Ein neuer Feiertag für 2018

Tapfer im Nirgendwo lädt alle Leserinnen und Leser ein, sich an dieser berechtigten Forderung zu beteiligen.

Am 12. November 1918 erging folgender Aufruf an das Deutsche Volk vom Rat der Volksbeauftragten:

“Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“

Dieser Tag gilt als Geburtsstunde des Frauenwahlrechts. Am 30. November 1918 trat das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Am 19. Januar 1919 konnten Frauen daraufhin zum ersten Mal in Deutschland wählen und gewählt werden.

Der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine der größten Revolutionen, die die Menschheit je erlebt hat. Es ist eine Revolution, die es ermöglicht hat, dass die Hälfte der Bevölkerung die Grundrechte erhielt, die uns heute selbstverständlicher Teil unserer Demokratie scheinen. Die Frauen und Männer, die für dieses Recht gekämpft haben, waren Heldinnen und Helden, die nicht selten staatlicher Repression und sogar politischer Verfolgung ausgesetzt waren.

Die Aufklärung beginnt mit der Gewissheit, dass alle Menschen in ihren Rechten gleich geschaffen sind. Die großartige Schriftstellerin Hedwig Dohm, die ihr Leben lang für das Frauenwahlrecht gekämpft hatte und am 19. Januar 1919 in hohen Jahren und kurz vor ihrem Tod das erste Mal wählen durfte, hat es auf folgende einfache Formel gebracht:

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Ich rufe alle Parteien auf, dafür zu sorgen, dass entweder der 12. November 2018, der 30. November 2018 oder der 19. Januar 2019 als deutschlandweiter Feiertag begangen wird, um die Heldinnen und Helden der Frauenbewegung zu feiern und bitte all meine Leserinnen und Leser, sich für diesen Feiertag stark zu machen, indem sie die Mitglieder des Bundestags anschreiben und sie auffordern, dem erfolgreichen Kampf um Menschenrechte die gebührende Anerkennung zu zollen.

Außerdem, der Feiertag für den 31. Oktober 2017 war nicht unumstritten. Der Tag wurde dennoch deutschlandweit gefeiert. Wenn in Deutschland eine religiöse Reformation, ausgelöst von einem Judenhasser, als Grund zum Feiern erachtet wird, darf eine gesamtgesellschaftliche Revolution, die die Hälfte aller Menschen im Land befreit hat und der viele Jüdinnen angehörten, nicht ignoriert werden.

Dieser Beitrag wurde unter Feminismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Ein neuer Feiertag für 2018

  1. Paul schreibt:

    Ich bin nicht dafür, lieber Gerd.
    Wir haben schon genug Feiertage. Kaum jemand begeht diese Tage im Gedenken oder im Sinne des Anlasses für diese Feiertage. Es sind freie Tage, also frei von Erwerbsarbeit und werden entsprechend genutzt. Davon haben wir in Deutschland genug.
    Auch der von Dir vorgeschlagene Feiertag würde völlig sinnentleert begangen werden. Darauf nehme ich jede Wett an.

    Herzlich, Paul

  2. Kanalratte schreibt:

    In Zeiten in der wir bereits eine Übervorteilung von jungen Frauen gegenüber jungen Männern erleben, käme dieser Feiertag einer Beleidigung des zunehmend benachteiligen männlichen Geschlechts gleich. Natürlich wird darüber nicht gerne gesprochen, aber welches Geschlecht schneidet denn heute schlechter in unserem Bildungssystem ab, welches bekommt denn weniger Förderung, welches Geschlecht hat einen deutlich höheren Anteil an Arbeitsunfällen, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit, welches Geschlecht stirbt statistisch früher? Die Männer natürlich.

    Der Feminismus hat sich doch längst von seinen Grundzügen der Gleichberechtigung losgelöst. Heutige Feministinnen möchten das männliche Geschlecht entmachten und Frauen in die Spitzenpositionen bringen, dabei aber gerne den alten Opferstatus der Frau bewahren. Der heutige Feminismus (dem überhaupt nur ein winziger Teil der Frauen angehört) lehrt die Überlegenheit der Frau über den Mann, so wie weiße Rassisten die Überlegenheit der Weißen propagieren.

    • terimakasih schreibt:

      Besonders „übervorteilt“ werden Frauen in den Aufsichtsräten großer Unternehmen. Da haben Männer nix mehr zu sagen!

      • Kanalratte schreibt:

        Wenn man die wenigen Aufsichtsratposten als Maßstab für die Benachteiligung von Frauen nimmt, dann muss man aber auch feststellen, dass die große Mehrheit der Männer nicht in Aufsichtsräten sitzt.

  3. Die meisten Frauen wählen völlig falsch, die meisten Männer leider auch. Das Recht auf Falschwählen ist sicher ein hohes Gut, aber bringt mir wenig Feierlaune.
    Einen (freien?) Feiertag zusätzlich lehne ich auch grundsätzlich ab, wir sind hier nicht in Griechenland, wo die Valutas auf den Bäumen der EZB wachsen.

    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Die meisten Frauen wählen völlig falsch, die meisten Männer leider auch“

      Stimmt!
      Und sie drehen völlig durch, wenn ihr Liebling nicht gewonnen hat!

      IDIOTS REACT TO TRUMP INAUGURATION

      Herrlich…

Kommentare sind geschlossen.