus.

          • Matthias Mala schreibt:

            Lüge? Wo ist da Lüge? – Meine Aussage sagt nichts über mich aus. Sie sagt lediglich etwas über sich selbst aus. Allerdings sagt Ihr Vorwurf der Lüge und seine Schlußfolgerung in der Tat etwas über Sie aus.

          • Aristobulus schreibt:

            Nach der ersten Lüge, die freilich da STEHT, für jeden der lesen kann, jetzt also Ihre zweite Lüge. Das ging ja ganz rasant.
            Und wie schnell ich Sie genau da habe, wo ich Sie haben wollte. Erschreckend, wie wenig innere Substanz Sie besitzen, von etwas Wahrhaftigkeit ganz zu schweigen.
            Sie erstaunlich dummer Lügenbold.

  2. Heinz Spiess schreibt:

    „Lange Zeit ließen die Schülerinnen und Schüler die Gewalt über sich ergehen.“

    Dann hat Sogyal Rinpoche doch eigentlich nichts falsch gemacht. Wenn ich es richtig verstanden habe, waren seine Schülerinnen und Schüler zum Zeitpunkt ihres „Missbrauchs“ bereits erwachsene Menschen und hätten sich wehren können.
    Dies im Gegensatz zu Ihnen, Gerd Buurmann, der Sie zum Zeitpunkt Ihres Missbrauchs noch ein wehrloses Kind waren.
    Nach meiner Auffassung ziehen Sie hier einen falschen Vergleich.
    Grüße von Heinz Spiess alias Gutartiges Geschwulst

    • Aristobulus schreibt:

      … dann war es Gemobbe, Gutartigster.
      Wenn der Chef die Anwesenden mobbt oder nur manche Anwesenden, greift noch weniger jemand ein, als wenn nicht der Chef selbst mobbt.
      Freilichkann ein Erwachsener, selbst wenn er gemobbt wird, selbstverständlich was machen und muss nicht wie ein Kind zurückzucken, das keine Wahl hat.
      Man sollte es sogar erwarten.
      Es passiert jedoch so gut wie nie, dass a) jemand, der gemobbt wird, dann zurückmobbt, oder dass b) jemand eingreift, wenn jemand Anderer gemobbt wird-.

      Weswegen das ja so besonders ekelhaft ist, weil just bei der Gelegenheit der kläglichste Lemming-Instinkt rauskommt, von dem sonst nie die Rede ist.

      • Heinz Spiess schreibt:

        @Aristobulus: „Freilich kann ein Erwachsener, selbst wenn er gemobbt wird, selbstverständlich was machen und muss nicht wie ein Kind zurückzucken, das keine Wahl hat.“

        Richtig, lieber Ari! Meine Mutter, eine einfache Serviererin, hat mal den damaligen hessischen Innenminister geohrfeigt, weil er ihr zu frech wurde.
        Was mich im vorliegenden Falle anwidert, ist die selbst gewählte geistige Unterwürfigkeit dieser Schülerinnen und Schüler, deren freiwillige Preisgabe ihrer eigenen Würde.
        Wenn sie nicht bereit waren, diesem fetten Zwerg ein paar zu scheuern oder wenigstens zu gehen, verdienten sie ALLES, was mit ihnen passierte.
        Grüße
        Gutartiges Geschwulst

        • Aristobulus schreibt:

          Die Handlungsweise Deiner Mutter ist jedenfalls die einzige Handlungsweise, die überhaupt geht.
          Alle anderen (besonders das Kuschen) gehen überhaupt nicht-.

          P.S.
          Jedoch manche können sich nicht wehren. Hm. Weswegen es wohl im US-Militär das Versprechen gibt, dass es alle verteidigen werde, besonders jene, die sich nicht wehren können.
          Tja, aber was mach’mer bis dahin?, denn das US-Militär hat’s immer so weit, und es dauert u.U. wieder von ’33 bis ’45, bis es endlich mal kommt.

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