„Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“

Jens Maier ist Richter und Politiker. Bis 1986 gehörte er der SPD an. Im April 2013 trat er der AfD bei. Auf Twitter findet sich ein Beitrag, der von Twitter zurückgehalten wird:

„Dieser Tweet von @JensMaierAfD wurde in Deutschland aufgrund lokaler Gesetze zurückgehalten.“

In dem Tweet hat Jens Maier einen 23-jährigen jungen Mann als „Halbneger“ bezeichnet.

Stellen Sie sich mal vor, Sie gingen in eine Kneipe und da säße ein Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“

Jetzt stellen Sie sich mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten ist. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen. Er würde auch nicht von „Halbnegern“ faseln, weil das unter Hassrede fällt. Sie würden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie dann doch merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist. Ich weiß lieber, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet. Außerdem möchte ich mit einem Nazi nicht plaudern. Mit einem Nazi möchte ich ausnahmslos Klartext reden!

Stellen Sie sich jetzt auch noch vor, es gäbe die AfD nicht. Jens Maier wäre nur ein ehemaliges SPD-Mitglied.

Durch das Löschen des Beitrags ist Jens Maier jetzt nicht mehr als das erkennbar, was er ist, nämlich ein Politiker, der ohne Sorge das rassistische Wort „Halbneger“ benutzt. Durch diese Löschung fällt es somit jetzt schwerer, das rassistische Innere von Jens Maier zu erkennen.

Vor jeder Tat kommt der Gedanke. Dazwischen kann das Reden liegen, muss aber nicht, denn der Denkende kann schweigen oder zum Schweigen gezwungen werden.

Denken –––> Reden –––> Handeln

Denken –––––Reden–––> Handeln

Eine Auswirkung auf die Tat hat die Tatsache, dass dem Denkenden das Reden verboten wird, nicht! Das Redenlassen hilft allerdings, um zu erfahren, ob man sich vor jemanden schützen sollte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden! Wer das öffentliche Reden verbieten möchte, sagt damit, dass es besser ist, über jemandem hinter seinem Rücken zu reden. Das ist jedoch niemals besser.

Wer alles ausklammert, was ihm nicht gefällt, wird blind für das, was wirklich in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt aus dem Sessel fallen, wenn bei einer Wahl die Menschen in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein definitives Kreuz verwandelt haben. Dann fallen sie aus allem Wolken und sagen, sie hätten all das nicht kommen sehen. Natürlich haben sie es nicht kommen sehen! Es wurden ja auch all die Beiträge gelöscht, in denen das sichtbar war. Sie konnten sich nicht mit diesen Menschen auseinandersetzen, ihnen nicht entgegentreten und ihnen nicht widersprechen. Alles nur, weil sie diese Meinungen und Haltungen nicht kannten. Sie vermehrten sich im Verborgenen, Geheimen, Verbotenem.

Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Jens Maier nutzt rassistische Begriffe! Ich finde, jeder hat das Recht, das zu wissen, denn Jens Maier stellt sich zur Wahl, ist Mitglied des Bundestags und vor allem Richter. Um ihn wegen Befangenheit ablehnen zu können und um zu wissen, dass er auf keinen Fall gewählt werden sollte, muss ich wissen, wie er tickt. Dafür muss man ihn aber reden lassen!

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