„Der ewige Antisemit“ – Aus Gründen nicht verfügbar

Am 8. November 2017 sendete der Bayerische Rundfunk um 22:45 Uhr den Film „Der ewige Antisemit“ von Joachim Schröder über Judenhass in Europa. In dem Film kommen unter anderem Henryk Broder, Leon de Winter und Hamed Abdel-Samad zu Wort. In der Ankündigung des Films heißt es „Unser Film hat nur 90 Minuten. Ich kann es aber in einem Satz sagen. Der Antisemitismus und der Antizionismus ist Teil der europäischen DNA. Es gab ihn immer, es gibt ihn immer noch und es wird ihn weiter geben. Er wechselt nur sein Kostüm.“

Leider konnte viele Menschen den Film nicht sehen, denn er war „aus rechtlichen Gründen nicht im Livestream verfügbar.“

Auch ein Tag später kann die Dokumentation nicht in der Mediathek abgerufen werden und bleibt so dem interessierten Zuschauer verschlossen. Das Einzige, was man zu sehen bekommt, ist ein Ladebalken, ein ewiger Ladeprozess statt der Dokumention „Der ewige Antisemit“.

Der Produzent des Films ist übrigens der selbe Mann, der auch die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ produziert hat. Sein Name ist Joachim Schröder. Der Film wurde zu einer Medien-Affäre ersten Ranges. Es ging um den Versuch des deutsch-französischen Senders arte und des WDR, einen in Auftrag gegebenen Film über Antisemitismus verschwinden zu lassen und zu diskreditieren. Tapfer im Nirgendwo hat in folgenden Artikeln darüber berichtet:

„Der öffentlich-rechtliche Türöffner“

„Ein beispielloser Skandal“

Der Bayerische Rundfunk erklärt:

„Die Tatsache, dass besagter Film noch nicht in der BR Mediathek zu sehen ist, hat leider technische Gründe. An diesen wird bereits gearbeitet, sodass wir hoffen im Verlauf des Tages den Film zur Verfügung stellen zu können. Einer Antwort auf die Frage nach dem Livestream bin ich noch auf der Spur. In der Hoffnung, Ihre Fragen hiermit wenigstens zu Teilen beantwortet zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Bayerischer Rundfunk
Abteilung Presse
HA Intendanz“

Und ein Tag später:

„Da ich Ihnen noch ein Antwort zum Thema Livestream schuldig bin, melde ich mich erneut. Wie ich heute erfahren habe, gab es leider auch bei diesem Ausspielweg bei der Bereitstellung technische Probleme. Aber was die Mediathek betrifft, so kann ich Ihnen mitteilen, dass besagter Film seit gestern, 15.00 Uhr in der Mediathek zur Verfügung steht.“

Ein komischer Zufall, dass es ausgerechnet wieder eine Dokumentation über Judenhass ist, bei der es öffentlich-rechtliche Gründe und Probleme gibt, die Verbreitung des wichtigen Anliegens gering zu halten.

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