Wenn die Heute Show über eine Behinderung lacht

„Ich möchte etwas vorausschicken. Ich bin hier neu, bin nicht gewohnt zu reden vor großer Runde und ich stottere. Das möchte ich vorausschicken, damit sich niemand wundern möge.“

Mit diesen einleitenden Worten begann Dieter Amann stotternd seine Rede bei der Befragung des Hauptschusses im Bundestag zum Thema Familiennachzug für Flüchtlinge. Als Diplomfachwirt berichtete er aus seinem Alltag mit Flüchtlingen und kritisierte, dass „die überwältigende Mehrheit der Familienväter, welche schon aufgrund des Alters niemals die Sprache in einer Weise lernen, die ihnen ein eigenständiges Lebensunterhalten in unserem Hochtechnologieland ermöglichen wird.“

Seine Kritik an die Sprachbarrieren vieler Flüchtlinge sprach er, seiner Sprachbehinderung geschuldet, ebenfalls stotternd aus. Dies war für Oliver Welke von der ZDF Heute Show ein gefundenes Fressen. Ohne sein Publikum darüber zu informieren, dass der Mann eine Sprachbehinderung hat, zeigte er den Ausschnitt, wo Amann das Wort „Hochtechnologieland“ stotterte und erntete dabei schallendes Gelächter beim Publikum. Als das Publikum jauchzte und lachte, imitierte Oliver Welke den Stotterer und sagte:

„Absolulutut, meine Damen und Herren, die Sprache ist das Allerwichtigste.“

Ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, nicht zu erwähnen, von welcher Partei Dieter Amann ist, erstens, weil es für den Artikel nicht relevant ist und zweitens, weil ich zu der Partei nicht nur keine Nähe hege, sondern sie schon öfter in meinem Blog kritisiert habe und daher ganz bewusst nicht Gefahr laufen möchte, auch nur einen Tropfen dieser Geschmacklosigkeit in meinem Glas der Kritik wiederzufinden.

Natürlich ist es jedem Komiker erlaubt, Witze zu machen, worüber er will. Ich kenne Stand Up Comedians die machen Witze über alle Formen der Behinderung. Einige Stand Up Comedians leben selbst mit einer Behinderung. Ich kennen sogar einen Stand Up Comedian, der stottert. Sie alle machen auch mal Witze über Stotterer, aber sie sind wenigstens so anständig und klären ihr Publikum auf und geben nicht Menschen der Lächerlichkeit preis, ohne zu erwähnen, dass sie eine Behinderung haben.

Jeder hat seine eigenen Grenzen des Geschmacks. Im Falle des ZDF werden diese Grenzen im Rundfunkstaatsvertrag festgesetzt. Dort heißt es, „alle Veranstalter bundesweit verbreiteter Rundfunkprogramme haben in ihren Angeboten die Würde des Menschen zu achten und zu schützen.“ Sogar für Menschen, die Werbung bei öffentlich-rechtlichen Sendern schalten wollen wollen, gilt, dass die Werbung „Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Staatsangehörigkeit, Religion oder Glauben, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung“ nicht beinhalten noch fördern darf.

In der ZDF Heute Show kommen ständig viele Menschen zu Wort, die mit harschen Worten und beißendem Spott Werbung dafür machen, dass die Partei, der Dieter Amann angehört, nicht gewählt werden sollte. Das ist das gute Recht der Heute Show. Ich bin mir jedoch sicher, hätte ein Mitglied der Partei, die hier kritisiert wird, einen Stotterer so behandelt, wie Oliver Welke den Mann dieser Partei behandelt hat, wäre der Aufschrei in den Redaktionen des ZDF jetzt groß. Ich kann mir den heiligen Zorn der rechtschaffenen Kabarettisten der ZDF Heute Show nur allzu gut ausmalen.

Umso mehr erschreckt es mich, dass einige Kabarettisten zu genau den Mitteln greifen, die sie eigentlich verabscheuen. Entweder sind ihnen die edlen Werte in Wirklichkeit egal oder sie finden, dass es Menschen gibt, die keine gleichberechtigte Behandlung verdient haben. Ich weiß nicht, was mich mehr beunruhigen soll.

Irgendwer jedenfalls in der Redaktion des ZDF trägt Verantwortung. Es wurde entschieden, dass Witze über Menschen mit Behinderung klar gehen, wenn der Mensch mit Behinderung Mitglied einer gewissen Partei ist und Oliver Welke hat den Witzbefehl ausgeführt. Wer dieser Mensch war, der Oliver Welke dazu gebracht hat, sich über einen Stotterer lustig zu machen, werden wir vermutlich nie erfahren, denn bisher behaupten alle in der Redaktion, von der Behinderung nichts gewusst zu haben. Die Stellungnahme der ZDF Heute Show lautet:

Ja klar, niemand will es gewesen sein und niemand will davon gewusst haben. Eine nicht ganz unbekannte Taktik, wenn man sich herausreden will und nur nachgeplappert, abgelesen und Befehle ausgeführt hat. Oliver Welke jedenfalls bittet bei dem Mann um Entschuldigung.

Ich hoffe, die Redaktion der ZDF Heute Show nutzt ihre Erkenntnis, einen Fehler gemacht zu haben, um mal über die Art ihres Humors nachzudenken. Die Heute Show ist längst zu einem Scharfmacher verkommen. Sie präsentiert regelmäßig einer Horde ein Objekt, das ausgelacht werden darf. Die Heute Show ist ein Ausgrenzen mit Spaß, eine Inquisition mit Schenkelklopfen. Der Finger zeigt stets auf die Anderen. So schafft die Heute Show ein wohliges Zusammengehörigkeitsgefühl, wo das Lachen ein pures Zähnezeigen ist.

Vielleicht sollte die Heute Show mal weniger auslachen und stattdessen öfter mitlachen. Dann würden gewiss nicht mehr solche Fehler passieren, wo die Redaktion einfach mal schlecht recherchiert und einen geschmacklosen Witz durchwinkt, wenn es nur die anständig Ausgegrenzten trifft.

Aber das ist nur ein Vorschlag. Die Heute Show kann natürlich weiter verarschen und auslachen, wen und wie sie will. Nur eins ist sie dann ganz sicher nicht: politisch korrekt. Muss sie auch nicht sein, soll sie meinetwegen auch nicht sein, aber sie soll es bitte auch nicht behaupten.

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67 Antworten zu Wenn die Heute Show über eine Behinderung lacht

  1. Thomas ex Gotha schreibt:

    Meine Güte, ein schlechter Scherz und schon sind eine ganze Partei und alle, die im Internet für sie schwärmen, beleidigt, bzw. nicht nur beleidigt, sondern auch empört, fordern die „Entfernung“ Welkes und fühlen sich, drunter machen sie’s nicht, „an die abgefeimten nationalsozialistischen Karnevalswitzchen gegen Juden und ‚Untermenschen‘ “ erinnert (dass sie damit die von den Deutschen Ermordeten verhöhnen, stört sie weniger).
    Aber auch ich bin sauer, denn dadurch, dass Welkes Autoren ausgerechnet den Aspekt an Amanns widerlicher Hetzrede herausgepickt hat, für den er ausnahmsweise nichts kann, bedienen sie zuverlässig die Rolle, in welcher sich die Alternativen für Deutschland am liebsten sehen, die des unschuldigen Opfers in einer bösen bösen Welt voller Feinde. Dabei liefern sie selbst doch genügend Stoff zum Lachen: Mich z.B. amüsierte sehr ein Herr Selfen von der AfD-NRW, der sich im Landtag lautstark beklagte, dass seine Partei immer noch mit Fremdenfeindlichkeit in Verbindung gebracht werde.
    Wie kann man auch nur!

    • A.Bundy schreibt:

      Shut the fuck up and fuck off, du schmieriger Denunziant.

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Vor und nach dem Cojoneskraulen mit Menschen meines Vertrauens spielen wir in letzter Zeit gerne das Spiel „Bundy-Bingo“: Welche seiner üblichen Phrasen wird der white-trash-Geistesriese wohl diesmal neben dem unvermeidlichen „Denunziant“ platzieren?
        Ich verrate nicht, wer diesmal gewonnen hat.

    • A.S. schreibt:

      „Aber auch ich bin sauer, denn dadurch, dass Welkes Autoren ausgerechnet den Aspekt an Amanns widerlicher Hetzrede herausgepickt hat, für den er ausnahmsweise nichts kann, bedienen sie zuverlässig die Rolle, in welcher sich die Alternativen für Deutschland am liebsten sehen,“
      Dann sind wird ja genau bei dem relevanten Punkt. Anstatt die AfD inhaltlich anzugreifen, wie sich das in einer politischen Debatte gehört, greift man unter die Gürtellinie, ignoriert den Inhalt und greift die Personen an, manchmal auch physisch. Die AfD sieht sich nicht nur in einer Opferrolle, sie ist dort.
      Danke für die Bestätigung.

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Eine Bestätigung liegt nun eben nicht vor, aber egal: Wie bitte soll man sich denn inhaltlich mit einer Partei auseinandersetzen, deren nordrhein-westfälische Landtagsfraktion die Reaktion auf eine kleine Anfrage zu Schülern mit „Zuwanderungsgeschichte“ unter folgender Überschrift veröffentlichte: „Im Schulwesen droht die Mehrheit der Deutschen zur Minderheit zu werden!“? Dass man auch mit „Zuwanderungsgeschichte“ Deutscher sein kann, scheint bei diesen Herrschaften keine Rolle zu spielen und wird öffentlich nicht einmal mehr skandalisiert.
        Stattdessen: Großes Gezeter um einen schlechten Scherz.
        Was Besseres konnte Amann und seiner Partei gar nicht passieren.

        • A.S. schreibt:

          „Wie bitte soll man sich denn inhaltlich mit einer Partei auseinandersetzen, deren nordrhein-westfälische Landtagsfraktion die Reaktion auf eine kleine Anfrage zu Schülern mit „Zuwanderungsgeschichte“ unter folgender Überschrift veröffentlichte: „Im Schulwesen droht die Mehrheit der Deutschen zur Minderheit zu werden!“?“

          Dann soll man eben sagen, dass Zuwanderer auch Deutsche werden (wie Sie es getan haben), evtl. passende Beispiele nennen (dürften leicht zu finden sein), oder sagen dass man es OK findet wenn mehr Migranten als „Biodeutsche“ in Klassen sitzen. Aber sich eben auf die konkreten Aussagen beziehen.
          Aber nicht einfach „Rassismus“ oder sonst einen Ismus-Schrei loslassen oder von Fackelzügen halluzinieren.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Sie verstehen nicht, worum es geht: Bei der Ermittlung der „Zuwanderungsgeschichte“ spielt die Staatsangehörigkeit keine Rolle. Feza, Igor oder Mohammed mögen aus Familien mit einer solchen Geschichte stammen, sie können trotzdem deutsche Staatsbürger und damit Deutsche sein. Worüber soll man mit Leuten reden, die ihnen genau diese Staatsbürgerschaft absprechen? „Hey Leute, denkt doch mal nach, das ist irgendwie so 1935, was ihr da macht…“?

          • A.S. schreibt:

            Hab ich schon verstanden, stimme auch zu (ja, es gibt Wunder :-).

            Mein Punkt war nur ein anderer. Mir ging’s darum, dass man (hier hie Heute Show, Sie nicht) i.d.R. nicht auf die Aussagen reagiert, sondern statt dessen persönlich gegen die Menschen agitiert ohne Gründe zu nennen. Deshalb läuft die ganze Anti-AfD-Kampagne dermaßen ins Leere.

      • Wolfgang Scharff schreibt:

        @A.S.: „Anstatt die AfD inhaltlich anzugreifen, wie sich das in einer politischen Debatte gehört, greift man unter die Gürtellinie, …“

        Warum sollte „man“ freiwillig die eigene intellektuelle Minderwertigkeit offenbaren?

  2. B.Trüger schreibt:

    Dennoch… jemand der in der afd tätig ist und nen sprachfehler hat, meint antidemokratisch die deutsche Sprache zu hofieren, über sowas kann man sich nur lustig machen. Sehr gut die heute Show!

    • A.Bundy schreibt:

      Ein Vollpfosten, der solch sperrholzdämlichen Schwachfug ausschwitzt;
      „…meint antidemokratisch die deutsche Sprache zu hofieren…“
      sollte seinen Nickname besser in B.Scheuert ändern.

    • Wolfgang Scharff schreibt:

      @B.Trüger: „Dennoch… jemand der in der afd tätig ist und nen sprachfehler hat, meint antidemokratisch die deutsche Sprache zu hofieren, …“

      Konkret bitte! In welcher Hinsicht hat sich Dieter Amann antidemokratisch geäußert?

  3. Bundeswahrsager schreibt:

    Wir alle wurden inzwischen von ganz oben herab belehrt:
    Die Grenzen Deutschlands sind nicht zu sichern !

    Ganz offensichtlich gilt das auch für die öffentlich-rechtlich-medialen Grenzen des guten Geschmacks.

    Falls jemand nicht verstanden hat, was „Satire“ ursprünglich eigentlich darstellen soll, dann hat dieser schon damals nicht aufgepasst, als der ZDF-Berg kreißte – und eine „Böhmermaus“ gebar.

    Die nachträglich vorgelogene unglaubwürdige „Entschuldigung“ hin oder her:
    Angesichts des vom welken Olli eingeblendeten höhnischen Lachens über einen gehandicapten Auftritt eines Politikers aus der für das lustige ZDFchen gerade passenden Partei – bleibt tatsächlich nur die Feststellung, dass es sich im Heute-Spass-TV um GEZIELTE „Demagogie“ gehandelt hatte.

    Einfach mal googeln, was z. B. ein bekannter Chefredakteur namens Jörg Schönenborm zum „Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Gesellschaft“ zu sagen hatte. Er definierte das, von jedem Haushalt zu leistende, als „Demokratieabgabe“.

    Der Bundeswahrsager regt an, endlich den wahrheitsgemässen Begriff zu verwenden.
    Zutreffend müsste es nämlich lauten: „DEMAGOGIEABGABE“.

  4. Norbert B. schreibt:

    Welke in trauter Gesellschaft

    In einer Kolumne vom Mai 2012 in der Frankfurter Rundschau/Berliner Zeitung hatte Mely Kiyak eine „Verplemperung unserer Fernsehgebühren“ für Thilo Sarrazin kritisiert, den sie als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ bezeichnete. Aufgrund empörter Reaktionen (FR: „perfide Hetzkampagne“) erklärte Kiyak, sie habe von Sarrazins halbseitiger Gesichtslähmung nichts gewusst und hätte dieses Bild sonst nicht gewählt.

    In Reaktion darauf topte Deniz Yücel Kiyaks Formulierung in seiner taz-Kolumne „Das ist nicht witzig“. Man könne die Bezeichnung dennoch verwenden und Sarrazin „nur wünschen, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“.

  5. guinness44 schreibt:

    Auf Twitter hat sich die heute Show und Welke entschuldigt.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Schön. Haben sie auch um Entschuldigung gebeten?

    • Zsolt Öry schreibt:

      Für mich ist das eher eine Rechtfertigung denn eine Entschuldigung.

    • Paul schreibt:

      Lieber guiness,
      für eine derartige Fehlleistung gibt es keine Entschuldigung.
      Es war auch keine Fehlleistung, sondern sondern volle Absicht.

      Ich habe mir die fraglichen Abschnitte angesehen. Auch ohne den Hinweis auf die Sprachstörung ist eindeutig zu erkennen, dass diese Sprachhemmung typisch für einen Stotterer ist. Dazu bedarf es keines besonderen Hinweises.
      Jeder nicht total verblödeter Mensch kann das erkennen. Den Redakteuren und auch Herrn Welke unterstelle ich nicht, dass sie dumm sind. Nein, sie haben das mit voller Absicht gemacht. Den Lacher einzuspielen ist der Gipfel der Verkommenheit.

      Ich bemerke im Umgang der Menschen zunehmend eine Verrohung der Sitten. Es bleibt nicht bei verbaler Gewalt, wie bei Herrn Welke und Anderen, sondern wird dann auch sehr schnell zur körperlichen Gewalt, die eine Fortsetzung der verbalen Gewalt mit anderen Mitteln ist.

      Dass diese Heute show auch noch eine anscheinend akzeptable Einschaltquote hat, wirft auch kein gutes Licht auf die Zuschauer.

      Herzlich, Paul

  6. American Viewer schreibt:

    Je früher man den vorgestrigen paneuropäischen Rundfunkgebühren-Zwang abschafft desto besser.

    Diese Art von Zwang hat nichts mit Demokratie zu tun. Es ist das Gegenteil von Demokratie, ein Relikt aus allzu dunklen Tagen.

    Die Schweizer werden im März den Mut aufbringen und den Sprung in ein neues, freieres Zeitalter wagen.

    • Nordland schreibt:

      Und wie ich schon schrieb, schüttete man damit das Kind mit dem Bade aus.

      Die Lösung für das Problem des regierungsfreundlichen, politisch nicht neutralen, das Publikum in eine bestimmte Richtung lenkenden öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist es nicht, seine Finanzierung abzugraben. Denn dann würden eben die großen Medienkonzerne das gleiche auf anderer Finanzierungsbasis machen. Die Lösung liegt schlicht darin, den Grundsatz der politischen Neutralität zu reaktivieren.

      Wir erinnern uns an die Stunde, in der das Thema „Gewaltenteilung“ behandelt wurde, und der Lehrer die inoffizielle vierte Gewalt erwähnte. Die Medien können einiges erreichen. Berichteten sie neutral über alle negativen Entwicklungen, die die ungesteuerte Zuwanderung mit sich bringt, könnten sie viel mehr politischen Druck aufbauen, endlich mit der ungesteuerten Zuwanderung aufzuhören.

      Das tun sie aber nicht; die vierte Gewalt versagt. Die Leute wählen tatsächlich noch die Altparteien, weil sie auf das hören, was man ihnen durch permanentes Einwirken einbläut. Das AfD-Bashing wirkt. Und ist es nächstes Mal nicht mehr das Lustigmachen über sprachbehinderte AfD-Politiker, findet man etwas anderes.

      Man kann etwas dagegen tun, indem man bei sich selbst anfängt. Ich gucke auch die öffentlich-rechtlichen Sender und spiele mich nicht als Helden auf, indem ich die Gebühren verweigere. Aber: Ich informiere mich zusätzlich alternativ. Und man kann es weitersagen. Wer NUR die Mainstream-Medien konsumiert, lebt im Tal der Ahnungslosen. Die Achse, Tichy, Journalistenwatch (und natürlich TiN) sorgen dafür, dass man den Systemmedien einen Schritt voraus ist.

      Warum bloß hat Maas sein verfassungswidriges Gesetz erlassen? Er wünscht sich die Zeit zurück, als es die alternativen Medien noch nicht gab und fängt deswegen an, ins freie Internet hineinzuwirken. Wir sollten – und sei es nur durch Mundpropaganda – der Einseitigkeit entgegenwirken, damit es sich rumspricht: Sie sagen nicht die ganze Wahrheit.

      • American Viewer schreibt:

        Sie haben nicht verstanden wie Medien, Demokratien und Marktwirtschaften funktionieren. Einen objektiven GEZ-Funk mit „politischer Neutralität“ kann es nicht geben, das ist unmöglich. Seien Sie nicht so naiv. Dieser naive Glaube ist das Grundproblem.

        Was wir brauchen sind rein private Medien, die ganz klare politische Standpunkte vertreten und durchaus subjektiv und parteiisch sind. Denn wie gesagt: Man kann nicht objektiv und unparteiisch sein.

        Die „objektive“ Vielfalt ergibt sich dann erst aus harten Konkurrenz der privaten Medien, sprich aus dem Gesamtbild der ganz unterschiedlichen Blickwinkel. Alles andere ist Quatsch.

        • Zsolt Öry schreibt:

          @American Viewer: Obwohl ich Ihnen Inhaltlich zustimme, irritieren mich die aus meiner Sicht persönlichen Angriffe und Unterstellungen des ersten Absatzes. Welche sachliche Funktion hat beispielsweise die Aussage ob Herr oder Frau Nordland die Funktionsweise von Medien, Demokratien und Marktwirtschaften – Ihrer Ansicht nach – verstanden hat oder nicht? Es reicht doch, dass Sie Ihre – für mich nachvollziehbaren – Argumente in den beiden Folgeabschnitten dagegen stellen. Den sachlich inhaltlichen Kern Ihres ersten Abschnittes sehe ich darin, dass Sie (übrigens wie ich) die Möglichkeit eine „objektive“ Sicht darzustellen anzweifeln und dass „Objektivität“ durch freien Ausgleich zwischen kontroversen Sichten entsteht. Diese Botschaft ist unabhängig vom Verständnis und unterstellter Naivität dessen der eine abweichende Meinung äußert.

          • Nordland schreibt:

            Also American Viewer ist für mich ein reiner Guter. Ich fühle mich weniger persönlich angegriffen, sondern sehe eher einen inhaltlichen Dissenz.

            Diese Idee, durch mehrere private Medienunternehmen ein Gleichgewicht herzustellen, wird keinen Erfolg haben. Wir haben in den Medien den großen Trend zum Oligopol. Das ist so ähnlich wie bei den Tankstellen: Es kann letztendlich nur einige wenige große Raffinerien geben, weil nicht jeder Heini einfach mal seine eigene Produktionsstätte eröffnen kann so wie ’nen Imbiss. Bei den Medien ist es ähnlich: Zeitungen, Fernsehen, Nachrichtenagenturen zu betreiben ist eine extrem komplexe Sache. Am Ende wird alles auf wenige Medienmogule aufgeteilt sein. Man denke nur an Leute wie Soros.

  7. Horst Stiegler schreibt:

    „Hätten wir davon Kenntnis gehabt, hätten wir den Beitrag natürlich nicht gesendet.“
    Das ist glatt gelogen, den der diskriminierend Beitrag ist immer noch in der Mediathek:
    https://www.zdf.de/comedy/heute-show/die-mitgefuehle-haben-schweigepflicht-102.html

    • Kanalratte schreibt:

      Zumal jeder halbwegs intelligente Mensch erkennt, daß dieser Mann stottert. Glaube kaum daß die beim ZDF noch nie einen Stotterer gehört haben. Die wollten einfach wieder ein paar billige Witze über die AfD machen bzw. gegen die AfD hetzen. Staatsfernsehen halt!

  8. Eisenfresser schreibt:

    Wäre nicht die Nennung der Partei irgendwie doch von Bedeutung, da es die Partei ist, deren Vorsitzende die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte werfen will?

    Kann das Mimimi aus der Ecke daher nicht nachvollziehen. Oder gilt: politische Korrektheit – nur für Deutsche?

    • Christian Fuchs schreibt:

      Herr Eisenfresser, politische Korrektheit beschreibt ein Verhalten, dass „mit den Wölfen heulen“ wohl am besten zu beschreiben ist. Auf den „Müllhaufen der Geschichte“ sollte die einseitige und stark moralisierte Fokusierung und teilweise Falschdarstellung, auf wenige Jahre deutscher Geschichte, in der Fanatiker mit Rassenwahn, unter Führung eines freischaffenden Künstlers, ein besseres Europa aufbauen wollten.

      • Eisenfresser schreibt:

        Nein. Das was sie beschreiben, hat mit „politischer Korrektheit“ nichts zu tun.

        • A.Bundy schreibt:

          Sagt ausgerechnet der Typ, der politische Korrektheit mit Anstand verwechselt.

          • Eisenfresser schreibt:

            Nope.
            In der ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der englische Begriff politically correct die Zustimmung zur Idee, dass Ausdrücke und Handlungen vermieden werden sollten, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können (etwa bezogen aufGeschlecht oder Hautfarbe).

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Eisenfresser: „… die Zustimmung zur Idee, dass Ausdrücke und Handlungen vermieden werden sollten, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können (etwa bezogen aufGeschlecht oder Hautfarbe).“

            Ihrer Wahrheitsliebe ist offensichtlich entgangen, dass diese „Idee“ auch auf körperliche Gebrechen bezogen wird.

    • Welke hat die Mediendirektiven für den Umgang mit politischen Konkurrenten umgesetzt. Wenn Sie das für politisch unkorrekt halten, dann sollten Sie nochmal nachdenken.

    • Eugen Karl schreibt:

      Es geht hier um Höflichkeit und Rücksichtnahme, nicht um politische Korrektheit. Also um Tugend, nicht um Ideologie.

      • Eisenfresser schreibt:

        Na dann. Was Höflichkeit und Rücksichtnahme angeht, da kann man von der AfD natürlich viel lernen. Nämlich, wie es nicht geht…

      • Zsolt Öry schreibt:

        Es geht nicht nur um Höflichkeit und Rücksichtnahme, sondern um Moral und Anstand. Eine Behinderung ist, genau wie Geschlecht und Rasse eine vom jeweiligen Individuum nicht beeinflussbare und daher erst recht nicht zu verantwortende Eigenschaft. Eine Verunglimpfung aufgrund der genannten Eigenschaften ist übelster Rassismus pur. Unabhängig davon, was der Betroffene sonst für eine – kritisierbare und möglicherweise kritikwürdige – Meinung vertritt.

    • Kanalratte schreibt:

      Politische Korrektheit und sich über Behinderungen lustig machen sind zwei paar Schuhe. Früher vor 30 Jahren gab es auch keine Politkorrektheit, trotzdem hat man sich auch da nicht über Behinderte lustig gemacht. Daß bestimmte Klientel das nicht auseinanderhalten können spricht für deren Geisteshaltung.

  9. Joshua schreibt:

    Danke für den Beitrag!

    Ich habe früher selbst gestottert. Mit diesem Handicap braucht es unglaublich viel Mut, vor so vielen Leute zu sprechen. Der Vergleich mit den Flüchtlingen ist komplett daneben. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man mangels Willlen oder Intellekt nicht in der Lage ist eine Sprache zu sprechen, oder ob eine Behinderung einen davon abhält. Macht mich ziemlich wütend, dass ich so eine miese Sendung mit meinen Zwangsgebühren finanzieren muss.

  10. Nichtauchdasnoch schreibt:

    Ich habe die Sendung gesehen und nicht bemerkt, dass Amann eine Behinderung hat. Er wirkte einfach so sprachlich ungelenk wie manche andere aus diesem Milieu. Sich über eine Behinderung lustig zu machen ist in der Tat nicht hinnehmbar; ich glaube allerdings, dass Oliver Welke dies genauso sieht. Mal schauen, ob er auf den Vorwurf reagiert.

    • Wolfgang Scharff schreibt:

      @Nichtauchdasnoch: „Sich über eine Behinderung lustig zu machen ist in der Tat nicht hinnehmbar; ich glaube allerdings, dass Oliver Welke dies genauso sieht.“

      Wie kam es dann zu dieser Sendung?

    • Joe Louis schreibt:

      Sie sollten sich die Reden der diversen AfD-Abgeordneten im Bundestag anschauen, gibt diverse davon auf youtube. Hervorragende Rhetoriker darunter. Übrigens sehr viele mit Dr.-Titel, abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung dabei – im Gegensatz zu den Grünen beispielsweise.
      Ihr Statement „ungelenk wie manche andere aus diesem Milieu“ lässt darauf schließen, dass Sie das offensichtlich noch nie gesehen haben und nur Mainstream-Vorurteile gegenüber Andersdenkenden nachplauschen.

      • Paul schreibt:

        Lieber Nichtauchdasnoch,
        vielen Dank für Ihren Beitrag.
        Nun weiß ich doch wenigstens wess Geistes Kind die Heuteshowseher sind.
        Vermutet habe ich es schon. Nun weiß ich es wenigstens.
        Schlimm ist nur, dass ich diesen Mist auch noch finanzieren muss.

        Herzlich, Paul

      • Nichtauchdasnoch schreibt:

        „Ihr Statement „ungelenk wie manche andere aus diesem Milieu“ lässt darauf schließen, dass Sie das offensichtlich noch nie gesehen haben und nur Mainstream-Vorurteile gegenüber Andersdenkenden nachplauschen.“

        Die Formulierung „wie manche andere“ schließt den Fall ein, dass auch gute Rhetoriker sich in diese Partei verirren. So schwer sollte das doch nicht zu verstehen sein.

  11. Jeder blamiert sich so gut er kann, aber es wäre mir lieber, wenn ich Aasfresser wie Welke nicht ungefragt mitbezahlen müsste.

  12. A.S. schreibt:

    Die Heute Show legt auch immer mehr Wert auf Doppelstandards. Ich denke auch, dass die Parteizugehörigkeit durchaus eine Rolle spielt. Wäre der Herr von den Linken, hätte Welke sicher keinen solchen Witzversuch gestartet. Oder würde sich zumindest im Rückblick entschuldigen, wie 2015 bei einer Linken, die er als NPD-nah hingelogen hat. In einer anderen Richtung als nach links wird der sicher keinen Fehler bei sich erkennen können.

    • A.S. schreibt:

      Immerhin, die Entschuldigung ist da. Den letzten Satz muss ich daher zurücknehmen.
      Es geschehen noch Zeichen und Wunder….

  13. caruso schreibt:

    Ich sage nur pfuj pfuj pfuj. Und ich wünsche Oliver Welke, daß man eines tages über ihn lacht wegen (s)einer Behinderung.
    Ich bin deshalb so aufgebracht, weil ich das Problem „stottern“ kenne. Ich hatte einen Bruder, der trotz starkem Stottern und Zugewandert-Sein mit der Zeit Chefarzt einer ganzen Abteilung an der Stockholmer Universitätsklinik „Karolinska“ wurde.
    Auch einen Nazi soll man wegen einer Behinderung nicht verspotten. Man soll ihn im Fall, er begeht eine Straftat, einsperren, meinetwegen tatsächlich lebenslang, das wäre OK. Jemanden
    wegen einer Behinderung zu verspotten, der Lächerlichkeit preisgeben, ist in meinen Augen das letzte.
    lg
    caruso

  14. 1) Dieter Amann ist nicht MdB, sondern „Parlamentarischer Berater der AfD-Landtagsfraktion“ in Baden-Württemberg.
    2) Oliver Welke ist – wie die meisten (Pseudo)Künstler und Journalisten – ein linksgrüner Missionar. Sein „Humor“ richtet sich selbst, nicht nur im vorliegenden Fall.

  15. Beatrice Mayer schreibt:

    Danke für diesen Text. Ein Trauerspiel.

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