„Das ist einseitig!“

Ein Brief von Michaela Engelmeier (SPD) an Martin Schulz, Andrea Nahles und Lars Klingbeil.

Lieber Martin, liebe Andrea, lieber Lars,

mit großer Bestürzung und Sorge um die Deutsch-Israelischen Beziehungen habe ich gerade den Entwurf der Verhandlungsergebnisse der AG Außen der Koalitionsverhandlungen zum Nahostkonflikt gelesen.

Im Jahr des 70. Geburtstags Israels und der besonderen Beziehungen zu Israel, schaue ich mit Sorge auf das mir vorliegende Verhandlungsergebnis der AG Außen. Weder die Anerkennung Israels als jüdischer und einzig demokratischer Staat im Nahen Osten, noch die deutsche Staatsraison steht in irgendeinem Absatz dieser Verhandlungsergebnisse. Auch fehlen mir die Ächtung des palästinensischen Terrors der Terrororganisation Hamas und die unfassbare Praxis des sogenannten Märtyrerfonds, mit denen die Familien von Selbstmordattentätern mit einer lebenslangen Rente ausgestattet werden.

Auch eine Verurteilung des nahezu täglichen Raketenbeschuss‘ aus dem Gazastreifen auf Südisrael findet sich in den Verhandlungsergebnissen nicht wieder. Auch fehlt die Ächtung der antisemitischen Gruppe BDS (Boycott, Desinvestitionen und Sanktionen). Sie wird überhaupt nicht erwähnt oder gar zum Thema gemacht.

UNWRA als palästinensisches Flüchtlingshilfswerk ist nicht nur in Israel umstritten, die nicht vorhandenen demokratischen Strukturen und die Korruption der Palästinensischen Autonomiebehörde werden nicht genannt, während die israelische Siedlungspolitik klar verurteilt wird. Das ist einseitig und wird in keinster Weise den Deutsch-Israelischen Beziehungen gerecht.

Ich bitte Euch, den Text der Verhandlungsergebnisse zu überdenken und ein ausgewogenes Verhandlungsergebnis auzuhandeln.

Diese einseitigen Verhandlungsergebnisse dürfen nicht die neue Linie deutschen Regierungshandeln in Bezug auf Israel werden. Gerade wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen haben eine besondere Verbindung und Verantwortung zu Israel.

Mit freundlichen Grüßen,
Eure
Michaela Engelmeier

Dieser Beitrag wurde unter Fremde Feder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu „Das ist einseitig!“

  1. A.S. schreibt:

    Das verändert meine Meinung über „Miss Fackelzug 2017“ durchaus in positive Richtung.

  2. ceterum censeo schreibt:

    Diese Frau hat sich am Wahlabend vor laufender Kamera für alle Ewigkeit disqualifiziert. Daß sie jetzt als blindes Huhn mal ein Korn findet, muß man anerkennen. Es ändert aber nichts am Verrat der Sozialdemokraten auf ALLEN Ebenen und nicht nur an Israel, sondern in erster Linie am eigenen Volk.
    Aber Schwamm drüber: Kein Mensch braucht diese alten Sozis und die doofen Schreikinder, die demnächst nachfolgen. Ab in die wohlverdiente Bedeutungslosigkeit!
    Es gibt Gottlob jetzt eine Alternative, die es besser mit uns und auch mit Israel meint.
    Der Antrag auf Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt wird bald kommen. Dann werden die Linken toben!

    • Bruno Becker schreibt:

      Herrje, Sie haben ja Recht! Das ist ja die Heulsuse, die der AfD einen Fakelzug angedichtet hat! Da muss ich aber meinen letzten Kommentar nochmal überdenken.

  3. HM schreibt:

    Wo hier im Kommentarbereich mal wieder aufgeregt mit den Flügeln geschlagen wird, würde mich interessieren, ob die israelische Regierung oder die Bevölkerung damit ein Problem hat?
    Oder ob dort die zu erwartende professionelle Gelassenheit herrscht, die alle wissen läßt, dass der Sachverhalt im Politalltag deutlich pragmatischer verhandelt wird.

    • max schreibt:

      Ich verrate Dir mal was, liebe HM. Jeder Israeli scheisst auf die heuchlerischen, verlogenen deutschen Anwanzungsversuche. Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsraison? Aber sicher doch, deshalb kann man ja Siggi Pop auch nicht mal mehr operstiv aus dem Arsch der iranischen Mullahs entfernen. Deshalb hat sich Deutschland in der UNO Abstimmung betreffend Jerusalem als Hauptstadt Israels miit den Kamelfickerstaaten einig gezeigt.
      Deutschland hat mit den Juden genau etwas zu tun: Man ist so dermassen Stolz auf die selbstbehauptete Bewältigung des Holocaust, dass es irgendwie schade gewesen wäre, hätte er nicht stattgefunden.
      Abgesehen davon ist es natürlich sehr viel einfacher, tote Juden,die ja „die anderen“ umgebracht haben, öffentlich mit Krokodilstränen zu bedenken, als dass man lebende Juden unterstützen würde.

      • HM schreibt:

        Worauf DER Israeligerne scheißt, hätte ich nicht unbedingt wissen müssen.
        Sie sind Israeli? Oder woher kommt Ihre detailverortete Information?

      • Kanalratte schreibt:

        Vor allem gehe ich mal davon aus (weiß es nicht) daß der durchschnittliche Israeli, der ja im Militär dient, sein Denken viel mehr nach dem Militär richtet (was ja zu verstehen ist) als der durchschnittliche Deutsche. Daß heißt daß die Menschen nur solche Länder besonders achten die über eine gute Armee und gute Waffen verfügen, was ja Deutschland mehr oder weniger absichtlich nicht tut. Ich schätze mal für Israelis ist die USA in allen Belangen das Non-Plus-Ultra und Trump der einzige Präsident dem sie freundschaftlich folgen.

        Im Ernst, solche Leute wie Sigmar Gabriel haben doch International gar keine überragende Bedeutung. Daß das deutsche Staatsfernsehen das anders präsentiert liegt ja an der leidigen (zumeist linken) Auffassung die Deutschen wären anderen Nationen moralisch überlegen.

    • Kanalratte schreibt:

      Die Deutschen glauben das Ausland würde sich um die Meinung Deutschlands großartig scheren, was ja auch in unseren Medien so rübergebracht wird. Ich würde aber erfahrungsgemäß behaupten, daß die Meinung der Deutschen im Ausland nur eine (sehr) untergeordnete Rolle spielt. Man braucht nur über die Deutsch-Französische Grenze zu gehen um zu erfahren wie wenig die Franzosen über die Deutschen wissen, während man hierzulande eine angebliche Deutsch-Französische Freundschaft hochhält. Als man zuletzt den 55. Jahrestag des Elysee-Vertrag im Bundestag feierte haben die französischen Nachrichten gar nicht erst berichtet.

      Während in den deutschen Nachrichten Meldungen aus dem Ausland (ohne deutsche Beteiligung) oft mehr als die Hälfte der Sendung einnehmen, bringt man z.B. in Frankreich nur Meldungen aus dem Ausland wenn sie Franzosen direkt betreffen.

      • Kanalratte schreibt:

        Wo ich herkomme gibt es viele US-Soldaten. Ich brauche glaube ich nicht groß erwähnen daß deren Kenntnis bzw. auch deren Interesse an Deutschland zumeist nicht sehr groß ist. Amerikaner und Franzosen schauen erst auf sich selbst. Die Deutschen schauen erst auf andere Nationen.

  4. Ich weiß nicht, ob ich Frau Engelmeier für ihren Glauben, dass Schulz (lol), Nahles (lol) und Klingbeil (?) auch nur ein Wort verstehen werden, bewundern oder bedauern soll.

  5. caruso schreibt:

    Michaela Engelmeier war immer eine vernünftige Stimme im SPD-Geseier. Wie tief ist diese Partei gesunken, daß ihr Geschäfte wichtiger sind als Vernunft und Gerechtigkeit. Und diese Partei nennt sich sozialdemokratisch. Die Gründer, aber auch manche etwas spätere Mitglied rotieren sicher in ihren Gräber. Das hätten sie sicher nicht erwartet und auch nicht verdient. Es wäre kein Schaden, würde d i e s e SPD (nicht zu) langsam verschwinden.
    lg
    caruso

    • Bruno Becker schreibt:

      Noch besser wäre es, wenn wieder Leute wie Frau Engelmeier in der SPD nach oben kämen. Der Fisch stinkt vom Kopfe her, und momentan stinkt er gewaltig.

  6. Endlich mal EINE vernünftige Stimme in diesem ganzen unsachlichen israelfeindlichen SPD-Geseier.

Kommentare sind geschlossen.